Ecuador 2009

Reisebericht

Ecuador 2009

Reisebericht: Ecuador 2009

Eine dreiwöchige Rundreise mit dem Bus durch Ecuador.
Von Quito zum Rio Napo in den Dschungel, am Chimborazo vorbei bis nach Puerto Lopez
und auf dem Rückweg nach Qutio mit einem Abstecher beim Cotopaxi.

Seite 1 von 3

Ecuador 2009 (Teil 1)

Tag 1
„Frankfurt – Quito“

Der Wecker klingelt um 5 Uhr. Es ist noch dunkel draußen. Glücklicherweise bin ich schon am Vortag nach Frankfurt angereist. Die direkte ICE Verbindung um kurz nach 2 Uhr war mir etwas zur früh. Somit konnte ich vier Stunden länger schlafen und sollte eigentlich Pünktlich am Flughafen sein.

Schnell noch an der Hotelrezeption bezahlen und noch eine Kleinigkeit für Frühstück und Mittagessen organisieren. Mit der S-Bahn geht es zum Flughafen. Viel los am Bahnhof und viel Polizei auf ihrem Weg zur Arbeit.

Am Flughafen geht es mit dem Sky-Train zum Terminal 2 weiter. Der Iberia Schalter ist fast problemlos gefunden. Nur wenige Leute vor mir. Ich bekomme für den Flug nach Madrid noch einen Fensterplatz. Gepäck ist aufgegeben, jetzt sollte noch etwas Zeit zum frühstücken sein.

Gut gestärkt geht es zum „Gate“. Hier ist dagegen sehr viel mehr los. Die Schlange lässt nichts Gutes ahnen. Während der Wartezeit, in der sich langsam vorwärts bewegenden Schlange, werden noch weiterer Sicherheitskontrollposten eröffnen. Am frühen Morgen herrscht schon Hochbetrieb. Die eigentliche Kontrolle, fällt diesmal knapp aus. Meine Wanderschuhe werden aber trotzdem extra geprüft. Noch 30 Minuten bis zum boarding. Wir können direkt in das bereitstehende Flugzeug steigen. Ein kleiner Airbus.

Für die erste Etappe sind 2 ½ Stunden vorgesehen. Wobei ein guter Teil der Zeit, für den Weg von Terminal 2 zur „Startbahn West“ beansprucht wird. Sowie dem Vorrang der „Lufthansa“ Maschinen. Nach dem auch wir starten durften, lehne ich mich zufrieden zurück. Essen oder Trinken ist bei Iberia auf Kurzstreckenflügen kostenpflichtig. Auch ist der Betrieb jeglicher elektronischer Spielzeuge, nur auf Anfrage erlaubt. Bei gutem Wetter, hat man einen schönen Blick, auf die unter einem liegenden Pyrenäen. Bald schon setzen wir zum Landeanflug an.

Auch in Madrid müssen wir noch über den „ganzen“ Flughafen rollen. Inmitten des Geländes, steht.ein sehr großer Komplex (Terminal) ohne erkennbare Zugänge, Aus dem Flieger raus, folgt man immer der Beschilderung, zum internationalen Abfluggebäude. Ein Novum für mich. Die verbleibende Wegstrecke zum Ziel, wir in Minuten angezeigt. Da wir aber Pünktlich waren, kein Anlass zur Eile.

Immer tiefer geht es nach unten. Mit dem „Dark“-Train geht es dann unter dem Flugfeld zum besagten Terminal weiter. Interessante Lösung. Dort angekommen, kann man erst die Ausmaße der Abflughalle erkennen. Eine weiteren Security Check gibt es nicht, nur eine kurze Personenkontrolle. Ungewöhnlich aber nicht unwillkommen. Die vorgegebenen Zeit, kann man locker schlafen.

Warum sich alle beim ersten Aufruf, in das Flugzeug zwängen, ist mir ein Rätsel. Bis zum Start ist es noch fast eine Stunde. Die vielen Familien mit ihren Kindern, sind ganz am Anfang eingestiegen. Somit herrscht schon ein Buntes durcheinander am Bord.

Bedauerlicherweise hat die Iberia deswegen anscheinend auch nicht in die Weiterentwicklung / Neuausstattung des Entertainmentsystems investiert. Dies konnte man aber auch schon am abgebildeten Bordprogramm im Internet erahnen. Mehrerer Bildschirme sind Zentral in der Kabine platziert.

Der Flug und der Service der Iberia ist legendär und übertrifft sogar meine schlimmsten Befürchtungen. Die nächsten 10 Stunden streiche ich lieber aus meinen Gedächtnis. Verhungern / Verdursten tut man allerdings nicht. Sonst muss man sich aber sehr genügsam geben. Um Warum das Bordpersonal bei allen Aktivitäten so eine extrem Hektik verbreitet, bedarf auch einer näheren Analyse.

Der Landeanflug auf „Quito“ verspricht noch mal interessant zu werden. Die kurze Landebahn in der Höhe, hat ja auch ihren eigenen Ruf. Die Maschine, muss sich aber erst noch an so manchen Bergen vorbei schlängeln. Unter uns, kommt die gigantische Stadt in Sicht. An einigen Berghängen, steigt Rauch von kleinen Buschbränden auf. Immer dichter, nähren wir und den Häusern der Stadt. Diese haben den Flughafen komplett umschlossen. Der Pilot macht sein Arbeit Gut, und wir setzen weich auf.

Nach dem Verlasen der Maschine, steht uns die „Emigration“ bevor. Schon in der Maschine musste man diverse Papiere ausfüllen. Die Schlange bewegt sich auch hier nur langsam voran. Die ecuadorianischen Zöllner sind sehr sorgfältig in ihrer Arbeit. Auch ein „Schweinegrippe“ Formular gab es. Nach der Passkontrolle muss man dann noch an der thermischen Sensorkamera vorbei. Keine Auffälligkeiten.

