Wandern und mehr (!) auf Hawai'i und Moloka'i

Reisebericht

Wandern und mehr (!) auf Hawai'i und Moloka'i

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HNL



02.05.2016

Stopover in Honolulu

Wir flogen von Portland, Oregon über Honolulu, Oahu, nach Kailua-Kona, Big Island. Was soll man aber tun, wenn man 5 Stunden Aufenthalt in Honolulu hat? Klarer Fall. Einen Bus nehmen und mal eben den einzigen Königspalast auf U.S.-amerikanischem Boden anschauen. Das ist zeitmässig drin, nicht zu anstrengend und gibt einen kleinen Einblick auf das Königreich Hawai'i, welches hier bis 1898 existierte. Ausserdem kann man bei dieser Gelegenheit einige der wichtigsten historischen Persönlichkeiten der hawaiianischen Geschichte kennenlernen. Nicht zuletzt kommt uns die Gelegenheit recht, uns nach rund 6 Stunden Flug die Beine etwas zu vertreten.



Hawaiianisches Staatswappen

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Der Iolani Palast war von 1882 – 1893 die offizielle Residenz der letzten hawaiianischen Könige, König Kalakaua und seine Schwester und Nachfolgerin Lili’uokalani. Die Architektur ist von europäischen Fürstenhäusern stark inspiriert worden. Der Palast hatte das erste elektrische Licht in Hawai’i, Toiletten mit Spülung und ein Haustelefon. Nach dem Sturz der Monarchie und der Annexion durch die U.S.A. wurde der Palast bis 1968 als Capitol von Hawai’i benutzt. Nach einer umfassenden Renovierung ist der Palast seit 1978 der Öffentlichkeit zugänglich. Vor und hinter dem Iolani Palace stehen Statuen der wichtigsten Monarchen der Inseln.



Iolani Palace



Kamehameha I

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Kamehameha I. wird auch Kamehameha der Grosse genannt. Er lebte von ca. 1736 bis 1819. Sein voller Name ist (viel Spass beim Lesen!) Kalani Paiʻea Wohi o Kaleikini Kealiʻikui Kamehameha o ʻIolani i Kaiwikapu kauʻi Ka Liholiho Kūnuiākea. 1789 wurde er nach mehreren kriegerischen Konflikten König der Insel Hawai’i, die heute allgemein auch „Big Island“ genannt wird. 1795 zog er mit einer Armada von 960 Kriegskanus und etwa 10000 Soldaten in Richtung der anderen Inseln. Maui und Moloka’i nahm er schnell ein und hatte auf Oahu schwere Kämpfe gegen die dortigen Machthaber. Nachdem seine Leute etwa 400 Soldaten der Könige von Oahu in einer Schlacht über den Pali (eine 300 Meter hohe Felsklippe auf Oahu) stürzten, hatte er die Kontrolle über die meisten besiedelten Inseln. Der König von Kaua’i unterwarf sich im April 1810 freiwillig und von diesem Datum an führte Kamehameha I. die Inseln als Königreich von Hawai’i, welches dann auch aussenpolitisch Bedeutung bekam.



Liliʻuokalani

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Liliʻuokalani, geborene Lydia Liliʻu Loloku Walania Wewehi Kamakaʻeha (02.09.1838 – 11.11.1917), war die letzte regierende Monarchin des Königreichs Hawai’i, Komponistin und Schriftstellerin. Sie regierte die Inseln von 1891 bis zum 17. Januar 1893, als die Monarchie völkerrechtswidrig von amerikanischen Bürgern gestürzt wurde. Nachdem amerikanische Truppen die Rebellen inhaftiert hatten, wollte Präsident Grover Cleveland die Königin wieder auf ihren Thron setzen, wenn sie die Schuldigen amnestieren würde. Sie beharrte jedoch auf Enthauptung der Anführer und nach Monaten der Verwirrungen um den hawaiianischen Thron war keine Rede mehr von einer Monarchie auf Hawaii. Von 1894 – 1898 war Hawai’i eine von Zuckerrohr- und Ananasbaronen angeführte Republik. Der Präsident war Sanford B. Dole. Am 12. August 1898 wurde Hawai’i von den Vereinigten Staaten unter Präsident McKinley annektiert und 1959 zum 50. Bundesstaat der U.S.A. erklärt. Liliʻuokalani mag eine undiplomatische und starrsinige Frau gewesen sein, aber als Komponistin verkörpert sie heute noch die Seele Hawai'is. Sie schrieb viele heute noch sehr populäre Lieder, darunter so berühmte wie "Queen's Jubilee", "Makalapua" oder natürlich ihr bekanntestes Lied, "Aloha O'e". Letzteres ist einer der sehnsüchtigsten Songs, den ich kenne.

