Über die höchsten Bergstraßen der Welt mit dem Mountainbike: der Manali-Leh Highway

Reisebericht

Über die höchsten Bergstraßen der Welt mit dem Mountainbike: der Manali-Leh Highway

Reisebericht: Über die höchsten Bergstraßen der Welt mit dem Mountainbike: der Manali-Leh Highway

Nicht nur eine der größten sportlichen Herausforderungen, die ich je bewältigt habe, sondern auch eine grandiose Art, die spektakuläre Landschaft der Hochgebirgswüste Ladakhs im indischen Himalaya zu "erfahren": Die neuntägige Fahrradtour von Manali nach Leh.

Von Manali nach Leh in neun Tagen mit dem Fahrrad

Mittlerweile bin ich nun schon das vierte Mal in Indien gewesen und habe viele Teile des so faszinierenden Subkontinents erleben dürfen! Strände, Palmen und Gewürze in Kerala, Wüste, geschäftige Märkte und beeindruckende Festungen in Rajasthan und natürlich die Himalaya Region Indiens!
Wann immer ich nach Indien Reise, zieht es mich tatsächlich wieder und wieder in die Berge! Viele bringen Indien erst gar nicht in Verbindung mit dem Himalaya, doch tatsächlich befindet sich ein großer Teil des Gebirges genau hier und ist zu dem touristisch noch nicht ganz so erschlossen wie zum Beispiel in Nepal! Auf meinem ersten Trek 2009 von Daramshala über den Indrahar Pass ins Kangra Tal war unsere Trekkingruppe für fünf Tage komplett abseits jeglicher Zivilisation nur mit unseren Bergführern unterwegs! Eine Wahnsinns Erfahrung! Nur uns und die Berge!
Doch in diesen Bericht möchte ich über ein ganz anderes Erlebnis berichten: Über die neuntägige Fahrradtour von dem kleinen Bergort Manali bis in die 500 km entfernte buddhistische Hochgebirgshauptstadt Leh!
500 km über 5 Bergpässe die meisten von Ihnen über 5000 Meter hoch!! Die Tour hatte mich schon seit langem fasziniert und umso glücklicher war ich, als über Chalo! Reisen eine Tour im letzten Jahr August zustande kam!
Mit Chalo! Reisen (www.chalo-reisen.de) reiste ich auch schon zwei Jahre zuvor durch Kerala und machte diverse Treks mit Sarah und ihrem Team und freute mich, mit den gleichen Leuten ein weiteres Abenteuer in Angriff nehmen zu können!
Als Vorbereitung auf die Höhe, machte unsere Gruppe einen dreitägigen Akklimatisierungstrek zu einem kleineren Gipfel von Manali aus. Höhen ab 4000 Meter sollten nicht unterschätzt werden und der gesamte Manali Leh Highway befindet sich ständig zwischen 3500 und 5300 Metern. Eine gute Akklimatisierungsphase ist also wichtig.
Manali ist ein beschauliches Backpacker-Örtchen auf 2000 Meter im Bundesstaat Himachal Pradesh gelegen. Hier ist alles noch saftig grün, kleinere und größere Bäche fließen das weite Kullu Tal hinab, die Temperaturen sind mit ca 25° C sehr angenehm. Ja, hier lässt es sich wahrlich aushalten. Auch die relaxte Backpacker Athmosphäre trägt zusätzlich dazu bei, dass man hier eigentlich gar nich mehr weg möchte: gemütliche Cafes, Souvenir Shops und gutes indisches Essen in den unzähligen günstigen Restaurants!
Doch für unsere siebenköpfige Gruppe heißt es nach fünf Tagen Aufbruch Richtung Leh- mit den Fahrrädern! Eine kurze Testfahrt am Vortag hatte uns sowohl auf indische Straßenverhältnisse vorbereitet, als auch auf unsere Leihfarräder eingestimmt, alles gute Scott oder Trek Bikes!
