Canada 2008 (British Clumubia / Alberta)

Reisebericht

Canada 2008 (British Clumubia / Alberta)

Reisebericht: Canada 2008 (British Clumubia / Alberta)

Eine dreiwöchige Rundreise mit dem Auto durch die Provinzen Alberta und
British Columbia. Von Calgary durch die Rocky Mountains nach Vancouver
und wieder zurück.

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Kanada (Teil 1)

Icefields Parkway

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Tag 1
„Frankfurt – Calgary“

Endlich ist es wieder soweit. Urlaub! Erst steht mir aber mal wieder die übliche Anreise mit dem Zug nach Frankfurt bevor.

Die großzügige Freigepäckmengen (2 * 23 Kilo + 2 * 10 Kilo Handgepäck pro Person) von „Air Canada“ rächen sich schon auf den ersten 300 Metern bis zur Straßenbahn. Auch das kurze Stück durch den Bahnhof ist nicht einfach. Mit zwei Taschen (ca. 25 Kilo) + kleinen Rücksack + schwere Fototasche (10 Kilo) komme ich schnell ins schwitzen. Dabei geht mal gerade erst die Sonne auf.

In Frankfurt, gibt es ja dann glücklicherweise Gepäckwagen in ausreichenden Mengen. Pünktlich und mit ausreichender Zeit geht es zum CheckIn. Der direkte Weg ist wegen einer Bombenwarnung versperrt. Gut, dass es eine Querverbindung durch die Einkaufsstraße gibt. Am Schalter ist nicht viel Los und komme sofort an die Reihe. Die Formalitäten sind schnell erledigt. Da der Flug erst am frühen Nachmittag startet, bleibt genügend Zeit für „Einkauf“ und „Essen“. Auch für eine Fahrt mit dem Syktrain ist genügend Spielraum da.

Am Hauptgate ist zur Mittagszeit relative wenig los. Mein Kamerakoffer fällt etwas aus der Reihe und ich darf dem Sicherheitspersonal in einen gesonderten Raum folgen. Hier wird ein Sprengstofftest durchgeführt. Eine Wischprobe vom Objektiven und der „Apparat“ gibt eine „negative“ Meldung. Nichts gefunden. Hunger, in einem Restaurant mir Flugsicht gibt es ein einigermaßen kostengünstige Suppe. Um zu dem eigentlichen Abfluggate nach Amerika zu gelangen, muss ich eine weitere Sicherheitskontrolle / Schleuse passieren. Das ganze Prozedural noch mal, allerdings diesmal ohne Test.

Noch eine Stunde bis zum Bording. Langsam füllen sich die Plätze. Da das Flugzeug (Boing 767-300) auf dem Vorfeld steht, müssen wir den Bus nehmen. Ich habe diesmal einen Platz am Notausgang. Deshalb bekomme ich noch eine kleine Unterweisung für den unwahrscheinlichen Fall einer Notlandung. Dafür habe ich aber auch zusätzliche Beinfreiheit für die nächsten 10 Stunden.

Mit der ausreichenden Anzahl an Filmen (Englisch / Französisch) und einigen kleine Mahlzeiten gehen diese auch schnell vorbei. Zwischendurch kommt kurz die Küste von Grönland in Sicht. Schönes Flugwetter. Die Fjorde mit ihren Gletscher sehen sehr beeindruckend aus. Keine Wolken unter uns. Die kanadische Tundra bietet dafür nicht so viel Abwechslung. Kurz vor der Landung, bekommt man die ersten Eindrücke von Calgary. Der „Heimat“ Flughafen fällt etwas kleiner aus.

Bevor es zu den Koffern geht, muss man durch die Emigration. Die Karte konnte man schon im Flugzeug ausfüllen. Der Beamte will noch kurz einen Rückflugnachweis von mir sehen. Tickets gehören ja fast schon der Vergangenheit an. Also muss meine Buchungsbestätigung aus dem Internet reichen. Wird auch anstandslos akzeptiert. Die man ja aber im Prinzip auch selbst anfertigen kann. Wenn Sie den darauf bestehen. An mir soll es nicht liegen. Aber wehe dem, der so einen blöden Wisch nicht dabei hat. Einreise ungewiss. Rückflug vorprogrammiert. Einspruch nicht möglich. Meine beiden Taschen finden sich auch bald auf dem Gepäckband ein.

Als nächstes muss ich nur noch meinen Autovermieter finden. Ausreichend Hinweisschilder stehen ja zur Verfügung. Dieser befindet sich in einem Nebengebäude. Ich bin nicht der Erste. Komischer weise sind die Schlangen bei den „Anderen„ nicht so lang. Hertz muss wohl mal wieder allgemein preiswerter sein. Bevor ich meinen Wagenschlüssel ausgehändigt bekomme, muss man erste die ganzen Upgrade und Zusatzoptionen ablehnen. Selbst eine Vollkaskoversicherung, obwohl schon vorhanden, wird einem noch mal angeboten. Lesen die eigentlich nie die Reservierungsbestätigung durch (Hatte ich sogar in Englisch dabei). Bloß schnell zum Wagen. Der „Kleine“ macht noch einen guten Eindruck. Taschen verstauen, bequeme Schuhe anziehen und noch mal kurz zur Abflughalle zurück um ein bisschen „Kleingeld“ am Automaten zu organisieren.

