Es ist wieder soweit: Spargelzeit

Reisebericht

Es ist wieder soweit: Spargelzeit

Reisebericht: Es ist wieder soweit: Spargelzeit

Das "Spargelfeine Wochenende" in der Südpfalz ist ein echtes Erlebnis. Vor allem weil man nicht nur gut verköstigt wird, nämlich mit frischem Spargel und leckerem Wein aus der Region, sondern auch weil man das feine Gemüse selbst stechen kann. Ein wirklich kulinarisches Vergnügen.

Schweißtreibende Arbeit - Das...

Keine Bildinformationen verfügbar

Haben Sie schon einmal Spargel gestochen? Wir durften beim Hofmarkt Zapf in der Südpfalz einen Blick hinter die Kulissen werfen und haben dabei viel Wissenswertes rund um das Edelgemüse erfahren.
Spargel wird auch heute noch von Hand geerntet. Hunderte Saisonarbeiter kommen jährlich in die Anbaugebiete und helfen sieben Tage pro Woche zweimal täglich bei Wind und Wetter beim Spargelstechen.
Ich bin mit einer kleinen Pressegruppe in der Südpfalz unterwegs. Wir besuchen den Hofmarkt Zapf in Kandel. Es ist ein sonniger Maimorgen und es ist Spargelzeit.
Bei unserer Ankunft werden wir von Gerhard Zapf im Hofladen und Hofcafé begrüßt. Es duftet nach frischem Holzofenbrot und Kuchen. Mütter sitzen zum gemeinsamen Frühstück vor dem Café und die Kinder spielen auf dem kleinen Spielplatz. Die entspannte Atmosphäre lässt uns den Alltag für eine Weile vergessen. Im Hofladen wird frisches Obst aus eigenem Anbau, selbst gebackenes Holzofenbrot und Kuchen sowie Lebensmittel ausgesuchter regionaler Erzeuger angeboten. Ein kleines Schlemmer-Paradies.
Nach einer kurzen Einführung geht es, ausgerüstet mit Handschuhen, Korb, Spargelmesser und Spargelkelle, aufs Feld, das gleich neben dem Hof beginnt. Hier erstreckt sich Spargelreihe an Spargelreihe fein säuberlich mit Folie abgedeckt. Mit einem geübten Handgriff zieht Gerhard Zapf die Folie von den Erdwällen. Nun wird es spannend. Routiniert führt er uns in die Kunst des Spargelstechens ein. Auf den ersten Blick sehen wir nur einen makellosen Erdwall. Doch überall dort, wo die Oberseite des Walls Risse zeigt, befindet sich eine erntereife Spargelstange. Geübt legt er mit gespreizten Fingern die Spargelstange frei. Er umfasst den Spargel oben am Kopf und fährt mit dem Spargelmesser längs der Stange nach unten. In einer Tiefe von etwa 30 Zentimeter unter der Bodenoberfläche wird die Spargelstange mit dem Messer gestochen, in den Korb gelegt und zum Schutz gegen Austrocknung abgedeckt. Das Loch schließt er an- schließend mit der Spargelkelle wieder und streicht die Erde so glatt, wie sie vorher war.
Schon vom Zusehen bekommen wir gehörigen Respekt vor der Arbeit. Jetzt sind wir dran! Diejenigen von uns, die gerne im Garten arbeiten, gehen etwas beherzter an die Spargelernte. Gebückt suche ich den Erdwall nach kleinen Rissen oder gar nach vorsichtig aus der Erde spitzelnden Spargelspitzen ab. Die Erde entfernen ist noch ein Kinderspiel, nun ist Fingerspitzengefühl gefragt. Vorsichtig taste ich mich mit dem Messer an der Spargelstange entlang. Wo muss ich schneiden? Ein beherzter Schnitt mit dem Messer und meinen ersten selbstgestochenen Spargel halte ich in der Hand. Leider ist die Spargelstange etwas kurz geraten. Aber – aller Anfang ist schwer – und so probiere ich es weiter. Während wir laienhaft die ersten Spargel stechen, erzählt Gerhard Zapf alles Wissenswerte über den Spargel, die Qualitätskriterien, die Bodenbeschaffenheit und mehr. Dabei hilft er mit geübter Hand jedem von uns.
Unterdessen bekomme ich so langsam ein Gefühl für das Spargelstechen. Immer mutiger taste ich mich mit dem Messer an der Spargelstange entlang und – siehe da – endlich ein Spargel mit der richtigen Länge. Na, das klappt doch, wenn nur die gebückte Haltung beim Ernten nicht wäre. Trotz der kurzen Zeit auf dem Feld bekommen wir alle eine Vorstellung, was es heißt zweimal täglich sieben Tage pro Woche in gebückter Haltung durch die Reihen zu gehen und den Spargel zu stechen.
Die ersten von uns richten sich auf und drücken zuerst einmal ihr Kreuz durch. Spargelernte ist ein echter Knochenjob! Stolz zeigen wir uns gegenseitig unsere Ernteergebnisse und sind uns einig, dass wir in Zukunft den Spargel mit noch mehr Genuss essen, da wir nun wissen, wie mühsam die Ernte ist.

Dieser Bericht ist auch erschienen in: RATGEBER Lust auf Natur 05/2016 (ab 22.4. im Handel erhältlich) J. WECK GmbH u. Co. KG


Teilen auf

Mein Interessenprofil

Bitte melden Sie sich an, um Reiseziele zu Ihrem Interessenprofil hinzuzufügen.

Kommentare

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Es ist wieder soweit: Spargelzeit 4.00 1

Beliebte Community-Inhalte: AustralienNorwegenThailandVietnamItalienBarcelonaIndien ReiseführerIndien Tipps