Last Call Myanmar

Reisebericht

Last Call Myanmar

Reisebericht: Last Call Myanmar

Tempel, Pagoden, Inle See und goldener Felsen. Historische Fakten, welche die Reisenden nach 15 Minuten wieder vergessen haben. Nichts zur aktuellen Lage im Land. Oberflächlich und naiv ist der Blick auf die jeweilige Destination, austauschbar die Destination selbst. Die Reisemaschine macht Myanmar zu einen Gewinn maximierten Reiseziel, dessen Inhalte beliebig und austauschbar sind.

Silbermine von Namtu

Lashio ist bekannt als Ausgangspunkt der Yunnan Road in den Südwesten Chinas. Während die Straße bis heute eine wichtige Bedeutung für den Handelsverkehr mit China hat, ist Lashio auch der Ausgangspunkt für eine Fahrt zu den Silbermienen in Gebiet von Namtu.
Während nahe Namtu mit völlig veralteten Betriebsanlagen Silber gefördert wird, gibt es in der unzugänglichen und landschaftlich beeindruckenden Bergregion auch eine Schmalspurbahn zum Abtransport des Rohstoffes.
Derzeit verfügt die Bahn noch über zwei Dampflokomotiven und andere interessante Fahrzeuge, die für Sonderfahrten gechartert werden können. Die Bahn pfeift mit allen technischen Einrichtungen auf dem allerletzten Loch, nach europäischer Vorstellung wäre eine sofortige Einstellung die einzige „Lösung“. Nachdem bereits Chinesen in das Geschäft der Verarbeitung der Erze eingestiegen sind, kann es eigentlich nur eine Frage der Zeit sein, wann man diese herrliche Gebirgsbahn einstellt und abbaut. Auf der Schmalspurbahn ruht der Betrieb bis auf die ein bis zwei Mal pro Woche fahrenden Triebwagen, die einerseits das Gehalt für die wenigen Angestellten der Bahn nach Wallah Gorge und Bawdwin bringen, andererseits aber auch die Versorgung der Bevölkerung in Wallah Gorge sicherstellen. Ganz offensichtlich hat der neue Betreiber, „Win Myint Mo“ das Interesse an den Erzminen verloren. Aber es passt immer noch ins Geschäftsmodell, denn er bezahlt die Minenarbeiter und erhält dafür im Gegenzug von der Regierung andere, lohnendere Geschäftsmöglichkeiten.

Derzeit gibt es in Namtu zwei einfache Gästehäuser zur Übernachtung. Wie fast jedes Jahr seit 2002, war auch dieses Jahr wieder einen Gruppe Fotografen aus der ganzen Welt für eine Woche auf der Schmalspurbahn unterwegs, um beeindruckende Fotos vom Betrieb der Bahn sowie Land und Leuten zu machen.



Fog & Steam



U Bein Brücke

Taungthamana Lake

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Ich schaue aus dem Seitenfenster des Minibusses und mir geht durch dem Kopf: ´"...mit dem zweiten Besuch wird die Erinnerung zerstört. Es ist dann immer anders als me mein Gedächtnis es mir vorgespiegelt hatte" Über die neue und noch leere Autobahn, die es auch erst seit wenigen Jahren gibt, fahren wir von Mandalay in Richtung Süden. In Amarapura verlassen wir das Betonband und fahren durch schmale Straßen zur U Bein Brücke. Ich schaue immer noch aus dem Fenster und sehe überall nur Plastikabfälle. Ich frage mich dann: "Bin ich der einzige bin der das wahrnimmt?" Kaum jemand redet darüber. Alle reden nur darüber wie unbeschreiblich schön Myanmar ist. Die Unmengen von Plastikmüll treiben auch auf der Brackwasserlache die von der U Bein Brücke überspannt wird. Die zweite Ernüchterung sind die Menschenmassen an der U Bein Brücke. Während man sich fragt für welche Meterlast die Brücke eigentlich gebaut wurde, schiebt man sich mit hunderten von Touristen über das Holzgestell, welches eine der Hauptattraktionen von Mandalay und Myanmar ist. Die 1784 aus dem Holz des Königspalastes in Inwa errichtete und zum Teil vergoldete Brücke, ist heute nur noch ein, durch Flickschusterei notdürftig erhaltenes Holzgestell. Täuschend, verklärend und schön sind nur die Bilder vor und nach Sonnenauf- und untergang.

Der Wasserstand des Taungthamana Sees ist sehr niedrig und an den neuralgischen Punkten am Ufer nahe der Brücke stehen jetzt die Bambushäuser zweier Restaurants. So mussten wir verzweifelt feststellen, dass es unmöglich ist trockenen Fusses die Brücke über dem Wasser für ein Foto freizustellen und wollen dafür ein Boot mieten. Doch eine Armada von Holzbooten, voll besetzt mit Kamera bewaffneten Touristen, liegt bereits auf dem See in Fotoposition, und auf der Insel im See ist kein Boot mehr zu bekommen. Bis zum Sonnenuntergang sind es nun noch etwa fünfzehn Minuten. Nun rennen wir im Slalom durch die Menschen über die Brücke zurück zum Ufer, wo wir das letzten Boot entern und gerade noch kurz vor knapp zu den bereits tausendfach geknipsten Kitschbilden kommen.



"The ten millionth image of U Bein...



Mandalay Webereien

Weaver girl

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Als alle anderen Touristen noch schlafen, treffen wir an der U Bein Brücke ein. Mit Taschenlampen tasten wir uns durch die Dunkelheit auf eine Landzunge. Im Zartrosa des anbrechenden Tages nutzen nur Einheimische und Mönche die Brücke und für einen Moment ist die Mystik des alten Burma hier wieder lebendig. Nur mit einer Hand voll Touristen teilen wir dieses Erlebnis.