Danach kann es auch schon losgehen. Laut Karte, ist es nicht weit bis zum „Trans Canada Hwy“. Diese ist in Calgary aber eine Stadtdurchfahrt. Von Ampel zu Ampel geht es Richtung Westen. Kurz hinter dem Olympiazentrum, direkt am TCH liegt auch schon mein erster Campingplatz. Auf den Weg dorthin, liegen allerlei Geschäfte. Einkaufen werde ich aber erst Morgen. Einige Plätze sind noch Frei. 32 Dollar muss ich für die Nacht zahlen. Meine erste von sehr sehr vielen Visazahlungen. Die Kosten sind hoch, die Sonne brennt vom Himmel und der Pool ist voll.

Völlig geschlaucht, brauche ich erst mal eine kurze Pause. Glücklicherweise lässt sich mein Zelt schnell aufbauen. Um sich an die Zeitverschiebung möglichst schnell zu gewöhnen, muss ich die nächsten 3 bis 4 Stunden noch Wach bleiben. Vor 9 Uhr sollte ich nicht schlafen gehen. Auch wenn es schwer fällt. Ein kleiner Spaziergang hilft da ungemein. Weit komme ich allerdings nicht. Unten liegt der TCH und oberhalb ist eine private Zufahrt zu einem Steinbruch. Die Lkws haben ein flottes Tempo und sind nicht an Fußgänger neben der Straße gewöhnt. Auch zum Olympiapark ist kein durchkommen. Alles Privatgelände. Bleibt nur noch der kleine Trampelpfad durch den Campingplatz. Irgendwie schaffe ich es, bis kurz vor 9 Uhr. In Sekundenbruchteilen bin ich eingeschlafen.

Nach gut zwei Stunden, werde ich durch einen sehr lauten Donner schlag geweckt. Augenblicklich prasselt der Regen nieder. Nun folgt Blitz auf Blitz. Der Donner dazu halt durch das Tal. Ein gigantisches Sommergewitter. Sicherheitshalber ziehe ich mich ins Auto zurück. Vor und hinter mir gehen teilweise in Sekundentakt die Blitze nieder. Nach zwei weiteren Stunden ist das Spektakel vorbei. Den Rest des Abends / der Nach kann ich ungestört schlafen.


Tag 2
„Calgary - Lake Louise“

Gegen 8 Uhr wache ich zum ersten Mal auf. Draußen scheint schon die Sonne. Vom Unwetter der Nacht ist nichts mehr zu sehen. Auch ist alles schon wieder trocken. Die letzten Reste vom Reiseproviant müssen erst mal für das Frühstück reichen. Nachdem das Zelt abgebaut ist, kann es auch schon auf die „große Tour“ gehen.

Wochenende. Gutes Wetter. Bin mal gespannt, ob ich in „Banff“ noch einen Platz bekommen. Also nicht lange rumtrödeln und eine Einkaufszentrum suchen. Ein kurzes Stück in Richtung Calgary zurück und fast sofort ein Treffer. Die Preise sind recht happig. Wer hier hin Auswandert oder Urlaub macht, sollt ein großes Portmonee bzw. eine ausreichend gedeckte Visitenkarte haben. An der Kasse kommen noch die Steuern hinzu. 105 Dollar für die Basislebensmitte der nächsten 3 Wochen. Dabei habe ich immer auf die preisgünstigen Versionen geachtet. Die Auswahl ist natürlich riesig. Und Plastiktüten gibt es auch in Massen. Wobei diese inzwischen einige Cents kosten. Vollgepackt geht es zum Auto zurück. Jetzt fehlen mir nur noch eine Gaskartusche für mein Kocher und eine kleine Kühlbox. Ein Heimwerkermarkt ist nicht weit. Leider gibt es keine Campingabteilung. Nur Holzbalken und Werkzeuge. Vielleicht habe ich ja später mehr Glück. Jetzt aber Los.

Mit jeden Kilometer auf dem TCH kommt man den Bergen näher. Majestätisch öffnet sich ein Tal durch das sich der Highway schlängelt. Vor dem eigentlichen Gate zum Nationalpark kommt noch eine kleine Stadt. Vielleicht kann ich hier mein Gas bekommen. Sportgeschäfte gibt es zu genüge. Nur leider nicht die passende Kartusche. Mist. Notgedrungen kaufe ich mir ein neues System. Auch die einfache Kühlbox belastet mit 25 Dollar gleich am ersten Tag meine knappe Kasse. Vollständig, aber mit über 60 Dollar weniger geht es weiter.

Nur noch wenige Kilometer bis zum Parkeingang. Fast schon Hochbetrieb. Vier bis sechs Schalter stehen zur Verfügung. Die Leute mit einem Dauerpass dürfen direkt ohne Kontrolle passieren. Auch ich entscheide mich für einen Jahrespass. Dieser kommt mir mit 70 Dollar für alle kanadischen Nationalpark billiger als die Einzelsumme pro Tag. Die junge Dame, gibt mir auch gleich den Hinweis, dass der Pass nicht Personenbezogen ist. So verstehe ich das jedenfalls. Die Unterschrift, auf der Rückseite der Plastikkarte, hat auch nie jemand Kontrolliert. Einfach ins Auto hängen und Ruhe ist. Die vielen Autos lassen nichts Gutes erahnen. Auf einer kleinen Nebenstraße, abseits vom TCH geht es in Richtung „Lake Louse“ weiter. Hier gibt es diverse Haltemöglichkeiten an der Straße. Für die 70 Kilometer lasse ich mir genügend Zeit.

