... eine Ayurvedakur in Sri Lanka

Reisebericht

... eine Ayurvedakur in Sri Lanka

Reisebericht: ... eine Ayurvedakur in Sri Lanka

Kein lockerer Wellnessbadeurlaub, sondern eine medizinische Erfahrung mit Langzeitwirkung

Ayurvedakur auf Sri Lanka

Sa. 19.11. bis 04.12.16
Ayurvedakur im Barberyn Beach Resort
Sri Lanka, Weligama

Sa. 19.11.16
München-Sri Lanka
Wir haben nach ein paar Jahren mal wieder eine Ayurvedakur im Barberyn Beach gebucht ... Usch und ich. Pünktlich im A330 der OmanAir, mit großzügigen Sitzreihen in der Holzklasse, waren wir in 6 1/2 Std. in Muskat. Knappe 2 Std. um sich die Füsse zu vertreten und Zeit für einen Milchkaffee ... dann geht es weiter. Diesmal schon schwer übermüdet ... 5 Std. enger, kleiner, voller ... fertig! ... im wahrsten Sinn des Wortes. Der Abholservice wartete nicht nur auf uns, sondern auf noch zwei Münchner, die mit Emirates gekommen sind. Nach weiteren 2 1/2 Std. im Kleinbus durch Tropengewitterschauer kommen wir im Dunklen an ... im Barberyn Beach Resort, Weligama, ganz im Süden von Sri Lanka. Die Begrüßung mit duftendem Blumenschmuck für den Hals, feuchte Tücher für Gesicht und Hände und Mangosaft für die durstige Seele. Unser Zimmer 11 liegt wunschgemäß im untersten Stock ... natürlich mit Meerblick. Die Ayurvedakur auf Sri Lanka kann beginnen.
So. 20.11.16 trübes Wetter mit Regenschauer 26°
Gegen 10 Uhr haben wir unsere Arztvisite. Urlaubspatienten, die das schon hinter sich haben, sitzen bereits in grünen Tüchern gewickelt zum Abholen für die Anwendungen bereit. Jede von uns verbringt fast eine Stunde bei der Ärztin. Neben Puls- und Augendiagnose kommen noch Blutdruckmessung, Lunge abhören ... und gefühlte 1000 Fragen. Die Bestimmung der Doshas und die Festlegung der Anwendungen, Kräutermedizin usw. Danach dürfen wir gleich zum Lunch. Noch können wir am Buffet ungehemmt zuschlagen, denn unsere Anordnungen zum Essen hat die Aufpassärztin noch nicht. Sie wandelt mit Patientenanweisungen unterm Arm entlang des Buffets und achtet streng darauf, ob wir auch wirklich nur das auf den Tellern häufeln, was gut für uns ist. Also ... alle Currys werden erst einmal durchprobiert ... leider immer nur ein Klecks, denn es sind sooo viele. Linsen, Kartoffeln, Pilze und mir völlig unbekannte Gemüsesorten. Fisch in Teig gehüllt ... Vor jedem Gericht liegt die Hauptzutat im Rohzustand samt Schildchen mit Hinweisen bei welchen Beschwerden es hilft bzw. schadet. An gut der Hälfte der Buffetspeisen sind fette rote Warnhinweise und für die eine oder andere Diät total verboten. Ich fürchte, ab heute Abend auch für mich! Auf dem Dessertbuffet steht sogar eine Schwarzwälder Torte!!!! ... das ist vermutlich nur für die ganz zarten Geschöpfe. Gleich nach der Mittagsruhe beginnen wir mit den Massageanwendungen. Mädels werden von Mädels massiert ... Jungs von Jungs. Zuerst Kopf und Schulter dann geht es auf den Massagetisch und die Synchronmassage beginnt ... Zwei zarte Mädels kneten mit festen Händen das lauwarme Kräuteröl in die Haut ... es folgt eine Klopfmassage mit warmen Kräutersäckchen und kurz bevor man in den siebten Himmel abhebt, ist der Spaß leider schon zu Ende. Bei mir folgen Augentropfen und ein Schnapsglas Medizin, was einen sofort auf den Boden zurückholt. Wieder ins grüne Tuch gehüllt wird man zum Ausruhen und für die Kompressenbehandung in den überdachten Kräutergarten gebracht. Heiße Packung in den Rücken und auf die Fußgelenke, Paste ins Gesicht und Salbe hinters Ohr. Auf der Nebenliege verschwindet jemand in einen Ganzkörperwickel ... 3 x ertappe ich mich, dass ich zu schnarchen beginnen will ... damit wäre ich allerdings nicht allein! Die nächste helfende Hand bringt einen ins Kräuterbad ... unter der Dusche werden die gröbsten Kräuterpastenreste und Öl entfernt, dann in die Wanne ... ich werde mit warmen Kräuterwasser übergossen, abgerubbelt, in neues Grüntuch gehüllt und zur Akupunktur gebracht. Die Ärztin dort kenne ich noch vom letzten Aufenthalt ... die 18 Nadeln, verteilt auf Kopf, Hand, Ohr und Bauch sind so schnell gesetzt, dass man es kaum mitbekommt. Wieder ruhen und der unwiderstehliche Drang zum Schnarchen. Das war's für heute ... aber noch nicht ganz. Die Arzneiärztin drückt mir die Kräutermedikamente für den Tag in die Hand. Ein halbes Fläschchen von dem, das bittere Pulver mit Honig dann, die Kügelchen mit Warmwasser um 2 Uhr ... usw. man ist beschäftigt! Am Spätnachmittag noch ein Kurzspaziergang am Meer entlang. Es ist Flut und die Brecher donnern an den schmalen Strand ... der Küstenabschnitt ist mehr für Surfer als für die Schwimmer geeignet ... für uns gibt es aber einen Pool für´s geruhsame planschen.
