Egypt 2008 - 3. Teil und Abschluss der Reise

Reisebericht

Egypt 2008 - 3. Teil und Abschluss der Reise

Reisebericht: Egypt 2008 - 3. Teil und Abschluss der Reise

bin jetzt auf der Reise nach Cairo und werde weiter von meinen Erlebnissen berichten.

Der "Supersleeper" Aswan - Cairo war leider ausgebucht in den Schlafwagen-Abteilen der ersten Klasse. So konnte ich nur in einem Wagen mit Schlafsesseln - natürlich First-Class - unterkommen. Das kostete EGP 105, --, was damals ca. EUR 15, -- waren. Ein Spottpreis für die lange Fahrt nach Cairo.
Mohamed, mein Gastgeber brachte mich bis zum Bahnhof, konnte aber selbst nicht mit zum Zug kommen. Dort dürfen nur Fahrgäste mit Fahrkarten hin. Die anderen Reisenden waren sehr zuvorkommend und schickten mich erst einmal in alle möglichen Richtungen. Sie wuss-ten es nicht besser, wollten aber nicht nein sagen. So ist es eben dort. Schließlich kam ich doch an den richtigen Bahnsteig zum richtigen Zug und erfuhr auch um welchen Wagen und Sitzplatz es sich handelte (siehe Ticket). Schnell fand ich meinen Platz und bald kam der letz-te Reisende, den ich auf dem Bahnsteig fragte hinterher und schaute, ob ich auch wirklich den richtigen Platz erreicht hatte und ob alles in Ordnung wäre. In Ägypten kann ich einfach nicht verloren gehen.

"Eine Bahnfahrt, die ist lustig, eine Bahnfahrt, die ist schön, denn da kann man man-che Leute an den Fenstern jammern seh'n..... Hol-la-hi, hol-la-ho,"
Eine kleine Anspielung auf das alte Volkslied *LOL*LOL*LOL*
Ich hatte selbst keine Fotos im Zug gemacht. Ich hätte es ruhig machen sollen. Okay, beim nächsten Mal dann sicher. Das Bild stammt von der Homepage der Egyptian National Rail-way und stellt sehr gut das Abteil dar, in dem ich gereist bin.

Bald ging es los. Langsam schaukelte der Zug aus dem Bahnhof Luxor heraus (er schaukelte fast die ganze Fahrt bis nach Cairo).
Man sitzt sehr kommod in den großen Sessel. Ich hatte einen 2er mit Sitz am Gang und ne-ben mir einen netten älteren Herrn, der sich auch kurz versicherte, dass ich auch den richti-gen Platz erwischt hatte. Man sorgt sich sehr um die Mitreisenden.
Allerdings war es eiskalt im Waggon. Die Klimaanlage lief auf vollen Touren und pustete was das Zeug hält kalte Luft in alle Richtungen. Gottseidank hatte ich meine Sweatjacke an und die Schirmmütze auf dem Kopf. Beides habe ich nicht einen Moment abgelegt. Wäre sonst wahrscheinlich zu Eis erstarrt.
Immer wieder kam ein Kellner mit einem Tablett durch, der heißen Tee servierte. Und das auch noch umsonst. Und nicht nur einmal. Später habe ich mir ein Abendessen an den Platz bringen lassen. Hühnchen mit Kartoffelgratin. Etwas fettig, aber schmackhaft.
Einmal während der Fahrt habe ich einen kleinen Gang gemacht, aber die Toilette habe ich trotzdem nicht benutzt. Sie starrte nur so vor Schmutz. Da habe sogar ich mich geekelt. Dann blieb mir nichts anderes übrig als bis Cairo durchzuhalten.
Ich hatte einen Lieblingstitel, den ich auf Dauerschleife im iPod gestellt hatte und konnte so die Fahrt genießen. Irgendwann bin ich eingeschlafen und hatte immer noch die Ohrhörer drin. Als ich aufwachte schwebte ich wirklich in höheren Sphären und hatte Kopfschmerzen. Denn es hatte sich der Verschluss an der Basecap in die Kopfhaut gebohrt. Was folgern wir daraus? Schlafen mit Basecap ist keine gute Idee.