Es ist gerade mal Mittag. Gegen 2 Uhr Treffe ich am zentralem Campingplatz im Tal von „Lake Louise“ ein. Der See und das Hotel liegen ca. 4 Kilometer weiter oberhalb in den Bergen. Einige Campingmobile stehen vor mir in der Warteschlange. Die Anmeldung erfolgt direkt aus dem Auto hinaus. Plätze sind aber noch genügend frei. Ich entscheide mich aus Tradition, zu einem ohne Feuererlaubnis. Weit Abseits vom Eingang, im hinteren Teil des dicht bewaldeten Platzes, befindet sich mein Stellplatz. Die Belegung ist Anfang August zum Wochenende immer noch hoch. Gut das ich Frühzeitig eingetroffen bin. (Anmerkung: Es werden nie alle Plätze vergeben. Gegen 16 Uhr kann es knapp werden. Ab 18 Uhr muss man viel Glück haben.).

Bei der Anmeldung habe ich einige Prospekte und Karten erhalten. Natürlich auch eine Belehrung über die Bären. Momentan ist aber keiner in Sicht. Dies kann aber auch daran liegen, dass der ganze Platz inzwischen von einem Elektrozaun umspannt wird. Die aus Amerika bekannten „Locker“ je Stellplatz gibt es hier nicht. Nur an einigen zentralen Plätzen stehen diese für Leute ohne Auto zur Verfügung. Im Freien oder im Zelt darf nichts aufbewahrt werden. Toiletten, Koch und Waschhäuser gibt es zu genüge. Nur die Duschen sind ganz am anderen Ende des Platzes. Und der Platz ist mit 1000 Stellplätzen und viele Freiraum dazwischen, ziemlich groß. 20 Minuten muss man da schon rechnen oder man fährt wie alle andren auch, einfach mit dem Auto dorthin.

Leider hat man auch mit der Möglichkeit, sein Geschirr zu spülen, etwas extrem gespart. Auch hier gibt es nur ein einziges Waschbecken für den gesamten Platz. Für alle, die keine Wohnwagen oder Wohnmobil haben ein echtes Problem. Komische Politik. Aber wenn es erst einmal Dunkel ist, kann man ja improvisieren oder drei Wochen den Abwasch etwas einfacher gestalten.

Nach dem diese hoch wichtigen Angelegenheiten geklärt sind, bleibt noch genügend Zeit um einen ausgedehnten Nachmittagsspaziergang zu unternehmen. Auf der kleinen Karte ist ein Wanderweg zum „Lake Louise“ eingezeichnet. Die 4 Kilometer sollten kein Problem darstellen. Mit einfacher Ausrüstung, mache ich mich auf den Weg.

Der „alter Tramway“ führt in einer großen Doppel S-Kurve den Berg hinauf. Ein altes Absperrband, weißt auf ersten Bärenaktivitäten hin. Momentan ist aber keiner in Sicht. Am Ende des Weges liegen mehrere große Parkplätze. Diese werden auch benötigt, um die ganzen Menschenmassen die hier Auflaufen, eine Parkmöglichkeit zu geben. Nur einige wenige kommen zu Fuß oder mit dem Mountenbike hinauf. Am Hotel vorbei geht es direkt um See. Die Kulisse ist schon recht beeindruckend. Genau am Ende des ca. zwei Kilometer langen Sees, ragt der „Mt. Victoria“ mit seinen 3459 Meter empor. Breite Wege führen an der rechten Seeseite zu dessen Ende. Eine Rundweg gibt es nicht. Die linke Seite wird von steilen Hängen flankiert. Der Kanuverleih macht Heute ein Gutes Geschäft. So einige „Hobbypaddler“ sind auf dem See unterwegs.

Bei dem sehr warmen Wetter kommt man schnell ins schwitzen. Nach nicht mal 15 Minuten fängt es auch schon an zu grummeln. Scheint aber keinen zu interessieren. Haben ja auch alle ein Auto. Seelenruhig entfernen sich die Touristen vom Hotel in Richtung See. Da ich noch das Gewitter der letzten Nach im Hinterkopf habe, mache ich mich schnell auf den Rückweg. Nach ca. 2/3 des Wegs fallen die ersten Regentropfen vom Himmel. Auch Blitz und Donner lassen nicht lange auf sich warten. Ein großer Baum in der Nähe der Straße, bietet notdürftigen Schutz vor dem inzwischen sehr heftigen Niederschlag. Wobei ich Glaube, da gab es irgendwas, was man bei einem Gewitter nicht machen sollte. Das Gewitter steht direkt über mir und ich unter einem Baum inmitten eines Waldes. Lieber sterbe ich trocken, als das ich durch den Regen noch weiterlaufe. Nach ein paar Minuten kommen die ersten Wagen den Berg hinab. Was bald zu einem nicht endenden Konvoi anschwillt. Innerhalb weniger Minuten wollen aller weg.

Vom Tal kommen auf einmal einige Rettungswagen mit entsprechendem Tempo den Berg hinauf. Als letztes eins, mit einem Motorboot auf einem Anhänger. Das scheinen einige Kanufahrer nicht mehr rechtzeitig vom See gekommen zu sein. Dumm gelaufen. Eine ziemlich gefährliche Sache so ein kalter Bergsee. Wer da kentert, hat wenig Chancen. Zu guter letzte, kämpft sich der Rettungshubschrauber bei dichten Regen den Berg hinauf. Man kann nur hoffen, dass sie alle rechtzeitig aus dem Wasser ziehen können. Der ganze Wetterumschwung hat keine 30 Minuten gedauert. Vom besten Sommerwetter zur absoluten Hölle. Auch die Temperatur ist deutlich gefallen. Mir wird unter meinem Baum auch etwas kalt.

