Papua-Neuguinea – last frontier

Reisebericht

Papua-Neuguinea – last frontier

Reisebericht: Papua-Neuguinea – last frontier

Der größte Schatz Papua Neuguineas ist die Vielfalt der Kulturen. Weite Teile des Landes sind mit Urwald bedeckt und bis heute unberührt. PNG ist das Land der Legenden, der Mythen und der Abenteurer.

Skeleton Men



Wieso nach PNG?

Raggiana Bird of Paradise

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Bis zu einer Fotoausstellung in Berlin wusste nicht viel über Papua-Neuguinea. Nicht einmal, dass es eine deutsche Kolonie war und ich kannte auch niemanden der etwas über Papua-Neuguinea wusste oder dort war. Die Bilder der Ausstellung hatten mich aber beeindruckt und so begann ich nach Informationen zu diesem Land zu suchen. Die Bilder und Reisebeschreibungen, versprechen kristallklares Wasser, Traumstrände, undurchdringlichen Dschungel und Stammesfeste, bei denen sich Männer und Frauen traditionell kleiden und bemalen. Und dann ist da noch dieser ewige Mythos von den Menschenfressern.
Manche Reiseunternehmen streichen Papua Neuguinea von ihrer Angebotsliste mit der Begründung: Zu wild, zu unzivilisiert, zu unsicher und zu wenig Nachfrage. Insgesamt klingt das alles nach einem Abenteuer, von denen es heute ja nicht mehr so viele zu erleben gibt.
Es gibt sie noch Agenturen die Reisen nach Papua-Neuguinea anbieten. Doch schnell fällt auf, dass der Großteil der 70.000 Touristen pro Jahr das gleiche Programm abspulen. Sie fahren entweder im August oder September zu den jährlich stattfindenden Stammesfesten auf denen die Kostümierungen prämiert werden, sie gehen den Kokoda Track oder sie tauchen oder schnorcheln an den Stränden. Nicht ganz einfach ist die Organisation einer individuellen Tour. Eine Agentur aus Papua-Neuguinea antwortete auf eine konkrete Anfrage: „Unfortunately PNG is not a country that can cater for a single traveller easily and cheaply. 99% of tourists into this country come on organised tours. What you are requesting would take a lot of time to organise and would be cost ineffective. Unless your budget ran into a few $1000 USD.“ In der Tat, reisen in Papua-Neuguinea ist teuer. Sehr teuer!



Das Land und das Meer

Mystic River

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Papua-Neuguinea, kurz PNG, gilt als - The last frontier. Als das Ende der besiedelten Welt. Die Infrastruktur ist rudimentär, das Reisen teuer, aber dafür sind die Einblicke in die unterschiedlichen Kulturen des Landes interessanter als in vielen Teilen der Welt. Das unbekannte Land, außerhalb des Fadenkreuzes der großen Touristikkonzerne, bietet Besuchern eine Vielfalt, die man sonst in der Welt nur noch schwer findet. Es zeigt exemplarisch wie einzigartig und schützenswert unser Planet, seine Natur und seine Kultur ist.
Papua-Neuguineas Regenwald ist der dritt größte weltweit und beherbergt eine Unzahl an Pflanzen und Tierarten, von denen viele der Wissenschaft bis heute unbekannt sind. Man schätzt, dass allein 40 Arten des Paradiesvogels in den Wäldern Papua-Neuguineas leben. Doch wie überall in der Welt schrumpft der Regenwald. Zwischen 1972 und 2017 verlor Papua Neuguinea etwa 20 Prozent seiner Waldfläche durch Rodungen und Palmölplantagen. Gemessen an der Wassermenge ist der Sepik-Fluss, mit einer Länge von 1126 Kilometern, nach dem Amazonas und dem Kongo der drittgrößte Fluss der Welt.

