Der Bus aus dem Fluß

Reisebericht

Der Bus aus dem Fluß

Sonntag 1. August 05.00 Morgens

Anfang dieses Jahres hatte ich Besuch aus Moskau, von Frau Ilona, sie war 2003 meine Reiseleiterin auf der Schiffsreise Moskau- Petersburg. Sie kam mit Familie, Mann, Tochter und dem kleinem Mika, sieben Jahre alt. Der Bub liebt Straßenbahn fahren.
Die Ring Tram, ein antiquarisches Stück, sie fährt jede halbe Stunde rund um den Ring und man sieht alle historischen Gebäude wie Parlament, Rathaus, Oper, Burgtheater usw. Ich glaube der Bub hat zehnmal den Ring umrundet. Da fiel mir ein wir haben ja in Wien das größte ÖFI Verkehrsmuseum der Welt und das würde dem kleinen Mika gut gefallen. Also nichts wie hin, und ich interessierte mich natürlich für den „Bus aus dem Fluss.“ So habe ich auch noch einige Zeitungsartikel ausgegraben und Dia´s



Mit 2 Schwimmkränen gehoben



Hinweistafel für Schaulustige

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Am 1.August 1976 Sonntag 05.00 Morgens, brach die Reichsbrücke, der Stolz der Wiener, denn sie war die einzige Brücke die den 2. Weltkrieg unzerstört überstanden hatte, zusammen. Dass der Bus damals gerade die Reichsbrücke querte, war übrigens reiner Zufall. Der Fahrer - er war noch lange als Buschauffeur im Einsatz - kam zu spät zum Dienst und nahm von der Betriebsgarage kommend eine Abkürzung. Er erzählte: „Es kam mir vor als falle ich in ein Loch, zuerst wusste ich gar nicht was passiert war. Doch als Wasser in den Bus eindrang kletterte ich aufs Dach und schrie um Hilfe. Einige Zeit später holten mich 2 Feuerwehrboote vom Dach herunter. Auser einer Kopfwunde und Prellungen habe ich den Unfall gut überstanden. Ich habe noch Zeitungsausschnitte zu Hause.



Hinweistafel für die Schaulustigen

Kaum war der Riesenknall verklungen sagte man schon: „ Kumm, gemma Bruckn schaun.
Natürlich trafen auch bald die ersten motorisierten Schaulustigen ein und begaben sich auf die Suche nach dem günstigsten Blickwinkel. Die Parkplätze waren sofort überfüllt, während in den Strassen um den Mexikoplatz ein noch dagewesener Vekehr herrschte. Sämtliche Wiener Film und Fotoamateure schienen dieselbe Idee zu haben, als sie die Nachricht ereilt: eine Familienaufnahme mit der eingestürzten Brücke im Hintergrund. Dann fuhr das erste Busunternehmen vor. Ausländische Touristen hatten auf Schönbrunn verzichtet und die Brücke in ihr Programm einbezogen.



Stimme des Publikum

Dialoge aus dem Gasthaus " Wöber"
Ein altes Männchen steht am Ufer der Donau und schüttelt voller Empörung seine Faust gegen den regennassen Himmel: „ Spione!“ Und seine Stimme zittert. Der „Sandler“ (Obdachloser) im Gasthaus gegenüber der Brücke starrt ,das Frühstücksviertel in der Hand, durchs Fenster auf die Leerstelle am Strom: „ I glaub i traam“ ( Ich glaube ich träume )sagt er zu seinem Kollegen, der seinerseits sofort anhebt von jenem Augenblick zu erzählen, als ihn das donnernde Geräuschdes Einsturzes ereilte. „ I bin grad zhauskumma. Da gibt’s an Schnalzer, und es hebt ma des Bierflaschl aus da Hand. Und die Frau Nachbarin kummt am Gang grennt und schreit: „ Terroristääään!“ „ I hab a ausgesprochenes Glück ghabt“, sagt wieder der andere. „ Manchmal, wenn´s spät wurn is, geh i oft net zhaus. Da leg i mi unter die Bruckn. Durtn beim zweiten Pfeiler



Zwei Monate später



Mein Opa konnte es nicht glauben als er Morgens die Brücke nicht mehr sah.

Alle kamen sie zur Brückenschau: Familien mit Kinderwagen und dem Opa im Rollstuh,- Sportverreine, Sonntagswanderer mit Rucksack, Rockergruppen mit heulenden Motoren. Die Leute klebten in dichten schnatternden Trauben am Donauufer. Mein Opa, der in der Nähe wohnte machte täglich, 4 Jahre lang einen Spaziergang, und beobachtete die Aufräumungarbeiten und den Neubau der Brücke.



Seit 1989 im Museum



Im ÖFI Museum, Wien

. Der Bus stand einige Tage im Wasser und wurde dann per Schwimmkran geborgen. Acht Wochen nach dem Unglück war der reparierte Autobus wieder im Linienbetrieb im Einsatz. und war bis 1989 regulär unterwegs. Ein Autofahrer hatte Glück ein paar Sekunden vor dem Brücken Einsturz hatte er eine Panne und sein Auto blieb einfach stehen.



Der Bus dem Fluß



40 Jahre später, 1. August 2016

40 Jahre nach dem Einsturz der Reichsbrücke am 1. August 1976 haben die Wiener Linien den damals ins Wasser gestürzten "Bus aus dem Fluss" für eine Fahrt über die heutige Reichsbrücke reaktiviert.


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Kommentare

  • a1b2c3d4

    Gute Idee das hier zu zeigen, kannte diese Bilder gar nicht !
    LG. Angela

  • Blula

    Ich kann mich an dieses Ereignis auch noch gut erinnern. Bin ein paar Tage vorher nach Ende einer Donaukreuzfahrt mit meinem Schiff, der MS Oltenica an der Reichsbrücke vor Anker gegangen. Es kam bei diesem Brückeneinsturz auch zu Schaden.
    LG Ursula

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