Adria - Ostsee - Fahrradreise

Reisebericht

Adria - Ostsee - Fahrradreise

14.09.2014 Venedig - Lago di Lago

Venedig im Morgendunst

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Leider lag Venedig im Dunst und auf dem Foto war nur die Silhouette der Stadt auszumachen. Die erste Stadt, die ich in Italien durchfuhr war Treviso, hier erinnern noch viele Bauten an die römische Zeit. Der heutige Dom entstand um 1200 an der Stelle wo sich zuvor eine kleinere Kirche aus der römischen Epoche befand. Treviso liegt an zwei Flüssen, der Sile und Botteniga, die in mehreren kanalisierten Armen die Altstadt umfließen. Auf dem Weg staunte ich über die üppige Vegetation, Kiwis, Zitronen, Feigen und natürlich gab es auch Palmen. Bei sommerlichen Temperaturen blühte hier noch der Oleander in den schönsten Farben.



Treviso



15.09.2014 Lago di Lago – Arsié Lago del Corlo

Auf dem Campingplatz verpackten zwei Wanderer ihr Zelt und marschieren los, es war 7:15 Uhr. Zu dieser Zeit kam ich noch nicht in den Sattel, das sollte sich aber im Verlauf der Tour noch ändern. Nach Valmareno ging es zum ersten langen Pass, dem Praderadego. Über eine Distanz von 8.95 Kilometer waren 600 Höhemeter zu überwinden. Bei der Abfahrt kam mir ein Pärchen Reiseradler entgegen, sie kamen aus Donauwörth und empfanden den Anstieg auf diesen Pass als den steilsten auf ihrer bisherigen Tour. An den Ausläufern der Dolomiten befindet sich die Stadt Feltre, in der Römerzeit hieß die an der Via Claudia Augusta liegende Stadt Feltria. Durch Feltre fließt ein Nebenfluss der Piave. Im Piavetal am Fuße der Feltiner Dolomiten (Vette Feltrine) befindet sich eine wunderschöne mittelalterliche Stadt, die von einer Mauer umschlossen ist: Feltre wird durch alte Paläste und schöne Fresken charakterisiert und hier entsteht für Besucher den Eindruck, die Zeit sei stehen geblieben. Die Altstadt bietet sich für einen angenehmen Bummel an und es sind auch ausreichend Geschäfte und Lokale vorhanden. Diejenigen, die Kunst und Kultur lieben, werden auch nicht enttäuscht.



Feltre



16.09.2015 Lago del Corlo- Trento

Ciclabile dela Valsugana

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Die Tour von meinem Bikeline GPS-Track wollte ich nicht fahren dafür hätte ich zurück fahren müssen. So entschied ich mich auf dem Randstreifen der SS50BIS zu fahren, bis ich zur Strada Statale Dela Valsugana kam, die war für Radfahrer verboten. Dachte ich komme hier nicht weiter, weil kein Weg, oder eine Straße in Richtung Trento zu finden war. Fuhr so herum und sah unerwartet ein Symbol für einen Fahrradweg – Wunder gibt es immer wieder. Auf dem Schild war die Pista ciclabile Valsugana bis nach Trento ausgeschildert. An der Brenta fuhr ich an Obstwiesen, Apfel-, Wein- und Erdbeerplantagen, über Borgo Valsugana. In einer traumhaften Panoramalage, etwas oberhalb der Stadt Borgo Valsugana erhob sich das Schloß Telvana. Am Weg lag Levico, bis ich Tenne erreichte, dort wurde ich durch eine Unterführung geleitete. Über mehrere Stufen ging es unter der SS47 nach Tenna. Als Sahnehäubchen war nach der Unterführung eine Steigung von 18 Prozent zu erkurbeln. Die Aussicht auf den Lago di Caldonazzo war dann meine Belohnung für die steile Auffahrt. Einige Höhenmeter weiter hielt mich ein Familie mit Hund an und teilte mir mit, dass der Weg eine Sackgasse sei. Einige Meter weiter war die Straße abgestürzt, geduldig und freundlich erklärten sie mir einen Umweg. Den Weg fand ich auch und gelangte wieder auf die Via Claudia Augusta, nach Pergine. Auf dem Tegazzo-Hügel kam das mittelalterliche Schloss Pergine in Sicht von hier waren es noch 10 Kilometer bis nach Trento. Der Höhepunkt des Tages war die Stadt Trento, bei der Abfahrt konnte ich die Dächer der historischen Altstadt überblicken. Im Nordosten der Altstadt machte ich dann an einem Felsvorsprung halt und bewunderte das Castello del Buonconsiglio.



