Urlaub mit Hund an der deutschen Nordseeküste

Reisebericht

Urlaub mit Hund an der deutschen Nordseeküste

Jeder Hundehalter kennt die Schwierigkeit, mit seinem Vierbeiner zu verreisen. Dabei hört man immer wieder, dass die Deutsche Nordseeküste für einen Urlaub mit Hund ungeeignet sei. Um mit diesem Vorurteil aufzuräumen habe ich diesen Reisebericht verfasst und versucht, die Eindrücke meines Retrievers speziell über das Nordseebad Carolinensiel wiederzugeben

Schnüffeltipps eines "Nordsee"-Retrievers für das Nordseebad Carolinensiel

Ursprünglich hatte mein Herrchen die Idee, einen Reisetipp für Feriengäste zu schreiben, wo und wie man in Carolinensiel gut – und gerne ohne Leine - seinen Hund ausführen kann. Aber mein Herrchen kam nicht “in die Pötte”. Außerdem hat mein Herrchen ja keine Ahnung von Hunden und vom Schreiben und überhaupt von nix…
(sagt jedenfalls die Schwiegermutter meines Herrchens)
Deswegen habe ich jetzt selbst mal das Kommando übernommen:

Ein Reisebericht der besonderen Art über das Nordseebad Carolinensiel

Hallo Kumpels,

darf ich mich zunächst kurz vorstellen: Ich bin Danny, ein Retriever-Rüde. Zum Zeitpunkt der Entstehung dieses Buches bin ich gerade 6 Jahre alt geworden und an der Entstehung dieses Buches habe ich natürlich den maßgeblichen Anteil, indem ich meinem Herrchen immer vordiktiert habe. Für mich selbst ist es einfach schwierig, meine Gedanken zu Papier zu bringen. Im Gegensatz zu mir beherrscht mein Herrchen das 10-Finger-System auf der Tastatur. Ich hingegen könnte nur im “1-Pfoten-Sturzflug-System” schreiben und aus irgendwelchen Gründen vertippe ich mich dabei so oft. Mein Herrchen hat sein Büro im Souterrain und dort liege ich am liebsten hinter meinem Herrchen mit Blick auf den Bildschirm und auf das Fenster. So kann ich meinem Herrchen auf die Finger schauen, ihm Anweisungen geben und kontrollieren, ob er auch alles richtig niederschreibt. Auf diese Weise ist dieses literarische Kleinod entstanden. Außerdem kann ich von meinem Platz aus prima den Verkehr auf der Straße vor der Haustüre kontrollieren und von hier auf die Paketboten oder Briefträger – die man so schön ausbellen kann - warten oder mich natürlich auch besonders freuen, wenn lieb gewordene Menschen durch den Vorgarten auf mein Haus zugehen. Ansonsten habe ich von meinem Platz mein Herrchen im Blick, wenn er aufsteht, um dreimal am Tag meine Leine zu holen.

Meine Menschen haben eigentlich jahrelang von einem Cockerspaniel geträumt und haben von dessen Vorteilen geschwärmt. Beim Besuch eines Tierheimes sind sie dann aber – wie von mir natürlich geplant - bei meinen treuherzigen Blick schwach geworden. Die mussten mich ja auch einfach mitnehmen! Immerhin war ich bei den Vorbesitzern 4 Jahre im Keller eingesperrt und so ein Menschenherz schmilzt angesichts eines solchen Schicksals dahin. Und ich habe einfach sau.. ääh hundemäßiges Glück gehabt, dass genau diese beiden Menschen am Tierheim vorbeigekommen sind. Nun haben Herrchen und Frauchen mich im Körbchen und nun habe ich die Chance, denen zu zeige, was so ein richtiger Retriever-Rüpel-Rüde ist. Jedenfalls habe ich mich in dieser Familie durchgesetzt und habe schon gute Erfolge erzielt, meine Menschen richtig zu erziehen. Ich sage Euch: einfach ist das mit der Menschenerziehung nicht. Die hatten ja noch nie einen Hund gehabt. Ihr glaubt gar nicht, was ich erst einmal an Erziehungsarbeit zu leisten hatte, bis die so einigermaßen auf meine Kommandos gehört haben. Geholfen hat mir bei dieser Arbeit meine Lieblingstrainerin in der Hundeschule. Sie hat meinem Herrchen beigebracht, fehlerfrei über die Agility-Hürden zu springen – und es hätte nicht viel gefehlt, dann hätte mein Herrchen auch kapiert, wie man durch den Trainingstunnel kriecht. Jedenfalls hat sich mein Herrchen sehr bemüht. Er hat Hunderte von Leckerchen in den Trainingstunnel geworfen und hat dann immer wieder versucht, selbst da durchzukriechen, um die Leckerchen wieder rauszuholen. Und ich habe immer interessiert von aussen zugesehen, wenn er sich einfach nicht da hindurch getraut hat. Außerdem hat mein Herrchen in der Hundeschule die Technik erlernt, wie man einen 36 kg-Rüden liebevoll ins Auto hebt. (Und das, ohne dafür ein Leckerchen zu bekommen!)

Aber findet Ihr nicht auch, dass Menschen plötzlich sprachfaul werden und sich ganz anders artikulieren, nur weil wir Vierbeiner anwesend sind?! Plötzlich haben diese Menschen all das in vielen Schuljahren Gelernte vergessen und insbesondere verlernt, in ganzen Sätzen zu sprechen. Da heisst es plötzlich nur noch: “Sitz.” Damit lockt man doch keinen Hund hinter dem Ofen hervor! Bezeichnet mein Herrchen damit einen Gegenstand und will mein Herrchen mich animieren, einen Sessel/Sitz/Couch/Bett zu besetzen oder handelt es sich hier um ein Verb?? Und wenn es ein Verb sein sollte, wer soll sich wann wohin setzen? Und bevor mein Herrchen seinen Satz nicht nach den Grundregeln der Grammatik und Satzstellung vervollständigt, mach ich sicherheitshalber erst mal gar nichts. Bei der Erziehung der Menschen kann man ja so viel falsch machen und bei einer falschen Reaktion kann man so viel Ärger auslösen. Also mach ich nix, spiele “fauler Hund” und warte sicherheitshalber erstmal ab.

Dabei ist die Kommunikation zwischen Mensch und Hund doch ganz einfach. Korrekt muss es doch heissen: “Setz Dich bitte.” Meine Lieblingsmenschen sollten sich mal den Effekt vorstellen, wenn sie bei einem Treffen zu einem Geschäftsessen ihren Gästen ein simples “Sitz” oder dem anwesenden Dr. Etepetete statt der freundlichen Aufforderung “Darf ich Ihnen noch etwas anbieten?” gar ein “Friss” hinwerfen. Ein anderes Beispiel: Wir Vierbeiner hören so oft das Wort ‘”Komm”. Wie hat bereits der alte Deutschlehrer früher immer getadelt: “Das ist doch kein Satz!” Um gepflegt und verständlich mit dem liebsten Freund des Menschen zu kommunizieren, muss es natürlich heissen: “Bitte komm her oder nicht”. Und dann machen wir Vierbeiner das dann auch problemlos!

Ich habe ansonsten so ein Erfolgsrezept, das bei allen Menschen gut funktioniert: Ich setze meinen Blick, Marke “Ich bin ein armer Kellerhund” auf und lehne mich liebeheischend an die Menschen an. Merken die dabei noch nix, dann drücke ich mich an sie. Wenn dann mein Herrchen noch die Platte auflegt: “Der stammt aus schlechter Haltung und war 4 Jahre im Keller eingesperrt…” dann schmelzen insbesondere die Menschenweibchen dahin und reichliche Krauleinheiten (für mich natürlich!) sind der Lohn. Glaubt mir, mit diesem Anschmusen kann man sich bei Menschenweibchen besonders gut einschleimen. (Dieser Tipp muss aber unter uns bleiben! Immerhin habe ich einen Ruf als Weibchenversteher zu verlieren)

Zu Hause bin ich in Moers am Rhein. Die ausgedehnten Rheinwiesen sind geradezu ein Paradies. Kaninchen, Enten und Gänse und meine Kumpel aller Rassen fühlen sich hier pudelwohl und das Wasser im Rhein ist immer verfügbar. Kein Wunder, denn Ebbe und Flut gibts hier nicht. Das Rheinwasser ist auch wohlschmeckend, denn die Menschen hier im Ruhrgebiet laufen – anders als die Touristen im Wattenmeer - nur selten mit ihren Schweissfüßen im Rheinwasser herum.

