Feliz Ano Novo

Reisebericht

Feliz Ano Novo

Reisebericht: Feliz Ano Novo

Wer aus seinem nächsten Jahreswechsel etwas Besonderes machen möchte, der sollte jetzt in die heiße Planungsphase eintreten. Ich hatte keine Vorstellung, wie schwierig es ist, an den Hot Spots der Welt auch ein Jahr vorher etwas zu bekommen. Meine Freundin hat das organisatorische Wunder vollbracht, ein Hotel an einen dieser Orte und dazu komfortable Flugverbindungen zum Jahreswechsel zu buchen.

Intro

Rio art work

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„A mais bela cidade do mundo” - die schönste Stadt der Welt. Seit 2006 hatte ich, der Städte als Urlaubsdestinationen eher meidet, immer den Wunsch diese Metropole noch einmal zu besuchen und nun war es soweit.

Rio de Janeiro besteht nicht nur aus Zuckerhut, Christusstatue und den Stränden. Das wird einem spätestens auf der Fahrt vom Flughafen zur Unterkunft beim Blick aus dem Fenster bewusst. Doch außer Brücken und Gebäuden aus lieblos zusammengestellten Betonfertigteilen und den Resten verfallener Villen, gibt es in Rio noch genug Interessantes zu sehen um zwei Wochen zu füllen.



Aktuelles

Hippymarkt

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Die meisten Hotels in Rio, eigenartigerweise alle Hochpreisigen, berechnen das Frühstück separat. Preise von 15 - 30 Euro pro Person sind da keine Seltenheit. Wer nicht bereit ist so viel für ein Frühstück zu zahlen kann sich aber in Laufweite der meisten Hotels preiswert selbst versorgen. Saftläden und Wüstchentheken findet man in unterschiedlichen Qualitäten an jeder Blockecke und zwischen den Ecken sind die Supermärkte.
Apropos Markt – jeden Sonntag ist an der Endstation der Metro in Ipanema, der so genannte „Hippymarkt“. Von Nepp bis Kunst gibt es hier fast alles was das Touristenherz begehrt. Aber auch viele Einheimische sind hier auf der Suche nach Mode, Accessoires oder Kunst.
In Sichtweite von Copacabana und Ipanema befinden sich die „Havaianas“ Flip Flop Shops. Wer am Strand up to date sein will trägt nicht irgendwelche Latschen aus China sondern diese, die natürlich auch im Reich der Mitte gefertigt werden. Unser Tipp sind die Latschen der Marke Ipanema – kennt keiner, hat keiner, ist aber vielleicht übermorgen der neue Trend.



Sportliches

two pack

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Rio ist im Fitness Fieber. Zu den vielen Joggern, Skatern und Radfahrern haben sich nun tausende Bodybuilder gesellt. Überall wohin man sieht trainierte und muskelbepackte Männer in fast allen Altersklassen und natürlich oben ohne. Frauen hingegen pflegen mehrheitlich eher ihre Cellulitis.
Du kannst in Badeshorts oder Bikini und Badelatschen einkaufen gehen – niemand wird daran Anstoß nehmen. Es ist das normalste der Welt (dort). Und wenn es unterwegs mal regnet – egal – in zehn Minuten ist man wieder trocken. Diese einzigartige Mischung aus Badeort und Metropole mach das besondere Flair dieser Stadt aus, dass wir so noch nirgends fanden.



Joggerin Ipanema Beach



Ängstiches

ower Rochina

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Sicherheit: Viele Vorurteile prägen das Bild von Rio und unbestritten gab und gibt es Vorfälle. Das ist wie in jeder anderen Stadt der Welt. Auch in Rio gibt es bis heute Gegenden die vor aber besonders nach Sonnenuntergang gemieden werden sollten. Dies betrifft aber mehrheitlich abgelegenere Zonen, in die der Normaltourist nicht vordringt. Man muss sich schon sehr leichtsinnig und vorsätzlich falsch verhalten um Opfer eines Überfalls zu werden. Bei unseren zwei Besuchen in Rio haben wir uns nie unsicher gefühlt oder waren bedrohlichen Situationen ausgesetzt. Ganz anders war das in Buenos Aires und Mombasa!



