"Viele Mythen basieren auf der Wahrheit." - Mr. Spock

Reisebericht

"Viele Mythen basieren auf der Wahrheit." - Mr. Spock

Reisebericht: "Viele Mythen basieren auf der Wahrheit." - Mr. Spock

Komm, lass uns ein Tempel bauen

Ġgantija auf der Insel Gozo

Der Tempel

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Trüber aber heißer Tag auf Malta und idealer Zeitpunkt meine Kenntnisse in dem Nahverkehr und Busreisen unter Beweis zu stellen. Hatte ein ganz mieses Hotel in der Stadt Buggiba mit noch schlechterem Frühstück. Aber, nachdem viele, viele netten Cafés und Restaurants die Straße säumen, habe ich jeden Morgen in einem anderen gefrühstückt. Und was soll ich sagen, es war klasse.

Als die Queen von Busverbindungen und glückliche Inhaberin von einer Wochenkarte bin ich Richtung Gozo los. Die Reisedauer ist ca. 40 Minuten und das ist keine verschwendete Zeit. Die sehr kommunikativen Mitreisenden haben für die Abwechslung gesorgt. Die meisten waren Einheimischen auf dem Weg zur Arbeit und ich hatte den Eindruck, die kennen sich alle untereinander. Die Insel ist klein.

An der Fähre, die alle 15 Minuten den Hafen verlässt, ein Hurra Erlebnis: als ich die etwas genervte Dame in dem Glaskasten Fragte, ob sie mir eine Rückfahrkarte geben könnte, meinte sie, für die € 4,25 ( o.ä.) ist es drin. Ich bin erstaunt!
Vor ein paar Jahren war der Klobesuch am Düsseldorfer Hauptbahnhof ist bei € 1,75 . Heute sicherlich teuerer ….

Da mir auch in der Badewanne schlecht wird, stand ich in der ersten Reihe und hilt mich an der Reling fest. Schwimmen gehört auch nicht zu meinen Stärken. Aber, ich arbeite daran. Auf der Bank hinter mir höre ich eine Diskussion zwischen der Mutter und einem Pubertier. Hier muß ich kurz einwerfen: ich bin aus der Nummer raus! Mein Kind ist zwar ein Nesthocker aber selbständig und erwachsen.

Bei der Diskussion ging es um geplante Shoppingtouren vom Pubertier während die Mama sich die Kultur gibt und da das Kind nicht verloren gehen kann, sollte die Mama beruhigt sein. Irgendwann habe ich die ausgeblendet und mich auf die Sensation der Reise gefreut!


Ggantija soll, der Legende nach, innerhalb von einer Nacht von einer Riesin erbat worden sein. Die hatte dabei noch ihr Kind auf dem Arm. Beweist sich wieder, dass die Frauen vor 5600 ( oder 5800 ist nicht so genau zu definieren) Jahren die Arbeit mit der Erziehung verbinden konnten. Das ist uns geblieben.

Die Ggantija, auf der Malta vorgelagerten Insel Gozo, war der Auslöser für meine Reise. Hab viel darüber gelesen aber auch in verschiedenen Kanälen angeschaut, Herrn Google gefragt, wie ist die Erklärung zu den Bauten.

Bei dem Anblick war die erste Frage: wie hat die Riesin es geschafft, die zum Teil 50 Tonnen wiegenden Korallenkalksteine auf den 115 m hohen Hügel hinauf zu rollen, oder tragen oder welche denn auch immer Art die verwendet hat, die Brocken zu transportieren.

In manchen Berichten ist auch die Rede von mehreren Riesen, von einem gestrandeten Volk.

Eines kann ich euch sagen: die Zahl zu lesen und sich bildlich vorzustellen ist eine Sachen, aber da vor zu stehen und zu staunen, eine andere. Die Felsen sind, ich vermute durch Erosion, nicht mehr glatt wie die wohl ursprünglich waren. Aber alle mal faszinierend. Riesen groß, bedrohlich und Ehrfurcht einflößend. Manchen in der Größe von einem SUV, oder Kombi.

Es war ein ziemlich heißer, diesiger Tag und auf dem gesamten Gelände gegenüber von dem Tempeleingang gab es nur drei verhungerte Palmen, unter einer stand ein Herr vom Wachpersonal und musste tatsächlich eingreifen, denn ein paar sehr mutigen Besucher wollten auf die Felsen klettern. Alibibilder. Faszination der Dummheit … Unter einer der anderen Zwei stand ich. Erst mal alles von Aussen ganz genau anschauen und von der Sonne schützen. Nach dem sensationellen Museum, nicht nur von Aussen sondern auch im Inneren, war die drückende Hitze der Hammer!

