Unglaubliche Vielfalt - La Réunion 2017

Reisebericht

Unglaubliche Vielfalt - La Réunion 2017

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Freitag, 15.09. - auf geht's ins Paradies

Ganz schön großer Vogel

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Alles ist fertig gepackt, so kommen wir rechtzeitig los und haben am Flughafen in München auch noch Zeit für einen Kaffee.
Das bisschen Verspätung unseres Fliegers nach Paris macht uns nichts aus, wir haben am Flughafen Charles de Gaulle genug Spielraum. Dort müssen wir zwar den Terminal wechseln, aber mit der neuen automatischen U-Bahn geht das schneller als früher.
Am Terminal müssen wir auch nicht lange warten, bis wir unser Gepäck wieder aufgeben können. Dann gehen wir zum Gate und warten ganz entspannt auf unseren Flug Richtung Paradies. Wieder haben wir etwas Verspätung, aber wir haben ja Urlaub!
Das Abendessen an Bord ist wieder sehr lecker und in der Nacht können wir auch gut schlafen.



Samstag, 16.09. - fast wie nach Hause kommen

Morgensonne über dem Indischen...

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Mit einer halben Stunde Verspätung landen wir am Morgen auf unserer Trauminsel. Die Gepäckstücke lassen auf sich warten - unsere beiden sind die allerletzten aus dem riesigen Flieger.
Die Übernahme des schönen Autos geht aber dafür sehr schnell - es hat auch Vorteile, wenn man nicht bei einer der großen Autovermietungen bucht... Wir nutzen das tolle Wetter und fahren gleich mit offenem Verdeck.
Nachdem wir diesmal ja wissen, wo wir hin müssen - vielleicht auch wegen der Freude, wieder hier zu sein - erscheint uns die Fahrt zum Einkaufszentrum kürzer als vor 2 1/2 Jahren. Wir trinken etwas und versorgen uns mit allem, was wir für die ersten Tage brauchen.



Anschließend fahren wir nach Saint-Leu zu den Cases Couleurs, wo wir (obwohl es noch nicht mal 11 Uhr ist) schon in unser Studio können. Nach einer Pause auf der Terrasse und dem Auspacken essen wir die grade vorher gekauften Sandwiches.
Dann ruft aber der Pool sehr laut nach uns! Wir genießen die Sonne und das Wasser, schauen den Spatzen, Täubchen und Webern beim Baden zu und amüsieren uns über die putzigen Brillenvögel.
Nach einem Kaffee machen wir uns frisch, zum Abendessen sind wir dann bei Nico in der "Auberge du Relais". Es wird eine herzliche Begrüßung und er freut sich sehr über die mitgebrachten Aufkleber. Das Essen ist einfach fantastisch! Und danach das "flüssige Gold"...
Den Abend lassen wir bei einem Glas Wein auf der Terrasse ausklingen und planen für morgen.



Einfach schön



Sonntag, 17.09. - interessante Entdeckungen

Wir lassen es ruhig angehen, gönnen uns zum Start erst mal ein gutes Frühstück von Jean-Pierre.
Dann starten wir, unser erstes Ziel ist die Maison de Villèle oberhalb von Saint-Gilles, ein koloniales Landgut mit Kapelle und den Ruinen einer Zuckerfabrik. Wir erfahren, dass das europäische Wochenende des Kulturerbes ist (davon hat zuhause niemand gehört...) und die freiwilligen Helfer legen sich richtig ins Zeug.
Auf dem Gut hat die Familie Desbassyns Zucker produziert und heute wird dem Besucher nicht nur die üppige Vegetation der Insel nahegebracht, sondern auch die beiden Seiten der Plantagenwirtschaft, einerseits der Reichtum der Herren und andererseits die Situation der Sklaven. Wir schauen alles an, was wir gratis (und ohne Warteschlange am Ticketverkauf) ansehen können - und das ist bis auf das Herrenhaus alles. Es ist eine weitläufige und interessante Anlage; hier gibt es viel zu sehen, überall sitzen Maler und es blüht so einiges.



