Chile 2014

Reisebericht

Chile 2014

Reisebericht: Chile 2014

Eine dreieinhalbwöchige Rundreise mit dem Auto durch Nordchile.
Von Santiago über Antofagasta zur Laguna Miscanti und den Gysieren von El Tatio in die Atacama.

Besuche von Humberstone bei Iquique sowie den Salar del Huasco.
Weiter nach Arica und dem Lauca Nationalpark und dem Salar de Surie.

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Von Santiago nach La Serena

Tag 1
(Frankfurt - Sao Paulo)

Gleich geht es los. Ich sitze im Flieger. Wie durch ein Wunder, haben heute Bahn und Lufthansa nicht gestreikt. Allerdings hat mich der fast Menschenleere Flughafen etwas überrascht. Am Dienstagabend herrscht hier nicht viel Betrieb. Der Online-CheckIn war eigentlich gar nicht notwendig. Selbst bei den traditionellen Gepäckschaltern, konnte man ohne Wartezeit seine Koffer aufgeben.

Ich muss meine Tasche auf eine Wage stellen und bekomme die dazugehörigen Gepäckbänder ausgedruckt. Nach dem betätigen der Ok Taste, verschwindet die Tasche im „System“. Leider kann ich diesmal meine Campingausrüstung nicht mitnehmen. Die Zusatzgebühren für eine zweite Tasche, sind mit 300 Euro einfach zu hoch. Da kann ich ja besser vor Ort ein kleines Zelt nachkaufen.

Nach der Pass- und Sicherheitskontrolle, muss ich bis zum Boarding noch etwas warten. Für den Hinflug wird eine „neue“ 474-8 bereitgestellt. Die Maschine kann in der Economy Klasse ca. 260 Leute aufnahmen. Der meiste Platz geht für First- und Business Class drauf. Pünktlich hebt die Maschine ab. Für die nun anstehenden 11 ½ Stunden, mache ich es mir bequem.

Allerdings ist dies kein Direktflug nach Santiago. In Sao Paulo (Brasilien) muss ich Morgenfrüh noch einmal umsteigen. Während ich auf das Abendbrot warte, suche ich mir einen Film aus dem Entertainment Paket aus. Danach verordne ich mir sogleich eine Nachtruhe.


Tag 2-
(Sao Paulo - Santiago - Los Andes)

Kurz vor dem Frühstück, erwachen die meisten Mitreisenden so langsam. Draußen ist noch alles dunkel. Gegen 4 Uhr Ortszeit, landen wir in Sao Paulo. Auf dem Flughafen, ist alles noch im Nachmodus. Das Gate für meinen Weiterflug, ist aber schnell gefunden.Ein freies W-LAN Netz, verkürzt die Wartezeit etwas.

Diesmal muss ich mit einer kleineren Maschine vorlieb nehmen. Für die Unterhaltung muss man selbst sorgen. Zum Essen gibt es nur ein kleines Frühstück. Die aufgehende Sonne, ist uns immer voraus. Unter uns, zieht die endlosen Landstriche Brasiliens und Argentiniens dahin. In der Ferne, kann man allerdings schon einige Berge erkennen. Die Landschaft verändert sich rapide. Die „Anden“ stehen wie eine Mauer in der Landschaft. Die schneebedeckten Gipfel sind gut zu erkennen. Ein tolles Panorama.

Schon während der Querung der „Anden“, geht die Maschine in den Landeanflug auf „Santiago“ über. Wenige Minuten später, sind wir dann auch schon am Boden. Nach dem Ausstieg, erfolgt die obligatorische Immigration. Die Schlange ist sehr lang. Zusätzliche Schalter werden geöffnet. Nach knapp 30 Minuten Wartezeit, kann auch ich passieren. Meine Tasche ist schnelle gefunden. Bevor ich mich an der vereinbarten Stelle mit dem Agenten meines Mietwagenverleihs treffe, such ich mir noch einen Bankautomaten. Wer weiß, ob ich nicht schon bald etwas Bargeld benötige. Der passende Automat ist schnell gefunden, allerdings gibt es umgerechnet nur maximal 150 Euro ausgezahlt. Das geht dann aber in die Gebühren. Hoffentlich kann ich ab und zu auch mit der Visakarte bezahlen.

Mein Agent, wartet bereits am vereinbarten Treffpunkt auf mich. Nach einem kleinem Telefonat, teilt er mir mit, das ich meinen Wagen schon hier am Flughafen bekommen und nicht wie angekündigt erst in der Stadt bei der Zentrale. Soll mir auch recht sein. Zusammen geht es über den Parkplatz. Leider spricht mein gegenüber fast kein Englisch. Ein paar Details sowie die Genehmigung zur Belastung der Visakarte muss ich über Telefon geben. Ob das mal alles so richtig ist?