Die Geschichten, die sich um den Bau der Tempelanlage ranken, haben mich schon immer fasziniert: einerseits war es eine Riesin, dann mehrere Riesen und hier kommen auch die Aliens ins Spiel.

In einem der Berichte von Giorgio A. Tsoukalos ( wohl sehr gut mit Erich von Däniken befreundet) wurde die Entstehung der Tempelanlage, weltweit einzige freistehende, geklärt. (Ich mag Giorgio, unsere Frisöre kennen sich wohl).

Und hier, die von mir zusammengetragenen Erkenntnisse:
Die Bauten wurden von sehr großen Aliens ( Giganten) errichtet, als erste Kultstätte der damaligen Bevölkerung, wobei sich mir der Sinn entzieht: warum? Um als Gott angebetet zu werden, den Einheimischen eine Kultur zu geben ( die hatten die schon), oder wie meine Fränkische Verwandtschaft immer sagt: 'weil wir es können‘?

Tausende von Lichtjahren durch die Galaxis geflogen, sich verflogen, kamen die auf die klitzekleine Insel Gozo. In einer Nacht und Nebel Aktion, eine Gigantin oder mehrere, haben die Anlage aufgebaut.

Sicherlich, die präzise gebohrten Löcher für die Türhalterungen sind schon erstaunlich, Spiralen Zeichnungen im Stein erinnern an Spiralgalaxien, die Architektur ohne Kenntnis von Statik ist beeindruckend. ( Kann aber auch sein, dass die Urvölker die gängige Methode ‚Learning by Probiering’ geübt haben….). Die Anlage hatte auch einen Dach, wohl auch Holz. Gedanken über Gedanken.

und dann….die andere Erklärung:


Sicherlich ist unsere Vorstellung der damaligen Möglichkeiten sehr begrenzt und trotz der großzügigen Auslegung der Forscher stellt sich für mich die Frage: wie haben die das gemacht? Wer es auch immer gewesen sein mag.

Vor 5600 Jahren waren wir im Jungneolithikum, Jungsteinzeit. Da fällt es mir schwer zu glauben, dass die Jäger und Sammler ( ein Teil war sicherlich sesshaft) auf die Idee kamen: komm lass uns eine Tempelanlage bauen. Nicht so Pille-Palle sondern Richtige. Ahornblatt als Vorlage und eine Vision im Herzen. Und dann fingen die an die Steine einen Berg hoch zu rollen. Erstmal haben die das Gelände begradigt ( Terrasse gebaut). Und hier kommen die gefundenen Riesenkugeln als Erklärung hinzu. Mache behaupten, dass die als Transportmöglichkeit für alle dort zu sehenden Platten und Steine benutzt wurden. Nun weiß ich, dass die Steinkugeln überall auf der Welt gefunden wurden ( Zentral Bosnien (!!!), Asien, Lateinamerika..), ohne das irgend ein Tempel in der Nähe war. Hatten wohl einen anderen Zweck.

Aber die wichtigste Frage ist, mit welchem Werkzeug? Feuerstein an der Holzsichel befestigt, Steinbeile, Knochenbohrer? Ist es möglich damit so eine tolle Kugel zu formen oder ein Loch in den Stein zu bohren? Ich weiß, dass Kalkstein relativ weich ist, aber die Bohrungen sind sehr präzise. Klar kommt der Zeitfaktor hinzu: die hatten Zeit. Dh. wenn die den Hühnchenbestand dezimiert haben fleißig gebohrt, hat ein Kreativer vermutlich ein Jahr gebraucht, um so ein Loch zu bohren. Zwar nicht ohne Unterlass, denn das waren die Sesshaften und Tiere und Land musste auch bestellt werden, aber er war beschäftigt.