Im Restaurant am Ufer des Sees snacken wir unser Frühstück. Hier ist es nicht mal ein Problem, dass wir unser Frühstück mitgebracht haben. Die Jungs der Restaurantbetreiber, vielleicht 14 Jahre alt, bringen uns Tee und Kaffee. Sie sind sichtlich stolz auf ihr Outfit. Enge Jeans, gelabelte T-Shirts und Gel gehärtete Trendfrisuren erforderten es sicher so früh aufzustehen, wie wir es taten. Als die ersten Bettelmönche, ihre Schüsseln vor sich haltend vorbeigehen, machen auch wir uns auf nach Amapura zur „Naqayon Stupa“ (Buddha der auf dem Drachen sitzt). Die Stupa selbst ist wenig interessant, doch wird mein Interesse durch Geräusche geweckt, die aus irgendeiner Fabrik in der Nähe kommen müssen. Ich folge dem Rhythmus der Maschinen und stehe nach einigen Minuten vor dem Tor einer Weberei. Beim Versuch einen Blick ins Innere zu erhaschen, entdeckt mich einer der Vorarbeiter, der uns ohne zu zögern zu einer Besichtigung einlädt. In einer dunklen Wellblechhalle stehen dicht an dicht mechanische Webstühle aus den 1930 Jahren. Mädchen und Jungen, nicht älter als 20 Jahre, werkeln emsig an den durch Lochkarten gesteuerten Webstühlen, welche unter Ohren betäubenden Lärm Seidentuch in makelloser Qualität weben. Im schummrigen Licht eingestaubter Leuchtstofflampen werden Maschinen repariert, geölt und die dünnen Seidenfäden gerichtet. In der Ecke sitzt das Kind einer der Arbeiterinnen. Es scheint als würde es seine Umwelt und den Lärm gar nicht wahrnehmen. Still und in sich gekehrt, spielt es mit einer kleinen schmutzigen Puppe und steckt sich fortwährend irgendwelche Krümel in den Mund, von denen man nicht sagen kann ob sie essbar sind oder nicht. Als wir nach etwa einer halben Stunde wieder nach draussen auf die Strasse gehen ist die Welt um uns ganz still geworden. Diese kurze Zeit, hat unser Gehör temporär schon beeinträchtigt. Doch diese jungen Menschen stehen sechs Tage in der Woche für zehn Stunden in dieser Halle. Wie lange hält ein Mensch das aus? Wie lange wird es wohl noch dauern, bis ihre Arbeitsplätze durch automatisierte chinesische Webmaschinen ersetzt werden? Auf der anderen Straßenseite ist eine weitere Weberei und daneben die Färberei, welche wir uns jedoch aus Zeitmangel nicht ansehen können.



Female worker



Mandalay - Mahagandahyon Kloster

Mahagandayon-Kloster

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

„Get out of my picture.“ „Go away, go away!“ Sie schreien sich an, sie drängeln, schieben, schubsen und lästern über andere Touristen, die das gleiche tun wie sie selbst. Der eigene Standplatz wird mit Ellenbogen verteidigt als ginge es um etwas Überlebenswichtiges. Etwa 200 Touristen säumen die Strasse zum „Mahagandahyon“ Kloster an dem täglich bis zu 500 Mönche um ihre Mahlzeit anstehen. Wechselnde private Spender sorgen mit 2.000 Dollar pro Tag für die Verpflegung der Mönche, die hier im Kloster leben und studieren. Doch die Essenausgabe am Morgen ist inzwischen zu einer Touristenattraktion verkommen, die fester Bestandteil eines Mandalay Aufenthalts zu sein scheint.

Die U Bein Brücke und Amarapura sind die Orte an denen sich die Erwartungen erfüllen lassen. Doch die Brücke und die Klöster sind voll von Touristen mit kurzen Hosen und Blümchenhemden. Die Mönche werden von überall her angeglotzt und abfotografiert, und es wundert, dass sie das alles so hinnehmen. Tourimassen ohne Anstand und Abstand – ein guter Ort zum Selbst- oder Fremdschämen.

In der Mittagspause ist Gelegenheit mit unseren Guide Ye eine wichtige Frage zu klären. Heißt es nun Burma, Birma oder Myanmar? Wir wissen schon, dass Burma und Birma Landesnamen der Kolonialmächte aus längst vergangenen Tagen ist. Das Myanma (ohne r am Ende) auch schon im 11. Jahrhundert gebräuchlich war und die Myanmare mit der (Rück)benennung einverstanden sind, ist uns neu. Nach einer Stunde Urlaub im Sky Restaurant, der Dachterrasse des im Hotels, fahren wir nach Ava, die Stadt welche einst eine bedeutende Kaiserstadt war. Mit einer Fähre überqueren wir einen Seitenarm des Ayerwaddy um nach Inn-Wa zu gelangen. Von dort schaukeln wir in, von Pferden gezogenen Einspännern zum Bagaya Monastery. Das Bagaya Kloster liegt inmitten ausgedehnter Reisfelder. 1834 König Bagyidaw dieses Klostter auf 267 mächtigen Teakholzstämmen errichten und ist seither eines der schönsten und authentischsten des Landes. Die Außenfassade des etwa 57 m langen und etwa 31 Meter breiten Klostergebäudes ist mit filigranen Holzschnitzereien geschmückt. Auch im Inneren findet man schöne Schnitzereien wenn man genauer hinschaut. Das Bagaya Kloster wird auch heute noch als Pali-Schule für Mönche genutzt. Auf dem Rückweg machen wir noch einen Stopp an der Yadanar Semi Pagode, die im 2. Weltkrieg von den Engländern durch Bombenangriffe zerstört wurde, und müssen uns dann schon wieder beeilen.

