China

Reisebericht

China

Reisebericht: China

Das Land ist mit knapp 1,4 Milliarden Einwohner wohl das bevölkerungsreichste der Welt und flächenmäßig das drittgrößte der Erde. Wie soll man so ein Land bereisen, ohne die Übersicht zu verlieren. Man muss vorher schon gut überlegen wie viel Zeit man in die Reisestrecken steckt und was dann noch an Besichtigungszeit bleibt.



Von Beijing bis nach Shanghai

Unsere Reise hatte in Beijing begonnen. Die Stadt ist 16.807 km² groß und hat ca. 23 Mio. Einwohner. Das allein ist schon erschreckend, aber auch gleichzeitig faszinierend und für den Einstieg in das Land eine gute Voraussetzung, denn hier treffen Tradition und Moderne aufeinander und man bekommt einen guten Eindruck. Es gibt viel zu sehen und hier muss man auch wieder Zugeständnisse machen, was man sich ansehen möchte. Wir haben uns den Sommerpalast, die „Verbotene Stadt“, den Lama- und den Himmeltempel, den Drum- und den Belltower angesehen, sowie den Jingshang Park . Von hier aus hat man einen guten Überblick über die „Verbotene Stadt“ und bekommt gleichzeitig noch Karaoke- Gesang zu hören (teils sehr schrill, teils sehr modern), denn dies schallt aus allen Ecken des Parks, aber auch Tai-Chi und Tangotänzer kann man beobachten.
Die Verbotene Stadt befindet sich im Zentrum Pekings. Dort lebten und regierten bis zur Revolution 1911 die chinesischen Kaiser der Dynastien Ming und Qing. Der einfachen Bevölkerung war der Zutritt verwehrt – was den Namen Verbotene Stadt erklärt. Die Verbotene Stadt liegt am nördlichen Ende des Platzes des himmlischen Friedens. 1987 wurde sie von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Der Neue Sommerpalast liegt im Nordwesten Pekings wenige hundert Meter westlich der Ruinen des Alten Sommerpalastes. Er zählt zu den Höhepunkten der chinesischen Gartenkunst, obwohl er mehrfach zerstört und wieder neu errichtet werden musste. Kaiser Qianlong ließ ihn 1751-1764 für eine Gesamtsumme von 4,8 Mio. Silbertael als Geschenk zum 60. Geburtstag seiner Mutter errichten. Die 290 ha große Anlage entstand auf dem Gelände des seit 1153 bestehenden ehemaligen Gartens des Goldenen Wassers und war der bevorzugte Aufenthaltsort des Kaiserhofes in den feucht-heißen Sommermonaten.
Außerdem haben wir von Peking aus noch die chinesische Mauer besucht. An diesem Tag war es sehr heiß und man verkennt es ja dann, dass die Mauer nicht eben ist, sondern über Bergkämme führt und diese muss man ja unweigerlich mit überwinden. Treppe auf Treppe ab und dann noch einen Steigung rauf und wieder runter. Das ist ganz schön anstrengend. Wir haben zwar nur eine Tour von 7 km gemacht, aber waren hinterher ganz schön dehydriert (obwohl wir auch unterwegs viel getrunken haben), dass nur viel trinken und anschließend eine eiskalte Dusche weiterhalf.
Die Chinesische Mauer, auch „Große Mauer“ genannt, ist eine historische Grenzbefestigung, die das chinesische Kaiserreich vor nomadischen Reitervölkern aus dem Norden schützen sollte. Mit ihrem Bau wurde im 7. Jahrhundert v. Chr. begonnen. Sie erstreckt sich nach neuesten Erhebungen über 21.196,18 Kilometer und umfasst 43.721 Einzelobjekte und Standorte (z.B auch Naturbarrieren wie Flüsse und Berge).