Neun Dinge, die man in Rio nicht versäumen sollte: 1.

mystical morning at Ipanema beach

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Mein Favorit ist ein Strandspaziergang von der Copabana bis nach Leblon bei Sonnaufgang. Selbst in diesen morgendlichen Stunden hat man den Strand nicht für sich allein. Im Morgengrauen treffen die letzten Partybesucher auf die ersten Jogger. Das ist die Zeit in der die aufgehende Sonne die Wolken rosa zu färben beginnt und die drei berühmten Strände Rios für kurze Zeit in ein magisches Zwielicht getaucht werden. Wer das nicht gesehen hat, war nie in Rio. Wem das zu früh ist, kann den Sonnenuntergang auf den Felsen von Arpoador genießen und traumhafte Fotos mit den "Dois Irmaos" im Hintergrund machen.
Ein Aufenthalt in Rio wäre nichts ohne Baden an einem der Strände. Copacabana, Ipanema, Leblon, egal welcher, am besten an allen. Heißer Sand, muskelbepackte Brasilianer türkisfarbenes Wasser und der allgegenwärtige Duft von Kokossonnenmilch und Caipirinha. Je nach Saison steht man mit hunderten oder tausenden Menschen im Wasser und wartet, dass einen eine Welle wegreißt. Wasserspiele und Schwimmer sind die Ausnahme – hier wird meist nur gebadet. Ob alle Tage, einen Tag oder nur eine Stunde muss jeder selbst entscheiden. Aber das Baden an einer der Strände gehört genauso zu einem Rio Besuch, wie einen Caipirinha an einem der Kioske am Strand zu trinken.



2. Christus Statue

Cristo Redentor

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„Cristo Redentor“ - Christus, der Erlöser, die 38 Meter hohe Statue auf dem Corcovado Felsen wurde Jahr 2007 in Lissabon in die Liste der „Neuen sieben Weltwunder“ aufgenommen. Ob das wichtig ist - man weiß es nicht. In jedem Fall hat es dem Hype um diese Lokation weiten Auftrieb verliehen. Als wir das erste Mal versuchen spontan zum Corcovado hinauf zu fahren, entlässt uns der Taxifahrer schon an der Station der Bahn, da die Straße hinauf auf den Felsen gesperrt ist. Wir schieben uns selbstbewusst durch die Menge zum Ticketschalter der Bahn. Dort müssen wir aber leider erfahren, dass es für diesen Tag keine Tickets mehr gibt und wir die Fahrkarten für den nächsten Tag im Internet buchen müssen. Zurück im Hotel ergattern wir Tickets für einen Zug drei Tage später. Individualtouristen brauchen also in der Hochsaison mindestens zwei Tage Vorlaufzeit für eine Fahrt hoch zur Christusstatue! Die Fahrt mit der Zahnradbahn, vorbei an kleinen Häusern, durch dichten Wald und über schmale Felsgrade hinauf zum Gipfel des Corcovado Felsens ist an sich schon ein Erlebnis. Etwas Besonderes ist der Besuch mehr noch in den Morgen- und Abendstunden, wenn man zu den ersten oder letzten Besuchern zählt. Die tiefstehende Sonne und die sich wandelnde Lichtstimmungen am Abend machen dieses Erlebnis noch intensiver und unvergesslicher. Der Preis den man zahlt ist das Warten an der Bahnstation bis man herunterfahren kann, der Kampf um ein Taxi zum Hotel und das Abendessen das eventuell ausfällt. Ist es das wert? Ja, auch für jene denen gute Fotos nicht so wichtig sind.



3. Zuckerhut

view from sugarloaf

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Es gibt wohl inzwischen keinen Tag mehr, an dem an der Station der Seilbahn, die hoch zum Zuckerhut fährt, nicht unzählige Menschen den ganzen Tag nach Tickets anstehen. Bei unserem Besuch waren es hunderte Menschen. Die Wartezeit wird an verschiedenen Stellen, der Warteschlange auf Schildern angezeigt und sollte 80 Minuten betragen. Doch als wir das 60 Minuten Schild erreicht hatten, standen wir schon 120 Minuten an! Wir gaben dann auf und stellten uns am Morgen des darauf folgenden Tages, 45 Minuten vor Abfahrt der ersten Seilbahn noch einmal an. Wir waren unter den ersten zehn Wartenden. Mit einer deutschen Reisegruppe die, wie der Zufall es will, von dem Reiseleiter Ralf, mit dem wir 2006 in Rio unterwegs waren geführt wurde, fuhren wir auf den Zuckerhut. Oben angekommen mussten wir uns jedoch eingestehen, 2006 hat uns das mehr geflasht. Das liegt in der Hauptsache daran, dass die Sicht ist in diesen Wochen durch Dunst getrübt ist und es ist fast unmöglich ist, von dem beeindruckenden Panorama ein schönes Foto zu machen.