Der Königspalast in Mandalay ist ein Beton-Nachbau aus jüngster Zeit, der die einstige Pracht nicht widerspiegelt. Eine tote Stadt mit leeren Häusern wie die „Verbotene Stadt“ in Peking. Das einst reich mit Schnitzereien verzierte Mandalay hat schon vor Jahrzehnten eine Metamorphose zu einer der üblichen gesichtslosen asiatischen Ansammlung von Betonhäusern vollzogen. Mandalay lebt nur noch vom Mythos.



Sagaing Hill

Randerscheinungen

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Die letzte Sonnenstunde des Tages verbringen wir auf dem Sagaing Hill, auf dem Gelände der U Min Kyaukse Pagode von wo wir uns den Sonnenuntergang ansehen. Von hier oben kann man auch die Rauchschwaden sehen, die Teil der burmesischen Müllverwertung sind. Bis zu Beginn der 2000 er Jahre wurden zum Beispiel Mahlzeiten an Imbissständen noch ausschließlich in Schalen, welche aus Blättern gefertigt wurden, ausgegeben. Diese Zeiten sind vorbei! Heute werden Plastikbehältnisse ausgegeben, die nach dem Verzehr der Mahlzeit genauso in den Straßengraben befördert werden wie vormals die Schalen aus Blattwerk. Während die Blätter verrotteten, sieht man sich heute wachsenden Müllbergen gegenüber. Gedankenlos verteilt jeder seine Plastikabfälle, Tüten, Dosen und Flaschen gleichmäßig in der Landschaft. Bei Anbruch der Dunkelheit beginnt Zeremonie der Mülltrennung. Der über den Tag in den Straßen zusammengefegte Müll, wird mittels Verbrennung in giftigen Qualm und toxische Asche getrennt. Was nicht verbrannt wird, kippt man in Flüsse, Seen oder hortet ihn an den Straßenrändern. Den Rest erledigt der Wind!



Sagaing Hill



Ayerwaddy River

Crossing Ayerwaddy

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Es ist noch dunkel als wir zum Ayeyarwady River fahren, wo wir ein Schiff besteigen, auf dem wir Richtung Bagan fahren. Die einzigen Einheimischen, die auf dem Schiff mitfahren sind die Besatzungsmitglieder. Als die Sonne über die Baumwipfel steigt, wühlen die Schiffsschrauben das Wasser des Ayeyarwady auf und das Schiff legt ab. Im Zick Zack Kurs umfährt der Steuermann die Untiefen und Sandbänke des Flusses. Die Sonne glitzert auf den Wellen, während wir an Dörfern und ungezählten Pagoden und Stupas vorbei gleiten. Wer den Blick nicht nach unten richtet sieht auch nicht den Müll der auf dem trüben Wasser treibt.

Die Fahrt auf dem Irrawaddi von Mandalay nach Bagan ist ein Programmpunkt, den viele Reiseveranstalter anbieten. Daher wundert es zunächst, dass das Dampfboot noch immer nicht überholt und wieder eingesetzt wird. Die Aufarbeitung wurde unterbrochen, man habe nicht genügend Kunden. Nun ist bekannt, dass die Landschaft spätestens nach einem Drittel der Strecke eher eintönig flach ist, und man nicht viel sieht, besonders, wenn der Wasserstand niedrig ist, weil man dann tief unten im Fluss fährt und nur die rechts und links aufragenden Uferböschungen zu sehen bekommt.
So ist es eher unwahrscheinlich, dass ein Investor weitere Dollar in das letzte historische Dampfschiff, mit dem man luxoriös den Fluss bereisen könnte, sozuagen versenken wird.

Nach drei Stunden des monotonen Brummens der Dieselmotoren verlassen wir die dreistöckige Stahlwanne und fahren mit dem Bus weiter nach Bagan. Am späten Nachmittag besteigen wir mit hundert anderen Touristen die Pya-tha-da Pagode von wo wir den Sonnenuntergang beobachten.



Bagan

Pyathatkyi Tempel sunset

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Das wohl unvergesslichste Erlebnis in Bagan ist eine Ballonfahrt zum Sonnenaufgang. Während die ersten Strahlen der Sonne die Pagoden und Stupas in einem warmen Streiflicht erstrahlen lassen, fährt man eine Stunde lang in verschiedenen Höhen über das ausgedehnte Pagodenfeld. Manchmal sogar so niedrig, dass man zwischen zwei Pagoden hindurch schwebt. Nur das Fauchen der Brenner und das Klicken der Kameraverschlüsse stört die himmlische Ruhe. An diesem Morgen wandern 19 runde Schatten über das Pagodenfeld. Nur selten sind es weniger.
Nachdem jeder sein Glas Sekt geschlürft und seine Ballonfahrer Urkunde in Empfang genommen fahren wir zum Hotel und frühstücken auf der Dachterrasse. Das Licht des frühen Vormittags nutzen wir um das Pagodenfeld zu durchstreifen. Wir fotografieren an der Bulei Tei Pagode, der A swe Pagoode und besuchen dann den Ananda Tempel, der für seine vier Buddha Statuen berühmt ist, von der jedes Gesicht einen etwas anderen Ausdruck hat.

Bis zum Nachmittag erholen wir uns etwas in den Hotelbetten, bevor wir dann zum Pyathatkyi Tempel fahren. Anders als ich es von vor 11 Jahren her kannte, sind an Tempeln und Stupas, deren Besteigung gestattet ist, jetzt Wächter beschäftigt und es gibt diverse Souvenirhändler, die versuchen mit den über hundert Touristen die dort in der Saison täglich die Stupas oder Tempel besteigen, ein Geschäft zu machen.