Seitenwechsel nach Tezze



17.09.2014 Trento-Lana

Trento

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Die Nacht war unruhig, denn ich wusste, den Weg den ich von Trento fuhr, den musste ich wieder zurück fahren. Also 5 km auf der Schnellstraße SS45BIS mit Tunnel bis Trento. Als ich an der Kreuzung ankam, war mir ganz mulmig. Die Strecke nach Trento verlief über zwei Tunnel und führte bis fast in den Ort, jetzt ging es aber mit 5 % – 7% Abwärts und in den Tunneln war reichlich Verkehr. Mein Fahrrad schaukelte sich auf und ich bremste ab, um in der Spur zu bleiben. Nach der Tunnelfahrt machte ich XXX, denn es war saugefährlich, hatte aber keine Wahl. Gesund in Trento angekommen sah ich mir die Stadt an und fuhr zum Piazza del Duomo. Der Platz befindet sich im Zentrum der Stadt mit der Kathedrale, dem Palais Pretorio aus dem 13. Jahrhundert, dem der Neptunbrunnen und den Rella-Häusern mit Fresken aus dem 16. Jahrhundert. Nach der Sightseeing Tour kurbelte ich an der Etsch entlang und traf Marten, einen coolen Dänen. Er kam aus Kopenhagen und wollte nach Rom fahren, sein Rad war fast so beladen wie meines, nur das Zelt fehlte. Er hatte es in Meran entsorgt und brauchte es nicht mehr, hier sei es ja warm. Mein Weg war von Wein- und Apfelplantagen gesäumt. Dieser Einladung konnte ich nicht lange wieder stehen. Die sehenswerte Stadt Egna lag rechts neben meiner Strecke und ich wollte ohnehin eine kleine Mittagspause einlegen. Der Name des Ortes leitet sich von der einstigen römischen Militär- und Straßenstation Endidae ab. Aufgrund seiner Lage an der Via Claudia Augusta entstand hier früh ein Handelsplatz.
Auf der Weinstraße ging es weiter in Richtung Bozen. Südwestlich von Bozen, thront das Schloss Sigmundskron. Es beherbergt das von Reinhold Messner eröffnete MMM, das Messer Mountain Museum. Mein vorgezeichneter Track führte mich über eine alte Bahntrasse, nach der Brücke über den Fluss Eisack, ging mein Weg links ab. Die Stadt wollte ich heute nicht besichtigen, denn sie war mir noch von einem vorherigeren Besuch in guter Erinnerung. Das Tagesziel hieß Lana, ein Ort kurz vor Meran, den wollte ich noch erreichen.



Trento



18.09.2014 Lana- Mals

Merano

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Das sonnige Wetter bescherte mir ein trockenes Zelt und ich kam schnell vom Platz. Es ging an der Etsch entlang und die wenigen Kilometer bis nach Meran waren schnell gefahren. Durch die sonnige und geschützte Lage trifft man inmitten der Südtiroler Bergwelt auf eine subtropische Flora. An diesem frühen Morgen fuhr ich in die Altstadt und staunte über die schön angelegten und berühmten Meraner Promenaden. Sie zählen zu den Wahrzeichen der Stadt Meran und ziehen sich sanft entlang der Passer. Die mittelalterliche Altstadt mit ihrem mediterranen Flair, machen die Stadt zu einem beliebten Urlaubs- Kurort. Dafür besitzt Meran neben einem gesunden Klima auch ein Thermalbad. An der Winterpromenade befindet sich ein Denkmal der Kaiserin Sissi, sie hielt sich auch gern in Meran auf. An der Passer fuhr ich durch eine malerische Platanen-Allee, dieser Weg brachte mich auf den geplanten Track in Richtung Mals. Viele schöne Orte lagen auf meinem Weg nach Mals, in einer malerischen Naturlandschaft, idyllisch in der Talsohle des Vinschgau gelegen, umringt von majestätischen Bergen. Im Osten liegen die Ötztaler Alpen, die Sesvennagruppe im Westen und die Ortlergruppe im Süden. Am Stadttor von Glurns (Glorenza) wurde ich neugierig und sah mir den Ort näher an. Die kleinste Stadt in Südtirol war in der Vergangenheit als spätmittelalterliches Handelszentrum bekannt. Die imposanten Tore und Wehrtürme mit ihrer noch vollständig erhaltenen Stadtmauer geben diesem Ort einen mittelalterlichen Charakter. Eine Gruppe Reiter machte mit ihren Pferden hier Rast, als leichter Regen aufzog war das mein Startsignal für den Aufbruch. Auf einem herbstlich wirkenden Teilstück meines Weges kam mir ein Mountainbiker entgegen. Als er mich auf meinem beladenen Fahrrad sah hielt er den Daumen hoch und sagte „Grande“. Es gibt sie noch, die netten Gesten unter Radfahrern aller Nationen. Jetzt fuhr ich durch dieses traditionsreiche Siedlungsgebiet an der Via Claudia Augusta und erreichte den Ort Mals.
Als ich in meinen Schlafsack kroch machte sich mein entzündetes Auge bemerkbar. Das war ein Resultat der Kopfwäsche auf dem Campingplatz, mit der Beleuchtung, die durch einen Bewegungsmelder geschaltet wurde. Hier lief mir Seifenschaum in das Auge und das gründliche Auswaschen hatte wohl nicht ausgereicht. Meine Augensalbe half nur bei Trockenheit, gegen eine Entzündung konnte sie nichts ausrichten. Jetzt hoffte ich trotzdem damit das Problem in den Griff zu bekommen.