Von Peking ging es dann weiter mit dem Zug nach Datong (ca. 1,8 Mio. Einwohner) in der Provinz Shanxi zu den Yungang –Grotten. Die Grotten sind frühe buddhistische Höhlentempel, die hauptsächlich im Zeitraum von 460- 525 v. Chr. aus dem Stein herausgearbeitet wurden. Insgesamt gibt es 252 solcher Grotten und Nischen mit unterschiedlich großen Buddhas und unterschiedlichen Darstellungen. Sie wurden hauptsächlich im Zeitraum 460-525 n. Chr. während der Nördlichen Wei-Dynastie aus dem Sandstein herausgearbeitet und sind ein herausragendes Beispiel chinesischer Steinmetzkunst aus der Frühzeit des Buddhismus in China. Die Anlage ist seit dem Jahr 2001 in der Liste des Weltkulturerbes eingetragen.
Die Stadt selber wurde umgebaut im Stil der Ming-Dynastie und das hauptsächlich um Touristen und die finanzstarke Mittelschicht anzulocken. Für diese Rekonstruktion wurden die ärmeren Bewohner der Stadt einfach ausgesiedelt. Datong gehört zu den wichtigsten Zentren des Kohlebergbaus.

Von hier aus ging es dann weiter mit der Bahn, 17 Stunden nach Xi’an, Hauptstadt der Provinz Shaanxi. Das hört sich lange an, da es aber eine Nachtfahrt war und wir einen Schlafwagen gebucht hatten, kein Problem. Das Geratter des Zuges wiegt einen in den Schlaf. Im Jahr 1974 wurde in der Nähe von Xi‘an von Landarbeitern die Grabstätte des Kaisers Qin Shihuángdi entdeckt, die Terrakotta-Armee. Es ist faszinierend sich diese Armee anzuschauen und vor allem der Gedanke, dass erst ca. 3000 der 8000 Soldaten ausgegraben und restauriert wurden. Die Stadt selber ist wieder von einer 13,6 km langen Stadtmauer umgeben die zw. 1374 und 1378 erbaut wurde (restauriert 1980). Zu sehen gibt es noch die große und kleine Wildganspagode, den Glocken- und den Trommelturm, sowie die große Moschee und der Stelenwald im Beilin Museum.

Danach ging es mit dem Flugzeug weiter nach Chengdu zu den Pandabären (den großen Panda und den roten Panda), sehr süß anzusehen. Im Zuge der modernen Bauentwicklung sind die alten Viertel Chengdus den Baggern zum Opfer gefallen. Einige Straßenzüge sind mit restauriert worden, teilweise auch historisch wieder aufgebaut, mit Geschäften, Boutiquen, Antiquitätenläden und Cafés. Die Küche von Chengdu gehört zu den Besten der chinesischen Küchen. Gegessen haben wir Hotpot, eine Art Fondue mit Nudeln, Bambussprossen, Pilzen, Gemüse, Chili, Szechuanpfeffer und Fleisch, Fisch. Sehr schmackhaft und würzig!

Der Große Panda oft auch einfach als Pandabär bezeichnet, ist eine Säugetierart aus der Familie der Bären. Als Symbol des WWF und manchmal auch des Artenschutzes allgemein hat er trotz seines sehr beschränkten Verbreitungsgebiets weltweite Bekanntheit erlangt. Merkmale: Große Pandas erreichen eine Kopfrumpflänge von 120 bis 150 Zentimetern, der Schwanz ist wie bei allen Bären nur ein Stummel von rund 12 Zentimetern Länge. Das Gewicht erwachsener Tiere variiert von 75 bis 160 Kilogramm. Große Pandas entsprechen in ihrem Körperbau weitgehend den anderen Bären, stechen jedoch durch ihre kontrastreiche schwarz-weiße Färbung hervor.

Und weiter ging es mit dem Flugzeug nach Lijiang, der Stadt „am schönen Fluss“ wie die Übersetzung lautet. Die Stadt wurde 1997 ins UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen und ist wohl die am besten erhaltene Altstadt von China. Steinbrücken führen über die kleinen Bäche und die meisten der alten Häuser haben Steinfundamente und Mauern aus weiß getünchten Lehmziegeln. Leider ist die ganze Stadt in der Zwischenzeit sehr touristisch ausgerichtet und an jedem Tag konnten wir dort Fotografen dabei beobachten, wie sie Naxi-Frauen in ihrer Tracht fotografierten um die Bilder abends dann an Touristen zu verkaufen. Sehr schön ist der „Schwarze Drachenteich Park“ (hei lang tan gong yuan) der im Preis der „Kurtaxe“ enthalten ist (Für Lijiang muss man eine Goverment Fee bezahlen, wenn man dort übernachtet). Dann gibt es noch den Lashi See etwas außerhalb von Lijiang. Hier haben wir eine Fahrradtour gemacht, um etwas von den ethnischen Minderheiten mit zu bekommen. Wir haben das traditionelle Naxi Dorf Baisha besucht, bekannt hauptsächlich durch den Kräuterarzt Dr. Ho, der Medikamente in die ganze Welt verschickt hat, ohne Bezahlung zu erwarten.

