Meraner Höhenweg und Texelgruppe

Reisebericht

Meraner Höhenweg und Texelgruppe

Reisebericht: Meraner Höhenweg und Texelgruppe

Im Oktober 2016 habe ich mich spontan beschlossen 4 Tage in Südtirol wandern zu gehen. Ich bin den nördlichen Teil des Meraner Höhenwegs gewandert und habe die Texelgruppe überquert um wieder an meinen Ausgangspunkt, Pfelders, zu kommen.

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03.10.2016

Planung und Anreise

Shettlandpony bei Pfelders

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Hallo liebe Leser,
nach meiner „frühsommerlichen“ Solo-Tour auf der norwegischen Hardangervidda habe ich mich sehr kurzfristig dazu entschlossen im Herbst noch einmal auf eine mehrtägige Wandertour aufzubrechen. Die Frage, die sich Anfang Oktober natürlich stellt ist: Wo kann man noch bei einigermaßen angenehmen Temperaturen mit dem Rucksack auf Tour gehen? Eigentlich wollte ich erst den Adlerweg gehen (mit Start in Sankt Anton a. A.) allerdings schließen die DAV Hütten auf in dieser Gegen alle Ende September. Da ich im Fernseher zufällig eine Reportage über den Meraner Höhenweg gesehen hatte, beschloss ich nach einiger Recherche was die Öffnungszeiten der Hütten betrifft auf diesen Rundweg „auszuweichen“.

Planung und Vorbereitung
Wie bereits erwähnt habe ich mich recht kurzfristig für den Meraner Höhenweg entschieden und wollte auch die Wettervorhersage für die eingeplanten Tage noch abwarten. Also fix vier Tage vor Start der Tour noch schnell die passende Wanderkarte bestellt, einen 40 Liter Wanderrucksack gekauft und alle Utensilien zusammen gesucht. Ich hatte bisher nur einen großen Trekkingrucksack, der für eine Hüttentour doch sehr überdimensioniert gewesen wäre.
Um die Tour bzw. die Tagesetappen planen zu können habe ich mich an einigen Reiseberichten im Netz orientiert. Dabei fällt bereits auf, dass die meisten Wanderer den MHW im Uhrzeigersinn gehen. Der Hauptgrund hierfür sind der Auf- und Abstieg am Eisjöchel, dazu aber später mehr. Das Eisjöchel ist mit 2895 m der höchste Punkt der Wanderung. Nur fünf Minuten und 20 Höhenmeter entfernt befindet sich die Stettiner Hütte.

Hinweis: Die Stettiner Hütte wurde 2014 durch eine Lawine zerstört. Sie wird aktuell wieder aufgebaut und bietet im Sommer (bis Ende September) Wanderern die Möglichkeit zur Einkehr. Es wurden für 2016 auch wenige Betten als Notlager angeboten. Da diese jedoch von Jahr zu Jahr wieder erneut beantragt werden müssen, sollte auf jeden Fall beim Hüttenwirt nachgefragt werden wie der aktuelle Stand ist, falls mach dort oben übernachten möchte.

Der gesamte Rundweg wird in diversen Foren, Reiseführern und Reiseberichten mit einer Gehzeit von vier bis acht Tagen, je nach körperlicher Verfassung, angegeben.

Tag 0 (Anreise)
Bei der Anreise per Auto habe ich mich für die Strecke über das Timmelsjoch entschieden, da ich meine Tour in Pfelders/Zeppichl starten wollte. Für die kurze Dauer genügt natürlich die 10-Tages-Vignette für Österreich (8,50 €) und für auch für die Passstraße über das Timmelsjoch gibt es eine „Kombi-Ticket“ für Hin- und Rückfahrt innerhalb eines Monats (21 €). Das Timmelsjoch bietet an einigen Stellen die Möglichkeit etwas über den Pass und die Gegend zu erfahren. Für die gesamte Anreise ab Villingen-Schwenningen war ich inkl. Pause an der Mautstelle am Timmelsjoch und am eigentlichen Pass ca. 6,5 Stunden unterwegs. Um 16:30 Uhr stand ich mit meinem Auto vor Pfelders. Die Betonung liegt dabei auf VOR. Denn Pfelders ist ein verkehrsberuhigter Naturparkort. Für mich bedeutet das, ich stehe vor einer Schranke mit Code-Feld und komme nicht weiter. Eine Infotafel klärt unwissende wie mich darüber auf, dass nur Einwohner und Übernachtungsgäste der lokalen Unterkünfte mit dem Auto nach Pfelders fahren dürfen. Also parke ich auf dem kostenlosen Parkplatz und rufe beim Gasthof Zeppichl, meiner ersten Übernachtungsmöglichkeit, an. Nach fünf erfolglosen Versuchen beschließe ich zu Fuß die letzten 2 km zum Gasthof zu laufen und das Wetter und das schöne Passeiertal zu genießen. Dort bekomme ich auch den Zugangscode für die Schranke, eine „Berechtigungs-Vignette“ für Pfelders und einen Parkplatz im Carport des Gasthauses. Zurück an der Schranke muss ich feststellen, dass der Code wohl nicht mehr aktuell ist und ich wieder niemandem im Gasthof erreiche… ärgerlich. Dann sehe ich, dass meine Pfelders-Vignette nur für die beiden Tage meiner An- und Abreise gültig ist und ich mein Auto ohnehin nicht für 4 Tage in Pfelders stehen lassen kann. Also packe ich meinen Rucksack, ziehe meine Wandersachen an und gehe wieder zu Fuß los. Ich bin ja auch zum Wandern hergekommen. Im Gasthof Zeppichl kann ich mir mein Bett im Bettenlager (26 €, inkl. Frühstück) aussuchen, denn ich bin alleine. Zum Abendessen gibt es eine Grießnockensuppe und anschließend Hausgemachte Steinpilzravioli. Das Essen ist südtiroltypisch super lecker. Ich schaue mir noch kurz die morgige Etappe auf der Karte an, lese etwas und gehe dann schlafen. Im Bettenlager hängt ein Schild mit dem Hinweis auf die Frühstückszeit, 7:30 Uhr bis 9:00 Uhr.


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Kommentare

  • gtrasher

    Gefällt mir gut, der Bericht.Kurzweilig geschrieben und trotzdem fast schon als Wanderführer auf der Strecke zu gebrauchen. LG Gerd

  • Blula

    Ja, dieser Bericht hat auch mir ganz ausgezeichnet gefallen. Er ist überaus unterhaltsam geschrieben und darüberhinaus auch noch gespickt mit jeder Menge wertvoller Infos, für die Dir hier so mancher Leser und Wanderfreund dankbar sein dürfte. Nun können wir uns hoffentlich auch bald auf Deinen hier bereits angekündigten Bericht über Deine frühsommerliche Solo-Tour auf der norwegischen Hardangervidda freuen ?
    LG Ursula

  • LiveLife

    Schön, dass euch der Bericht gefällt. Mein Norwegen-Bericht wird noch etwas dauern, kommt aber bestimmt!
    LG Thorbjörn

  • Peter_Righi

    Ich kenne den Meraner Höhenweg sehr gut und habe diesen Reisebericht mit Freude gelesen. Besonders lobenswert sind die vielen Tipps und Detailinformationen zum Weg. Ich kann dem Autor die Weiterführung über die Spronser Seenplatte und die Oberkaseralm empfehlen. Zum Abschluss kann man dann noch die Mutspitze oberhalb von Dorf Tirol besteigen und den Blick ins Tal erleben. Liebe Grüße, Peter

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