herbstliches Mittelmeer und Bernina-/Glacierexpress

Reisebericht

herbstliches Mittelmeer und Bernina-/Glacierexpress

Reisebericht: herbstliches Mittelmeer und Bernina-/Glacierexpress

Mit dem PKW über Italien an die Cote d´Azur, weiter in die Schweiz zur Fahrt mit dem Bernina-/Glacierexpress

Italien-Frankreich-Schweiz vom 16. bis 30.09.16

Fr. 16.09.16
München – Novi Ligure, Relais Villa Pomela, Zi. 203
Schönwetter mit Regenduscher
Bei schönem Wetter starten wir in München und wundern uns nicht schlecht, was uns alles so entgegenstaut. Wollen die alle zum Oktoberfest? In Bregenz hält uns die Stadtdurchfahrt etwas auf … aber dann geht es munter über die Schweizer Alpen … bis uns in Lugano der Regen erwischt. Doch bis wir Milano umschifft haben, scheint schon wieder die Sonne und unser erstes Fläschchen Gavi können wir mit den Restsonnenstrahlen und einer gegrillter Dorade bereits auf der Hotelterrasse genießen. Oberitalien … der Piemont oder heißt es das Piemont? … mittlerweile mit schlimmen Industriebeton überwuchert, selbst einige Strecken abseits der Autostrada quer über die Dörfer. Wo sind die großen Weideflächen … Reisfelder? … die bewaldeten Hügel? … die verträumten Orte … die schon damals mit ihrem morbiden Charme verzauberten. Die kleinen Orte haben längst diesen Charme verloren, sind heruntergekommen, an heftigen Schlaglochstraßen gelegen, schmutzige Häuser mit Bröselputz und undichten Dächern. Verfall … Das soll der reich Norden von Italien sein?

Sa. 17.09.
Novi Ligure – Antibes, Hapimag, App. 304
Schönwetter 25 ˚ C
Novi Ligure ist ein Outlet-Shopping-Paradies in beachtlicher Größe. Schon gestern beim Durchfahren des Ortes standen rechts und links am Weg Shopping-Centren im amerikanischem Stil. Einige Hotelbewohner scheinen auf Einkaufstour zu sein. Auch am Frühstücksnebentisch sitzen ein paar Leutchen mit allzu lässiger Hausgarderobe … (und das in diesem etwas gediegenen aber sehr hübschen ehemaligen Adelssitz) … sind zum Shoppen hergekommen. Am Empfang bekamen sie Prospektmaterial mit einem Päckchen Schnäppchengutscheinen in die Hand gedrückt. Wir beschließen für die Weiterfahrt, der Autobahn ade zu sagen. Fahren quer durchs ländliche Gelände … Hügel rauf und runter … mitten durch kleine Dörfer … hier ein einsamer Campanile mit verschachtelter Häusergruppe auf der Hügelkuppe, dort ein Kirchlein, ein Kloster und wieder Serpentinen hoch und runter. Das GPS hat schon die Orientierung verloren und sagt Dinge an, die wir lieber nicht fahren sollten. Ich glaube, die Dame im GPS mag Italien nicht so gern, denn schon gestern hat sie uns um Mailand nicht die beste Route empfohlen. Kurz vor San Remo geht es wieder auf die Autobahn … für die wir gleich mal 13 !!!! Euro berappen müssen für die paar Kilometer bis zur französischen Grenze. Auch entlang der Küste ist kaum noch etwas wieder zu erkennen. Alles zugebaut … und wo noch etwas Grünes herausschauen könnte, kleben Gewächshäuser an den steilen Hängen über dem Meer. Noch einmal viele Einbahnstraßen, und ein Roundabout am Nächsten und schon haben wir unser Hotel gefunden.