Leere von Palmen gesäumte Strände, kristallklares Wasser, versunkene Schiffe und Flugzeuge aus dem 2. Weltkrieg, Riffe sowie Wale und viele bunte Fische. Papuas Küsten bieten interessante Tauchspots und eigenen sich gut, um ein paar Tage auszuspannen. In den größeren Städten entlang der Küste, gibt es gute Hotels in denen man sich zwischen anstrengenden Ausflügen ausruhen kann. So reizvoll wie das Land ist auch die Inselwelt Papua Neuguineas. Die traditionellen Kostüme der Inselbewohner sind nicht so spektakulär wie die der Highland-Bewohner, dafür sind die Tänze, wie zum Beispiel der Tapioka-Dance leidenschaftlicher.



Infrastuktur

Road 2 Aseki

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Viele Regionen in Papua-Neuguinea sind mehrere Tagesmärsche von der nächsten Straße entfernt, können dann aber zum Teil mit kleinen Propeller Maschinen erreicht werden. Nach 1945 gab es an die 2000 Airstrips, kleine unbefestigte Landebahnen im Dschungel, die den Dörfern dann auch als Verbindung in die „große weite Welt“ dienten. Manche Airstrips, zwischen den Hochlandbergen sind so schwierig anzufliegen, dass einige Passagiere sich im Stillen die Frage stellen, ob die Piloten hier nicht viel besser in ihrem fliegerischen Können sind, als die Piloten in ihren fliegenden Computern?
Für viele Dörfer ist der Lufttransport die einzige Möglichkeit Waren aus Städten, oder schulmedizinische Hilfe zu bekommen. Heute sind kaum mehr als 750 dieser Buschlandebahnen in Betrieb. Diese können aber alle auch von Individualreisenden genutzt werden.
Wo der Highlands Highway seinen Namen her hat bleibt ein Rätsel. Highland ist schon klar aber Highway, das muss ein Irrtum sein. Es gibt im Hochland keinen Kilometer auf dem diese landesweit wichtigste Straßenverbindung seinen Namen verdient. Die Asphaltierung ist auf Teilstücken nicht mehr vorhanden und in der Regenzeit ist er durch Hangabgänge und Schlamm oft wochenlang nicht befahrbar. Wir benötigten für die 200 Kilometer lange Strecke Mt. Hagen – Goroka fünf Stunden.
Für die Verbindung zwischen Städten, welche am Meer liegen, gibt es noch die Alternative einer Fähre. Auf diesen reist man entspannter als auf vielen Straßen, aber schneller ist man damit auch nicht. Die Fähre von Wewak nach Madang zum Beispiel braucht für die Fahrt 18 Stunden.
Egal für welches Verkehrsmittel man sich entscheidet, beim Reisen in PNG ist oft Geduld gefragt. Der Offroader hat eine gebrochene Feder, der Bus kommt zu spät, das Flugzeug fliegt früher ab, ein LKW hat sich unter einer Brücke verkeilt, wo gestern ein Bach war ist heute ein reißender Strom – es gibt unzählige Gründe warum man in Papua mal irgendwo für ein paar Tage hängen bleiben kann. Alles fühlt sich noch so an, wie in der Anfangszeit des Tourismus, was ja durchaus auch einen Reiz haben kann.



Kosten

Chimbu Tribe

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Inlandsflüge kosten selten unter 200 €, egal für welche Strecke oder wo man bucht. Öffentliche Busse kosten etwa 13 Kina pro 100 Kilometer Strecke.
Die billigsten Übernachtungsmöglichkeiten sind Gästehäuser, die es ab 50 Kina gibt. Was für diesen Preis zu erwarten ist, beschreibe ich in einem Reisebericht auf INTERTOURIST.de. Günstigste Hotels gibt es ab 80 Euro, Mittelklasse selten unter 140 €, meist 180-300 €. Oberklasse gibt es nicht nur die Preise dafür. Das sehr empfehlenswerte „In Wewak Botique Hotel“ kostet beispielsweise 1.200 Kina (400 € p/N). Wer in PNG als Backpacker unterwegs ist, benötigt mindestens 100 Euro pro Tag. Wer organisiert reist oder wie ich spezielle Dinge umsetzen will, benötigt 400-600 Euro pro Tag.
Auf Geldautomaten sollte man sich nicht verlassen. Am Flughafen in Pt. Moresby kann man Geld problemlos und schnell tauschen, auch wenn es am Automaten nicht klappt. Mit meiner VISA Card konnte ich am Geldautomaten kein Geld holen, auch im Shop und im Hotel ging das nicht. Besser ist immer man hat zur Sicherheit auch Bargeld dabei um es umzutauschen. Dollar oder Euro ist dabei egal.