Jetzt heißt es, sein Gepäck zu finden. Dies ist nämlich schon längst da. Alles gut gegangen, meine „neue“ rote Reisetasche, ist leicht auszumachen. Da ich nichts zu deklarieren habe, darf ich auch sofort weiter zum Ausgang. Hier wird man mit einer Vielzahl von Schildern, der diversen Reiseagenturen, konfrontiert. Ursprünglich hatte ich ja eine Gruppenreise im Süden von Afrika (Botswana, Namibia) geplant. Diese ist aber mangels Teilnehmer ausgefallen. Kurzfristig habe ich mich für Ecuador, vom gleichen Veranstalter entschieden. Also diesmal Ausnahmsweise nicht alleine mit dem Zelt durch die „Wildnis“.

Und am Tagesziel, ein reserviertes Hotel vorzufinden, kann ja auch mal ganz nett sein. Ganz am Ende der kleinen Halle, finde ich das gewünschte Hinweisschild. Bin der Erste. Zusammen mit der Reiseführerin, warte ich auf die verbleibenden Mitreisenden. Nach und nach, finden wir uns somit zusammen. Mit dem Bus, geht es durch den dichten Verkehr, zu unserem Hotel in die Neustadt.

Diese liegt etwas Abseits, an einer kleinen Seitenstraße. Schön ruhig. Unser Reiseleiterin gibt uns etwas Zeit zum auspacken. Danach möchte Sie uns einen ersten Überblick vom Neustadtzentrum geben. Alles ist quadratisch angeordnet. Die Orientierung ist somit kein Problem. Hotels, Restaurants und diverse Discos haben sich hier etabliert. Fast wie zu Hause.

Wie gehen in ein kleines ruhigeres Restaurant, um einen kleinen Happen zu essen. Die Preise sind moderat. Für ein paar Dollar gibt es leckerer Säfte oder Bier und was Warmes dazu. Gegen 20.00 Uhr sind wir wieder beim Hotel. Dunkel ist es schon lange. Wenn ich mich noch eine Stunde wach halten kann, sollte die Zeitverschiebung zu Meistern sein. Leider habe ich meinen kritischen Schlafpunkt überschritten. Schlafe wohl sofort ein, wach aber so gegen 3 Uhr das erste Mal wieder auf. Der Rest der „Nacht“, ist etwas „holprig“.


Tag 2
„Quito“

Zum Frühstück, haben wir uns in einem kleinen Café verabredet. Ich bin etwas zu Früh dran. Es hat noch nicht auf. Also eine Runde durch das „Viertel“. Nach ca. 15 Minuten versuche ich es noch mal. Diesmal bin ich der Letzte.

Eins der Vorteile, dieser Reise ist der Ausschluss von Mahlzeiten. Somit kann sich jeder selbst und ganz individuell versorgen. Wann und Wo er will. Einzige Ausnahme, die zwei Tage im Dschungel, werden wir Pauschal versorgt. Unserer Reiseleiterin, gibt uns aber an jedem neuen Ort, einige Gute Tipps, sowie Ratschläge zu örtlichen Speisen und Restaurants.

Das „Kolibri“, beherbergt Dank seiner Bäume, tatsächlich einiger dieser schnell lebenden aber extrem zierlichen Vögel. Das Frühstück fällt sehr umfangreich aus. Zum Obstmüsli, gibt es noch reichlich Saft und Kaffee sowie Brot mit Marmelade.

Danach wollen wir zusammen mit dem Elektrobus, in die Altstadt fahren. Bis zur Haltestelle ist es nicht weit. 25 Cent kostet der Spaß. Gegebenenfalls mit Diebstahl inklusive. Heute haben wir aber noch mal Glück. Keiner interessiert sich für unsere mitgeführten Habseligkeiten. Trotzdem passe ich wie ein Lux auf. Bloß das mir keiner die Taschen aufschneidet.

Nach ein paar Minuten sind wir schon am „Plaza del Teatro“. Nun geht es von Platz zu Platz. Eine Kirche nach der Anderen gibt es zu sehen. Ein Teil der Straße, wurde in eine Fußgängerzone umgestaltet. Das herrliche Wetter, lässt schon viele Leute im Park verweilen. Wir bekommen ein paar grundlegende Informationen über diverse Bauwerke, sowie „Land und Leute“. Die riesige Kirche „La Compania de Jesus“ mit ihrer Gold verzierten Pracht, ist sehr beeindruckend.

Nach dem wir „entlassen“ wurden, dürfen wir selbstständig auf Entdeckungsreise gehen. Mein erste Ziel ist das Museum neben der Kirche „San Francisco“. Diese ist nämlich selbst geschlossen, da Sie grundlegend renoviert wird. Heute ist der Eintritt frei. Eine Toilette gibt es hier auch. Viele Gemälde und Heilige Personen gibt es zu sehen.

Danach mache ich mich auf den Weg zum „El Panecillo“ hinauf. Laut Reiseführer und Info unser Reiseführerin, ist der Weg teilweise bzw. gelegentlich noch unsicher. Ein Taxi währe zu empfehlen. Habe aber keine Lust darauf. Möchte auch was von den anderen Stadtteilen sehen. Immer der Nase nach, geht es weiter den Berg entgegen. Wenn ich der Straße folge, müsste ich ja eigentlich auf dem richtigen Kurs sein. Die direkten Treppen, ignoriere ich erst einmal. Nach einiger Zeit, komme ich an einem kleinen gepflasterten Weg, der in den am Berg liegenden Wald führt, vorbei. Eigentlich müsste diese ja eine gute Alternativroute sein. Motiviert folge ich dem Pfad hinauf.

