Das eingezäunte Nichts.... (2016)

Reisebericht

Das eingezäunte Nichts.... (2016)

Reisebericht: Das eingezäunte Nichts....  (2016)

Wir haben es getan! Ein Jahr Auszeit in Südamerika! Mit eigenem Auto!
Ein Jahr lang vogelfrei zu tun und zu lassen was wir wollen!
Nachdem wir in Punta Arenas, im Süden Chiles ein Auto gekauft und umgebaut haben kann es losgehen.

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Estancia San Gregorio



Die Küstenstraße von Punta Arenas nach Punta Delgada, zur Fähre nach Feuerland, verläuft recht unspektakulär. Weite Prärien in einem kargen Land, durchsetzt mit kleinen Sträuchern, immer entlang von endlosen Zäunen mit Stacheldraht. Abzweige von der Strasse enden meist unvermittelt an einem verschlossenen Tor. Die Estancia San Gregorio - oder auch Estancia des Grauens - liegt an dieser Straße

Verlassene Gebäude mit zerbrochenen Scheiben. Der Wind bewegt Reste einer Gardine, als ob noch Leben dahinter wäre. Risse durchziehen die einst prunkvollen Mauern, von denen die Farbe in das staubige braun der Umgebung übergeht. Der Blick durch die Fenster fällt auf zerfetzte Matratzen mit rostigen Bettgestellen. Ruß-geschwärzte Wände sollen andeuten, wo früher einmal Menschen zum Essen zusammen gefunden haben. Eine Zeitung auf dem Tisch verkündet in großen Buchstaben die Schlagzeilen aus dem Jahr 1984... Das Schild am Eingang zeigt noch immer voller Stolz das Jahr der Gründung, 1910... Daneben eine offizielle Gedenktafel.

Überall auf dem Gelände verstreut liegen tote Schafe. Skelettiert und durch die Sonne ausgebleicht. Im Schatten liegen zahlreiche Tiere, die entfernt an Mumien erinnern. Ein eingefallener Haufen Fell in einer Hundehütte war vermutlich früher der wachsame Beschützer dieser Herde..

Verteilt in den Gebäuden liegen oder hängen blutverkrustete Schafsfelle, zum Teil noch mit Köpfen und Füssen. Berge von Wolle können wir durch die Löcher in den Türen erkennen. Aus einem Gebäude dringt uns ein süßlicher Verwesungsgeruch in die Nase. Vermutlich das Schlachthaus. Einen genaueren Blick ersparen wir uns.

Direkt am Strand liegt ein Schiffswrack (Amadeo), welches vor sich hin rostet. Was mag hier passiert sein, dass die Tiere ihrem Schicksal überlassen wurden und im eingezäunten Gelände vermutlich elendig verdurstet und verhungert sind. Mit einem sehr mulmigen Gefühl verlassen wir diesen fahlen Ort, wo Menschen ihren Mitgeschöpfen so wenig Achtung und Mitgefühl entgegenbringen.



Schiffswrack Amadeo


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