Ach, uns Fellnasen geht es prinzipiell doch gut: Wenn es juckt, kratzen wir uns einfach in aller Öffentlichkeit – und zwar an allen Körperstellen! Niemand lästert, wenn einem an den unmöglichsten Körperstellen Haare wachsen. Und wenn Herrchen am Wochenende Fußball schaut, habe ich mein Frauchen ganz für mich. Im Gegensatz zu meinem Herrchen darf ich den ganzen Tag faul herumliegen, ohne Angst zu haben, dass ich aus dem Körbchen rausgeworfen werde und den Müll rausbringen oder Rasen mähen soll. Ich kriege mit Frauchen auch keinen Ärger, wenn ich einem fremden Weibchen meinen Kopf in den Schoss lege. So etwas wie schlechtes Essen kenne ich auch nicht. Ich finde eben einfach alles lecker. Ich bekomme natürlich auch alles, wenn ich nur treuherzig genug gucke.

Menschen haben es da schon viel schwerer. Beispielsweise verstehe ich es einfach nicht, warum diese Verkäuferin beim Metzger beim Abwiegen immer fragt: „Darf es auch wenig mehr sein?“ Diese Frage ist doch völlig überflüssig und zeigt wenig Geschäftsinteresse dieser Verkäuferin. Natürlich muss es ein wenig mehr sein! Der Metzger ist doch schließlich bestrebt, mehr Umsatz zu machen!

Viele meiner Artgenossen erzählen mir, es soll Hunde geben, die intelligenter sind als ihr Herrchen. Ja, das kann ich an dieser Stelle klar und deutlich bestätigen: Mein Frauchen sagt nämlich ständig zu meinem Herrchen, einen solchen Hund hätte er auch. Ansonsten bin ich mit meinem Herrchen schon ganz zufrieden. Er hat gelernt, in all seinen Jacken- und Hosentaschen Leckerli zu haben. Mittlerweile hat Herrchen ein größeres Auto gekauft und hat diese Geldausgabe Frauchen gegenüber damit gerechtfertigt, dass er ja unbedingt ein Auto haben musste mit einem möglichst niedrigen Einstieg an der Heckklappe, weil ich es ja schön bequem haben soll. Frauchen hingegen hat meine Anwesenheit dazu genutzt, sich den neuen „Thermo…-dings“ zu kaufen, eine sündhaft teure Küchenmaschine im vierstelligen Euro-Bereich. Dies nur angeblich deswegen, um meine Verpflegung frisch zubereiten zu können. Beide Menschen geben sich also reichlich Mühe, meinen Ansprüchen gerecht zu werden.

Auf diesen reichen Erfahrungsschatz kann ich zurückgreifen, wenn ich Euch, meinen Artgenossen, meine speziellen Schnüffeltipps für das Nordseebad Carolinensiel weitergebe.

Mir war nämlich zu Hundeohren gekommen, dass Eure Menschen mit Euch an die deutsche Nordseeküste fahren wollen?! Hundegott sei Dank, die sind wenigstens nicht auf die Idee gekommen, mit Euch irgendwohin zu fliegen. An die deutsche Nordseeküste kommt man ja mit dem Auto in nur 3 Stunden, wir brauchen dabei nicht wie im Flugzeug in diese kleinen vergitterten Transportboxen und die Autofahrt vom Ruhrgebiet nach Carolinensiel von 3 Stunden reissen wir ja auf einer Hinterpfote ab. Da seht Ihr mal, manche Menschen machen sich schon Gedanken, was unsereins für Bedürfnisse hat. Autofahren geht also schonmal in Ordnung.

Aber ausgerechnet deutsche Nordseeküste!? Das ist ja zum junge Hunde kriegen. An der deutschen Nordseeküste gibt es doch keinen Wald! Haben Eure Menschen denn gar keine Ahnung? Die Norddeutschen bevorzugen als Haustiere nicht etwa uns, sondern diese merkwürdigen stinkenden Vierbeiner mit dem verzottelten dicken Fell, die in Zäunen eingesperrt – unangeleint! - gelangweilt auf den Deichen herumstehen und dort aus lauter Langeweile das spärliche Gras abfressen. Diese merkwürdigen Tiere kenne ich übrigens auch schon aus meiner Heimat von den dortigen Rheinwiesen. Und von dieser Sorte Tier halten die Menschen in Ostfriesland nicht nur ein Haustier, sondern diese gleich dutzendweise. Diese Viecher kacken dort doch überall hin und legen sich manchmal da sogar hinein! Igitt! Da bekomme ich doch glatt ‘ne Magendrehung. Meine Menschen sind schon ganz gut erzogen und räumen meine Hinterlassenschaften wenigstens weg. Auf den Deichen räumt jedenfalls der dazugehörige Schafmensch nix weg! Was folgt daraus: Schafmenschen sind Schweine. Übrigens: Habt Ihr schon einmal so ein Tier, das unsere Menschen “Schaf” nennen, beim Bällchenspielen oder Stöckchenholen erblickt? Die können ja noch nicht einmal gescheit bellen oder gar knurren. Das, was diese Tiere akustisch von sich geben, nennen unsere Menschen “BLÖKEN” Liegt es vielleicht an der Rechtschreibreform, dass die Menschen hier vom “BLÖDEN” Schaf sprechen? Und ausgerechnet uns hat man das Betreten des Deiches verboten! Das finde ich hundsgemein! Dabei wären wir bestens geeignet, die Kaninchenpopulation im Zaum zu
halten. Mit denen kann man z.B. wunderbar fangen spielen. Man stelle sich mal vor, welche Schäden die Mäuschen oder Kaninchen durch Ihre Löcher an den Deichen anrichten. Wenn wir statt der Schafe zu Dutzenden auf den Deich dürften, dann wäre aber Schluss mit Lustig! Dann hätten auch die Lachmöven nichts mehr zu Lachen. Von den Vorteilen, wenn wir dann den Deich Tag und Nacht vor bösen Eindringlingen bewachen könnten, ganz zu schweigen! Wir haben es nämlich gelernt, aufzupassen wie ein Schießhund. Vielleicht erörtere ich diesen Gedanken bei nächster Gelegenheit mal mit dem Orts-Vorsteher-Hund.

Dürften die Hütehunde unter uns beispielsweise jederzeit an den Strand, könnten die bei dieser Gelegenheit auch gleich das Meer bewachen, dieses bei Ebbe wieder zusammentreiben und das Wasser davor behüten, dass es sich immer wieder davon schleicht.

Gegen einen Urlaub an der Nordsee spricht aus meiner Hundesicht nämlich genau diese Tatsache, dass das Wasser regelmäßig einfach abhaut und das auch noch heimlich, still und leise. Und zwar immer dann, wenn ich zum Toben an den Hundestrand komme. Meine Menschen sprechen ehrfürchtig von Ebbe und Flut und von einem “Weltnaturerbe” und finden das auch noch toll. (Ich möchte aber mein Herrchen sehen, wenn es einen Kopfsprung in ein leeres Meer macht. Das findet der dann nämlich auch nicht mehr toll.)

Ich hingegen bezeichne das Verhalten der Nordsee schlicht als feige, immer dann abzuhauen, wenn wir Vierbeiner kommen und Spaß haben wollen. Ich kenne im übrigen den Grund, warum dieses Wasser immer so schamhaft abhaut: Bereits die Welpen unter uns seien an dieser Stelle gewarnt: Dieses Wasser schmeckt geradezu ekelhaft salzig und nach eingeschlafenen Füßen und ist einfach nicht geniessbar. Warum das so ekelhaft schmeckt, habe ich noch nicht sicher herausgefunden. Ich vermute aber, das hängt damit zusammen, dass unsere Menschen ständig ihre schmutzigen Schweissfüße darin baden. Wie auf dem obigen Foto zu sehen ist, sehe ich oft sogar ganze Menschenkarawanen, die mit nackten Füßen da in dem leeren Meer herumwandern.

Und so wundert es mich gar nicht mehr, dass das Nordseewasser so schlecht schmeckt.

Mal von Hundenase zu Hundenase: Trotz meiner Vorbehalte: Im Nordseebad Carolinensiel ist keineswegs der Hund begraben, sondern es handelt sich im Gegenteil für uns Vierbeiner um einen ganz passablen Urlaubsort. Wir, beziehungsweise unsere Frauchen und Herrchen müssen einfach nur die Möglichkeiten in Carolinensiel kennenlernen, wie – und wo – wir uns wohlfühlen können. Das ist doch des Pudels Kern! Und genau dazu soll mein Hunde-Reiseführer Euch verhelfen.

Außerhalb der Saison gibt es keinerlei Probleme für uns, da wir uneingeschränkt am gesamten Strand herumtoben und buddeln können und uns auch die Wiesen des angrenzenden ausgedehnten Campingplatzes und des Wohnmobilplatzes mit all ihren Kaninchenlöchern zur Verfügung stehen.

Ich bin fest davon überzeugt, ostfriesische Kaninchen lieben es, mit Hunden zu spielen. Einige Kaninchen sind Spezialisten im Fangenspielen, einige andere bevorzugen das Versteckspielen.

Alles nach dem Motto: “Den letzten beissen die Hunde!” Und im Suchen und Fangenspielen sind wir doch unangefochten Spitzenklasse. Schnell ist da die eine oder andere Stunde vergangen und Herrchen und/oder Frauchen sind stolz, wenn wir die Statik der Kaninchenbauten einem Buddel-Härtetest unterziehen.