Irgendwann war auch diese Nacht vorbei und wir schaukelten lustig in die Ramsis-Station in Cairo ein. Leider hatte ich diesmal keinen Blick auf die Stufenpyramide erhaschen können.
Endlich angekommen. Raus aus der Tiefkühltruhe und ab ins Hotel. Draußen war es auch nicht sehr viel wärmer. Es war früher Morgen und es hatte geregnet. Man bedenke bitte, das es November ist und dann kann es in Cairo auch schon mal kühl sein. So wie heute. Taxi gefunden und ab ging es nach Dokki zum Hotel.
Faszinierend wenn sich eine so große Stadt morgens rekelt und gähnend erwacht.
Wie unsere allseits beliebte Grace Jones in "The apple stretching" gesungen hat:
"It's just the apple stretching and yawning, just morning, New york putting it's feet on the floor."



Nur das wir jetzt in Cairo sind und ich im Pharaoh-Hotel in Dokki an der Reception stehe. Zu-erst wurde die Reservierung nicht gefunden. Uwe hatte mir eine Nummer gegeben, aber die Mitarbeiter hatten es unter "Deutscher Schule" vermerkt.
Letztendlich war ich dann in meinem Zimmer und konnte mich erst einmal frisch machen, auspacken und frühstücken.
Es ist ein einfaches Hotel. Etwas älter, aber es ist alles sauber und ordentlich. Das Frühstück ausreichend und lecker. Dazu Kaffee, Tee und Orangensaft. Wenn man keine großen An-sprüche stellt, ist es ganz entzückend. Und Gezira Island ist fußläufig zu erreichen. Ich hätte es schlimmer erwischen können



Cairo - al-Qāhira - die Siegreiche - die Mutter der Welt.
Umm al-Dunya - die Mutter der Welt.
Wer Cairo nicht gesehen hat, hat die Welt nicht gesehen, so heißt es.

Und endlich stehe ich hier in dieser Metropole und kann meine Abenteuer beginnen. Beim ersten Besuch hatte ich ja eine schwere Durchfallerkrankung und musste das Programm stark kürzen. Aber ich erinnere mich immer noch an die Fahrt zum Flughafen mitten in der Nacht. Durch die beleuchteten Straßen, vorbei an grandiosen Bauten. Das wollte ich da-mals unbedingt noch einmal genauer sehen.
Und nun ist es soweit. Ich stehe vor dem Hotel und los geht es. Aus der ruhigen Seitenstraße geht es direkt zu der großen Verbindungsstraße Sharia el Nil direkt am Nil entlang. Da muss man erst einmal rüberkommen. Ampeln gibt es hier nicht. An der El Tahrir-Brücke wird der Verkehr über einen großen Kreisel geführt. Also sprintet man beherzt über die Straße und ge-langt wohlbehalten auf die andere Seite.



