So wird ein Tag in Helsinki unvergesslich

Reisebericht

So wird ein Tag in Helsinki unvergesslich

Reisebericht: So wird ein Tag in Helsinki unvergesslich

Eine Designtour in Helsinki

Luftblasen im leicht sprudelnden Wasser des Whirlpools bewirken fern jeder Hektik ein wohliges Gefühl. Dabei fällt der Blick von der kleinen Felseninsel Uunisaari auf die nur einen Steinwurf entfernte Stadt Helsinki. Aus dieser lebendigen Stadt sind die Gäste heute am späten Nachmittag mit ihrer Stadtführerin Maaria Alén zu Fuß gekommen. Haben sich kurz übersetzen lassen und



Kleiner Champagner-Empfang auf der kleinen finn...



wurden hier mit einem Glas Champagner auf diesem Eiland mit Gaststätte und zwei Saunen empfangen, das einen Hauch von finnischer Schären-Atmosphäre widerspiegelt. Und das bei traumhaft schönem Sonnenuntergang.
Später, die Sonne ist lange unter gegangen und die drei Gäste haben sich in die Sauna zurückgezogen. Bekleidet mit Badehosen – was in nordischen Saunen üblich ist, wie man sagt –



Finnische Vasta



wird beim letzten Saunagang die finnische Vasta zelebriert. Die lachende Maaria verteilt mit zusammengebundenen Birkenzweigen die "Peitschenhiebe". "Es dient der Hautmassage", strahlt sie bei der "Malträtierung". Das alles haben die Gäste über sich "ergehen" lassen. Jetzt lauschen sie entspannt den kraftvollen Luftblasen in ihrem Whirlpool und genießen die kalte Herbstluft, um morgen für eine Designführung in Helsinki – Finnlands Formbotschafter – gerüstet zu sein.

Und die beginnt im Stadtteil Punavuori. Jenem Stadtteil, der noch vor gut dreißig Jahren ein Arbeiter- und Rotlichtviertel mit schlechten Wohnverhältnissen und hoher Kriminalitätsrate verschrien war. Bis dann junge Designer kamen und ihn zu einem Trendviertel entwickelten. Jacqueline Kennedy gehörte zu jenen ersten prominenten Kundinnen, die hier für internationale Schlagzeilen sorgte. Schließlich erhielt Helsinki im Jahre 2012 in Singapur beim Weltdesignerkongress den begehrten Titel "Designhauptstadt der Welt".
Schon im Jahr 2005 hatte man in Helsinki die Idee, alle kreativen Geschäfte im Stadtteil Punavuori zusammenzubringen. Heute ist Design im urbanen Lifestyle Helsinkis tief verwurzelt und macht die Stadt zu einem perfekten Ziel für Designkultur und -shopping. Und sie nutzt gekonnt das historische Potenzial, um sich von anderen Städten deutlich abzuheben. So tummeln sich heute in den 25 Straßen des Viertels Punavuori rund 200 Anlaufpunkte mit kleinen Läden, Cafés, Hotels, Restaurants und Möbeldesignern.



Artek in Helsinki



Zu einem dieser Formbotschafter feinster Möbel Finnlands führt an diesem Tag die deutschsprachige Stadtführerin Heidi Tetri. Der unvergessene Hugo Alvar Henrik Aalto war ein begnadeter Architekt und Designer. Bereits 1933 eröffnete der künstlerisch versierte Handwerker und Formensucher einen Möbelherstellungsbetrieb mit Namen Artek, dessen vertraute Designklassiker zum Beispiel der noch heute sehr bekannte geschwungene Hocker "Stool 60" oder



Artek in Helsinki mit einem S/W-Bild von Artek ...



der Korbsessel „Paimio“ waren. Viele dieser klassischen Möbelstücke hatten dort ihren Ursprung. So gehört Artek auch lange nach dem Tod des international anerkannten Stararchitekten und Formensuchers im Jahre 1976 noch heute als Designikone zu den feinen Anlaufpunkten im Viertel. Wie dann die versierte Stadtführerin Heidi den klassischen Hocker in die Hand nimmt, da schmunzelt sie und meint: "In meiner Schulzeit in den vierziger Jahren waren diese Möbelstücke überall Standard. Was für uns als Schulkinder ganz normal – und vielleicht auch ein bisschen
doof – war, genießt heute höchsten Sammlerwert.