Farewell to you, farewell to you
The charming one who dwells in the shaded bowers
One fond embrace,
'Ere I depart
Until we meet again.



Hilo

Wenden wir uns zunächst Hawai‘i zu, der grössten Insel des Archipels. Die Insel hat einen Durchmesser von grob 100km und eine Fläche von 10432 qkm. Dies entspricht in etwa der vierfachen Fläche des Saarlandes. Die Hauptstadt Hilo ist eine vom Tourismus etwas vernachlässigte Stadt mit marodem Charme. In den Jahren 1946 und 1961 vewüsteten Tsunamis Teile der Stadt. Der Wiederaufbau liess vorsorglich die ufernahen Bezirke frei und so kann man am Meer in herrlichen Grünanlagen lustwandeln.



Umsteigebahnhof



Zipline Through Paradise

Nur Fliegen ist schöner

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Eine Landstrasse verlässt die Stadt Richtung Nordwesten und gibt herrliche Aussichten auf die Küste frei. Unterwegs biegt ein unscheinbarer Schotterweg zu einer besonderen Attraktion der Insel ab. Da uns der Geldbeutel für einen Hubschrauberrundflug fehlt, dachten wir, wir könnten mal auf eine andere Weise über die Landschaft fliegen. Gesagt, getan. „Zipline through paradise“ sind die Zauberworte und der Name der Firma. Bei der Buchung hatten wir ein gewisses Herzklopfen, aber schon bei der Sicherheitseinweisung entspannten wir uns merklich.



Zipline Through Paradise



über die Schlucht

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Die Zipline ist eine der längsten im Staat und eine der spektakulärsten. Zwei parallele Stahlseile bieten die Möglichkeit, parallel zu zweit die rasende Fahrt zu Tal zu geniessen. Am Hang des Vulkans, auf einer grossen Wiese startet das Vergnügen mit kürzeren Fahrten, die noch nicht sehr hoch über dem Grund geführt sind. Man gewöhnt sich schnell an das flugartige Vergnügen und schnell werden die einzelnen Fahrtabschnitte länger und höher. Die Umsteigestationen zwischen den Abschnitten erinnern entfernt an japanische Tempel, die meditativ in der Landschaft stehen. Der Ritt geht über 8 Abschnitte, über Wiesen und Wälder und über die letzten 2km über eine spektakuläre Schlucht mit tropischem Wald, einem lebendigen Bach und pittoresken Wasserfällen. Die höchste Bahn zieht sich 60 Meter über dem Boden, die längste ist über 800 Meter lang. Auftakt eines Urlaubs mit Paukenschlag!


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Kommentare

  • u18y9s26

    Ich fühlte mich an manche selbst unternommene Wanderung erinnert und gleichzeitig aufgefordert "until we meet again" wirklich werden zu lassen. Hawaii ist so weit von den gängigen Klischees abweichend und ich habe, wahrscheinlich wie du, noch längst nicht alle Facetten erfahren können. Danke fürs Mitreisen dürfen!
    LG Ursula

  • widix

    Lieber Uli;
    ich habe ja schon seit Tagen Deine herrlichen Bilder bewundert. Nun habe ich Deinen wunderbaren und sehr informativen Reisebericht gelesen. Ich war vor vielen Jahren nur auf einem 2-Tage-Stopover auf Oahu - nach der Lektüre Deines Berichts könnte ich jetzt sofort losfliegen und die vorgestellten Inseln anschauen. Besonders die Zipline fand ich sehr spannend, aber ich bin auch schon immer ein großer "Vulkanfan". Deshalb hat es mir besonders viel Freude bereitet, mit Dir "mitreisen" zu dürfen. Vielen Dank für diesen fantastischen Bericht und die Bilder!!
    LG Sabine

  • Krosby01

    WOW - Wunderland Oder Was? Wunderschön Ohne Warten! Wird dOrthin Wieder-fahren. Nach dieser atemberaubenden Reise, dürfte ich nur einen kleinen Tipp in bescheidener Weise anbieten? Als wir auf der großen Insel waren, haben wir zweimal einen besonderen Abstecher nach Waimea gemacht, um die besten Mud Pies der Welt zu genießen. Man kann sie unbedingt nicht verpassen. Vielen Dank, matulr, für den schönsten Bericht der Welt (auch ohne Mud Pies).

