2016.03 Angkor - Siam Reap- Kambodscha

Reisebericht

2016.03 Angkor - Siam Reap- Kambodscha

Reisebericht: 2016.03 Angkor - Siam Reap- Kambodscha

Lange hegt man einen Traum und ganz plötzlich geht er in Erfüllung.

Auf unserer Thailandrundreise ergab sich die Möglichkeit einen Abstecher nach Kambodscha und nach Angkor zu machen.
Die Ruinen standen schon lange auf dem Programm.

Den Flug von Bangkok nach Siam Reap gibt es für unter 100 €, da haben wir sofort gebucht, ohne uns zunächst über das "Quirlen des Milchozeans" zu informieren.

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Angkor Wat



Die Schlange Vasuki

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Entgegen der weitläufigen Meinung hat Angkor zunächst einen hinduistischen Hintergrund. Erst später wurde die Anlage als ein buddhistischer Tempel weiter betrieben. Die Reliefs im Angkor Wat erzählen die Sicht der Hindus auf die Entstehungsgeschichte.
Zum besseren Verständnis sollte man unbedingt einmal die Erklärung auf Wikipedia zum "Quirlen des Milchozeans" lesen.
Zusammengefasst geht das in etwa so:
Götter und Dämonen stritten ständig miteinander und viele von ihnen kamen in den Kämpfen um. So baten sie Vishnu um Rat und dieser schlug den Göttern ein Bündnis mit den Dämonen vor, um Amrita, das Getränk der Unsterblichkeit, zu erlangen. Um den Berg Mandara (in anderen Versionen Meru genannt) wanden sie als Seil die Schlange Vasuki und machten ihn so zum Quirl. Mit dem Einverständnis von Ozean und Vasuki konnte das Rühren beginnen. Die Götter zogen am Schwanz, die Dämonen am Kopf. Lange zeichnete sich kein Erfolg ab, der Berg drohte sogar im Ozean zu versinken. Da nahm Vishnu die Form einer riesigen Schildkröte (Kurma) an und kroch unter den Berg, um ihn auf dem Rücken langsam aus dem Wasser zu heben und zu stützen..




Apsara, himmlische Tänzerin

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Die Apsaras entstehen neben vielen weiteren Figuren, wie man oben auf dem Bild sieht, beim Prozess des "Quirlen des Milchozeans".
In jeder Ecke, an jeder Front, überall sind diese schön ausgeformten Tänzerinnen zu sehen. Die Körperhaltung und die Darstellung der Hände gibt Aufschluss über ihre Bedeutung, so man sie zu deuten versteht.
Umlaufend, unter der Arkade ist ein durchgehendes Relief und das auf allen vier Seiten.



Angkor Wat



Angkor Wat

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In letzter Zeit gab es einige neuere Veröffentlichungen über den Niedergang des riesigen Reiches.
Die Basis allen Wirkens war ein ausgeklügeltes Wasserwirtschaftssystem. In Kambodscha regnet es normalerweise 6 Monate und es ist 6 Monate trocken. Ein solch schweres Bauwerk wie Angkor Wat wäre ohne Wassergraben, der die Erde gleichmäßig feucht hält, innerhalb kürzester Zeit zusammengebrochen.
Drei Ernten konnten nur durch die riesigen Rückhaltebecken für das Regenwasser und ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem erreicht werden.
Zum Ende der Hochkultur mussten zu viele Menschen ernährt werden und es gab eine ca. 30 Jahre lange Periode von Wasserknappheit, welche eine Analyse der Wachstumsringe bei alten Bäumen in ganz Süd-Ostasien ergeben hat.
Dazu kam ein Fehler, der bei den Wassergräben gemacht wurde, durch den der Wasserspiegel um ca. 1,5 Meter in dem ganzen Gebiet abgesenkt wurde.
Nach und nach wurde das Gebiet verlassen, Angkor Wat diente jedoch noch sehr lange als buddhistischer Tempel.



Bayon Tempel, Angkor



Der Bayon Tempel ist in seiner Komplexität, der Reliefs und der Gesichtertürme kaum zu erfassen. Besichtigt man die Anlage am Morgen, ist man überwältigt, kommt man am Abend noch einmal, hat man völlig andere Eindrücke.
Im späten 12. Jahrhundert begann König Jayavarman VII. (regierte von 1181 bis ca. 1219) mit dem Bau der neuen Hauptstadt des Khmer-Reiches, Angkor Thom (große Stadt). Im Zentrum der 9 km² großen, von einer Mauer umgebenen, etwa 1 km nördlich von Angkor Wat beginnenden Stadt, wurde der Bayon als Haupttempel errichtet.
Die Gesichter der Reliefs sollen übrigens den König darstellen.