Privatkapelle



Immer mehr Wolken ziehen auf, so dass wir beschließen, dass das Bassin des Cormorans, das wir eigentlich als nächsten Punkt auf dem Tagesprogramm hatten, nichts bringt. Da wir sehen, dass es unten an der Küste sonnig ist, fahren wir also Richtung Jardin d'Éden. Unterwegs muss aber ein Foto vom Cabrio im Zuckerrohrfeld schon sein!
Im Garten Eden erfahren wir, dass kurz nach unserem ersten Besuch vor gut 2 1/2 Jahren ein Tropensturm die Anlage fast komplett verwüstet hat und anschließend alles neu angelegt wurde. Wir spazieren durch den wunderschönen Garten und sehen unzählige blühende Pflanzen, viele Vögel, Schmucktaggeckos und Frösche - aber leider keins der hier immer noch lebenden Chamäleons. Aber der Garten ist auch ohne sie wunderbar!



Neu gestaltet



Nachdem es jetzt auch hier zu zieht, fahren wir Richtung Süden. Eigentlich wollen wir in den Orchideen-Garten in Saint-Joseph, finden aber irgendwie nicht die richtige Abzweigung. Als wir der Beschilderung zur Touristen-Info folgen (die dann aber geschlossen ist), landen wir an der beeindruckenden Küste von Manapany-les-Bains. Die gewaltigen Wellen brechen sich an der Lava - extreme Natur fast hautnah!
Außerdem entdecken wir einen der nur hier lebenden Manapany-Schmucktaggeckos, eine der Reptilienarten mit dem kleinsten Verbreitungsgebiet überhaupt! Diese hübsche kleine Echse lebt nur auf rund 11 km² hier entlang der Küste.
Der Orchideengarten stellt sich im übrigen als geschlossen heraus, nachdem wir von ein paar Anglern den Weg erfragt haben...
Jetzt haben wir für heute genug erlebt und fahren mit einem Tankstop zurück nach Saint-Leu.



Wilde Küste



Montag, 18.09. - ein zauberhafter Ort

Heute frühstücken wir Ananas und Baguette, damit wir früh starten können. Gut, dass wir noch nach dem Wetter schauen! Im Cirque von Cilaos ist es nämlich nicht so toll...
Also ändern wir unseren Plan und fahren Richtung Vulkan. Wir finden ohne Probleme die Forststraße Richtung Piton de l'Eau, parken unser Auto vor der Schranke und so kann es losgehen.
Es ist noch kühl (schließlich ist es erst 8 Uhr und wir sind auf fast 1800 m Höhe), so dass wir froh sind um die Jacken. Aber das Wetter ist fantastisch, keine Wolke zu sehen!
Unser Weg führt durch die hier typische Höhenvegetation, also ein karge Landschaft mit Heidekraut, Höhentamarinden und anderen anspruchslosen Pflanzen. Zwischendurch sehen wir entlang des Forstweges aber auch einen richtigen Wald mit alten Bäumen. Zu unserer Überraschung gibt es hier oben auch richtige Almwiesen samt Kühen!



Einwanderer aus Madagaskar



Der Weg ist nicht schwierig, aber lang - einfach sind es 9 km und wir sind gut 2 1/2 Stunden unterwegs.
Am Ende gehen wir noch kurz durch einen Wald, in dem sich bereits nach den ersten Schritten die Luft ändert: war es gerade noch trocken und warm, ist es jetzt kühl und deutlich feuchter. Wir sehen Baumfarne und Orchideen (die aber leider nicht blühen). Nach wenigen Höhenmetern erreichen wir den kleinen See und sind einfach nur begeistert! Der Kratersee auf dem Hügel ist umgeben vom Wald und von Tausenden blühenden Calla am Ufer - es ist vielleicht der idyllischste Platz, den wir je gesehen haben! Und wir sind ganz allein hier oben! Wir bleiben einige Zeit hier, sitzen auf dem einzigen Stück Wiese und genießen die zauberhafte Atmosphäre. Wir könnten ewig hier sitzen!
Aber wir müssen ja auch wieder zurück zum Auto... Inzwischen ist es sehr warm und es gibt praktisch keinen Schatten, so ist der Rückweg deutlich anstrengender als der Hinweg. Dennoch erscheint er uns kürzer, wir sind noch ganz benommen vom Eindruck des Sees...
Wir kaufen noch ein und essen abends wieder bei Nico.