  • Blula

    Lieber ULI,
    nachdem Du uns ja seit knapp 2 Wochen bereits mit einer außergewöhnlichen Bilderreihe und dazu auch noch immer mit ausgezeichneten Beschreibungen verwöhnt hast, habe ich jetzt natürlich schon mit großer Spannung Deinem Reisebericht über Hawai‘i und Moloka‘i entgegengesehen. Ich kann nur sagen.... er ist lesenswert! Auch wenn ich, wie viele von uns noch nie dort und auch auf keiner anderen hawaiianischen Insel gewesen bin, so weiß ich spätestens jetzt, dass ich von nun an nicht nur, wie man so schön sagt, vom herkömmlichen Aloha Spirit träumen werde.
    Danke für diesen ausgezeichneten Bericht!
    LG Ursula

  • astrid

    Lieber Uli, verstehe ich das richtig, Du hast das alles in zwei Wochen "abgearbeitet"? Wahnsinn. Dieser Bericht hat in mir eine unglaubliche Sehnsucht geweckt; ich war noch nie dort, aber die Inselgruppe steht ganz oben auf meiner Liste. LG Astrid

  • ursuvo

    sollte ich doch mal im Leben nach Hawaii kommen werde ich mich vorher an Deinem total interessanten Bericht orientieren. Dazu die Bilder................das war ja wirklich eine "Traumreise" die Du da gemacht hast. Und Deine Wanderungen waren dann ja wohl auch das "Salz in der Suppe"? und dazu noch tolle Strände.......:-) Ich habe Deinen Bericht von der ersten bis zur letzten Zeile sehr genossen!!!!!
    LG Ursula

  • matulr

    Ich danke allen für die vielen guten Bewertungen und Kommentare!
    Die 2 Wochen auf Hawaii waren eine besonders intensive Erfahrung. Nach einem 8-wöchigen Aufenthalt auf den Inseln im Jahr 1988 habe ich mich hier bewusst auf nur 2 Inseln konzentriert - meine Lieblingsinsel (Big Island) und eine "neue" Insel (Moloka'i). Aufgrund meines Vorwissens war es auch relativ leicht, ein solches Intensivprogramm zusammenzustellen. Ich wusste in etwa, wie lange die Fahrzeiten werden würden und wieviel Zeit die Wanderungen in Anspruch nehmen würden.
    Da mein Reisegefährte und ich ausgesprochene Frühaufsteher sind, konnten wir das Tageslicht auch bis auf die letzte Minute auskosten.
    Obwohl wir nur 14 Tage auf den Inseln waren, musste ich einiges weglassen, weil ich sonst den Rahmen des Reiseberichts gesprengt hätte. Den schönsten Badestrand auf Big Island, Hapuna Beach, habe ich unter den Tisch fallen lassen genauso wie weitere historische Aspekte der Inseln wie Hilo und seine Verwüstungen durch Tsunamis und die hochinteressante Besichtigung einer historischen Kaffeefarm. Was auch leider viel zu kurz gekommen ist, war die kulinarische Vielfalt auf den Inseln. Man kann sich durch Leckereien der ganzen Welt essen. Wir hatten natürlich sagenhaftes Pad Thai und Green Curry, Sushi bis zum Abwinken und, nicht zu vergessen (sorry, lieber Krosby01), diesen phänomenalen Mud Pie in Waimea auf der grossen Insel. Stattdessen stellte ich - gewissermassen stellvertretend für viele viele kulinarische Eindrücke - die ungewöhnliche Eiscreme aus Süsskartoffeln und grünem Tee bei Dave's Hawaiian Ice Cream vor.
    Es grüsst Euch alle ganz herzlich ULI

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