Da der Regen so langsam nachlässt, kann ich auch das letzte Stück gemächlich den Berg hinunter wandern. Am Zeltplatz ist fast schon wieder alles trocken. Ein kurzes aber mächtiges Sommergewitter. Nach einer Dusche und meiner ersten warmen Mahlzeit, bleibt noch genügen Zeit um eine Ortsbesichtigung durchzuführen. Am Eingang zum Campingplatz, sind inzwischen die „Full“ klappen aufgedeckt worden. Einige freie Plätze sind aber noch zu sehen.

Im „Ort“ gibt es ein paar kleine Geschäfte inkl. Souvenirshops. Auch ein Sportgeschäft ist vorhanden. Und genau hier, gibt es meine lang gesuchte Gaskartusche. Mist. Jetzt habe ich schon den neuen Kocher benutzt. Die metallischen Hitzeverfärbungen sind nicht zu übersehen. Rückgabe auf dem Rückweg unwahrscheinlich. Die Sonne verschwindet schnell hinter den Bergen, aber vor 21 Uhr wird es nicht dunkel. Ein schöner frischer Sommerabend in den „Rocky Mountains“. Zufrieden (Fast) geht dieser erste Tag zu Ende.


Tag 3
„Lake Louise“

In der Nacht bzw. am frühen Morgen, haben die Züge ihre Durchfahrt deutlich mit akustischen Signalisierungen angezeigt. Kein Autofahrer oder friedliche schlafender Camper in seinem Zelt kann sich herausreden, nicht gewusst zu haben, dass jetzt ein Zug kommt. Dummerweise sind die auch noch verdammt lang und nicht Gut geölt. Das Quietschen der Räder auf den Gleisen halt durch das ganze Tal. Vorsorglich habe ich mich mit Ohrstöpseln vorgesorgt. Aber gegen diesen Lärm ist kein Kraut gewachsen.

Für Heute habe ich eine längere Wandertour um die Berge am „Lake Louse“ geplant. Der Morgen verspricht bestes Wetter. Die Regenjacke kommt aber ganz Oben in den Rucksack. Ich hoffe, dass es aber bis 16 Uhr trocken bleibt. Um 8.30 Uhr bin ich wieder auf dem Parkplatz am See. Diesmal mit dem Auto. Fast einer der Ersten. Es gibt noch genügend Platz zum parken. Mit leichten Rucksack und der Kameraausrüstung mach ich mich auf den Weg. Gleich am See, führt der Weg steil den Berg hinauf. Nach Gut einer Stunde habe ich das Teehaus am „Lake Agnes“ erreicht.

Immer noch kein Bär gesehen. Scheinen alle noch zu schlafen. Nach einer kleinen Pause geht es weiter zum „Big Beehive“ hinauf. Langsam wird es wärmer. Ober angekommen, hat man eine tolle Aussicht auf das Hotel mit dem See unter einem, sowie dem gesamten „Bow Valley“. Etwas dunstig aber imposant. Jetzt geht es schon wieder den Berg hinab. Am Seeende trifft der Weg wieder mit dem Basisweg vom Hotel zusammen. Die letzten 3 Stunden in der Einsamkeit sind vorbei. Hier kommen doch noch so einige Spaziergänger auf den Weg zum „Teehaus“ und dem dahinter liegenden Aussichtspunkt zusammen.

Gemeinsam geht es weiter. Je näher man sich der steilen Wand vom „Mt. Victoria“ nähert, umso windiger wird es allerdings. Die Seitengletscher haben deutlich an Größe verloren. Nach einem kurzen Rundumblick, geht es wieder zurück. Diesmal führt der Weg ebenerdig am See entlang. Einige Sportkletterer sind an einem Felsen beim klettern. Kurz vor dem Hotel, kann man schon den Albhornblässer hören. Alles was von Kitsch begeistert ist, hat sich hier inzwischen eingefunden. Die Parkplätze sind wieder komplett dicht. Das Thema „Lake Louise“ ist für mich erst einmal abgeschlossen.

Nach dieser schönen Tour, geht es wieder zum Campingplatz hinunter. Auf halber Strecke, halten auf einmal die ganzen Autos auf dem Seitenstreifen und die Leute springen alle mit ihren kleinen Kameras und Fotohandys heraus. Ein Weiterkommen ist nicht möglich. Selbst der Gegenverkehr kommt zum Stillstand. Schnell ist der Grund lokalisiert. Ein großer Schwarzbär streift am an der Böschung zur Straßen entlang. Der steil abfallende Wall, bietet anscheinend ausreichend Schutz für die wagemutigen Fotografen. Duzende versuchen ein Foto mit ihren Digitalkamera + Superzoom einzufangen. In „Ruhe“ montierter ich mein 200ter Teleobjektive (Für das 400ter ist der Bär einfach zu Nah.) und begebe mich zu den „Begeisterten“ Massen. Dem Bär scheint diese nicht weiter zu stören. Genüsslich geht es von einem Busch zum nächsten um die reifen Beeren abzurupfen. Nachdem der Bär wieder im Wald verschwunden ist, löst sich die Ansammlung wieder schnell auf. Hurra der erste Bär. Allerdings gibt es mir zu denken, dass ich Gestern genau hier zu Fuß entlang gegangen bin. Begegnungen sind somit also nicht ganz ausgeschlossen. Aber solange es genügend rote Beeren gibt, sollte diese interessanter und besser Schmecken, als meine Person.

