Besuch im Elefant Village, Pattaya 1994

Reisebericht

Besuch im Elefant Village, Pattaya 1994

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Elefantenpension

In Pattaya am Strand traf ich eine Bekannte Dame, sie ist süchtig nach Elefanten. Bei Ihr zu hause sieht man überall Elefanten. Beginnt schon mit dem Hausnummernschild was sieht man da, Elefant. Und so geht es im ganzen Haus weiter, Fliesen, Handtücher, und im Garten steht ein 1 Meter großer Babyelefant aus Bronze, den hat Ihr Mann in Italien anfertigen lassen. Naturlich gibt es auch hunderte Elefantenfiguren aus aller Welt. Sie bat mich ich soll sie ins Elefant Village begleiten. Also nahmen wir uns ein Taxi, fragten im Hotel noch Leute wer mitfahren will, da wurde es dann preisgünstiger. So kamen wir gegen 10.00 bei der Elefantenpension an. Pattaya Elephant Village wurde 1973 als Zufluchtsort für ehemalige Arbeitselefanten eröffnet. Dies sind Elefanten, die wegen Verletzung, Krankheit oder Alter die schweren Arbeiten im Dschungel nicht mehr verrichten können.



Im Elephant Village bietet man den Elefanten einen sicheren Zufluchtsort in dem sie am Ende ihres Lebens angstfrei in Freiheit und Würde leben können. Ein Besuch ist nicht nur ein einmaliges Erlebnis, er ist auch Lebensretter, weil die Kosten, die das Überleben der Elefanten sichern, von den Besuchern bezahlt werden. Das Elefantendorf ist ein privates Unternehmen, das keine Gewinne macht, alle Erlöse dienen der Ernährung und ärztlichen Versorgung der Elefanten (Kosten: 1000-5000 THB Elefant/Tag).



Hier gibt es keine Zirkusähnliche Vorführungen.

Rund hundert Mitarbeiter kümmern sich im Elephant Village um ca. 30 Elefanten. Jeden Tag gibt es 90-minütige Shows, die einen typischen Tag im Leben eines Elefanten zeigen. Zirkusähnliche Vorführungen, wie Elefantenfußball, Malen oder Fahrradfahren finden Sie hier nicht. Es wird Wert darauf gelegt, dass die Elefanten gut behandelt werden, viel Platz haben und sich in einer natürlichen Umgebung aufhalten.



Junger Mahout

Der Beruf des Mahouts wird in vielen Fällen in der Familie von Vater zu Sohn weitergegeben – es handelt sich also um einen klassischen Familienberuf. Da die Lebenszeit von Elefanten etwa derjenigen von Menschen entspricht, beginnt das Leben eines Mahouts meist sehr früh – schon im ersten Lebensjahrzehnt der Kinder. Im besten Fall wächst ein kleiner Babyelefant zusammen mit seinem zukünftigen – noch sehr jungen – Mahout auf und teilt wertvolle Erfahrungen mit ihm. Die beiden werden für die nächsten Jahrzehnte Seite an Seite stehen und ihr Leben lang eng miteinander verbunden sein.



Ein Mahout ist aber nicht nur der Wegbegleiter und Freund des grauen Riesens, sondern oftmals auch sein Eigentümer. Er ist verantwortlich für seine Ausbildung, Gesundheit, Ernährung, Pflege sowie sein Wohlbefinden. Besonders in früheren Tagen waren die kräftigen Dickhäuter wichtige Helfer bei schweren Arbeiten – wie etwa bei der Waldarbeit. Auch wenn sie immer mehr von Maschinen ersetzt werden, sind sie mancherorts – vor allem im bergigen Norden Thailands – auch heute noch in schlecht zugänglichen Waldgebieten im Einsatz. Zudem arbeiten heute viele Mahouts und ihre Elefanten in der Tourismusindustrie.



"Chandani und Ihr Elefant"

2009 wurde ein deutscher Dokumentarfilm mit dem Titel „Chandani und ihr Elefant“ gedreht.
Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte der 16-jährigen Candan aus Sri Lanka. Ihr Vater Sunamabanda ist ein angesehener Elefantenführer, ein Mahout im Elefanten-Waisenhaus von Pinnawala. Dieser Beruf ist seit jeher Männern vorbehalten. Dennoch möchte Chandani in die Fußstapfen ihres Vaters treten, was dieser zunächst ablehnt. Da er aber keinen Sohn hat, an den er das Familienwissen weitergeben kann, beschließt Sunamabanda, seiner Tochter eine Chance zu geben: Sie soll das Elefantenkalb Kandula pflegen und dabei beweisen, dass sie es mit ihrem Wunsch ernst meint.


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Kommentare

  • wildwassercamera

    Danke für den Reisebericht, hab in mit interesse gelesen!

    liebe grüsse
    Alex

  • ursuvo

    schön geschrieben. Gibt's noch eine Fortsetzung??
    LG Ursula

  • Ra2006

    Servus liebe Ursula
    Danke , von einer Fortsetzung ist mir nichts bekannt. --außer das Chandani jetzt Tiermedizin studiert, aber das weist Du ja schon.
    Servus mit Handkuss
    René

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