Zamalek auf Gezira-Island
Eine wunderschöne Insel im Nil inmitten der Metropole Cairo. Zwei große Brücken führen hier über den Nil und damit auch über die Insel und verbinden das Eiland mit der Umgebung. Zamalek wird von der Oberschicht geschätzt und verfügt über einen Sporting Club. Sehr mondän und sehr teuer. Außerdem existiert ein Fußball-Verein 'al Zamalek SC', der in der obersten Liga spielt und regelmäßig gegen den anderen Fußball-Club der Stadt 'al Ahly SC', das sind die Underdogs, antritt. Jedes Mal ein Großereignis, das landesweit verfolgt und ge-feiert wird.
Es läuft sich sehr schön hier auf der Insel. Viel Grün und angenehme Umgebung. Cafés, Boutiquen und Verkaufsstände. Alles macht einen sehr ordentlichen Eindruck. Schöne Villen, die deutsche Botschaft und ein tolles Hotel, das "Marriott Hotel El Gezira", welches ursprüng-lich als Palast für die französische Kaiserin Eugenie zur Suez-Canal-Eröffnung erbaut wurde.
Dazu kommt noch das neue Opernhaus mit weiteren Museen. Dazu später mehr.
Ich ließ es mir nicht nehmen, den Gezira-Tower zu besteigen. Ein wunderbarer Rundumblick war der Lohn dafür. Warum ich die Kekse nicht mit auf den Turm nehmen durfte - ich weiß es nicht. Vielleicht wollte man Umsatz für die Restauration machen. Andere Länder, andere Sitten.
Wie schon am Anfang angedeutet, war Franziska nicht in Cairo, sondern zur Rheuma-Behandlung in Deutschland. Aber ihr Mann hatte nichts dagegen uns zu verabreden.
Die beiden wohnen in einer recht ansehnlichen Wohnung in Zamalek und dahin brachte mich Christopher nach ein paar kleinen Einkäufen. Er hatte für den Abend noch eine Einladung zu einer Party und bereitete auf die Schnelle eine Mousse au Chocolate vor. Ich war begeistert. Durfte ich doch auch den Löffel ablecken. Ein Fest für das kleine Schleckermaul.

Am nächsten Abend waren wir zum Essen im Felfela verabredet. Wieder holte mich Chris-topher mit seinem Auto vom Hotel ab. Man fährt einen Toyota Landcruiser. Für den Stadtver-kehr in Cairo ganz passabel. Man kann sich - da man der Stärkere ist - überall durchboxen. *LOL*LOL*LOL*
Irgendwann will ich auch noch mal Autofahren in Cairo - ist alles nicht so schlimm, wie man sich immer erzählt.
Wir haben uns sehr gut verstanden und tratschten was das Zeug hält. Beim nächsten Besuch würden sie wahrscheinlich nicht mehr in Cairo sein. Der konsularische Dienst sieht des Öfte-ren eine Versetzung vor. Im Großen und Ganzen ist man mit Cairo zufrieden. Wer längere Zeit dort lebt muss sich halt auf die Mentalität und die Gesellschaft einstellen. Habe in Afrika schon erlebt, dass das schwierig werden kann.



Fortbewegung in Cairo
Das ist ein großes Thema. Es gibt so viele Möglichkeiten sich durch diese Stadt zu bewegen.
• im eigenen Fahrzeug - stand mir leider nicht zur Verfügung, hätte aber seinen Reiz.
• zu Fuß - habe ich oft und gern gemacht. Man erobert nur kleine Räume, kann dafür aber intensiv erleben und beobachten.
• Taxi - ist noch nie mein Favorit gewesen. Habe ich bisher eher schlechte Erfahrungen gemacht. Gern wird man mal übers Ohr gehauen und/oder zu einem Souvenir-Laden eines Neffen/Onkels/Bruders/etc. geschleppt.
• Bus - ist mir in Cairo zu unübersichtlich. Sind außerdem immer zu voll, ohne Klimaan-lagen und staubig, da die Fenster immer offenstehen.
• U-Bahn - leider nur 2 Linien in Cairo vorhanden, aber eine echte Alternative. Schnell, klimatisiert und billig.
PS.: übrigens fühlte ich mich auf den Straßen in Cairo immer sicherer als hier in Deutschland. Obwohl der Verkehr 'mörderisch' anmutet wird man sich zumeist mit viel Rücksicht auf den Straßen bewegen. Da bin ich mir hier nicht so sicher.
Ich habe eigentlich täglich die U-Bahn in Cairo benutzt. Von meinem Hotel bin ich bis zur Sta-tion 'Opera House' auf Zamalek gegangen und meistens eine Station bis zum Tahrir-Platz ge-fahren, die sich 'Sadat Station' nennt. Ein großer Umsteigepunkt. Warum ich nur eine Station gefahren bin? Ich bin ja nicht lebensmüde *LOL*, denn auf dem Weg müsste ich mehrere sehr stark frequentierte Straßen überqueren. Das hatte ich am ersten Tag gemacht. Es gibt auch so genug Abenteuer zu bestehen.
Eine Fahrt mit der U-Bahn kostet 1 EGP. Man kauft eine Fahrkarte am Schalter - am besten gleich mehrere Karten auf einmal - und schiebt sie in den Automaten am ersten Drehkreuz. Danach entnimmt man die Fahrkarte und geht zum Bahnsteig.
Achtung = es gibt gekennzeichnete Waggons nur für Frauen. Also bitte aufpassen, sonst flie-gen die Handtaschen und das hätte man nicht so gerne.
Voll ist es eigentlich immer und als Tourist wird man schon aufmerksam und wohlwollend angeschaut. Kommt ja nicht jeden Tag vor, dass hier ein Europäer plötzlich einsteigt. Ansonsten ist es den meistens Einwohnern von Cairo herzlich egal was man so anstellt. Angequatscht wird man äußerst selten und das sind meistens Andenkenverkäufer.
In der Zielstation muss man wieder durch ein Drehkreuz. Entweder flankt man elegant dar-über, was natürlich die Security nicht so gerne sieht und in meinem Fall auch nicht sehr ele-gant gewirkt hätte, oder man steckt die Fahrkarte in den entsprechenden Schlitz und das Drehkreuz wird freigegeben.
Also alles kein Hexenwerk oder große Wissenschaft. Einfach und verständlich. Probiert es einfach mal aus.



