Utsjoki - ein Traum in Weiß!

Reisebericht

Utsjoki - ein Traum in Weiß!

Reisebericht: Utsjoki - ein Traum in Weiß!

Da wir das Suchtpotential der Polarlichter unterschätzt hatten, mußten wir schon wieder in das nördliche Finnland reisen. Der Ort der Begierde war Utsjoki, ein sehr kleiner Ort, wo wir uns Alleinsein erhofften um die Natur ganz egoistisch nur für uns zu haben.

Rotlicht



Die Anreise gestaltete sich einfach. Wir fuhren mit dem Auto von Sassnitz nach Hamburg und flogen von dort los. Der Zielflughafen Ivalo ist ca. 170 km von Utsjoki entfernt, so daß wir noch eine kleine Lapplandrundfahrt geboten bekamen. Da Alles gut funktionierte, waren wir nach 17 Stunden am Ziel. Klarer Himmel und eisige Kälte empfingen uns. Na, die Hütte war gut geheizt und es stand ein kleines Nachtmahl bereit.



Sitzecke



Wir begannen mit einer Wanderung in den Ort Utsjoki. In den Spuren der Schneemobile marschierten wir, so daß wir keine Schwierigkeiten hatten. Ansonsten gibt es keine Chance ohne Hilfsmittel durch den Tiefschnee zu kommen. Von unserer Hütte bis zum Ortskern waren es ca. 2 km.



Trail



Der Ort Utsjoki hat eigentlich alles was man braucht, leider sind wir Mitteleuropäer sehr verwöhnt und empfinden es vielleicht etwas spartanisch. Im Supermarkt trifft man die meisten Leute und es gibt eine Bildergalerie über die größten im Teno gefangenen Fische. Die Hauptattraktion ist die Brücke über den Teno, die gleichzeitig auch Grenzübergang nach Norwegen ist. Nie war ein Beamter zu sehen. Ist auch irgendwie sinnlos, denn überall kann man die Grenze unkontrolliert überqueren.



Der Teno



Es gibt viele Wanderwege in der Umgebung, die wir in den ersten Tagen abklapperten. Immer wieder sind tolle Aussichten zu bewundern und man braucht auch keine Angst zu haben sich zu verlaufen. Alles ist super markiert und so weit sind die Entfernungen ja auch nicht. Die Temperaturen waren moderat, zwischen -18 und 2 Grad Celsius. Damit kommt man gut zurecht, immer schön nach dem Zwiebelprinzip kleiden.



Schöne Frau auf dem Gipfel.



Wie hatten in früheren Urlauben schon in Schneeschuhen laufen gelernt, ist total einfach. Es gibt aber Unterschiede bei den Schneeschuhen selber. Die Großen sind besser, weil man damit nicht so tief in den Schnee einsinkt. Von unseren Ausgeliehen waren wir positiv überrascht, von nun an konnten wir quer durch die Landschaft laufen, kein Rentier und Schneehuhn war mehr vor uns sicher. Allerdings sind alle Tiere der Gegend sehr scheu, man sieht sie immer nur fliehen.



Toilettenhäuschen



Da unser Hauptanliegen die Polarlichter waren, mußten wir auch ein paar Vorkehrungen treffen. Dazu habe ich eine nordische Göttin geschaffen und vor unserer Hütte postiert um die Nordlichter anzulocken. Meine Frau war sehr angetan von ihr, wir nannten sie " Aurora Borealis". Das hat ganz hervorragend funktioniert, denn in fast jeder Nacht gab es Nordlichter zu sehen. Leider meist nur sehr Schwache, bis auf den 27.03.17; in dieser Nacht waren sie super. Es gibt eine Polarlichtvorhersage im Internet, aber irgendwie machen die trotzdem was sie wollen. Der Wetterbericht haut auch selten hin.



Queen of Nordic Light



Alle Rentiere sind gezüchtet und werden vielfältig genutzt. Zu erst müssen sie die Touristen durch die Gegend ziehen und dann landen sie im Suppentopf. Wie undankbar! Schmeckt aber. Wenn man so überlegt, wie die Viecher sich so ernähren, immer nur Grünzeug und dann entsteht so ein komplexes Wesen aus Fleisch und Blut. Die können in dieser unwirtlichen Gegend überleben und wir Menschen vernichten dieses Wunder. Komisch.



Rentierfelle



Ich bin nicht sooo sprachkundig, aber anscheinend werden in dieser Gegend auch Ehemänner gezüchtet, jedenfalls weist ein Schild am Strassenrand darauf hin.



Männerzucht



Bei einer Wanderung zu einem Gipfel eines Hügels in der Gegend, fanden wir erotische Wegmarkierungen vor. Es ist offensichtlich so, daß an den wärmeren Tagen alte Rituale praktiziert werden. Die Dame des Herzens entkleidet sich auf dem Weg zum Höhepunkt des Hügels und der verfolgende Partner muß die Kleidungsstücke an die kleinen Birken binden. Nach dem Liebesspiel muß das Paar, nee geht auch nicht...hm...



Noch ein Schlüpper



Auch die kleinen Details sind ein Blick wert, Schneeflocken und Flechten.



Schneeflocke


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Kommentare

  • Sternensilber (RP)

    Schöner Bericht mit eindrucksvoll frostigen Bildern. So eine einsame Tour ins Nirgendwo hat etwas, besonders, wenn es dann auch mit diesen eigenwilligen Polarlichtern klappt.
    VG Anne

  • a1b2c3d4

    Herrlich, freu mich so, die schönen Bilder von Utsjoki zu sehen ! Wir waren Ende Jänner bis Mitte Februar 2015 in Utsjoki. Wie ich sehe wart Ihr auch bei den "Valles" untergebracht. Wir haben am Hof der Valles das Haus daneben bewohnt. Es war einer der eindrucksvollsten Urlaube für uns. Die Natur, der andere Schnee - kalt aber doch nicht so unangenehm, die Rentierschlittenfahrt, Motorschlittenfahrt auf`s hochgelegene Fjell,
    die Rentierscheidung, Hundeschlittenfahrt im nahegelegenen Norwegen, das Eismeer und, und ....
    Die Polarlichter sahen wir leider nur an einem Abend, aber auch ein tolles Erlebnis.
    LG. Angela

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