Islandrundreise mit unserem Wohnmobil

Reisebericht

Islandrundreise mit unserem Wohnmobil



Erster Tag in Island

Nach Ankunft mit der Fähre in Seydisfjördur bei Regen, kauften wir uns zuerst die Camping Card (Utilegu Kortid) und machten uns auf den Weg gegen Norden Richtung Bakkagerdi. Auf halbem Weg auf der Sandstraße inmitten endloser Ödnis steht eine pistaziengrüne Bude mit solarbetriebenem Kaltgetränkeautomat. Sie gehört dem ungewöhnlichen Unternehmer Kristinn G. Kristmundsson der nebenbei noch Särge baut, Videos verleiht und als DJ in einer Disco auflegt. Wir drückten uns jedenfalls eine Dose Cola runter und fuhren weiter nach Bakkagerdi.
Etwa 5km hinter der kleinen Kirche liegt der kleine malerische Hafen mit der Miniatur Insel Hafnarholmi. Sie beherbergt eine riesige Papageientaucher-Kolonie. Auf der Aussichtsplattform kann man die süßen, tapsigen Tiere wunderbar beobachten. (Mitte April bis Mitte August).
Die Sandstraße wieder zurück bis Egilstadir, dann ca. 80km die 1er Ringstraße und Abzweig auf die 85er. nach Vopnafjördur. Hier blieben wir auf einem kleinen Campingplatz mit wenig Ausstattung, aber mit dem Wohnmobil braucht man ja fast nichts. Hauptsache die Gegend ist schön und das ist in Island vorprogrammiert.



Strasse nach Bakkagerdi



Zweiter Tag in Island

Gut ausgeschlafen erwachten wir leider bei Nieselregen. Im Supermarkt des Ortes besorgten wir Brot, Eier, Milch und frühstückten gleich vor Ort am Parkplatz. Gut gestärkt weiter bis Pörshöfn. Überall liegt Treibholz an den Ufern, das auch heute noch für den Bau von Häusern benutzt wird. Hier mußten wir auch an einer N1 Tankstelle tanken, man kann eine Card mit Guthaben erstehen und mit dieser an allen N1 Tankstellen tanken.
Aus dem Cafe an der Tankstelle duftete es verlockend, so mußten wir die herrlich knusprigen Waffeln mit Rharbarbermarmelade probieren.
Das Wetter wurde zunehmend besser und die Reise ging weiter nach Raufarhöfn
(gesprochen: Roy-wer-hap), ein unheimlich, ruhiger Ort wie aus einem Stephen King Roman. Sehr schön ist Arctic Henge, 4 Stk. 7m hohe Tore für die Jahreszeiten im Durchmesser von 50m, als Sonnenuhr und Aussichtspunkt für Sonnenuntergänge.
So lange konnten wir leider nicht warten, daher Weiterreise nach Kopasker, mit seiner schönen Kirche. Hier stehen als Hingucker voll eingekleidete Vogelscheuchen überall in den Feldern. Da 1976 der Ort von starkem Erdbeben erschüttert wurde, gibt es ein kleines Erdbeben Center, das leider geschlossen war, als wir hier waren. Abends planten wir unsere Weiterreise für die nächsten Tage, gingen noch am Strand spazieren - was ja hier bis spät in die Nacht möglich ist, da es kaum dunkel wird, sondern nur dämmert.