Merano



19.09.2014 Mals-Ims

An diesem Morgen war es sehr neblig und frisch. In dem Ort Schleis wurden Kühe auf die Alm getrieben und ich wartete geduldig bis die Herde vorüber war. Mit leichten Anstiegen schlängelte sich mein Weg der Fürstenburg entgegen, sie wurde in den Jahren 1272 – 1282 errichtet. Im 16. Jh. diente die Burg den Bischöfen von Chur als Fluchtresidenz. Vor einigen Jahren dann restauriert und auch der zum Teil eingestürzte Turm rekonstruiert. Heute befindet sich hinter den historischen Mauern eine Landwirtschatsschule. Burgeis liegt in der herrlichen vinschgauer Landschaft und ist durch das Kloster Marienberg bekannt. Diese Abtei liegt auf 1340 m, im Obervinschgau und gilt als die höchstgelegene Benediktinerabtei Europas. Der gepflegte Ortskern wird geprägt durch alte Häuser und engen Gassen. Von hier kletterte ich weiter zum Reschenpass, kurz vor dem Haidersee gab es eine weitere Umleitung die mich durch das Biotop San Valentino führte. Bei schlechter Sicht fuhr ich um den Haidersee nach St. Valentin. Nach einer kleinen Pause kurbelte ich weiter zum Reschensee, an dessen Ufer fuhr ich bis Graun. Hier machten sich die Kitesurfer startklar, einige Meter weiter drängten sich Touristen. In Graun ragt der Kirchturm der ursprünglichen Ortschaft „Alt Graun“, aus dem Stausee. Das ist eines der beliebtesten Fotomotive dieser Gegend. Weiter am Ufer des Reschensees bis Reschen und über die grüne Grenze nach Österreich. Von Nauders ging es über die Reschenpasshöhe bis zur Norbertshöhe (1.461 m). Hier begann meine Abfahrt, über 11 Kehren ging es rasant bis zum Dreiländereck nach Martina / Martinsbruck.
Durch die imposante Innschlucht mit einem riesigen Alpenpanorama fuhr ich über Pfunds nach Landeck und weiter bis Ims.



Kuhauftrieb



20.09.2014 Ims-Füssen

auf dem Loreakopf

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Es war ein kühler, nebliger Morgen und ich fuhr durch das wildromantische Gurgelbachtal nach Tarrenz, Nassenreith und Fernstein. An der Burg Fernstein begann dann der steile Anstieg, den ich bis auf 1300 Höhenmeter zu bewältigen hatte. Unten stand noch ein Schild zur Abschreckung, mit der Aufschrift “Mountainbike-Strecke”. Nach kurzer Zeit wusste ich, es stand nicht umsonst da, auf einer Strecke mit Schotterbelag gab es Steigungen bis 13 %. Die Piste passte durch ihren ursprünglichen Charakter gut in die Landschaft und bei den vielen Verschnaufpausen konnte ich diese auch genießen. Zwei Wanderer überholten mich als ich gerade Wagenspuren aus der Römerzeit aufnahm. Wir kamen ins Gespräch und der Aufstieg wurde durch sie etwas kurzweiliger. Auf der Passhöhe sprach ich dann zwei Biker an, wir verewigten uns gegenseitig auf unseren Gipfelbildern. Bei der Abfahrt auf dem Forstweg gelangte ich an den Weissensee dort gab es einen imposanten Blick auf die Zugspitze. Von Bieberwier ging es weiter abwärts bis nach Füssen. Nein, nicht ganz bis Reutte gab es noch so manchen Höhenmeter zu erklettern, aber zur Belohnung gab es dann einen frischen Pflaumenkuchen mit Schlagsahne und heißer Schokolade. Die letzten Kilometer kurbelte ich dann noch bis nach Füssen und schlug mein Zelt am Forggensee auf.



Fernpass



22.09.2014 Füssen-Augsburg

Neuschwanstein

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Auf der Fahrt zu meinem Campingplatz streifte ich noch durch Füssen, die Stadt blickt auf eine 1500-jährige Geschichte zurück und mit dem “Hohen Schloß” zählt Füssen zu den größten und bedeutendsten mittelalterlichen Burganlagen Schwabens. Im Kloster St.Mang, dem Benediktinerstift, befindet sich das Museum der Stadt Füssen. Ein architektonisches Highlight stellt auch die um 748/749 errichtete Heilig-Geist-Spitalkirche dar. In der Römerzeit machten hier noch die Soldaten und Kaufleute auf dem Weg nach Augsburg Halt. Füssen ist durch seine Königschlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein bekannt, sie gaben der Region den Namen Königswinkel.