Nach dem Sonnenuntergang besuchen wir ein Restaurant das nur burmesische Küche anbietet und daher fast ausschließlich von Einheimischen frequentiert wird. Es steht uns nicht zu das Essen in Qualität und Geschmack grundsätzlich zu bewerten. Wir waren jedoch einstimmig der Meinung, dass es für unsere europäischen Gaumen ungenießbar ist.



Bagan sunset



Bagan to Inle Lake

Myanmar Beauty

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Es ist unser letzter Morgen um die tausenden Stupas und Pagoden im weichen Streiflicht der Sonne zu erleben, bevor wir zum Frühstück hasten und zum Flughafen fahren. Gerade mal eine halbe Stunde dauert der Flug von Bagan nach Heho.

Kaum sind wir im noblen „Hu Pin“ Hotel angekommen, geht es mit einem der typischen schmalen Holzboote, angetrieben von einem der geräuschmaximierten und leistungsreduzierten Außenbordmotoren auf den See. Nahe der Phaung Daw U Kyaung Pagode essen wir zum Mittag. Hier wimmelt es von Touristen, so dass wir uns einen Besuch der Pagode ersparen. Auch von Touristen überrannt ist die Seidenweberei.
Es ist das Bewusstsein, dass wir von einem anderen Planeten kommen, das in mir von dem Moment an, als ich das Gebäude der Weberei betrat, das Gefühl auslöste, ein Eindringling zu sein. Der Besucher eines Zoos. Ein Fremder aus einer anderen Welt, der hier für einen Moment verweilt um kurz etwas über das Handwerk zu erfahren, um schnell ein paar Fotos zu schiessen und ein kleines Andenken runterzuhandeln. Richtig oder falsch? Haben die Menschen langfristig was davon oder ist es nur die Vermarktung und der Ausverkauf ihrer Kultur? Durch eine Tür die nur einen Spalt aufstand, blickte man in eine andere Welt. Doch in Minuten erfährt man wenig und versteht nichts von den Menschen die in ihr leben. Doch desto länger man verweilt, je bewusster wird, dass der Wandel in Myanmar zwei Geschwindigkeiten hat. Wenigen bringt er Reichtum, den meisten nur Hoffnung, denn wie zuvor geht es für viele nur darum zu überleben.

In mehreren hölzernen Pfahlbauten arbeiten hier Frauen, die aus den Stielen, der im See wachsenden Lotuspflanzen Seide weben. Desto länger man sich hier Zeit nimmt, je intensiver ist der Einblick in die vorindustriellen Arbeitsabläufe, die uns inzwischen so fremd sind, dass man sie erklären muss.

Weniger frequentiert ist die Schmiede, die ebenfalls ein hölzerner Pfahlbau am Rande des Sees ist. Wie Buddha thront der Bläser über Hammer und Amboss und pumpt mit gleichförmigen Armbewegungen Luft in zwei Röhren. Hinter ihm das offene Schmiedefeuer auf dem das Eisen zum Bearbeiten erhitzt wird. Vor ihm drei Schmiede, die wie in einer eingespielten Choreografie riesige Hämmer auf dem rotglühenden Metall tanzen lassen.

Am Abend trinken wir auf der Terrasse des Paramount Hotels in mitten des Inle Sees mit Blick auf die schwimmenden Gärten und den Sonnenuntergang einen leckeren Sundowner. Einige weitere auf der Terrasse unseres Bungalows.



Blacksmith



Inle Extrem

Inle Triple

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Die ersten Strahlen der Sonne, lassen ein schmales Wolkenband über dem Inle Lake noch vor Sonnenaufgang in Pink erstrahlen, als wir am Steg stehen. Mit dem Boot fahren wir auf den See wo wir ein Arrangement mit drei Fischern haben, die uns über eine Stunde lang ihre traditionelle Fangmethode vorführen. Im ersten Licht der Sonne hatten die Teilnehmer so auch die Gelegenheit Fotos und Videos zu machen, die denen in den einschlägigen Hochglanzmagazinen oder Reportagen in nichts nachstehen.

Auf der Rückfahrt zum Hotel sehen wir fünfzehn Motorboote mit Touristen wie an einer Kette über den See zu ihren Tageszielen jagen. Immer neue Boote schälen sich aus dem Dunst über dem See. Es sind so viele, das sie bei der abendlichen Rückfahrt einen breiten Abgasstreifen hinterlassen, der deutlich sichtbar lange über dem See steht.

Sofort nach dem Frühstück jagen auch wir wieder über den See nach Indein. In dieser Klosteranlage finden sich 1080 Stupas in den unterschiedlichsten Verfallsstadien. Bis 1998 war diese Anlage durch die Militärregierung für jedermann gesperrt. Hier bleiben wir länger um die interessante Anlage in Ruhe besichtigen zu können. Auch hier gilt, je früher man ankommt und je mehr Zeit man sich nimmt, desto mehr Motive und Ansichten, die anderen Betrachtern verborgen bleiben, ergeben sich. Da wir uns genau die Zeit nehmen, hatten wir das Glück Frauen und Kinder vom Stamm der Paoh im Pagodenfels von In tein zu fotografieren (es gibt wie bei vielen Orten in Myanmar verschiedene Schreibweisen).
Weiter geht die Fahrt durch schmale Kanäle über Stauwehre aus Bambus zur Silberschmiede, wo man sich über unseren Besuch freut, da wir dort 200 Dollar investieren. Die Zeit der heißen und harten Mittagssonne chillen wir im Golden Moon Restaurant. Nur zwei Minuten mit dem Boot entfernt ist das Webereimuseum, in der Langhalsfrauen vom Stamm der Ka-Yan ihr Handwerk in traditioneller Weise vorführen. Die Ka-Yan-Frauen wohnen in der etwa 100 Kilometer entfernten Stadt Lya kaw, nahe der Grenze zu Thailand. Außer in der Touristensaison kehren sie zwei Mal im Monat nach Hause zurück. Da sie hier nur die Erlaubnis haben im Museum für Touristen zu arbeiten, dürfen sie die Häuser nicht verlassen. Dank unseres lokalen Guides Ye können wir jedoch auch hier ein Shooting im Außenbereich arrangieren. Zum Dank geben wir auch hier einige Euros aus.