Gegen 15 Uhr bin ich also schon wieder zurück. Der 16 Uhr Regen fällt Heute etwas ruhiger aus. Kein Gewitter, nur ein paar Tropfen im Tal. Für den Spätnachmittag steht noch ein kleiner Spaziergang entlang des „Bow River“ an. Auch hier Unten wird an jeder Ecke vor dem „Bär“ gewarnt. Alles auf Eigenes Risiko. Außer von ein paar „Hinterlassenschaften“, ist aber nichts zu sehen. Der Weg ist aber trotzdem nett. Es ist merklich kühler geworden. Die Hitzewelle scheint sich langsam abzuschwächen. Sicherheitshalber nehme ich die etwas wärmeren Sachen für die Nacht mit ins Zelt.


Tag 4
„Lake Louise“

Warum geht es mit nicht so Gut und was soll das starke Kratzen im Hals bedeuten. Da muss ich mir bei meiner Unterstellaktion oder durch die Klimaanlage im Flugzeug eine Erkältung eingefangen haben. Da die Wege im „Paradise Valley“ und zum „Consolation Lake“ momentan sowieso für Einzelpersonen gesperrt sind, entscheide ich mich für eine Autofahrt zum „Johnston Canyon“.

Ein gemütlicher Weg führt über diverse Stecke in der Schlucht zu zwei Wasserfällen. Nicht hoch aber doch imposant. Der Weg dorthin führt direkt „durch“ die Schlucht. Eine sehr beliebte Touristenattraktion. Die „Busleute“ (mit Namensschilder) schaffen es bis zum ersten Wasserfall. Danach wird es deutlich ruhiger um einen. Und auf dem weiteren Weg zu den „Ink Pools“, kann man fast schon wieder von Einsamkeit reden. Der Weg „Endet“ weit oberhalb vom Canyon an einige Thermal- und Schwefelquellen. Nicht die Welt, aber die Färbungen des Wassers sind je nach Sonnenstand recht interessant. Hier hat man auch einen guten Blick in das breite Nebental.

Auf dem Rückweg, kommen mir doch noch tatsächlich so einige Leute entgegen. Erstaunlich. Meine Nasennebenhöhlen sind immer noch dicht. Was auch zu leichten Kopfschmerzen führt. Es steht noch genügend Zeit zur Verfügung. Mit dem Auto geht jetzt zum „Moraine Lake“ hinauf. Am deutlich keiner aber höher gelegenem See, weht ein rauer Wind. Der Abfluss wird durch eine große Geröllhalde versperrt. Vor langer Zeit muss ein Bergsturz diesen aufgeschüttet haben. Ein kleiner Pfad führt am See entlang zu dessen Ende. Alles ist dicht bewachsen. An der Abzweigung zum „Larch Valley“ steht ein deutliches Hinweisschild, dass man diesen Punkt nur in Gruppen mit mindestens 4 Personen passieren darf. Zuwiderhandlungen werden bestraft. Aber für Heute habe ich sowieso keine weiteren Aktivitäten eingeplant. Erstaunlicherweise sind meine Ohren + Nebenhöhlen wieder frei und die Kopfschmerzen sind auch wie weggeblasen. Kann an der Höhe (1887 Meter) liegen. Ein Abstecher auf den kurzen „Rockpile Trail“ ist aber noch Pflicht. Hier liegen schon ein paar beeindruckende Felsbrocken.

Der Abend wird auch im Tal recht kühl. Für einen netten Spaziergang am Fluss bleibt aber immer Zeit und eine warme Jacke schützt vor allen Widrigkeiten. Deutlich sind wieder einige Spuren von Bären die auf Beeren aus waren, auf dem Weg zu sehen. Langsam verschwindet auch der letzte Rest vom Sonnenlicht. Dunkelheit umgibt den Platz. Nur das prassen und knacken des Holzes aus unzähligen Feuerstellen ist noch zu hören. Morgen geht es weiter in Richtung „Jasper“.


Tag 5
„Icfield Parkway South“

Für Heute steht ein Ortswechsel an. Die kurze Etappe soll mich bis zum „Icefiled Center“ bringen. Genauer der Campround „Willox Creek“ ist mein Ziel. Vorher wird aber gemütlich gefrühstückt. Von meinen Schnupfen vom Vortag merke ich nicht mehr viel. Ein warmer Kaffee vollbringt wahre Wunder. Erstaunlicherweise muss ich schon nachtanken. Der Tank scheint nicht Ganz voll gewesen zu sein oder das Automatikbetrieb ist etwas zu hungrig. Glücklicherweise passt nicht viel rein. Scheint eher ein kleiner Tank zu sein. Das Tankstellennetz sollte aber Außerhalb des Nationalparks eng genug sein. Für die nächsten 250 bis nach „Jasper“ ist in „Lake Louise“ aber einer der letzten Möglichkeiten.

Bevor es aber so richtig Los geht, schaue ich noch im örtlichen Besucherzentrum vorbei. Neben den obligatorischen Film, gibt es einige interessante Exponate und Schautafeln zu sehen. Natürlich immer synchrone in Englisch und Französisch. Glücklicherweise laufen die Filme hintereinander. Wobei bestimme jeden Morgen ausgelost wird, mit welcher Sprachfassung gestartet wird. Es lebe die Gleichberechtigung. Außerhalb der Nationalparks geht das „Französische“ aber hier im Westen schnell verloren. Kurz hinter „Lake Louise“ wird die „Parkerlaubnis“ noch mal von allen kontrolliert. Erst dann darf man auf den „Icefield Parkway“.

