Einmal Quer durch Indien- In drei Wochen

Reisebericht

Einmal Quer durch Indien- In drei Wochen

Reisebericht: Einmal Quer durch Indien- In drei Wochen

In drei Wochen reisten wir vom südlichen Kerala bis hoch zu den Anfängen des Himalayas nach Dharamshala. Wir wanderten durch Teeplantagen, feierten das Farbenfest Holi in Hampi, gingen auf mit dem Boot auf Tigerpirsch durch die Mangrovenwälder der Sunderbans, nahmen in Varanasi an einer öffentlichen Yoga Stunde am heiligen Ganges teil und, und und...

Die Vielfalt Indiens Erleben

Drei Wochen für eine Indien Reise ist natürlich immer noch zu kurz, doch zumindest ein ganz guter Zeitrahmen, um sich einen Überblick und unendlich viele Sinneseindrucke vom Subkontinenten Indien zu ermöglichen.
In dieser Zeit lässt sich die kulturelle und landschaftliche Vielfalt Indiens zumindest erahnen und mit ein wenig geschickter Planung lässt sich ein abwechslungsreiches und spannendes Reiseprogramm erstellen.
Zugegeben, für diejenigen, die möglichst viel von Indien erleben wollen, wird die Reise wohl kein Entspannungsurlaub werden, wobei sich ganz am Ende sicherlich noch zwei bis drei Strandtage an Indiens langer Küste einplanen lassen.
Unsere letzte dreiwöchige Indienreise war genau das: Ein intensiver Mix aus dem Erleben von betriebsamen Städten, bunten Märkten, hinduistischen Ritualen, buddhistischer Leichtigkeit, landschaftlicher Schönheit und intensiven Begegnungen mit sich selbst und anderen.
Dabei legten wir über 6000 Kilometer per Auto, Bus, indischer Railway, Rikschah, Boot und auch mit dem Flugzeug zurück und querten so einmal ganz Indien.



Durch Tee- und Gewürzplantagen in Kerala

Ganz unten im Süden startete unsere Reise im grünen Palmenstaat Kerala. Für den Anfang gönnten wir uns den Luxus einer viertägigen Auto Tour mit privatem Fahrer. Die Distanzen in Kerala sind verhältnismäßig kurz, sodass wir im Auto schnell von Ort zu Ort kamen und so bequem in wenig Zeit möglichst viel vom südlichsten Staat Indiens erleben durften.
Einen Tag (und eine Nacht) schipperten wir auf einem nichtmotorisierten Eco-Hausboot durch die Backwaters, ein weitläufiges Kanalsystem mit vielen kleinen Inseln am Arabischen Meer. Von unserem Boot aus beobachteten wir das friedliche Fischerleben der hiesigen Anwohner und erlebten sogar ein kleines Tempelfest mit.
Anschließend ging es auf 1400 Meter Höhe nach Munnar, ein kleines Städtchen umgeben von mehreren Hundert Hektar Teeplantagen. Eine malerische Wanderung führte uns durch den Tee, bei der wir viel über die Schwarzteeproduktion lernen durften.
Die freundlichen Teepflückerinnen gaben nur zu gern ihre Scheren für einige Minuten aus der Hand, um uns selbst einmal in der „Teeernte“ üben zu dürfen.
Unsere letzte Station in Kerala war der Ort Thekkadey nahe der Grenze zu Tamil Nadu. Hier hatten wir das große Glück, während einer eintägigen Wanderung durch den angrenzenden Periyar Nationalpark Elefanten zu erspähen.
Außerdem unternahmen wir eine lehrreiche Führung durch eine Gewürzplantage und erhielten nicht nur einen Einblick in die Kaffee-, Kardamon- und Pfefferernte und Produktion, sondern wurden auch über unzählige ayurvedische Heilkräuter aufgeklärt.
Ein wahres Highlight bildete der abendliche Kochkurs bei Sheril! In einer privaten Kochstunde lernten wir die Zubereitung verschiedenster Gemüse-, Fisch- und Hähnchengerichte kennen und probierten uns auch in der etwas aufwendigen Prozedur der Parotha Herstellung, ein leckerer mehrlagiger Teigfladen.
Von unserem Fahrer wurden wir noch über die Grenze nach Madurai gebracht. Hier hieß es dann nicht nur Abschied von ihm und den Luxus einer Autoreise zu nehmen, sondern auch der Beginn eines neuen Reiseabschnittes.



