Transsibirische Eisenbahn 2015

Reisebericht

Transsibirische Eisenbahn 2015

Reisebericht: Transsibirische Eisenbahn 2015

Eine dreieinhalbwöchige Reise mit der Transsibirische Eisenbahn von Moskau nach Beijing. Mit Halt in Irkutsk am Baikalsee.
Eine 10 Tägige Rundreise durch die Mongolei ink. der Wüste Gobi. Weiterfahrt mit der Transmongolische Eisenbahn nach Beijing. Besichtigung von Beijing und der näheren Umgebung.

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Transsib (Teil 1)

Moskau City

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Tag 1
(„Frankfurt“ - „Moskau“)

Trotz der gestrigen Anreise mit der Bahn, muss ich heute früh aufstehen. Ich bin auf den ersten Flieger des Morgens, nach Moskau gebucht. Pünktlich um 6.00 Uhr fährt der Shuttelbus vom Hotel zum naheliegenden Flughafen Frankfurt. Am gestrigen Abend blieb leider nur wenig Zeit, um das gute Wetter, in der Main Metropole ausgiebig auszunutzen. Nur ein kurzer Auslug in der Stadt zur Uferpromenade / Altstadt, dann musste ich auch schon wieder zurück.

Am Terminal angekommen, geht es zur Gepäckaufgabe. Ich konnte schon am Vortag „Online“ einchecken. Tasche auf das Transportband, Kontrollauszug unter den Scanner legen und es passiert mal wieder nichts. Ein hilfsbereiter Mitarbeiter erklärt mir, dass ich das Papier auf die Glasscheibe pressen muss. Nur darunter halten reicht nicht aus. Vieleicht sollte man den Scanner nochmal ein klein wenig überarbeiten. Jetzt nur noch das Etikett an die Tasche kleben und hoffen, dass in Moskau alles wieder da ist.

Interessanterweise ist am heutigen Samstagmorgen noch nicht viel los. Wobei ich ja durch den vorgegebenen Termin der Reise, auch mal wieder in die Hauptferienzeit falle. Grenz und Security-Check sind somit schnell erledigt. Kann mir nur Recht sein. Jetzt bleibt mir bis zum Bording noch viel Zeit. Laut Anzeige, wird am Gate erste eine andere Maschine abgefertigt. Im Nachhinein stellt sich aber heraus, mir wurde ein neues Gate im selben Terminalbereich zugewiesen. Also nochmal ein paar Meter zurück. Pünktlich zum Bordingzeit treffe ich am Gate ein. Mit dem Bus geht es zum Flugzeug auf das Vorfeld hinaus. Der Airbus A320, bietet für den „kurzen“ Flug nach Moskau genügend Platz.

In Moskau angekommen, geht es über lange Gänge zur Zollkontrolle. Die Warteschlangen sind überschaubar. Die Russen vertrauen auf ihre grundsolide Kontrolle. Vieles musste man ja schon beim Visaantrag angeben. Einer nach den anderen, wird nach einer kurzen Sicht- und Passprüfung durchgewinkten. Nun bin ich an der Reihe. Das eingeklebte Visum, ist schnell gefunden. Danach fängt der Beamte aber an, diese und den Pass generell genauer zu inspizieren. Kritisch werden die Spiegelungen der diversen Hologramme geprüft. Zwischenzeitlich wird sogar der Kollege um Rat gefragt. Ich rechne mal mit dem schlimmsten. Nach einer weiteren Ewigkeit, darf ich dann aber doch ohne weiteres und mit einem frischen Stempel einreisen.

Weiter geht es zum Gepäckband. Meine Tasche ist schnell ausgemacht. Noch kurz einen Wagen organisieren und dann zügig zum Ausgang. Ich bin bestimmt der Letzte aus meiner Gruppe und alle werten bereits auf mich.

Nach Verlassen der Ankunftsschleuse, muss man sich durch einen Menge Personen mit Abholschildern kämpfen. Ein Vertreter meines Reiseveranstalters, steht etwas abseits. Ich bin anscheinend der Erste. Nach und nach, treffen auch meine Mitreisenden ein. Nur unser Reisbegleiter taucht nicht auf. Außerdem fehlen laut Plan, auch noch zwei andere Personen. Das mit dem Reisbegleiter, lässt sich mittels telefonischer Rückfrage Klären. Der ist an einem anderen Flughafen gelandet und bereits im Hotel. Die fehlenden Personen scheinen erst Morgen nachzukommen. Gut das wird erst einmal ein paar Tage in Moskau verbringen. Unsere kleine Gruppe macht sich auf den Weg zum Bus.

Die Fahrt führt uns über die Autobahn, in die Stadt hinein. Unsere Unterkunft liegt in einem Hotelkomplex, mit angeschlossenem „Vergnügungspark“. Teilweise sind die einzelnen Hotelgiganten, untereinander verbunden. Wir sind im „Delta“. „Gama“ und „Omega“, sind auch nicht viel kleiner. Die Lobby macht einen ganz passablen Eindruck. Hier wartet dann auch bereits unser Reisbegleiter, der uns die nächsten 24 Tage Organisatorisch unterstützen wird.