In der ganzen Nacht regnete es die Zeltwiese war pitschnass und mein Zelt auch. Getrennt verpackte ich das Innen- und Außenzelt, belud mein Fahrrad und fuhr los. Am nördlichen Ende des Forggensees traf ich einen Wanderer, er wollte nach Bozen wandern. Seine Schuhe machten ihm Sorgen, denn die Sohle fing an sich zu lösen und er fragte mich nach einem Schuster in Füssen. Tatsächlich kam ich an einem Schuster vorbei und konnte ihm den Weg beschreiben. Die Reise führte über viele kleine Orte nach Landsberg und in einiger Entfernung am Lech entlang. Rund 40 Kilometer vor Augsburg traf ich Michael, den Leipziger Reiseradler. Er wollte nach Venedig und wir tauschten kurz unsere Erfahrungen aus, Michael hat mich darin bestärkt an diesem Tag noch bis Augsburg zu fahren. Am Ende hatte ich es geschafft und war froh über meine Tagesetappe. Nicht jedoch über die Wahl meines Zeltplatzes in der Nähe der Autobahn A8.



Camp Füssen



23.09.2014 Augsburg-Eichstätt

die Maximilianstraße in Augsburg,

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Gegen 4:00 Uhr wurde ich vom Verkehr geweckt und stand um 5:00 Uhr auf. Packte meine Sachen in Ruhe zusammen und rollte vom Platz. An diesem Morgen stand die Stadtbesichtigung von Augsburg, der bekannten „Fugger-Stadt“, auf dem Programm. Der Name der Stadt geht auf die römische Provinzhauptstadt Augusta Vindelicorum zurück. Gegründet wurde sie 15 v. Chr. unter Kaiser Augustus. Es waren einige Kilometer bis zum historischen Stadtkern zu fahren bevor ich endlich auf der Maximilianstraße stand. Mein Blick richtete sich vom Herkulesbrunnen, einem von drei Renaissancebrunnen, zur Basilika St. Ulrich und Afra. Die breite Prachtstraße der reichen Oberstadt ist noch heute von Patrizier- und Bürgerpalais gesäumt. Das Rathaus, wurde von Elias Holl zwischen 1615 und 1620 errichtet, ist eine der Augsburger Hauptsehenswürdigkeiten und befindet sich auf der gleichen Achse mit dem Perlachturm. Er wurde ab dem 10. Jahrhundert errichtet. Vom Rathausplatz fuhr ich weiter zum Dom, er weist eine große Vielfalt an Baustilen auf und wird vor allem durch die Romanik und Gotik geprägt. Die Römermauer am Dom und die Ausgrabungsstätte geben Auskunft über die Geschichte dieses Ortes. „Augusta vindelicum” wurde am Zusammenfluss von Lech und Wertach gegründet und ist damit die zweitälteste Stadt Deutschlands. Gleich neben dem Dom liegt die ehemalige Bischöfliche Residenz, der Spätbarockbau wurde zwischen 1740 und 1752 erbaut.



Augsburg am Rathaus



Augsburg-Donauwörth-Eichstätt

Durch das Fischertor und entlang der Stadtmauer erreichte ich dann meine Route am Lech. Bei Gersthofen überquerte ich den Lech und folgte dem Flusslauf bis Ostendorf. Ab hier ging es dann über Druisheim und Mertingen nach Donauwörth. Gegen 12.00 Uhr traf ich in am Reichsstadt Brunnen von Donauwörth ein und machte meine Mittagspause.





24.09.2014 Eichstätt-Nürnberg

Eichstätt

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Dichter Nebel waberte um mein Zelt, alles war feucht und klamm, mein Thermometer zeigte 2°C an. Raus aus dem warmen Schlafsack war eine echte Überwindung. Für diese Jahreszeit ein kühler Morgen auf den ich nicht vorbereitet war, so fehlten schützende Handschuhe in meiner Ausrüstung. Mein Zelt wurde erneut feucht verstaut und ich fuhr zurück in die Stadt. In der schönen Altstadt wollte ich noch fotografieren und hoffte trotz Nebel auf brauchbare Fotos. Es gelang mir am Residenzplatz noch einige Bilder zu machen und dann fuhr ich zurück auf meinen Altmühltal Radweg. Die gespenstisch wirkende Altmühl hatte ihren eigenen Reiz. Meine kalten Hände auch, mit Plastiktüten schützte ich sie, diese Taktik half mir auch schon auf Island. Es dauerte bis sich die Sonne gegen den Nebel durchsetzen konnte, mit den ersten Sonnenstrahlen tauchten Dörfer wie aus dem Nichts auf. Spinnweben am Wegesrand wurden durch die Feuchtigkeit zu Kunstwerken. Es ging teilweise mit Steigungen von 7% auf 450 bis 500 Höhenmeter hinauf zu den Ortschaften, um wieder in das nächste Tal zu sausen. In dem schönen Hipoltstein machte ich eine kurze Rast am Rathaus und fuhr an der Schleuse bei Eckersmühlen auf den Radweg am Main-Donau-Kanal weiter. Im Süden von Nürnberg dann auf den Weg am alten Ludwig-Donau-Main-Kanal bis Nürnberg. Auf einem Campingplatz in der Nähe des Messezentrums stellte ich mein Zelt auf und trocknete es wie gewohnt.