So. 18.09.
Schönwetter 25 ˚ C
Wir bleiben eine Woche in Antibes
Die Hotelanlage mit zwei Häusern samt Pool, liegt am Hang oberhalb des kleinen Stadtstrandes. Unsere 2-Zi.Wohnung liegt am Ende vom Ende und hat sogar zwei Terrassen. Und wenn man den Hals lang macht, können wir beim Frühstücken das Meer sehen. Palmen sowieso … die stehen gleich neben dem Pool in gleicher Richtung. Das Meer mit dem kleinen Stadtsandstrand liegt nur 300 m entfernt. Heute ist Sonntag und am Strand liegen sie dicht an dicht. Wir laufen lieber durch die engen Gassen der kleinen Altstadt, die sich völlig verschachtelt hinter einer fast vollständigen Stadtmauer duckt. Über den täglichen Markt schlendern wir und staunen über die horrenden Preise. Sind das etwa Touripreise? Sieht jedenfalls alles lecker aus … reife Tomaten, Riesenauberginen und Steinpilze … mmmh. Das Picasso-Museum im alten Grimaldipalast heben wir uns für später auf, nur das archäologische Museum besuchen wir auf dem Rückweg. Aber vorher sitzen wir beim Wein unter den Einheimischen in der schattigen Gasse … und fiebern mit Ihnen zusammen um die Platzierung der Formel 1, die auf einem großen TV-Schirm an der Hauswand flimmert … Am Abend flimmert dann das Berliner Wahlergebnis über unser App.-TV …

Mo. 19.09.
Schönwetter 25 ˚ C … was sonst!
Mal wieder zu lange geschlafen und rumgetrödelt … aber dann geht es los. Mit dem Auto fahren wir nach Juan les-Pins und weiter bis zur Spitze des Cap d´Antibes, kriegen mit Mühe einen Parkplatz am Privatstrand und wandern los. Immer am Wasser entlang zwischen den hohen Mauern der Grundstückseigentümern und dem felsigen Ufer mit glasklarem Meer. Der sehr schmale Weg ist oft in den Uferfels gehauen und gut befestigt. Wo man abstürzen könnte, gibt es sogar Geländer. Nur die gefühlten 500 Stufen rauf und runter in der Mittagshitze sind nicht ganz so prickelnd. Dafür gibt es immer wieder schöne Weitblicke bis Nizza und das Cap Ferrat oder nach Cannes und den vorgelagerten Inselchen. Ab und zu können wir auch über die hohen Anliegermauern schauen … in gepflegte Parkanlagen mit erstaunlichen Villen … toskanisch, provencial, römisch … postmodern … alles vom Feinsten. Die Mitwanderer auf diesem Weg können wir an einer Hand abzählen … allein auf weiter Flur! Nach gut zwei Stunden Fitnessstufentraining biegen wir auf den geteerten Rückweg ein und können nun die aufwändig gestalteten Zugangstore der ummauerten Villenpaläste bestaunen. Gleich zwei der Villen stehen zum Verkauf … 21.000 qm Parkgrundstück, 1.200 qm Wohnfläche … Preise unbekannt. Später sehen wir im Maklerschaufenster die Preise für reale Grundstücksgrößen von etwa 1.000 qm Grund mit 150 qm Wohnfläche … ohne Meerblick, ohne Pool, ohne Schnickschnack aber für 1,8 Mio. zu haben …