Eine ausgezeichnete Wahl. Abseits der Wohnviertel, geht es durch einen schönen, wenn auch teilweise etwas angebrannten Wald. Kein Anlass zur Sorge. Oben angekommen, bietet sich ein etwas trostloses Bild. Nur noch selten verirrt sich ein Tourist hier her. Die Leute sitzen lustlos hinter ihren Souvenirbuden. Einig wenige Taxifahrer warten am Straßenrand darauf, dass ihre Kundschaft vom Besuch der Marienfigur (Virgen de Quito) zurückkommt. Diese steht auf einem Sockel im Zentrum der Anlage. Von hier hat man auch einen sehr schönen Blick über die umliegenden Stadtteile von „Quito“. Allerdings ist durch den täglichen Smog, nicht immer alles so gut erkennbar.

Um die Ausmaßen, der riesigen Stadt, so in etwa zu erkennen, reicht es aber durchaus aus. Nur die umliegenden Berge bremsen das hemmungslose Wachstum etwas ab. Eine schmale aber umso längerer Stadt ist dadurch entstanden.

Nach einer kurzen Pause, geht es wieder hinab. Erst der offiziellen Straße folgend, danach einfach die Treppen hinunter. Kein Mensch weit und breit zu sehen. Wieder unten angekommen, geht es durch den Straßenzug „La Ronda“ weiter. Hübsch restauriert und gut bewacht. Einheimische verirren sich hier nicht so schnell.

Langsam wir es Zeit, für einen kleinen Imbiss. Die Straßenhändler sollte man tunlichst meiden. Dafür kann man aber ohne Probleme, in den kleinen und großen Lokalen jederzeit was „Leckeres“ bekommen. Kreuz und Quer geht es durch die Innenstadt weiter. Immer wieder gibt es was Interessantes zu sehen. Manchmal kann man aber die Details erst später auf den Fotos erkennen. So wie die Person, mit den beiden unterschiedliche Schuhen. Dieser kann sich aber noch Glücklich schätzen, unterwegs sehe ich noch so manchen anderen Obdachlose, der Barfuss unterwegs ist. Arm und Reich liegen hier sehr dich beieinander. Gut geschützte Wohnanlagen (Mauer, Stacheldraht und Wachpersonal) sind auch in Ecuador keine Seltenheit.

Gemütlich schlendere ich in Richtung Neustadt, zu unserem Hotel zurück. Unterwegs komme ich noch an der Basilika vorbei. Die Turmbesichtigung heben ich mir für die Abreise auf. Auch ein Observatorium hat die Stadt. Ob es noch in Betrieb ist, weiß ich allerdings nicht.

Vor dem momentan wegen Renovierung gesperrten Stadtparks, komme ich noch bei Mac' Donalds (Sehr modernes Gebäude) und KFC vorbei. Die angeschlagenen Preise, sind aber im Verhältnis zum Einkommen, sehr hoch. Das letzte Stück ist jetzt nicht mehr weit.

Gegen 16 Uhr bin ich um einige Erfahrungen reicher, aber ziemlich kaputt zurück. Nur mal kurz hinlegen. Erst gegen 18 Uhr wache ich wieder auf. Jetzt aber auf. Bloß nicht wieder einschlafen.

Mit dem Bus geht es zum Ende des östlichen Stadtparks. Inzwischen wird es dunkel. Auf den Straßen, herrscht rege Betriebsamkeit. An den großen Kreuzungen, führen diverse „Künstler“ währen der Rotphasen ihre Show vor. Am Park entlang, geht es wieder zu Fuß zurück. So langsam werde ich wieder Wach.

In der Neustadt ist auch am Montagabend viel los. Durch Zufall, lade ich im gleichen Lokal wie meine Mitreisenden. Ein Platz ist auch noch frei. Für den großen Hunger bietet die Speisekarte eine Menge an Auswahl. Gaslaternen wirken der aufkommenden Kälte entgegen. Zeitig geht es in Hotel zurück. Morgen steht uns unsere erste Reiseetappe bevor. Um 8 Uhr ist Abfahrt. Frühstück ab 7 Uhr im Hotel.


Tag 3
„Quito - Tena“

Gleich nach dem Frühstück geht es los. Wie bekommen einen großen Bus. Wo wir 8 + Reiseleiterin + Busfahrer viel Platz haben. Die Stadt liegt bald hinter uns. Der Verkehr lichtete sich langsam. Auf unserem Weg nach „Tena“ müssen wir die Anden überqueren. Bis auf 4000 Meter quält sich unser Bus hoch. Die Straßen sind aber relative in Ordnung. Gelegentlich ist ein Loch in der Straße zu sehen und ab und zu ein kleines Rumpeln zu spüren.

Leider zieht es immer mehr zu. Wir fahren durch eine dichte Nebelsuppe. Es macht keinen Sinn am Pass anzuhalten. Es ist kalt und ungemütlich hier oben. Unser nächster Zwischenstopp bietet ausreichend Gelegenheit sich wieder aufzuwärmen. Die Thermalquellen von „Papallacta“ sind legendär und sehr zu empfehlen. Meine Mitreisenden wollen lieber wandern. Somit bin ich der einzige, der sich den Luxus eines sehr warmen Bades erfreut. Der Eintritt ist mit 7 Dollar fast utopisch hoch. Die Investition lohnt sich aber.

Nur wenig andere Gäste haben sich am späten Vormittag eingefunden. Die Anlage liegt etwas außerhalb vom Ort. Die Zufahrt erfolgt über eine Naturstraße. Verschiedene temperierte Becken stehen zur Auswahl. Auch eine Abkühlung im kalten Gebirgesbach ist möglich. Die eine Stunde koste ich voll aus. Einfach herrlich. Allerdings wird meine Haut im warmen Wasser schnell schrumpelig. Was auch noch die nächsten Tage anhalten wird. Muss wohl an der zusammensetzen des Wassers liegen.