Gelaufen bin ich viel in Cairo - vor allen Dingen in Downtown. Vom Tahrir-Platz in alle Him-melsrichtungen. Es gibt so unheimlich viel zu entdecken und die Häuser erinnern sehr an Pa-ris. Ist ja auch kein Wunder, da die Franzosen sehr lange im Land gelebt und die Verwaltung beeinflusst hatten.
Hier ist den ganzen Tag was los. Viel Verkehr, aber trotzdem kam ich ohne Probleme über die Straßen. Überall Geschäfte, Imbisse, Kinos, Märkte und Cafés. Hier kann und muss man sich einfach treiben lassen, schauen und beobachten.
Und welche Wohltat mal nicht dauernd angequatscht zu werden.
Sehr interessant sind auch die kleinen Seitenstraßen. Hier verbergen sich viele kleine Werk-stätten. In einem Bereich wird Elektronik instandgesetzt und in einem anderen Bereich reihen sich Auto-Werkstätten aneinander. Wobei die Autos meistens direkt auf der Straße aufge-bockt und repariert werden. Selten eine Werkstatt mir größeren Hallen und Hebebühnen. Aber was soll man sagen, die Jungs scheinen sich auszukennen und die uralten Karren im-mer wieder auf Vordermann zu bringen. Siehe = Taxis (ein entsprechendes Bild habe ich mal aus dem Internet gefischt)

Das man mich nicht beachtet hätte stimmt so nicht ganz. Irgendwann ist mal ein Mann an mit vorbeigelaufen und hat sich umgedreht und ich mich auch.
Yasser, so etwa Mitte 30. Zurzeit gerade in Cairo auf der Suche nach einem neuen Job. Hat bisher auf dem Sinai gearbeitet für verschiedene Petro-Companies. Sprach recht gutes Eng-lisch und wir waren uns gleich sympathisch. Durch ihn bin ich auch auf das Café aufmerk-sam geworden, dass sich direkt am Tahrir-Platz befindet. Recht groß, sauber, günstig und mit einem tollen Ausblick auf den Platz gesegnet. Dort haben wir uns dann immer getroffen, Tee getrunken und Shisha geraucht. Yasser hatte kein Telefon, aber wir waren fast immer zur gleichen Zeit dort in der Nähe.
Wir haben auch einige Rundgänge durch das Viertel gemacht und er zeigte mir sehr schöne Ecken. Von einem Hamam hatte er noch erzählt, aber dazu sind wir gar nicht gekommen. Vielleicht mache ich das später noch mal.