Sicherheit

Daniel - Security Men

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Das Auswärtige Amt empfiehlt besondere Vorsicht aufgrund der sehr hohen Kriminalitätsrate unter anderem bei Aufenthalten in der Hauptstadt Port Moresby, in Lae, im Hochland, in Mount Hagen und auf der Insel Bougainville. Ich will und kann das nicht bewerten. Natürlich gab es in Papua Neuguinea, wie auch überall sonst auf der Welt Kapitalverbrechen, die Touristen betrafen. Hotels, Supermärkte, Tankstellen, Banken und Flughäfen sowieso, sind von vielen Sicherheitskräften bewacht. Einige Hotels sind sogar mit Elektrozäunen gesichert. Die Guides ließen mich nie aus den Augen. Wenn ich ein Foto machen wollte standen sie neben mir, wechselte ich die Straßenseite folgten sie mir wie ein Schatten. Das bedeutet nicht, dass Alleinreisenden eine unmittelbare Gefahr droht aber offensichtlich ist man hier sensibilisierter als in anderen Ländern. Die Besorgtheit um die Reisenden, macht zumindest vor dem Hintergrund nachdenklich, dass die Individualreisenden in PNG einen nicht messbaren Prozentsatz ausmachen. In ganz Papua Neuguinea kann es immer wieder zu Stammeskämpfen und anderen Rivalitäten kommen. So geschehen in Tari, wo ich ursprünglich hin wollte, es aber nicht konnte, da es in dem Gebiet bewaffnete Auseinandersetzungen gab. Roskols ist das papuanische Wort für Banditen. Besonders ausgeprägt ist die Gang-Szene in Port Moresby, wo es immer wieder zu Car-Jacking und bewaffneten Überfällen kommt.



Kultur

Huli Wig Women

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Gibson Kerowa, der Lehrer aus Lae, erzählte mir von tausend verschiedenen Kulturen und über 860 Sprachen. Das trifft soweit aber nur zu, wenn man jede Kulturnuance und jeden Dialekt einer Sprache mitzählt. Aber selbst wenn es nur ein Viertel wäre, ist das immer noch eine beeindruckende Vielfalt. Allgemein verständigt man sich auf Tok Pisin. Diese Kunstsprache, mit vielen englischen Wörtern, wurde von den Kolonialherren kreiert und sorgt dafür, dass sich alle Landessprachen und Dialekte verständigen können. Deutsche Missionare, welche die Sprache erstmals niederschrieben, nutzten deutsche Schreibweisen. So heißt eine Provinz in der Sepik Region Sandaun, wie Sun down – Sonnenuntergang, „inap“ bedeutet genug, abgeleitet von enough, „moni“ ist das Geld ähnlich dem englischen money, ein Krankenhaus das Haus Sick und „isi isi“ ist wohl nicht schwer zu erraten. Einer der Paradiesvögel trägt den Namen Sachsenkönig und ist wie Mount Hagen und der 4509 Meter hohe Wilhelmsberg, deutsches Spracherbe.