Die Straße verläuft immer in Richtung Norden. An der linken Seite sind immer wieder Imposante mit Schnee bedeckte Bergspitzen z.B. der „Mt. Forbes“ mit seinen 3612 Metern auszumachen. Mal direkt mal hoch über dem Tal zieht sich die Straße dahin. Als ersten geht es über den „Bow Summit“ (2088 m). Ab und zu ein kleiner Stopp. Kurz vor dem „Sumwpta“ Pass (Parkgrenze) liegen die „Panther Falls“. Gut versteckt liegen diese außerhalb der Sichtweise der Straßen und fahre somit ohne sie zu sehen daran vorbei. Das kleine Hinweisschild ist anscheinen umgefallen. Der Campground liegt kurz vom dem „Icefield Zentrum“.

Die suche nach einem freien Platz und Bezahlung muss man selbst durchführen. Vom Vorteil erweist sich hierbei immer kleine Scheine dabei zu haben. Ohne Feuerholz komme ich auf 15 Dollar für die Nacht. Natürlich habe ich nur zwei Zehner dabei. Also die 20 Dollar in den Umschlag + Name und Platznummer in den dafür vorgesehene Kasten. Im Verhältnis ist der Platz gut belegt. Nur einige weniger freie Stellplätze stehen zur Verfügung. Die sanitären Anlagen bestehen nur aus Plumsklos. Davon aber in ausreichender Menge. Von hier unten kann man schon die Spitzen vom „Mt. Athabasca“ und vom „Snow Dome“ mit ihren jeweils 3500 Meter gut sehen. Dahinter liegen noch mehrerer 3500er. Ein Aufstieg zum „Willox“ Pass verspricht aber eine bessere Sicht auf die gegenüberliegenden Berge.

Die Sonne brennt. Schatten gibt es oberhalb der Baumgrenze keinen. Der Campingplatz liegt auf ca. 2000 Meter Höhe. Das sind 500 Meter mehr gegenüber „Lake Louise Village“. Diesmal bin ich nicht der einzige der Unterwegs ist. So einig erhaben sich aufgemacht, um den tollen Ausblick auf die Vorderseite vom „Icefiled“ jenseits der touristischen Trubels vom Besucherzentrum zu genießen. Der Reiseführer hat nicht zu wenig versprochen. Nach ca. 350 Höhenmetern hat man die Passspitze erreicht. Das Wetter ist optimal. Ein herrliches Panorama liegt einem zu Füßen. Der Aufstieg (1 bis 1 ½ Stunden) hat sich wirklich gelohnt.

Jeder der nur kurz beim Besucherzentrum hält und gleich weiterfährt hat wirklich was verpasst. Erfrischungen und Snacks muss man sich aber selber mitbringen. Dafür kann man aber ungestört auf einem Felsen in der Sonne sein Mittagessen einnehmen. Unbezahlbar. Da der Weg auf der anderen Seite vom Berg wieder zur Straße runter führt, bleibt mir nichts anderes übrig als wieder zurückzugehen. „Erstaunlicherweise“ brauche ich für den Rückweg nicht mal die Hälfte der Zeit. Selbst die vielen Stopp, um ein Blick auf die Berge zu erhaschen, ändern daran nichts. Viel zu schnell bin ich wieder am Campingplatz angelangt. Duschen muss Heute mal ausfallen. Es gibt halt keine.

Für das Abendbrot ist es noch zu früh. Also schauen wir uns doch mal das „Icefield Zentrum“ an. Mit dem Auto geht es die paar Kilometer dem Berg hinab. Von Oben konnte ich ja schon einen Eindruck über die Anlage gewinne. Ein großer Teil der Busse ist aber glücklicherweise schon weitergefahren. Der „Snowcoach“ ist aber noch im Betrieb und die Leute stehen Schlange um noch ein Ticket zu erhalten. Ich kann nicht nur wegen des Preises von 34 Dollar auf diese sinnlose Aktion verzichten. Der Informationsgehalt der Schautafeln ist eher bescheiden. An einigen Bildern kann man aber gut erkennen, wie sich der Gletscher in den letzten 100 Jahren zurückgezogen hat.

Zu Fuß oder mit dem Auto kann man bis kurz vor den Gletscher gelangen. Ein kleiner Rundweg führt direkt an der Kante entlang. Der Gletscher endet eher nüchtern als Keil im Schutt. Keine spektakulärer Abbruch oder See davor. Das Wasser fließt an der Seite unscheinbar ab. Die ungewohnte Perspektive auf den Gletscher ist aber trotzdem beeindruckende. Auch wenn alles eher grau als weiß ist.

Da ich ja auch noch nicht bei den „Panther Falls“ war, geht es die wenigen Kilometer dorthin zurück. Ein kleiner schmaler Pfad für zu ihnen hinab. Ob es sich wohl lohnt, beim Besucherzentrum auf den Sonnenuntergang zu warten? Ob ich beim Zelt oder hier sitze, dürfte keine große Rolle spielen. Ein Buch habe ich dabei, also kann ich es mir die nächsten 2 bis 3 Stunden auch auf dem Parkplatz gemütlich machen. Die Sonne geht leider steil hinter den Bergen unter. Für eine Rotverfärbung reicht es nicht. Alles wird nur langsam diffuser. Macht nichts. War ja nur eine Idee.

Zurück am Zelt, habe ich mir jetzt mein Abendbrot aber auch verdient. Die vielen Mücken kommen auch noch zum Zuge. Selbst mit einem langen Hemd ist man nicht komplett geschützt. Die einsetzende Kälte vertreibt Sie aber bald. Mir kann das nur Recht sein. Vielleicht hätte ich ja doch die 9 Dollar, wie alle meine Nachbarn in Feuerholz investieren sollen. Gut eingepackt geht es in Zelt. Eine absolut ruhige Nacht.


