Niederlande - von Amsterdam bis Katwijk aan Zee

Reisebericht

Niederlande - von Amsterdam bis Katwijk aan Zee

Reisebericht: Niederlande - von Amsterdam bis Katwijk aan Zee

Ich berichte hier über einen 1-wöchigen Urlaub in Zandvoort (Niederlande) und die verschiedenen Ausflüge und Eindrücke, die wir dabei empfanden. Der Bericht soll Lust auf einen Aufenthalt in dieser Gegend machen. Unterwegs waren wir dabei mit dem Pkw.

Von Amsterdam bis Katwijk aan Zee

Ja man merkt es gleich - die Niederlande sind für meine Frau und mich immer wieder ein schönes Reiseziel.

So buchten wir auch 2015 eine Reise in dieses Land. Diesmal war das Ziel ZANDVOORT, das schon durch seine Rennstrecke sehr bekannt ist. Nur wenige Schritte waren es bis zur bekannten Rennstrecke! Der dortige "Center-Park" lag gleich daneben und war für uns optimal. Wir hatten uns dort ein Häuschen gemietet.


Auch der Weg zum Meer war sehr kurz. - Lange ausgedehnte Spaziergänge an den Boulevards von Zandvoort und am feinen Sandstrand waren die ersten Ausflüge. Der Strand hier an der ganzen Küste von Katwijk bis Wijk ist wirklich wunderbar. Von Gezeiten (Ebbe/Flut) bemerkten wir kaum etwas.

Ausflüge:
Der erste Ausflug führte uns nach Haarlem. Und dies war denn auch gleich ein Highlight. Eine wunderschöne Stadt mit sehr schönen Häusern, Kanälen und belebten Geschäften. Am Besuchstag war eine große Kirmes und so waren viele Menschen unterwegs. Wir konnten noch viele der sehr schön geschmückten Wagen vom Blumencorso vom Vortag besichtigen. Einfach wunderschön!

Eine völlig andere Sicht vom Land bekamen wir bei IJMUIDEN (30.000 Einwohner). Die Stadt liegt südlich der Einfahrt des Nordseekanals. - Ein großer Hafen, viele eindrucksvolle Schiffe und Fähren, eine Bohrinsel, Hebebrücken und Schleusen waren für uns "Landratten" natürlich die wichtigsten Besuchspunkte. Bei "steifer Brise" und 12 Grad - aber mit Sonne machten wir hier lange Rundgänge. - Die etwas andere Sichtweise bezog sich hier aber auf das dem Wasser gegenüberliegende rießige Stahlwerk (Tata Steel), das immense schwarze Qualmwolken am Himmel verteilte. Es roch nach Rauch und Ruß. Kohle wurde dort ausgeladen und in rießigen Bergen gelagert. So ungewohnt dieses Arreal des Stahlwerkes hier an der Küste mit seinen enormen Ausmessungen auch war; es beeindruckte uns gewaltig. -Wir sollten es schon kurze Zeit später erneut und dann noch näher sehen.

Die Fahrt ging von hier weiter nach Wijk aan Zee (nur ca 2.400 Einwohner). In der Nähe des Duinen-Hotels hatten wir geparkt und über die Dünen den Strand erreicht. - Von hier begann ein ausgiebiger Spaziergang den Strand entlang und später hinauf auf die Dünen. Plötzlich hatten wir das riesige Stahlwerk Tata Steel direkt vor uns liegen. Zwar weiträumig eingezäunt; doch von der Höhe aus bestens zu überblicken. Lange Zeit verweilten wir hier und es entstanden dabei viele Fotos.