Düstere Legenden

Asaro Mud Men

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Ein Dschungelmädchen, das mit seinem Starrsinn ein ganzes Seeufer entwaldet. Ein Clan, der gierige Nachbarn aus Rache mit fürchterlichen Masken zu Tode erschreckt. Düstere Legenden erzählt man sich bis heute in Papua-Neuguinea. Geister und der Kontakt mit ihnen, Rituale, Feste und Tänze sind ein lebendiger Teil des Alltags und noch nicht gänzlich zum unterhaltsamen Ringelpietz für Touristen verkommen.
Einst wurde der Asaro Stamm von einem anderen Stamm überfallen. Immer wieder wurden Frauen entführt, Männer getötet und Hütten verbrannt. Als die Überfälle die Existenz des Stammes zu bedrohten, setzten sich die Stammesführer und Krieger zusammen. Es musste etwas unternommen werden. Sie überlegten lange doch es dauerte bis einer eine Idee hatte. Man müsste furchterregende Masken anfertigen, sich lange Finger anstecken, die spitz und scharf wie Speersitzen wären und sich geisterhaft bemalen um die Feinde abzuschrecken. Gesagt getan. Als sie fertig waren beschlossen sie im Zwielicht des Morgens dem Dorf ihrer Feinde einen Besuch abzustatten. Sie waren nur etwa fünfzehn Männer doch die Wirkung verfehlt ihr Ziel nicht. Als sie mit furchtbaren Lauten und geisterhaften Bewegungen in das Dorf eindrangen, dachten die Frauen und Männer, die Geister der Getöteten würden sie heimsuchen. Sie ließen alles stehen und flüchteten. Man hat sie im Asaro Valley nie wieder gesehen. So sind die Asaro Mud Men zu den wohl bekanntesten Gestalten der Mythologie Papua Neuguineas geworden.
Eines Tages, wurde der älteste Sohn einer Familie mit Söhnen und Töchtern krank. Er magerte immer mehr ab, bis er nur noch Haut und Knochen war. Nichts und niemand konnten ihm helfen. Im traditionellen Glauben, der Papuaner kann dies nur die Ursache einer schweren Missetat sein. So fand sich die Familie am Bett des Kranken ein, der nun dem Tod näher war als dem Leben. Sie bedrängten ihn lange, um herauszufinden, was er denn getan habe. Dann gestand er seine Schwester vergewaltigt zu haben. Im Verlauf des nächsten Tages ist er dann gestorben. So geschehen und überliefert von einem Verwandten der Familie.
Ein Paar aus dem Ausland wollte vor etwa zehn Jahren den Mount Wilhelm besteigen. Da sie trekkingerfahren waren, verzichteten sie gegen jeden Rat auf Träger und Führer. So verließen sie an einem Morgen noch vor Sonnenaufgang ihre Unterkunft am Fuße des Mount Wilhelm und begannen den Aufstieg. Als sie auch nach fünf Tagen nicht zurück waren, begaben sich einige Einheimische auf die Suche nach den Wanderern. Nach weiteren Tagen der Suche, wurden sie in einer Höhle gefunden. Sie waren tot. Die Einheimischen sind sich sicher, dass die Missachtung der Kultur, ihrer Regeln und der Geister am Berg die Ursache für ihren Tot waren. Woran sie gestorben sind wurde nie geklärt.



PNG heute

Begegnung

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Frauen erledigen einen Großteil der Arbeit. Man sieht sie schwerbeladen mit Feuerholz und Feldfrüchten am Nachmittag in die Dörfer zurückkehren. Nicht selten legen sie dabei stundenlange Fußmärsche über Berg und Tal zurück. Die Männer rasten indes gemütlich an kleinen Shops oder unter schattenspendenden Bäumen, spielen Karten oder Dart. Kleine Kinder werden manchmal zur Arbeit mitgenommen. Sie hängen in den landestypischen Bilums auf dem Rücken der Mutter und schlafen. Für die Frauen ist der Bilum ein so alltägliches Hilfsmittel, wie es für die Männer das Buschmesser ist.
Die Bilums werden traditionell aus Rindenfasern bestimmter Pflanzen, auf den Schenkeln gezwirbelt und mit meist noch mit Naturfarben gefärbt. Die aufwendigen Flechtmuster sind regional unterschiedlich. Nachdem chinesische Händler das Land nun mit billigen Taschenwaren segnen, geht auch diese Tradition sichtbar verloren.
Wenn man am Sonntag zur Kirche geht, kleiden sich viele Frauen in Puffärmelblusen und tragen Röcke. Wenn es regnet nutzen sie große Palmblätter als Schirm. Alle paar Meter gibt es Betelnüsse. Das Kauen der Betelnuss ist allgegenwärtig und die Straßen sind übersät mit roten Speichelflecken. Lachen Papuaner entblößen sie oft, die vom roten Betelsaft gefärbten Zähne.