Altmühl



25.09.2014 Nürnberg-Ebing

Nürnberg

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Als ich alles zusammen gepackt und nur noch das Zelt stand, nieselte es und ich musste mich sputen. Vor der Abfahrt pumpte ich noch meine Reifen auf und plötzlich zischte es. Neben dem Ventil trat Luft aus, das hatte mir gerade noch gefehlt. Taschen wieder abpacken und das Werkzeug samt einem neuen Schlauch aus der Tasche holen. Den neuen Schlauch hatte ich rasch montiert und endlich konnte ich Nürnberg ansehen. Dazu fuhr ich zum Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände und an der Peterskirche vorbei zum Wöhrder See. Auf dem Fünf-Flüsse-Radweg dann an der Pegnitz in die Altstadt. An der Agnesbrücke konnte ich mir die Stadtmauer ansehen und über die Insel Schütt kam ich am Schuldturm und dem Heiligen Geist Spital, zum Hauptmarkt. Hier staunte ich über die Frauenkirche, die Karl IV. im Jahr 1355, als kaiserliche Hofkapelle stiftete. Der Brunnen auf dem Hauptmarkt wurde zwischen 1385 und 1396 erbaut. Zur Linken die St. Sebald Kirche und rechts das Rathaus, der älteste Teil auf der Südseite ist der von 1332 bis 1340. Im Obergeschoß befindet sich der große Rathaussaal, er wurde in einer Länge von 40 und einer Scheitelhöhe von 12 Meter errichtet. Der Straße folgend gelangte ich zur Nürnberger Kaiserburg, dem Wahrzeichen der Stadt. Sie wurde als Doppelburg bestehend aus der Kaiserburg und der Burggrafenburg errichtet. Aus der Zeit um 1000 stammen die frühesten bauliche Spuren. Am Neutorgraben fuhr ich auf einem Radweg durch schöne Parkanlagen. Durch das Pegnitztal gelangte ich nach Fürth bei einem kurzen Abstecher in die Stadt kaufte ich eine SD-Karte für meine Kamera. Ab Fürth ging es auf dem Regnitztal-Radweg weiter, das war eine landschaftlich schöne Strecke, dann am Main-Donau-Kanal bis Bamberg. In der alten Kaiser- und Bischofsstadt Bamberg, die Altstadt wurde 1993 in die UNESCO-Liste des Welterbes aufgenommen, machte ich meinen Stadtrundgang (-fahrt). Über die Marienbrücke gelangte ich zum neugestalteten Wilhelmsplatz und in die Lange Straße. Am Ende der Straße fuhr ich über die Untere Brücke in Richtung Dom, der heutige Dom geht auf das Jahr 1237 zurück. Als ich auf der Brücke stand hatte ich einen herrlichen Blick auf „Klein Venedig“ und den unteren Recknitzarm. Durch die Markusstraße und über die Kettenbrücke fuhr ich aus der Stadt, bis zum Ebinger See.



Nürnberg



26.09.2014 Ebing-Meiningen

Buchenrod

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Über dem See zogen sehr dunkle Wolken auf, ich fuhr in Regensachen los. Auf dem Itztal-Radweg ging es nach Rossach, Buchenrot. Auf meinem Weg lagen schöne Mischwaldbestände und bei Harras fuhr ich auf dem Werratal-Radweg. Es ging gemächlich bis Meiningen, dafür hatte die Auffahrt zum Freizeitzentrum dann eine Steigung von 15 %. Als absolut krönenden Abschluss stand ich vor Treppen, wie aus dem Nichts tauchte ein Herr auf, der zur Schwimmhalle wollte. Dann schob er spontan mit mir mein Rad die Treppen hinauf. Einfach unglaublich! Diese kleinen Wunder bereichern solche Reisen ungemein. Oben angekommen verabschiedeten wir uns und ich suchte mir einen geeigneten Platz für mein Zelt.






27.09.2014 Meiningen-Eisenach

Theater Meiningen

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Am Morgen regnete es bei 14°C noch leicht, mein Zelt wurde wieder feucht verpackt und es ging auf mehreren Abfahrten (15 %) zum Werratal-Radweg. Dabei fuhr ich noch durch die Bernhardstraße in Meiningen, am Großen Palais, das von 1821 bis 1823 im klassizistischen Stil erbaut wurde, entlang. Nur einige Meter weiter erblickte ich das Theatergebäude, es wurde auch im gleichen Stil, aber um 1909 errichtet. Im Anschluss gelangte ich zum Eingang des englischen Gartens, mit seiner großzügigen Parkanlage. Auf dem Radweg fuhr ich über Wasungen, Schwellungen und Breitungen nach Niederschmalkalden. Als ich dann durch Schmalkalden kam, wurde ich mit Musik empfangen; die galt natürlich nicht mir, sondern sollte die Anwohner auf die Kirmes einstimmen. Bei dieser Gelegenheit fragte ich nach dem Rennsteig Radweg, ein älterer Bewohner kam hinzu und hat mir davon abgeraten, schon hier auf diesen Radweg zu fahren. Ich folgte seinem Rat und blieb auf dem Werratal Radweg. Hier ging es dann bis Bad Salzungen, von dort fuhr ich auf die B 19, bei Etterwinden bog ich in Richtung Ruhla ab. Jetzt ging auf 550 Höhenmeter hinauf bis zur Rennsteig-Wegscheide-Ascherbrück. Seit seiner ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1330 gilt der Rennsteig als historischer Kammweg. Durch den Thüringer Wald ging es bis zu einem kleinen Rastplatz, hier saßen schon Petra und Silke, die auf ihren Mountainbikes von Ruhla nach Eisenach unterwegs waren. An der Schutzhütte „Zollstock“ machte ich noch ein Foto bevor ich weiter in Richtung Hohe Sonne, eine Waldsiedlung vor der Wartburgstadt, fuhr. Von hier sollte ich den Weg zur Sängerwiese nehmen und fuhr durch die Umgebung der Drachenschlucht bis zur Wartburg. In der Nähe des Eingangsbereiches schloss ich mein Fahrrad an einem Geländer an und legte die letzten Meter zu Fuß zurück. Über die Zugbrücke gelangte ich in das innere der schönen Burganlage und konnte bei guter Sicht diverse Erinnerungsfotos auf meiner Speicherkarte festhalten. Jetzt ging es nach Eisenach zu meiner Radfreundin, die mir Quartier für diese Nacht angeboten hatte.



