Mit der Bahn nach Kroatien - 2015

Reisebericht

Mit der Bahn nach Kroatien - 2015

Reisebericht: Mit der Bahn nach Kroatien - 2015

Das Buch „Slow Travel – Die Kunst des Reisens“ von Dan Kieran hat mich dazu inspiriert, mit der Bahn nach Kroatien zu reisen.
Mit dem Zug reist man zwar langsamer von Deutschland nach Kroatien als mit dem Flugzeug, Auto oder Bus. Aber dafür ist die Reise mit der Bahn (normalerweise) wesentlich entspannter und auch interessanter.
Deshalb machten meine Freundin S. und ich uns im September 2015 mit d

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05.09.2015

Fahrt nach Zagreb

Wir hatten unsere Fahrkarten schon lange im voraus gebucht, um die begehrten Sparpreis-Europa-Angebote für 59 Euro (einfach) pro Person nutzen zu können.
In München empfängt uns ein großes Aufgebot an Polizei und Presse.
Die Bürgerkriege in Syrien, Irak und Libyen haben auch Deutschland eingeholt. Millionen sind auf der Flucht, die meisten mit Ziel Deutschland. Der Fernverkehr nach Budapest wurde wegen chaotischer Zustände auf dem Budapester Ostbahnhof eingestellt. Trotzdem schaffen es viele Flüchtlinge in die Railjet-Züge von Wien nach München oder in die EuroCity-Züge aus Italien nach München. Sie werden am Bahnsteig von der Polizei in Empfang genommen und zum Flüchtlingslager begleitet.
Unser EuroCity von Frankfurt (Main) nach Zagreb hat 45 Minuten Verspätung – wegen Personen auf dem Gleis. Eine fragwürdige Mode Jugendlicher, sich für Facebook auf den Bahngleisen zu fotografieren führt zu häufigen Verspätungen und Zugausfällen.
Drei Kurswagen fahren von München direkt nach Zagreb. Der Rest des Zuges fährt nach Klagenfurt weiter. Unser Wagen gehört der ÖBB (Österreichische Bundesbahn). Die meisten Mitreisenden in unserem Wagen sind Kroaten, die Deutschland Verwandte besucht haben oder in Deutschland arbeiten und in Kroatien Verwandte besuchen.
Die Kroatin, die uns gegenüber sitzt, schleppt mehrere Koffer und eine Menge Taschen in den Zug.

Endlich geht es los. Ab Rosenheim wird die Bahnstrecke kurvenreich, es geht bergauf, und die (schneefreien) Gipfel der Alpen sind zu sehen.
In Salzburg hätte unser Zug einen planmäßigen Aufenthalt von 15 Minuten. Wegen unserer Verspätung fahren wir gleich weiter und holen damit immerhin 10 Minuten Verspätung auf.
Es beginnt zu regnen. Die Bahnstrecke wird immer spektakulärer. Es geht weiter hoch hinauf in die Berge. Wir durchfahren zahlreiche Tunnel, sehen Wasserfälle und tiefe Täler. Leider sind die Berggipfel nun in dichten Nebel gehüllt.

Nach zwei Stunden Fahrt ab Salzburg haben wir den höchsten Punkt der Strecke überquert. Nun geht es wieder bergab bis Villach.
Hier werden unsere drei Wagen abgehängt und an einen anderen Zug aus Wien angehängt. Nach 10 Minuten Aufenthalt geht es in entgegengesetzter Richtung mit einer slowenischen Lokomotive weiter in Richtung slowenischer Grenze. Die Bahnstrecke von Villach nach Ljubljana ist nur eingleisig und sehr kurvenreich. Unser Zug fährt hier sehr langsam. Durch den 8 km langen Karawankentunnel fahren wir nach Slowenien.
Jesenice ist der slowenische Grenzbahnhof. Ab hier fahren die Züge mit Gleichstrom 3 kV (in Deutschland/Österreich mit Wechselstrom 15 kV, 16,7 Hz). Unser Zug hat eine Zweisystemlokomotive, die mit beiden Stromsystemen fahren kann. Trotzdem stehen wir in Jesenice noch einmal ca. 15 Minuten, so dass wir nach Abfahrt wieder 45 Minuten Verspätung haben.
Wir fahren durch eine sehr schöne bergige Landschaft immer weiter ins Tal.

Gegen 19.00 Uhr erreichen wir dann schließlich die slowenische Hauptstadt Ljubljana. Es beginnt bereits, dunkel zu werden.
Leider sehen wir von dem landschaftlich sehr schönen Save-Tal dank unserer Verspätung nicht mehr viel, weil es bereits dunkel ist.

1,5 Stunden nach Abfahrt von Ljubljana erreichen wir den slowenisch-kroatischen Grenzbahnhof Dobova. Da die kroatische Bahn mit Wechselstrom 25 kV, 50 Hz fährt, wird hier die Lokomotive gewechselt. Außerdem kommen die slowenischen und die kroatischen Grenzpolizisten durch den Zug und kontrollieren die Pässe.
Von Dobova nach Zagreb ist es nicht mehr weit, nur noch ca. 30 km. In strömenden Regen erreichen wir dann gegen 21.30 Uhr den Hauptbahnhof von Zagreb. Von Flüchtlingskrise ist hier (zunächst) nichts zu sehen.
Unsere Fahrt von München hat insgesamt ungefähr 9 Stunden gedauert.

Unsere Unterkunft befindet sich ganz in der Nähe des Hauptbahnhofes auf der Südseite.
Die Paromlinska cesta, in welcher sich unsere Unterkunft befinden soll, hört aber nach ca. 100 Metern auf. So laufen wir einmal im Kreis herum und fragen verschiedene Leute, ohne unsere Unterkunft zu finden.
Schließlich versuchen wir es noch einmal auf der anderen Seite der breiten Ulica Grada Vukovara. Hier beginnt die Paromlinska ulica erneut, und wir sind froh, als wir unser Zimmer für diese Nacht betreten.

Verbindungen:

Von München gibt es jeweils einen durchgehenden Zug (Kurswagen) tagsüber und nachts (mit Schlaf- und Liegewagen).
Außerdem gibt es tagsüber noch eine Umsteigeverbindung mit Umstieg in Villach (Österreich). Siehe www.bahn.de.


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Kommentare

  • drhlwessling

    Es ist schon erstaunlich, welche sinnlose Mühe sich manche Autoren von Reiseberichten machen. Dieses "opus magnum" hier liest sich wie eine Mischung aus einer Handvoll selbst erfahrenen Marginalien, pseudo-praktischen "Mausklick-Informationen", die jedem halbwegs passionierten Kroatien-Touristen von Standard-Websites her geläufig sein dürften, ergänzt durch Reiseführer-Exzerpte und Allerweltspostkartenfotos.

    Wer so durch Kroatien reist, wird sich auch anderswo in der Welt schwertun, etwas Eigenes und Individuelles wahrzunehmen und zu vermitteln. Meiner (halb-)kroatischen Seele fällt zu dieser Platzvergeudung nur die Empfehlung ein "manje bi bilo bolje" oder " s᷃to vis᷃e pis᷃es to manje smislis᷃“ (frei übersetzt: weniger Allgemeinplätze - mehr Individuelles!).

    Z᷃ao mi je – mehr als ein Höflichkeitspunkt ist da meinerseits nicht zu vergeben!

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