Ich war natürlich im Ägyptischen Museum - das lasse ich mir nun wirklich nicht entgehen. Das Museum ist großartig und ich finde jedesmal etwas Neues. Die Sammlung ist einfach umwerfend und ich hoffe, dass man zu einem späteren Zeitpunkt die ganzen Schätze aus dem Keller noch herausholt und zugänglich macht. Okay, das wird dann im neuen "Grand Egyptian Museum" sein, das derzeit in der Nähe der Pyramiden entsteht. Dorthin hat man die große Ramses-Statue vom Bahnhofsvorplatz ja schon gebracht.
Und ich habe auch den königlichen Mumien meine Aufwartung gemacht. In einem separaten Raum im Obergeschoß sind insgesamt 11 Mumien von Pharaonen, Königinnen und Priestern ausgestellt. Jede Mumie liegt in einem separaten Glaskasten und der Körper ist mit einem Leinentuch verhüllt. Man sieht den Kopf und teilweise Hände und Füße. Alles sehr pietätvoll.
Fotografieren ist nicht erlaubt. Im ganzen Museum darf nicht mehr fotografiert werden. Auch Smartphones muss man abgeben, denn beim Einlass wird auch der Rucksack durchgese-hen. Aber man muss die Mumien auch nicht fotografieren, dass macht man mit Oma im Sarg ja auch nicht. Gottseidank halten sich auch alle Besucher etwas zurück. Wie gesagt, es ist sehr pietätvoll.
Nach einem Vormittag im Museum ist man dann total erledigt und muss erst einmal eine Shisha und einen Tee haben. Eine Ruhepause im Hotel ist angebracht und später dann noch ein Spaziergang auf Gezira Island.



