Alaska 2012

Reisebericht

Alaska 2012

Reisebericht: Alaska 2012

Eine dreiwöchige Rundreise mit dem Auto durch Alaska.
Von Anchorage über Valdez nach Fairbanks.
Sowie der Besuch des "Danali" und "Kenal Fjords" National Parks.

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Von Anchorage über Palmer nach Glennallen

1. Tag
„Frankfurt“ - „Anchorage“

Da der Abflug nach Anchorage zur frühen Mittagszeit ansteht, bin vorsichtshalber schon am gestrigen Abend mit der Bahn angereist. Nach der aktuellen Außentemperatur, dürfte dies eins der heißesten Wochenenden in Deutschland werden. Gut dass hier in „Frankfurt“ alles schön klimatisiert ist.

Die neue „pfandpflichtige“ Gepäckwagenregelung am „Fraport“ ist eine Katastrophe. Erst einmal Kleingeld zusammensuchen oder die VISA-Karte zücken. Dann kann man den Bahnsteig nur noch über den Fahrstuhl verlassen. Vor der Rolltreppe wurden zusätzlich Barrieren errichtet. Glücklicherweise sind hier die Fahrstühle noch sehr geräumig und mehrere Personen können gleichzeitig hinauffahren. Das ist auf der anderen Seite, in der Empfangshalle, dann nicht mehr der Fall. Eine abgestellte Mitarbeiterin vom „Fraport“, dirigiert alle Gepäckwagen auf die rechte Seite hinüber. Vor dem kleinen Fahrstuhl, hat sich schon eine lange Schlange gebildet. Die ganz frustrierten, versuchen es mit oder ohne Wagen über die Rolltreppe. Leute mit kleinem Gepäck oder Trolly, kommen allerdings kaum mehr zu dieser durch. Da sollte sich mal einer eine praktikablere Lösung ausdenken.

An der Passkontrolle, hat sich mal wieder die übliche Wochenendeschlange gebildet. Es geht aber ausnahmsweise relative zügig voran. Einen Securitycheck gibt es erst einmal nicht. Am Ende der Halle, direkt vor dem Gate, muss man dann aber durch. Ca. 1 Stunde bevor das Bording beginnen soll, erscheint das dafür notwendige Personal.

Für das Bording müssen alle den Wartebereich noch einmal verlassen. Gewissenhaft wird dann der Bordingpass kontrolliert. Auch hier erfolgt wie schon beim Checkin des Gepäcks, keine Kontrolle des ESTA-Antrages mehr. Vor zwei Jahren, wurde das alles noch extensive mehrfach nachgefragt und geprüft. Scheint sich inzwischen eingespielt zu haben. Auch steht hier inzwischen kein separates US-Personal mehr. Der entscheidende Unterschied liegt vielleicht auch darin, dass ich direkt mit einer deutschen Fluggeselschaft nach „Anchorage“ fliege. Schien mir die „günstigste“ (Zeit / Preis) Variante zu sein. Nur 9 ½ Stunden bis zum Ziel.

Pünktlich geht es mit mehreren Busen, zu der wartenden Maschine hinüber. Vorne und hinten geht es die Stufen zur Boing 767-300 hinauf. Für den Hinflug, habe ich noch sehr günstig einen Premium-Economy Platz bekommen. Ein klein wenig mehr Platz und Besteck aus echtem Edelstahl. Was für ein Luxus. Nach diversen Getränken und einem Mittagessen, ist erst einmal vorschlafen angesagt. Eine Zeitverschiebung von 10 Stunden, ist schon eine gewaltige Herausforderung.

Kurz vor der Landung, gibt es nicht nur ein kleines Frühstück, sondern auch einen phantastischen Blick auf den Gipfel des „Mt. McKinley“. Dieser ragt noch sehr beachtlich über den Wolken hervor. Kurz darauf setzen wir auch schon auf der Landebahn auf. Bisher alles perfekt und zur vollsten Zufriedenheit gelaufen. Mal sehen was die US-Einwanderungsbehörde noch so sagt.

