Ein Tag im Oblast Iwano-Frankiwsk

Reisebericht

Ein Tag im Oblast Iwano-Frankiwsk

Reisebericht: Ein Tag im Oblast Iwano-Frankiwsk

Reisebericht? - nun, ein Tag kann auch eine Reise sein. Gebucht haben wir diese Tagestour im Touristenbüro in Lviv, 29 Rynok sqr. Die Wahl fiel uns nicht schwer: Dovbush Rocks, Hoshiv Kloster und eine Fahrt mit der Carpathian Tram kamen als vielfältiges Angebot unseren Interessen entgegen.

In den Dovbush Rocks



Zu den Dovbush Rocks

In den Dovbush Rocks

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Gemeinsam mit einer kleinen Gruppe warteten wir am pl. Halyc'ka in Sichtweite des Reiterdenkmals König Danylos, dem Gründer der Stadt Lviv, auf den Bus. Wie wir bereits wußten, wurde die Gruppentour von einem ukrainischen sprechenden Führer, in diesem Fall eine Führerin, geleitet. Aus dem Touristenbüro war eine englischsprechende Angestellte am Platz und übergab uns mehrere ausführliche Infoblätter in englischer Sprache über die zu besuchenden Orte. Sie beruhigte uns mit dem Hinweis, im Bus seien immer Gäste die auch englisch sprechen könnten, keine Angst. Der Bus kam pünktlich. Die spanischen Aufschriften ließen einen früheren Einsatz in Spanien vermuten. Er war noch gut erhalten und sollte seinen Dienst gut machen auf der Fahrt in die ländlichen Gebiete des Oblast.



Aufstieg in den Dovbush Rocks



In den Dovbush Rocks

In den Dovbush Rocks

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Vergleichbar mit Robin Hood war Oleska Dovbush Namensgeber der imposanten Felsformationen. Das bergige Waldgebiet umfaßt 10 ha und beherbergt großzügige, von Menschen in die Felsen geschlagene Höhlen. Kletterfreunde, wegen der steilen Wände, und Wanderer sind anzutreffen, aber auch Campen ist in reduzierter Form möglich.



Gastlichkeit auf dem Weg zu den Dovbush Rocks



Weiterfahrt zur Klosteranlage Hoshiv

Tor am Hoshiv Kloster

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Bevor wir in den Bus stiegen waren wir gern gesehene Gäste in einem Waldgasthaus. Inzwischen wußten wir auch wer von unseren Mitreisenden englisch sprechen konnte und auch verstand, die Tourleiterin war es nicht. Die Nähe einer jungen Frau und ihres ungefähr 10 Jahre alten Sohnes suchten wir so des öfteren. Sie lernte gemeinsam mit ihrem Sohn, der das Schulfach Englisch hatte. Sie sprach schon sehr gut und war somit unsere ausgewählte Übersetzerin. Wir waren die einzigen Ausländer unter einer bunten Mischung von Ukrainern. Junge, Ältere, Familien, Männer Frauen, Paare,- der Bus war zu Dreiviertel besetzt. Der Fahrer fuhr besonnen auf den schmalen Straßen und der schlechte Zustand der Fahrbahn ließ auch kaum ein schnelleres Tempo zu. Das plötzliche Schritttempo war dann doch ungewöhnlich. Die Ursache war ein Trauerzug der über ungefähr 2 bis 3 Kilometer nicht zu überholen war. Ich konnte dabei am Straßenrand die dörfliche Struktur beobachten, die einfachen Häuser umgeben von Blumen und vielen Stangenbohnen, Hühner, und angekettete Ziegen, Hunde die sich in der Sonne räkelten oder auch bellten. Zuviel Aufruhr auf der Straße! Endlich bog die Trauergemeinde mit Fahnen- und Sargträgern ab und man konnte schon die silber schimmernden Kuppel einer Kirche erkennen.

Die Ikone der "Mutter Gottes" gilt den vielen ukrainischen Pilgern als Mirakel und wird angebetet. Auch aus unserem Bus gingen einige, auch junge trendige Frauen in die Kirche, bedeckten ihr Haar mit Tüchern. Das Kloster liegt auf einer Anhöhe und so wehte ein wenig der Wind. Es war an die 38°C heiß. Ein neuerer offener Bau bietet auch größeren Pilgergruppen zu besonderen Festen Platz. Das Kloster ist nach seinen Förderer und Stifter der Ikone, Hoshivskiy, benannt.



Hoshiv Kloster in den Yasna Bergen



Mit der Carpathian Tram

Eisenbahnbrücke über den Mizunka

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Bei brütender Hitze warteten wir am kleinen Bahnhof von dem nur die Schmalspurbahn abfährt. Die Bahn wurde 1860 eröffnet und diente dem Holztransport im Habsburgerreich. Die Verbindung führte über Boikivschina in die Zentren der Monarchie. Heute ist vor allem für Touristen die Bahnfahrt mit einigen Stopps ein Erlebnis.



Carpathian Tram mit Waggons



Ukrainer unter sich

Zugbegleiter auf der Carpathian...

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Lebensfreude im und am Wasser, im Zug, mit Volksliedern, Musik und Tanz. Meist fuhr der Zug langsam am Ufer der Mizunka entlag, überquerte sie an einigen Stellen, fuhr durch Dörfer und stoppte, fuhr nach mehrmaligen Pfeifen wieder an, wartete auch auf tanzend ankommende weibliche Passagiere... ein buntes Treiben und unglaublich anzuschauen

Nach vier Stunden kamen wir wieder an unserem Ausgangspunkt an wo der Bus auf uns wartete. In einem kleinem Geschäft holten wir uns noch eine Einliter-Wasserflasche, wir hatten eindeutig zu wenig zu trinken mit. Die Rückfahrt nach Lviv verlief problemlos. Die Straßen wurden immer besser und so erreichten wir nach zwei Stunden Fahrt vollbepackt mit neuen Eindrücke Lviv, pl. Halyc'ka.



Carpathian Tram-Stopp am Mizunka


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Kommentare

  • Blula

    Hallo Monika !
    Na klar, ist auch das ein Reisebericht, auch wenn es sich hier "nur" um eine Tagestour handelt, die Ihr hier machtet. Ich möchte sagen, dass dies sogar ein besonders interessanter Bericht ist insofern, als wahrscheinlich noch niemand aus unserer RC sich schon einmal in dieser Region aufgehalten hat. Also.... ein völlig unbekanntes Terrain, in dem es für Euch viel und auch Vielerei zu sehen und zu entdecken gab. Deshalb ein besonderer Dank an Dich für's Mitnehmen. Der lebendige Bericht und auch das Bildmaterial haben mir sehr gefallen.
    LG Ursula

  • oldi

    Vielen Dank! Das Gebiet der westlichen Ukraine mit Lviv hat Potential für Reisende in den nächsten Jahre als Urlaubsziel gewählt zu werden. Zur Zeit sind überwiegend Urlauber aus der Ukraine anzutreffen, das machte die Reise aber deshalb nicht weniger spannend, viele Grüße oldi

  • ursuvo

    das muss wirklich eine sehr interessante Tagestour abseits der bekannten Touristenrouten gewesen sein. Bericht und Bilder haben mir sehr gut gefallen:-)
    LG Ursula

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