Überall Treibholz in Pörshöfn



Dritter Tag in Island

Wollten im winzigen Laden des Ortes Brot kaufen, bemerkten aber, dass Samstags nur von 13 - 20Uhr geöffnet ist. ( Haben das auf unserer Rundreise öfter gehabt). Dann gabs eben nur Kaffee und mitgebrachten Müsliriegel zum Frühstück !
`Durch schöne Landschaft gings bis zum Asbyrgi Infocenter. Womo stellten wir ab, zogen Regenkleidung an, da es leider wieder zu regnen begann und marschierten los. Trotz des Sauwetters einzigartig schön ! Wunderschöner Weg durch den Wald mit tausenden lila Blumen zu einem kleinen See direkt unter den Felswänden.
Später Weiterfahrt zum Dettifoss, bis Parkplatz über Lavapiste, aber auch mit Womo befahrbar, wenn man so viel Gefühl für`s Fahrzeug hat wie mein Mann. Der Dettifoss ist ein sehr eindrucksvolles Naturerlebnis, immerhin ist er 44m hoch und 100m breit. Sein kleiner Bruder der Selfoss ist gleich nebenan und auch wunderschön.
Zweimal, 1995 und 2000 waren wir schon auf der Westseite des Dettifosses, heuer mal auf der Ostseite, sieht wieder anders aus, vor allem der Auf- u. Abstieg ist für unsere Altersklasse schon etwas anstrengend. Unsere Enkeltochter meisterte es mit links!
Weiterfahrt zum Geothermalgebiet Namafjall Hverir in der Nähe des Myvatn. Hier brodelt es und dampft und es "stinkt" nach Schwefel.
Dieses Gebiet ist sehr überlaufen, viele Touristen. In Reykjahlid konnten wir uns wieder mit Lebensmittel eindecken, machten noch einen Abstecher zur Grassodensiedlung Grenjadarstadur und fuhren schließlich zum Camping Heidabaer.



Regenwanderung in der Asbyrgi-Schlucht



Vierter Tag in Island

Sonntagmorgen, leider wieder im Regen. Wir belohnten uns mit einem echten Sonntagsfrühstück, nämlich Speck mit Ei. Nach einem Bad im warmen Pool und Hot Pot des Campingplatzes setzten wir unsere Reise fort. Zuerst einmal zum Myvatn, erstaunliche Landschaft und Stolz jeden Isländers. Wer noch nicht hier war sollte Dimmuborgir besuchen: 2,3km langer Pfad führt durch eine faszinierende Lavawelt.
Bei unserem Spaziergang am See kam sogar manchmal die Sonne raus. Die Fahrt ging weiter zum wunderschönen Godafoss, der Götterfall hat zwar nur 10m Fallhöhe zählt aber zu den schönsten Wasserfällen Islands.
Unser nächstes Ziel war Laufas, ein typischer isländischer Grassodenhof, wunderschön gelegen, hier wohnten einst 20-30 Menschen.
Nicht weit war es dann nach Akureyri. Schöne Stadt und dann auch noch bei prächtigem Wetter. Sahen uns Souvenirläden an, denn Verena, unsere Enkelin wollte sich einen echten Islandwolle - Pullover kaufen. Was uns auffiel ist, dass auf den Verkehrsampeln das rote Licht immer ein Herz zeigt.
Unser Nachtlager schlugen wir außerhalb Akureyri bei Camping Lönsa auf.



...am Myvatn



Fünfter Tag in Island

Weil es so schön in Akureyri war gingen wir nochmals in die Stadt. Beim Bonus Supermarkt (einer der günstigsten in Island) kauften wir wieder ein. Auch unser Womo brauchte wieder Treibstoff und waren dann wieder fit für die Weiterreise. Unser nächstes Ziel war Dalvik, wo wir vor allem im Byggdasafnid Hvoll die Ausstellung über den von hier stammenden Riesen Johann Petursson, mit 2,34m Größe besuchen wollten. Ist aber auch ein sehr nettes, verträumtes Plätzchen.
Auch Olafsfjördur, wo wir auch einen Spaziergang machten ist ein verträumter, schöner Fischerort. Jetzt war es dann aber Zeit, die Windschutzscheibe zu reinigen, denn auf der Weiterfahrt sollten 2 Tunnels bewältigt werden die nach Siglufjördur führen.
In Höfsös gönnten wir uns ein Bad. Wir waren sehr erstaunt als wir es sahen, denn es sieht aus, als würde das Becken ins Meer übergehen. Einfach traumhaft schön dort.
Wir blieben bis am Abend dort und hätten bei der Weiterfahrt beinahe die kleine alte Grassodenkirche in Gröf übersehen. Sie liegt total einsam mitten auf einer Wiese.
In Skagaströnd blieben wir mit unserem Womo über Nacht.