Mo. 21.11.16
Sonnenschein 29° ... ab 16 Uhr Monsunschauer
Das Resort liegt mitten im dschungelgrünen Parkgarten direkt am Meer. Es sind drei Gebäudetrakte ... die sehr großzügige Lobby ... wo es den WLAN-Empfang gibt, dann das Medizinzentrum einschließlich Küche, Restaurant sowie Gesellschaftsräume. Die Zimmer im schlangenförmigen Übernachtungstrakt sind verwinkelt über 3 Etagen verteilt am Steilhang gebaut. Wer keine Stufen laufen kann/mag, für den gibt es langgeschwungene, breite Rampen. Die Zimmer sind hell und mit schweren Holzmöbeln im schlichten Kolonialstil eingerichtet ... wen es interessiert, der kann sich alles anschauen unter dem Beach Resort Weligama bei ... barberynresort.com ... denn es gibt noch ein Reef Resort in Beruwela. Das internationale Publikum ist bunt gemischt ... von Jung … 20 Jahre + bis Alt … 85 Jahre +. Viele Paare und erstaunlich viele allein reisende Männer. Unsere früheren Ayurvedakuren hatten stets einen respektablen Frauenüberschuss ... nein, auch Männer wollen mittlerweile ihre Krankheiten und Wehwechen in den Griff kriegen ... abnehmen, die Leber entgiften, die Schlaflosigkeit oder den Burnout besiegen … alles ist möglich. Man sollte jedoch nicht dem Fehler unterliegen, es handelte sich um eine lockere Wellnesskur ... Ayurvedamedizin wird hier ernsthaft betrieben. Ein paar Pfauen stören mit ihren Rufen die Stille ... eine Affenfamilie macht tägliche Turnübungen im Dschungelgarten ... Streifenhörnchen jagen durchs Gelände ... bunte Vögel trällern zu jeder Tageszeit. Heute nehmen wir das kostenlose Ausflugsangebot an und fahren in die benachbarte Stadt Galle. Doch kaum sind wir dort, gießt es wie aus Eimern ... wir werden beim Geschäft für Touristenkitsch freigelassen ...
an Flucht ist jedoch nicht zu denken, denn bei diesem Regen helfen auch keine Schirme mehr. Alle Ausflügler wollen dann doch lieber wieder zurück weil es die nächsten Stunden nicht aufhören wird ... Ich möchte Euch nicht weiter mit täglichen ReiseNews nerven, denn unser Tagesablauf wird sich immer in gleichen Bahnen bewegen ... vielleicht mal eine neue Medizin, eine zusätzlich Anwendung ... ein anderer Ausflug in die Umgebung ... die Tage werden sich gleichen.
Weiter geht es mit Fr. 02.12.16
28° C trocken, bedeckter Himmel
14 Tage war das Wetter nun schwer durchwachsen, mehr trübes Licht und bedeckter Himmel statt strahlende Sonne und sternenklare Nacht. Der viele Regen der anfänglichen Tage kam noch dazu. ... Die Bevölkerung spricht von El Niño, denn die miese Wetterlage endet eigentlich schon im Oktober. Doch vom besseren Wetter hat man sowieso nicht besonders viel. Die täglichen Hauptbehandlungen nehmen schon allein 3 Stunden in Anspruch ... Synchronmassage, Kräuterpackungen, Kräuterbad, Akupunktur ... zwischendurch noch zum Mittagsbuffet. Über den Tag verteilt kommen dann noch die täglichen Spezialanwendungen, die nicht nur den Bedürfnissen der Kurlauber angepasst sind, sondern auch der Wiederherstellung des Köpergleichgewichtes (Doshas) und der Reinigung dienen. Dazu die passenden Kräutermedikamente zu bestimmten Tageszeiten. Mal heißt es nach einer Anwendung ... vier Stunden kein Wasser ... weder duschen, baden, schwimmen ... dann wieder mal zwei Stunden blankes Nichtstun ... nicht lesen, reden, schreiben ... es gibt noch die Kombinationen mit kein Wind, kein Wasser, keine Sonne ... usw. Es bleibt einfach kaum Zeit. Unser Zimmer liegt ab Mittag im Schatten und so kann man die kurzen Ruhephasen auf dem Balkönchen auch gut aushalten ... zumal der Blick Richtung Meer schon mal mit Kinovorstellung ist ... wenn sich vor uns die Affen in den Bäumen jagen und das Oberhaupt sich laut brüllend in Pose schmeißt oder in der Dämmerung die Flughunde ihre Runden drehen. Die Kurlauber die zur Zeit da sind, kommen überwiegend aus den deutschsprachigen Ländern. Etwa 80% Deutsche, Schweizer, Österreicher. Der Rest ... Niederländer, Schweden, Japaner, Amerikaner, Tschechen ... sogar eine Dame aus Saudi Arabien. Eine Hand voll eher jüngerer Damen, die sich wohl mehr Wellness als Medizinanwendungen gewünscht hätten und etwas angefressen durch die Gegend laufen. Die meisten Kurlauber wissen auf was sie sich eingelassen haben. Sie sind meisten Wiederholungstäter denn ihre Wehwechen sind vielseitig. Man sieht ihnen all ihre Einschränkungen nicht an ... aber so manch einer schleppt sich mit kompakten Krankheitsbildern herum.