Tag 6
"Iecfield Parkway North"

Wieder herrlichster Sonnenschein. Als erstes steht auf der Weiterfahrt in Richtung „Jasper“ ein Besuch der „Sunwapta Falls“ und „Althabasca Falls“ an. Beeindruckend wie sich das Wasser seine Weg durch die Landschaft / Felsen gesucht hat. Auf einer Fahrt auf der alternativen 93A verzichte ich lieber. Ein Teilstück ist (noch) Naturstraße. Aber auch die Hauptstraße bietet einige interessante Ausblicke. Der „Whisterler Campground“ ist schnell erreicht. Auf einer zweiten Spur kann ich mich an den großen Caravans vorbei mogeln. Wenn die sich alle wie blöd hintereinander anstellen.

Da ich wie gewohnt keine Feuerstelle habe will, bekomme ich einen Platz ganz hinten am Waldrand zugewiesen. Diesmal gibt es kein Elektrozaun. Was dazu führt, dass das halbe Gelände von Wapiti's (Cervus canadensis) bevölkert ist. Dies zur Gattung der Hirsche gehörenden Tiere hat ein beeindruckende Größe. Wen gleich nicht so groß wie ein Elch. Diese kommen am späten Nachmittag aus dem Wald um auf den Wiesen zu grasen. Ihre Kommunikationsflaute untereinander sind sehr markant und deutlich von überall auf dem Platz zu hören. Sie lassen sich aber nicht von den anwesenden Menschen stören. Diese nutzen die ungewohnte Abwechslung, um ihre Fotosammlung zu erweitern. Nur die Hunde, habe da so ein Problem, mit dem durch ihr temporären Revier wandern Großwild. Was sich deutlich störend auswirkt.

Früher Mittag. Genügen Zeit um noch ein oder zwei Aktivitäten zu starten. Als erstes geht es zum „Mt. Edith Cavell“ hoch. Die Stichstraße befördert einen wieder weit nach Oben. Den Berg mit seinen 3368 Metern kann man leider nicht so mal kurz besteigen. Daher muss ein kleiner Seitenhügel gegenüber auch reichen. Nachdem man auf einer alten Moräne an Höhe gewonnen hat, zieht sich der Weg durch eine mit Wiesen und Bäumen gesäumte Landschaft. Schnell hat man aber auch dieses Verlassen und der Boden ist nur noch spärlich mit Moosen bewachsen. Je Höhe man kommt, umso besser kann man auf die alten Gletscher von „Mt. Edith“ blicken. Obwohl der Weg sich noch weiter zu einer weiteren Kuppe hinaufzieht, beschieße ich an dem allgemeinen Aussichts- und Wendepunkt abzubrechen. Etwas wenig Wasser dabei und wer sagt einem, das der nächste Hügel auch der Letzte ist.

Eine kleine Kuriosität: Drei Rentier habe sich auf ein in der Nähe liegende Schneefeld niedergelassen. Die unzähligen Streifenhörnchen sind da etwas aufdringlicher. Daran gewöhnt, immer etwas zu bekommen, kenne sie keine wirkliche scheu vor dem Menschen. Man muss schon fast aufpasse, nicht versehentlich auf Eins zu treten. Aber ich glaube, die sind so flink, dass da nicht wirklich was passiert. Auf dem Rückweg, kann man die Strecke etwas variieren und kommt direkt am kleinen Gletschersee aus. Einige Eisstücke haben sich am Ufer festgesetzt. Das letzte Stück vom Weg, zieht sich gemächlich am Flussbett entlang.

Nun geht es mit dem Auto wieder bergab ins Haupttal zurück. Da noch genügen Zeit bis zum Sonnenuntergang verbleibt, bietet sich eine Tour durch das „Valley of the Five Lakes“ an. Der fast ebenerdige Weg, scheint recht vielversprechend zu sein. Bevor man das eigentliche Seitental mit den Seen erreicht, muss man zu Fuß erst ein Stück durch den Wald. Ein kleiner Sumpf wird mittels Steg trocknenden Fußes gequert. Danach kann man sich auf dem Rundweg um die Seen begeben.

Ich entscheide mich für die große Runde. Auf der gesamten Strecke, kommt mir fast keiner Entgegen. Nur eine kleine Gruppe von Mountenbiker ist hier auch unterwegs. Die fast 10 Kilometer um die fünf Seen habe es dann aber doch in sich. Eine schöne Etappe, um ruhig durch die Wälder zu schlendern. Kurz Bevor ich wieder am Auto bin, merke ich das von hinten etwas sich schnell nähert. Ist aber glücklicherweise nur eine junge Joggerin. Hat mir aber einen guten Schrecken eingejagt.

Jetzt Reicht es mir aber wirklich. Eigentlich wollte ich doch einen ruhigen Tag angehen. Um dies zu kompensieren, brauche ich mindestens die doppelte Portion um Abendessen. Danach steht noch ein bisschen „Watipi“ Beobachtung auf dem Programm. Diese haben sich wie angekündigt inzwischen auf den Wiesen eingefunden. Danach steht einer geruhsamen Nacht nichts mehr im Wege. Das Pfeifen der Züge aus dem nahem „Jasper“ kann man noch deutlich vernehmen. Nur das Rattern der Wagons reicht nicht bis hier hinüber. Und mit genügen Kunststoff in den Ohren stört das überhaupt nicht.


