Die verborgenen Schätze des Mittelmeeres - Eine nicht alltägliche Schiffsreise (Teil 1)

Reisebericht

Die verborgenen Schätze des Mittelmeeres - Eine nicht alltägliche Schiffsreise (Teil 1)

Reisebericht: Die verborgenen Schätze des Mittelmeeres - Eine nicht alltägliche Schiffsreise (Teil 1)

Im ersten Teil meiner Kreuzfahrt durch das westliche Mittelmeer mit der Costa neoRiviera starte ich in Monte Carlo und fahre bis nach Barcelona. Dort schaue ich mir die traumhaft schöne, moderne, kosmopolitisch dynamische und gastfreundliche Weltstadt mit neun UNESCO-Weltkulturerbestätten individuell mit einem dort lebenden Künstler an.
Im zweiten Teil, der in Kürze folgt, geht die Fahrt weiter mit einem ungewollten Besuch in Palermo und endet auf Malta.

Dichter Nebel wabert über dem Mittelmeer. Keine zwanzig Meter Sicht. Kapitän Giovanni Cosini lässt alle zwei Minuten das Nebelhorn unserer Costa neoRiviera in den blinden Tag hinein ertönen. "Aus internationaler Vorschrift," wie er sagt. "Und für die Sicherheit aller in diesem Meeresbereich fahrenden Schiffe." Andere große Pötte tun es ihm gleich. Dabei haben wir gestern Nachmittag in Monte-Carlo bei allerschönstem Sonnenschein erst eingeschifft.



Kapitän Giovanni Cosini mit seiner Costa neoRiv...



Künstler "Bluebird"...

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Jetzt dümpeln wir mit nur wenigen Knoten vor dem riesigen Hafen von Barcelona, wobei das Meer glatt ist wie ein Kinderpopo. Und dann lichtet sich urplötzlich der Nebelvorhang, und die Sonne gewinnt schnell die Oberhand.

Beim Landgang bleiben nur ganz wenige an Bord, so wie Laura aus unserer kleinen Gruppe. Sie lässt sich lieber massieren, als sich die traumhaft schöne, moderne, kosmopolitisch dynamische und gastfreundliche Weltstadt mit neun UNESCO-Weltkulturerbestätten anzusehen. Unsere kleine Gruppe hat sich für die angebotene Fahrradtour durch Barcelona entschieden. Auch steht eine Gourmet-Tour in den Hügeln vor den Stadttoren der katalanischen Stadt im Weingut von Jean Leon an.

Ich hingegen freue mich auf ein Wiedersehen mit einem alten Schulfreund aus meiner Heimatstadt Remscheid. Und der war als Lufthanseat bis zu seiner Pensionierung hier stationiert. Hat als Technischer Ingenieur die Welt kennengelernt und in den fernen Ländern die Liebe zur Malerei entdeckt. Jetzt steht er mit einem breiten Grinsen vor mir. Die grauen lockigen Haare hat der Künstler, der seine Werke mit „Bluebird“ unterzeichnet, im Nacken zu einem Zopf zusammengebunden und eine dicke Zigarre wippt in seinem Mundwinkel.

Wir beide haben jetzt den ganzen Tag Zeit für Erinnerungen. Plaudernd fahren wir mit dem Hafenbus für kleines Geld zum Kolumbus-Denkmal, den Mirador de Colom. Und was kaum jemand



Hier geht Kolumbus ein Licht auf



Der Liftboy Pau Ros im Aufzug...

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weiß: Die anlässlich der Weltausstellung am 1. Juni 1888 eröffnete 60 Meter hohe Eisensäule kann man mit einem schmalen Aufzug bis in seine Weltkugel, auf der die Kolumbusstatue steht, befahren. Und das macht der junge Pau Ros als Liftboy seit gut zwei Jahren. "Einmal, vor einem Jahr," so erzählt er uns, "habe ich eine Gruppe Japaner hier hinauf befördert. Und dann auf meiner Rückfahrt ist der Lift mitten in dieser Eisensäule stecken geblieben. Man hat ihn auch so schnell nicht mehr flott machen können. Und die Japaner waren oben in der Weltkugel eingesperrt. Vergeblich haben Sie eine Befreiung mit einem Hubschrauber versucht. Aber erst mit einem riesig hohen Kran gelang schließlich die rettende Erlösung in luftiger Höhe. Und dabei ist die Gruppe total relaxt geblieben."

Dem engen Lift wieder "entronnen" geht's schnurstracks auf die Rambla, die breite Allee für Fußgänger, auf der sowohl tagsüber als auch nachts stets reger Betrieb herrscht. Weiter über die breite eineinhalb Kilometer lange Passeig de Gràcia mit ihren sündhaft teuren Nobelläden, auf der sich der geniale und einflussreiche Architekt Antonio Gaudi mit zwei Häusern - der Casa Milà, auch



Casa Milà und Casa Batlló in Barcelona.



La Pedrera (UNESCO Weltkulturerbe) genannt und Casa Batlló - verewigt hat, hinauf zum Park Güell. Durchqueren dabei den Distrikt Gracia, in dem einmal im Jahr ein riesiges Fest stattfindet.



Straßenfest im Distrikt Gracia, Foto: Bluebird



Dabei schmückt sich jede Straße des Viertels mit einem anderen, vorher festgelegten Thema wie Fisch, Musik oder alte Westernstadt. Und auf der Placa de la Vila de Gracia wird dann die beste Straße prämiert.



Park Güell, Von Gaudi gestaltet.