Di. 20.09.
Schönwetter 25 ˚ C … immer noch!
Heute kommen wir ein wenig früher in die Pantoffeln und fahren ins Hinterland nach Vence. Erstaunlich wie zugebaut es auch 30 km weit im Hinterland ist. Die einzelnen Orte sind nicht mehr erkennbar. Durchgängig bebaut … wie gehabt mit scheußlichstem Industriebeton und hässlichen Wohnsilos, dazwischen grüne Grundstücke mit netten Häusern. Die Altstadt von Vence klebt verschachtelt auf einem steilen Hügel. Wie immer, schaut der Kirchturm als höchstes Gebäude aus dem Häuserchaos heraus, drum herum Haus in Haus mit verwinkelten Gässchen. Wenn es gut geht, gibt es eine oder zwei befahrbare Sträßchen. Also Parkplatz vor den Altstadtmauern und zu Fuß weiter. Auch im Hinterland der Cote d´Azur tobt noch das allgegenwärtige Touriangebot. Duftstoffe in allen Varianten ... Lavendelsäckchen, Duftkerzen und Seifen mit den Gerüchen des Mittelmeeres und Fresstempel sowieso. Noch ein Besuch in der Chapelle du Rosaire, die nach den Plänen von Henri Matisse gestaltet wurde … Altar, Beleuchtung und die farbenfrohen Fenster … an den Wänden weiße Kacheln mit einfachen Strichzeichnungen … in/mit klaren, einfachen Formen … schön! Wir fahren weiter durch eine steile enge wasserführende Schlucht, schrauben uns auf 750 m Höhe bis zur Kehre Gorges du Loup, denn es gibt keine Brücke, um früher auf die andere Seite der tiefen Schlucht zu kommen. Auf dem Rückweg kommen wir durch Gourdon. Erneut ein kleines Altstadtnest, dass auf einem steilen Felshang klebt … aber ohne Industrieanlagen und Wohnsilos … dafür mit grandiosen Weitblicken von den Bergen zum Meer. Schroffe, grauen Felsen mit Pinien und Macchia, mittendrin immer wieder mal bewirtschaftete Höfe. Auch in Gourdon lebt man von Duftstoffen … Seife, Kerzen & Co. Über Magagnosc und Valbonne geht es zurück nach Antibes … und dann, mitten im dichten rollenden Berufsverkehr … da fährt uns eine junge Frau mit Kawums hinten drauf … Peng! Das Gegnerauto, ein alter verbeulter Peugeot, der schon einige Crashs hinter sich hatte … und die Dame gab sich trotzig pampig. Unser Auto ist mit einer verkratzten Stoßstange und verborgener Heckklappe davongekommen, alles Weitere wird man noch klären müssen.

Mi. 21.09.16
Schönwetter bis Gewitterregen 18˚
Zum Frühstück auf der Terrasse scheint noch die Sonne aber dann zieht sich der Himmel zu dunklen Gebräu zusammen und gewittert mit dicken Schauern. In einer Regenpause schaffen wir es zu Fuß in den Ort bis zum Picasso-Museum. Antibes wirkt leer, die Touris haben sich verkrümelt. Der alte Grimaldipalast … einfach, schlicht und relativ klein … ist entkernt worden und beherbergt in der obersten Etage Exponate von Picasso. Die restlichen zwei Geschosse sind für andere Dauerkünstler reserviert. Die große Terrasse, direkt über der Uferstraße, bietet heute einen tiefdunkelblauen Gewitterblick übers Meer. Unsere Kaffeekuchenpause findet in der mittlerweile freigeräumten Markthalle statt. Nach dem vormittäglichen Morgenmarkt wird die Halle geschubbt und mit der Bestuhlung der anliegenden Kneipen und Cafés aufgerüstet. Das Angebot reicht vom einfachen Wein/Bierausschank, über schicken Restaurants bis zum Kaffeekuchenauslage. Da sitzen wir auf wackeligen Stühlen, die Regencapes abgelegt und schauen der einheimischen Bevölkerung zu, die hier überwiegend Platz nimmt.

Do. 22.09.16
Schönwetter 22˚ … geht doch!
Den Tag vertrödelt, durch Antibes gewandert und geschlemmt … in kleinen Geschäften herumgestöbert am Strand nach den Schönen und Reichen Ausschau gehalten und in der Altstadt kreuz und quer gelaufen. Auf dem Rückweg bleiben wir bei den Boulespielern hängen. Männer allesamt … braungebrannt sowie längst im Rentenalter und mit allen Wassern gewaschen. Wort- und Gestenreich gehen die Mannschaften ernsthaftfröhlich gegeneinander an. Alkohol ist nicht im Spiel … aber ohne Rauchschwaden geht gar nichts!

Fr. 23.09.16
Schönwetter 24˚
Treffpunkt am Office, dann geht es zum Hafen zwischen Antibes und Cannes. Zusammen mit 6 weiteren Passagieren haben wir für heute eine 14m-Segelyacht mit Skipper gemietet. Entlang der Cote d´Azur Küste zwischen Cannes und Nizza, das ist unser Segelrevier. Mit Unterstützung des Basansegels fahren wir vollspeet auf Cannes, umrunden die vorliegenden Inselchen Sainte-Marguerite und Ile Saint Honorat … die seit dem 5. Jahrhundert nur von Mönchen bewohnt wird. Dort ankern wir zum Planschen im Meer, während der Skipper die Angel auswirft. Jeder kann zur Hand gehen, ob am Ruder oder beim Segeltrimmen. Zurück wird der Spinnacker gesetzt … und damit versuchen wir dann, mit dem schnittigen 3-Master Schritt zu halten … haben aber keine Chance. Am Abend gibt es eine gegrillte Dorade … dann heißt es zusammenpacken.

