La Palma - El Bastòn - GR131

Reisebericht

La Palma - El Bastòn - GR131

Reisebericht: La Palma - El Bastòn - GR131

La Palma ist eine unglaublich vielfältige und abwechslungsreiche Insel. Für meinen ersten Besuch habe ich mich dazu entschlossen die Insel auf dem GR131 zu erkunden. Dieser Fernwanderweg verläuft von der Westküste bei Puerto de Tazacorte hinauf zum höchsten Berg der Insel, Roque de los Muchachos (2426 m), und von dort hinunter zum Südzipfel der Insel.

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Tag 1 - Roque de los Muchachos nach El Pilar (22 km, +360 hm, -1200 hm)

Straße am Roque de los Muchachos

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Um 11 Uhr (2 Stunden später als wir eigentlich starten wollten) hatten wir das Auto unterhalb des Pico de la Cruz geparkt und die Wanderstiefen geschnürt. Dank Kalima, einem Saharawind, war es auf über 2000 m angenehm war aber leider auch recht diesig, sodass die Fernsicht nicht optimal war. Ein kurzer Pfad führt direkt auf den GR131 von wo aus sich gleich ein beeindruckender Blick über die Caldera (Krater) des Roque de los Muchachos bietet.
Der Weg ist technisch einfach zu gehen, erfordert allerdings eine gute Kondition, da er sich am Kraterrand entangwindet und man folglich von Gipfel zu Gipfel wandert. Für die Aussicht gut, mit schwerem Gepäck aber auch sehr anstrengend. Neben der grandiosen Natur waren auch die zahmen Raben am Refugio Punta de los Roques, das man nach gut 9 km erreicht.
Während meiner Recherche vor dem Urlaub habe ich kaum Informationen zu dieser Schutzhütte gefunedn. Erst im Laufe des ersten Tages erzählte ein barfüsiger Schwede, dass es eine sehr schön gelegene Hütte auf 2000 m sei, die einen wunderschönen Nachthimmel bietet.
In der Hütte waren Stockbetten (Holzbretter als Matratzenersatz) und zugehörige Decken vorbereitet. Die Hütte selbst ist nicht abgeschlossen und es kam auch Wasser aus dem Regenwasserspeicher. Sogar elektrische Licht wird geboten, nach Steckdosen habe ich gar nicht geschaut :-). Nach einer kurzen Pause, den Blick über die 9 km im Durchmesser messende Caldera schweifen lassend, ging es wieder weiter, immer auf dem Begkamm entlang. Kurz vor dem Reventon Pass (Trinkwasser, bei Kilometer 15) verlässt man die kargen Höhen und wandert weiter durch den dichten Lorberwald und folgt die letzen 2 Kilometer einem erdigen Fahrweg bis man schlussendlich die Fahrstraße, wenige Meter oberhalb des Rastplatzes El Pilar erreicht.
El Pilar besteht aus 4 oder fünf großen Schutzhütten mit Grilstellen, einem Haus mit Sanitäreinrichtungen (war geschlossen) und zahlreichen Picknickbänken. Da wir nach den 22 Kilometern ziemlich nüde sich, beschließen wir, unser Schlaflager (Isomatte und Schlafsack) auf den Tischen im überdachten Bereich zu richten und anschließend zu kochen.



Der GR131



Tag 2 - El Pilar nach Fuencaliente (18 km, +620 hm, -1320 hm)

Der zweite Tag beginnt für uns mit einem Besuch des Umweltamtes. Ein Mitarbeiter weißt uns darauf hin, dass wir auf der falschen Seite des Grillplatzes übernachtet haben und das nicht erlaubt sei. Er möchte unsere Genehmigung für die Übernachtung sehen, ist dann aber zufrieden lässt uns in Ruhe frühstücken, nachdem wir ihm versichert hatten, dass wir nur diese eine Nacht auf El Pilar verbringen wollten.
Die ertsen 4 km fürht uns der Weg auf noch relativ festem Untergrund durch lichten Kiefernwald, bevor es auf die Cumbre Vieja geht. Dieser "jüngere" Teil der Insel ist geprägt von vielen größeren und kleineren Vulkankesseln, die man umrunden oder überschreiten kann. Große Teile des Weges führen in dieser Gegend über weitläufige schwarze Vulkansand-Felder ohne jeglichen Schatten. Die Sonne brennt unerbittlich auf uns herunter, sodass man geradezu denken könnte, die Vulkane seien noch aktiv. Besonders gut hat mir der Kontrast von schwarzem Vulkansand und den saftig-grünen Nadeln der Kanarischen Kiefern gefallen. Der Abstieg Richtung Fuencaliente führt zeitweise durch tiefen Sand und man kann die steilen Abhänge wie auf einer Düne mit "Riesenschritten" hinter laufen. Die letzten Meter bis zum Sportplatz von Fuencaliente führt der Weg wieder über erstarte Lava. Es handelt sich hier (glaube ich) um die sogenannte Aa-Lava, die sehr scharfkantig ist. Das mussten auch Reginas Wanderschuhe feststellen, die an einer Stelle an der Innenseite aufgeschlitzt wurden. Der Fuß blieb zum Glück unversehrt.
Für die zweite Nacht hatten wir eine Genehmigung für die Übernachtung "Entlang des Weges". Bevor man in den eigentlichen Ort Fuencaliente kommt, befindet sich rechterhand ein Grillplatz mit fließend Wasser. An der von der Straße am weitesten entfernten und am besten vor Blicken geschützten Stelle deponieren wir unsere Rucksäcke und spannen das Tarp. Leider ist der Platz nur mit Steinchen aufgeschüttet und das Spannen stellt sich als fast unmöglich heraus. Nach einem ausfühlichen Abendessen bei angenehmen Temperaturen endet der Tag mit einer Bettlektüre.
Mitten in der Nacht kommt plötzlich starker Wind auf und ich beschließe das Tarp unter einen großen Stein zu packen und unter freiem Himmel weiter zu schlafen. Kein Rascheln, kein Regen und frische Luft um die Nase sorgen für erholsamen Schlaf.



Kiefernwald auf der Cumbre Vieja


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Kommentare

  • Blula

    Danke für diesen ausgezeichneten Bericht. Hier bin ich eben virtuell sehr gerne mitgewandert. Freunde von mir haben auch schon häufig ihren Urlaub auf La Palma verbracht, weil sie ebenfalls begeistert sind von der Schönheit und landschaftlichen Vielfalt dieser Kanareninsel.
    LG Ursula

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