...liebliches Dalvik



Sechster Tag in Island

Heute mal lange geschlafen, ausgiebiges Frühstück und dafür sehr schlechte, holprige Sandstraße auf der Halbinsel Vatnsnes wo im Hunafjördur nahe der Küste der Felsen Hvitserkur steht. Die Isländer sagen das ist ein versteinerter Troll - für mich ist es aber immer noch ein Dinosaurier ! Was meint ihr ?
Wir mußten die miese Holperstrasse wieder zurück, doch wir wurden mit einem schönen Anblick belohnt. Eine ganze Reitergruppe mit einer Herde Islandpferden kam uns entgegen. In der Umgebung Hvammstangi gingen wir auf Robbensuche und wurden fündig. Eine wunderschöne Küste, Traumwetter und viele Robben - was brauchten wir mehr ? Auch das machte müde, daher blieben wir in Drangsnes auf dem Campingplatz.
Als schnelles Abendessen gabs Toasts.



...versteinerter Troll oder doch Dinosaurier ?



Siebenter Tag in Island

An diesem Tag haben wir 7 Fjorde zu bewältigen, denn wir befahren die Nordwestfjorde von Island. Das Wetter ist uns heute leider nicht hold, aber Island hat auch bei Regen seinen besonderen Reiz - Nebelschwaden, Wasserpfützen ! Immer wieder schöne Ausblicke und Wasserfälle.Beim Litlibaer-Grassodenhäuschen gleich an der Straße machten wir Halt. Die Familie hat das Häuschen liebevoll eingerichtet, im Stockwerk ist ein kleines Museum und unten kann man es sich an den paar Tischen gemütlich machen und Kaffee, Kuchen und natürlich Waffeln mit Blaubeeren- od. Rharbarbermarmelade zu günstigem Preis probieren, was wir auch taten.
Ein paar hundert Meter weiter entdeckten wir wieder direkt an der Straße Robben auf den vorgelagerten Felsen. Dann die Fahrt immer den Fjorden entlang bis Sudavik. Wir besuchten das Polarfuchszentrum, wo wir einiges über die dort in der Gegend lebenden Füchse erfuhren. Im Freigehege waren 2 Polarfüchse untergebracht, einer lief immer dem Zaun entlang, der andere schlief versteckt unter einer Kiste. Wir waren etwas enttäuscht, hatten uns mehr erwartet. Bei Regen gings weiter nach Isafjördur, wo wir im Bonus-Supermarkt Lammkotletten kauften. Wir haben gehört isländisches Lammfleisch soll besonders gut schmecken.
Abends am Campingplatz verspeisten wir die wirklich köstlich schmeckenden Kotletts mit Rahmsauce, Reis und Salat.



Wasserfälle an der Straße



Achter Tag in Island

Die ganze Nacht hatte es durchgeregnet, das Wohnmobil stand in einer großen Pfütze.
Auf unserer Weiterfahrt wechselte das Wetter rasch von Regen, auf Sonne und wieder Regen. In Hrafnseyri kehrten wir wieder in einem schönen Grassodenhof ein und ließen uns wieder die Waffeln gut schmecken. Gestärkt gings dann durch die Dynjandisheidi über Stock und Stein bei Regen über glitschige Sandstraßen. Wir kamen an einer Schutzhütte vorbei, die sicherlich für Wanderer in dieser Gegend oft nützlich ist.
Unser Wohnmobil wurde total eingedreckt, aber was soll`s ! Schließlich erreichten wir endlich den wunderschönen Dynjandi-Wasserfall. Bei leichtem Nieselregen und abertausenden Mücken stiegen wir die 4 unteren kleineren Wasserfälle hoch. Ganz nach oben ging nur Verena, uns war das zu anstrengend.
In Reykjarfjardarlaug war es dafür angenehm im heißen Bad zu schwimmen. In Talknafjördur blieben wir auf dem Campingplatz, die Einstiegstreppe von unserem Wohnmobil hatte den Geist aufgegeben, die Steine und der Schlamm hat ihr wohl nicht so gut getan.