Der erste Tag der neuntägigen Fahrradtour hatte es schon in sich: Gleich hinter Manali erhebt sich der 3980 Meter hohe Rothang Pass und wir schlengelten uns langsam die Serpentinen bis auf 3600 Meter nach Marhi hoch. Zwar mit 36 km keine lange Strecke, doch definitiv eine Challenge, den es ging kontinuierlich bergauf! Wie gut das unser kleines Camp von unserem Begleiterteam schon aufgebaut war! Das Küchenteam brutzelte schon fleißig im Küchenzelt und wir saßen gemütlich mit unseren Guides im Speisezelt und tranken leckeren Chai!
Die Mahlzeiten während der gesamten Tour ließen keine Wünsche offen! Am Abend standen mehrere Gerichte zur Auswahl, teils indisch, teils kontinental, die Lunchpakete waren üppig und liebevoll bestückt und zum Frühstück bevorzugte ich meinen Porridge. Aber es gab auch Eier, Toast oder auch einmal ein indsches Frühstück. Daneben wurden uns Snacks, wärmende Suppen, frisches Obst und viiiieeeel Tee serviert! Wirklich hervorragend!
Doch es ging ja vorwiegend nicht ums Essen, sondern es galt einige Pässe zu überqueren und die hatten es in sich! Nach dem Rothang Pass wurde die Luft nicht nur merklich dünner, sondern die Landschaft auch deutlich rauher und trockener, eine richtige Gebirsgwüste eben. Der große Vorteil: Kein Regen, trotz Monsunzeit!
Keylong, die Distrikthaupstadt des Lahoul Tals, war die letzte Siedlung die wir passierten. Danach gab es nicht mehr viel außer, nun ja: Berge.
Und was für welche! Langweilig wurde es ganz gewiss nicht. Zum einen hatten wir natürlich mit den langen Anstiegen zu kämpfen. Rothang Pass war der erste von 5 Pässen bis nach Leh hinauf und die nächsten vier waren alle um die 5000 Meter hoch. Der letzte, der Tanglang La sogar 5300 m!
Zum anderen wechselte die Landschaft ständig: Von Roten Gesteinsformationen, über Lava artige Landschaften, über Sandwüsten, zu einsamen Bergseen, bis hin zu grüneren Hochgebirgsebenden hatte die Strecke alles zu bieten!
Dazwischen galt es auch einmal kleinere Bäche zu überqueren.
Angefeuert von vorbeifahrenden Mottoradfahrern und hupenden indischen Truckern blieben wir motiviert und erreichten jeden Tag aufs neue voller stolz das nächste Camp!
In Sarchu, auf 4200 Meten und Hälfte der Strecke legten wir einen Tag Pause ein. Einerseits um uns weiter zu akklimatisieren, aber auch um einfach nur die wahnsinnige Landschaft auf uns wirken zu lassen und das ein oder andere Paar Socken zu waschen.
So aufregend die Tour auch war, freuten wir uns doch, als mit Rumtse nach 400 km auch das erste ladakische Dorf auftauchte. Grüne Weizenfelder erfreuten unsere Augen, Yaks stolzierten stolz über die Wiesen und juchzende Kinder kamen uns entgegen. Bis nach Leh gab es viel zusehen. Vorallem die auf den Bergkämmen stolz aufragenden buddistischen , waren beeindruckend.
In Leh angekommen freuten wir uns auf eine heiße Dusche, frische Kleidung und ein kühles Bier!
Voller Stolz feierten wir uns und die Tour und freuten uns auf den morgigen Sightseeingtag, ohne ein Fahrrad.
Leh hat viel zubieten. Neben alten Palästen und tollen Klöstern, auch nette Restaurants und viele gute Shoppingmöglichkeiten.
Am nächsten Tag wartete die letzte große Herausforderung auf uns: der 5600 Meter hohe Kardung La. 40 km bergauf von Leh, über 2000 Höhenmeter. Was für eine Herausforderung! Nach sechs Stunden erreichten wir im Schritttempo und völlig erledigt den Pass! Früher einmal der höchste Pass der Welt, ist er auch heute noch beeindruckend und wir genossen die Aussicht während die buddhistischen Fahnen im Wind flatterten!



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