Sa. 24.09.16
Schönwetter 22˚
Antibes bis Hotel Elke, Genf
Bis wir den Einstieg zur Route Napoleon finden … dauert es. Aber dann geht es über schmalen Landstraßen die französischen Alpen rauf und runter … bis Grenoble, um dann auf der Autobahn weiterzufahren. Die Franzosen spinnen … für ein paar Kilometerchen Autobahn ohne Brücken oder Tunnels müssen wir 13,50 € berappen. Bis Genf ist es nicht mehr weit und so sind wir am späten Nachmittag bei Elke. Sie wohnt in einem kleinen Häuschen auf großem Grund im Vorort von Genf, nah der französischen Grenze. Der Rest des Tages … Gespräche im Garten … im Restaurant … in dicken Sofas bis spät in die Nacht ….

So. 25.09.16
Genf bis Biel, Hotel Reni
Schönwetter 23˚
Eigentlich wollte Elke uns IHR Genf zeigen … einmal Stadtrundfahrt und zurück … aber da gab es zuerst mal einen Brunch … und dann? … haben wir uns wieder verquatscht. So kommen wir erst gegen Nachmittag los. Recht schnell geht es dann über die Autobahn bis zu Reni nach Biel. Jetzt aber erst einmal die Füße vertreten und ein Gang durch Biel mit anschließendem Abendessen in der Altstadt.

Mo. 26.09.16
Schönwetter 23˚
Biel, Hotel Reni
Wir fahren mit dem Bus zur Taubenlochschlucht. Eine enge steile Schlucht mit tobendem Gewässer mitten in der Stadt Biel. Ein schmaler Weg mit vielen Stufen, eingehauen in die aufsteigenden Felswände in deren Mitte sich ein kleines Flüsschen in die Tiefe stürzt. Immer wieder muss die Schlucht auf schmalen Brückchen gequert werden … dann geht es auf der anderen Seite weiter. Weit unten tobt sich das kleine Flüsschen aus, weit über uns queren die Bahnlinie und die Autobahn. Oben angekommen, müssen wir ein Weilchen warten, doch dann kommt der Zug und bringt uns in nur wenigen Minuten zurück zur Stadtmitte von Biel. Seit ein paar Tagen spüre ich schon meinen Weißheitszahn … irgendwie ungut. Also lieber einen Termin beim Zahnarzt und nachschauen lassen bevor wir morgen weiterziehen.

Di. 27.09.16
Schönwetter 25˚
Biel bis Maienfeld, Hotel SwissHeidiHotel, Zi. 254
Wir verabschieden uns von Reni und nehmen die Autobahn über Zürich in Richtung Chur. Keine drei Stunden und wir sind schon da. Ein nettes Hotel unweit vom Bahnhof. Ein kurzer Gang durch den kleinen Ort und den Hunger stillen … dann lege ich mich aufs Ohr … Schlaf nachholen. Wir haben für die nächsten 3 Tage eine Bahnfahrt mit dem Bernina- und dem Glacier Express gebucht … samt Übernachtungen. Wir haben eine Menge Fahrkarten und Hotel-Voucher sowie einen straffen Terminkalender mit festen Zeiten und Zielen für Fahrtbeginn sowie Umsteigezeiten für den nächsten Transport.