Da ich sehr weit vorne sitze und aus meinem letzen USA-Besuch ja was gelernt habe, geht es nach dem Verlassen der Maschine (Diesmal direkt über das Gate), sofort weiter in Richtung Immigration. Sind die Ersten heute oder was wahrscheinlicher ist, überhaupt die einzige ausländische Maschine die hier ankommt. Mir ist jedenfalls keine Andere nicht amerikanische Fluggesellschaft bekannt, die „Anchorage“ direkt anfliegt. Was wiederum bedeutet, dass die Rechner für Pass, Finger und Fotokontrolle noch nicht hochgefahren wurden und wie sich zeigt, dies auch nicht so richtig wollen. Nach einer längeren Wartezeit, sind die Schalter aber dann doch noch startklar. Erstaunlich schnell und massive parallel, werden dann die einzelnen Personen abgefertigt. Inzwischen haben sich die strengen Einreisekontrollen, wohl bei den Beamten sowie den „Urlaubern“ eingespielt. Auch ich darf nach ein paar Standardfragen, in die USA einreisen. Was man nicht als selbstverständlich ansehen sollte. Auf der Rückreise haben wir einen abgewiesenen Tourist, wieder mit nach Hause nehmen müssen.

Das gesamt Gepäck ist auch angekommen. Einen Kofferwagen gibt es sogar umsonst. Die Mietwagenfirmen liegen alle im Ablugterminal. Zu Fuß (5 - 10 Minuten) oder mit dem Shuttelbus. Dann nur noch durch einen kleinen Tunnel und das erste Ziel ist erreicht. Keine große Wartezeit. Die Anderen stehen alle bei der Konkurrenz. Die Formalitäten sind schnell erledigt. Ein Upgrade oder eine Tankfüllung will ich nicht. Leider habe ich diesmal ein „weißes“ Auto bekommen. Für eine Campingurlaub in Alaska, nicht die beste „Wahl“. „Offroad“ darf ich sowieso nicht fahren. Ein sehr extrem großes Schild am Schalter, hat darauf noch einmal explizit hingewiesen. Kann man eigentlich nicht übersehen.

Frisch mit den ersten Dollarnoten vom Automaten bestückt, suche ich im Parkhaus nach meinem Wagen. Meine zweite Heimat, für die nächsten 3 Wochen. Ganz hinten und zwischen den großen Trucks kaum zu erkennen, findet sich mein kleiner „Toyota Corolla“.

Nur noch kurz die Schuhe wechseln und die Sonnenbrille raussuchen, sowie eine allgemeiner Rundumcheck des Autos und dann kann es eigentlich auch schon los gehen. Mein erstes Ziel der Reise, liegt auf der anderen Seite der Stadt. Ein kleiner Park mit einem städtischen Campingplatz darin. Nicht die erste Wahl, aber noch sehr stadtnah und schnell über den Highway zu erreichen. So langsam kommen die ersten Ermüdungserscheinigung hervor. Die Konzentration ist auch nicht mehr die Beste.

Der Platz macht schon einen etwas trostlosen Eindruck. Ist aber nach dem typischen Schema mit Feuerstelle und Tisch ausgestattet. Die einzelnen Stellplätze, liegen teilweise im Wald. Der hier noch sehr breiten „Highway No. 1“, kann man allerdings noch gedämpft hören. Wenig los. Man kann schon die Nachsaison fühlen.

Zelt aufstellen und bei der Rezeption bezahlen. Was jetzt? Es ist noch sehr früher Nachmittag, noch nicht einmal Kaffeezeit. Habe allerdings auch noch keinen. Da Morgen Sonntag ist und die Geschäfte etwas später als üblich aufmachen, sollte ich vielleicht meine Einkäufe doch schon heute erledigen. Diverse Einkaufszentren habe ich links und recht der Straße schon gesehen. Beim Ersten gibt es fast nur Klamotten und Spezialgeschäfte und kaum Lebensmittel. Ein paar kleine Basics. Hauptsache haltbare Sachen sowie die obligatorische Kühltasche (25 $) und zwei Campinggaskartuschen (6 $). Alles zusammen fast 100 Dollar. Ein bisschen Obst und Gemüses, währen aber auch nicht schlecht. Also weiter zum nächsten Center. Die Hälfte der Gebäude, ist nicht belegt. Entweder ist dies erst gerade fertig geworden oder befindet sich schon wieder in der Auflösung. Also noch einmal weiter. Diesmal habe ich mehr Glück. Der ultimative Supermarkt, mit allem was man sich so wünschen kann. Stolze 70 Dollar zahle ich für den „Rest“. Dürfte aber auch für die nächsten 21 Tage reichen. Ein frischer Apfel oder so, währe aber gelegentlich nicht zu verachten.