Zum Einchecken müssen wir nochmal unsere Pässe abgeben. Nach der Zimmereinteilung (Ich habe diesmal wieder ein Einzelzimmer reserviert), geht es durch eine kleine Security-Kontrolle, mit dem Fahrstuhl in die 22. Etage hinauf. Das Zimmer macht einen freundlichen Eindruck. Etwas abgewohnt, aber sonst Ok. Auch der WLAN-Empfang, ist im gesamten Zimmer perfekt.

Ich hoffe, ich bekomme jetzt nicht automatisch den russischen Staatstrojaner, auf meinen kleinen Reiserechner eingespielt. Der Ausblick auf die in der Ferne liegenden Innenstadt, ist sehr beeindruckend. Da habe ich ja mal die richte Seite erwischt. Der „Freizeitpark“, sieht von der Rückseite, aber nicht mehr so toll aus. Die Bretterversaden, wurde von hinten teilweise nur notdürftig ausgebessert. Ein Besuch ist sowieso nicht eingeplant. Für die verbleibenden zwei Tage, gibt es sicherlich interessanteres in der Stadt zu sehen.

Jetzt muss ich mich aber sputen. Unser Reisbegleiter, hat zu einer kleinen Einführungsrunde geladen. Nach einer kurzen Vorstellung von seiner Seite, klären wir noch ein paar Fragen bezüglich Geld und Metro. Glücklicherweise verzichten wir auf eine ausgedehnte Vorstellungsrunde der einzelnen Teilnehmer. Wir sitzen ja sowieso ab Dienstag alle zusammen im Zug.

Das Wetter ist gut und unserer Reisbegleiter bietet uns an, mit Ihm einen Ausflug in die Innenstadt zu unternehmen. Dabei können wir auch gleich das Metrosystem kennenlernen. Kurz noch mit der „EC-Karte“ (Kreditkarte geht natürlich auch) am Automaten im Hotel ein paar Rubel abheben. Der Euro hat in den letzten Tagen leider etwas nachgegeben. Im Mai hätte ich noch deutlich mehr Rubel für mein Geld bekommen.

Bis zur Metrostation ist es nicht weit. Die Line führt nicht direkt in die „Innenstadt“. Um zum „Kreml“ zu gelangen, müssen wir einmal umsteigen. Der Zugang zu den Bahnsteigen erfolgt mittels eines Tickets. Diese erhält man an einem der Kartenschalter in der Station. Der Preis richtet sich nach der Anzahl der „Eintritte“. Einmal passiert, kann man den ganzen Tag im Metrosystem Kreuz und Quer durch die Stadt fahren. Was durchaus Sin machen kann. Dazu aber später mehr.

Auch an dieser kleinen „Außen Station“, bekommt man schon einen kleinen Eindruck der imposante und individuellen Gestaltung der einzelnen Moskauer Stationen. Nach dem Erreichen des Innensektors, müssen wir einmal umsteigen. Lange Verbindungsgänge, führen uns zu einer anderen “Line“. Die Wege und die dazugehörige Beschilderung sind vorbildlich. Da sollte eine Exkursion an den nächsten beiden Tagen, kein Problem sein.

Draußen erwartet uns eine kleine Überraschung. Ein kräftiger Sommerregen hat eingesetzt. Auf der einen Seite, ist es komplett Dunkel und auf der anderen Seite scheint die Sonne. Alles drängt sich um den Eingang der Metrostation. Im leichten Nieselregen, machen wir uns zum „Roten Platz“ auf. Trotz der bescheidenden Wetterlage, ist der Platz mit vielen Menschen überfüllt.

Die „Basilius Kathedrale“ bildet das Imposante Anfange/Ende des Platzes. Hinter uns liegt die „Kasaner Kathedrale“. Auf de rechten Seite liegt der Kreml mit seiner Mauer und den davorliegen „Lenin-Mausoleum“. Auf der linken Seite liegt das berühmte e Kaufhaus „GUM“.

Nach einiger Zeit, kommt wieder kräftiger Regen auf. Alles flüchtet sich in das Kaufhaus hinein. Auch wir rennen um unser „Leben“. Ist das ein heftiger Regenguss. Drinnen herrscht eine rege Betriebsamkeit. Wir verabreden eine Zeit, zu der wir uns auf den Platz wieder zusammentreffen wollen. Danach mache ich mich alleine durch das Kaufhaus. Die langen Gebäudeteile sind jeweils mit einer Glaskuppel überdacht. Durchbrüche führen den Besucher in den nächsten „Gebäudeteil“. Die Mehrzahl der Geschäfte, gehört internationalen Gesellschaften an. Preise liegen in der Regel nicht aus. Auch sind kaum Leute in den Geschäften zu sehen. Da dürfte wohl für die meisten der Geldbeutel zu klein sein. Nur vor den diversen Kaffees, haben sich einige Besucher niedergelassen.

Draußen regnet es noch immer. Man kann den Regen auf den Glasdach prasseln hören. Kleine Blumenbette und anderes Deko’s, machen den Komplex zu einer sehenswürdigen Angelegenheit. Der Regen zieht genauso schnell wieder ab, wie er gekommen ist. Draußen sind aber noch gigantische Wolkenklaster zu sehen. Metrologisch bestimmt sehr beeindruckend. Das Wasser ist bereits am verdunsten. Auch die Menschen finden sich wieder schnell auf den Platz ein. Noch ein paar Fotos von der Kathedrale und dann machen wir und wider gemeinsam auf.