Berg im Nebel



Neunter Tag in Island

Gleich am Morgen fuhren wir, natürlich bei Regen, nach Latrabjarg. Wir freuten uns alle schon sehr, denn wir kannten diese Felsen schon von den letzten beiden Islandurlauben und jedesmal waren tausende Papageientaucher vor Ort. Als wir ankamen regnete und stürmte es dermaßen, daß man das Wohnmobil wirklich nicht verlassen wollte. Wir warteten zu, vertrieben uns die Zeit mit lesen, die junge Generation spielen am Handy, und dgl. Zu Mittag wagten wir uns dann doch raus, als der Regen etwas weniger wurde und erklommen den Berg über glitschigen Sand und Felsen. Wir waren total enttäuscht, kein einziger Papageientaucher war zu sehen, nur die Möwen und Alke. Also glitschten wir wieder bergab und sahen dann, daß unten beim Leuchtturm einige Touristen die Kameras zückten. Nichts wie hin und tatsächlich dort gab es welche zu sehen. Nicht so viele wie bei den letzten Besuchen aber immerhin war unsere Anreise hierher doch nicht ganz ins Wasser gefallen.
Übrigens Latrabjarg ist der am westlichst gelegene Teil Islands.
Dann gings zurück , passierten einen Pass mit einem Steinmann und fuhren unser Wohnmobil auf einen Campingplatz in Flökalundur.



Strasse nach Latrabjarg



Zehnter Tag in Island

Ein Glückstag, endlich Sonnenschein, nach Frühstück Weiterfahrt zum Seeadler Zentrum in Kroksfjardarnes. Man erfuhr einiges über Population und Bemühungen das Überleben dieser schönen Vögel zu stärken. Im angeschlossenen Cafe gabs natürlich Waffeln und wunderschöne, von den Frauen der Gegend handgestrickte Islandpullover. Verena kaufte sich hier einen mit besonders schönem Muster und weit billiger als in den Geschäften in Akureyri. Glücklich mit dem Erworbenen fuhren wir weiter nach Haafell, dem Islandziegenzentrum (Strasse 523 - nicht leicht zu finden). Diese nette Farm widmet sich der Erhaltung der vom Aussterben bedrohten Islandziegen. Der Besitzer der Farm zeigte uns die riesigen Felder, die vielen Ziegen, auch den berühmten Ziegenbock "Casanova", Star von "Game of Thrones" der vor dem Drachen flüchtete. Im Laden konnte man Käse, Wurst und Eis von der Ziege kaufen. Tee und Kaffee gabs gratis dazu (Führung 1000 ISK). Das war ein sehr netter und empfehlenswerter Ausflug.
Der Regen hatte uns bei den Hraunfossar und Barnafoss wieder eingeholt und auch im Geothermalgebiet Deiltartunguhver, 5km westl. von Reykholt war es unwirtlich. Jede Sekunde brodeln dort 180l kochendes Wasser aus der Erde. Ein Tomatenstand zur Selbstbedienung und Bezahlung ist vor Ort und kommt aus den beheizten Gewächshäusern. Für das Abendessen nahmen wir uns gleich welche mit. Wir blieben auf dem Camping Varmaland.



