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Reisebericht: Myanmar - Land der Pagoden
Eine Reise in ein Land das leider durch zwei weniger erfreuliche Ereignisse in jüngster Vergangenheit wieder in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit gerückt ist.
Mandalay
Strömender Regen erwartet uns in Mandalay, obwohl das Zentrum Myanmars eigentlich als relativ niederschlagsarm gilt. Mandalay ist eine vergleichsweise junge Stadt. Im Jahre 1857 beschloß König Mindeon die Hauptstadt von Amarapura nach Mandalay zu verlegen weil ihm seine Hofastrologen prophezeiten, daß der Buddhismus eines Tages am Fuße des Hügels von Mandalay blühen werde.
Das erste Ziel ist die Mahamuni Pagode, auf den Gängen sitzen Gläubige und beten zur heiligsten Buddhafigur des Landes. Der Mahamuni Buddha steht auf einer kleinen Plattform, dessen Zutritt nur Männern erlaubt ist. Die ursprünglich aus reiner Bronze gefertigte, heilige Figur wird traditionell mit hauchdünnen Goldplättchen beklebt. Seine Goldauflage soll mittlerweile bereits 15 cm betragen, dafür zeugen Bilder aus der Vergangenheit. Einzig das Gesicht des Mahamuni Buddhas, das täglich in zwischen 4 und 5 Uhr Morgens in einer Zeremonie von Mönchen gewaschen bleibt von den Goldplättchen verschont und zeigt noch sein bronzefarbiges Aussehen. Draußen spiegeln sich die Gebäude im nassen Fliesenboden und es regnet und regnet.
Nach einem kleinen Bummel über die Kyauk Sit Tan, die Straße der Steinmetze besuchen wir das Shwenandaw Kloster. Der Teakholzbau hat bereits zwei Umzüge hinter sich und war einst zentraler Teil des Palastes von König Mindeon. Hier im Swenandaw Kloster lassen sich die Pracht und Athmosphäre des ehemaligen Königspalastes angeblich weitaus besser erahnen als am Nachbau der 1945 bei einem Feuersturm vernichteten Palastanlage innerhalb der Befestigungsanlagen. Früher war dieses Bauwerk außen und innen vergoldet und vielerorts von eingelegten Glasmosaiken verziert. Heute ist die Goldschicht nur noch an wenigen Stellen und vor allem an der eindrucksvollen Decke vorhanden.
Unweit vom Kloster befindet sich der Eingang zur Kutho-Daw Pagode. Der Name Kuthodaw bedeutet "729 Pagoden". Genau so viele wurden hier in geordneten Reihen aufgestellt und enthalten jeweils eine Marmortafel mit buddhistischen Lehren. Diese Tatsache beschert der Pagode auch den Namen "Das größte Buch der Welt".
Im Hintergrund der Kutho-Daw Pagode erhebt sich der Mandalay Hill an dessen Fuße einst das Zentrum der Stadt entstand. Zwei Löwen-Statuen kennzeichnen den Aufgang zum Tempel auf dem Mandalay Hill. Der Legende nach wird jedem ein langes Leben beschert der über den angeblich 1729 Stufen langen Pilgerpfad den Berg besteigt. Alternativ zur Treppe gibt es heute aber auch die Möglichkeit den Gipfel über kleine Pickup-Taxis zu erreichen. Das wahrlich nicht gerade einladende Wetter läßt den Ort noch mystischer erscheinen obwohl von der wunderschönen Aussicht eigentlich nichts zu sehen ist.
Der Weg führt uns ein paar Kilometer südlich nach Amarapura, zur der Stadt die von König Mindeon zugunsten von Mandalay als Hauptstadt aufgegeben wurde. Auf dem Gelände des Mönchsklosters Mahagandayon bietet sich die Gelegenheit das alltägliche Leben der Menschen und Kinder genau zu studieren. Ein unbeschreiblicher Augenblick ist die Zeremonie der Speisung von ca. 1000 hier lebenden buddhistischen Mönchen.
Noch etwas weiter südlich von Amarapura liegt der Taugthaman-See, der aufgestaut ist und deshalb nicht mehr wie früher in der heißen Jahreszeit austrocknet. Über den See erstreckt sich die U-Bein Brücke, mit 1.2 km Länge die längste Teakholzbrücke der Welt.