Der weitere Weg, führt und in den „Alexander Graben“ hinab. Hier liegt auch direkt an der Kremlmauer, das Grabmal des „Unbekannten Soldaten“. Eine Ehrenformation bewacht dieses. Neben der Wachablösung, findet auch regelmäßig eine Kleiderinspektion statt. Alles natürlich in höchster militärischer Präzision.

Unser nächstes Ziel ist die „Haupteinkaufsstraße“ der Stadt, mit einer unverkennbaren touristischen Ausrichtung. Hier gehen wir in eine „Alte“ Gastwirtschaft. Leider bekommen wir mit unserer Gruppe, nur einen Tisch im Untergeschoss. Nebenan wird eine Hochzeit gefeiert. Auch mal interessant. Das mit der Bestellung klappt nicht so richtig. Auch der wiederholte Versuch ein Bier zu bestellen, ist nicht sehr erfolgreich. Das Essen ist soweit Ok. Nur hungrig bin ich aber immer noch. Es ist „Spät“ geworden. Nach dem bezahlen der Rechnung, teilen wir unsere Gruppe und ich mache mich mit dem größten Teil auf den Rückweg ins Hotel.


Tag 2
(„Moskau“)

Der erste von zwei Tagen in Moskau. Im Reisepreis ist das Frühstück für die Hotelübernachtungen enthalten. Mal gespannt, was es hier so alles gibt. Der Saal ist riesig. Ganze Heerscharen von ausländischen Touristen, werden hier gleichzeitig verköstigt. Für alle Geschmacksrichtungen gibt es etwas. Egal ob kalt oder warm. Hauptsache es zappelt nicht mehr.
Nachdem ich für die anstehende Tagestour gestärkt bin, geht es auch sogleich mit der Metro in die Stadt hinein. Als grobes Ziel steht das Neujungfrauenkloster auf dem Programm. Den Kreml hebe ich mir für Morgen auf. Auch plane ich den Besuch so einiger sehenswerter Metrostationen ein. Das große Stativ, lasse ich aber mal sicherheitshalber im Hotelzimmer zurück. Ganz schön schwer das Teil. Außerdem was ich nicht so genau, was die Bahnausficht dazu sagen wird. Ich habe ja noch eine längerer Reise vor mir. Mit ein bisschen Glück, bekomme ich auch so ein scharfes Foto hin.

Auf dem Weg mit der Metro zum Kloster, tätige ich so manchen Zwischenhalt. Tolle Stationen. Zum Teil sehr sehenswert. An der „Moskaw“ steige ich aus. Hier liegt auch das „Luschniki“ Station. Diese wird gerade sehr aufwendig saniert. Durch den teilweise abgesperrten Park, geht es Richtung Kloster weiter. Ein gutes Stück des Weges. Gleich neben dem Kloster, liegt der erhabenste Friedhof der Stadt. Hier wurde so manchen Prominenter Russe / Moskauer beerdigt. Auf Wunsch, kann man auch einen Lageplan mit den Gräbern bekommen. Ich mache einfach mal eine Runde auf gut Glück durch die Anlage. Alles ist hier sehr dicht bewachsen und hohe Bäume bieten viel Schatten. Viele Gräber sind mit viel Aufwand und noch mehr Marmor angelegt worden.

Nur ein paar Meter weiter, ist der Eingang zum Kloster. Neben dem normalen Eintrittsticket, löse ich auch ein weiteres Ticket für die Fotoberechtigung. Die Preise halten sich in Grenzen. Ein schöne Innenanlage, die von hohen Mauern umgeben wird. Der große Hauptturm der Mauer wird gerade saniert. Es gibt mehrere Kirchen, Wohn und Verwaltungsgebäude. In der Hauptkirche steht gerade eine Taufe an. Die Innenausstattung der orthodoxen Kirche ist schon sehr beeindruckend.

Als nächstes führt mich meine Tour in Richtung „City“. Von einem kleinen See hat man nochmal einen tollen Blick auf die Klosteranlage. Die Skyline des Finanzdistriktes ragt dagegen auf der anderen Flussseite hoch hinaus. Der Weg entlang der „Moskaw“, zieht sich ziemlich in die Länge.

Zum späten Mittag, erreiche ich den Bahnhof „Kiewskij Woksal„“. Hier kaufe ich mir erst einmal ein paar gefüllte Teigtaschen und etwas zu trinken. An einem großen Springbrunnen vor dem Bahnhof, mache ich erst einmal eine wohlverdiente Mittagspause.

Als nächstes geht es Richtung „“Innenstadt“ / „Arbat“ weiter. Auf dem Weg dorthin, komme ich noch am „Außenministerium“ vorbei. Eins der insgesamt 7 fertiggestellten „Stalienbauten“. Ein gigantisches Konstrukt.

Im Anschluss erreiche ich wieder die zentrale Einkaufsstraße von Moskau. Die Souvenirgeschäfte sind mit Touristen überfüllte. Es ist spät geworden. Diverse Straßenkünstler / Unterhaltungskünstler versuchen mit ihren teilweise waghalsigen Shows, etwas Geld zu verdienen. Einige älterer indischer Männer, haben sich auf eine Bank hiergelassen und schauen sich das treiben der Künstler aufmerksam an. Ein sehr interessantes Fotomotiv. Die verschiedenfarbigen Turbane leuchten in der Sonne hell auf.