... endlich wieder Sonne, wir freuen uns



Elfter Tag in Island

In der Früh war das Wetter wieder sehr gut. In einem Supermarkt in Borgarnes stockten wir wieder einmal unsere Vorräte auf und fuhren daraufhin auf die Halbinsel Snaefellsnes. Hier begegnete uns ganz zauberhafte Landschaft bei starkem Wind, 5 Grad C aber Sonne.
In Grundarfjördur pausierten wir im netten Kaffi Emil, reinigten unser Womo und spülten die Treppe durch, sodaß sie wieder einige Male funktionierte. Besonders schön fanden wir danach den Berg Kirkjufell mit dazugehörigem Kirkjufellfossi. Weiter über Olavsvik, Rif und Hellisandur durch ein riesiges Hraungebiet um den leider im Nebel verhangenen Snaefellsjökull herum. Dort badeten 2 ganz harte Männer bei nur 5 Grad C Lufttemperatur. In Arnastapi steht das berühmte schöne Felstor in der Brandung, das uns immer wieder begeistert. Ein Stückchen weiter entdeckten wir Lysuholslaug, ein Bad total grün, laut Bademeisterin extrem gesund für die Haut. Schließlich wollten auch wir etwas für die Gesundheit tun und suhlten uns in dem glitschigen Becken. (Ganz unter uns gesagt, bei uns in Österreich würde man so ein Bad sperren !). Als Übernachtungsplatz wählten wir Camping Eldborg, lediglich eine Wiese und die Sanitäranlagen (WC und Waschbecken) befanden sich in dem angefügten Hotel im Keller, erreichbar über eine gruselige, zerbröckelte Treppe.



nettes Cafe in Grunarfjördur



Zwölfter Tag in Island

Um 8 Uhr früh verließen wir diesen toll ausgestatteten Campingplatz, aber wenigstens ist niemand kassieren gekommen ! Gleich über die Straße konnten wir die Basaltwand von Gerduberg erblicken. Danach gings Richtung Reykjavik durch ein 6km langes Tunnel. Mit Ach und Krach fanden wir einen Parkplatz im alten Hafen für unser Wohnmobil, und gingen in die Stadt, wo wir den ganzen Tag verbrachten. Reykjavik ist sehr gewachsen, seit wir das letzte Mal dort waren. Wir liefen alles ab und es war wunderschön, besonders das bunte Leben in der Frakkastigur und im Kultviertel 101, aber auch die Altstadt zwischen Hafen und Tjörnin (Stadtteich mit über 80 Vogelarten), Perlan der Heißwassertank mit Cafe und Restaurant, die schöne Halgrimskirkja mit Aufzug auf den Turm mit herrlicher Aussicht, Ylströndin Nautholsvik - Strandfeeling sorgt der aufgeschüttete Sand und das Meer wird hier auf 20Grad C erwärmt, 2 Hot-Pots am Strand haben 30 + 35 Grad C. Da bei der Campingcard kein Platz in Reykjavik beeinhaltet ist, fuhren wir an die äußerste Südwestküste zum Camping Sandgerdi.



Basaltsäulen Gerduberg



Dreizehnter Tag in Island

Auf dem Campingplatz erfuhren wir, daß für den Süden und Osten Sturmwarnung gegeben wurde.. Da wir noch nichts merkten fuhren wir nach Gardskagi, zum ältesten Leuchtturm und ersten Landeplatz für Zugvögel.
In Keflavik begann es dann fürchterlich zu regnen und der Sturm wurde arg. Wollten uns dort einiges ansehen, wie z.B. das Duushus mit Ausstellung von 60 Miniaturschiffen. Die Eintrittsgebühr war aber sehr überhöht, sodaß wir lieber verzichteten. So gingen wir trotz Sturm und Wind in Stiefel und Mantel den windgepeitschten Weg der Küste entlang zur Höhle von Giganta (auch Skessan genannt) die dort im Schaukelstuhl sitzen sollte. Die Geschichte ist von der Kinderbuchautorin Herdis Egilsdottir: Das kleine Mädchen Sigga hat an ihrem 6.Geburtstag beim Wandern in die Berge ihren Schuh verloren und kurz darauf traf sie Giganta die Riesin, die Siggis Schuh an der kleinen Zeh trug. Sigga bekam den Schuh wieder und ab sofort waren sie beste Freunde. Giganta war es in den Bergen zu einsam geworden und freute sich, daß Sigga sie in Kontakt mit den Menschen brachte.
Seitdem wohnt sie dort in der Höhle.
Jedenfalls als wir uns zur Höhle vorgekämpft hatten, hörten wir Giganta drinnen schnarchen aber das große Tor war fest verschlossen. Als Abschluß schwappte der Sturm noch eine Riesenwelle über uns sodaß wir schleunigst zum Womo zurückliefen um Trockenes anzuziehen.
Wir hatten eigentlich vor, an der Südwestküste entlang zu fahren, aber der Sturm war so arg, daß wir über Hafnarfjördur und dann die Straße 42 über die Berge zum nächstgelegenen Campingplatz nahmen. Wir waren froh, als wir endlich am T-Baer Camping eintrafen. Wir stellten uns auf einen etwas erhöhten Teil des Platzes um nicht im Wasser zu versinken. Aussteigen war unmöglich, der Sturm tobte wie verrückt und beutelte an unserem Wohnmobil. Am Abend schlüpften wir in die Regenbekleidung und kämpften uns in die kleine Gaststätte, die von einer alten Dame betrieben wurde.
Meldeten uns für eine Nacht an, tranken etwas und blieben in der gemütlichen Stube sitzen.