an der Werra



28.09.2014 Eisenach-Eschwege

Nach einer erholsamen Nacht unternahmen wir am Morgen noch einen Stadtrundgang bevor ich meine Sachen packte. In Eisenach hatte ich einen Ruhetag geplant, das sonnige Wetter lockte mich jedoch wieder auf die Piste. Gegen 11:00 Uhr fuhren wir los, Steffi begleitete mich noch auf dem Werratal-Radweg nach Creuzburg und Treffurt. Auf dem Marktplatz von Treffurt pausierten wir bei einem Cappuccino, bevor sich unsere Wege trennten. Eschwege hieß mein heutiges Tagesziel, bei meiner Ankunft erlebte ich ein Volksfest und die Menschen drängten sich durch den mittelalterlichen Stadtkern. Die Partnerstädte von Eschwege hatten auf dem Markt ihre Kostbarkeiten angeboten, so kam ich zu einem leckeren Käse aus Frankreich. Nicht weit vom Stadtkern fand ich den Campingplatz, zwischen Werratalsee und Werra.



Creuzburg, Werrabrücke



29.09.2014 Eschwege-Northeim

Dichter Nebel waberte um die Zelte, mein Zeltnachbar (der 2. Kajakfahrer) hatte sich auch schon aus dem Schlafsack geschält und wir hielten noch ein kleines Schwätzchen, bevor ich in den Sattel stieg. Für mich ging es auf dem Werratal-Radweg zum Meinhardsee, noch war es sehr frisch, aber langsam bahnte sich die Sonne ihren Weg. Der liebevolle und gepflegte Radweg schlängelte sich durch das Werratal. Mir kam sogar ein Fahrzeug der Straßenreinigung entgegen, welches das feuchte Laub entfernte und an den zahlreichen Sitzgruppen die Papierkörbe leerte. Die Landschaft wurde vom Nebel freigegeben und somit konnte ich auf einem Bergrücken das imposante Schloss Rothestein bestaunen. Nur wenige Kilometer entfernt rollte ich durch Bad Sooden-Allendorf, ein Ort mit einem sehr sehenswerten Bestand an alten Fachwerkhäusern. Hier bestimmen seit Jahrhunderten Salz und Sole die Geschichte der Stadt. Bevor ich den Werratal-Radweg verließ hatte ich noch eine schöne Strecke zu fahren und wurde mit einem Blick zur Burg Ludwigstein verabschiedet. Ab hier fuhr ich an der B 27 nach Friedland und nahm dann den Leine-Radweg bis Göttingen und weiter über Nörten-Hardenberg bis nach Northeim.