Nachdem wir uns wieder alle zusammengefunden haben, geht es noch knapp eine Stunde, bis zur Mittagspause weiter den Berg hinab. Wir halten bei einem Restaurant, welches frische Forellen auf dem Speiseplan hat. Diese kann man in Ecuador fast immer in den Bergen bekommen. In allen Variationen wird diese Köstlichkeit angeboten. Gut genährt machen wir uns auf die Weiterfahrt in Richtung „Tena“, das auf einer Höhe von 600 Meter liegt.

Die Vegetation hat sich auf der östlichen Andenseite komplett verändert. Alles unterliegt hier dem Einfluss der Tropen. Auch die Luft ist unangenehm schwül geworden. In „Tena“ dürfen wir auf eigene Faust auf Entdeckungstour gehen. Es gibt aber nicht wirklich viel zu sehen. Die meisten der Einwohner schauen sich das Länderspiel von Ecuador an. Überall laufen die Fernseher am Straßenrand. Für Geschäfte ist momentan keine Zeit.

Bald müssen wir auch schon wieder weiter. Noch ein paar Kilometer bis zu unserer Lodge. Allerdings müssen wir den letzten halben Kilometer zu Fuß gehen. Die Brücke und der dahinter liegenden Weg, ist zu klein für unseren großen Bus. Unser Gepäck wir mit einem Jeep transportiert. Etwas Abseits liegt die Lodge in einem kleinen tropischen Wald. Eine sehr schöne Anlage. Alles Liebevoll gestaltet und aufgebaut. Neben Klammeraffen gibt es auch mehrere Papageien in den Bäumen. Wir Neuankömmlinge werden erst einmal vorsichtig begutachtet.

Unserer Reiseleiterin kümmert sich um die Zimmerzuteilung. Nachdem ich das Vorhängeschloss auf habe, lässt sich die Tür aber nicht öffnen. Von ihnen gibt es Widerstand. Der letzte Bewohner hat es geschafft, dass der innere Riegel vorliegt. Mit der eingeschweißten Speisekarte lässt sich nach einigen Versuchen aber auch dieses kleine Problem lösen. Das Zimmer macht einen urigen Eindruck. Die Elektrik ist auf 12 Volt ausgelegt und „offen“ installiert. Jeder Schritt und jedes Räuspern ist im gesamten Haus zu hören.

Bis zum Abendessen bleibt aber noch genügen Zeit, für ein oder zwei kleine Rundgänge durch die Anlage. Etwas Abseits liegt auch noch ein kleiner See. Der vorbei fließende Fluss kann man für ein erfrischendes Bad nutzen. Das Wasser ist sauber (sah jedenfalls so aus) und genau richtig temperiert. Nach Einbruch der Dämmerung gibt es das von uns vorher ausgewählte Essen. Danach verabschieden sich schon die Ersten.

Die Dunkelheit verstärkt das verlagern früh ins Bett zu gehen. Auch ich begebe mich in unserer doppelstöckigen Holzhütte. Todmüde schlafe ich sofort ein. Irgendwann in der Nacht, werde ich vom auf dem Blechdach prasselnden Regen aufgeweckt. Das Wasser strömt nur so vom Himmel. Gut das das Dach dicht hält und das Haus auf Stelzen steht. Somit sollten wir alle trocken bleiben.


Tag 4
„Tena – Dschungel“

Am Morgen ist der Regen schon wieder abgezogen und fast alles ist wieder trocken. Allerdings ist es noch etwas trübe und gelegentlich kommen noch ein paar Tropfen runter. Gut gelaunt sitzen wir beim Frühstück. Die Papageien versuchen die Reste zu ergattern. Von der Affenfamilie ist nichts zu sehen. Nachdem alles bezahlt ist und unser Gepäck zum Abtransport bereit steht, machen wir uns auch auf den kurzen Weg zum Bus auf. Mit jeden Meter wir das Wetter besser und unserer Regenjacken brauchen wir nicht mehr.

Für den Vormittag steht als erstes der Besuch vom Mark in „Tena“ an. Hier erhalten wir eine ausführliche Einführung in die einheimische Obst- und Gemüsevielfalt. Auch bekommen wir die „Palmlarven“ zu essen angeboten. Es findet sich auch ein Freiwilliger zum kosten. Die beiden Larven kommen in einen Plastiktopf und sollen zum Abendbrot als Beilage dargereicht werden. Obwohl der Mark sehr klein ist, gibt es schon viel zu sehen. Neben großen, kleinen und gelben Bananen gibt es eine Unzahl an Kartoffelarten und vieles mehr.

Als nächstes steht uns der Besuch vom „Amazonico“ bevor. Die erste Etappe legen wir mit dem Bus zurück. Irgendwann hört der Asphalt auf. Auf der Piste geht es noch lange weiter. Die eigentliche Anlage ist nur mit dem Boot zu erreichen. Das kurze Stück auf dem Wasser legen wir zügig und trocken zurück. Eine schweizerische Referentin führt aus durch den „Zoo“. Eigentlich eine Auffang und Auswilderungsstation. Viele der Tier kommen aus überforderten Haushalten zurück. Einige Tier können aber nicht mehr in die freie Wildbahn entlassen werden. Sie würden sich nicht mehr zu Recht finden. Der kleine Rundgang führt durch dichten tropischen Regenwald. In den Käfigen und Gehegen gibt es einiges zu sehen.

