80 Jahre Gamsgrubenweg und warum es dorthin keine Straße gibt

Reisebericht

80 Jahre Gamsgrubenweg und warum es dorthin keine Straße gibt

Reisebericht: 80 Jahre Gamsgrubenweg und warum es dorthin keine Straße gibt

Dort, wo im dem Hohen Tauern die Großglockner Hochalpenstraße auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe endet, beginnt einer der schönsten hochalpinen kinderwagentauglichen Wanderwege durch eine Sagen- und Märchenwelt gegenüber des Großglockners. Wie es zum Bau dieses Ausflugszieles kam, berichte ich in meinem heutigen Beitrag.

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Das Gamsgrubenprojekt als Konflikt zwischen der GROHAG und den Alpenvereinen

Der Gamsgrubenweg ist ein Naturlehrweg durch ein Sonderschutzgebiet in Kärnten im Glocknergebiet in den Hohen Tauern. Er führt von der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe am Endpunkt Gletscherstraße, einer Stichstraße der Großglockner Hochalpenstraße, zum Wasserfallwinkel. Eröffnet wurde er als „Kanzler-Schuschnigg-Weg“ am 28. Juni 1937 von Bundeskanzler Dr. Kurt Schuschnigg. Eigentlich wollte Hofrat Wallack, der Erbauer der Großglockner Hochalpenstraße, dorthin die Straße verlängern. Aber es kam anders.

Noch vor der offiziellen Eröffnung der Großglockner-Hochalpen-Durchzugsstraße vom Fuscher Törl über das Hochtor erklärte das Land Kärnten am 1. Juli 1935 den Bereich um die Pasterze und die Gamsgrube zum Naturschutzgebiet. Auslöser dieser Maßnahme waren fremdenverkehrswirtschaftliche Probleme des Landes Kärnten, das dafür der Großglockner Hochalpenstraßen AG (GROHAG) eine Mitschuld gab. Über diese Unterschutzstellung war der ‚Deutsche und Oesterreichische Alpenverein‘ sehr erfreut, wollte man doch die Erschließung dieser Natur so weit wie möglich verhindern. Dies muss man vor dem Hintergrund sehen, dass die GROHAG Pläne zur Verlängerung der Gletscherstraße entlang der Gamsgrube bis zur Hofmannshütte plante. Von der Hofmannshütte sollte eine Seilbahn hinauf zum Fuscherkar-Kopf errichtet werden. Auch stellte man bei der GROHAG Überlegungen an, eine Seilbahn über die Pasterze und von dort hinauf zur Adlersruhe unmittelbar unterhalb des Großglockner-Gipfels zu bauen.

Im Frühjahr 1935 hatte sich dann der Innsbrucker Botaniker Helmut Gams für den Schutz der Gamsgrube eingesetzt. Der Wiener Zoologe Karl Hollaus unterstützte Gams in einem sehr emotionalen Beitrag in der Alpenvereinszeitschrift. Zum Gegenschlag holte der Befürworter der weiteren Erschließung, Theodor Heinrich Mayer, in der ‚Österreichischen Touring-Zeitung‘ aus. Es kam zu weiteren Veröffentlichungen, die diesem Projekt Autostraße-Seilbahn große Bekanntheit verschaffte.


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