Mi. 28.09.16
Schönwetter 27˚
Maienfeld – Chur – Tirano - Lugano
Continental Parkhotel, Zi. 130
Das Auto bleibt beim Hotel und wir nehmen frühmorgens die S-Bahn für die Kurzfahrt ins 10 Minuten entfernten Chur. Dort beginnt unsere Fahrt mit dem Bernina Express. Zwei Triebwagen … dann kommt unser Wagon mit den fest reservierten Plätzen in der ersten Klasse. Spätestens als der Schaffner kommt, wissen wir, wir sitzen falsch. Ein Wagen weiter die Passagiere, mit denen wir eigentlich unsere Plätze tauschen sollten. Die fühlen sich jedoch sehr wohl dort und wollen bleiben … der Schaffner ist allerdings nur mühsam davon zu überzeugen, dass das so bleiben soll … In der Schweiz hat alles seine Gründlichkeit. Die Wagons der ersten oder zweiten Klasse haben rein äußerlich keinen großen Unterschied … die Sitze bequem mit Tischchen in der Mitte … die Fenster breit und nicht zu öffnen. Sie reichen leicht gekrümmt bis ins Dach hinein. So braucht man nur nach oben schauen um die höchsten Berge zu sehen. Mit den falschen Plätzen haben wir jedoch einen großen Vorteil ... Wir sitzen hinter dem letzten Triebwagen und in der kleinen Übergangszone sind zwei zu öffnende Fensterchen eingebaut, statt der üblichen Türen. So kann man auf jeder Seite eine kleine Luke öffnen um sich den Wind um die Nase wehen zu lassen … und zu fotografieren. Fotos durch die blankgeputzte Scheibe, sind ohne Spiegelung kaum möglich. Glück gehabt! Die E-Loks fahren gleichmäßig und zügig die kurvigsteile Strecke … sie schrauben sich über kreisrunde Brücken mit 7%igem Gefälle und in Serpentinen bis auf 2.300 m Höhe. Bevor wir uns wieder hinunterschrauben, dürfen wir aussteigen und die Füße vertreten. Immer wieder durchfahren wir kleinste Örtchen oder rattern mitten durch Weideland … braungraue Kühe, Ziegen mit wilden Hörnern, Schafe ... Es ist ein ständiges Kreischen und Quitschen wenn sich der Zug in die Kurven legt. Wir fahren mit grandiosen Weitblicken durch eine herbstliche Berglandschaft … schön! Man sollte für die Fahrt jedoch schwindelfrei sein, denn die Gleise sind überwiegend … knapp auf Kante … in die Steilhänge gebaut. Der Blick geht daher nicht selten in die baum- oder felsenreiche steile Tiefe samt Bachbegleitung. Allein 55, meist kurze Tunnels und ebenso viele hölzerne Schneeverbauten müssen wir durchfahren … ich glaube … ich verlange Geld zurück … wegen schlechter Sicht. Am frühen Nachmittag sind wir in Italien … Tirano. Wir haben Zeit für KaffeKuchen zu zivilen Europreisen, bevor uns der Bernina Bus nach Lugano bringt. Unser stilvoll saniertes Hotel aus Zeiten der vergangener Pracht und Herrlichkeit liegt am Hang zum Luganer See … der Blick darauf bleibt dank stilloser Neubauten jedoch verwehrt. Überhaupt sind alle Berghänge bis zu den Gipfeln zugebaut. Der hoteleigene Palmenpark mit Pool ist ungewöhnlich großzügig bei diesen knappen Grundstückressourcen. Leider liegt das Hotel gleich am Bahnhof und an einer Durchgangsstraße … was zwar praktisch ist … aber uns auch eine lautstarke Nacht beschert.

