Centro de Portugal - Land der Templer

Reisebericht

Centro de Portugal - Land der Templer

Reisebericht: Centro de Portugal - Land der Templer

Die Region Centro de Portugal, die nördlich von Lissabon und südlich von Porto liegt und sich von der Atlantikküste im Westen bis zur Grenze zu Spanien im Osten erstreckt, ist berühmt für ihre einzigartigen Naturlandschaften und die geschichtsträchtigen Kulturdenkmäler.

Tomar könnte meine Stadt sein, sagte ich mir. In diese hübsche Altstadt mit ihren engen kleinen Gässchen und dem mit schwarz-weißen Rauten ausgelegten großen Praça da República vor dem Rathaus habe ich mich verliebt. Jetzt, am späten Abend ruht mein Blick lange auf der hübschen



Tomar mit Römerbrücke und Templerburg



Römerbrücke, die das langsam fließende Wasser des Nabão überspannt. Geht weiter hoch hinauf zur mächtigen Klosterburg Castelo dos Templários e Convento de Cristo, der mächtigen Templerburg mit dem angeschlossenen Convento, was von der UNESCO zum Weltkulturerbe geadelt wurde. Dort oben haben sie sich 1190 bereits erfolgreich gegen einen Maureneinfall



Oktogon, erinnert an Grabeskirche in Jerusalem



wehren können. Heute pilgern Neugierige durch eine große Ansammlung von Kreuzgängen auf der Suche nach dem bekanntesten manuelinischen Fenster Portugals, dem Janela do Convento de Cristo.



Janela do Convento de Cristo



Infante D. Henrique, Heinrich der Seefahrer, so ist überliefert, soll von hier aus über die grüne hügelige Landschaft zur Burg von Almourol gereist sein, die auf einer kleinen Felsinsel mitten im Tejo thront. Dabei zählt die Burg zu den symbolträchtigsten mittelalterlichen Militärbauten aus der Zeit der Reconquista - der Rückeroberung von den Mauren - und ruft wie kaum ein anderes



Burg von Almourol inmitten des Flusses Tejo.



Bauwerk Erinnerungen an die Templer wach. In dieser Zeit kamen die Schiffe aus dem Norden über den Tejo bis hier hin nach Tancos. Weiter war der Tejo nicht schiffbar. Und so wurde hier in diesem Dreiseelenörtchen ihre Ladung aus Gemüse, Obst und Wein auf Esel verladen und nach Lissabon gebracht.



Kleines Picknick am Tejoufer



Auch unsere kleine Reisegruppe, mit der ich seit einigen Tagen unter der Reiseleitung von Lina unterwegs bin, zieht es an diesen geschichtsträchtigen Ort, als der Tejo mit den Burgen von Tomar, Zêzere, Cardiga und Almourol den Verteidigungsgürtel der Templer bildeten. Vorher jedoch machen wir am Tejoufer bei Tancos unter einem schattenspendenden Baum ein leckeres Picknick, bei dem ein erfischendes Bier und köstlicher Wein nicht fehlen darf. Und dann geht es



Fahrt auf dem Tejo zur Burg von Almourol



standesgemäß mit einem kleinen Holzboot, von einem Außenbordmotor angetrieben, zur Burg. Und hier erfahren wir hoch oben auf den Zinnen, dass Heinrich der Seefahrer hier erste Studien von Schiffen gemacht hat. Von diesen „komischen Schiffen“ erfuhr der portugiesische König Duarte I., und holte die Produktion nach Lissabon, was den Beginn der portugiesischen See- und Kolonialmacht einläutete.