Die nächste Station war Dali in der Provinz Yunnan. Die Einwohner der Stadt (ca. 4,5 Mio.) ist eine bunte Mischung aus unterschiedlichen Volksgruppen, darunter auch die Minderheit der Naxi und Achang. Die Grenze zu Tibet ist auch nicht weit entfernt, deshalb kann man hier auch schon den tibetischen Einfluss spüren. Dali liegt am Erhai See und da hier das Wetter leider nicht besonders gut war (es hat die ganze Nacht geschüttet und auch tagsüber war es nicht besonders trocken), haben wir eine Tour mit dem Auto um den See gemacht. Es gibt viel zu sehen, von einem traditionellen Markt über Batikfärbereien und einem Kloster im See bis hin zu alten Dörfern der Minderheiten.

Von hier aus ging es dann mit dem Bus über 7 Stunden weiter nach Kunming, um von hier aus dann mit dem Flugzeug nach Guilin zu fliegen. Das war wohl der unangenehmste Teil der Reise, denn der Bus erwies sich als kleine Nuckel Kiste, wenn auch mit Klimaanlage, aber für jemand mit langen Beinen nicht sehr angenehm. Von Guilin ging es dann noch 1 Stunde nach Yangshuo, beides liegt im Karstgebirge. Das sind bizarre Gesteinsformationen und wenn man genau hinschaut, kann man Tiere und ähnliches darin erkennen. Wir hatten ein ganz tolles Hotel, mit Blick vom Zimmer direkt auf den Yulong –Fluss. Hier konnten wir morgens und abends den Fischern zusehen, wie sie mit ihren Netzen den örtlichen Fisch und auch kleine Krebse aus dem Fluss zogen. Um die Gegend besser kennen zu lernen, haben wir eine Fahrradtour entlang des Yulong - -Flusses gemacht und sind noch auf den Moon Hill geklettert (eigentlich führen Stufen auf den Berg, aber da es an diesem Tag wieder sehr heiß war, war das Treppensteigen eine Tortur, die uns an den Rand unserer Kräfte getrieben hat)

Weiter ging es dann mit dem Auto zu den Longij Reisterrassen bei Pin’an. Das Dorf selber besteht nur aus etwa 800 Einwohnern, der lokalen Zhuang Minderheit. Diese hat bereits vor über 5.000 Jahren das Terrassen-Bewässerungssystem für den Reisanbau eingeführt, das auch heute noch gut funktioniert. Die Terrassen erstrecken sich über einen Höhenunterschied von 800 Metern und liegen ca 1.000 Metern über NN. Hier haben wir uns auf die Terrasse unseres Hotel gesetzt, den Sonnenuntergang genossen und die lärmenden Chinesen (Chinesen lieben die Fotografie, aber die schnelle Fotografie. Die Kamera immer in der Hand, um ja noch schnell ein Foto zu ergattern).