Leuchtturm von Gardskagi



Vierzehnter Tag in Island

Als wir in der Früh aufwachten war der Sturm vorbei. Nach dem Frühstück besuchten wir die beliebte Strandkirkja gleich in der Nähe. Danach gings zu dem Geothermalgebiet Seltun, das erst vor kurzem, da explodiert, wieder neu angelegt wurde. Die Solfatare schimmern in allen Farben. Der Soup-Wagon parkte davor und wir kosteten die gute Kjött-Suppa (Lammsuppe mit Gemüse). Ganz in der Nähe der tiefe, düstere See Kleifarvatn, in dem der Sage nach ein wurmartiges Ungeheuer in der Größe eines Wales hausen soll. Später in Hveragerdi kauften wir ein und fuhren dann ins Ökodorf Sölheimar, mit engagiertem Behinderten - Projekt nach authroposophischen Grundsätzen. Werkstätten verkaufen Kunsthandwerk, Kerzen und Ökogemüse aus eigenen Gewächshäusern, auch ein leckeres Cafe "Graena Kannan"gabs da. Leider begann es wieder zu regnen und wir beschlossen ins älteste Bad Islands zu gehen. "Gamla Laugin" ist ein natürliches 39 Grad C heißes Bad und man wird strikt darauf hingewiesen nicht in das Wasser rundum hineinzusteigen, da es 100 Grad C mißt. Angenehm war es allemal bei diesem Sauwetter ! Abends fuhren wir auf den Campingplatz Sköjl in der Nähe des Geysirs "Strokkur"



Strandkirkja



Fünfzehnter Tag in Island

Wollten den Tag nutzen und gleich um 8 Uhr beim Geysir "Strokkur" sein, bevor die Menschenmenge erwachte. Das war genau richtig, es waren nur wenige Leute dort und wir konnten das Schauspiel voll genießen. Das Besucherzentrum daneben ist geschmackvoll eingerichtet und auch die Souvenirs werden hübsch und modern präsentiert.
Dann bei Sonne weiter zum Gullfoss, hier war schon mehr los und die Menschenkarawane wälzte sich bereits um halb 10 Uhr hinunter zum Foss. Trotzdem sehr schön anzusehen.
Da wir den Flußwasserfall Urridafoss noch nicht kannten, machten wir auch dort einen kurzen Zwischenstop. Es ist ein breiter und wasserreichster Wasserfall des Gletscherflusses Pjörsa, normal bringt er 350m/sek, im Frühjahr 1500m/sek Wasser.
In Hvölsvölur besuchten wir das neue Vulcan + Earthquake Center, sehr cooles, interessantes Museum, wo man auch selber einiges tun kann - sehr empfehlenswert !
Dann weiter zum Seljalandsfoss, ein Wasserfall zum Dahintergehen. Ich war schon 2x dort, jedesmal plitsche-pltsche naß geworden. Verena versuchte es und hatte viel Spaß. Hier die Gegend der Wasserfälle und da darf der schöne Skogafoss auch nicht fehlen. Dann waren wir aber müde und checkten am Camping Vik i Myrdal ein.