Schwanenfamilie auf der Werra



30.09.2014 Northeim-Goslar-Dörnten

Der Himmel war dunkel und es sollte auch wechselhaft bleiben. An einer Tankstelle wollte ich meinen Reifen noch etwas Luft spedieren, da brach mir ein Ventilkopf ab. So jetzt hatte ich zwei defekte Schläuche bei einem Platten müsste ich vor Ort den Schlauch flicken. Egal es ging weiter! Durch die Northeimer Seenlandschaft fuhr ich bis Sülbeck und sah mir die alte Saline an. Seit über 300 Jahren wird in Sülbeck die Soleförderung und Salzherstellung betrieben. Die Landschaft wurde bergiger und es ging im Wechsel auf 150 Hm hinauf und dann wieder auf 110 Hm abwärts. Durch den Ort Salzderhelden gelangte ich nach Kreiensen und weiter auf dem Leine-Radweg bis nach Bad Gandersheim. Mit der Gründung des Kanonissenstifts im Jahre 852 durch Herzog Ludolf und seine Gemahlin Oda brachen hier früh glanzvolle Zeiten an. So wurden zu dieser Zeit deutsche Könige und Kaiser begrüßt. Die Äbtissin Elisabeth Ernestine Antonie von Sachsen-Meiningen, hielt von 1713 bis 1766 in Bad Gandersheim Hof. In dieser Zeit ließ sie den Barockflügel der Abtei mit dem festlichen Kaisersaal errichten. Auf dem Europaradweg R1, der alten Reichsstraße, ging es in Richtung Goslar. Bei Langelsheim fuhr ich dann auf dem Weser-Harz-Heideradweg direkt bis nach Goslar. Die Stadt wurde von Baustellen dominiert, in der Fußgängerzone war Fahrverbot und so sah ich mir nur die Jakobikirche an. Die ehemalige Basilika stammt aus dem Jahre 1073 und ist heute die älteste noch genutzte Kirche Goslars. Von hier steuerte ich auf die Neuwerkkirche zu, der ehemaligen Klosterkirche aus dem 12. Jahrhundert. Die romanische Bauweise der Kirche blieb weitestgehend erhalten, auf dem Gelände befindet sich noch der Klostergarten, hier wurden nach alten Plänen Beete mit Kräuter- und Würzpflanzen angelegt. Als ich nach meiner kurzen Stadtbesichtigung weiter fuhr gab es noch einen kräftigen Regenguss, den wartete ich unter einem Baum ab, bevor ich meine Reise fortsetzte. Ein Radfahrer kam mir entgegen und fluchte über den Regenguss, er trug eine Regenjacke die durchlässig war. Das konnte ich verstehen! Den Campingplatz bei Dörnten, den ich ansteuerte kannte er. Als der Regen abzog fuhren wir weiter. Nach einiger Suche fand ich den Platz, das das Tor war verschlossen und der Platz machte einen ungenutzten Eindruck. Ich fuhr zurück in das Dorf und fragte beim Bauern, ob ich mein Zelt auf seiner Wiese aufstellen darf. Nachdem ich auch meinen Wasservorrat dort auffüllen konnte war das Abendbrot und Nachtlager gesichert.



Hollenstedt, an der Northeimer Seenplatte



01.10.2014 Dörnten-Gifhorn

und er lebt doch

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Auf dem Weser-Harz-Heide-Radweg fuhr ich bis Werlaburgdorf und stand vor einer Eisenbahnbrücke. Diese Brücke ist Bestandteil des Radweges. Für mich war das nicht klar und ich fuhr zurück nach Werlaburgdorf und dort weiter auf der Straße bis Dorstadt. Nach Wolfenbüttel immer an der Oker entlang bis zu einem See mit dem klangvollen Namen Südsee. Von hier war es nicht weit bis zum Ortseingansschild von Braunschweig. Nach der Stadtgründung durch Heinrich den Löwen prägten über die Jahrhunderte die Welfen und die Hanse die Stadt. Auf dem Radweg gelangte ich durch herrliche Park- und Naturlandschaften, die sich entlang des Flusses Oker befanden bis ins Zentrum. Hier bestaunte ich das Rathaus, im Mittelpunkt des Platzes den Burglöwen, den Dom St. Blasii sowie die Burg Dankwarderode. Eine tolle Stadt, in der mir auch die vielen Radfahrer auffielen, die durch die Straßen düsten. In einem schönen Theaterpark machte ich dann meine Mittagspause. Nachdem ich die Stadt verließ war der weitere Radweg nicht zu finden, irrtümlich landete ich am Luft- und Raumfahrt Zentrum. Hier ging es nicht weiter und meinen Weg gab es nicht mehr. Der Umweg um das Flughafengelände betrug 5 Kilometer. Nach dem Mittellandkanal traf ich wieder auf den Weser-Harz-Heide Radweg, der mich bis nach Gifhorn brachte. An diesem Tag hätte ich weiter fahren können, beschloss aber, nach einer Stadtbesichtigung, zum nächsten Campingplatz zu fahren. Auf dem Weg dorthin wurde ich von einer netten Frau angesprochen, die mir Quartier in ihrem Haus anbot. Ich war baff und stimmte zu. Ihr Mann ist ein leidenschaftlicher Radfahrer und würde sich sehr über meinen Besuch freuen. Dort bekam ich alles, was ein Radreisender benötigt. Nach dem leckeren Abendessen saßen wir noch lange und fachsimpelten über Radthemen. Es war einfach nur super.