Mit der Fähre setzen wir über nach Inwa, der über Jahrhunderte bedeutendste Königsstadt Myanmars. Inwa liegt am Zusammenfluss des Ayeyarwady und des Myitgne-Flusses und ist durch Kanäle an vier Seiten von Wasser umgeben und bis heute nur mit dem Boot erreichbar. An der Anlegestelle wartet eine Reihe von Pferdekutschen um uns entlang eines schlammigen Pfades zu transportieren. Der ein oder andere Pferdekutscher sieht darin eine willkommene Gelegenheit daraus ein Wettrennen zu veranstalten, was die holprige Angelegenheit noch abenteuerlicher erscheinen läßt. Von Zeit zu Zeit begegnen wir Überresten aus der Zeit der alten Königsstadt. Durch ein verheerendes Erdbeben im Jahre 1838 sind von den königlichen Palästen und Tempeln heute nur noch Bruchteile vorhanden. Ziel unserer Ausfahrt ist das Bagaya Kloster. Das ganz aus Teakholz errichtete Kloster ist bis heute weitgehend von Naturkatastrophen und Eingriffen der Restaurateure verschont geblieben und ist damit noch in einem recht ursprünglichen aber gut erhaltenen Zustand. In inneren des Klosters treffen wir auf Mönche die sich mit der Lektüre buddhistischer Schriften befassen und auf eine Reihe von Kindern die von den Mönchen unterrichtet werden. Unserer Rundfahrt durch Inwa endet am Maha Aung Mye Bonzan Kloster. Das ockerfarbene Bauwerk mit seinen stuckverzierten Außenwänden ist aus Stein errichtet worden, imitiert jedoch die traditionelle Holzarchitektur von Klosteranlagen.
Die Fahrt über die neue Inwa Brücke über den Ayeyarwady endet am Sagain Hill. Der Hügel von Sagaing ist mit unzähligen Pagoden übersät. Sagaing war zweimal in ihrer Geschichte für kurze Zeit die Königsstadt. Der klassische Name der Stadt war Jayapura, "die Siegesstadt". Angesichts der zahllosen Pagoden scheint die Stadt heute vor allem ein Symbol für den Sieg der buddhistischen Lehre zu sein. Für einen Glanzpunkt auf dem Hügel sorgt die Sun-U-Ponnya-Shin Pagode. Die goldenen Verzierungen und der Fliesenboden glänzen im wundervollen Licht der wieder zurückgekehrten Sonne.
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Hi Roland,
ein sehr guter, informativer Bericht, evtl. ein bisschen zu umfangreich für "Laien". Tolle Bilder!
Gruss
Mamita -
Hallo Roland,
schöner Bericht, toll. Offenbar bist Du mit einer Reisegruppe organisiert unterwegs gewesen. Hast Du evtl. Infos darüber, wie man in Burma individuell reisen kann? Gibt es Travel Agencies, in denen man Reisen im Land buchen kann? Wie sind die sprachlichen Verständigungsmöglichkeiten?
Gruß Michael -
Man kann Myanmar sicherlich auch individuell bereisen, so wie ich das bei meine bisherigen Reisen nach Asien auch immer getan hatte. Ein guter Anlaufpunkt für Traveller soll das "Fascinating Land Travel & Tours" (FLT) Reisebüro in Yangon sein. Die sprachlichen Verständigungsmöglichkeiten in Englisch sind nach meinen Erfahrungen, wie in Südostasien üblich, auch hier relativ gut., sofern man sich nicht völlig abseits der touristischen Routen begibt. Letzteres ist allerdings in Myanmar fast nicht möglich, da man das Land nur auf festgelegten Korridoren bereisen darf.
Gruß Roland -
Guter Bericht mit einer gelungenen Auswahl an Fotos aus den Bereichen Landschaft, Kultur, Architektur und Menschen.
Gruß,
Landor -
Tolle Reisereportage. Mir gefällt, dass man beim Lesen förmlich dabei ist. Und die tollen, anspruchsvollen Bilder unterstreichen das Ganze.
Gruß
Gerd Krauskopf -
Ein Bericht, den ich sehr gut nachvollziehen kann: Denn ich habe die Reise im Februar 2008 anders herum gemacht, mit einer organisierten Tour von Studiosus, allerdings hatte ich noch verschiedene Erlebnisse mit dem Boot auf dem Ayerawaddy. Die Erlebnisse waren unglaublich und man kann manches deiner Erzählungen nur richtig einordnen, wenn man da war. Ich geriet damals auf genauso viel Unverständnis für das Ziel meiner Reise wie du. Doch ich denke, man kann das Land nur beurteilen wenn man vor Ort war, denn viele Berichte in den Medien sind unwahr, übertrieben und spiegeln westliche Meinungen (Vorurteile) wider.