Geysir "Strokkur"



Sechzehnter Tag in Island

Nach einer angenehmen Nacht fuhren wir als erstes zum Cap Dyrholey, sehr schöne Landschaft, früher gabs hier auch viele Papageientaucher, sahen heuer aber nur 2 davon.
In Reynisfjara war es besonders schön, der schwarze Kiesstrand, die Basaltfelsen und Höhlen, sowie die Felsnadeln Reynisdrangur. Auf der Weiterfahrt machten wir Halt in der Hraun - Wunderwelt und in Kirkjubaerklaustur bestaunten wir den Kirchboden und das Pseudokraterfeld Landbrotsholar, und blieben dann in diesem Ort am Campingplatz direkt bei einem schönen Wasserfall.



Blick vom Cap Dyrholey



Siebzehnter Tag in Island

Da es regnete blieben wir länger in unseren Betten. Der Nebel blieb lange sehr tief, auch noch als wir an einem riesigen, grauen Fluß dem Hverfisfjöt vorbei kamen, der wegen der starken Regenfälle so groß angeschwollen war. Auch ein riesiges Lavafeld breitete sich dort aus. Wir spazierten dort einige Zeit hindurch und fanden immer neue Fotomotive.
Danach besuchten wir das alte Gehöft Nupstadur, das sehr malerisch bei den eigenartigen Bergen lag.
Danach sah man schon die ersten Gletscherausläufer und die alten Brückenteile die als Skulptur und Mahnmal an den Vulkanausbruch im November 1996 erinnern. Bald schon waren wir beim Gletschersee Jökulsarlon, der im Nebel besonders schön wirkte und die verschiedenen Blautöne der Eisblöcke einzigartig zur Geltung brachte. Wir sahen sogar einige Robben zwischen den Eisschollen. Dort war es bitterkalt, mußte zweiten Pullover unter der Regenjacke anziehen.
In Höfn kauften wir wieder nötige Lebensmittel ein und besuchten in Stokksnes das Viking Cafe, das sehr malerisch liegt, wie in den Reiseführern beschrieben, aber Waffel, Kaffee und Campingplatzstellplatz viel, viel teurer als woanders in Island. Deshalb übernachteten wir in Höfn auf einem Campingplatz.



Fluß Hverfisfjöt nach langen Regenfällen



Achtzehnter Tag in Island

Wir brachen in der Früh gleich auf und es ging vorbei an schönen Ausblicken nach Djupivogur, wo es viel zu entdecken gab. Vorerst frühstückten wir in der Langbud (ält. Haus von Djupivogur um 1790). Danach besuchten wir den Skulpturengarten "Bones, Sticks, Stones". Der schrullige Besitzer hat hier alles mögliche gesammelt und ausgestellt.
Interessant ist dann auch noch das Kunstobjekt "Eggin i Gledivik" mit 34 überdimensionalen Eiern. Jedes Ei repräsentiert eine heimische Vogelart.
Als wir an dem Abzweig zur Öxi-Straße vorbei kommen, wollen wir diese unbedingt fahren. Im Jahr 2000 sind wir diese, noch als Piste geführte Straße, mit dem Jeep gefahren und das war damals für uns ein besonderes Erlebnis. Jetzt wurde diese Piste entschärft und ist auch für normale PKW`s befahrbar. Auch mit unserem Wohnmobil war es kein Problem, aber wir haben es so nicht wieder erkannt !
Abends stellten wir uns auf den Campingplatz in Stödvarfjördur.



