Stahl + Snooker + viel Grün = Sheffield

Reisebericht

Stahl + Snooker + viel Grün = Sheffield

Reisebericht: Stahl + Snooker + viel Grün = Sheffield

Das verlängerte Osterwochenende haben mein Lebensgefährte und ich zu einem Trip nach Sheffield genutzt. Eigentlicher Anlass war die beginnende Weltmeisterschaft im Snooker, am Ende haben wir abwechslungsreiche und überaus interessante Tage in einer faszinierenden und überraschenden Stadt erlebt.

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Karfreitag, 14. April - ankommen und rein schnuppern

Unser Flieger von München nach Manchester startet früh um 9, vom Airport in Manchester aus fahren wir mit dem Express-Train weiter nach Sheffield - alles ganz entspannt. Das Wetter bei unserer Ankunft ist aber echt "british" - Nieselregen, grau in grau und nicht wirklich warm.
In Sheffield hat es aber wenigstens aufgehört zu regnen, so dass wir zu Fuß zu unserem Hotel spazieren, viel Gepäck haben wir ja nicht dabei. Nach einem kurzen Zwischenstopp im Zimmer kommt sogar die Sonne durch, so dass wir uns auf den Weg ins Zentrum der Stadt machen.



Nur ein paar Minuten sind es vom Hotel bis zur Sheffield Cathedral, der anglikanischen Kathedrale der Stadt. Im Moment ist aber dort ein Gottesdienst im Gang, so dass wir sehr freundlich auf den späteren Nachmittag verwiesen werden.
Wir spazieren also weiter ins Zentrum und bemerken dort sofort, dass hier wirklich alles im Zeichen der Snooker-WM steht - überall sind Plakate und Banner zu sehen, auch einige der Teilnehmer laufen uns über den Weg. Das beeindruckende Rathaus können wir auch zumindest teilweise von innen sehen. Direkt daneben liegt ein grüner Fleck im Steingrau der Häuser: mit Springbrunnen, Rasen und blühenden Sträuchern ziehen uns die Peace Gardens an. Nicht nur Snooker, sondern auch der Stahl, der seit langer Zeit die Geschichte der Stadt prägt, ist hier wie überall in der Stadt präsent.



Frühlingssonne in England



Vorbei an modernen Kugelbrunnen - natürlich aus Stahl - sind es nur ein paar Schritte zu einem Highlight der Innenstadt (und für die nächsten Tage unserem Lieblingsplatz), dem Winter Garden. Die riesige Konstruktion aus Glas, Holz und Stahl wölbt sich über einem tropischen Garten mit Palmen, Kakteen, Bambus und exotischen Blumen wie Orchideen und Strelitzien. Moderne Kunst und Wasserspiele sind hier zu entdecken und lockern das Bild zusätzlich auf. Kleine Shops und ein Café laden die Besucher ein, die angrenzende Millennium Gallery ist für uns eine Überraschung - hier gibt es nicht nur Souvenir-Shops, sondern auch Ausstellungsräume, in denen wechselnde Sammlungen zu unterschiedlichen Themen ausgestellt werden - und zwar bei freiem Eintritt!
Direkt gegenüber des nordöstlichen Ausgangs des Winter Garden liegt dann DER Tempel des Snooker, das Crucible Theatre. Wegen der Gala zum 40. Jubiläum der WM an diesem Austragungsort gibt es heute noch interessante Buchsbaum-Dekoration zu sehen.



Moderne Stahlkunst



Nach einem Spaziergang durch das Zentrum können wir dann die anglikanische Kathedrale auch von innen besichtigen. Die Kirche ist ein Konglomerat von Bauabschnitten aus 6 Jahrhunderten - und entsprechend verschachtelt und interessant. Wir sehen moderne Glaskunst an der Eingangskuppel, die Kapelle des "York and Lancaster"-Regiments, eine Krippe aus Edelstahl, Renaissance-Grabmäler und zahlreiche Zeugnisse für die Geschichte der Region. Die Kathedrale ist faszinierend!
Nach der Besichtigung spazieren wir noch ein wenig durch die Gassen, gehen dann ins Hotel und später zum Abendessen in ein tolles indisches Restaurant, das wir zufällig entdeckt haben.



Militärisches Gedenken



Karsamstag, 15. April - Entdeckungen in einer grünen Stadt

Nachdem wir heute Tickets für die Snooker-Spiele am Abend haben, nutzen wir den Tag für ausgiebige Spaziergänge durch eine der grünsten Städte Europas. Unser erstes Ziel ist heute die katholische Kathedrale, die wir gestern wegen eines langen Gottesdienstes nicht mehr besuchen konnten. Die Kirche ist nicht so alt, wie sie auf den ersten Blick aussieht, aber dennoch sehr schön und beeindruckend.
Anschließend spazieren wir durch den Winter Garden zu den Peace Gardens hinter dem Rathaus, auch hier erfreuen zahlreiche blühende Sträucher die Besucher. Nachdem es für die meisten noch zu früh ist, haben wir die Gelegenheit, sie uns auch aus der Nähe anzusehen.