Der Bericht ist dir sehr gut gelungen und wem er zu lang ist, der soll halt aufhören ihn zu lesen. Man kann so eine Rundreise nicht in wenige Worte fassen. Meine Berichte sind langer. Die Bilder sind übrigens top.
Servus
Herbert -
Total interessanter und informativer Bericht mit Super Fotos. Respekt!
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Toll Roland!
Du hast mich mit Deinem gut geschriebenen Bericht und Deinen tollen Fotos einen Einblich in ein Land gegeben, das viel Leid und Mystik vereint!!
Danke!
LG Robert -
Das ist ein schöner Bericht mit tollen Fotos und vielen Infos,da bekommt man Fernweh.
Lg Melanie -
Toll, ein absolut authentischer Bericht mit vielen faszinierenden Bildern. Wer schon einmal in Myanmar war, wird sich sofort wieder finden können. Eine hilfreiche Lektüre für jeden, der das Land besuchen möchte. LG Meinhard
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Man kann richtig fühlen wie deine Reise war;
wir sind 2006 ebenso fasziniert gewesen und eigentlich
immer noch vom Land den den extrem freundlichen Leuten.
Tolle Bilder, gratuliere.
Gruß
Robert -
Wahnsnnig guter Reisebericht mit gewohnt hervorragenden Fotos von Dir. Mein Kompliment!
LG Ursula -
Nach Burma zu reisen, ist ja schon lange mein Wunsch. Jetzt, nach Lesen Deines sehr informativen Berichtes mit wie immer hervorragenden Fotos bin ich nur darin bestärkt worden, meinen Wunsch einmal Realität werden zu lassen.
LG Susi -
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Ein super Bericht, ganz besonders beeindruckend ist die Vorstellung des Ballonfluges über die Pagodenlandschaft. Wir werden Burma im November bereisen, an wen müssen wir uns wenden um so eine Fahrt machen zu können? Liebe Grüsse, Movel.
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Für organisierte Reisen geht das in der Regel schon vorab beim Reiseveranstalter. Man kann das natürlich auch direkt beim Veranstalter "Ballons over Bagan" buchen:
http://www.easternsafaris.com/balloonsoverbagan_ourservice.html
Keine billige Angelegenheit aber ein unvergessliches Erlebnis.
Gruß Roland -
ein sehr interessanter Bericht mit tollen Bilder !!
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Hallo Roland,
einen sehr schönen Bericht hast Du über Burma verfasst und ausgezeichnete Bilder dazu geliefert. Wir waren 2004 in Burma und sind etwa auf Deiner Route unterwegs gewesen. Es hat sich offenbar nicht viel verändert. Wenn man vom Militär absieht, leben in diesem Land unglaublich liebenswerte Menschen. Deren Lebensfreude, trotz der bitteren Armut, den Besucher in seinen Bann nimmt. Wir hatten glücklicherweise eine Guide die unseren Wünschen folgte, neben den Sehenswürdigkeiten auch soziale Einrichtungen wie Schulen und Einrichtungen des Gesundheitswesens anzuschauen. Es gibt einige Hilfsprojekte die unterstützenswert sind. Wir finden das wirtschaftliche Embargos vor allem die Bevölkerung treffen und deshalb unterbleiben sollten. Und finde es wichtig dorthin zu reisen und der Bevölkerung zu vermitteln, dass die Welt sie nicht vergessen hat.
Eine gute Einstimmung oder Nachbereitung ist das Buch von Klaus R. Schröder, Reisen im Land der Pagoden, im Reise Know How Verlag erschienen. Danke, durch Deinen Bericht hast Du unsere Aufmerksamkeit wieder auf Burma gerichtet.
LG Kovac -
@Roland: Ich bin beeindruckt von deinem informativen Bericht und den klasse Bilder. Vieles konnte ich so auffrischen und einiges kam mir wieder in Erinnerung.
War 2006 als Individual-Reisende in Myanmar und habe mich hauptsächlich auf die Tipps von Reisenden und auf Lonley Planet und Stefan Loose verlassen. Das ging prima, denn diese freundlichen und offenen Menschen helfen immer gerne weiter.
LG Claudia
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