Mein zweitägiger Aufenthalt in der Tundra

Reisebericht

Mein zweitägiger Aufenthalt in der Tundra

Reisebericht: Mein zweitägiger Aufenthalt in der Tundra

Wer Bären aus nächster Nähe (nicht im Zoo) sehen möchte, kann ich nur den Kurzaufenthalt in der Hudson-Bay/Kanada, empfehlen.

Mein zweitägiger Aufenthalt in der Tundra Kanadas
Auch dieses Jahr habe ich mich wieder für einen Urlaub in der Kälte entschieden, d.h. ich flog ins Land der Polar-Eisbären, nämlich nach Churchill in der Hudson-Bay, Kanada.
Churchill ist ein ca. 800 Seelen-Ort, etwas trist und unwirtlich, aber dennoch sehen die Leute zufrieden aus. Auch haben sie sich mit der Tatsache arrangiert, dass jeden Moment ein Eisbär ihren Weg kreuzen könnte.
Sie finden in der Natur immer weniger zu fressen und nähern sich den Bewohnern, in der Hoffnung irgendwie zu fressbarem zu gelangen. Auch sind die Haustüren nicht abgeschlossen, so dass, sollte jemand einem Bären begegnen, er sich schnell dahinter retten kann.
Von Churchill geht es zuerst mit dem Bus zur Basisstation der Buggys und dann noch zwei Stunden mit dem Spezialfahrzeug hinaus in die Tundra, zu unserer Lodge.
Bereits während des Abendessens bekommen wir Besuch von einem wunderschönen Eisbär. Wir können ihn aus nächster Nähe – bestens geschützt -
beobachten.
Am nächsten Morgen, nach dem Frühstück, geht es gegen 08.30 Uhr mit unserem Buggy hinaus in die Tundra. Wege gibt es hier nicht, aber unser versierter
Fahrer kennt sich bestens aus und fährt sein Gefährt sicher durch das mondähnliche Gebiet. Es dauert nicht lange und schon kommt uns eine Bärenmama mit ihren beiden Jungen entgegen. Es ist toll mit anzusehen, wie liebevoll und fürsorglich sie mit ihren Kleinen umgeht. Wir werden noch auf viele Eisbären treffen, die uns jedoch überhaupt nicht wahrnehmen. Sie schlafen, recken und strecken sich immer wieder, aber das war‘s dann auch schon.
Auch am nächsten Tag treffen wir immer wieder auf die Mama mit ihren beiden Jungtieren. Diese wird auch heute wieder durch eine andere Bärin mit ihrem Kleinen gejagt. Sie schafft es jedoch immer wieder, einen sicheren Abstand zur anderen Bärin zu schaffen.
Unterwegs kommt uns ein kleiner Silberfuchs entgegen und kaum ist dieser verschwunden, entdecken wir einen wunderschönen schwarzen Fuchs (sein Rücken zeigt schon eine silberne Färbung). Er strotzt vor Lebensfreude und bietet uns eine tolle Schau, springt in die Höhe, läuft im Kreis herum, läuft irgendetwas hinterher, besinnt sich, springt zurück und macht die unglaublichsten Kapriolen. Unsere Fotoapparate klicken im Nonstop-Modus.
Unter anderem sehen wir eine Schnee-Eule, Schneehasen, Schneehühner und kurz bevor wir die Tundra am zweiten Tag verlassen, begibt sich ein Rotfuchs aufs Eis. Er ist sich scheinbar seiner Schönheit bewusst, denn minutenlang können wir ihn bewundern.
Und dann ist unser Aufenthalt in der Eisbären-Welt vorüber und es geht zum Churchill Flughafen, wo uns ein Kleinflugzeug wieder zurück nach Winnipeg bringt, dort nehme ich den Flieger nach Montreal, wo ich noch einige Tage bleibe.
Es war ein wunderbares Erlebnis, die Eisbären in ihrem eigenen Lebensraum, der leider immer kleiner wird, zu beobachten.



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Kommentare

  • Blula

    Ich habe Dich hier lesenderweise sehr gerne in die Tundra Kanadas begleitet. Eisbären und andere Bewohner dieses Region mal so aus nächster Nähe beobachten zu können, das muss schon ein ganz besonderes Erlebnis gewesen sein. Auch die schönen Fotografien, die Du Deinem guten Kurzbericht beigefügt hast, sprechen dafür.
    LG Ursula

  • Wilfried_S.

    Ich habe zwar schon einmal (in GEO oder in National Geographic - kann micht nicht mehr genau erinnern) über Churchill einen Bericht gelesen, es ist aber interessant, auch eine Schilderung einer "normalen" Besucherin (d.h. nicht ProfifotografIn oder AutorIn) zu lesen.
    lg Wilfried

  • u18y9s26

    Danke für den Bericht aus einer sehr fernen Welt! LG Ursula

  • Ra2006

    Servus,dein Bericht hat mir sehr gut gefallen. Vor Jahren habe ich einen interresanten Artikel über Churchill gelesen.
    Die Wette des Jahrhunderts:
    Der Einsatz war 7 Dollar. Der Gewinn könnte hunderte von Millionen Dollar betragen. Goldman Sachs war nicht beteiligt. Getätigt hat die Wette ein Eisenbahn-Mogul aus Denver namens Pat Broe. Er kaufte ein kleines Nest am Westrand der Hudson Bay, das keiner mehr haben wollte. Das war 1997. Churchill heißt das Kaff mit 1.000 Einwohnern. Je weiter sich das Eis der Arktis in den kommenden Jahren zurückzieht, desto länger im Jahr können von hier aus Schiffe mit Weizen, Metallen und Maschinen gen Europa und Russland aufbrechen. Pat Broe kaufte 1997 aber nicht nur den 1.000 Kilometer vom Polarkreis entfernten Stadthafen. Er erwarb auch gleich für elf Millionen Dollar die 1.200 Kilometer lange Hudson Bay-Linie.
    Servus,René

  • madiko

    Der Bericht ist sehr einfühlsam. Man merkt deinem Bericht deine
    Naturverbundenheit an. Mach weiter so !!!!!!!!!!!!!!!!!!!

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