Nachdem wir wieder auf der Terrasse des Paramount Hotels mit Blick auf die schwimmenden Gärten einen leckeren Sundowner genommen haben, suchen wir nach einer Lokation für den Sonnenaufgang und feiern den Sonnenuntergang fotografisch ab.



Inle fisher men





Inle Lake - Bago

Foggy Morning

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Der Speicherkarten-Overkill beginnt wieder vor Sonnenaufgang auf dem See. Da gute Bilder nicht immer Zufall sind, treffen wir wieder zwei Fischer, die die traditionellen Netze dabei haben. Das Frühstück auf der Terrasse des „Hu Pin“ Hotels über dem See ist auch unser Abschied von diesem besonderen Ort, an dem es uns trotz Lärm und Dreck sehr gefallen hat. Eine letzte Fahrt über den See nach Nyaung Shwe, dem Tor zum Inle See für die meisten Touristen. Da der Ort mit Fahrzeugen vom Flughafen Heho leicht zu erreichen ist, finden sich hier unzählige Hotels. Die zahlreichen Baustellen lassen vermuten, dass sich die Zahl der Hotels hier in den nächsten zwei Jahren verdoppeln wird. Abgasschwaden und das nie endende Geknatter der unzähligen Boote auf dem Kanal machen einen Aufenthalt hier sicher nicht zu einem Vergnügen. Wir verlassen diesen schrecklichen Ort as soon as possibe und halten an der Buddha´s Scripture Shwe-yan-pyay Monastery.

Das buddhistische Shwe-yan-pyay-Kloster wurde 1887, vollständig aus Teakholz erbaut und fällt durch seine ovalen Fenster auf. Es ist auch heute noch gut erhalten und dient vor allem als Schule für die arme Bevölkerung der Umgebung. Die Eltern können ihre Kinder im Alter von sechs Jahren in dieses Kloster schicken, wo die Kinder neben der Lehre Buddhas, Lesen, Schreiben und Rechnen lernen. Wenn sich die Kinder im Alter von 14 Jahren gegen ein Leben als Mönch entscheiden, müssen sie das Kloster verlassen und zu ihren Familien zurückkehren. Ein Besuch in diesem, von aussen eher unscheinbarem Kloster, ist fast schon eine spirituelle Erfahrung.

Es ist noch viel Zeit bis unser Flieger nach Yangon startet und so entscheiden wir uns die Zeit für eine weitere kulinarische Erfahrung zu nutzen. In Heho halten wir an einem Restaurant, in dem nur Burmesen zu Mittag essen oder wie am Nebentisch aus einer grossen Kanne um die Wette Bier trinken. Im Hof hängen in grossen Schalen Speck und Zwiebeln in der Sonne und die Zubereitung der Mahlzeiten konnte man nach Belieben vorher in der Küche beobachten, wo von ich jedoch abrate. Das Essen selbst hat uns jedoch besser geschmeckt als der kulinarische Albtraum an jenem Abend in Bagan.

Mit Flug 6T808 starten wir um 16:20 Uhr von Heho nach Yangon, von wo wir mit einem Charterbus nach Bago fahren. Das Hotel „Jade Garden“ ist das beste Hotel der Stadt. Man sollte bei einer solchen Klassifizierung jedoch nicht ausser acht lassen, dass man sich in Myanmar in einer von Touristen wenig besuchten Stadt befindet. Nach dem Abendessen und einem kurzen Briefing fallen alle müde in ihre Betten.



Bird attack



Elefanten Camp & much more

Morgenwäsche

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

4:07 zeigt die digitale Uhr im Bus als wir vom Hof des Hotels rollen. Glücklicherweise haben sich nur drei der Gruppe zu dem Ausflug zum Elefantencamp entschlossen. So hat jeder von uns eine eigene Sitzbank, um zu schlafen. Die neue und fast Auto freie Autobahn, kann man sich nicht wie eines der Betonbänder vorstellen die Europa durchziehen. Die Breite der vierspurige Autobahn ist zwar in etwa die so wie wir sie kennen, doch handelt es sich um eine unebene Holperpiste, auf der das Schlafen im Bus schwer fällt, da man ständig droht von der Sitzbank zu fallen. Trotz der neuen Autobahn fahren wir vier Stunden bis zum Elefanten Camp nach Phokhyar.

In Myanmar gibt es noch etwa 5.000 wilde und genauso so viele Arbeitselefanten. Ein Teil der Arbeitselefanten gehört der der staatlichen Myanmar Timber Enterprise, der andere Teil ist in Privatbesitz. Einige der Camps in denen Elefanten für die Bergung der Teakholzstämme als Zugtiere genutzt werden, kann man heute ohne Sondergenehmigung besuchen. Jedoch liegen die meisten Camps weit ab der Touristenpfade und verfügen über keinerlei Tourismus kompatible Infrastruktur wie Unterkünfte oder Verpflegung. Für jeden Elefanten gibt es einen Betreuer, der hier Oozie heisst, und ihn meiste das ganze Leben als Arbeitselefant begleitet. Das Pho Khyar Camp ist von Bago relativ leicht erreichbar, und so wird dort auch etwas für „normale“ Touristen geboten. Das Waschen der Elefanten kann von einer kleinen überdachten Tribüne beobachtet werden, man kann auf den Tieren reiten und es wird demonstriert wie die Dickhäuter Stämme durch den Wald ziehen. Zu guter Letzt kann man die Elefanten füttern und sich mit ihnen fotografieren lassen. Das klingt nach Touritheater, ist es auch, doch lohnt sich die weite Anfahrt besonders für jene, die noch nie asiatische Elefanten gesehen haben.