Ziemlich müde geht es zur Metrostation hinüber. Auf den Rückweg schau ich mir noch ein paar weitere Stationen an. Gegen 16 Uhr, erreiche ich wieder das Hotel. Das war schon ein gutes Stück Heute. Morgen steht auch noch so einiges an. Hoffentlich bleibt das Wetter so gut. Zu Abendessen hab ich mir in einem der kleinen Geschäfte vor dem Hotel, etwas Warmes zu essen gekauft. Dazu noch ein kaltes Bier und der lange Tag Geht perfekt zu Ende.

Tag 3
(„Moskau“)

Ein weiterer Tag in Moskau. Mit einem umfangreichen Programm auf dem Aktionsplan. Diesmal geht es aber etwas früher los. Nach einem ausgiebigen Frühstück, mache ich mich mit der Metro in die Innenstad auf. Mein erstes Ziel führt mich zu zwei Klöstern an der „Moskwa“. Diese liegen etwas östlich vom Stadtzentrum.

Nachdem ich die Metrostation verlasen habe, ist das mit der Orientierung etwas schwierig. Die Straßen sind extrem breit. Und die kyrillischen Straßenschilder sind auch nicht so einfach meiner Straßenkarte zuzuordnen. Hoch über den Dächern, sind die typischen Kuppen einer orthodoxen Kirche zu erkennen. Das könnte vielleicht mein erstes Ziel sein. Größe und Lage entspricht nicht ganz der Beschreibung aus dem Reiseführer. Das ist wohl das „falsche“ Kloster.

Mal bis zum Fluss hinuntergehen und neu orientieren. Auf dem Weg komme ich noch an einem weiteren „Stailnbau“ vorbei. Eine Mischung aus Wohneinheiten und diversen Büros. Am Ufer ist eine Ausrichtung der Karte um vieles einfacher. Vieleicht sollte ich mir für die nächstes Reise auch einfach mal einen Kompass kaufen.

Die Brück weit weit entfernt, müsse auf der Höhe meines Ziels liegen. Das dürfte etwas dauern. Mutig mach ich mich auf der breiten Uferpromenade in die gewünschte Richtung auf. Ich komme genau zwischen den beiden anvisierten Zielen aus. Als erstes geht es zur „Krutizkij-Klosterresidenz“ hinüber. Sieht etwas verlassen und auch geschlossen aus. Heute ist schließlich Montag. Durch ein Tor gelange ich trotzdem auf das Gelände. Scheit keinen weiter zu interessieren.

Zwischen den Ruinen der alten Anlage, haben sich etliche Kunstschüler niedergelassen. Fleißig sind sie mit einem Block in der Hand beim skizieren der Kirche. Ich ziehe in Ruhe meine Runde durch die verwilderte Anlage und mache so das ein oder andere Foto von den Backsteingebäuden. Durch das „geschlossene“ Haupttor, verlasse ich das Gelände wieder und gehe die knapp 500 Meter bis zum “Neues Kloster des Erlösers“ hinüber. Hier sieht die Welt schon ganz anders aus. Alles ist „Perfekt“ gepflegt und die Kirche wird aktive genutzt. Auch am Montagmorgen gibt es viele Besucher.

Bevor ich zum „Kreml“ fahre, will ich noch der „Lomonossow“ Universität einen Besuch abstatten. Eine Metrostation ist schnell gefunden. Wenn man erst mal den Weg kennt, kann man sich einen langen Fußmarsch ersparen. Um zur Universität auf dem „Sperlingsbergen“ zu kommen, muss ich allerdings ein paar Mal umsteigen. Alles aber kein Problem. Die gute Beschilderung macht es möglich. Nach dem Sportstation, geht es mit der Metro über die „Moskaw“. Dann noch durch diverse Tunnels und man ist „Oben“ auf dem „Sperlingsberg“ angekommen.

Alles sehr verbaut hier. Man merkt, das es sich hier Hauptsächlich um ein Wohnviertel (Unter anderen das altes Olympiadorf) handelt. Den Studenten folgend, ist der Weg zur Universität leicht zu finden. Das Gelände ist allerdings sehr weiträumig. Diverse Parkanlagen gibt es auch. Im Zickzack suche ich mir den Weg. Zum Schluss ist der gigantische Bau (Stalinstil) unübersehbar. Nach einer halben Umrundung, erreich ich den Haupteingang. Eine Besichtigung ist leider nicht möglich.
Der Eintritt ist nur für berechtigte Personen möglich. Langsam läuft mir aber auch die Zeit davon. Über die vorgelagerte Parkanlage, geht es hinüber zum zentralen Aussichtspunkt über die Stadt. Toller Ausblick. Wie jetzt weiter zum „Kreml“. Die Seilbahn scheint nicht mehr im Betrieb zu sein. Zur Metrostation auf dem Berg ist es viel zu weit. Ich entscheide mich für den Fußweg zur Metrostation auf der Brücke. Immer bergab. Da ist mal einfach. Der Weg ist schnell gemeistert.