Und genauso, wie kleine Kinder Muscheln sammeln und mit ins Auto nehmen, dürfen wir nicht vergessen, bei dieser Gelegenheit ausreichend Sand als Andenken mit ins Autozu nehmen (klappt übrigens auch mit Schlamm und Watt!) Ich glaube, heimlich freut sich mein Herrchen, wenn er dann sein geliebtes Auto putzen kann. Er sagt nämlich, dass er immer dann, wenn ihm Frauchen auf den Geist geht, zu seinem Auto geht. Dann holt er sein Auto aus der Garage heraus, um es liebevoll zu putzen und es auszusaugen. Also soll doch mein Herrchen bei diesem Staubsaugen auch seine Erfolgserlebnisse haben, wenn er ganz viel Sand im Auto findet. Genauso, wie er häufig Frauchen mit Tiernamen belegt (Hasi, Mausi, Bärli usw.), hat er, wenn ich Sand ins Auto bringe, auch für mich immer ganz tolle Kosenamen, wie z.B. Drecksköter, Mistvieh, Schweinehund oder so ähnlich. Mich macht das dann immer ganz stolz, wenn ich daran erkenne, dass ich bei Herrchen eine Rangordnung erreicht habe, wo ich mit Frauchen – zumindest bezüglich der Kosenamen – auf einer Ebene stehe.

Und natürlich weiß ich auch, dass ich auch bei Frauchen in der Beliebtheit ganz vorne noch vor meinem Herrchen stehe: Von mir hat Frauchen nämlich auf ihrem Smartphone bestimmt 50 Fotos, von meinem Herrchen aber höchstens zwei! Und welche Videos tauscht Frauchen mit ihren Freundinnen über ihr Smartphone aus? Natürlich: süsse Hundevideos! Und von Frauchen bekomme ich immer frisches Fleisch und Gemüse und für Herrchen’s Fressen hat Frauchen dann keine Zeit mehr und es reicht dann gerade noch für Tiefkühlpizza und Fastfood. Meine Anwesenheit gibt meinem Frauchen im übrigen Gelegenheit, viel mehr shoppen zu gehen. Plötzlich hat Frauchen nix mehr anzuziehen. Angeblich braucht sie nun viel mehr Schuhe zum Wechseln und viele Gummistiefel und Regenkleidung. Heute hat Frauchen viel mehr schicke pflegeleichte Kleidung in den neuen Herbst-Farben “matschbraun” oder “labrador” oder der trendigen Modefarbe “hundefell” (angeblich, damit Hundehaare nicht so auffallen)

Gut, jetzt bin ich lange genug vom eigentlichen Thema abgeschweift, nämlich von meinen Ratschlägen und Tipps für einen erfolgreichen Hund-Urlaub im Nordseebad Carolinensiel.

Vorab: Seid bitte bei Euren Exkursionen, insbesondere bei denen, die direkt am Ferienhaus Dumont auf der Königsberger Straße beginnen, gnädig mit den Vorgärten der Anwohner! Carolinensiel ist ein äußerst gepflegter und sauberer Ort, in dem die wirklich netten Ostfriesen sehr viel Mühe in die Pflege ihrer Vorgärten stecken. Die Anwohner kraulen Euch gerne, aber – für mich völlig unverständlich - düngen sie ihre Vorgärten tatsächlich noch höchstselbst und sind daher auf unseren Feuchtdünger nicht angewiesen.

Ich bin dort jedenfalls sehr beliebt, denn ich kann mich natürlich benehmen und hebe mir meinen Feuchtdünger für später auf.

Außerdem habe ich mich deswegen in Carolinensiel so beliebt gemacht, weil ich mich sofort den ostfriesischen Gebräuchen angepasst habe und in Abwandlung eines ostfriesischen Trinkspruchs gegenüber den Einheimischen meine Wünsche in perfektem Friesisch äußere: "Nit lang snacken, kraul mir 'n Nacken"

Den typischen ostfriesischen Trinkspruch höre ich häufig anlässlich des friesischen Volkssports, dem Boßeln. Oder auch bei den verschiedenen Hafenfesten. Auch bei dem Advenstmarkt im Sielhafen höre ich immer wieder: “Nit lang snacken, Kopp in’n Nacken!” Aber mein Herrchen macht da nur sporadisch mit. Er weiss nämlich, dass er mit dem Friesen in diesem Punkte nicht mithalten kann. Mir selbst schmeckt Friesengeist jedenfalls nicht. Ich bevorzuge da doch lieber das Harlewasser oder frische Pfütze. Ich finde es allerdings angenehm, dass die Menschen unter dem Einfluss von Friesengeist immer lustiger und freigiebiger mit Leckerchen werden. Also an dieser Stelle schonmal ein Geheimtipp: Geht mit Euren Menschen ruhig häufiger zu geselligem Beisammensein und wartet einfach mal ab, bis Eure Menschen nicht mehr “alle beisammen” haben. Und vielleicht sind Eure Menschen dann beim Nachhauseweg auf Eure Hilfe angewiesen. Nehmt sie dann beherzt an die Leine und führt sie nach Hause.

Ich merke schon, ich bin sehr ausgeschweift und Ihr wollt nun endlich wissen, welche Möglichkeiten wir in Carolinensiel in der Hochsaison haben:

Also tun wir etwas für die artgerechte Menschenhaltung: Jagen wir unsere Menschen nun runter vom Sofa und zeigen Ihnen die hundegerechten Seiten von Carolinensiel. Und damit kommen wir nun endlich zu den Details meines Reisetipps:

Schnüffeltipp 1 – der Hundestrand von Carolinensiel -

Sind wir doch mal ehrlich: Seit es mit der Saison 2013 den kleinen Hundestrand in Carolinensiel gibt, haben wir doch alles, was wir brauchen. Ich als gestandener Retriever schätze es, gemütlich im Sand in der Sonne oder im Schatten des Strandkorbes liegen zu können, während meine Menschen im Strandkorb sitzen. Platt im Sand liegen, von gigantischen Hundekuchen träumen und den Sandkörnchen zusehen, die ich mit der Nase wegpuste, das ist doch das Größte.

So kann ich geduldig darauf warten, dass das Wasser sich zurücktraut. Bei der Sommerhitze habe ich doch keine Lust, irgendwo in der Gegend herumzurennen. (Machen meine Menschen bei der Sommerhitze doch auch nicht!) Was soll ich also mit einem riesigen Strand? Hier finde ich es schön. Während Herrchen und ich bei dieser Gelegenheit nach netten Weibchen Ausschau halten, finde ich bei dieser Ausschau am Hundestrand genügend andere liebe Menschen (bevorzugt Weibchen), die Langeweile haben, wo ich mir meine Streicheleinheiten holen kann oder wo ich Leckerchen abstauben kann. (Insidertipp: Bei der Entrichtung der bescheidenen Gebühr von nur einem Euro für den Hundestrand erhalten unsere Menschen von dieser sehr netten Kassiererin ein Tütchen mit Leckerchen an der Kasse! Ich empfehle Euch, Euer Eigentumsrecht daran sofort geltend zu machen. Menschen können ja soo vergesslich sein!

Mein Herrchen schaut übrigens immer dankbar, wenn ich dank meines Talentes den Kontakt zwischen Herrchen und den Weibchen aufbaue. Und je nach Erfolg bekomme ich dann nicht nur von Herrchen, sondern häufig auch von diesen Weibchen eine Sonderration Leckerchen. Und irgendwo am Strand sitzen bestimmt irgendein kleiner Kevin oder eine kleine Chantal im Sand und schlecken Eis. Da lohnt es, sich anzupirschen und im richtigen Moment die Chance zu nutzen. Ich als erfahrener Retriever weiss doch: Entweder das Eis schmilzt und rutscht zufällig herunter, so dass ich es dann ergattern kann oder ich kriege das Hörnchen freiwillig ab, weil ich das “Süüüss-Gucken” so perfekt drauf habe oder das Eishörnchen findet samt Inhalt auf andere, etwas nachdrücklichere Weise sein Ziel in meiner Schnauze. (Achtung! Versehentlich nach der Hand schnappen ist “Pfui”!)

Wenn dann Herrchen schimpft, verweise ich ihn auf die Bibel und dort auf das 5. Buch Moses:
„Wenn du in den Weinberg eines andern kommst, darfst du so
viel Trauben essen, wie du magst, bis du satt bist, nur darfst du nichts
in ein Gefäß tun“.