Wer denkt, dass wir jetzt nach einer zehneinhalb Stunden Tour mit dem Tag durch sind der irrt! Im Tha net Pin Township nahe Bago besichtigen wir eine Reismühle mit einer stationären Dampfmaschine aus England von 1928 und einer Transmissionsanlage, die auch heute noch genutzt wird. Feinster Staub von den Schalen der Reiskörner erfüllt die Luft. Offenbar sind Staubexplosionen in Myanmar unbekannt, denn hier laufen die Arbeiter auch mit einer brennenden Zigarette im Mundwinkel durch das Holzgebäude an deren Ende man im Staub eine Tür nur erahnen kann. Überall arbeiten hölzerne Rüttelwerke und blickt man an den Tragbalken hoch zum Wellblechdach stellt man fest, dass das gesamte Gebäude mit rüttelt. Ohne Mundschutz und in Badelatschen arbeiten Frauen und Männer hier in der Saison von November bis April bis zu 12 Stunden. Aber die Tage der dampfbetriebenen Reismühlen sind gezählt. Viele Bauern haben sich inzwischen einer der neuen elektrischen Reismühlen aus chinesischer Produktion gekauft und benötigen die Dienste des Reismüllers nicht mehr.

Währen die meisten Menschen auf dem Land noch immer wie vor hundert Jahren leben und arbeiten investiert man in die Infrastruktur! Über neu asphaltierte Dorfstraßen geht es weiter nach Bagoda, wo wir an einer Zigarillofabrik halten. Auch hier schauen wir uns die Produktion an.

Auf dem Fußboden sitzend im Schein von Kerzen sind es auch hier Frauen aber auch Kinder, die für das Rollen von 1.000 Zigarillos am Tag einen Lohn von 3.000 Kyhad, umgerechnet 3 Euro pro Tag erhalten. 355 Tage im Jahr, 7 Tage in der Woche, 8 Stunden pro Tag, kein Urlaub! Nach einem Abstecher zum Bahnhof ist der anstrengende Teil des Tages erledigt.

Es ist ein eigenartiges Gefühl, sich den ganzen Tag mit den Arbeits- und Lebensbedingungen der Burmesen zu konfrontieren und sich am Abend in einen anderen Kosmos zu begeben. Wir sitzen an einem edlen schweren Holztisch, mit Platzdeckchen und weißen Tellern darauf auf der Terrasse des Restaurants Hanthawaddy mit Blick auf die 114 Meter hohe Shwemawdaw Pagode. Für ein Essen und unsere Getränke zahlen wir so viel wie eine Arbeiterin in der Zigarillofabrik in drei Tagen verdient.



factory childhood



Yangon

nameless workers

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Dunkel ist es, als wir Bago Richtung Yangon verlassen.
Wir fahren direkt zum Hafen von Yangon. Bei der Hafenbesichtigung zeigt sich der Fortschritt in Gestalt neuer Fähren, welche die rostigen Seelenverkäufer ersetzt haben.
Die Menschen, welche die Fähre nutzen haben jedoch noch immer die gleichen Gewohnheiten. Kaum hat sich die Fähre soweit dem Landungsponton angenähert, dass man durch einen beherzten Sprung hinübergelangt, strömen die Massen aus dem Kahn. Wem die neuen Fähren zu teuer sind, der nutzt einen der antiken Holzkähne, die über den Yangon River gerudert werden. Es sind an die hundert Holzkähne, die sich bei Sonnenaufgang fotogen als Silhouetten auf den glitzernden Wellen abzeichnen.

Am Frachtpier nebenan kann man das Löschen der Ladung von den hölzernen Frachtkähnen beobachten. Männer die zusammensitzen und in ewigem Palaver die Preise für Güter aushandeln. Kinder, die zwei schwere Fässer donnernd die Landungsbrücke hoch rollen. Hühner, Eier, Kokosnüsse, Reissäcke, Bananenstauden und Fässer werden per Hand entladen. Die Arbeiter bekommen an der Ladeluke ein Holzstäbchen, welches der Nachweis für die Anzahl der geschleppten Frachtstücke ist und tragen dann die Güter auf dem Kopf über eine schmale Landungsbrücke zu den LKWs. Manche der Arbeiter, die Tagelöhner sind und ohne jede Versicherung arbeiten, erhöhen ihre Löhne in dem sie zwei, 40 Kilo schwere Säcke auf einmal tragen.



underage workers





Chevrolet is dead!