Mit dem Eco Hasuboot durch die Backwaters



Die heilige Tempelstadt Madurai

Meenakshi Tempel in Madurai

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Madurai ist vor allem wegen seines enormen Meenakshi Tempels mit seinen vielen hohen buntbemalten Türmchen aus dem 6. Jahrhundert berühmt - wobei die Stadt selbst eine 2500 Jahre alte Geschichte besitzt. Täglich strömen 15000 bis 25000 Pilger in den Tempel um die Göttin Meenakshi und ihre Ehemann Shiva zu huldigen.
In dem Tempel gibt es so viel zu sehen und zu erleben, dass es nicht erstaunlich ist, dass wir uns für den größten Teil des Tages im Tempelkomplex selbst aufhielten. Unser Tempelführer gestaltete den Besuch des Tempels mit seinen vielen kleinen Geschichten sehr erlebnisreich und anschaulich. Die Teilnahme an der abendlichen Tempelzeremonie war der passende Abschluss dieses Tages in Madurai. Aber auch die kleinen Gässchen außerhalb des Tempels mit seinen Obst- und Gemüsemärkten lohnen einen Besuch!



Happy-Holi-Hampi

Tempel in Hampi

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Die Anreise nach Hampi über Bangalore von Madurai mit zwei Nachtfahrten in Bus und Bahn ist keine einfache. Doch hat man erst einmal diesen magischen Ort erreicht, ist alle Anstrengung vergessen. Hampi, das weltweit größte Unesco-Weltkulturerbe, wirkt wie ein Ort aus einem Märchen. Grüne Reisfelder, zerfallene Tempelruinen, grüne Palmen und Felsen soweit das Auge reicht, prägen das surreale Landschaftsbild des friedlichen Ortes. Ein kleiner Fluss bahnt sich seinen Weg entlang der historischen Bauwerke und während hier der Tempelelefant jeden Morgen sein Bad nimmt, schließen sich ihm viele indische Pilger mit einem heiligen Bad an.
Hier gibt es wohl die schönsten Sonnenuntergänge Indiens und die relaxte Backpacker-Atmosphäre lädt zu einer kurzen Verschnaufpause vom Reisen ein. In den gemütlichen Restaurants bekommt man frisch gepressten Säfte und Lassis, es werden Yoga Stunden angeboten und Hampis Felsen laden zum ausgiebigen Klettern- immerhin ist Hampi eines der bekanntesten und größten Bouldergebiete der Welt!
Wir hatten besonderes Glück, trudelten wir doch genau zum farbenfrohen Holifest in Hampi ein. Hampi ist einer der wenigen Orte Südindiens, wo das Frühlingsfest tatsächlich begangen wird und so nahmen wir an dem bunten Spektakel aus Puderfarbe, Wasserpistolen und trommelnder Musik nur allzu gern teil!



Holifest in Hampi



Kalkutta- Man muss es erlebt haben

Blumenmarkt in Kalkutta

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Von Hampi fuhren wir zurück nach Bangalore, um dann einen Flug in den Norden nach Kalkutta zu nehmen.
Wenn der Besuch einer indischen Stadt lohnt, dann ist es wohl Kalkutta- oder, wie die Inder sie nennen- Kolkata!
Hier trifft indische Spiritualität auf britische Koloniale Atmosphäre; Arm auf Reich; Muslime auf Hindus und wuselige Märkte mit engen Gassen auf moderne Wohnviertel und riesige Malls! Sprich: Kalkutta ist Indien komprimiert.
Auf unserer Tour besuchten wir das Mutter Theresa Haus, Kalkuttas großen leuchtenden Blumenmarkt und den betriebsamen Khali Tempel, in dem täglich hunderte Ziegen zur Besänftigung der Göttin Khali geopfert werden. Wir passierten den „ Garbage Mountain“, die riesengroße Müllkippe außerhalb Kalkuttas, fuhren über das Wahrzeichen Kalkuttas, der Howrah Brücke und passierten koloniale Bauten aus der Zeit, als Kalkutta die indische Hauptstadt der Briten und große Handelsstadt war. Auch die Besichtigung des Keramik Viertels lohnt einen Besuch. Ansonsten ließen wir uns von Kalkutta mit seinen gelben Taxis, leckeren Süßspeisen, laufenden Rikschamännern und chaotischen Verkehr einfach in den Bann schlagen.