Plateau von Nazaré



Wir wollen ans Meer und uns dort sportlich betätigen und mieten Fahrräder für eine Tour auf der “Estrada Atlântica”. Dabei entscheiden Lina und ich uns für Pedelecs. Und die nehmen wir auf dem mächtigen Plateau von Nazaré neben der gewaltigen Kirche Nossa Senhora da Nazaré von Nuno in Empfang. Von Süden nach Norden bis São Pedro de Moel sind es für uns lediglich 23 Kilometer,



Radtour auf der “Estrada Atlântica”



wobei die “Estrada Atlântica” mit ihren 74 km der längste Radweg Portugals ist. Er wurde angelegt, um das Tourismus-, Sport- und Freizeitangebot an der Küste zwischen Pombal und Caldas da Rainha zu erweitern. Zuerst aber geht es erst einmal unter der Führung von Nuno steil bergab, wobei lediglich die Bremsen in Anspruch genommen werden - jetzt, auf der landschaftlich besonders reizvollen Strecke, die durch die Pinienwälder von Leiria und an den Steilufern und Stränden entlang geht. Und hier ist es auch an den langen, flachen Steigungen mit den elektrisch



Badepause am Strand von Paredes



unterstützten Pedelecs recht einfach zu fahren. Jedoch an einer sehr steilen Auffahrt nach einer Badepause am Strand von Paredes macht sich unsere elektrische Unterstützung richtig gut bemerkbar. Da fahren wir mit einer Leichtigkeit an allen vorbei und sind kein bisschen abgekämpft am Endpunkt unserer Tour in São Pedro de Moel.



Dominikaner-Kloster Mosteiro de Santa Maria da ...



Nach einer solchen sportlichen Betätigung ist am nächsten Tag Kultur angesagt. Da werden wir durch hügelige Wälder mit Korkeichen und Fichten nach Batalha chauffiert. Dort stehen wir staunend vor dem prächtigem Dominikaner-Kloster Mosteiro de Santa Maria da Vitória, Kloster der



Grabkapelle "Capela do Fundador"



heiligen Maria vom Siege, das aus dem 14. bis 16. Jahrhundert stammt. Von Direktor Dr. Joaquim Ruivo erfahren wir, dass es zum Dank für den Sieg Portugals über das Königreich Kastilien in der Schlacht von Aljubarrota im Laufe von circa 150 Jahren errichtet und 1983 von der UNESCO in die Weltkulturerbeliste aufgenommen worden ist. Und am Schluss unseres interessanten Rundgangs führt uns Direktor Dr. Ruivo in einen riesig großen, stützenlosen Raum, dessen kühne



Wachablösung im Kloster Mosteiro de Santa Maria...



Gewölbedecke zu den grandiosen Baukünsten des Mittelalters zählt. Dabei hat er die Uhr im Auge gehabt und wir kommen zeitgenau zur Wachablösung in diese mächtige Halle, die seit 1921 nationale Gedenkstätte ist, in der den gefallenen Soldaten des Ersten Weltkrieges gedacht wird.




Abendstimmung auf der Römerbrücke von Tomar.



Die Gefallenen des Ersten Weltkrieges, die Schlachten der Templer. All das geht mir durch den Kopf, wie ich auf einer Mauer an meiner Römerbrücke im geliebten Tomar sitze. Einem portugiesischen Ort in Europa.

Gerd Krauskopf



Info:

https://www.visitportugal.com/de/destinos/centro-de-portugal


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Kommentare

  • reisefreudig

    .... he Gerd, Du "wilderst" in einem meiner Lieblingsländer, a b e r "großartig". Die von Dir wieder mal "eingefangen" Motive sind einfach Klasse. Von der Geschichte der "Templer" bin ich ebenso fasziniert.
    Ich denke, mit diesem Bericht bist Du bald wieder "oben" (Startleiste) !!!
    lg Harald

  • astrid

    Radfahren in Portugal? Picknick unterm Olivenbaum mit einem Gläschen Wein? Besser kann Urlaub kaum sein. Wunderbar! Vielen Dank für den aufschlussreichen Bericht und natürlich die wie immer aussagekräftigen Fotos. LG Astrid

  • Blula

    Ich habe diese, "Deine" (;-) Stadt Tomar auch schon einmal vor Jahren im Rahmen einer Studienreise besucht und kann mich auch noch sehr gut an die schöne Altstadt erinnern. Besonders gut in Erinnerung ist mir jedoch die Klosterburg Castelo dos Templários e Convento de Cristo mit dem Oktogon. Ein erstklassiges Foto von Dir, alle andern natürlich auch.
    Ja, ein wunderschöner Bericht ist das.
    LG Ursula

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