Die Anlage ist im Innern sehr klein. Wenn die von den Riesen gebaut worden ist, dann sicherlich nicht zum Eigenbedarf, denn die Altäre und Nischen sind klein. Das Gebilde, das Heute als Altar bezeichnet wird ist für die damaligen Menschen zu hoch ( ich denke, so 1,20 cm) als Tisch und Ablageflechte, untere Aussparungen zu klein, falls die für irgendwas verwendet worden sind, ausser wie behauptet wird, als Stallung. Aber, wer bringt die Tiere in einem Gotteshaus unter? War es ein Gebetstempel? Unter einer der Platten wurden in der ( glaube ich) 90gern Teilskelett, Knochen und Hörner von einem Stier, Muscheln und Schmuckperlen gefunden. Was machen die unter einer tonnenschweren Platte? Kann sein, das die auf Holzstämmen stand, die irgendwann verrottet sind und schwups, ein Stier zum Opfer fiel. Kann aber auch sein, dass die Opfergaben im Fundament beigelegt wurden. Wird noch immer bei manchen Völkern praktiziert.

Heutiger Stand der Dinge ist, das die Besucher nur auf erlaubten Gehwegen sich die Tempelanlage anschauen können. Die Anlage wurde in den 90gern eingerüstet, denn da war die Gefahr groß, das die einstürzt. UNESCU Kulturerbe mit Recht.


Fazit zur der Anlage: egal wie die entstanden ist, ist die sehr beeindruckend und sehenswert. Die Frage der Erbauer wird wohl offen bleiben.

Nachdem ich grübelnd von der Anlage Abschied genommen habe, bin ich zur Bushaltestelle vor geschlendert und dann wieder mit der Fähre nach Malta. Und siehe einer an? Die Begegnung vom Vormittag ist auch auf der Fähre, nicht so glücklich und sichtlich gezeichnet. Es gab keine Shopping Mall, ein Hut der die kleinen Öhrchen abdeckt hätte wäre auch ganz prima gewesen und in Plateauschuhen eine Wanderung zu machen ist auch doof. Ach ja… was soll ich sagen…. Die Erfahrungen muß jeder für sich machen.

Ich liebe es zu verreisen, meistens ist die Erfahrung interessanter als Erkenntnis.

P.S. Irgendwie bekomme ich nicht heraus, wie ich die Bilder zu einem Reisebericht hochladen kann und die bearbeiten, ohne das die veröffentlicht werden. Ich gelobe Besserung ....



Mann mit den Trauben


Teilen auf

Mein Interessenprofil

Bitte melden Sie sich an, um Reiseziele zu Ihrem Interessenprofil hinzuzufügen.

Kommentare

  • traveltime

    Prima, das ist genau die Schreibe, die ich liebe.
    Kurz , knackig, humorvoll und interessant.

    LG Rolf

  • Blula

    Jawohl, Nina!
    Reiseführer kann man sich kaufen, so einen Reisebericht jedoch nicht. Bravo. Habe ich gerne gelesen und für eine noch immer ausstehende Maltareise natürlich auch wieder noch was auf meinen Merkzettel geschrieben.

    LG ( auch an Mr. Spock "V" :-))
    Ursula

  • Pinky3

    Ein sehr lesenswerter und amüsanter Reisebericht, hat mir gut gefallen!!!
    LG Gaby

  • ouzo

    Sehr schön geschrieben, damit auch interessant, kurzweilig und gut. Herzlichen Dank!

  • Chrissi

    Schon wieder so ein hintergründiger und humorvoller Reisebericht von Dir, kurz und voller Würze. Das gefällt auch mir einfach sehr, liest sich einfach gut und mit Vergnügen.
    LG Christel

  • NinaAngerer (RP)

    Herzlichen Dank an alle die mein Reisebericht gelesen haben! Freut mich, wenn ihr an meinen Abenteuern und Erfahrungen teilnimmt und mich versteht! Danke!
    LG und schönen Abend noch!
    Nina

  • ursuvo

    als hättest Du mir das jetzt so persönlich erzählt - Dein Sinnieren über die Dinge hat mir sehr gut gefallen!!!
    LG Ursula

  • nach oben nach oben scrollen
  • brandriba

    Süffig, sinnig, witzig, hinterfragend und die richtige Prise (Selbst) Ironie: Das passt ungemein gut.
    LG DAni

  • Frank_E

    Bisher dachte ich, Malta wäre einfach nur palästinensische Landschaft mit englischer Küche. Danke für die Horizonterweiterung ;-)
    Gruß Frank

  • Schalimara

    Das ergibt eine ganz andere Sichtweise auf Malta ;-) Amüsant geschrieben.
    LG Schalimara

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. "Viele Mythen basieren auf der Wahrheit." - Mr. Spock 5.00 10

Beliebte Community-Inhalte: AustralienNorwegenThailandVietnamItalienBarcelonaIndien ReiseführerIndien Tipps