Ich bin ein gläubiger Rüde und halte mich streng an diese Vorgabe und verzehre meine Beute immer sofort. Das Eishörnchen im Sand liegen lassen und später essen ist nämlich auch „Pfui“

Außerdem finde ich am Hundestrand immer einige mir geneigte Artgenossen, die gerne mit mir gemeinsam die Schuhe unserer Herrchen oder irgendwelcher netter Menschenweibchen sezieren oder je nach Temperament schlicht und einfach verbuddeln. Mein Tipp: probiert das mit dem Verbuddeln ruhig einmal mit dem Bikini-Oberteil, das dort neben der bäuchlings auf der Decke schlafenden Blondine liegt! Wollt Ihr noch eins draufsetzen, so empfehle ich, vorher das Wasser aufzusuchen. Natürlich müsst Ihr Euch bei Eurer Rückkehr aus dem Wasser dann direkt neben dieser Blondine schütteln.

Das ist zwar auch “Pfui”, macht aber zumindest allen anwesenden Menschenrüden Spaß! Ich wette, Ihr bekommt dann Belohnungen von diesen Menschenrüden. Das Nassspritzen ruft nämlich interessante gegensätzliche Reaktionen bei dieser Blondine und bei den Menschenrüden hervor.

Und bekomme ich dann am Hundestrand Durst, befinden sich direkt dort am Hundestrand die Trinkwasseranschlüsse, wo die Wattwanderer sich die Füße waschen können. Um einen Schluck von dem leckeren Süßwasser zu bekommen, muss ich daher gar nicht weit gehen.

Also: Nicht gleich abfällig über den kleinen Hundestrand kläffen, sondern den Hundestrand von Carolinensiel-Harlesiel erst einmal gemeinsam mit Euren Menschen ausprobieren!


Schnüffeltipp 2 :
die Harlepromenade von Carolinensiel nach Harlesiel

Carolinensiel ist die Stadt der drei Häfen: Der alte Sielhafen, dann der große Yachthafen und weiterhin noch der Fischerei-/Fährhafen. Verbunden sind die Häfen durch die ca. 2 km
lange Promenade an der Harle entlang. Diese autofreie Promenade sollten wir für unsere Bedürfnisse nutzen. Wir Vierbeiner müssen dort allerdings online gehen, gehen aber zum Trost gleichzeitig auch auf eine abwechslungsreiche kulinarische Reise! Nehmt Eure Menschen ruhig mal auf einen Bummel an der Harlepromenade mit! Wir beginnen unsere Schnüffelrunde im Ortszentrum.

Am Zugang zum Museumshafen lockt erst einmal Adys Backfischstand. Ich sage Euch, da können Eure Menschen nicht so ohne weiteres vorbeigehen. Weil Ady nämlich kein tiefgefrorenes Fertigfutter hat und aus frischen Fischfilets seine Leckerchen mit einem Bierteig herstellt, ist Ady’s Fischbude Kult und hat sogar eine Fangemeinde im Internet. Übrigens: Wenn Eure Menschen eine Glutenunverträglichkeit haben sollten, so bekommen sie bei Ady auf Wunsch die Fischleckerchen auch in Reismehl paniert! Ich als Allergiker achte selbstverständlich auf solche Feinheiten! Hier staube ich von Herrchen und Frauchen regelmäßig Teile des Backfischbrötchens ab. (lecker!)
Ich verspreche Euch, bei meinem nächsten Besuch auch Kibbeling und Pommes zu probieren und dann von meinen Erfahrungen zu berichten. Es muss doch schließlich einen Grund geben, warum bei Ady’s Fischbude häufig lange Schlangen zu sehen sind, obwohl Carolinensiel natürlich auch über andere tolle Lokale verfügt. (Aber der kulinarische Reiseführer ist ein anderes zukünftiges Projekt meines Herrchens, an dem ich natürlich wieder maßgeblich mitwirken werde)

Übrigens, Dienstags ist in Carolinensiel am Museumshafen der Wochenmarkt und dann verlegt Ady seine Fischbude in den Museumshafen. Und den Metzger – ihr wisst schon, dort wo die Verkäuferin immer fragt, ob es etwas mehr sein darf – den findet ihr an Markttagen direkt am Hafeneingang neben der Figur der Caroline.

Sobald Eure Menschen sich bei Adys Fischbude losreissen können und Ihr Eure Fischleckerchen aufgegessen habt, beginnen wir unseren Verdauungsspaziergang am Museumshafen.

Wir schnüffeln erst einmal an der Figur der Caroline und stellen fest, es handelt sich um die Ehefrau des Fürsten Georg Albrecht von Ostfriesland und damit um die Namensgeberin von Carolinensiel.

An der Figur der Caroline halten wir uns allerdings nicht lange auf. Es gibt doch so viel Interessantes zu schnüffeln, packen wir’s also an und wenden uns nach links und gehen an der bereits seit 1780 bestehenden Gaststätte “Zum Deutschen Hause” vorbei in den Hafen hinein.

Dort auf den Eingangsstufen zum Deutschen Hause liegt häufig der offensichtlich zum Deutschen Haus gehörende braune Pudel in der Sonne. Hier bewährt sich der alte Grundsatz: “Schlafende Hunde soll man nicht wecken”. Wenn dieser Pudel nämlich wach ist, bietet er sich mir jedesmal lautstark mit schnarrender Stimme als Führer an. Ich lehne das grundsätzlich immer ab, hebe kurz die Pfote zum Gruß und marschiere in den Hafen ein. Mein Herrchen und ich brauchen nämlich keinen Führer!

Und wenn mich dieser braune Pudel beim nächsten Mal wieder mit seinem Befehls-Ton nervt,
dann sollte er besser heute schon wissen:
Ab morgen wird zurückgebissen!

Dort im Sielhafen locken die herrlichen alten Bäume mit unendlichen Düften aus vergangenen Zeiten. Die Bäume sind nur deswegen so kräftig, weil unsere Artgenossen die immer gut gegossen haben.

Nach dem Deutschen Haus lohnt auch bei der folgenden Eisdiele (lecker!) ein Blick auf und unter die dortigen Tische. Vielleicht sind der kleine Kevin oder die Chantal vom Strand ja auch hier?? Hinter dem Speichercafé (lecker!) und schon wieder einer Eisdiele (lecker!) mit seinen links und rechts der Promenade sitzenden Touristen (lecker! enden dann nach dem Restaurant Hafenblick (lecker!) nur für ganz kurze 20 m erst einmal die Risiken für unsere Nasen und Gaumen. Aber kurz darauf passieren wir ja noch das Puppencafé (lecker!) und das Gebäude des Sielhafenmuseums. Dabei dürfen wir nicht vergessen, die zahlreich rechts am Harleufer im Gras sitzenden Enten (eigentlich auch lecker, aber Herrchen sagt immer, Enten wären “pfui”) angemessen zu begrüßen.

Etwa in Höhe des Sielhafenmuseums befindet sich am Harleufer übrigens einer der vielen Kotbeutelspender. Euer Mensch sollte hier mal kontrollieren, ob er für Notfälle gerüstet ist. Die gefüllten Beutel dann loszuwerden, ist überhaupt kein Problem: Ich habe im
Erstellungszeitraum dieses Schnüffelberichtes, März bis November 2014 immerhin an 31!! Bänken und vielen Mülleimern auf der 2 km langen gepflegten Harlepromenade meine feuchten Nachrichten für alle Artgenossen hinterlassen können und auch mein Herrchen konnte bequem seine gefüllten Beutelchen loswerden.

Das Restaurant Sielkrug (lecker!) und die Pizzeria Piccolino (mamma mia, lecker!) passieren wir schnell, weil danach schon das Café Tüdelpott (lecker) mit Bootsverleih und Minigolf lockt.

Bestimmt sind Eure Menschen bis zu dieser Stelle schon mindestens einmal schwach geworden und haben sich hier irgendwo Leckerchen bestellt. Kein Mensch kann einer solchen Massierung von Leckerchen widerstehen und genau darin liegt ja auch Eure Chance, wenn nämlich Eure Menschen eine ihrer Pausen machen.

Auf unserem weiteren Weg auf der Harlepromenade kommen wir dann an dem RTC-Fahrradverleih vorbei, den ein älteres Ehepaar seit Jahren mit viel Herzblut führt. Hier ist wirklich für Jeden das passende Zweirad zu mieten. Während meine Menschen die Vielfalt der verschiedensten, auch ausgefallenen Fahrradmodelle, Chopper und Bollerwagen bewundern, nehme ich hier zusätzliche Streicheleinheiten mit, tanke an dem dort für mich bereit stehenden Hundenapf nach und hinterlasse zum Dank meine feuchte Visitenkarte am Zaun.

Das Gebüsch links und rechts und die Wiesen links und rechts mit ihren zahlreichen Düften sind für uns Ablenkung, während Herrchen und Frauchen die gepflegten städtischen Grünanlagen und die schönen dortigen Ferienhäuser bewundern.