Ausflug in die Sunderbans

Die Sunderbans

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er Sunderbans Nationalpark gehört zum Gebiet des Großen Gangesflussdelta am Golf von Bengalen in Bangladesch und Indien und umfasst eines der größten Mangrovenwälder weltweit.
Zwischen bewohnten und unbewohnten Inseln bahnen sich unzählige Flussarme ihre Wege. Das 10000 km² große Gebiet ist Lebensraum für Delfine, Krokodile und natürlich dem berühmten Bengalischen Tiger.
Der zweitägige Ausflug in die Sunderbans stellte einen wunderbaren Kontrast zum hektischen Stadtleben Kalkuttas da. Kleine Dörfer, viel Natur und eine spektakuläre Tierwelt wurden uns geboten und wir genossen die eintägige Bootstour durch die Mangrovenwälder. Zwar verpassten wir den Bengalischen Tiger knapp, doch sahen wir Delfine und sogar ein riesiges Krokodil! Gewohnt haben wir auf einer kleinen Eco Farm direkt in einem kleinen Fischerdörfchen. Hier wurden wir nicht nur wunderbar verköstigt, sondern erhielten einen hautnahen Einblick in das traditionelle Leben der Menschen.



Hinduistische Rituale in Varanasi

Varanasi

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Von Kalkutta nahmen wir den Nachtzug nach Varanasi. Neben Madurai ist Varanasi eine der zwei heiligsten Städte Indiens.
Bei einem geführten Spaziergang durch die engen Gassen der Altstadt, sowie am Ufer entlang des Ganges wurden wir tief in die hinduistische Religion eingeführt. Wir genossen die friedliche Atmosphäre, schmunzelten über die „heiligen“ Sadhus, beobachteten gläubige Hindus bei ihren Bädern im Ganges und waren sehr fasziniert von dem Bestattungsghat, an dem täglich über 200 Verstorbene mit allerhand Zeremonien verbrannt werden, damit ihre Seelen direkte Freiheit erlangen.
In Varanasi gibt es unglaublich viel zu erleben, eigentlich reicht es schon, sich einfach nur auf die Treppenstufen am Ganges zu setzten und das lebendige Treiben auf sich wirken zu lassen.
Wir unternahmen jeweils eine Bootsfahrt am Abend und in den frühen Morgenstunden. Beide Male nahmen wir an den aufwendigen Feuerzeremonien am Ganges teil und hatten sogar die Möglichkeit einer öffentlichen Yoga Stunde beizuwohnen! Was für ein Erlebnis!



Feuerzeremonie in Varanasi



Zwischenstopp Delhi

uf einer Reise durch Nordindien lässt sich Delhi wohl nicht vermeiden und so planten wir auch einen eintägigen Zwischenstopp in Indiens Hauptstadt. Delhi ist wiederum ein eindrucksvolles Beispiel für die unmittelbare Nähe von Reich und Arm: Der großräumige Connaught Platz mit seinen teuren Markengeschäften, die grünen Parkanlagen um das India Gate und die Komfortable Metro auf der einen Seite. Auf der anderen Seite die Elendsviertel, bettelnde Kinder, verschmutzte Luft.



Zum Dalai Lama

Dharamshala

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Von Delhi ist es eine Nachtfahrt hoch nach Dharamshala zu den Vorläufern des Himalayas. Hier auf knapp 2000 Meter Höhe in dem kleinen beschaulichen Örtchen Mcleod Ganj, besitzt der Dalai Lama seine Exilregierung und viele tibetische Flüchtlinge haben hier eine neue Heimat gefunden.
Nach den drei hektischen Großstädten Kalkutta, Varanasi und Delhi tut die entspannte Atmosphäre und saubere Bergluft gut. Wir unternehmen kleinere Wanderungen, verbringen gemütliche Stunden in kleinen, von Tibetern geführten Cafés, besichtigen den Dalai Lama Tempel und das tibetische Museum. Außerdem nehmen wir an einer morgendlichen Meditationsstunde teil. Wir begeistern uns bei einem tibetischen Kochunterricht für die sogenannten Momos- kleine gedämpfte und gefüllte Teigtaschen, eine tibetische Spezialität.
Den Dalai Lama, obwohl er gerade nicht auf Reisen ist, haben wir dieses Mal leider nicht gesehen, dafür aber die indischen Spieler des Nationalen Kricket Teams, die gerade für ein Testspiel gegen Australien in Dharamshala gewesen sind.



Drei Wochen Indien

Wie schon anfangs erwähnt- in drei Wochen lernt man nicht den gesamten indischen Subkontinenten kennen, doch es reicht für einen Einblick, um Land und Leute ein kleines Stück kennenzulernen.
So eine Reise ist natürlich sehr intensiv und wir werden wenigstens die gleiche Zeit noch einmal benötigen, um all die gesammelten Eindrücke verarbeiten zu können.
Indien wirkt auf jeden Fall auch noch lange nach der Reise nach.

Ohne Indien Erfahrung kann man solch eine Reise durch Indien natürlich kaum in einer so kurzen Zeit verwirklichen! Das Team um Chalo!Reisen hat ganze Arbeit geleistet und diese tolle Reise zusammengestellt, organisiert und begleitet!




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