Highland

Traditionelles Dorf

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Die Stämme im Hochland mit den 4000 Meter hohen Bergen hatten in den 1930er Jahren erstmals Kontakt zur Außenwelt und konnten sich trotz der Missionierungsversuche bis heute ihre Kultur bewahren. Die bewaldeten und teils unzugänglichen Bergregionen sind heute ein Mekka für Pflanzen- und Tierforscher. Dörfer schmiegen sich an schroffe Berghänge und auch in Hanglagen werden Gemüsegärten und Felder angelegt. Die fruchtbaren Täler des Hochlandes produzieren den Großteil der Nahrungsmittel für Papua-Neuguinea. Broccoli, Karotten, Zwiebeln, Kartoffel, Salat, Ananas, Passionsfrüchte, Karfiol, Bohnen, Süßkartoffeln, Taro, Cassava und Kumu sind auf den Märken allgegenwärtig. Beliebt sind auch Lammbauch am Spieß, oder Hühnerköpfe, Hühnerfüße und Schweinefleisch. Im fruchtbaren Ramu Valley, findet man heute viele Zuckerrohr- und Palmplantagen. Die Städte in den Highlands, sowie in anderen Regionen auch, haben außer der jährlichen Feste für Touristen nicht wirklich etwas zu bieten. Im Crater Mountain Wildlife Management Area hatte eine Agentur versucht Ökotourismus zum Durchbruch zu verhelfen. Leider ist dieses Projekt seit Jahren aufgegeben worden. Nun kommen kaum noch Touristen in dieses Gebiet.
In den abgelegenen ländlichen Gegenden ist die Subsistenzlandwirtschaft die Lebensgrundlage. Beinahe alles was man zum Leben braucht wird in Gärten und auf Feldern angebaut und untereinander getauscht. Nur Seife, Öl und Salz werden auf Märkten oder in kleinen Shops, die sich überall an der Straße finden dazu gekauft. Wer über das nötige Bargeld verfügt leistet sich auch mal ein Bier, eine Schachtel Zigaretten, oder als Abwechslung zu den ewig gleichen Malzeiten eine Dose Tunfisch oder Instantnudeln. Anden Hängen sieht man oft Kaffeesträucher. Der wertvolle Highland-Kaffee wird jedoch oft nicht geerntet, da keiner Lust hat auf den Plantagen zu arbeiten. Manche Kaffebauern haben es jedoch geschafft, daraus ein einträgliches Exportgeschäft zu machen. Neben vereinzelten Hühnern, einem Schwein und einer Ziege, haben manche Bauern einen Kasuar. Die flugunfähigen Vögel werden, wenn sie noch jung sind in den Wäldern wild gefangen und in Käfigen gehalten. Sie sind wertvolle Haustiere und wechseln manchmal wie Schweine als Brautpreis den Besitzer. Die Federn finden in traditionellen Kopfbedeckungen genauso Verwendung wie Papageienfedern.