Anna in ihrem "Papershop"



Von modern bis ausgefallen, von schlicht bis bunt. Findige Ideen nur ein paar Läden weiter. Hier verkauft die junge Anna in ihrem "Papershop" Papierkollektionen von jungen Designern aus dem Ausland. Sie gestaltet damit Karten nach Sonderwünschen wie zum Beispiel viel gefragte Eintritts- und Einladungskarten. "Für mich", strahlt Anna, "ist Papier etwas zutiefst Sinnliches. Es hat Geruch und eine Aura!".



Der Japaner Hirn Parada im "Kauniste"...



Oder der clevere Japaner Hiro Harada im "Kauniste". Er spricht zwar noch kein finnisch, ist aber Dank seiner finnischen Freundin auf einem guten Weg. Er hat sich mit neun jungen Designern aus Finnland, Norwegen und Schweden zusammen geschlossen, um Stoffe zu bedrucken. Am Anfang mit einem kleinen Drucker, heute machen sie es professioneller und exportieren viele Stoffe übers Internet ins Ausland. "Gerade junge Japaner lieben solche Drucke", erzählt er augenzwinkernd.



Anders Beengst in seinem Designerladen "Co...



Auch im "Costo" hat sich Anders Bengts einiges einfallen lassen. Auskunftsfreudig steht er vor seinem riesigen Regal mit Wintermützen, deren Bommel mittels Druckknöpfe austauschbar sind und schwärmt von seinen neuesten Ideen. "Für jede Jeans braucht man eineinhalb Meter Stoff", sagt er gestikulierend. "Und beim Zuschnitt fallen jede Menge Reststücke an, die wir aufkaufen. Und daraus kreieren wir dann unsere eigenen Modelle". Auch produziert man jetzt in Südindien im Distrikt Tamil Nadu. Dort wurde Land gekauft und eine Fabrik errichtet. "Hier wird auf höchstem Niveau umweltfreundlich produziert und die Mitarbeiter haben ein eigenes Catering", erzählt Bengts voller Stolz.



Gesunde Mahlzeit im Restaurant "Lumiere&qu...



Catering ist dann auch das Stichwort für den mittlerweile knurrenden Magen. Und der wird mit einer gesunden Mahlzeit im Restaurant "Lumiere" ein paar Straßenzüge weiter am Narinkka-Platz im mächtigen Gebäude "Tennispalatsi" zufrieden gestellt. Gut gestärkt wartet



"Helsinki ART Museum HAM" mit der Aus...



im gleichen Gebäude im neu renovierten "Helsinki ART Museum HAM" bis Ende Februar 2016 eine Ausstellung mit Holzarbeiten des weltweit einflussreichsten chinesischen Künstlers Ai Weiwei.



Die Kamppi-Kapelle, die Kapelle der Stille in H...



Nach soviel Design und Kultur wartet auf dem weitläufigen Narinkka-Platz die Kamppi-Kapelle, die Kapelle der Stille. Diese mächtige, auffällig innovative Holzarchitektur zieht sofort alle Blicke auf sich. Und in ihrem schlichten Sakralraum – von der hektischen Außenwelt bewusst fensterlos distanziert – aus hellen Schwarzerlenbohlen sind Gottesdienste oder sakrale Zeremonien nicht vorgesehen. Er ist den besinnlichen Momenten vorbehalten und genau das richtige jetzt für die Gäste.
Gerd Krauskopf




Weitere Informationen:

Design Tours Helsinki:
http://www.designtourshelsinki.com/

Finnair Links:
www.youtube.com/user/finnair
twitter.com/Finnair
www.facebook.com/finnair


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