Schon haben wir das Schwimmbad Cliner Quelle, das Kinderhaus Carolinchen-Club und das Kurzentrum erreicht.
Den Eingang zum Restaurant im Kurzentrum (lecker!) könnt Ihr Euren Menschen zeigen, indem ihr – immer der Nase nach - hinter dem Carolinchen-Club am Spielplatz vorbei zum Eingang des Kurzentrums geht. Dort im Kurzentrum gibt es übrigens an der Theke für 1 € den Kult-Auto-Aufkleber mit dem Logo von Carolinensiel-Harlesiel zu kaufen, den ich standesgemäß an meinem Körbchen habe. Der Hund von Welt beweist sich durch die Verwendung des Carolinensiel-Aufklebers, wobei ich daneben großzügigerweise und nur ausnahmsweise den Sylt-Aufkleber dulden würde. Der Carolinensiel-Aufkleber, den Ihr wahlweise in silber oder in gold erhalten könnt, ist jedes Jahr sehr schnell vergriffen! Eile ist geboten oder wendet Euch einfach vertrauensvoll an mein Herrchen, der hat insofern noch eigene Reserven.

Bis hierhin ist doch die Zeit wie im Fluge vergangen. Nicht wahr?

Der weitere Weg an der Harle entlang führt uns an der Wiese des Stutenmilchgestütes Janssen (lecker oder Pfui??) vorbei. Gebt Euch keine Mühe, die Stuten dort auf der Weide interessieren sich nicht für unsereins. Ich habe es jedenfalls mit Anbellen nicht geschafft, diese wiehernden Tiere aus der Ruhe zu bringen. Und glaubt mir, meine Stimme ist – insbesondere wenn ich Angst vor großen Tieren habe – ziemlich laut. Auch mein Herrchen hat es nicht geschafft, diese Tiere aus der Ruhe zu bringen, selbst als er diese als “Lasagne” oder “all you can eat” betitelt hat (Was immer auch das heissen mag).

Das Kartoffelhaus Toffel und die Lokale links und rechts an der Friedrichschleuse können mich nicht von meinem weiteren Weg auf der Harlepromenade in Richtung Strand abbringen. Die historische Seenot-Rettungsstation ist für unsereins nicht so interessant, weil wir ja schon die Düfte des nachfolgenden Bäckers und insbesondere der Fisch-Räucherei Albrecht (leecker!) in die Nase bekommen. Das Geschäft Speisekammer neben dem dortigen Bäcker lockt Euer Herrchen mit eigenen Alkoholerzeugnissen, Eingelegten Leckereien und Käse, während Euer Frauchen auf die eigenen Marmeladen, die diversen Likörchen und den Honig abfahren dürfte. Ich selbst schaue hier immer sehnsüchtig auf die dort ausgestellten wuscheligen Schaffelle, die gut in mein Körbchen passen würden.

Passt auf, dass Eure Menschen nicht schon wieder bei den vielen Leckereien schwach werden und zieht sie dann an der Segelschule vorbei Richtung Yachthafen. Natürlich ist dabei noch Zeit genug, den schwarzen Labrador von der Segelschule zu begrüßen. Der freut sich immer, wenn er Artgenossen zum maritimen Gedankenaustausch trifft. Wir haben schon des öfteren über den richtigen Anstellwinkel der Hinterpfote beim Pinkeln im Sturm philosophiert oder über die richtige Knotentechnik beim angeleinten Umkreisen von Personen. (Hinter vorgehaltener Pfote kann ich Euch verraten, dass mein Herrchen bei seiner Sportboot-Führerscheinprüfung See beim Prüfpunkt “Knoten” im ersten Versuch durchgefallen war)

Muss ich noch erwähnen, dass das Hotel Am Yachthafen, das daneben befindliche Restaurant oder der dortige Bäcker wieder mit leckeren Düften locken? Jenseits der Außenschleuse könnt Ihr Euren Menschen dann den Fischerei- und Fährhafen zeigen. Ihr solltet bei dieser Gelegenheit kontrollieren, ob die Fischer beim Verladen nicht vielleicht irgendetwas Leckeres verloren haben.

Meistens bin ich von den vielen herrlichen Düften unterwegs und von den zusätzlichen Leckerchen schon so satt, dass mich das Lokal Wattkieker (seit 2014) am Fischerei- und Fährhafen oder das Restaurant auf der anderen Hafenseite nicht mehr interessieren, obwohl der Wattkieker eine interessante, beispielsweise auch vegetarische Karte hat. Aber die ist für mich ja nicht interessant. Direkt neben dem Hafen befindet sich ja immerhin der Hundestrand und damit kann ich dort nämlich wieder mit meinem Schnüffeltipp Nr. 1 von vorne beginnen.

Übrigens: Für den Rückweg vom Strand bzw. vom Yachthafen zurück zum Museumshafen gibt es auch andere Alternativen:
Eure Menschen könnten dazu auch den Raddampfer “Concordia II” wählen, der zwischen dem Museumshafen und dem Yachthafen sogar im Linienverkehr fährt.

Mein Hinweis: Alle Wach-, Kampf-, Hüte- und Schmusehunde brauchen für diese Fahrt nichts zu bezahlen! Schließlich ist es für den Kapitän eine Ehre, solche besonders wichtigen Hunde kostenfrei befördern zu dürfen! Und für Eure Menschen sind Getränke zu günstigen Preisen und eine Toilette an Bord.

Eure Menschen könnten für den Rückweg vom Strand zum Ferienhaus auch die andere Harleseite wählen. Vielleicht ein Vorteil für uns: Es gibt dort neben dem Lokal an der Friedrichsschleuse (lecker) und der Fischräucherei Janssen (lecker) nicht so viele kulinarische Ablenkungen für unsere Menschen, so dass wir vielleicht schneller wieder zurück im Museumshafen sind (Denn auch dort auf der anderen Seite des Museumshafens liegen hier noch nicht näher beschriebene weitere Lokale, nämlich der Postbüdel, das Restaurant Erholung und das Lokal zur Stechuhr der Könige (lecker, lecker, lecker)

Schnüffeltipp 3: der Hundestrand in Schillig

Soll es denn für die sportlicheren Artgenossen unter Euch wirklich zwischendurch mal ein richtig ausgedehnter Hundestrand sein, so könnt Ihr Euren Menschen ja mal den Ort Schillig am Jadebusen empfehlen. Die Entfernung von Carolinensiel beträgt so rund 13 km. Man verlässt Carolinensiel dazu am östlichen Ortsausgang, also dort wo die Tankstelle liegt.
Achtung: Hier kann ich wieder aus eigener Erfahrung über mein Herrchen petzen: Mein Herrchen ist auf dieser Strecke, die häufiger radar-überwacht wird, schon geblitzt worden. Auf dem Radarfoto konnte man meinen Kopf zwischen den Vordersitzen noch erkennen, weil ich nämlich vergeblich versucht habe, vom Rücksitz aus mein Herrchen zu warnen.
Die Parkplätze in dem kleinen Ort Schillig sind sehr begrenzt und sowieso kostenpflichtig. Ehe Herrchen/Frauchen dort entnervt auf der Suche nach einem Parkplatz im kleinen Ortskern herumkurven, empfehlt ihnen lieber, dass sie vor dem Ortseingang nach rechts auf den Großparkplatz am Campingplatz abbiegen. Der Großparkplatz ist zwar auch kostenpflichtig, liegt aber direkt am Strand und schon auf dem Parkplatz stehen einige Bäume, falls Ihr es mal eiliger haben solltet. Der Weg vom Parkplatz aus aus zum Hundestrand ist kürzer als man denkt und führt zunächst beim Verlassen des Parkplatzes an einem Kotbeutelspender und danach an den Menschentoiletten vorbei. Schließlich denke ich bei meinen Schnüffeltipps auch an mein Frauchen, die gerne alle Toiletten ausprobiert. Der Weg zum Hundestrand führt erst über große Kaninchenwiesen und an Trinkwasseranschlüssen vorbei, bis ihr dann durch die Dünen zum Hunde-/FKK-Strand gelangt.
Da es sich ja auch um einen FKK-Strand handelt, könnt Ihr hier die Leinen fallenlassen (also offline gehen)
Diesen Hundestrand hat mir übrigens ein Kollege empfohlen, der aus dem gleichen Tierheim stammt wie ich, nämlich aus der “kleinen Arche” in Straelen. Auch dieser Kollege: Lennox, eine gestandene Dogge, hat wie ich ein Superherrchen und Superfrauchen gefunden. Lennox hat diese auch schon ganz gut erzogen, weil die nämlich mit ihm auch immer an die Nordsee fahren. OK, Lennox tobt die 2 km Hundestrand in einem Rutsch rauf und runter. Ich dagegen lass es erst mal ruhiger angehen und genehmige mir zwischendurch auch gerne mal eine Pause. Und leider: Weit und breit leider kein Getränkestand mit Süßwasser! (oder Bier für Herrchen)
Ihr könnt Euch ja Eure eigene Meinung zu rund 2000 m Hundestrand bilden. Mich plagt an diesem Strand jedenfalls immer nur eine Sorge:
"Wenn nicht bald ein Baum kommt, dann passiert ein Unglück!"