Sepik River

Sepik Sunset

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Die Middle Sepik Region ist inzwischen touristisch erschlossen – allerdings nicht vergleichbar mit Gebieten, die üblicherweise als touristisch erschlossen bezeichnet werden. Es gibt inzwischen Veranstalter aus dem Ausland, die hier Fahrten auf größeren Schiffen anbieten. Dementsprechend beginnen sich die Lebensgewohnheiten der Menschen in den Dörfern, die von Touristen regelmäßig besucht werden, zu verändern. Pagwi, ist der Ort von dem die meisten Touren starten. Besucht werden meist Kanganaman, Wagu Village, Swagup Village, Ambunti Village, Tongujam Village.
Neben der Landwirtschaft, dem Fischfang und dem spärlichen Tourismus, ist auch die Jagd auf Krokodile eine zusätzliche Einnahmequelle. Junge Krokodile werden vom Boot aus mit Speeren gejagt und dann mit Fisch aufgezogen. Fleisch und Haut werden später gewinnbringend verkauft.
Der Tourismus ist derzeit noch auf einem sehr niedrigen Niveau, so dass der Sepik immer noch ein Abenteuer ist. Das Leben hat sich bis auf Solarstrom, industriell gefertigter Kleidung und die Batterie betriebenen Geräte, seit über hundert Jahren nicht wesentlich geändert. Einbaumboote sind bis heute das dominierende Verkehrsmittel, wenn auch langsam Plastikboote Einzug halten. Wenn Besucher kommen, machen sich die Frauen mit Blüten und Körperfarbe hübsch. Das tragen sie sonst nur bei Festen. Wie auch im Hochland gibt es hier hunderte Clans, von denen jeder eine unterschiedliche Kultur entwickelt hat. Am bekanntesten sind wohl die „Crocodile-men“. In die Haut des Mannes wird ein elegantes Muster, das sich von der Brust über die Schultern bis zum Rücken zieht, eingeritzt. Dies ist ein Ritus um mit dem fließenden Blut symbolisch die Nabelschnur zur Mutter zu kappen. Dann wird Öl und Lehm aufgetragen, und die Männer liegen am rauchigen Feuer, damit sich die Wunden entzünden und wulstigen Narben entstehen. Die Tambaran Häuser (Geisterhäuser) im Middle Sepik Gebiet unterscheiden sich in der Bauweise von denen flussaufwärts. Die Kopfseiten sind in die Höhe gezogen und sind bis zu zwanzig Meter hoch. Bewacht werden sie von grimmigen Masken. Charakteristisch für den Upper Sepik sind die weitausladenden Giebel der Tambaran Häuser. Die Innenseiten des Daches und das Tragwerk sind reich verziert und bemalt.
Fast alle Dörfer haben eine Kirche, die neben christlichen Devotionalien auch zahlreiche traditionelle Motive beherbergen. Leider sind die Kirchen heute oft in viel besserem Zustand als die Tambaran Häuser. Vom Sepik führen Kanäle zu den Chambri Lakes, riesige Wasserflächen, welche zu Füßen der Hunstein Range liegen.
Ein Trip am Sepik bedeutet auf Komfort zu verzichten und sich gegen Myriaden von Moskitos und anderen Insekten zu verteidigen. Fließendes Wasser gibt es nach Regenfällen aus Tanks, Strom aus Notstromaggregaten, so das Dorf über eines verfügt und Toiletten sind entweder Plumpsklos oder befinden sich im Busch. Sobald man auf dem Sepik ist, muss man seine Ansprüche an die Mahlzeiten ebenfalls herunterschrauben. Sago, Fisch, Reis oder Dosenfutter ist das einzige was es zu den Mahlzeiten gibt. Ansonsten gibt es alles was man mitbringt.

Einen ausführlichen und sehr persönlichen Bericht, findet ihr auf meiner Webseite - www.intertourist.de . Wer unabhängig von vorgefertigten und überteuerten Reiseprogrammen nach PNG reisen möchte, dem vermittle ich auch Kontakte zu zuverlässigen Agenturen und Guides vor Ort.


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Kommentare

  • gtrasher

    Ein wahrlich toller und informativer Bericht! Schade, dass das nicht ganz in mein Budget fällt.....LG Gerd

  • Sternensilber (RP)

    Schöne Info und toller Bericht auf Deiner Seite. Du hast wunderschöne Bilder von den Menschen dort gemacht. Doch für eine Reise dorthin muss ich wohl noch ein wenig sparen ... LG Anne

  • astrid

    Was für ein Abenteuer! Ein interessanter, umfangreicher Bericht über ein mir völlig fremdes Land. Du hast in jedem Fall mein Interesse geweckt ... wenn's nur nicht so teuer und so weit weg wäre. LG Astrid

  • davida

    Das Leistenbild ist ja gruselig, aber dein Reisebericht ist fantastisch. Bei PNG denke ich auch zuerst an Kannibalen. Das sitzt so drin. *rofl*

    Danke, dass du mir eine für mich total fremde Welt näher gebracht hast. Es war richtig spannend, zu lesen, und ich bewundere deinen Mut. Das würde ich mich nicht trauen, schon alleine wegen der vielen unbekannten und womöglich giftigen Tiere. :-(
    LG, Verena

  • INTERTOURIST

    Hallo Verena,
    das Bild hatte ich extra etwas dunkler gemacht um diese gruselige Wirkung zu erzielen.
    Ist bei Thumbs aber immer eine Gradwanderung, da sie schnell zu dunkel wirken.
    Mit Kannibalen hast Du so unrecht nicht. Es gibt diese Fälle immer noch und soweit mir bekannt betraf dies vor Jahren auch drei Touristen.
    So tief im Dschungel war ich aber nicht.
    Viele Grüße
    Jörg