Zurück am Platz, gibt es erstmal einen Kaffee und ein paar Kekse. Ist jetzt gerade mal 16 Uhr. Ein kleines Päuschen, kann ich nicht mehr länger raus schieben. „Kurz“ hinlegen. Nach 2 Stunden, geht es mir wieder ein bisschen besser. Zeit um den Park zu erkunden. Diverse Wege führen durchs Unterholz. Nichts Spannendes. Schnell hat man die einzelnen Grenzen erreicht. Vor dem Campground liegt eine Picknickwiese mit Fußballplatz. Hier haben sich so einige Familien zum Abendessen unter freien Himmel eingefunden. An diversen Tischen, wird fleißig gekocht. Meistens scheint es sich um asiatische Küche zu handeln. Bis 20 Uhr kann ich mich noch wach halten. Dann geht es „endlich“ schlafen.


2. Tag
„Anchorage“ - „Palmer“

Habe die erste Nacht fast durchgeschlafen, nur kurz mal aufgewacht. Hoffe auf eine schnelle Zeitanpassung. Die Sonne hält sich noch deutlich zurück. Frisch ist es auch. Das Frühstück ist schnell zubereitet und somit kann ich in Ruhe, mein erstes Etappenziel planen. Habe es nicht allzu weit. Nachdem ich das Zelt abgebaut habe, geht es auch schon los.

Nach einer kurzen Fahrt auf dem „Highway 1“ Richtung Norden, sowie einer kleine Nebenstraße, bin ich schon im „Palmer“ angekommen. Hatte allerdings auch schon fast einen Zusammenstoß mit einem Elch. Dieser hatte glücklicherweise schon die Straße überquert. Am Straßenrand stehend, interessiert ihn jetzt nur noch das frische Gras.

Die Weiterfahrt zur „Independence Mine“, ist gar nicht so einfach. Biege etwas zu früh ab und verpasse somit die direkte Zufahrt. Nach ein paar Versuchen und einer schönen alternative Route, habe ich den „State Historical Park“, dann aber auch schlussendlich doch noch erreicht. Der kleine Abstecher, lohnt sich auf jeden Fall. Die Mine liegt in Mitten der Berge. Kalt und etwas düster ist es geworden. Auch muss es hier erst vor kurzer Zeit geregnet haben. Die anfallenden Gebühren muss man wie üblich passend und selbständig in einem der bereitliegenden Kuverts an der Zahlstation hinterlegen.

Noch ist am Sonntagmorgen wenig los. In diesem Gebiet gibt es einige Wanderwege. Auf der Hinfahrt, bin ich an diversen Parkplätzen vorbeigekommen. Mich interessiert jetzt aber erst einmal die Mine. Die verschiedenen Gebäude sind über einen Rundweg miteinander verbunden. Einige wurde renoviert. Viel ist aber bereits verfallen und wurde bewusst so gelassen. Eine Vielzahl von Informationsschildern, gibt Auskunft über Arbeit und Leben in diesem kargen Landstrich. Nur das „Gold“ hat die Menschen hier her gelockt. Im Hauptgebäude, kann man noch einige weiter Informationen einsehen. Der Rundgang führt an so manschen interessanten Detail vorbei.

Das Wetter bleibt trocken und ich fahre bis zum nächsten Wanderparkplatz zurück. Von hier aus führt ein gut ausgebauter Weg, entlang eines kleinen Fluss in ein Tal hinein. Der ganze Weg (9 Meilen), ist mir etwas zu viel. Deshalb setze ich mir einen Umkehrpunkt auf dem ersten Drittel des Weges.

Am ersten Tag im Alaska, erwartet man noch hinter jeder Biegung eine Überraschung. Außer einer Maus, gibt es aber nicht viel zu sehen. Zurück beim Parkplatz, fängt es stärker an zu regnen. Es hat sich dicht zugezogen. Das Tal kann man zwischen den Wolken, nicht mehr ausmachen. Erstmal zurück und dann sehen, wie es weiter gehen soll. Je tiefer ich komme, umso mehr lässt der Regen nach. In „Palmer“ sind die Straßen bereits trocken und etwas blauer Himmel ist auch schon erkennbar. Also mal nach einer geeigneten Übernachtungsmöglichkeit suchen.

An einer der Ortszufahrten werde ich fündig. Der etwas abseits gelegenen Campground, macht einen sehr gepflegten Eindruck. Auch hier habe ich freie Platzwahl und entrichte den fälligen Betrag, über die obligatorische Zahlstation. Der Platz ist in einem oberen Teil für die ganz großen Camper, sowie einem unteren Teil für Zelte und Co aufgeteilt. Etwas feucht hier unter. Um den Platz herum, gibt es viele kleine Tümpel. Dichtes Buschwerk umgibt einen. Bis zum Fluss ist es nicht weit. Habe bis jetzt aber noch nicht so „viele“ Mücken gesehen. Meinen Köchel habe die aber schon gefunden. Das „Einheimische“ Mückenzeug scheint aber so langsam zu wirken.

