Das Nordkap in der Mitternachtssonne und in der Polarnacht

Reisebericht

Das Nordkap in der Mitternachtssonne und in der Polarnacht

Reisebericht: Das Nordkap in der Mitternachtssonne und in der Polarnacht

Das Sehnsuchtziel vieler Reisenden in beiden Extremen sehen zu können, ist ein besonderes Erlebnis. In der Mitsommernacht, wenn die Sonne nicht mehr untergeht und in der Polarnacht, wo nur noch für 3-4 Stunden ein Halbdunkel herrscht. Es lohnt sich beides und wenn man dazu noch das Glück hat, dass kein Nebel vorherrscht.

Das Nordkap in der Mitternachtssonne



Das Nordkap in der Mitternachtssonne und in der Polarnacht


Wir haben es gesehen. Wir waren dort am Nordkap, in der Mitternachtssonne und in der Polarnacht. Gegensätze wie Tag und Nacht, ganz wörtlich genommen. Beeindruckend und wunderschön.

Das Nordkap in der Mitternachtssonne

Unsere erste Reise im Sommer zur Mitternachtssonne unternahmen wir mit dem Wohnmobil aus der Schweiz, durchfuhren Deutschland, mit der Fähre bis Oslo und weiter durch ganz Nordnorwegen bis in die Finnmark, dem nördlichsten Bezirk Norwegens. Das Nordkap befindet sich auf der Insel Magerøya, geografisch auf 71°10′21″nördlicher Breite, 514 Kilometer nördlich des Polarkreises und rund 2100 km vom Nordpol entfernt. Es ist nicht der nördlichste Punkt Europas, aber es scheint das Ende der Welt zu sein, wenn man das Podest der Kugel betreten hat und auf das endlose Meer schaut. Es ist einmalig, bei Sonnenschein und blauen Himmel bis Mitternacht zu warten, bis dann die Sonne fast den Horizont berührt und alles in ein goldenes Licht taucht. Sie verschwindet aber nicht, sondern steigt dann wieder langsam empor und vom Horizont kriechen langsam Nebelschwaden heran.
Wir waren nicht allein. Die vielen Touristen drängelten sich um die stählerne schwarze Kugel, um ein Foto oder ein Selfie zu knipsen. Im Sommer wird das Nordkap von mehr als 200.000 Touristen besucht. Seit der Nordkaptunnel eröffnet wurde, der unter dem Magerøysund in über 200 m hindurchführt, werden es nicht weniger. Der Parkplatz, auf dem wir auch mit dem Wohnmobil übernachten konnten, war gut belegt mit Wohnmobilen, Caravans, PKWs und Bussen. Es muss allerdings auch Eintritt gezahlt werden, mit dem wir dann auch die Nordkaphalle mit Restaurant, Postamt, Souvenirladen, einer Kapelle und Ausstellungen und Filmen besuchen konnten. Ein Film zeigte uns, wie das Nordkap im Winter in klirrender Kälte von Winterstürmen und Schneetreiben heimgesucht wird. Schaurig schön. Er sollte uns in Erinnerung bleiben.
Nach der Übernachtung im Wohnmobil, welches vom stetigen Wind hin und hergeschaukelt wurde, besuchten wir nochmals die Nordkapkugel. Und siehe da, wir waren bei strahlend blauem Himmel in den schönsten Blautöne allein. Welch ein seltener Anblick. Und das bei T-Shirt Wetter.



Das Nordkap in der Mitternachtssonne



Das Nordkap in der Polarnacht

das Nordkap im Winter

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Das Nordkap im Winter, das ging uns nicht aus dem Sinn. Die Polarnacht erleben und vielleicht das Nordlicht bestaunen können, welch ein interessanter Gedanke. Es blieb nicht beim Gedanken. Durch Zufall entdeckten wir eine Hurtigrutenfahrt in der Polarnacht – von Tromsø nach Kirkenes. Das wollten wir machen. Und von Honningsvåg einen Busausflug zum Nordkap buchen. Die Fahrt mit der Hurtigrute mit dem Schiff „Polarlys“ war einmalig und erinnerte uns eher an ein Geisterschiff. Wir waren nur ca. 30 Personen an Bord, auf einem Schiff für 300 Gäste. Eigentlich sollte das Schiff modernisiert werden, was aber verschoben wurde. Das Schiff sollte eigentlich gar nicht mehr fahren, deshalb wurden die meisten Gäste umgebucht. Wir aber hatten recht spät gebucht und da das Schiff dann doch noch einmal fuhr, haben wir die Reise angetreten. Auf der einen Seite super, wir hatten überall Platz; auf der anderen Seite war uns doch nicht ganz wohl- eben wie in einem Geisterschiff. Das Nordlicht zeigte sich leider nicht, dafür aber die Gewalt des Meeres in Form hoher Wellen.
Aber das Highlight war die Busfahrt zum Nordkap, die auch durchgeführt wurde durch die Hurtigrute. Die Mindestanzahl von Gästen (ca. 12 Personen) wurde erreicht. Wir fuhren in der Mittagszeit, wo es für ca. 3 Stunden nur halbdunkel ist. Von Honningsvåg aus, wo das Schiff einige Stunden anlegte, ging es mit dem Bus durch die die verschneite Strasse im Konvoiverkehr. An der Spitze des Konvois fuhr der Schneepflug. Die Nordkapstrasse ist das ganze Jahr über geöffnet. Eine sagenhafte Fahrt im Schneegestöber. Das Nordkap empfing uns mit stürmischen Winden und Schneefall. Ausser unseren Bus waren keine anderen Gäste da. Wir haben die Nordkapkugel für uns allein. Alles genau so, wie wir es im Film gesehen haben. Die Mitfahrer machen es sich im Café gemütlich. Nach ca. 2 Stunden und bei Einbruch der Dunkelheit fährt der Bus wieder zurück zur Hurtigrute, die Kurs auf Kirkenes nimmt. Wir sind durchgefroren, aber glücklich.



das Nordkap im Winter mit Bus und Schneepflug


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Kommentare

  • Frank_E

    Den Kontrast zwischen den Jahreszeiten hast Du sehr gut beschrieben, Dein Bericht gefällt mir sehr.
    LG Frank

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