Schnüffeltipp 4 :
eine Runde an der Umgehungsstraße und an der Harle entlang

Für unsere täglichen Geschäfte treffen wir Artgenossen uns im übrigen gerne auch mit einheimischen Mithunden direkt am Ferienhaus Dumont auf der Königsberger Straße zu einer kleinen Runde teilweise an der Harle entlang. Vom Ferienhaus Dumont geht es zunächst nach links die paar Meter bis zur Ecke des Seeburger Weges, den Ihr hier im Bild sehrt. Dort biegen wir dann nach rechts in den Seeburger Weg ab, schnüffeln dann über die schönen grünen Seitenstreifen links und rechts auf dem Seeburger Weg bis zum Ende am Wendehammer. (Hier treffe ich häufiger das gut duftende Pudelweibchen mit seinem distinguierten Frauchen) Nachdem ich sie ein paar Mal getroffen habe, habe ich meinen Mut zusammengefasst und hab dieses Pudelweibchen angesprochen und gefragt: "Sag mal, wie heisst Du?" Da hat sie mir geantwortet: "Ich weiß es nicht so genau, aber ich glaube: Sitz."
Wenn Ihr sie treffen solltet, dann grüsst sie von mir, von dem Golden Retriever mit dem Aftershave „Eau Schafexkrement“ oder „Pferdeapfel pour Rüde“
Unsere Pfoten führen uns dann von diesem Wendehammer über einen Fußweg zur Umgehungsstraße und dann nach rechts an der Umgehungsstraße entlang um das Feld herum. Links und rechts des asphaltierten Rad-/Fußweges am Feld entlang sind schöne, mehrere Meter breite Seitenstreifen. Die Straße ist 2009 neu erbaut worden und so verlangen die dort auf diesem brente Seitenstreifen gepflanzten, noch recht kleinen Büsche und Bäume nach regelmäßigen Düngergaben. Da helfe ich doch bei jeder Schnüffelrunde gerne so 10 – 20 mal aus. Unaufmerksame Menschen haben hier leider manchmal irgendwelche Häufchen vergessen zu beseitigen!
Und das, obwohl direkt am Beginn dieses Spazierganges ein Kotbeutel-Spender mit Mülleimer steht! Jedenfalls finden wir hier genug Geruchsinformationen, die wir zum Wohlfühlen brauchen.

Der Weg an der Umgehungsstraße führt uns dann bis zur Brücke über die Harle. Empfehlenswert ist es, vor der Brücke nach rechts abzubiegen, an der Umspannstation und der dazugehörigen blauen Stahl-Halle vorbei.

Vorsicht, dort taucht dann ein Schild auf, dass Hunde angeleint werden sollten. Ich habe hier aber noch nie Hunde gesehen, sondern nur Artgenossen. Von Artgenossen steht auf dem Schild jedenfalls nichts drauf, so dass ich davon ausgehe, dass die Leinenpflicht nicht für mich gilt. Sicherheitshalber gilt es, unseren mitlaufenden Menschen
von diesem Schild abzulenken, denn schlafende Herrchen Hunde soll man ja nicht wecken. Immerhin beginnt hier der eigentlich interessante Teil für uns selbstbewusste freilaufende Vierbeiner an der Harle entlang.

Hier gibt es das eine oder andere Kaninchen oder auch die eine oder andere Ente im Gestrüpp, bei denen wir mal den Rüden raushängen lassen können. Vor Übermut an dem hier steilen Harlerand muss ich aber warnen. Unten am Gewässerrand sind zur Uferbefestigung Holzpflöcke eingeschlagen. Geraten wir darüber ins Wasser, ist es schwer wieder an Land zu kommen und es ist peinlich, wenn Euch bei diesem Missgeschick die Enten zusehen. Wenn Ihr allerdings vorschriftsmäßig online seid, dann kommt ihr mit Menschen- und Leinenhilfe jedenfalls wieder an Land.

Der weitere Weg an der Harle entlang führt dann zur Ortsmitte, wo wir wahlweise an einem kleinen Fußweg rechts am Pflegeheim vorbei (Hier wohnen auch freundliche einheimische Vierbeiner!) oder dann über die Bahnhofstraße nach rechts über den Parkplatz der Sparkasse bzw. des Pflegeheimes wieder zurück zur Königsberger Straße und damit zum Ferienhaus Dumont gelangen.

Je nachdem, wie gut wir bzw. Eure Menschen zu Fuß bzw. zu Pfötchen sind, können wir unsere Menschen in einer halben Stunde über diese Strecke scheuchen. Dieser Weg an der Harle, der natürlich auch rollatorgeeignet ist, wird auch “Seniorenpiste” genannt nach dem angrenzenden Seniorenheim Carolinum, das die Johanniter betreiben.
Wenn wir unsere Menschen für weitere nette Spaziergänge schonen wollen, können wir uns für diese Strecke allerdings auch eine dreiviertel Stunde Zeit nehmen. Wenn Eure Menschen dann noch Zeit und Lust haben, so könnten wir an dieser Stelle auch direkt den Schnüffel-Trip Nr. 2 dranhängen (und an dieser Stelle wieder mit Ady’s Fischbude beginnen)


Schnüffeltipp 5:
Nochmal an der Umgehungsstraße entlang, dann aber
mit einem zusätzlichen Schlenker über die Felder

Es handelt sich hier um eine Empfehlung vom Frauchen von der netten Pudeldame! (Ihr wisst schon, die aus dem Schnüffeltipp Nr. 4).

Wir beginnen wieder wie im vorigen Schnüffeltipp am Ferienhaus Dumont, und schnüffeln uns wieder links über die Königsberger Straße und nach rechts über den Seeburger Weg durch bis zur Umgehungsstraße. Dabei kontrolliere ich regelmäßig, ob die nette Pudeldame aus dem Schnüffeltipp 4 mir an irgendeinem Strauch eine Nachricht hinterlassen hat. Wenn wir dann die Umgehungsstraße erreicht haben und wie im vorigen Schnüffeltipp nach rechts abbiegen, kommt an der Hälfte der Umgehungsstraße, dort wo die Bank steht, eine Kursänderung: Links riecht Ihr die “Domäne Seeburg”, ein Bauernhof, der dort an der Feldwegeinmündung auch über ein entsprechendes Reklameschild verfügt. In diesen Feldweg nach links biegt Ihr einfach ein und strolcht über den Feldweg an dem dortigen Bauernhof vorbei. Links und rechts liegen Felder und nach einiger Zeit geht nach rechts ein kleiner Weg ab. Wenn Eure Menschen nicht sicher sind, ob sie richtig sind, dann sagt Ihnen einfach, dass sie als Anhaltspunkt rechts den Hochspannungsmast auf dem Feld im Auge behalten sollen. Hinter diesem Mast führt der Weg in Richtung Harle vorbei. Dort steht sogar eine einsame, oft weitgehend zugewachsene Bank. Weiter gehts immer der Nase nach. Wenn Ihr dann die Häuser erreicht, biegt Ihr vorher einfach nach rechts ab und erreicht dort die Harle. Es soll ja Artgenossen geben, die diese komischen Menschen nicht kennen, die am Gewässerrand der Harle diese langen Stöcke über das Wasser halten. Mein Herrchen hat mir erklärt, dass diese Menschen Angler heissen und “pfui” sind und nicht zum jagdbaren Wild gehören. Ein bisschen komisch finde ich das aber immer wieder. Die halten so ein schönes grosses Stöckchen in der Hand und werfen das nicht ins Wasser. Mittlerweile bin ich an diese Angler gewöhnt und lasse diese links liegen, denn an der Harle entlang komme ich ja wieder wie auch im vorigen Schnüffeltipp beschrieben, über die Seniorenpiste zurück in die Ortsmitte.

Schnüffeltipp 6: der Feldweg am westlichen Ortsrand

Ein anderer einheimischer Vierbeinertipp für Carolinensiel ist ein kleiner Feldweg für eine kurze Schnüffelrunde von ca. einer halben Stunde. Unsere Menschen fahren uns sicher gerne durch den Ort an der Mühle vorbei in westlicher Richtung. (Für Kompassunkundige: Richtung Neuharlingersiel). Nach Passieren der Mühle unmittelbar am Ortsende, noch vor der Einmündung in den Verteilerkreis…….
(da wohnt auf der linken Straßenseite übrigens “Henry”, ein äußerst schnüffeliger friesischer Artgenosse.)…..
Aber zurück zu meinem Schnüffeltipp: Also noch vor dem Verteilerkreis befindet sich ein rechts ein Feldweg, wo Herrchen/Frauchen dort an der Ecke an der kleinen Trafostation parken können. Sollte das Gittertor am Wegbeginn an der Trafostation geschlossen sein: Ein Umgehen ist problemlos möglich. Hier gibt es keinen Anliegerverkehr, so dass wir ungestört etwa eine Viertelstunde in Richtung Deich strolchen können.