Oben auf dem Berg Muntanya Pelada im Park Güell angekommen - den Gaudi in den Jahren 1900 bis 1914 gestaltet hat - stehen bereits lange Schlangen von Touristen, die eine Eintrittskarte für den Park ergattern wollen. Danach stehen sie noch einmal stundenlang an, um über die Freitreppe in die Grotten hinein zu kommen. Das Einzige, das sie dort für 8 Euro nach langem Anstehen erwartet, ist ein Säulensaal, der eigentlich als Wochenmarkt der Gartenstadt geplant war. Dabei hat er die Säulen und die Decke mit Sonnen und Monden dekorativ mit Kacheln, Geschirr- und Flaschenscherben zu einer Scherbencollage vereint. Wir hingegen sparen uns auf Anraten von Manfred den Eintritt und die überlange Wartezeit und schlendern durch den Park mit seinen wunderschönen Viadukten und Säulengängen aus unbearbeitetem Kalkstein und bestaunen die mit Trencadis-Mosaiken verkleideten Mauern.



Esteve Aymà (mit Hut) im Gespräch mit Oscar



Auf dem Rückweg nehmen wir in einer kleinen Tapas-Bar ein paar dieser kleinen leckeren Appetithäppchen zu uns. Dabei komme ich mit einem jungen katalanischen Künstler Esteve Aymà ins Gespräch, der in Barcelona lebt und aufgewachsen ist. Als Skateboard-Designer arbeitet er stundenweise in einem modernen Schuhladen, um über die Runden zu kommen. Von ihm erfahre ich, dass in manchen Schulen die Kinder hier in Barcelona alle die katalanische Sprache erlernen müssen. „Ist nur ein Kind in der Klasse, das nur spanisch spricht, dann müssen sich alle danach richten, weil die Amtssprache Spanisch ist,“ erzählt er mit einem lächelnden Kopfschütteln.

Mit Sonnenschutz bewaffnet treffen wir uns am nächsten Morgen schon recht früh, da die Costa neoRiviera bereits kurz nach Mittag ablegt. Daher nehmen wir ein Taxi hinauf in die grüne Lunge Collserola. Auf dem Tibidabo, mit gut 500 Metern der höchste Punkt, thront stolz die mächtige



Kirche Sagrat Cor hoch über Barcelona.



Kirche Sagrat Cor im neugotischen Stil, deren Bau 1902 begonnen und erst 1961 nach dem Vorbild der Sacré-Cœur de Montmartre in Paris vollendet wurde. Und auf ihrer höchsten Turmspitze wacht eine riesige bronzene Christusstatue mit bestem Panoramablick über ganz Barcelona. Da blickt sie aber auch auf einen Vergnügungspark, der am Fuße dieser historischen Kirche noch vor Baubeginn des Gotteshauses 1899 eröffnet wurde. Und noch heute gibt es in diesem Parc d’Atraccions noch Fahrgeschäfte, die – wie die Atalaya - auf das Jahr 1921 zurück blicken können.



Bluebird mit seinem neuesten Bildband "My ...



Und dann ist es wieder soweit und es heißt Abschied nehmen. Da schlendert der ehemalige Lufthanseat, der zu seiner aktiven Zeit als Station Engineer täglich in schwierigen Situationen Lösungen finden musste und jetzt seiner Kreativität freien Lauf lassen kann, zurück in sein kleines Dach-Studio und ich freue mich auf die Köstlichkeiten unserer Bordküche, die dem sogenannten




Die fleißigen Köche der Costa neoRiviera.



Slow-Cruise-Konzept aller Costa neoRiviera-Schiffe entspricht. "Die ist," wie mir Giovanni Pani, erster „Maitre D' Hotel“ erklärt, "in Kooperation mit der Universität der gastronomischen Wissenschaften in Pollenzo erarbeitet. Da trifft man sich jedes halbe Jahr und arbeitet die Menüs aller drei Slow Food-Schiffe der Costa-Gruppe durch, deren Schiffe an dem "neo" vor dem Schiffsnamen - wie bei unserer "neoRiviera" - zu erkennen sind.

Ohrenbetäubend laut bläst das Schiffshorn wieder. Jetzt aber ist es kein Nebelhorn, sondern ein Zeichen, dass wir den Hafen dieser unvergesslichen Stadt, die auch den Spitznamen Ciudad Condal - die Gräfliche Stadt - hat, verlassen.



Seinen Gedanken nachhängen auf der Costa neoRiv...



Dabei steuern wir jetzt ungewollt Palermo an, vorbei an den Balearen und Sardinien. Ungewollt deshalb, weil unser Ziel Trapani eigentlich fest eingeplant war. Nur dort kann unsere Costa neoRiviera nicht vor Anker gehen, da bis zu 10 Meter hohe Wellen angesagt sind und sie keinen schützenden Hafen haben.



Was ich bei meiner Weiterfahrt von Barcelona aus erlebe, lesen Sie im zweiten Teil, der in Kürze folgt.



Reiseinformation:

Seit 67 Jahren sind Costa Schiffe auf den Weltmeeren unterwegs. Die Gäste erwartet eine typische Mischung aus italienischer Lebensart, Gastfreundschaft und Küche sowie Unterhaltung und Erholung an Bord.
Zur Costa Flotte, der größten Europas, gehören 15 Schiffe, die unter italienischer Flagge fahren.
Mehr Informationen und Buchungen unter
www.costakreuzfahrten.de
und in jedem guten Reisebüro.



Costa neoRiviera


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Kommentare

  • Blula

    Ich werde zwar nie eine Schiffsreise machen, da ich leicht seekrank werde, aber diesen guten Bericht habe ich doch mit Interesse gelesen, da ich auch Monte Carlo und Barcelona kenne. Nun bin ich noch gespannt auf Deinen ungewollten Besuch in Palermo, den Du hier bereits ankündigst. Klingt spannend.
    LG Ursula

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