Bullenkuhle

Reisebericht

Bullenkuhle

Reisebericht: Bullenkuhle

Mystischer Ort in der Südheide

Bullenkuhle

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Es ist ein kleiner dunkler Moorsee, umgeben von Wacholder-Büschen und jungen Birken, den wir auf unserer Wanderung beim Heideort Bokel entdecken.
Der Sage nach, die auf einer Tafel beschrieben wird, erscheint in den Vollmond-Nächten in diesem Gebiet ein kapitaler Bulle - aus dem Nichts. Auf dem Bullen liegt ein Fluch und man sollte eine Begegnung unter allen Umständen vermeiden. Das ist auch der Grund, warum in dieser Gegend niemand mehr nach Einbruch der Dunkelheit unterwegs ist. Die Jäger meiden dieses Gebiet und auch die Bauern von den Höfen ausserhalb des Dorfes beeilen sich, nach Hause zu kommen, wenn sie einmal versehentlich zu lange auf den Feldern nahe des Moorsees,
der "Bullenkuhle", gearbeitet haben.



Der Bulle ist riesig, schwarz, mit dampfenden Nüstern und rot glühenden Augen. Er stampft mit den Vorderfüssen und stösst ein unterdrücktes Brüllen aus.
In den Vollmond-Nächten im Mai erwacht der Bulle zum Leben und macht sich auf den Weg ins Dorf. Die Bauern hüten sich in diesen Nächten davor, nach Einbruch der Dunkelheit noch auf den Feldern zu arbeiten oder sich in der Nähe des Moorsees aufzuhalten.
Da - war da nicht eine Bewegung im Unterholz ?! Schleicht hier doch noch der Geist des Bullen umher ?! Und was war das eben - das Knacken von Ästen ?! Zeigt sich der Bulle gleich und stürmt auf uns zu ?!
Es ist schon ein wenig unheimlich, wenn man die Geschichte kennt und dann an diesem mystischen Ort steht.





Die Sage wird am Leben gehalten, gerade auch weil man bis in die Gegenwart hinein eine Verbindung herstellt und sie immer dann "herhalten" muss, wenn es zu besonderen Vorfällen und Begebenheiten kommt, die dann mystifiziert werden.
Wenn bei den Bauern in der heutigen Zeit Bullen-Kälber geboren werden, die besonders wild, stark und gross sind, wird gemunkelt, dass der Bulle von der Bullenkuhle der Erzeuger dieser Kälber ist, weil er sich zuvor heimlich nachts an die Mutter-Kühe herangemacht hat.
Diese Kälber werden dann früh geschlachtet, denn sie verhalten sich besonders ungestüm und sind oft unberechenbar.



Kapelle in Bokel

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Im nahen Dorf Bokel steht eine kleine gotische Kapelle, die an die Sage von der Bullenkuhle erinnert. Die Eingangstür aus Eiche hat ein Schäfer geschnitzt, der im Jahr 1631 eine Begegnung mit dem Bullen aus der Bullenkuhle hatte und diese mit himmlischem Beistand überlebte. Zum Dank stiftete er die Eingangstür, die auf diese
Begebenheit hinweist.



Diese mystische Geschichte holt uns dann am kommenden Wochenende noch einmal ein... Der Metzger unseres Vertrauens bietet uns bei unserem Wochenend-Einkauf "Rouladen vom Jung-Bullen aus heimischer Zucht" an. Wir sehen uns lange an, überlegen kurz und sagen dann gleichzeitig: "Zwei Schnitzel vom Bio-Schwein bitte!"


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