  • davida

    OMG....da fährt man in Urlaub und landet im Kochtopf?! Kann und möchte man sich irgendwie gar nicht vorstellen, dass es so etwas wirklich noch gibt!
    Schön, dass du wieder gesund zu Hause angekommen bist.
    LG, Verena

  • widix

    Lieber Jörg,
    vielen Dank für diesen wunderbaren Reisenbericht zu PNG. Eine Reise dorthin scheint wirklich noch abenteuerlich und aufwändig zu sein, aber es würde mich schon sehr reizen. Deine Bilder sind fantastisch und die Beschreibung des Landes sehr lebensnah und spannend. Ich habe neulich einen Film über die Tänze der Skeleton Men gesehen und fand das extrem faszinierend und gruselig. Was für eine tolle Reise! Schön, dass ich mitreisen durfte.
    Liebe Grüße
    Sabine

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  • u18y9s26

    Herzlichen Dank für diese Lese-Reise in mir bis gerade eben unbekannte Ferne. Ich habe mit Spannung deine packende Beschreibung verschlungen. LG Ursula

  • INTERTOURIST

    Bitte gerne und danke für´s lesen.
    Dies hier ist weniger ein Reisebericht. Eher ein Teaser.
    Der wahrheitsgemäße Reisebericht findet sich auf meiner Homepage

    http://intertourist.de/2017/05/12/papua-neuguinea-aktuelle-informationen/

    viele Grüße
    Jörg

  • Blula

    Was habe ich schon bisher von Papua-Neuguinea gewusst? Eigentlich nur so ungefähr, wo das auf dem Globus zu finden ist. Und das war's auch schon. Deshalb sage auch ich Danke für diesen überaus informativen und abenteuerlichen Reisebericht.
    LG Ursula

  • pixel

    Ein Bericht der mich "elektrisiert" hat und schon abgeschriebene Ziele neu aufleben lässt!
    Lieber Jörg: Danke dafür! Und danke für deine Arbeit!

    Wenn du das Land "the last frontier" nennst, dann ist das in Anlehnung an Alaska, wo das sogar auf den Autonummern steht, aber als Gegensatz zu den Permafrost Boden dort eine tropische aber ebenso ein Ende der besiedelten Welt darstellt!
    Diese Ziele saugen mich an und es ist zu überlegen, ob ich mich auf meine alten Tage noch so vorbereiten kann, dass ich so eine Reise noch immer physisch uneingeschränkt genießen (und da bin ich immer anspruchsvoll) kann. Da ist sicher verstärktes Training angesagt...
    Der Preis ist hoch, aber... (das zahlen ohnehin schon meine Erben)!
    Ein Buch vom Sepik bis Chambrisee von der Autorin Lily King (Verlag C.H. Beck 2014 Titel: EUPHORIA") hat mich (trotz beigefügter Liebesgeschichte) mit dem Schicksal dreier junger Ethnologen der 30er Jahre im ursprünglichen PNG berührt.
    Dein herausragender Bericht aber ist für mich eine reale Motivation, doch noch mal das Ende der Welt zu besuchen.
    Danke auch an Reise Laura, dass sie gerade diesen Bericht besonders hervorgehoben hat!
    Liebe Grüße! Wolfgang

  • INTERTOURIST

    @Pixel: so einen schönen und amüsanten Kommentar bekommt man sehr selten.
    Vielen Dank dafür.
    Den Titel "the last frontier" habe ich geklaut. Es waren kurze Berichte von Verlagen im WWW, die PNG so betitelten. Ich habe es dann wegen dem Wiedererkennungswert übernommen.

    viele Grüße
    Jörg

  • ursuvo

    das war jetzt ein sehr interessanter "Einführungsbericht" zu PNG.
    Die fünf "Punkte" gebe ich Dir hier aber für den spannenden und lesenswerten Bericht auf Deiner Webseite. Da hast Du mich direkt mit auf die Tour genommen - und die Strapazen dabei habe ich mir so erspart;-)
    LG Ursula

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