Der Wagen ist top. So wie ich ihn mir gewünscht habe. Ein 4-türiger Pickup mit viel Bodenfreiheit. Aus Kostengründen habe ich allerdings auf einen Allradantrieb verzichtet. Sollte zu dieser Jahreszeit (Frühling), auch nicht notwendig sein. Leider ist er tatsächlich weiß. Nach einer kleinen Einführung, inkl. Hinweis auf das Werkzeug für den Reifenwechsel, ist die Übergabe abgeschlossen. Das Auto und alle Reifen sind ok. Der Wagen macht einen neuen Eindruck und hat erst 14.000 Kilometer gelaufen.

Mit der Karte auf dem Beifahrersitz bewaffnet, mache ich mich auf meine erste Etappe. Eigentlich sieht der Kurs sehr einfach aus. Vom Flughafen direkt auf den „Express“ und gleich danach in Richtung „Los Andes“ abbiegen. In der Realität, geht es natürlich nicht immer so gut. Die Beschilderung ist ausgezeichnet, allerdings gibt es so viel Verschiede Richtungsangaben (Vor und an den Ausfahrten), das man schnell die Übersicht verlieren kann. Die erste Abfahrt verpasse ich also auch Prompt. Glücklicherweise gibt es noch eine Alternative. Nachdem ich auch diese nicht so ganz erwische, entscheide ich mich für eine 180 Grad Wendung. Diesmal etwas langsamer und ich gelange auf die gewünschte Abfahrt um auf der „Routa 5“ in Richtung Norden weiterzufahren. Vielleicht hätte ich gleich mein kleines Reise-Navi einschalten sollen.

Kurz nachdem die Neben der Autobahn liegende Industriekomplexe hinter mir lasse, erscheint die erste von vielen Mautstellen. Gut das ich an das Bargeld gedacht habe. Das wäre sonst sehr interessant geworden. Nach dem ich 2000 Pesos (2,5 Euro) bezahl habe, öffnet sich die Schranke und ich darf weiterfahren.

Nach ein paar Kilometern verlasse ich die Autobahn, um über eine Seitenstraße nach „Los Andes“ weiterzufahren. Auf dieser Route, komme ich durch eine stark landwirtschaftlich geprägte Region. Im Hintergrund, sind die mächtigen „Anden“, mit ihren mit Schnee bedeckten Spitzen zu sehen. Mein Reiseführer, hat nicht allzu viele Vorschläge, für eine erste Übernachtung. Mal immer der Nase nach.

Kurz vor dem Ortseingang von „Los Andes“, werde ich fündig. Nicht die beste Wahl, aber genügen Platz und eine sicher Parkmöglichkeit für den Wagen. Mit der Vermieterin werde ich schnell einig und kann den Reste des Tages für die „Akklimatisation“ nutzen.

Der Weg in die eigentliche Stadt, erweist sich als Länger als angenommen. Nachdem ich mir etwas zu trinken organisiert habe mach ich mich wieder auf den Rückweg. So lange wie möglich, versuche ich wach zu bleiben. Irgendwann kann ich gegen die Müdigkeit aber nicht mehr ankämpfen. Auf dem bequemen Bett schlafe ich schnelle ein.



Tag 3
(Los Andes - La Serena)

Nachdem ich schon eine lange Weile wach bin und an weiterschlafen nicht mehr zu denken ist, breche ich frühzeitig auf. Eigentlich ist es schon 8 Uhr. Glücklicherweise finde ich auch fast auf Anhieb, einen der überdimensionalen Supermärke in der naheliegenden Stadt.

Pünktlich zu 8:30 Uhr, werden die Rolltore geöffnet. Mit einen großen Einkaufswagen bewaffnet, geht es durch die breiten Gänge. Neben Lebensmittel, kann man hier auch Zubehör aus Elektrotechnik und Camping erwerben. Alles was ich an Grundbedarf für die nächste Wochen benötige, sowie eine stabile Box, landen im Wagen. Leider gibt es keine passende Gaskartusche, für mein nordamerikanisches Kochsystem. Also nichts mit heißen Kaffee am Morgen. Bezahlt wird mit der Visakarte / Mastercard. Alles erst mal auf der Rückbank verstauen. Plastiktüten habe ich jetzt ja zu genüge.

Bei gutem Wetter, mach ich mich in Richtung „La Serena“ auf. Nach wenigen Kilometer durch die grüne Landschaft, erreiche ich wieder die „Routa 5“. Auf der Autobahn, geht es erst einmal bis nach „Los Vilos“ hinauf. Vorher muss ich aber erst einmal das Küstengebirge überqueren. Ein kostenpflichtiger Tunnel, erleichtert die Passage. Danach nährt man sich dem Meer immer weiter an.

Der Hauptstraße in „Los Vilos“ folgend, gelangt man bis zu einem kleinen Parkplatz, direkt am Meer. Hier ist erst einmal Mittag angesagt. Ein kleiner Imbiss, muss allerdings reichen. Danach geht es auf eine kleine Erkundungstour durch die Ortschaft. Der morsche alte Peer, ist nicht mehr begehbar. Ein großes Tor, verwehrt den Zutritt. Die Wellen brechen sich zum Teil mit enormer Wucht, an den Straßenmauern. Die Hauptstraße säumen einige Geschäfte und Banken. Währen der Rotphasen an den Kreuzungen, sind Straßenkünstler zwischen den haltenden Autos aktive. Gelegentlich wir die ein oder andere Münze in den Beutel geworfen.