Do. 29.09.16
Schönwetter 27˚ bis 2 ˚
Hotel Daniela, Zermatt, Zi. 102
von Lugano - über Giubiasco nach Lucarno am Lago Maggiore... weiter mit der Centrovallibahn nach Domodossola, mit dem Eurocity nach Brig und weiter mit der Matterhorn-Gotthard-Bahn nach Zermatt.
Es beginnt wieder frühmorgens mit einem Kurzfahrt nach Lucarno. Von dort geht’s mit der Schmalspurbahn durch ein „wildromantisches“ Tal. Eine schmale tiefe Schlucht mit lichter Laubbewaldung … in der Tiefe ein reißender Bach. Nur selten sind einzelne Häuser in den steilen Hängen auszumachen oder winzige Örtchen, von denen sich oft nur eine Kirchturmspitze zeigt. Schmale Straßen winden sich die Hänge hinauf … so, wie auch die Schmalspurgleise, die jede noch so kleine Biegung mitmacht. Auch hier wurden die Gleise in den Steilhang verbaut und sind mit viel Mauerwerk gesichert. An der Strecke hängen die Maronis und Wallnüsse schwer in den Bäumen … zwischendurch immer wieder Weinreben mit erntereifen, roten Trauben und die Brombeerbüsche kratzen an der Scheibe entlang. Mittags sind wir bereits in Domodossola … in Italien … da ist der Zugverkehr nicht soooo pünktlich … wie man es aus der Schweiz gewohnt ist. So kommt der Eurocity erst mit 10 Min. Verspätung in Domosossola an. Es ist also kein Wunder, dass unsere minutiöse Planung aus dem Ruder läuft. Vom Anschlusszug mit der Matterhorn Gotthardbahn sehen wir nur noch die Rücklichter. Also nehmen wir eine kleine Zwangspause in Brig … schließlich ist ja KaffeeKuchenZeit und fahren eine Stunde später nach Zermatt. Ein Anruf beim Hotel, schon steht der Abholservice am Bahnhof bereit … denn Zermatt ist eine autofreie Zone. Was machen wohl die Schönen und Reichen mit ihren überdimensionierten PS-Boliden … wenn es keine Zuschauer gibt? … vermutlich tragen sie Pelz. Trotz nachmittäglicher 23˚ habe ich schon zwei Pelztierchen gesichtet. Überall fahren kastige Minielektrobusse mit Werbebotschaften und max. 6 Sitzplätzen sowie großem Kofferraum herum. Die meisten sind jedoch zu Fuß unterwegs. So ist die Hauptgeschäftsstraße gut gefüllt. Schnell die Reisetasche abgestellt und zur Zahnradbahn gelaufen. Die Bahn trägt uns in 40 Min. auf den 3.086 m hohen Gornergrat. Dort trohnt das große Kulmhotel obenauf, in Sichtweite sind zahlreiche Skilifte zu sehen und man hat einen grandiosen Rundumrundblick. Die Dufourspitze, das Monte Rosa Massiv und natürlich das Matterhorn … in der Ferne Les Diablons, das Weisshorn … usw. Es ist bereits 17:00 Uhr und nur noch etwa 10 Besucher am Rundumblick unterwegs. In der Zahnradbahn hatten wir 3 „Jungs“ vom Airtaxi kennengelernt, die mit chinesischen Touristen ein Tandemsprung vom Riffelkopf nach Zermatt per Paragleiter wagen … das wäre eine Alternative für den Rückweg gewesen … Langsam verschwindet die Sonne hinter dem Matterhorn und schlagartig wird es bitterkalt sowie stockdunkel … Also nix wie weg und mit der letzten Bahn zurück ins Tal.

Fr. 30.09.16
Schönwetter 27˚
von Zermatt bis Chur im Glacier Express und … heimwärts
Der Hotelservice bringt uns zum Bahnhof, wo der Glacier Express bereits wartet. Der Ort scheint fest in chinesischer Touristengruppenhand zu sein. Wo man hinschaut … Chinesen. Der Glacier Express gleicht in Bauart dem Bernina und hat keine Fenster zum Öffnen. Die Fenster blankgeputzt, spiegeln wie verrückt … no Pictures! Von Zermatt geht es erst einmal zurück über Brig, durch den Furkabasistunnel nach Andermatt in den Kanton Uri. Die Landschaft ist kahler, weniger Wald, viel herbstliches Weideland … wo gerade der Rauhreif von der Sonne weggedampft wird. Die Täler sind weit und die Blicke auf die 4.000er ringsum sind beeindruckend. Mal schneebedeckt mal felsigkahl … In steilen Serpentinen schraubt die Bahn sich auf 2.033 m zum Oberalppass ... Dann kommt die erste Begegnung mit dem Rhein … durch die Schluchten von Voderrheinabwärts über Disentis und die Vorderrheinschlucht zurück nach Chur. Die letzten Kilometer sind mal wieder spektakulär … bröselig felsige Steilwände aufrecht am flachen Rheinbachbett. Es ist nur ein Paradies für Wanderer, Mountainbiker oder Paddler sowie der Bahn … einen stinkenden Motorbetrieb gibt es nicht. Gegen 17:00 Uhr sind wir wieder in Maienfeld, wo das Auto wartet … Heimwärts geht es diesmal über Lichtenstein und Innsbruck …





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