Mit Auto, Zelt und Zeit durch Nord-Kalifornien, Teil 6

Reisebericht

Mit Auto, Zelt und Zeit durch Nord-Kalifornien, Teil 6

Reisebericht:  Mit Auto, Zelt und Zeit durch Nord-Kalifornien, Teil 6

Der Höhepunkt meiner Kalifornienreise: Endlich im Yosemite-Nationalpark!

In der High Sierra



Half Dome

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Endlich: Sierra Nevada! Wie soll ich Yosemite beschreiben? Einige von Euch kennen diesen Nationalpark schon. Für die anderen: Riesig, gigantisch, umwerfend, so spektakulär, daß selbst Norwegen erblasst. Senkrechte Felswände von 1000 m Höhe auf der gegenüberliegenden Talseite, auf die man hinabblickt. Weiße, glatte Granitdome mit autogroßen Findlingen, darüber ein wolkenloser, tiefblauer Himmel. Weiße Felsen, von denen man in tiefblaues oder -grünes Wasser springen kann. Wanderwege ohne Ende. Die bin ich allerdings langsam angegangen. Der Campingplatz in Tuolumne (sprich Tu-o-lu-mii) Meadows liegt knapp 3000 m hoch. Man zeltet praktisch auf dem Gipfel der Zugspitze und geht von dort in die Berge. Für Eilige empfehle ich eine kurze Tour über den Dog Lake auf den Lembert Dome. Eine einfache Wanderung, bei drei Stunden bleibt genug Zeit für Pausen. Auf dem Lembert Dome selbst gibt es keinen Weg mehr, man geht einfach über den Granit.



Half Dome



Mt. Dana

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Bei einer Wanderung mit 1000 Höhenmetern auf den 4000m hohen Mt. Dana kam ich an meine Grenzen: Die Luft ist merklich dünner und die letzten 300 Höhenmeter sucht man sich den Weg über die Felsen. Manche sind fest, andere lose. Man merkt es beim Drauftreten. Endlich auf dem Gipfel konnte ich auf den 2000m tiefer gelegenen Mono Lake hinabblicken. Gigantisch!



Yosemite Falls im Sommer

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Eine bekannte Attraktion des Yosemite-Nationalparks sind die Yosemite Falls. Die unterteilen sich in den Upper (435 m) und Lower (98 m) Fall. Addiert man das Gesprudels dazwischen noch dazu, hat man (mit Hilfe der Mathematik) mit 739 m die höchsten Fälle Nordamerikas. Beeindruckend donnern die Wassermassen während der Schneeschmelze zu Tal. Jetzt im September allerdings stehe ich staunend vor einer hohen, trockenen Wand. Naja…im März und April soll man in der Gischt des Upper Falls selbst im Mondlicht einen Regenbogen sehen können.



Yosemite Falls im Sommer 2



Sequoia

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Ein weiteres Highlight auf der Westseite des Nationalparks sind die Sequoias. Große Bäume. SEHR groß! Bis 90 m hoch. Da fühle ich mich richtig mickrig...



Sequoien



Central Valley

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Während im Central Valley 95°Fahrenheit sind (keine Ahnung, wie man das in Gallonen umrechnet, jedenfalls ist es sehr heiß), ist im Hochgebirge schon Herbst mit Nachtfrost.



Lembert Dome 3



Es hat morgens immer etwas gedauert, bis ich mit klammen Händen den Reißverschluß des Zeltes geöffnet hatte, das Leitungswasser hatte Umgebungstemperatur und der Deostift war ein echter (wenn auch notwendiger) Angang. Und trotzdem stand noch die mindestens eine Wanderung mit bear box aus... Ich entschied mich für eine tiefer gelegene Drei-Tages-Strecke an einem Stausee im Nordwesten (Hetch Hetchy Reservoir). Hier war es nachts warm und tagsüber ein paarunddreißig Grad Celsius. Das Problem hier waren die ausgetrockneten Bäche. Es gab widersprüchliche Angaben über Wasservorkommen am Ende der ersten Etappe. Jetzt hatte ich die bear box, eine super Ausrüstung, ein wilderness permit, es hat nicht gebrannt und dann das... Ich bin dann trotzdem los mit gefüllter bear box und einer Wasserration für zwei Tage, also ca 25 kg auf dem Rücken. Ihr ahnt es schon: Das ist zuviel. Entsprechend k.o. war ich am Ende des ersten Tages (an einem schnell fließenden Bach mit reichlich klarem Wasser), so daß ich mich entschied, nicht weiter zu gehen, sondern einfach zwei Nächte zu bleiben und dann zurück zu gehen. Kein Problem, schön genug war es (richtig klasse) und Outdoor-Feeling war es auch. Und wisst Ihr, was das Verrückte war? Zum schreiend auf dem Boden wälzen? Den Rückweg mit weniger Vorräten und normaler Wasserration hätte ich joggen können! Die geplante Runde hätte ich bequem gehen können. Naja, das nächste Mal. Jetzt weiß ich, wie es geht. Klasse war es allemal, und kein bißchen beängstigend. Einen Bären habe ich auch gesehen, aus ca 10 m Entfernung. Wir hielten uns streng ans Protokoll: Ich brüllte, er lief. Bei einem Grizzly hätten wir es umgekehrt gemacht.... Yosemite ist wie gesagt der klare Höhepunkt der Reise. Absolut phantastisch.


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Kommentare

  • Blula

    Ein Bericht wie aus einem Bilderbuch. ... lesenswert für alle, die schon einmal im Yosemite NP waren und all jene, die dieses gigantische Areal noch nicht gesehen und erlebt haben.
    Dein Bildmaterial ist wie gewohnt hervorragend !
    LG Ursula

  • ursuvo

    ein Bericht: kurz und bündig! hat mir (war schon 3x dort, bin aber immer noch hoch zu den Yosemite Falls gelaufen) s e h r gut gefallen!! - auch die interessanten Bilder dazu.
    LG Ursula

  • gtrasher

    Schöne Erinnerung an meinen früheren Lieblings - NP!! Tolle Fotos! LG Gerd

  • reisefreudig

    Sehr guter Bericht mit tollen Bildern. Bin erfreut, dass dieser Bericht jetzt auch in der Gruppe "Botanische Gärten, Parks und NP in alle Welt" zu lesen ist und dort eine willkommene Ergänzung darstellt,
    lg Harald

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