Auf der Fahrt von Höfn nach Djupivogur



Neunzehnter Tag in Island

Nach dem Frühstück gingen wir zu dem wunderschönen Steingarten der Steinsammlerin Petra Sveinsdottir (15.2.2012 leider verstorben) in Stödvarfjördur. Jährlich machen hier 20.000 Besucher Halt. Im Haus und Garten überall Steine und andere gesammelte Utensilien zwischen bezaubernden Blumenbeeten. Wenn nicht gerade mehrere Busse halten, eine Oase der Ruhe.
Da das Wetter extrem schön war, beschlossen wir, nochmals nach Bakkagerdi zu den Papageientauchern zu fahren, da wir am ersten Tag dort nur Regen hatten. Diesmal trafen wir die putzigen Puffins bei Sonne, aber weit weniger als damals bei Regen.
Rückfahrt bis Seydisfjördur auf den Campingplatz gleich neben der schönen "Blauen Kirche".



Steingarten in Stödvarfjördur



Zwanzigster Tag in Island

...nur noch 2 Tage bis zur Abfahrt mit der Fähre.
Wir nutzten die Zeit für einen Ausflug zum See Lagarfljöt in der Nähe von Egilstadir. Am Ostufer befindet sich das größte Waldgebiet Islands mit ca. 50 verschiedenen Baumarten. Im See soll eine Verwandte der Nessie wohnen und zwar der "Lagarfljötsworm".
Ein paar km hinter dem Südende des See`s fanden wir das wunderschöne Anwesen Gunnarshus aus Steinen mit Grasdach.
Am Westufer kann man zum Hengifoss wandern. Wir waren 2000 dort, diesmal nicht.
Nach diesem traumhaften Sonnentag fuhren wir wieder zu unserem Campingplatz nach Seydisfjördur.



Lagarfljöt - See



Einundzwanzigster Tag in Island

Den letzten Tag in Island verbrachten wir im Ort Seydisfjördur, es machte viel Spaß den Ort zu erkunden. Mit seinen bunten Holzhäusern aus dem 19.Jhdt. ist es ein geselliger, unkonventioneller Ort für Künstler, Musiker und Kunsthandwerker. Wir entdeckten dutzende hübsche Läden und natürlich ist auch die "Blaue Kirche" sehr sehenswert.
Abends besuchten wir als Abschluß noch das Schwimmbad im Ort und ließen im Wohnmobil unsere Reiseeindrücke von Island Revue passieren.

Am folgenden Tag ging unsere Fähre um 10 Uhr 30 in Seydisfjördur weg und brachte uns zurück nach Hirtshals. Von dort noch die lange Heimreise nach Wien.



schönes Holzhaus in Seydisfjördur


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Kommentare

  • Blula

    Mit diesem lebendigen Tagebuchbericht (ich mag Tagebuchberichte ;-)) hast Du mein Interesse an einer Islandreise von neuem erwecken können. Da will ich auch unbedingt mal hin.
    Ich bin hier gerade wirklich mit großer Freude mitgereist. Danke.
    LG Ursula

  • ursuvo

    beim Lesen Deines so interessant bebilderten Berichts bin direkt ins Frösteln gekommen - sooo viel Regen.
    Aber der Bericht war doch sehr interessant - und falls ich mal............dann kann ich direkt Eure Route als Reiseführer benutzen und nachfahren;-) Aber erstmal bin ich sehr gern mit Euch gereist:-)))
    LG Ursula

  • traveltime

    Ein sehr schöner Reisebericht,
    und das Wetter ist auf Island viel schöner als das Wetter dieses Jahr in Deutschland.
    LG Rolf

  • Sternensilber

    So viel Regen und trotzdem so viele schöne Bilder. Island steht auf meiner Wunschliste ganz weit oben. Und das mit der Fährfahrt finde ich richtig gut. Zumal Wien ja nicht gleich bei Dänemark um die Ecke liegt.
    LG Anne

  • u18y9s26

    Ich habe mit dem Gedanken einer Wohnmobilreise durch Island schon öfter gespielt. Da ich aber ein so sonnenhungriger Mensch bin, hat mich der Bericht doch etwas abgeschreckt, auch wenn die Landschaft bei jedem Wetter ihren eigenartigen Reiz hat. Danke fürs Mitreisen können! LG Ursula

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