Tag 7
„Maligne Lake“

Auf zum „Maligne Lake“. Das Wetter ist immer noch Gut. Das Ganze ist mir schon unheimlich. Zum See gelangt man über sie „Maligne Road“. Die 45 Kilometer lange Stichstraße, bringen einen wieder 600 Meter nach Oben. Die Größe des Parkplatzes lässt erahnen, was hier am Nachmittag noch so Los sein wird. Momentan ist aber alles noch ruhig. Der größte Teil der Besucher wird wahrscheinlich mit einem der vielen Boote über den See bis zum „Spirit Island“ fahren.

Ich will mir das Ganze lieber von etwas weiter Oben anschauen. Es stehen zwei alternative Wege zur Verfügung. Der eine „Opal Hills Loop Trail“ ist aber wegen akuter „Grislibär“ Inbesitznahme komplett gesperrt. Somit bleibt nur der Aufstieg zum alten Feuerturm („Bald Hills“) übrig. Der erste Teil des Weges, folgt einer alten steilen Schotterstraße. Ein ziemlich einsamer, langweiliger uns staubiger Aufstieg. Nur ganz wenige Leute (4 Personen) sind unterwegs. Nach ca. 1 ½ Stunden ist dieser Teil geschafft. Der Turm selbst steht nicht mehr. Von hier hat man schon einen „netten“ Blick über das Tal mit dem See.

Der Weg scheint noch weiter in „die Berge“ zu führen. Also noch mal tief Luft holen und weiter. Als nächstes folgt ein steiler Aufstieg auf eine Kuppe. Oben angekommen, sieht man, dass es noch mal weiter höher geht. Diesmal aber kann man das „finale Ende“ aber sehen. Nicht der allerhöchste Berg, aber durchaus eine „Bergspitze“. Das Ziel immer vor Augen, geht es weiter nach Oben. Von hier kann man dann auch in das dahinter liegende Tal sehen. Komplett unerschlossen. Nur ein Bach verläuft durch die Mitte des Tales. Die „Mühen“ des Aufstiegs haben sich gelohnt.

Einige Felsen bieten eine gute Sitzposition, um den Blick auf die umliegenden Bergkuppen zu genießen. Die obligatorischen Streifenhörnchen dürfen natürlich auch nicht fehlen Immer nach Beute ausschauen, huschen diese um einen herum. Sicherheitshalber wird auch der Inhalt vom Rucksack inspiziert. Da könnte ja auch was zu Essen drin sein. Hoffentlich nehme ich nicht aus versehen noch Eins mit.

Der Abstieg geht schnell von statten. Glücklicherweise besteht die Möglichkeit, noch eine Schleife an die Tour anzufügen. Der alte Feuerweg als Verbindung zum „Skyline Trail“ ist schon deutlich zugewachsen. Wird wahrscheinlich auch nur selten begangen. Die pure Einsamkeit. Und immer noch kein Bär in Sicht. Der Weg mündet letztendlich auf dem Hauptweg bei einem kleinem Fluss („Evely Creek“). Langsam werden meine Beine aber müden. Mindestens noch 5 Kilometer bis zum See zurück. Allerdings ohne nennenswerte Steigung. Als Abwechslung kommt man noch an zwei kleine Seen vorbei. Nach 5 Stunden habe ich meine Runde vollendet. Die Sonne brennt weiter vom Himmel. Schnellen Schrittes geht es zum Cola-Automaten. Recht teuer, aber in diesem Moment ein wirklicher Hochgenuss. Fast so wie in der Werbung. Drei Tage durch die Wüste könnten nicht heißer sein.

Gemütlich lasse ich mich am Seerand nieder. Nach dieser Pause ist noch ein Pflichtbesuch beim „Schaeffer Viewpoint“ angesagt. Das kurze Stück am See entlang ist aber trivial und die Bäume spenden ausreichend Schatten. Reger Bootsverkehr (Groß und Klein) ist auf dem See unterwegs. Im Hintergrund kann man Gut den „Mt. Grazeau“ mit seinen 3470 Metern sehen.

Auf der Rückfahrt steht noch ein Besuch beim „Maligne Canyon“ an. Ein sehr Enge und sehr Tiefe Klamm. Ein Weg führt jeweils rechts und links oberhalb der Kante entlang. Fünf Brücken dienen als Überquerungshilfen. Leider ist momentan ein großer Teil der einen Seite wegen Renaturierungsmaßnahmen gesperrt. Der Canyon ist so eng, dass man nur an wenigen Stellen bis auf den Grund sehen kann. Bevor es zum Capingground zurückgeht, steht noch ein kurzer Besuch in „Jasper“ an. Auch benötige ich mal wieder ein paar frische Lebensmittel.

Genügend Parkplätze finden sich beim Bahnhof. Zwischen den ganzen Restaurants und Souviershops ist es gar nicht so einfach, einen Supermarkt zu finden. Einer befindet sich in der nächsten Querstraße. Der Kern vom Ort ist recht überschaubar. Ich interessiere mich aber eher für den Bahnhof mit dem dahinter stehenden Güterzug + Lokomotive. Ein Gutes Fotomotive.

Jetzt aber zügig zurück. Der Hunger ruft. Für eine Dusche muss aber noch genügend Zeit sein. Ein langer Tag bei optimalen Bedingungen. Heute wird aber kein Bein mehr bewegt und Morgen steht eine längere Fahretappe auf dem Programm.



Moraine Lake


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Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Canada 2008 (British Clumubia / Alberta) 4.75 4

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