Um unser eigentliches Tagesziel zu erreichen, müssen wir noch einmal in den Bus steigen. Auf der Piste geht es immer weiter in den Dschungel hinein. Bei einem kleinen Dorf biegen wir von der „Hauptstraße“ ab und folgen noch eine Weile dem schmalen Pfad. Plötzlich ist die Straße zu Ende. Wir stehen direkt am Steilufer vom „Rio Napo“. Nur wenige Meter trennen uns vom Fluss. Alles aussteigen. Unser schweres Gepäck bleibt im Bus. Nur die notwendigsten Sachen für die nächsten zwei Tage, nehmen wir im Rucksack mit.

Unser Boot ist noch nicht da. Die Wartezeit überbrücken wir mit herumstehen. Nach dem das Boot angekommen ist, geht es zum Fluss runter. Nun steht uns eine etwas längere Fahrt bevor. Mit viel Speed geht es flussabwärts. Nach einiger Zeit biegen wir vom Hauptarm ab und folgen einem alten Seitenarm. Hier steht das trübe Wasser. Weit ist es aber bis zu unserem Ziel nicht mehr.

Zur Logde gelangt man über eine Treppe hinauf. Eine tolle Anlage, inmitten des dichten Dschungels. Das Gelände wir durch natürliche Berghänge eingegrenzt. Überall gibt es etwas Neues zu sehen. Blumen, Bananen und viele andere unbekannte Arten. Die Wohn- und Schlafhäuser liegen im dichten Grün. Nach einer kurzen Begrüßung durch die Verwaltung beziehen wir unsere Zimmer. Viel Zeit bleibt uns zum Ausruhen aber nicht. Für den Nachmittag steht noch ein „Ausflug“ auf dem Programm.

Wir wollen den „Rio Napo“ ein Stück Flussaufwärts fahren und uns mit Gummireifen wieder abwärts treiben lassen. Mit viel Sonnen- und Mückenschutz eingeschmiert geht los. Nach knapp einer ¾ Stunde ist eine kleine Sandbank erreicht. Die für die Bootsfahrt obligatorische Schwimmweste lassen wir an. Reifen ins Wasser und drauf. Die Strömung nimmt einen sofort mit.

Die nächsten 2 Stunden lassen wir uns gemütlich auf oder neben den Reifen treiben. Das Flussufer biete viel Abwechslung. Mal dicht bewachen, mal hohe Felsen oder nur ein paar spärliche Bäume. Alles dabei. Da es am Ende der Tour keine Sandbank oder ähnliches gibt, müssen wir vom Reifen direkt ins Boot klettern. Kein so leichtes unterfangen. Ohne jemanden verloren zu haben, geht es wieder zurück. Der „Ausflug“ hat allen bei gutem Wetter Spaß gemacht.

Bis zum Abendbrot haben wir noch etwas Zeit. Eine gute Gelegenheit, die Hängematten vor der Hütte auszuprobieren. Bequem. Danach ist ein gekühltes Bier genau das Richtige. Der Sonnenuntergang ist fix und es wird schnell merklich kühler. Von überall ist eine Summen und Zirpen aus dem Dschungel zu hören. Als spezielles Leckerli zum Nachtisch gibt es noch die inzwischen gebratenen „Larven“. Ich verzichte Freiwillig, wie die meisten anderen auch. Die Tendenz früh zu Bett zu gehen, hallten wir auch hier ein.

Nachdem ich im „Bad“ das Licht eingeschaltet habe, huscht eine Vielzahl von „großen“ Kabeltieren davon. Es gibt viele schattige Plätzchen und dunkle Ritzen in meinem Zimmer. Morgen putze ich mir die Zähne lieber im dunkel. Gut das ich mir die Badelaschen eingepackt habe. Unter den Füßen, knackt aber noch nichts. Glück gehabt. Das große Bett mit Moskitonetze ist ausreichend bequem.

Tag 5
„Dschungel“

Heute steht ein umfassendes Programm auf dem Tagesablauf. Dabei habe ich doch Urlaub. Nach dem obligatorischen Frühstück, bekommen wir alle eine paar Gummistiefel zugeteilt. Danach geht es mit dem Boot, zur nahe liegenden Dorfgemeinschaft, um dort der Schule, einen kleinen Besuch abzustatten. Einige der Schüler haben Pech, sie müssen uns etwas aufsagen. Nach ein paar höflichen Floskeln, verabschieden wir uns wieder und fahren zurück zur Lodge.

Als nächstes begeben wir uns auf „Dschungel Tour“. Natürlich mit einem erfahrenen einheimische Führer. Zu Fuß machen wir uns auf den beschwerlichen Weg. Mal hoch mal runter und ab zu auch mal drüber oder drunter her. Dichter Wald umgibt uns. Gelegentlich kommen wir durch eine kleine Lichtung. Auch ein paar Bachläufe müssen wir durchqueren. Die Gummistiefel eignen sich hierfür ausgezeichnet. Unser Führer zeigt bzw. erklärt uns so mache interessante Gegebenheit.

Alles was größer als ein durchschnittliches Insekt ist, bekommt man nicht zu Gesicht. Schöne Schmetterlinge, gibt es dagegen an so mancher Stelle zu beobachten. Auch dürfen wir einige Armeisen probieren. So langsam hat jeder die Orientierung verloren. Irgendwann stehen wir nach einem steilen Anstieg auf den Hügel oberhalb der Lodge.

Von hier hat man einen tollen Ausblick auf den „Rio Napo“ und die unter einem liegende Landschaft. Auch gibt es hier mal eine interessante Blume (Kussmund) zu sehen. Nach wenigen Minuten sind wir wider am Ausgangspunkt angekommen.