Eine von zwei Kathedralen



Danach spazieren wir an der City Hall (nicht mit dem Rathaus zu verwechseln) in Richtung Universität. Wir entdecken auch das bekannte Graffiti an einem alten Haus, das David Bowie zeigt.
Hinter der juristischen Fakultät spazieren wir durch den Weston Park, einen der größeren Parks der Stadt. Wir haben wirklich Glück mit dem Wetter und können in Ruhe die Blütenpracht der Azaleen, Rhododendren und anderer Ziersträucher bewundern. Durch das im Vergleich zu Bayern milde Winterwetter sind sie hier 2-3 Wochen weiter entwickelt und wetteifern in allen Farben um die Aufmerksamkeit.



Nicht unumstritten



Das Wetter ist zum Glück nach wie vor sehr gut, so dass wir beschließen, zu den Botanischen Gärten zu gehen - das ist zwar ein ganzes Stück, aber wir sind ja gut zu Fuß... Am Ziel angekommen sind wir positiv überrascht, dass der Eintritt zu diesem riesigen Park (wie zu allen anderen) gratis ist. Entsprechend viele Besucher, vor allem auch Familien sind hier unterwegs - da könnten sich die Betreiber mancher Botanischen Gärten in Deutschland ein Beispiel nehmen.
Wir haben wirklich die perfekte Zeit erwischt, genau die kurze Zeitspanne, in der die Kamelien noch und die Rhododendren schon blühen! Wir sind einfach begeistert von der Farbenpracht der unterschiedlichen Blüten! Die frechen Grauhörnchen sind überall unterwegs und wir amüsieren uns über ihre Annäherungsversuche, die bis an die ausgestreckte Hand reichen.
Kreuz und quer, rauf und runter spazieren wir durch den Park, der aufgeteilt ist in verschiedene Vegetationszonen, individuell gestaltete Abschnitte mit moderner Kunst und die jeweils passenden Pflanzen präsentiert.
Exotische Gewächse sind in den "Pavillions" zu auch in ihren Heimatregionen vorkommenden Gruppen zusammengestellt, auch hier sind einige besondere Exemplare dabei.



Ein etwas anderes Gewächshaus



Anschließend geht es zurück ins Zentrum und für eine Kaffeepause ins Hotel. Danach sind es nur ein paar Schritte zum "National Emergency Services Museum", das im alten Hauptquartier für Polizei, Ambulanz und Feuerwehr untergebracht ist. Das Museum wirbt damit, das größte seiner Art weltweit zu sein - und was wir hier zu sehen bekommen, haben wir so wirklich nicht erwartet!
Von historisch nachgebauten Arrestzellen mit passenden Ausstellungsstücken über Einsatzfahrzeuge aus mehreren Jahrhunderten bis zu realistisch gestalteten Unfall- oder Brandszenarien wird hier alles präsentiert, was den Besuchern die Entwicklung der Rettungsdienste nahe bringen kann. Wirklich ein faszinierendes Museum!
Den Abend verbringen wir dann im Crucible Theatre und genießen die einmalige Atmosphäre dort. Jetzt verstehen wir, warum hier das Mekka des Snooker ist!



Hinter schwedischen Gardinen


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Kommentare

  • SchroedingersKatze

    Nett geschrieben. Was fehlt, ist nur, welches Century Break Du mitverfolgt hast ;-)))
    LG Ulf

  • ursuvo

    wer hätte gedacht, dass es in einer englischen Industriestadt sooo viel zu sehen und zu erleben gibt!
    LG Ursula

  • astrid

    Ein netter Bericht der mich Sheffield auf meine Reisewunschliste setzen lässt. Etwas schlauer bin ich auch geworden ... den Sport "Snooker" kannte ich bis gerade eben noch nicht. LG Astrid

  • Blula

    Liebe Brigitte!
    Mir geht es ähnlich wie meinen Vorschreiberinnen. Über Sheffield wusste ich bis bisher eigentlich nur, dass diese Großstadt im Norden Englands zu finden ist und.... ich erinnere mich da allerdings noch an diese verheerende Hillsborough-Katastrophe im Stadion von Sheffield, bei dem vor vielen Jahren fast 100 Zuschauer ums Leben kamen.
    Danke für Deinen so informativen Reisebericht. Ich hätte auch nicht geglaubt, dass diese Stadt so viel zu bieten hat.
    LG Ursula

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