Mit dem nächsten Zug, geht es in die Innenstadt zurück. Zielstrebig geht es nun zu Fuß bis zur Ticketschalter im „Alexander“ Graben. Ein erhebliche Menschenmenge / Touristen ist hier anzutreffen. Auch die Schlange vor der Kartenausgabe ist extrem lang. Geduldig stelle ich mich an das Ende, was weit außerhalb vom Gebäude liegt. Da ich alleine unterwegs bin, kann ich keinen Kundschafter vorausschicken. Ich muss mal hoffen, dass dies die richtige Schlange ist. Eine alternative habe ich auch nicht ausmachen können. Nach einer guten halben Stunde, habe ich das Innengebäude erreicht. Hier gibt es mehrerer Schalter. Laut der englischsprachigen Beschilderung, sind die einzelnen Schalter für verschiedene Besichtigungstouren zuständig. Die die auch die „Rüstkammer“ besuchen wollen, müsse sich dafür an den entsprechenden Schalter stellen. Zusätzlich kommt noch dazu, dass einzelnen Schalter auch nur gewisse Öffnungszeiten haben.

Meiner soll in wenigen Minuten schließen. Hoffentlich klappt das noch. Ich sehe schon, wie die Dame hinter der Glasscheibe vor meiner Nase das Schild umdreht und ich mich in einer anderen Schlange einreihen darf. Aber ich habe auch mal Glück. Rechtzeitig bekomme ich mein Ticket. Die Transaktion hat bei mir vielleicht 30 Sekunden gedauert. Warum das bei den Leuten vor mir nicht funktioniert, kann ich auch nicht so wirklich verstehen. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Russen Permanent zwischen den Reihen herumlaufen und bei den Ticktschaltern vom Rande immer wieder Fragen stellen. Das muss wohl einer der postkommunistischen Überbleibsel sein. Die Tickets könnten ja physikalisch ausgehen oder es gibt die Tickets gar nicht an diesen Schlatter sondern Heute mal wo anders. Da verstehe doch mal jemand die Russen.

Jedenfalls hab ich meins und kann mich somit zum zentralen Eingangstor hinübergehen. Hier gibt es auch einen kleinen „Security“ Check. Danach geht es über die alte Rampe / Brück in den „Kreml“ hinein. Den Auftakt bilden einige „moderne“ Verwaltungsgebäude. Die Besucher werden durch das anwesende Sicherheitspersonal in den hinteren Teil des Geländes dirigiert. Abweichler bekommen die Trillerpfeife zu hören. Solange es nicht der Schlagstock ist, kann ich damit leben. Nachdem diese Hürde gemeistert ist, kann man sich dann ungezwungen um und durch die Gebäude / Kirchen bewegen. Auch ein Besuch der Parkanlagen ist möglich. Viel zieht es natürlich zur Rüstkammer hinüber. Ich konzentriere mich mal lieber auf die Kirchen.

Leider kommt ein kurzer Schauer auf. Der Regen lässt aber schnell wieder nach. Vom „Garten“ kann man auch die „Christi-Erlöser“ Kathedrale in ihrer vollen Pracht sehen. Da muss ich auf jeden Fall auch noch hin. Nachdem alles von Innen und Außen besichtigt habe, inklusiver einiger alter „Wohnungen“, geht es über die Brücke wieder raus. Auf dem Fußweg zur Kathedrale, komme ich noch an ein paar alten Villen vorbei.

Die Kathedrale hat einen quasi quadratischen Grundriss und steht komplett frei. Nachdem man die riesigen Eingangsprotale durchschritten hat, befindet man sich auch fast sogleich unter der nicht minder riesigen Kuppel. Die prachtvolle Ausstattung, ist ebenso beeindruckend. Dabei ist der Bau noch keine 20 Jahre alt. Alles wurde in den 90‘ des letzten Jahrhunderts, im schnellverfahren errichtet. Eine Treppe führt in das Untergeschoss hinab. Auch hier sind die Dimensionen für ein Gewölbe extrem ausgelegt. Durch extra Lichtschächte fällt etwas Tageslicht hinab. Nach einem ausgedehnten Rundgang geht es wieder raus. Das Wetter scheint heute etwas launisch zu sein. Mal sehen was da noch so runterkommt.

Glücklicherweise hat man auf der Höhe der Kathedrale eine Fußgängerbrücke über die „Moskaw“ gebaut. Von hier kann man das große Gebäude etwas besser fotographieren. Ein weiteres Sommergewitter kündigt sich an. Über einen Teil der Stadt, wird es sehr dunkel. Dagegen wird die südliche Seite vom „Kreml“ hell erleuchtet. Ein toller Kontrast. Auch der „Stalinbau“ vom Vormittag, hebt sich deutlich hervor. Zügig mache ich mich zu einer naheliegenden Brück auf. Von hier hat man die perfekt frei Sicht auf alles wesentliche.

Entlang der Uferpromenade, geht es weiter bis zum „Roten Platz“. Diesmal erreich ich die „Basilius Kathedrale“ von der anderen Seite. Auch sehr beeindruckend. Der Platz selbst ist zurzeit komplett mit Gittern abgesperrt. Militärische Musikkapellen marschieren über diesen hinüber. Anscheinend eine Probe. Es hat aber den Anschein, dass diese bald zu Ende geht.