Früher Nachmittag. Total verschwitzt. Was nun? Jemand schlägt vor, doch wider auf dem Reifenden dem Fluss hinunter zu treiben. Erst sperrt sich der Bootsfahrer etwas, nach dem wir nach dem „Wie Viel“ fragen, geht aber alles in Ordnung. Kein Problem mehr. Somit leisten wir uns noch einmal die Tour dem „Rio Napo“ abwärts. Das Beste, was man bei dieser Wetterlage unternehmen kann.

Danach steht noch der offizielle Besuch der nahe liegenden Dorfgemeinschaft an. Nur kurz auf die andere Uferseite und dann geht es zu Fuß weiter. Lose verstreute, liegen einige Häuser und Plantagen zwischen dem dichten Blätterwald verborgen. Als erstes wir uns die örtliche Töpferkunst gezeigt. Natürlich dürfen wir auch einige Stücke kaufen. Danach geht es zum „Chef“ weiter. Dieser residiert ein Gutes Stück weiter, auf der anderen Seite vom Dorf. Die Dorfjugend ist beim Volleyball spielen. Sie haben sich dazu ein Eigenes Spielfeld inkl. Netz hergerichtet. Auch stehen hier einige Sollarkollektoren für die Stromproduktion.

Wir sind spät dran, und der „Chef“ hat schon einmal ein wenig vom Begrüßungsschnaps gekostet. Wir sind alle herzlich zu einem Umtrunk Eingeladen. So genau lässt sich aber nicht mehr sagen, was wir da jetzt eigentlich trinken sollen. Nach ein bisschen Smalltalk + ein Blick ins Kochhaus, verabschieden wir uns wieder. Der Rückweg führt uns an der Schule vorbei, die jetzt natürlich geschlossen ist. Noch ein Stück mit dem Boot und wir sind zurück in der Lodge.

Da wir die einzigen Gäste sind, brauchen wir uns für das Abendessen auch nicht allzu fein machen. Stiefel aus, einmal unter die Dusche und fertig. Auf der Terrasse, vor dem Speisehaus kann man herrlich sitzen und den lauen Abend genießen. So langsam schaffen wir es, die 9 Uhr Marke zu reißen. In dieser Nacht fängt es an zu regnen. Und nicht zu knapp.


Tag 6
„Dschungel – Banos“

Es ist düster heute Morgen. Die Wolken hängen noch tief über dem Wald. Schnell sind wir Abmarsch bereit. Wir haben ja nur wenig Gepäck zusammen zupacken. Über den Fluss geht es zum Bus zurück. Dieser hat die letzten zwei Tage Gut überstanden. Jetzt steht uns eine längere Fahrt nach „Banos“ bevor.

Je nach Straßenlage, bis in den späten Nachmittag hinein. Bis zur Hauptstraße geht es wieder über die Piste. Danach verläuft diese in einem exzellenten Zustand weiter. Alles ganz neu gemacht. Zur Mittagszeit machen wir eine kleine Pause. Das Eis schmeckt ausgezeichnet. Wer Zeit und Lust hat, kann sich die Produktion von Souvenirs aus Balsamholz anschauen. Der obligatorische Laden, bietet eine Vielzahl, von unterschiedlichen Stücken aus diesem leichten Holz an. Es wird wieder bergiger. „Banos“ liegt auf 1800 Meter.

Das letzte Teilstück führe uns in ein Tal hinein. Von den Bergen kommt eine Vielzahl von Bächen / Flussläufen herab. Einige stürzen als imposante Wasserfälle zum Tatgrund hinab. Um ein Blick, auf einen der größeren zu werfen, muss man allerdings etwas den Berg runter. Von einer Hängebrücke, hat man dann einen Guten Blick auf die Wasserkaskaden. Gegen eine kleine Gebühr kann man auch an dessen Seite hoch steigen und dabei klitschnass werden. Allgemein verzichten wir darauf. Beim Rückweg, müssen wir allerdings Bergauf. Keine leichte Aufgabe. Kurz vor dem Ziel, haben sich die Souvenirverkäufer platziert. Kein Weg führt an diesen vorbei. Kann aber auch hier widerstehen.

Der nächste Halt ist bei einem sehr schönen Wasserfall, der quer zum Tal, im freien Fall den Berghang hinab stürzt. Als besondere Attraktion, hat man eine Kabelbahn über das Tal gespannt. Diese führe direkt über dem Wasserfall hinweg. Für 1 Dollar kann mach sich diesem Nervenkitzel aussetzen. Eine Gute Investition. Der Fluss fließt tief unter einem hinweg. Von der Mitte kann man erst so Richtig, die beseitigen steil abfallenden Talwände einsehen.

Geschafft, die Endstation „Banos“ ist erreicht. Die Kleinstadt liegt unterhalb vom „Tungurahua“. Dieser zurzeit nicht ganz so aktive Vulkan, mit seien 5016 Meter ist die dominierende Erhebung hier. Am Ortsrand beziehen wir unser Hotel. Danach geht es auch schon sofort weiter, um die erste Orientierungshilfen zu erhalten. Unsere Reiseleiterin lässt es sich nicht nehmen, uns die wichtigsten Punkte (inkl. Wäscherei) zu zeigen.

Beim Markt, kann man noch gegrillten Cuy (Meerschweinchen) bekommen. An einer „großen“ Gabel, werden immer drei der Kuscheltiere, gleichzeitig über dem Feuer geröstet. Knusprig. Leider meine Kamera nicht dabei. Schade. Gute Lichtverhältnisse hier. Sozusagen bestes Wetter.