Sa. 03.12.16
31° C von klaren bis leicht trüben Sonnenwetter
Frau Schweden, 1,85 groß mit langem Blondhaar und Silikonbusen schreitet in ihren bunten Flattergewändern durch die Gänge und hält nach Bewunderern Ausschau. Sie fühlt sich sichtlich unwohl zwischen den Leuten in bequemer Kleidung und hatte wohl auf Wellness, Drinks und Disco am Pool gehofft. Nein, es gibt weder Radio, TV noch Kinoprogramm. Wenn die Wolken verschwinden gibt es einen wunderbaren Sternenhimmel, tagsüber kann man den Pfauen und Affenhorden zuschauen ... zu trinken gibt es heißes Wasser, undefinierbare, meist gutschmeckende Obst/Gemüsesäfte oder Kräutertees und bei den Anwendungen läuft im Hintergrund Meditationsmusik ... ansonsten gibt es nix ... Oh doch ... eine kleine Muckibude mit Laufband, Fahrrad & Co. Man wird die ölige Hautschicht dank der vielen Anwendungen nicht so einfach los ... da hilft keine Seife und kein Rubbeln. Kaum fühlt man sich fettfrei, schon wartet die nächste Kräuterölbehandlung. Lockere Kleidung, die auch mal einen leichten Ölfilm vertragen kann, ist da von Vorteil. Aus den FlipFlops kommt man auch selten raus, da es immer mal wieder regnet und die Schuhe innerhalb der Häuser draußen bleiben ... man läuft barfuß. Abends hockt man in den Sitzgruppen zusammen und unterhält sich ... oder holt sich schnell mal in der Lobby die weite Welt aufs Handy/Tablet & Co. Krankengeschichten werden selten erzählt ... aber hin und wieder ergeben sich Gespräche, wenn man erstaunt erkennt, wie viele doch immer wieder hier Ayurveda machen. So wie die Asthmakranke, die statt ewiger Nordseeaufenthalte nun alle paar Jahre kommen, denn es würde ihr danach fast zwei Jahre lang gut gehen. Einige Nierenentgifter sind da ... aber auch Parkison und der MS-Kranke, dessen Schübe, wie er sagt, danach seltener kommen ... Migräne sowieso. Die Männer bekämpfen vordergründig ihre Schlaflosigkeit, Stress bzw. Burneout und lassen ihre Leber entgiften. Dann sind einige dabei, die sich nach einer schweren Krankheit wieder aufbauen lassen, oder wie die meisten … es für nötig erachten abzunehmen oder einfach etwas für die Gesundheit zu tun ... so wie wir. Nicht zu vergessen die mit der Arthrose in Schulter, Knie und Hüfte und natürlich Rücken, Rücken, Rücken ... so wie ich. Wie aus dem Nichts, hat sich vor ein paar Tagen mein Rücken wieder einmal mit Starkschmerzen gemeldet. Mit Kompressen über Nacht und Spezialanwendungen bei Tag war ich sofort schmerzfrei ... hoffe, dass es anhält, wenn ich ohne Anwendungen auskommen muß.