Von Ping’an ging es wieder zurück nach Guilin, um von dort mit dem Flieger nach Hangzhou in der Provinz Zhejiang, zu fliegen, die der Chinareisende Marco Polo als „schönste und großartigste Stadt der Welt“ bezeichnet haben soll. Hangzhou ist von alters her auch als „Stadt der Seide“ bekannt. Es gibt mehrere Seidenfabriken und auch einen Seidenmarkt.
Der West See ist rund 500 Hektar groß und hat mehr als 60 Sehenswürdigkeiten, die man am besten auf einer kleinen Schiffstour besichtigen kann. Im West See befinden sich drei kleine Pagoden, welche auf der Rückseite des Ein-Yuan- Scheins abgebildet sind. Außerdem liegt am West See noch die Pagode der sechs Harmonien und die gebrochene Brücke, welche ebenfalls den Ein-Yuan-Schein ziert. Der West See wurde in vielen chinesischen Städten kopiert. Insgesamt gibt es 36 West Seen in China und außerdem noch einige in Japan. Der See regt die Phantasie der Chinesen an und ist das Ziel vieler Hochzeitsreisen.
Besichtigt haben wir auch eine Teeplantage, denn in Hangzhou wird traditionell grüner Tee angebaut. Man sollte dazu aber unbedingt das national chinesische Teemuseum besichtigen, um die unterschiedlichen Teesorten und die Herstellung des Tees und auch die Teezubereitung kennen zu lernen. Grüntee ist eine Variante Tee herzustellen. Die Teeblätter werden im Gegensatz zum schwarzen Tee nicht fermentiert (oxidiert).
In der Fußgängerzone Hanghai-Lu befindet sich das Gebäude der Hu-Qingyu-Apotheke mit einem Museum für Traditionelle chinesische Medizin. Das 1874 errichtete Gebäude enthält noch heute eine Apotheke für traditionelle chinesische Arzneimittel und kann als architektonisches Beispiel für ein großes Handelshaus der ausgehenden Qing-Dynastie angesehen werden.

Bevor wir unser endgültig letztes Reiseziel Shanghai erreichten, haben wir noch eine Zugfahrt von Hangzhou nach Suzhou gemacht, der Gartenstadt oder auch das „Venedig des Ostens“ genannt, da die Stadt von Kanälen durchzogen ist. Die Stadt wird auch als Geburtstort der Gartenbaukunst bezeichnet. Von diesen Gärten wurden einige 1997 in das UNESCO Weltkulturerbe- Programm mit aufgenommen. In den Gartenanlagen, von denen während der Blütezeit der Ming-Dynastie (1368-1644) ca. 270 in Suzhou zu bestaunen waren, wurde die größtmögliche Anzahl an Landschaften dargestellt. Gestaltet wurden die Gärten durch die Elemente der Teiche, Hügel, bizarr geformter Felsen, Terrassen, Bäume und Blumen.
Das die Chinesen sehr gerne Fotografieren ist uns schon zuvor aufgefallen, aber es werden auch sehr viele professionelle Fotos gemacht. Teilweise werden diese direkt den Touristen zum Verkauf angeboten. Wir haben es uns aber nicht entgehen lassen, das eine oder andere Fotomotiv der Profis zu übernehmen, meist Frauen in traditionellen Kleidern oder Kinder, die modeln nach Anleitung.

Shanghai hat ca. 15 Mio. Einwohner, dazu kommen nochmals rund 8 Mio. aus den umliegenden Stadtbezirken. Shanghai bedeutet auf Deutsch „hinauf aufs Meer“, wird aber auch als „Tor zur Welt“ oder „Paris des Ostens“ genannt. Das wird klar wenn man sich die Lage der Stadt betrachtet im Mündungsgebiet des Jangtsekiang am Huangpu-Fluss.
1990 wurde die Sonderwirtschaftszone Pudong gegründet und der Grundstein für einen „Neuen Bund“ gelegt. Die Stadt profiliert sich als Standort für die Entwicklung von Bio-, IT und Mikroelektrotechnik. Und wird Sitz zahlreicher internationaler finanzieller Institutionen. Das höchste Gebäude Chinas steht in Pudong, das 493 Meter hohe Shanghai World Financial Center. Dieses kann man nur wirklich selten komplett sehen, da der Smog fast täglich über der Stadt liegt. Außer dem Smog als Umweltproblem sind noch die Verschmutzung der Flüsse und die Lärmbelästigung zu nennen. Shanghai ist wohl die am stärksten umweltgeschädigste Stadt, die wir auf unserer Reise besucht haben.
China ist ein faszinierendes Land, voller Gegensätze, Tradition und Moderne treffen oft so fließend aufeinander, dass man schon denkt das gehört zusammen. Auch wir haben uns immer wieder gefragt, ob so etwas bei uns möglich ist und sind immer wieder zur Gleichen Antwort gekommen: Nein! Ob wir nochmals dorthin reisen würden? Bestimmt, aber vorerst haben wir andere Ziele im Auge.



Beiing Skyline

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