Nach der Einweisung, geht es Kreuz und Quer durch die Stadt, bis ich endlich zur Brücke „San Fransico“ komme. Diese spannt sich in einem Bogen, über dem Tief unter einem eingegrabenen „Rio Pastaza“. Dieser tiefe Einschnitt im Fels, zieht sich noch an der ganzen Stadt vorbei. Die alte Hängebrücke aus Holz, liegt nur knapp unterhalb der „Neuen“. Der Zahn der Zeit, konnte den Steinpfeiler nicht viel anhaben. Nur die Bretter selbst, sehen etwas morsch aus. Tragen aber einen noch problemlos. Nur wenige Zentimeter und viel Lücken zwischen den Brettern, trennen einem vor dem Abgrund. Was für starke Nerven.

Auf der „Neuen“ Brücke wir „Bungyjumping“ angeboten. Fall und pendeln in einem Paket. Dieser Nervenkitzel wird tendenziell von Frauen angenommen. Die „Herren“ stehen mehr Abseits und agieren nur als Zuschauer. Bei der „Haltekonstruktion“, würde ich mich aber auch nicht trauen. Mit viel Gekreische geht es hinab. Nach wenigen Sekunden ist alles vorbei. Spaß scheinen aber alle zu haben.

Für 10 Uhr haben wir uns mit unserer Reiseleiterin für eine Abendtour durch die Stadt verabredet. Im Zentrum, herrscht am Samstagabend ein heidenloser Rummel. Von überall dröhnt die Musik aus den Häusern. Wer Platz hat, hat eine Disco eingerichtet. Wir suchen uns aber erst einmal ein gemütliches Treff aus, um einen „Canelazo“ zu trinken. Würde mich nicht wundern, wenn man hier auch einen Joint bekommen würde. Dann wäre die Umgebung perfekt.

Merkwürdigerweise ist unserer Führerin wieder schnell verschwunden. Ganz „allein“ müssen wir uns eine andere Örtlichkeit suchen. Ist aber kein Problem. Einfach der lauten Musik nach. Wir finden eine Kneipe / Disco mit Hinterhof wo ein Feuer für etwas wärme sorgt. Zur Begrüßung gibt es für alle einen gratis Drink, der in seiner Zusammensetzung, den Nationalfarben von Ecuador entspricht. Der krönende Abschluss, ist die kleine bläuliche Flamme, die über dem Glas den Alkohol verbrennt. Diese „nette“ Geste, wir mit den gesalzenen Preisen der offiziellen Getränke kompensiert. Nachdem aber fast allen dem immer noch günstigen Cocktail trinken verfallen sind und mindestens noch eine weiter Runde aussteht, klinke ich mich lieber aus und mach mich auf den Rückweg. Habe mir für Morgen viel Vorgenommen und will zeitig Raus. Neuer Rekord, Mitternacht ist durch.


Tag 7
„Banos“

Der Wecker klingelt früh. Möchte so zeitig wie möglich auf dem „Berg“ hinauf. Bin also schon kurz nach 7 Uhr, im einen guten Restaurant um zum Frühstücken. Die Brötchen sind noch Offen warm. Hier werden sie noch selbst gebacken. Es gibt reichlich zu Essen. Am Mark werden schon die ersten Cuy gegrillt. Keine guten Lichtverhältnisse. Heute ist Samstag. Großes Familienfest in der Stadt.

Ich mache mich auf, um den steilen Weg zur „Bellavista“ zu erklimmen. Die hinter den Bergen aufgehende Sonne, lässt „Banos“ unter einem herrlich aufleuchten. Nach ca. einer ¾ Stunde ist das erste Ziel erreicht. Eine günstige Gelegenheit für ein zweites Frühstück. Von hier aus kann man auch schon die Spitze vom „Tungurahua“, hinter einem noch davor liegenden Bergrücken sehen. Seine kleine Eiskuppe ist das I-Tüpfelchen.

Weiter geht es nach „Runtun“. Mal auf der Straße, mal auf schmalen Pfaden die von Bäumen gesäumt werden. Dort wo das Wasser hinab fließt, hat es teilweiser tiefe Einschnitte im Erdreich hinterlassen. Rechts und links vom Weg, liegen die vielen „Gewächshäuser“. Planen die über einfache Holzstangen gezogen wurden. Aber in sehr großen Dimensionen. Darunter gibt es alles, was man auf dem Mark zu Essen bekommt. Und das auf über 2000 Meter Höhe.

Ich halte mich etwas links und folge diversen Hinweisschilder zu einem Aussichtspunkten. Gelegentlich kommt einer der unzähligen Hunde, knurrend oder bellend auf einem zu. Die meisten machen keinen freundlichen Eindruck. Ein stabiler Stock in der Hand, bietet aber ausreichende Sicherheit. Irgendwann endet der Weg auf einem kleinen Platz. Von Hier hat man einen schönen Blick, in ein weiteres Seitental mit dem „Rio Pucayaca“.

Das letzte Dorf, liegt schon weit unter mir. Noch eine „letzte“ Flanke, trennt mich vor dem direkten Blick auf den „Tungurahua“. Mal sehen, ob der kleine Pfad mich weiter hinauf oder darum herum führt. Der Weg verläuft im steilen Hang weiter hinauf. Eine einsame Kuh, versperrt auf einmal den Weg. Mit ein bisschen Überzeugungskraft, treibe ich sie bis zu einer Stelle, an der ich an ihr vorbeikomme. Bei dieser Gelegenheit, kommt mir ein einheimischer Bauer entgegen. Bekomme aber nicht so wirklich heraus, ob es nun weitergeht oder nicht.

Ein Stück weiter, stoße ich auf ein provisorisches Gatter. Weitergehen oder umkehren. Zeit genug ist ja, also weiter. Diesmal versperrt eine ganze Kuhherde den Weg. Auch diese müssen ein Stück vor weglaufen, bis ich an ihnen vorbeikommen. Allerdings wird der Pfad immer schlechter und ist nicht mehr so deutlich als solcher erkennbar. Auch haben einige Erdrutsche, hier deutliche Spuren hinterlassen. Da nicht sicher ist, ob der Weg überhaupt über die Bergschulter führt, entscheide ich mich für den Rückweg.