Bayon Tempel, Angkor

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Bayon Tempel, Angkor

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Mr. Roeun

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Wer am Airport in Siem Reap ankommt und schon den Transport zum Hotel organisiert hat wird bestimmt von einem Tuc-Tuc Fahrer abgeholt.
Mit diesem ersten Kontakt entwickelt sich eine Beziehung die, so man es wünscht, für die ganze Zeit des Aufenthaltes in Angkor erhalten bleibt.
Wir haben ein 3 Tages Ticket gelöst und unseren Mr. Roeun für 3 Tagesfahrten gebucht.

Die Gesellschaft in Kambodscha macht auf uns einen völlig zerissenen Eindruck. Während der Hotelmanager mit Lackschuhen und Armanianzug stolziert, verdient unser Fahrer (wenn es gut läuft) 80 $ im Monat.
Der Klassenunterschied wird nach den Erfahrungen mit den Roten Khmer stillschweigend hingenommen. Das Währungssystem basiert eigentlich auf US-Dollar.

Mr. Roeun, der immer so fürsorglich und dezent zurückhaltend war, hat uns seine Lebensgeschichte erzählt. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Zu einer Hochzeitszeremonie mit der Familie hat es nicht gereicht, also nur mit Priester im kleinen Kreis. In der Regenzeit ist er arbeitslos. Die Familie hat in einem Slum gewohnt, im Monsun waren dort immer viele Schlangen und seine Frau hat schlimmen Husten bekommen.
Eines Tage sind ein deutsches Ehepaar mit ihm gefahren. Weil er so nett war, sind sie ins Gespräch gekommen und er hat ihnen seine Lebensumstände geschildert.

Das Ehepaar hat ihn im Slum besucht und dann in einem (Township) in der Nähe von Angkor Wat für 3.000 $ ein Haus gekauft. Es ist wohl nicht groß, aber Mr. Roeun und seine Familie sind überglücklich.

Also seien sie nicht zu kleinlich mit dem Trinkgeld, die Menschen hier sind arm und auch heute noch durch den Krieg in der Gesellschaftsstruktur zerstört.



Der nächste wichtige Tempel ist Ta Prohm, der beeindruckendste Tempel von allen und Bildgeber für die "Tomb Raider" Geschichte.



Ta Prohm, Angkor "Tomb Raider"

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Kommentare

  • Blula

    Liebe Birgit,
    ich muss sagen, hier hast Du einen wirklich erstklassigen Bericht über Angkor Wat veröffentlicht. Diese bekannte Tempelanlage zieht ja Kulturinteressierte und Entdecker aus aller Welt an. Man hat selbstverständlich auch schon viel über Angkor Wat gelesen, aber es ist zumindest mir, die ich leider noch nie dort gewesen bin, so einiges von dem, was Du hier schreibst, bislang nicht bekannt gewesen. Ich finde es auch gut, dass Du in Deinem Bericht nicht nur die beeindruckenden Bauwerke beschreibst, sondern dass Du u.a. auch noch das Grauen, welches die Bevölkerung in jüngerer Vergangenheit heimgesucht hat, ansprichst.
    Danke für diesen lesenswerten Bericht und die sehenswerten Fotografien dazu.
    LG Ursula




  • biggipomm

    Liebe Urula,
    zuerst einmal Danke für Deine Bewertung.
    Ich glaube Du bist diejenige die hier im ganzen Blog am längsten und am intensivsten dabei ist. Mir scheint Du kennst alle Reiseberichte die hier veröffentlicht wurden und hast bei ganz vielen Kommentare abgegeben..

    Ich versuche bei meinen Berichten einen eigenen Stil zu finden. Ich lade sie mir dann herunter , bearbeite nochmals und speichere dann um zu drucken. So sachlich korrekt wie Dein Reisebericht über Bangkok kann ich das gar nicht.
    Deshalb möchte ich Dich fragen, ob ich in meinen Bangkokbericht für die, die sich intensiver damit beschäftigen wollen, einen Link zu Deinem Bericht einfügen darf?!
    Wir waren im Zusammenhang mit Kambodscha auch noch 7 Wochen auf Thailandrundreise und damit es nicht zuviel wird, wollte ich Bongkok wie Kambodscha ausgliedern.

    LG Birgit

  • Blula

    Liebe Birgit! Was den Link zu meinem Bangkok-Bericht angeht, da habe ich im Prinzip nichts dagegen. Er ist natürlich schon ein paar Jahre alt, aber ich denke, er hat inhaltlich und im Großen und Ganzen auch an Aktualität nicht allzu viel verloren.
    LG Ursula

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