So. 04.12.16
Tiefschwarze Nacht mit angenehmer + 24° morgendlicher Kühle
Gestern war noch die letzte Arztkonsultation. Aushändigung der Berichte und Anweisung für die weitere Gesundung ... noch etwas Medizin als Ausklang für zu Hause. Wir fühlen uns nach 15 Tagen Kur wie runderneuert sind fit wie ein Turnschuh und bringen ein paar Kilo weniger auf die Waage. Der Tag wird nicht lustig wenn man um 3:00 Uhr aufstehen muß. Aber wir haben es nicht anders gewollt. Statt wie vorgesehen schon am Samstag nach Colombo zu fahren, ein schickes Hotel zu nehmen um dort vor Abflug zu übernachten ... und bei einem kühlen Bierchen bzw. Weinchen das neue Gesundleben zu beginnen ... bleiben wir bei Kräutertee bzw. Heißwasser und starten von hier aus. Früher benötigte man über 4 Stunden für die Strecke Weligama-Colombo, heute -dank Autobahn- nur noch 2 1/2 Std.. Der hauseigene Chauffeur-Abholdienst ist nicht ganz pünktlich … hoffentlich wird es nicht zu knapp. Wir bekommen ein kleines Verpflegungspaket mit Obst und Kekse, dann geht es los. Obwohl früher Sonntagmorgen … ist ganz schön was los auf den Straßen. Trotz 80 km/h innerhalb der Ortschaft überholen uns die Busse mit höllischem Gehupe und halsbrecherischen Manövern … nur auf der Autobahn haben wir freie Fahrt. Gleich 3 x müssen wir mit dem Gepäck am Flughafen durch die Sicherheit. Mit meiner kleinen Wasserflasche im Handgepäck habe ich trotzdem kein Problem in den Flieger zu steigen. Wir heben mit OmanAir pünktlich vom Boden ab, steigen in Muskat um und haben dabei zwei Stunden Zeit um die Füße zu vertreten. Pünktlich gegen 19 Uhr landen wir bei minus 6° in München …



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