Besucht habe ich auch das Museum of Egyptian Modern Art.
Der normale Tourist sieht in Ägypten nur die pharaonische Antike und wird über Bazare ge-führt, um ihm die Illusion des Orients zu geben. Aber wir haben es hier mit einer modernen Gesellschaft zu tun (leider mit großen Unterschieden zwischen urbaner und ländlicher Bevöl-kerung), die natürlich die Segnungen der modernen Welt kennt. Zahlreiche Fernseh-Sender sind terrestrisch und über Satellit zu empfangen. Das Handy gehört mittlerweile zur Grund-ausstattung jedes Ägypters und auch das Smartphone findet eine zunehmende Verbreitung. Die moderne Informationsgesellschaft hat auch hier Einzug gehalten.
Somit ist es nicht verwunderlich, dass es auch moderne Kunst in Ägypten zu bestaunen gibt. Und das nicht erst seit letztem Jahr. Auch die ägyptischen Künstler waren nicht von der Au-ßenwelt abgeschnitten und ließen sich von den Strömungen in der Kunst beeinflussen. Im-pressionisten und Expressionisten haben hier ihre Spuren hinterlassen.
Leider sind im Netz nur sehr, sehr wenige Objekte zu finden. Als Beispiel habe ich ein Bild ge-funden, das von der Antike beeinflusst ist. Was natürlich auch für die europäische Kunst gilt. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Zumal das Museum sehr günstig gelegen ist auf Gezira-Island in der Nachbarschaft des Opernhauses. Und der Eintritt kosten 10 EGP, also wirklich kein Vermögen.
Beim nächsten Mal mach ich mehr Bilder - versprochen.
Was habe ich noch alles gemacht? Natürlich bin ich durch den großen Bazar Khan el-Khalili geschlendert. Das sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen, obwohl die Verkäufer (es scheinen die "schlimmsten" von ganz Ägypten zu sein) es einem nicht leichtmachen. Es ist halt ihr Geschäft und da so viele Läden mit dem etwa gleichen Sortiment in den einzelnen Be-reichen geballt zu finden sind, müssen sich die Ärmsten halt was ausdenken um den geneig-ten Kunden ins Geschäft zu holen. Ein bisschen mehr Ausbildung könnte man den Jungs schon zu kommen lassen. Manchmal erinnert es einen an die 'Koberer' auf der Reeperbahn (nicht böse gemeint...)
Aber dann landet man wohlbehalten im Café Fishawi. Ich saß gleich draußen auf einer Bank und hatte die vorbeiströmenden Touristen gut im Blick. Bei einer Shisha und einem leckeren Tee konnte ich mich entspannen und den Tag genießen.
Und dann auf zur Zitadelle von Cairo. Was würde ich dafür geben, wenn man einfach einen wunderbaren Rundblick über Cairo hätte, aber die Stadt lag wie üblich im Smog und leider habe ich die Pyramiden nicht sehen können. Vielleicht gelingt es mir zu einem späteren Zeit-punkt noch einmal.
Jetzt wird erstmal die Muhammed-Ali-Moschee 'gestürmt'. Sie wird auch Alabaster-Moschee genannt wegen der Verkleidung mit Alabaster. Es ist eine typische osmanische Moschee, denn der Baumeister kam aus Istanbul.
Man zieht natürlich die Schuhe aus. Ich hatte eine Plastiktüte im Rucksack und konnte die Schuhe dort verstauen. Außerdem kleidet man sich angemessen, was man von einigen Tou-ristinnen nicht sagen konnten. Die Damen mussten dann leider einen Umhang umlegen, den man ihnen dort aushändigte. Ich befürchte der Umhang wird nicht jeden Tag gereinigt.
Es läuft sich wunderbar auf dem großen Teppich und man kann nur staunen angesichts der Architektur und den feinen Details der Ausschmückung.
Und jetzt stehe ich wieder am Fuß der Zitadelle und weiß noch nicht, wie ich wieder in die Stadt hineinkomme. Bis zur Metrostation ist es recht weit und mit den Bussen kenne ich mich nicht aus. Es bleibt nur das Taxi. Und so schlendere ich wieder den Weg zurück in Richtung der beiden großen Moscheen am Fuß der Zitadelle. Natürlich halten auch wieder einige Taxi-fahrer und bieten Ihre Dienste an. Schließlich gebe ich mich geschlagen und steige in ein Fahrzeug. Es ist ein älteres Renault-Taxi, also eines der schwarzweißen Autos. Noch recht gut in Schuß und einigermaßen sauber. Der Fahrer ist natürlich neugierig und quetscht mich aus. Warum auch nicht.
Einige Straßen weiter hält er an und lässt noch eine Frau einsteigen. Nachdem die Dame im Fond sitzt fragt er mich, ob ich etwas dagegen einzuwenden hätte. War mir ja nur recht.
Nur dass die Frau hochverschleiert und mit Handschuhen bekleidet war, machte mich ein wenig nervös. Wie sich in so einem Fall verhalten? Keine Ahnung, aber die Dame nahm mir die Entscheidung ab. Sie steckte sich eine Zigarette an und sprach mit mir in makellosem Englisch. Also konnte ich auch unbesorgt mit ihr ein wenig Smalltalk austauschen. Besser ge-sagt, sie fragte mich ein wenig aus. Kurz vor Downtown stieg sie dann aus und unser Weg setzte sich fort bis wir das Café am Tahrir-Platz erreichten.