Ich nutze die Gelegenheit, mir die „Basilius Kathedrale“ von innen anzusehen. Kostet allerdings eine Kleinigkeit. Im inneren bietet die Kirche deutlich weniger Platz, als es von außen zu vermuten ist. Scheint alles sehr massiv aus Ziegeln gebaut worden zu sein. Auch fällt kaum Tageslicht in die Räume hinein. Als ich wieder draußen bin, sind die provisorischen Absperrgitter bereits abgebaut. Der „Rote Platz“ ist somit wieder frei zugänglich.

Ich versuch es noch mal mit einem Foto von der Kathedrale. Ohne Menschen, ein Ding der Unmöglichkeit. Der alte Hinrichtungsplatz an der Seite, zieht die Menschen magisch an und somit auch durch mein Bild. Ein Podest könne da helfe. Ich werde das mal der Stadt Moskau vorschlagen.

So langsam geht mir die Puste aus. Über 6 Stunden bin ich mehr oder wenige zu Fuß unterwegs. Nur noch ein kurzer Blick hinter das GUM und dann zurück ins Hotel. Irgendwann muss auch mal Schluss sein. Zurück am Hotel, noch eine Kleinigkeit zum Abendbrot kaufen und ich mache es mir am Rande des Parkplatzes gemütlich. Das Wetter war deutlich besser als erwartet und ich konnte eine Menge sehen. Was will man mehr. Zum Abend bietet sich die Möglichkeit, ein paar schöne Bilder von Moskau bei Nacht zu machen. Gut das mein Zimmer in einen der oberen Stockwerke liegt.

Tag 4
(Transsib, „Moskau“ - „Irkutsk“)
Kann heute etwas Ausschlafen. Unserer Abfahrt ist erst gegen Mittag geplant. Solange können wir auch die Zimmer behalten. Ein letztes ausgiebiges Frühstück und noch etwas Geld für die nächsten Tage im Zug abheben. Zwei Tage Moskau waren teuer. Und natürlich noch ein paar Kleinigkeiten für die Bahnfahrt. Wurst, Schinken und ein paar Tütensuppen habe ich schon von zu Hause mitgebracht. Frisches Brot wäre nicht schlecht. Und dazu noch ein guter Wodka zum Frühstück. All dies bekomme ich im naheliegenden Supermarkt.

Bis zur Abfahrt mit dem Bus zum Bahnhof, ist aber noch etwas Zeit. Eine gute Gelegenheit, mal die naheliegende Klosteranlage zu besichtigen. Ein bisschen die Straße runter und die Zufahrt zu der Parkanlage ist in Sicht. Das ganze Areal, ist von einem Graben mit angeschlossenem See umgeben. Neben einer Kirche, gibt es noch eine größere Anzahl von Gebäuden die in einem Rechteck angeordnet sind. Viele Zeit bleibt mir allerdings nicht. Ein größerer Rundgang wäre sicherlich interessant gewesen. Auch soll es einen guten Blick auf unser Hotelkomplex / Freizeitpark vom See aus geben. Ich muss ja schließlich Pünktlich zurück sein.

Noch mal kurz auf Zimmer hoch um die Tasche zu holen und dann zum vereinbarten Treffpunkt in der Lobby. Hier sehe ich auch zum ersten Mal unsere Nachzügler. Jetzt ist unsere kleine Gruppe vollständig. Auch unser Reisbegleiter mit seinem „Wuffi“ ist schon dar. Der Bus kommt pünktlich. Beim Einsteigen, vergesse ich doch fast meine Kamera in der Lobby. Das wäre ja fast schief gegangen. Freundlicherweise war da jemand sehr aufmerksam.

Die Fahrt dauert nicht lange. Vor dem Bahnsteig, richten wir einen Sammelpunkt ein. Unser Zug steht noch nicht zur Abfahrt bereit. Uns bleibt noch etwas Zeit, um sich auf den Bahnhof etwas umzusehen. Dann ist es endlich soweit. Der Zug fährt Rückwärts an unser Gleis ein. Nicht besonders romantisch. Ich glaube für viele der mitfahrenden Gäste, ist die Reise mit der Bahn eher ein notwendiges Übel. Wir machen das dagegen ja freiwillig. Jeder Wagon wird von zwei „Provodnas“ über die gesamte Strecke bis nach „Wladiwostok“ betreut. Im Wesentlichen wechseln Sie sich immer gegenseitig ab. Neben den diversen Aufgaben im Zug, sind sie auch für die Zugangskontrolle zuständig. Ohne Ticket und Pass, kommt hier keiner rein.

Bei einem der vielen Zwischenstopps auf der Reise, sollte man tunlichst nur aus seinen Wagon aus- und auch wieder einsteigen. An einem anderen Wagon, könnte der Einstieg verweigert werden und der Zug fährt ohne einen weitere. Das wäre dann ziemlich blöd. Auch sollte man immer die Abfahrtszeit im Auge behalten. Verspätungen könnten durch einen verkürzten Aufenthalt kompensiert werden. Glücklicherweise geht uns auf der Reise niemand verloren.