Wie an einer Allee finden wir hier links und rechts Baumreihen, die zum Beschnüffeln und Markieren einladen. Dort findet Ihr dann jedenfalls meine Duftmarken und die von Henry. Am Ende des Weges, also direkt am Deich, befindet sich dann wieder ein Gittertor, wo für uns nach den von den Menschen gemachten Vorschriften der Weg enden muss. Für Hin- und Rückweg haben wir insgesamt etwa eine halbe Stunde zur Verfügung, um auch hier ausreichend zu markieren und andere wichtige Geschäfte zu erledigen. (Um Euch neugierigen Artgenossen das Schnüffeln zu ersparen, was den wohl hinter dem Gittertor und natürlich hinter diesem Deich kommt: Wenn man das oben erwähnte Gatter überspringt oder umrundet, seine Menschen entsprechend überredet, es gleichzutun und wer dann dem Weg jenseits des Gatters schräg nach rechts rauf auf den Deich folgt, findet man auf der anderen Seite wieder einen herrlich verwilderten Weg mit links und rechts befindlichen Bäumen, der wiederum ohne Anliegerverkehr in Richtung Außendeich führt. Hier sieht jedenfalls niemand, falls Ihr wieder einmal vergessen habt, Eure Menschen an die Anleinpflicht zu erinnern. Dieser Weg mündet dann in den asphaltierten Rad-/Fußweg, der unterhalb des Aussendeiches entlangführt. (Siehe den nächsten Schnüffeltipp)

Schnüffeltipp 7:
der Rad-/Fußweg auf der Landseite des Aussendeiches

Gerne findet man uns Vierbeiner auf diesem vorerwähnten Rad-/Fußweg unterhalb des Außendeiches: Auch zu diesem Schnüffeltipp fahren uns unsere Menschen auch gerne mit dem Auto hin: An der Harle entlang Richtung Strand, dann nach links über die Brücke “Friedrichsschleuse”. Dort dann der Straße nach links folgen bis zum Außendeich. Parkmöglichkeiten finden sich dort an einem Lokal oder an den Parkplätzen der dortigen Ferienhaussiedlung. Dann können wir direkt auf der Landseite des Außendeiches an dem asphaltierten Rad-Fußweg bequem unter einer Schranke durchlaufen (Achtung: Solltet Ihr noch an der Leine sein, kann es sein, dass Ihr ein dumpfes, ungewohntes Geräusch hinter Euch hört: Eure mitlaufenden Menschen haben dann schlicht und einfach vergessen, sich zu bücken oder um die Schranke herumzulaufen)

Jenseits der Schranke können wir eigentlich alle Vorsicht fallen lassen und so richtig Gas geben. Und falls da die dummen Schafe auf dem Deich weiden sollten, sind die sorgfältig und sicher eingezäunt, so dass die uns nicht in die Quere kommen können und nicht die Straße vollkacken können. Und wenn diese Schafe uns gar zu aufdringlich bei unseren wichtigen Geschäften zuschauen: Beim Verbellen laufen die so lustig mit baumelndem Schwanz weg.

Diesen asphaltierten Weg werden Eure Menschen lieben, weil sie hier sauberes Schuhwerk behalten. Und wenn Menschen, insbesondere Menschenweibchen, sauber bleiben, sind sie glücklich.

Und zur Verbesserung Eures eigenen Aussehens und Eurer Duftnote bietet sich der parallel verlaufende Entwässerungsgraben mit seiner pikanten Watt-Duftnote an. Frauchen meint allerdings immer, das wäre “pfui”.

Aber schließlich läuft sie ja selbst auch immer im Matsch herum, wenn das Nordseewasser mal wieder weg ist. Wieso soll also das, was die Menschen als gesund empfinden, für mich “pfui” sein? Außerdem passen schlammgraue Beine sehr zu meinem goldenen Outfit.
Jedenfalls könnt Ihr hier Eure Menschen je nach deren Fitness einmal so richtig fordern: Dieser Weg führt bis nach Neuharlingersiel (7 km) und noch darüber hinaus. Nach einiger Zeit findet Ihr dann auch den im vorigen Schnüffel-Tip erwähnten herrlich verwilderten Feldweg mit seinen Baumreihen links und rechts. (Auch auf dieser Seite des Weges befindet sich ein Gittertor, das aber ebenfalls zum Überklettern eingerichtet ist)

Übrigens kann es passieren, dass Regenwolken durch den Deich verdeckt heimlich still und leise über das Meer heranziehen und dann über den Deich hinweg plötzlich auftauchen und sich entladen. Dann müsst Ihr viiiel Verständnis für Eure Menschen aufbringen. Mehrmals, wenn ich bisher meine Menschen dort spazierengeführt habe, sind wir vom Regen überrascht worden, so dass meine Menschen wie begossene Pudel aussahen. Nasse Menschen finden sich selbst dann “pfui”, riechen aber sehr sympathisch nach “nasser Hund”.

Ich höre in dieser Situation wie geschildert mein Frauchen immer noch lautstark schimpfen, weil sie nämlich ihren Schirm vergessen hatte und pitschnass wurde und mein Herrchen (natürlich!) nichts anderes zu tun hatte, als Frauchen in diesem Elend auch noch zu fotografieren. Um mich haben sich meine Menschen natürlich nicht kümmern müssen, weil sie wissen, dass ich nicht aus Zucker bin. Ein richtiger Rüde kann schon mal einen anständigen Regenguss wegstecken!

Schnüffeltipp 8:
Ein Spaziergang über die Felder an der Harle
kurz vor Wittmund

Im Jahre 2014 habe ich die Felder kurz vor Wittmund für mich entdeckt. Eure Menschen fahren einfach von Carolinensiel in Richtung Wittmund. Nach 11 Kilometern, kurz vor dem Verteilerkreis vor Wittmund müsst Ihr Eure Menschen darauf hinweisen, unmittelbar vor der Brücke über die Harle nach links in den Feldweg einzubiegen. Dort kann man direkt parken.

Hier stehen häufig am Ufer der Harle diese komischen Männer, die lange Stöckchen über das Wasser halten, sie aber nicht reinwerfen. Diese Männer stehen da häufig, halten dieses Stöckchen fest und schauen dieses Stöckchen stundenlang traurig an. Ich glaube, diese Männer sind depressiv, weil die keinen Hund haben. Grübelt nicht weiter darüber nach: wenn die kein Stöckchen schmeissen wollen; dann eben nicht!

Nun geht es wahlweise direkt an der Harle entlang oder aber auch nach einigen Metern nach links in einen Feldweg hinein. Was Eure Menschen zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen: Der Feldweg führt ziemlich weit und ist links und rechts – für Eure Menschen durch den Schilfbewuchs oftmals unsichtbar - von kleinen, gut duftenden Entwässerungsgräben begrenzt, die eigentlich nur die sportlichen Herrchen und Frauchen überspringen können. Und hier könnt Euch natürlich mal so richtig einsauen! Entengrütze auf Retrieverfell ist ja sehr dekorativ. Aber immer wieder nach einigen hundert Metern gibt es Übergänge, über die ja schliesslich auch die Bauern mit ihren Traktoren auf die Felder kommen müssen.
An diesen Übergängen können dann Eure Menschen so einigermaßen trockenen Fußes jeweils quer über die Wiesen bis zum nächsten Feldweg gelangen. Hier können wir sehr ausgedehnte Runden laufen. Auf diesen Wiesen geniesse ich gerne “frische Feldmaus an Graswurzel-Gemüse”
Um hier erst mal langsam alle Möglichkeiten kennenzulernen, empfehle Ich Euren Menschen, beim ersten Besuch erst einmal an der Harle entlangzulaufen. Nach einer Strecke von gut 500 m erreicht Ihr einen breiten Entwässerungsgraben, so dass Ihr nach links abbiegen und an diesem Entwässerungsgraben entlanglaufen müsst.

Hier gebe ich übrigens immer erst einmal auf den Wiesen neben der Harle so richtig Gas und spiele Fangen mit Kaninchen, Hasen und Feldmäusen. Natürlich lasse ich die immer gewinnen. Denn falls ich bei dem Fangenspielen mal gewinne, dann spielen die beim nächsten Mal nicht mehr mit mir.

Auch dort gibt es einen Feldweg direkt an dem Entwässerungsgraben entlang. Dieser Feldweg war im September 2014 ziemlich zugewachsen, aber im Frühjahr gut zu erkennen.

Aber vertraut mir, hier gibt es eine lange Strecke sehr viel zu schnüffeln.
Und wenn Eure Menschen dann nicht mehr weiter wollen, gibt es immer wieder nach links Übergänge auf die Wiesen und Felder, so dass Ihr immer wieder quer über die Felder nach links gehen könnt, bis Ihr den anfangs erwähnten Feldweg erreicht, auf dem man links herum wieder zur Harle gelangt.