Wohltuend kühl



Dienstag, 19.09. - Ausnahmezustand in Saint-Leu

Heute versorgen wir uns wieder selbst, damit wir früh zu Fuß hinunter in den Ort starten können - heute findet die große Wallfahrt von Notre Dame de la Salette statt. Und das mit dem "zu Fuß" stellt sich als gute Idee heraus, wir sind viel schneller als die Autos, die sich schon die komplette Strecke herauf stauen... Im Ort bricht alles zusammen, Tausende von Menschen bescheren Saint-Leu einen Tag im Ausnahmezustand.
Bei der Messe, die unter freiem Himmel zwischen Pfarrkirche und der kleinen Wallfahrtskapelle stattfindet, sind unglaublich viele Teilnehmer, sie sitzen auf Hockern, auf den Stufen zur Kapelle hinauf oder einfach unter den Bäumen am Hang. Es ist ein großes Durcheinander, aber sehr beeindruckend.



Einmalig auf der Insel



Wir gehen hinauf zur Kapelle und dann durch den Ort zum Meer. Dort trinken wir einen Kaffee und beobachten Krabben auf den Felsen. Nachdem es zu zieht (scheinbar bekommen wir alle Regentage des Septembers ab...), machen wir uns auf den Rückweg zu den Cases Couleurs.
Bei einem Mittagssnack überlegen wir uns, was wir bei dem Wetter heute noch machen könnten. Wir beschließen, hinauf zum Museum Stella Mattutina zu fahren, das ist ja nur ein Katzensprung. Das Museum in der ehemaligen Zuckerfabrik ist erst vor ein paar Jahren nach einer Umgestaltung wieder eröffnet worden. Es ist modern und super interessant! Die momentane Ausstellung über Wale - die man zu dieser Zeit ja laut verschiedener Quellen sogar von der Küste aus zu sehen bekommen soll - ist sehr liebevoll gemacht und das 4-D-Kino, in dem wir eine Exklusiv-Vorführung bekommen, weil keine anderen Besucher da sind, macht einfach Spaß. Dieser Besuch hat sich auf jeden Fall gelohnt!



Tolles Museumsambiente


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Kommentare

  • Blula

    Liebe Brigitte,
    ich habe gerade Deinen sehr schönen Tagebuchbericht gelesen und muss sagen, Ihr ward scheinbar tatsächlich in einem kleinen Paradies. La Reunion mit seinen endlosen Sandsränden, den herrlichen Naturlandschaften und der ebenso vielfältigen wie üppigen Flora auf engstem Raum, ja diese Insel muss wirklich mehr als Reise wert sein. Ich kann mir also gut vorstellen, dass Ihr noch mal zu Wiederholungstäter werdet.
    LG Ursula

  • SchroedingersKatze

    Hi Brigitte,
    offenbar müssen wir beide nochmal hin. Wenn ich Deinen Bericht lese, finde ich Bekanntes (Südküste mit Jardin des Épices, St. Gilles Jardin d'Eden, Forêt de Bélouve), aber auch einiges, was ich so nicht gesehen habe (Wale!!! und mehr). Andererseits hast Du zwei der spektakulärsten Landschaften aufgespart für die zweite Tour ;-) , den Cirque de Mafate und die Gegend um den Piton de la Fournaise.
    Ansonsten: bei der Anreise hatte ich weniger Glück, mußte in Paris den Flughafen wechseln. Zubringer nach CDG, dann "Inlandsflug" nach St. Denis ab Orly...
    LG Ulf

  • Sternensilber (RP)

    Hallo Brigitte,
    ein wunderschöner Tagebuchbericht über eine traumhafte Insel. Auch wir haben La Reunion ein zweites Mal auf unserer Wunschliste.Denn auch nach unseren zweieinhalb Wochen auf der Insel, gibt es noch einiges, was wir dort entdecken wollen. Beachtlich finde ich Deine Walbilder. Wir waren zwei Jahre zuvor dort, um etwa die gleiche Zeit. Doch die Wale sind damals wahrscheinlich schon früher weiter gezogen.
    Dafür konnten wir einen Vulkanausbruch miterleben. Das war auch toll. Denn Ulf hat ganz Recht mit dem Piton de la Fournaise, die er als eine der spektakulärsten Landschaften der Insel nennt.
    LG Anne

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