Unsere Gruppe besteht exakt aus 16 Personen. So können wir uns die vier Abteile unter uns aufteilen. Die oberen Betten sind umklappbar. Stören aber unter Tage auch nicht weiter. So das man dort so einige Sachen bei Bedarf zwischenlagern kann. Nachdem wir abgefahren sind und unser Tickets nochmal kontrolliert wurden, bekommen wir unsere Bettwäsche ausgehändigt. Die Decken und Kissen, liegen bereits im Abteil. Aufgrund der „Klimaanlage“, kann man leider die Fenster nicht öffnen. Das ist zum Photographien so ziemlich das ärgerlichste was einem passieren kann. Hatte aber damit schon gerechnet. Mal sehen, was wir daraus machen können.

Langsam schiebt sich der Zug aus dem Bahnhof hinaus. Relative zügig haben wir Moskau und die Vorort verlassen. Die Fahrt führt uns am Anfang etwas nach Norden in Richtung „Novgorod“. Gelegentlich ist ein kleines Dorf auszumachen. Meistens gibt es nur Wiesen und Wälder zu sehen. Bei dem ersten längeren Halt, wird noch neugierig der Zug inspiziert. In größeren Städten wird auch regelmäßig der Triebwagen ausgetauscht sowie die Bremsen kontrolliert.

Wir machen es uns gemütlich und fahren so langsam in die dunkle Nacht hinein. Im Zug befindet sich auch ein Speisewagen, ich konzentriere mich aber auf meinen mitgebrachten Reiseproviant. Heißes Wasser für Kaffee, Tee und zum Aufbrühen einer Tütensuppe, gibt es in jedem Wagon. Der „Samowar“ wird von außen mit Kole beheizt. So ist man auch im Winter vor möglichen Stromausfällen unabhängig bzw. in der Mongolei wird noch mit Dieselloks gefahren.

Zum Abendbrot gibt es frisches Brot mit Schinken und Wurst. Im Anschluss dann noch einen kleine Schluck Wodka aus der großen Kaffeetasse. Irgendwann kehrt so langsam etwas Ruhe ein. Die anfängliche Aufregung hat sich gelegt. Man hat sich an den Rhythmus des Zuges gewöhnt. Mit einem Satz Ohrstöpseln versehen, lege ich mich zu Ruhe.

Tag 5
(Transsib, „Moskau“ - „Irkutsk“)
Eine erstaunlich ruhige Nacht. Gelegentlich hat man den einen oder andren Halt mitbekommen. Sonst hab ich aber extrem gut geschlafen. Meine Mitreisenden schlafen noch alle. Mit einer Kaffeetasse inkl. Kaffee bewaffnet, schleiche ich mich aus dem Abteil hinaus. Früher Morgen. Der Zug fährt durch eine mit Birken bewaldetet Gegend. Nichts aufregenden. Mit der dampfenden Tasse in der Hand, schaue ich mir die Vorbeiziehende Landschaft an. Nachdem auch „mein“ Abteil so langsam Wach und die Betten geräumt sind, mache ich mir ein kleines Frühstück. Honig hatte ich mir noch von zu Hause mitgebracht. Und Wurt habe ich ausreichend dabei. Von diversen Müsliriegeln mal ganz zu schweigen.

Die nächsten drei Tage, dürft es nicht allzu viel Abwechslung geben. Glücklicherweise gibt es zwei bis drei längerer Halts pro Tag. Meistes hält der Zug aber nur kurz. Im Gang hängt ein detaillierter Zeitplan. Bei dem ersten längeren Halt von ca. 20 Minuten, verlassen die Meisten den Zug. Die „alten“ Babuskas mit ihren „frischen“ Teigtaschen, gehören mehr oder minder der Vergangenheit an. Moderne Kioske wurden auf den Bahnsteigen aufgestellt. Über Brücken, kann man den Bahnsteig bequem verlassen. Eine Überqueren der Gleise ist nicht mehr notwendig.

Das technische Bahnpersonal, prüft gewissenhaft die Bremsen jeden einzelnen Waggons. Routiniert wir der Triebwagen ausgetauscht. Noch ist alles etwas fremd und spannend. Allerdings könnte das Wetter etwas besser sein. Der Vormittag ist schnell vorüber. Während unserer Fahrt in Richtung Osten, zieht unermüdlich die Landschaft an uns vorbei. Alles ist hier so flach. Zum Nachmittag gibt es mal zur Abwechslung zum Kaffee ein paar Kekse. Jeder verbringt die Zeit auf seine Weise. Unsere Reisbegleiter, muss noch ein Referat für die Uni schreiben. Ich versuche es mal mit einem Soduku und nebenan wird eine kleine Party gefeiert. Dumm nur, das die eingeladenen Russen nicht wieder gehen wollen. Irgendwann ziehen sie aber dann doch wieder ab. Vieleicht ist ja auch nur der Wodka zu neige gegangen. Gelegentlich trifft man sich auf dem Gang oder im Abteil zu einem kleine Schwätzchen. Nach dem Abendbrot (Wurt und Brot), folgt dann irgendwann mal wieder die Schlafenszeit.