Mr. U nyint maung

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Die betagten Chevrolet Busse gehörten bis vor wenigen Jahren zum Straßenbild in Myanmar. Bis Ende 2013 waren sie dann nur noch in Yangon im Linienverkehr im Einsatz. Doch das Ende des Einsatzes dieser Fahrzeuge zeichnete sich bereits Anfang 2013 ab, als nur noch die Linie 61 mit diesen Fahrzeugen bedient wurde. Wir wollten diese letzte Chance nutzen und in Yangon diese Fahrzeuge im Einsatz sehen und auch mit einem mitfahren.
Doch dann kam die Nachricht, dass die Stadtverwaltung mit Wirkung zum 1.Januar 2015 verfügt hat, dass diese Fahrzeuge aus dem Verkehr zu nehmen sind. Unsere deutsch-burmesische Reiseorganisatorin Kyi Kyi nahm daraufhin Kontakt zu Zulassungsstelle auf, um zu erfahren ob irgendwo im Stadtgebiet noch so ein Fahrzeug verfügbar ist. Bevor dies zu einem Ergebnis führte, entdecke Bernd Seiler, Inhaber eines Reiseunternehmens, bei einem Aufenthalt in Yangon durch Zufall einen Chevrolet Bus vor einer Schule. Der wiederum beauftrage Kyi Kyi herauszufinden wem dieser Bus gehört. Zu guter Letzt traf diese dann auf dem Ersatzteilmarkt in Yangon, wo Ersatzteile für diese Fahrzeuge gehandelt werden, einen Inder der den Busfahrer kannte.

Der 72 jährige U nyint maung, der den 1942 gebauten Bus seit 42 Jahren fährt, hat seit 40 Jahren einen Vertrag mit einer privaten Schule und fährt Kinder zu dieser Schule und wieder nach Hause. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass er von dem Verbot, dass nur Linienbusse betraf, ausgenommen ist. Somit dürfte er nicht nur einer der ältesten Busfahrer sein von denen ich je gehört habe, sondern er fährt auch den letzten Chevrolet Bus in Myanmar. Nur in Bagan werden noch drei dieser Busse im Shuttleverkehr von „Balloons over Bagan eingesetzt. Dank des Engagements unserer Reiseleitung konnten wir nun doch noch den Bus in Stadtverkehr erleben und auch selbst eine Runde mit fahren.



adé Chevrolet



Shwedagon Pagode

Prayer together II

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Ich kann mir nur schwer vorstellen was „normale“ Touristen in Yangon außer deiner Besichtigung der Shwedagon Pagode noch machen. Yangon ist ein stadtplanerischer Supergau. Häuser vom Monsun gezeichnet, dreckig und vertaubt an denen sich ein Gewirr von Elektroleitungen durch die Strassen zieht. Offene Abwasserkanäle in denen eine dunkelgraue Flüssigkeit mit der Konsistenz von Sirup in der Hitze vor sich hin blubbert. Für den allgegenwärtigen Müll der sich in einer Metropole potenziert, gibt es wenig bis keine Konzepte. Einen Mülleiner zu finden ist eine zeitraubende Beschäftigung. Wenn die Stadtverwaltung Mülltonnen aufstellt, wissen die Leute nichts damit anzufangen. Sie laden ihren Müll davor ab. Abgasschwaden ziehen durch die Strassen das einem die Luft weg bleibt und die Stimme versagt. Millionen Autos, Busse, Lastwagen und Mopeds hupen sich durch die Häuserschluchten. Lange Schlangen bilden sich in den Hauptverkehrsadern vor den Ampeln deren Umschaltphasen 15 Minuten und länger dauern können. Für eine Entfernung von zehn Kilometern sollte man eine Fahrzeit von einer Stunde einplanen. Besonders auch, weil Taxifahrer sich selten in ihrer Stadt auskennen. Wie sollten sie auch, sie verändert sich jeden Tag. Als Zeugnisse des Fortschritts wachsen unzähligen Baustellen die immer gleichen Betontürme in den Himmel. Man kann inzwischen in einer beliebigen asiatischen Großstadt ankommen und wird nicht mehr unterscheiden können welche es ist.



in prayer



Nachsatz

Blacksmith

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Myanmar hatte mir 2003 wirklich gefallen und ich wollte noch Mal dort hin.
Doch die Horrormeldungen des ausufernden Tourismus und die Tatsache, das Berichte über Myanmar als Reisedestination sogar in der Apothekenzeitung zu lesen waren, bewogen mich zum Entschluss, dort doch nicht noch einmal hinzufahren.

Doch Freunden zu liebe ließ ich mich dann doch noch einmal darauf ein.

In der Tat ist Myanmar ein Land das wohl jeden (nach)denkenden Reisenden vor eine andauernde Zerreisprobe stellt. Die Zustände im Land hinterlassen mehr als nur einem faden Geschmack. Ob die Menschen wirklich vom Tourismus nachhaltig profitieren, halte ich für fragwürdig.

Doch nie vorher habe ich soviel Bilddateien angefertigt wie auf dieser Reise. ….und ich habe meinen rechten Zeigefinger wirklich gezügelt!

Falls jemand an weiteren Bildern und den Verhältnissen in Myanmar interessiert ist, ich habe auf meiner Webseite dazu Abhandlungen, die ich den Usern hier ersparen wollte.

Vielen Dank allen die hierzu ihre Meinung sagen können.


Teilen auf

Mein Interessenprofil

Bitte melden Sie sich an, um Reiseziele zu Ihrem Interessenprofil hinzuzufügen.

Kommentare

  • niglotraveller

    Interessanter Bericht, mir gefällt der Schreibstil und vor allem die Bildersammlung sehr! Ob Myanmar vom Tourismus profitiert ist wohl in erster Linie eine Frage des Geldes, nämlich wohin es fließt. Ich denke wir alle Farangs/Barangs sind geneigt in solche Länder zu reisen weil sie uns in ihrer Exotik, Schönheit und traurigerweise auch Armut einfach faszinieren. Bei letzterem muss man sich selber die Frage stellen: Gönne ich den Menschen den sozialen (/wirtschaftlichen) Aufstieg auf Kosten, dass ich für mich eine Reisedestination "weniger" habe? Spontan würde das wohl jeder bejahen, aber die Tatsache, dass wir alle - mich eingeschlossen - die Pfade abseits des Tourismus suchen, kann mitunter auch entlarven ;-)

    LG aus Phnom Penh

    Nicolás

  • INTERTOURIST

    Vielen Dank Nicolas
    Für ersteres gibt es eine simple Lösung: Bucht nur bei ortsansässigen Agenturen!
    Bei Reisekonzernen zu buchen ist bequem aber die Gewinne fließen ausschließlich in Steueroasen.
    Die Adresse findet sich am Ende des Berichts auf meiner Internetseite.
    Das hier zu posten ist, soweit mir bekannt nicht gern gesehen.