Nach dem Rundgang, geht es dann weiter Richtung Norden. Bis „La Serena“, sind es noch so einige Kilometer. Die Autobahn verläuft hier immer in der Nähe zur Küste. Kurz vor der Stadt, nimmt der Straßenverkehr deutlich zu. Einmal noch einen kleinen Berg hinauf und vor einem liegt die Doppelmetropole „Coquimbo“ / „La Serena“. Die beiden Städte gehen fast nahtlos ineinander über. Die Autobahn endet vorerst hier. An einer Stadtbahn, wird aber gerade massive gearbeitet. Die neue Streckenführung, sowie einige neue Brücken, sind schon fertiggestellt worden.

Bei einem großen Baumarkt halte ich noch kurz an, um noch eine weitere Box, sowie ein Reservekanister zu kaufen. Viel los hier. Es gibt fast keine freien Parkplätze mehr. So etliche Handwerkswagen drängeln sich durch die enge Zufahrt.

Ich habe mir so ungefähr eine Unterkunft ausgesucht. Mal anfahren und nach einem freien Zimmer fragen. Schneller als erwartet, bin ich bei der Abzweigung und auch schon vorbei. Glücklicherweise kann ich nach ein paar hundert Metern wenden und es noch einmal versuchen. Diesmal klappt es besser. Die nächste Querstraße, ist auch nicht weit. Eine geeignete Parkmöglichkeit in der Nähe zur Altstadt, ist gar nicht so leicht zu finden. In einer weiteren Nebenstraße, werde ich fündig. Bis zum ersten Hostel, sind es nur ein paar Meter. Fällt etwas kein aus und es ist auch nichts mehr frei. Weiter zu nächsten. Hier bekomme ich noch ein freies Zimmer ohne Bad. Das Hostel ist mit viel Liebe zum Detail eingerichtet worden. Die Zimmer sind von kleinen Höfen aus zu erreichen.

Im Nebenhof, habe ich eine kostenfreie Parkmöglichkeit. Somit muss das Auto, in der Nacht nicht am Straßenrand stehen bleibe. Tagsüber ist dies auch kostenpflichtig. Ein für diesen Abschnitt zuständiger Parkwächter, kontrolliert dies während der Hauptgeschäftszeit penible.

Es ist ziemlich spät geworden. Gegen 17.00 Uhr, mach ich mich auf, um die Altstadt zu besichtigen. Am „Plaza de Armas“, ist man schon kräftig mit dem Aufbau einige Pavillons, für die anstehenden Nationalfeiertage, in der nächsten Woche beschäftigt. Der Fußgängerzone folgend, geht es etwas den angrenzenden Berg hinauf. Hier Oben, kann man auf die Stadt sowie das Meer zurückblicken. Dies ist allerdings ein gutes Stück von der Stadtmitte entfernt. Auf dem Berg lieg auch eine alte aber gut erhaltende Kaserne. Eine Besichtig ist leider nicht möglich, da sie noch aktive Genutzt wird.

Ich mach mich in Richtung Küste/Strand auf. Ein langes Stück Weg. Kurz vor dem Sonnenuntergang (18.30 Uhr), komme ich beim alten Leuchtturm an. Schnell noch ein paar Fotos und schon ist die Sonne hinter dem Horizont verschwunden. Das ging jetzt aber mal schnell. Mit abnehmendem Licht, mache ich mich auf den Rückweg. Langsam habe ich auch ziemlichen Hunger. Gut das ich am Morgen, das ein oder andere Eingekauft habe. Zurück im Hostel, muss ich noch meinen Wagen in den Hof fahren. Mit ein bisschen rangieren, passt er noch an eine freie Stelle zur Wand hin. Perfekt. Möglichst lange versuche ich Aufzubleiben. Ein bisschen lesen hilft dabei. Gegen 21.00 Uhr geht es zu Bett.



Santiago


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Kommentare

  • Blula

    Da ist alles drin und sicher noch einiges mehr, als man in einem Reiseführer lesen kann.
    Chapeau!
    Das ist ein großartiger und unterhaltsamer Tagebuchbericht über eine Rundreise durch den Norden Chiles. Ausgezeichnet sind auch Deine Fotografien dazu.
    Ich sage herzlich Danke für's Mitnehmen.
    LG Ursula

  • rolo88

    schöner, sehr umfangreicher Reisebericht. Ich habe die annähernd ähnliche Tour vor einigen Jahren auch schon gemacht. Allerdings November/Dezember, das Wetter war zu der Zeit zum Glück schon recht warm. Bei uns steht in diesem Jahr (wieder Nov./Dez) eine Ergänzungstour durch den Norden an. Meinen ehemaligen Autoverleiher gibt es leider nicht mehr. Über wen hast du den Wagen gemietet? Wäre schön, wenn du mir die Adressen mitteilen könntest.
    LG Rolf

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