Endgültiges Ziel des Tages war aber Alkmar (ca 95.000 Einwohner), die bekannte Käsestadt. - Da ich bekennender "Nicht-Käse-Esser" bin, war die Fahrt natürlich nicht auf den Freitag gelegt worden, da an diesem Tag immer Käsemarkt ist. Schon während der Fahrt hatten wir sehr viele - meist jugendliche Gruppen getroffen. Noch mehr Fahrräder als sonst üblich in Holland, kilometerlange Flohmärkte in fast jedem Ort, Treffen von Gruppen auf Plätzen und unterwegs auch Bühnen mit Musikbands und vielen Menschen.
In Alkmar war dies alles nicht anders! Jede Menge Menschen, besonders viele Jugendliche. Die Stadt belebt - ja fast schon zu belebt. - An eine beschauliche Grachtenfahrt, die hier eingeplant war, war überhaupt nicht zu denken. Die Stadt war und blieb wunderschön und ist auf jeden Fall immer einen Besuch wert. Nur wir, wir hatten ganz zufällig den höchsten Feiertag der Niederlanden erwischt "Der Königstag". Dieser wird seit 1885 gefeiert. Seit 2014 wird der Tag zu Ehren des Königs Willem-Alexander jährlich am 27. April gefeiert. Bis 2013 hieß er Königinnentag und fand immer am 30. April statt.

Zufällig hatte ich von dem kleinen Ort Schermerhorn gehört, in dem 3 Windmühlen stehen sollten. - So machten wir uns auf den Weg dahin (statt 9 wurden es durch den Königstag und diverse Umleitungen dann 18 Kilometer). Schon bei der Fahrt zum Ort erkannten wir am Ortsrand die 3 Windmühlen. Eine der Windmühlen war zu besichtigen und ist voll funktionsfähig. - Wir hatten schon oft Windmühlen von außen gesehen, aber noch nie so im Detail von innen. Da wir die einzigsten Besucher waren, konnten wir uns im Innern der Poldermühle völlig frei bewegen. Über mehrere Stockwerke bestieg ich auch die bewegliche Turmhaube um mir den Antrieb von Flügeln und die Umlenkung über die Königswelle nach unten anzuschauen. Hier oben konnte man mittels eines Handrades mit Speichen und mit Hilfe einer Seilwelle und einem hölzernen Flaschenzug die Turmhaube und damit die Flügel in den Wind stellen.Im unteren Teil der Mühle war die gut eingerichtete Wohnung des Müllers untergebracht. Der Zweck der Mühle war aber nicht wie zuerst zu erwarten das Mahlen von Getreide, sondern diese Poldermühlen standen oft in großen Gruppen, um die Polder zu entwässern (fast ganz Holland liegt 1 bis 4,50 Meter unter dem Meeresspiegel). - Unter der Mühle befindet sich eine Wasserschraube (archimedische Schraube - ganz aus Holz), die bei günstigem Wind etwa 60 qm Wasser in der Minute über eine Höhe von 120 cm pumpen kann. Der Müller dort sprach sehr gut deutsch und erkärte uns Vieles zum Leben der früheren Müller und über die Technik der Windmühle. - Die Zapfen der Zahnräder (aus Holz) wurden zuletzt 1964 ausgetauscht und funktionieren noch heute einwandfrei! Alle Kraftübergaben laufen über Holzzahnräder und Holzzapfen.

Was fehlte noch! - Ach ja! - Amsterdam (ca 810.000 Einwohner), die niederländische Hauptstadt wollten wir doch auch noch besuchen. In 40 Minuten hätte man mit dem Sprinter (Zug) dorthin fahren können. Aber nein, wir mußten ja das Auto nehmen (so schön bequem und ein paar Kleidungsstücke zum Wechseln kann man da ja auch noch einpacken). Wir parkten direkt am Rijksmuseum und wollten hier auch eine Parkkarte kaufen (Tageskarte 24 €; uff). Leider kamen wir mit dem Parkautomaten und der Zahlung mit EC-Card nicht klar (lag es an uns? Lag es am Automaten? Auf holländisch etwas zu lesen bzw. zu verstehen ist gar nicht so einfach. Meist ist noch englisch möglich; das war´s dann aber. Auf deutsch kaum eine Speisekarte oder eine Bedienungsanleitung o.ä. - Nachdem das mit dem Parken nicht geklappt hatte, half uns das NAVI im Auto weiter. - Wo bitte ist das nächste Parkhaus? - Das fanden wir dann auch (Byzantinum war der Name). Also in dem elend engen Parkhaus geparkt und mit Mühe aus dem Wagen gekommen. Beim Studieren der Parkgebühren wurde uns ganz schwindelig! Für uns Landeier sind 5 oder 6 Euro fürs Parken schon viel Geld - hier zahlten wir später für etwas mehr als 4 Stunden parken 28 €! Aber: Amsterdam zu besuchen war es wert! - Wir machten eine Busfahrt (Hop On - Hop Off); also ein- und austeigen an verschiedenen Haltestellen so oft man innerhalb 24 Stunden wollte. (19 Euro je Person). Leider waren die Bushaltestellen dieser Linie nicht gekennzeichnet, was mitunter etwas erschwerend war. So erarbeiteten wir uns nach und nach Amsterdam auf unsere ganz persönliche Weise. Schön war es!
PS: Vor den Museen in der Stadt standen die Leute Schlange. Man konnte meinen man bekäme etwas geschenkt. Dabei waren die Eintrittspreise eigentlich für alle Museen recht hoch. So 17 - 22 Euro je Person waren eigentlich immer fällig! - Über die sehr belebte Autobahn (teils 5-spurig) ging es relativ flott zurück nach Zandvoort. - Abschluss des Tages mit einem kühlen Sekt!