Wir sind natürlich nicht solche Weicheier wie unsere Menschen. Aber vielleicht sollte ich am Rande darauf hinweisen, dass durch das teilweise hohe Gras und die unbefestigten Feldwege sich auch Eure Menschen bei Regenwetter richtig schön einsauen können! Eure Menschen sollten also vorher genau überlegen, ob sie die richtige Kleidung mithaben. (Ansonsten: Frauchen geht doch gerne shoppen)

Schnüffeltipp 9: die umzäunte Freilauf-Fläche “Huntsteert”
in Schortens (Jever)

Meine Artgenossen, die dem Inhaber des Geschäfts “Dogking” gehören, haben mir während des Futtereinkaufs zugeknurrt, ich solle Euch doch mal von der Freilauffläche in Jever berichten. Also habe ich das einfach mal selbst ausprobiert und meiner Nase hat’s jedenfalls gefallen! Dazu müsst Ihr aber wieder ins Auto und Herrchen soll erst mal nach Jever fahren. Bei diesem Freilaufgelände handelt sich um eine ehemalige Mülldeponie aus den 60er Jahren, die renaturiert wurde und komplett eingezäunt ist.

Hier gilt also keine Leinenpflicht und Ihr könnt Euer Herrchen bedenkenlos von der Leine lassen. Wichtig ist nur, dass euer Herrchen ausreichend sozialisiert ist und nicht etwa die anderen Menschenrüden ankläfft oder hinter Menschenweibchen herrennt und die beschnüffelt. Aber ich gehe davon aus, Ihr habt Eure Menschen insoweit im Griff. Das Freilaufgelände besteht aus verwilderten Wiesenflächen genauso wie kleinen Waldstücken und auch einem kleinen See. Ausreichende Parkmöglichkeiten gibt es direkt an den beiden Eingängen. Und Eure Hinterlassenschaften werden Eure Menschen problemlos in den vorhandenen Mülleimern los!

Für eine Umrundung in dem Areal habe ich eine halbe Stunde gebraucht. Nachdem ich dann auch noch die Querwege auf dem Gelände erkundet hatte, war bereits eine Stunde verstrichen. Also ein dickes “gefällt mir” und Daumen, ääh Pfote hoch.
Ist allerdings nicht einfach zu finden: Damit Euer Herrchen beim Suchen nicht muffelig wird, rate ich Euch, ihm die genaue Adresse anzusagen, damit er diese ins Navi eintippen kann: Huntsteerter Weg, 26419 Schortens. (Einfahrt liegt neben einer dortigen Sporthalle)


Schnüffeltipp 10: die Freilauf-Fläche in Aurich
Hier erst einmal nur die Adresse: Pfalzdorfer Moorstrasse, Aurich eingeben bei Google Maps
Heyens Hoechte . (Das muss ich im Laufe des Jahres 2015 noch genauer erkunden und werde dann an dieser Stelle berichten)

Schnüffeltipp 11: Mehrere Adressen zur Verpflegung

Zuletzt noch ein Hinweis zur Verpflegung: Der EDEKA-Markt um die Ecke beim Ferienhaus Dumont hat auch Hundefutter im Angebot und verfügt auch – für die Allergiker unter uns - über (allerdings wenige) Leckerchen aus 100 % Fleisch ohne Getreide- oder sonstige Zusätze (die hängen an der Stirnseite des Hundefutterregals).

Ganz gut ausgestattet ist das Geschäft Fressnapf in Wittmund, zumindest für unsere 08/15-Versorgung. Leider hat Herrchen keine Hundenase. Er macht das wie alle Menschenrüden und fragt üblicherweise nicht etwa nach dem Weg, sondern vertraut seinem Ortssinn und seiner Intuition. Er behauptet immer, das habe er bei den Pfadfindern und bei der Bundeswehr gelernt. (Da kann ich ja nur lachen, da sind ja alle Blindenhunde besser!) Offensichtlich sind die Pfadfinder alleine deswegen ausgestorben!

Damit Ihr auf jeden Fall schneller ankommt, hier die Fressnapf-Daten fürs Navi: Harpertshausener Straße 4, 26409 Wittmund). Die 13 km von Carolinensiel nach Wittmund legen Eure Menschen nämlich gerne zurück, weil Frauchen nur darauf gewartet hat, wieder einmal einen Grund zum Shoppen zu finden. Im Fressnapf könnt Ihr Eure gute Nase beweisen: Die Dosen mit dem 100 % Fleisch-Futter ohne Getreide-Anteil befinden sich vom Eingang rechts voraus. Leider stehen diese Dosen im oberen Regal. Aber der nette Verkäufer hilft hier sicher gerne.

Das Nonplusultra für uns uns sensibile, verwöhnte und anspruchsvolle Hunde ist allerdings der schräg gegenüber beim Fressnapf liegende B.A.R.F.-Laden “DOGKing” mit allem, was der “gebarfte” Hund zum Überleben und Geniessen braucht! Schaut Euch Eure Kumpels an, die dort beim Eigentümer des Geschäfts mitten in diesen Köstlichkeiten den Laden bewachen. Dann seht Ihr mal, wie toll ein Hundefell aussehen kann. Also soll Euer Herrchen ins Navi direkt die Adresse von Dogking eingeben: Harpertshauser Straße 15, 26409 Wittmund. Eure Menschen werden im übrigen die ausführliche und fundierte Beratung dort schätzen. Und immerhin: Ich verdanke die Schnüffeltipps Nr. 9 und 10 einer Anregung des Inhabers! Mein Herrchen und mein Frauchen habe ich schon gut erzogen: Jedesmal, wenn die nach Carolinensiel fahren, fahren die standardmäßig erst mal hier bei DogKing vorbei. So wünscht man sich doch seine Menschen!

Schnüffeltipp 12: nochmal Verpflegung

Nun ein Tipp für Herrchen: Es gibt einen großen, gut ausgestatteten Hagebaumarkt in Wittmund. (Von Carolinensiel die Bundesstraße Richtung Wittmund nehmen und am Verteilerkreis vor Wittmund links abbiegen, also in Richtung des vorher schon weithin sichtbaren großen Turms mit der Hagebaumarkt-Reklame. Also ein Geschäft, in dem Männer gerne shoppen gehen. Das kann Herrchen übrigens verbinden mit dem Hundefutterkauf, weil auch der Hagebaumarkt ein Tierfutterangebot, zumindest für die Standardansprüche, hat. (Hinter den Kassen links in Richtung Gartenmarkt)
Und Frauchen kann in dem großen Supermarkt neben dem Hagebaumarkt sicherlich auch Leckereien für Herrchen kaufen. Wollte Herrchen nicht immer mal den Friesengeist probieren?

Und wenn Herrchen eher zwei linke Pfötchen hat und nix vom Heimwerken versteht: Nebenan gibt es noch einen großen Elektronikmarkt, wo Herrchen die neuesten Fernseher bewundern kann (denn: nach der Fußballweltmeisterschaft ist vor der Fußballweltmeisterschaft!)

Schnüffeltipp 13: Hundeshopping

Übrigens: Meine Menschen haben vielleicht gedacht, ich würde im Urlaub in Carolinensiel den ganzen Tag nur schnüffeln, spielen und im Wasser herumtollen. Dabei haben sie doch glatt vergessen, mir in den Urlaub meine geliebten Stofftiere mitzunehmen! Das war schon ein echt dicker Hund! Dabei brauche ich doch dringend meine Schäfchen, um zum Einschlafen Schäfchen zählen zu können !

Damit Eure Menschen diesen faux pas wieder gutmachen können, hechelt Euren Menschen einfach mal ins Ohr, dass es bei EDEKA, also “um die Ecke” die verschiedensten Stofftiere käuflich zu erwerben gibt. Dort habe ich übrigens etwa ein Dutzend Schlaf-Stofftiere her! Und sollte Euren Menschen das Angebot dort nicht zusagen: dann schickt sie mal zu “Schilds”-Hofladen zum Essen, am besten an den “all you can eat”-Tagen (ich darf da natürlich mit hinein !!) Dort wird nicht etwa der Hund in der Pfanne verrückt, sondern Eure Menschen können dort gut und reichlich essen und zudem noch viele schöne Dinge kaufen. Im Eingangsbereich gibt es viele kunstgewerbliche Dinge, die Frauchen immer mit lauten “Süüss”-Rufen belegt. Und dazu gehören eben auch ganz viele verschiedene Stofftiere. Es dürfte Euch ja dann nicht schwerfallen, mit Eurem Cockerretrieverdackelblick Eure Menschen zum Kauf eines der Stofftiere zu bewegen!
Na dann, guten Urlaub und guten Appetit
Euer Danny, der “Nordsee”-Retriever

Moers, im November 2014

Übrigens: Meine Schnüffeltipps findet Ihr auch auf der Homepage meiner Menschen www.nordseeurlaub-für-dich.de. Muss ich noch erwähnen, dass ich der Star dieser Webseite bin?












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