    An Armut kann ich nichts finden. Wenn Menschen heute noch versuchen mit dem Holzpflug dem Acker was abzuringen oder gar betteln müssen, dann ist das nur der Beweis dafür das der Oxfam-Armutsbericht nicht überspitzt war.
    Wenn die Menschen in "3. Welt" Ländern so reich wären wie wir, könnten sie sich auch Umweltschutz leisten, was wiederum die von uns so geschätzten Destinationen langfristiger schützt und den Aufenthalt angenehmer macht.

    Wenn die Menschen in allen Ländern so wohlhabend wären wie wir, wären wir dann noch wohlhabend? Ist es nicht auch ein Grund dafür das wir so reich sind, dass die Menschen dort so klein gehalten werden?

    Ich gehe abseits der Pfade um etwas über das Land zu erfahren - nur deshalb.

    Grüße

  • niglotraveller

    Ich wollte nicht anmaßend klingen, tut mir leid wenn das so rüber gekommen ist.
    Das Unterstützen ortsansässiger Agenturen ist durchaus ein guter Weg, in manchen Ländern - mir fällt dazu nur Kambodscha ein - sind aber selbst die zT wieder in kriminellen Gruppierungen, da schließe ich die Regierung mal frech mit ein, mit eingebunden -> s. Angkor Wad und Familie/Clan Hun Sens.
    Armut ist natürlich immer relativ. Wer sein Leben auf ehrliche harte Weise durchbringt muss nicht gleich arm sein, das meinte ich auch gar nicht. In Chiang Rai gelten die Bergstämme zu den "ärmsten", obwohl die wenigsten Hunger leiden oder unterernährt wirken. Ich spreche von den Punkten, die die Menschen dort zu Dingen zwingen die sie selber tatsächlich schädigen können und es psychisch und physisch tun: Prostitution, Minenarbeit, Minensucher (da gabs mal Schlagzeilen aus dem 3Ländereck KHM, THA, LAO in denen arme Menschen für wenig Geld auf Minensuche/Entschärfung gegangen sind). Und ich persönlich definiere Armut auch dort, wo Menschen für uns sehr einfache Träume hegen und die aus sozialen und/oder politischen Gründen nie wahr werden - Staatsbürgerschaft in einem Nachbarland, Leben in der Stadt, Berufe wie Polizei oder Kassierer.
    Dass jeder eine Mitschuld daran trägt ist auch klar. Wenn "die" so "reich" wären wie wir, nun dann hätten "wir" vermutlich weniger zu lachen.
    Zum Thema abseits der Pfade - ich hatte es extra allgemein gehalten, weil ich durch Deinen Bericht nicht den Eindruck hatte, dass Du extra wegen der Armut oä diese beschreitest. Es war nicht als Angriff an Dich gemeint, sondern eher generelle Kritik an Touristen die mit GBs an Fotos von Müllhalden, Straßenkindern und toten Tieren am Wegesrand heimkehren. Und dabei die tatsächliche Schönheit des Landes außer Augen lassen. Schönheit wie Du sie auf Deinen Fotos btw sehr gut festgehalten hast!

    LG Nicolás

  • INTERTOURIST

    Hallo Nicolás,
    da war nicht anmaßendes oder überhebliches in deinen Zeilen.
    Auch gibt es keinen Grund sich zu entschuldigen.
    Vielmehr ist es wohl meine „straighte“ Ausdrucksweise, die besonders in online Medien zu Mißverständnissen führen kann.
    Ich finde deine Meinung extrem differenziert und reflektiert.
    Man merkt auch, dass Dir die asiatische Welt vertraut ist. So sind deine Ausführungen sehr bereichernd für mich. Es ist ja immer wieder schön festzustellen, dass es mehr Menschen gibt die sich für diese Problematiken interessieren. Um so enttäuschender
    ist es jedoch dann wieder festzustellen, dass Länder wie Myanmar in keinster Weise aus den Fehlern anderer Länder lernen und das es in letzter Konsequenz für unsere Spezies keine Hoffnung gibt.

    LG Jörg

  • gtrasher

    Ein sehr interessanter Bericht, der mich in vieler Beziehung an andere asiatische und auch südamerikanische Länder erinnert.....Länder, in denen Armut von uns oft mit Exotik verwechselt wird.Es bleibt jedoch festzustellen, dass wachsender Wohlstand (der im Regelfall dann einen großen Teil der Bevölkerung sowieso außen vor lässt), nicht unbedingt zu einer geringeren Umweltverschmutzung führt, sondern eher im Gegenteil diese Problematik noch drastisch verschärft - mit dem Unterschied, dass man im Gegensatz zu weggeworfenen Plastiktüten z.B. CO2 Einträge nicht direkt sieht. Ich bin eigentlich grundsätzlich ein optimistischer Mensch, spätestens an diesem Punkt aber gewinnt auch bei mir der Pessimismus die Oberhand. LG Gerd

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Last Call Myanmar 5.00 10

Beliebte Community-Inhalte: AustralienNorwegenThailandVietnamItalienBarcelonaIndien ReiseführerIndien Tipps