Am nächsten Tag ließen wir es etwas ruhiger angehen. Nur 6 km entfernt machten wir eine Tour durch die Dünen. Das dortige Besucherzentrum hatte leider schon geschlossen. - Bitte beachten: Die 3 € Parkgebühren dort konnte man nicht bar, sondern nur mit EC- oder Kreditkarte bezahlen.

Frisch gestärkt wollten wir heute auch noch die Orte südlich von uns besuchen Erstes Ziel war das etwas mondän wirkende Noordwijk aan Zee. Der Ort, Strand und Strandpromenade gefielen uns sehr gut.

Unterwegs natürlich immer wieder Rast an den ausgedehnten Blumenfeldern, für die Holland so berühmt ist. Man konnte sich kaum sattsehen und der Auslöser der Kamera wurde dann doch immer und immer wieder gedrückt.

Dann Weiterfahrt nach Katwijk aan Zee. Die Tiefgarage war direkt am Strand unter den Dünen vergraben worden. Super gelöst und schön angelegt. Am noch frischen Dünengras merkte man, dass diese Aktion anscheinend noch nicht so lange Zeit erfolgt ist. Am Strand immer wieder schöne Kunstwerke und Plastiken. (die eine bin ich selbst!) - Pause am Strand in einem schönen Strandlokal; natürlich gut geschützt hinter Glasscheiben, damit nur die Sonne, nicht aber der Wind uns treffen konnte.

Schnell war die Zeit vergangen und es war wieder Zeit die Koffer zu packen! -
Aber: Wir kommen wieder! - Versprochen!



Landkarte Zandvoort


Teilen auf

Mein Interessenprofil

Bitte melden Sie sich an, um Reiseziele zu Ihrem Interessenprofil hinzuzufügen.

Kommentare

  • Blula

    Dein Bericht, der auch einige gute Tipps beinhaltet, macht tatsächlich Lust auf eine Reise zu unseren holländischen Nachbarn. Ich wollte da ja schon längst einmal hin, da ich Holland nur aus meiner Jugendzeit "kenne", als ich noch in NRW lebte und wir ab und zu eine "Butterfahrt" in einen der grenznahen Orte unternahmen. Ansonsten ist das Land für mich, oh Schande, leider noch immer ein weißer Fleck auf der Landkarte.
    Danke für's Mitnehmen!
    LG Ursula

  • Pinky3

    Für mich ist eine Reise in die Niederlande kein Urlaub sondern immer ein Familienbesuch.
    Um so interessanter ist es einen Reisebericht aus der Sicht eines Urlaubers zu lesen und der Beitrag hat mir sehr gut gefallen. Natürlich kenne ich alle von dir genannten Orte, aber mein Favorit ist ganz klar Noordwijk :)) dort bin ich am liebsten.
    Es freut mich das auch dir ein Aufenthalt in "Holland" so gut gefällt und beim nächsten besuch lieber das Auto stehen laßen und das "fiets" nehmen :)))
    LG Gaby

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Niederlande - von Amsterdam bis Katwijk aan Zee 4.20 5

Beliebte Community-Inhalte: AustralienNorwegenThailandVietnamItalienBarcelonaIndien ReiseführerIndien Tipps