Diesmal stellen sich die Kühe stoischer an. Und dies an einer Stelle, an der man weder über oder unter ihnen im Hang vorbei kommt. Also auch die Chance hat, sehr tief abzustürzen. Irgendwie mogle ich mich zwischen ihnen durch. So richtig Glücklich sind sie nicht mit mir. Schnell noch übers Gatter und wir (ich und die Kühe) sind in Sicherheit.

Da es wieder Bergab geht, ist der Ausgangsplatz bald erreicht. Was jetzt? Straße zurück und an der letzten Abzweigung weiter Bergauf? Viel weiter oben, wird aus der Straße wieder ein kleiner Weg. Hinweisschilder deuteten darauf hin, das hier eine Naturschutzgebiet oder Ähnlich anfängt. Eine Hütte ist auszumachen, Also weiter dem steilen Pfad folgen. Jetzt hat man einen guten Blick auf die Ebenen von „Runtun“. Von „Banos“ selbst ist nichts zu sehen. Das liegt tief im Tal unter einem.

Leider endet der Weg mal wieder im Steilhang. Reinstes sumpfiges Weideland. Kein Weiterkommen möglich. Wobei auf der Spitze des nächsten Hanges eine weiterer Hütte auszumachen ist. Widerwillig muss ich erneut aufgeben. Erst mal wieder ein Stück zurück und dann Richtung „Loma Ventana“ folgend.
Erneut treffe ich auf eine Straße. Einige Autos parken am Rand. Ich habe den offiziellen „Tungurahua“ Ausblickspunkt erreicht. Hier lassen sich auch meine stillen Reserven auffrischen. Die Stelle ist wirklich Gut. Man kann jetzt in das noch vor dem Berg liegen Tal blicken. Auch die längst erkalteten Lavaströme sind zu erkennen. An einem alten Baum, hat man eine einfache Schaukel angebracht. Die eine Seite, führt einen weit in die abschüssige Hanglage hinein. Was für starke Nerven.

So langsam wird es Zeit, um wieder abzusteigen. An mangelnden Schildern kann man sich wirklich nicht beschweren. Nur manchmal, ist nicht genau erkennbar, was die optimale Route ist. Hautsache abwärts. Unterwegs komme ich noch bei dem Luxus Hotel von „Luna runtun“ vorbei. Eine wirklich sehr gepflegte Anlage mit mehreren Haupt und Nebenhäuser direkt im „Berghang“ Scheint aber nicht sehr ausgelastet zu sein. Kosten für ein Doppelzimmer nur 207 Dollar für eine Nacht. Einzig das Rast- und Badehaus mit Außenpool ist im Betrieb. Hier hat man beim Schwimmen, einen tollen Blick auf „Banos“ hinab.

Bis ich die Stadt aber erreiche, dauert es noch eine Weile. Richtig anstrengend kann so ein Abstieg auch sein. Nur noch wenige Meter bis zum Hotel. Geschafft. Nach knapp sieben Stunden bin ich wieder zurück. Schöne Tour, durch die teilweise bewaldete „Landschaft“.

Nach der obligatorischen Dusche ist Abendbrot angesagt. Die Sonntagsausflügler sind schon wieder alle Abgezogen. Die provisorischen Geschäfte und Verkaufsbuden, schießen eine nach dem anderen. Vom Cuy ist fast alles restlos verkauft worden. Nur noch wenige Reste liegen in der inzwischen erkaltenden Holzkohle. Leider zu spät gekommen. An den Straßen machen Zuckerbäcker ihr Geschäft. An einem großen Nagel im Türrahmen hängend, wir die Masse immer wieder „geschlagen“ und „durchgeknetet“. Mal sehen, was auf der „Brücke“ los ist.

Unterwegs komme ich noch am Busbahnhof vorbei. Eifrig wird noch versucht, mitreisende anzuwerben. Die Nachtbusse nach „Quito“ und „Cunca“ stehen bereit. Immer wen einer voll ist, geht es los. Auch einige Rucksacktouristen lassen sich auf dieses Abenteuer ein. Na dann mal viel Spaß.

Heute gibt es aber keine „Springer“. Nichts los. Unter der der Brücke, sind allerdings einige Kletterer an einem Lavafelsen am üben. An diesen glatten Stein sicherlich keine leicht Sache. Immer wieder rutscht jemand ab und wird im Fall durch die Seilsicherung abgefangen.

Für das gemeinsam Abendessen hab wir uns eine argentinisches Restaurant ausgesucht bzw. reservieren lassen. Ohne Voranmeldung bekommt man hier keinen Platz. Die Gerichte sind ausgezeichnet. Gekocht wird in Sichtweite der Gäste. Wir lassen es uns schmecken.



Arbeit


Teilen auf

Mein Interessenprofil

Bitte melden Sie sich an, um Reiseziele zu Ihrem Interessenprofil hinzuzufügen.

Kommentare

  • Steffania

    Danke für diesen sehr ausführlichen Bericht. Ecuador ist eines meiner Traumziele, deshalb habe ich den Bericht sehr gerne gelesen. Ich hätte mir jedoch noch ein paar mehr Bilder gewünscht. Und diese vielleicht etwas auflockernd in den Text eingebaut, das liest sich bei so viel Text irgendwie leichter (ist mein persönliches Empfinden).
    Danke nochmals.
    LG Steffi

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Ecuador 2009 4.75 4

Beliebte Community-Inhalte: AustralienNorwegenThailandVietnamItalienBarcelonaIndien ReiseführerIndien Tipps