Tag 6
(Transsib, „Moskau“ - „Irkutsk“)

Eine weitere recht angenehme Nacht liegt hinter mir. Es folgt der routinierte Tagesablauf. Die einzige Abwechslung, sind die unterschiedlichen Haltezeiten. In unseren Wagon, war auch ein mitreisender orthodoxer Priester. Kurz vor dem nächsten Halt, hat er seine schwarze Dienstkleidung übergezogen und läuft etwas nervös durch den Gang. Bei der Einfahrt in den kleinen Dorfbahnhof, können wir den Grund erkennen. Das gesamte Dorf hat sich auf dem Bahnsteig eingefunden. Alles ist festlich geschmückt und dem Anlas entsprechend angezogen. Eine Kappel darf natürlich auch nicht fehlen. Mehrere geistliche Würdenträger befinden sich ebenfalls in der Menge. Witziger weise ist der Bahnsteig an den wir halten, auf der anderen Seite vom Empfangsgebäude. Die versammelten Dorfbewohner müssen also erst mal abwarten, bis der Zug wider den Bahnhof verlassen hat. Erst dann kann Ihr neuer Priester, über die Gleise zu ihnen hinüber gehen. Den pompösen Empfang, bekommen wir somit leider nicht mehr mit. Wäre sicherlich sehrt Interessant geworden.

Heute Abend werden wir „Jekaterinburg“ am Ural erreichen. Davor geht es dann noch durch die „Berge“. Das Ganze ist natürlich keine so große Sache. Der Ural ist im Allgemeinen nicht so hoch und hier im Süden kann man eigentlich nur noch ein paar kleine Hügel ausmachen. Trotzdem präsentiert sich uns ein anderes Landschaftsbild. Die sonst so gerade Strecke, führ in Kurven durch kleine Täler. Die Dörfer mit ihren Holzhäusern wirken noch rustikaler. Statt Birken gibt es jetzt zur Abwechslung auch mal Kiefern. Zum späten Abend hin, fahren wir in „Jekaterinburg“ ein. Eine knappe halbe Stunde bleibt uns, bis der Zug seine Fahrt durch Sibirien fortsetzt.

Die Wartehalle ist voller Menschen. Auf dem Vorplatz kann man in der Dunkelheit nur noch weniger erkennen. Nur das große Hotel auf der anderen Seite, ist hell erleuchtet. Für eine paar Fotos reicht es aber trotzdem. Am Bahnsteig warten wir zusammen darauf, dass alle auch wieder rechtzeitig zurückkommen. Manche sind mit Ihren Ausflügen und Einkaufstouren recht wagemutig. Bis jetzt ist uns aber noch keiner verloren gegangen. Nach der Abfahrt, machen wir uns für die dritte Nacht bereit. Morgen steht uns noch ein ganzer Tag im Zug bevor.

Tag 7
(Transsib, „Moskau“ - „Irkutsk“)
Wir haben den Ural schon lange hinter uns gelassen. Jetzt fahren wir durch Asien. Die Landschaft wir durch Wiesen und Birkenwäldern geprägt. Nur selten kann man ein Dorf sehen. Gegen Mittag ändert sich das Landschaftsbild mal wieder. Es gibt wieder mehr Fichten zu sehen. Auch wirkt der Untergrund felsiger. Wir kommen so langsam in den Einzugsbereich des „Baikalsees“.

Bei unserem letzten größeren Halt des Tages, sind auch mal einige Verkäuferinnen auf den Bahnsteig anwesend. Hauptsächlich kann man bei Ihnen geräucherten Fisch kaufen. Natürlich gibt es auch noch ein paar anderer „Dinge“ aus der eigenen Küche. Meistes sind die mit Kartoffeln oder Kraut gefüllt. Nicht unbedingt meine Sache.

Der letzte Abend auf dieser Teiletappe. Fast vier volle Tage der Ruhe. Morgen machen wir eine Pause in „Irkutsk“. Übernachtet wird in einem Hotel. Allerdings steht uns eine „Kurze“ Nacht bevor. Der Zug erreicht den Bahnhof von „Irkutsk“, schon zur sehr frühen Morgenstunden. Und wir müssen ja davor noch die Betten abziehen, packen und ein bisschen aufräumen. In der Regel gibt es im Abteil einen fliegenden Wechsel bei der Belegung. Also stellen wir mal unseren Wecker.



Basilius Kathedrale


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Kommentare

  • Blula

    Ich durfte hier gerade einen glänzenden Tagebuchbericht über eine dreieinhalbwöchige Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn lesen, der absolut alles beinhaltet, was man sich nur vorstellen kann und noch dazu von Dir so lebendig und unterhaltsam geschrieben worden ist. Ja, da hätte die Reise ruhig noch weitergehen können.
    Ich bedanke mich für's Mitreisendürfen. Eigentlich hatte ich schon immer mal mit dem Gedanken gespielt, eine solche Reise mit der TransSib von 'vorne bis hinten' und allem Drum und Dran zu unternehmen. Nun, fange ich erneut an, darüber nachzudenken ;-)
    Fünf Sterne von mir !
    LG Ursula

  • RELDATS

    Für mich ist der sehr ausführliche und gelungene Bericht total interessant, weil ich schon im Jahr 1983 mit der TransSib nach Beijing gefahren war. (2-teiliger Bericht in der Community)
    Nette Grüße von Josef

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Transsibirische Eisenbahn 2015 4.83 6

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