der Südsee auf dem Weg nach Braunschweig



02.10.2014 Gifhorn-Radenbeck

Es war frisch und diesig, wie an jedem Morgen in den letzten Tagen. Bevor ich auf meinen Radweg gelangte, passierte ich das gespenstisch im Morgendunst liegende Mühlenmuseum. Dann rollte ich durch Wälder. Der Weser-Harz-Heide Radweg verlief an vielen Orten schnurgerade durch die Landschaft. Zwischen Hankensbüttel und Steimke erwarteten mich wieder Steigungen von 2 – 4 %, danach ging es kontinuierlich von 105- auf 14 Höhenmeter abwärts. Nach einem Abschnitt mit Laubwald kam die Bokeler Heide, zu dem hellen Birkenwald bildete die Heide einen schönen Kontrast. Auf den umliegenden Feldern war die Kartoffelernte in vollem Gang. Zwischen den Orten Wieren und Esterholz gelangte ich an den Elbe-Seiten-Kanal. Hier tummelten sich Insekten, die mir ständig auf den Armen und Beinen klebten, in dieser Situation bekommt der Begriff “Tierfänger” eine völlig neue Bedeutung. Der Radweg hieß jetzt Ilmenau Radweg und brachte mich nach Uelzen. Die Hanse- und Heidestadt mit ihren aufwändig restaurierten Fachwerkfassaden und Backsteingiebeln. Hier können die Besucher durch die Twieten und Parks bummeln und zum Shoppen durch quirlige Einkaufsstraßen schlendern. Nördlich von Uelzen liegt der Ort Bad Bevesen mit seinem 12 Hektar großen Kurpark; er bildet das Kurzentrum. Die großen Freibecken der Jod-Sole-Therme und der Sauna-Garten grenzen an den Kurpark an. Über die anschließenden Dörfer, mit einem ausgeschilderten Umweg, fuhr ich dann zu meinem nächsten Campingplatz. Der Heidehof Radenbeck befindet sich in einem sehr ruhigen Dorf, abseits der großen Straßen. Das Dorf und auch der Heidehof selbst machen einen sehr urigen und gemütlichen Eindruck.



Mühlenmuseum am Morgen



03.10.2014 Radenbeck-Wismar

Beim Zusammenlegen meines Schlafsacks kam etwas Wehmut auf, er wurde zum letzten Mal verpackt und meine lange Reise näherte sich ihrem Ende. Mein Zelt war fast trocken und das brachte mir eine tüchtige Zeitersparnis, denn der Weg nach Wismar war noch lang. Im nächsten Dorf machte ich halt, Thomasburg hatte eine Wassermühle und die wollte ich mir noch ansehen. Von hier fuhr ich auf direktem Weg bis nach Bleckede und hoffte auf eine Fährverbindung nach Mecklenburg. Denn es war Feiertag, der 03.10.2014 ein Feiertag!!! Der Waldweg war ein loser Sandweg und es gab Passagen, bei denen ich nur schiebend vorwärts kam. Als ich dann um 8:00 Uhr am Fähranleger ankam war die Schranke geschlossen und ein Angler stand auf der Plattform und angelte gemütlich. Dank der Hinweistafel erfuhr ich, dass die Fähre an Feiertagen um 9:00 Uhr ablegt. Die Wartezeit verging schnell, denn es gesellte sich ein Radreisender dazu, der aus Dresden kam und den Elbe Radweg bis Hamburg fuhr. Wir erzählten eine Weile bis der Augsburger sich dann auf den Weg nach Lauenburg machte. Die Fähre brachte mich pünktlich an das andere Elbufer und die letzte Etappe konnte beginnen. In dem Dorf Besitz kam ich auf Geschwindigkeit, denn plötzlich verfolgte mich ein Schäferhund mit lautem Gebell. Er bremste dann jedoch ab und ich kam mit einem tüchtigen Schrecken davon. Auf meiner bisherigen Tour hatte ich nur gute Erfahrungen mit Hundehaltern und deren Hunden gemacht. Meine Route über die heimatlichen Dörfer kannte ich schon, blieb jedoch an einer Eichenallee stehen und nahm das Foto mit. Die Schilde kam auch in meine Fotosammlung. Auf einem unbefestigten Weg über die A 20 gelangte ich nach Zahrensdorf und weiter nach Wittenburg. Die Stadt wirkte an diesem Tag wie ausgestorben. Dann radelte ich nach Schwerin, am Neumühler See umfuhr ich die Stadt. Von Friedrichstal zum Margaretenhof und Pingelshagen bis nach Gross Trebbow. Diesen Weg nahm ich schon oft unter meine Räder, er führt zu meinen Radfreunden, die in der Nähe von Wismar wohnen. Bei Karen hatte ich mich schon angemeldet, denn sie wollte von mir das “Zielfoto” an der Ostsee bzw. in Wismar machen. Um 16:15 Uhr kam ich in Proseken an. Karen empfing mich auf der Straße mit einem kleinen Transparent. Bevor wir zum Hafen fuhren, tranken wir noch Kaffee und es gab auch ein leckeres Essen für den ausgehungerten Radfahrer. Karen kennt das als begeisterte Radreisende aus eigener Erfahrung. Sie fuhr in diesem Jahr schon nach Großbritannien. Dann wurde es höchste Zeit, damit wir mit den letzten Sonnestrahlen des Tages die Fotos machen konnten. Als die Fotos im Kasten waren, begleitete sie mich noch zum Zug und ich fuhr mit der DB nach Schwerin.


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Campingplatz Radenbeck


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Kommentare

  • Blula

    Ein interessanter und schön bebilderter Tagebuchbericht, den auch ich als Nichtradlerin sehr gern gelesen habe. Ich bin deshalb schon gespannt auf die Fortsetzung.
    LG Ursula

  • INTERTOURIST

    Das ist wirklich ein gut geschriebener Bericht der sich sehr kurzweilig liest.
    Danke für den informativen Content.
    Grüße Jörg

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Adria - Ostsee - Fahrradreise 4.60 5

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