Durch den frühzeitigen Abbruch meiner kleinen Wandertour, verbleibt noch genügend Zeit für Kaffee und einem ausgedehnten Spaziergang durch die naheliegenden Vororte von „Palmer“. Ein Abstecher zum Fluss ist auch noch drin.

Zum Abend hin, finden sich noch ein paar weitere Camper ein. Muss somit nicht ganz „allein“ im dunklen Wald übernachten. Das „Erste“ Abendessen hat noch viele frische Komponenten. Habe aber das Gefühl, das sich dies schon bald ändern wird. Kurz nach dem Abendbrot fängt es an zu regnen.


3. Tag
„Palmer“ - „Glennallen“

Es regnet immer noch etwas. Für ein Frühstück unter dem freien Himmel, ist es definitive zu feucht. Glücklicherweise sind die Picknickplätze im oberen Teil des Platzes, mit großzügigen Überdachungen ausgestattet. Also Zelt auf den Rücken und zum trocknen die paar Meter rübergetragen. Das Auto noch nachholen und einem gemütlichen Mal am Morgen, steht nichts mehr im Wege. Durch den leichten Wind trocknet das Zelt notdürftig ab und kann im Kofferraum verstaut werden.

Passend zur Weiterfahrt auf dem „Glenn Highway“, lockert es ein wenig auf. Der Straßenverlauf ist sehr ansprechend und der Verkehr auf der Straße minimal. Alle paar Meilen kommt ein Hinweisschild auf einen „Scenic-View“, mit entsprechendem Parkplatzangebot. Ein direktes halten an der Straße, ist somit fast nie notwendig. Auf halber Strecke in Richtung „Glennallen“, kann man schon den ersten Gletscher sehen. Dieser läuft bis zwischen die im Tal liegenden Bäume hinein.
So etwa zwischen der Zufahrt zum „Lake Louise“ und der Kreuzung von „Glennallen“, liegt der sehr schöne private „Tolsona Wilderness Campground“. Nach ca. ¾ Meile ist der Platz über eine kleine Nebenstraße erreicht. Die freundliche älterer Damen hinter den Tressen, gibt gerne Ratschläge zur freien Platzwahl sowie möglichen Aktivitäten. Ich entscheide mich für einen etwas abseits gelegenen Platz, direkt an einem „kleinen“ Bach.

Das Wetter ist akzeptabel, aber nicht ganz optimal. Als Erstes geht es zu dem etwa in einer Meile entfernten Schlammloch („Mud Springs“) hinauf. Ein kleines bleibsel des großen Erdbebens von 1964. Der Anfangs noch steile Weg, verläuft durch eine sehr moorige Landschaft. Provisorische Bretter dienen auf dem schmalen Pfaden, für notdürftig trockenes Schuhwerk. Der kleine Krater ist nicht so wirklich spektakulär und eine richtige Fernsicht hat man von hier oben leider auch nicht. Allerdings bietet das umliegende Ökosystem, doch so einiges an interessanten Pflanzen und Insekten.

Relative frühzeitig bin ich wieder zurück Als nächstes entscheide ich mich für eine Fahrt zum „naheliegenden“ „Lake Louise“. Erst etwas entlang der Hauptstraße und dann über die befestigte Stichstraße, die ca. 30 Meilen bis zum See hinauf. Der sehr große See, liegt auf einer Hochebenen. Nur kleine Erhebungen zeichnen sich am Horizont ab. Die Straße endet abrupt an einer Fuhrt zwischen zwei Seeteilen. Dahinter führt die nun unbefestigte Straße den Berg hinauf. An den Ufern des Sees, kann man eine Vielzahl von Sommerhäusern ausmachen. Öffentliche Einrichtungen gibt es hier keine. Nur ein kleiner Parkplatz, markiert das Ende dieser Straße.

Ein bisschen die Füße vertreten und ein wenig lesen. Sonst liegt nichts an. Im Verlauf der Zeit, kommt der Regen wieder auf. Zum Nachmittag geht es dann wieder zurück. Kurz vor erreichen des Campingplatzes, klart es noch komplett auf. Blauer Himmel und viel Sonnenschein setzen sich durch. Diese hält auch Glücklicherweise, für den Rest des Tages an. Bei einem gemütlichen und „abwechslungsreichen“ Abendessen, neigt sich der Tag dem Ende zu.



Indpendence Mine


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