Ein Highlight gibt es noch zu berichten. Uwe hat mich zu einer Pyramiden-Tour eingeladen und das habe ich gern angenommen. Er holte mich morgens mit seinem Jeep ab und hatte auch seinen Freund Wassem dabei.
Zuerst ging es zur Stufenpyramide in Sakkara. Sie ist einfach wunderschön. Uwe erklärte viel und ich konnte mich gar nicht satthören. Außerdem besuchten wir auch einige Gräber in der Umgebung.
Das Grab des Kagemni. Es begeistert durch wunderschöne Basreliefs (teilweise noch farbig) der landwirtschaftlichen Tätigkeiten.
Das Grab des Ti. Hier ist das Relief einer Flusspferdjagd hervorzuheben.
Und schließlich das Grab von Nianchchnum und Chnumhotep. Ein Doppelgrab für zwei Männer. Beide hatten den selben Titel als "Oberaufseher der Maniküre im Palast des Königs". Das erste belegte schwule Paar der Geschichte jauchzte die Community verzückt. Allerdings waren beide Männer verheiratet und hatten Kinder, aber das sollte ja kein Hinderungsgrund sein.
Kurz angemerkt sei hier, dass die Quellenlage zu Homosexualität im antiken Ägypten als sehr mager bis fast nicht vorhanden angesprochen werden kann. Die wenigen Textstellen sind au-ßerdem interpretatorisch zweifelhaft. Kurz gesagt, wir wissen überhaupt nichts über Schwule und deren Leben im alten Ägypten. Dann nehmen wir einfach mal an, die beiden Männer wa-ren doch einander zugetan.
Nach den Gräbern führen wir dann mit dem Jeep über die Ebene auf Daschur zu. Mit so ei-nem Fahrzeug kann man schon ganz anders durch Gelände fahren als mit den alten klappri-gen Taxis. Die Ebene ist sandig und steinig. Etwas wellig aber nicht mit Löchern durchsetzt, sodass es kein Problem mit dem Fortkommen gab.
Die Knickpyramide haben wir außen vorgelassen. Wir sind zur Roten Pyramide gefahren. Das ist die dritte Pyramide, die der Pharao Snofru sich bauen ließ. Die Pyramide in Meidum war die erste, dann kam die Knickpyramide, die leider als Desaster gewertet werden muss. Die Rote Pyramide wurde vollendet und weist einen geringen Winkel auf als die Cheops-Pyramide. Dies wurde aus Sicherheitsgründen gewählt, da es bei den vorherigen Pyramiden Probleme beim Bau gab. Hätte die Rote Pyramide den gleichen Winkel der Cheops-Pyramide, sie wäre wohl gleich hoch geworden.
Hier konnten wir ins Innere, was sehr aufregend ist. Zuerst muss man 28 Meter an der Au-ßenwand aufsteigen um den Eingang zu erreichen. Dann geht es mehr als 60 Meter in einem Winkel von 27 Grad in die Tiefe zu den Grabkammern.
Das Problem an der Sache ist die Höhe des Ganges. Da nur etwa 90 cm Höhe bestehen, watschelt man sozusagen im Entengang in die Tiefe und wieder zurück. Müßig zu sagen, das einem hinterher die Beine wehtun und man kaum noch richtig laufen kann. Uwe lachte sich tot als Wassem und ich wieder an der Oberfläche erschienen. Er hatte es früher schon mal durchgemacht und uns natürlich nichts davon erzählt. Aber da muss man als Archäologe halt durch.
Das war auch dann das Ende der Tour. Mit schmerzenden Beine (was noch bis zum nächs-ten Tag anhielt) will man nur noch ins Hotel.
Abends waren wir dann alle zusammen Essen auf einem der großen Schiffe, die in Cairo lie-gen. Wir saßen wunderbar an Deck und hatten einen schönen Blick auf die Stadt. Essen und Getränke waren hervorragend. Auf den Schiffen wird in den Hauptsälen auch eine Show ge-zeigt. Normalerweise geht es hier um Bauchtanz. Das haben wir uns nicht gegönnt. Was war ich froh, dass ich später im Bett liegen konnte.
Und damit sind wir schon wieder am Ende der Reise. Um 10.20 h sollte mein Flieger nach Berlin abheben. Also musste ich früh raus aus den Federn. Koffer packen, auschecken, noch ein Frühstück und dann ab ins Taxi zum Flughafen. Es ging alles schnell und reibungslos von statten und um 14.00 h landeten wir bereits in Berlin. Am frühen Abend war ich dann wieder zu Hause und eine wunderbare Reise mit vielen Abenteuern war zu Ende.




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