4. Favela Touren

Rochina II

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Favela Touren werden inzwischen von verschiedenen Anbietern durchgeführt. Wir waren zuerst mit „Jeeptor“ und am darauf folgenden Tag mit Marcelo Armstrong auf einer Favela Tour.
Kaum hat die Favela Tour mit Armstrong begonnen, prasseln die Informationen auf uns ein. Zusammen mit der Stadtverwaltung wurden einige Favelas in die städtische Community und die Infrastruktur integriert. Die landesweit größte Favela Rochina wird von allen Anbietern besucht. Während im Unterschied zu Armstrong andere Veranstalter die Favela eher erlaufen und dabei anonym bleiben, liegt hier die Gewichtung auf der Information und einem teilweisen Kontakt zu den Bewohnern. 922 Favelas gibt es derzeit im Verwaltungsbezirk Rio de Janeiro. In den meisten Favelas beherrschen bis heute Drogen und Kriminalität das Leben. Strom, Wasser und andere Infrastruktur gibt es meist nicht. Die Favelas, die von Touristen besucht werden, sind wie Rochina Vorzeigeprojekte, die das Image von Staat und Gesellschaft aufbessern sollen. Dies ist in so fern auch legitim als dass allein in Rochina 150.000 Menschen davon profitieren. In Rochina wurden mit staatlicher Hilfe drei Schulen und ein Krankenhaus errichtet, welches 24 Stunden für die Bewohner bereit steht. Buslinien und Taxidienste erleichtern das öffentliche Leben. Strom wird von der Stadtverwaltung vergünstigt, und Wasser kostenfrei zur Verfügung gestellt. Die drei Banken in der Favela wurden noch nie überfallen, Früher standen sie unter dem Schutz der Drogenbarone, werden heute aber von der Guardia Municpal bewacht.
Die zweite auf dieser Tour besuchte Favela, Vila Canoas, grenzt direkt an die Viertel der Oberschicht, manchmal mur getrennt durch eine Straße auf der sich Villen und Favela Bauten gegenüberstehen. Da jedoch viele Bewohner der Favelas auf den Anwesen der Oberschicht arbeiten, ist eine gegenseitige Akzeptanz entstanden. In dieser Favela Vila Canoas gibt es das Schulprojekt „Parati“, welches von einem Paar aus der Schweizer mit finanziert wird.

In Rochina gibt es sogar zwei Hostels, von denen wir eines besucht haben. Alle Räume waren sehr saber und gepflegt, wenn auch mit einfachen Möbeln eingerichtet. Es hatte jedoch den Anschein als sein die Akzeptanz bei den Touristen noch nicht sonderlich groß. Eine Übernachtung in einem Hostel in Rochina kostet 40 Euro. Kontakt: HOSTEL TERRACE ROCHINA, Estrada da Gávera, 341 – Laje, Rochina, Rio de Janeiro, Carlinhos
email: terracetourist@hotmail.com, Tel: 2422-5076/7769-5883 ID. 90*104919



5. Cemiterio Sao Joao Batista

Cemitério São João Batista

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Die riesigen Ausmaße des Friedhofs, der 1852 eröffnet wurde erschließen sich sehr gut beim Blick vom Corcovado. Auf dem 18 Hektar großen Gelände finden sich unzählige reich verzierte und künstlerisch gestaltete Mausoleen und Gräber. In der Nähe des Hauptganges befindet sich das Grab eines Militärpiloten, dem man in Pilotenkleidung ein Denkmal setzte und auf dem auch ein Jagdflugzeug aus Bronzeblech ruht. Wer sich in Brasiliens Geschichte gut auskennt, wird hier sicher auch viele bekannte Persönlichkeiten treffen. Eine halbe Stunde kann durchaus ausreichen einen groben Eindruck zu bekommen.



6. Tijuca Nationalpark

Mirante do imperador

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Die Mata Atlântica des Tijuca Nationalpark ist für all jene Fluchtpunkt erster Wahl, die dem Lärm und dem Gestank der Innenstadt für einen Tag entkommen wollen. Dieser weltweit größte urbane Park ist seit 1961 ein Nationalpark. Nachdem weite Teile des Urwaldes für Kaffeeplantagen gerodet wurden, begann man bereits 1861 mit der Wiederaufforstung. Eine weitsichtige Entscheidung, denn der Park bietet nicht nur vielen Tier- und Pflanzenarten Schutz, sondern senkt die Temperatur in der Stadt um ganze 5° Celsius. In den Park zu kommen ist recht einfach, das Problem ist das Wegkommen. Ein Mietwagen ist für eine Tour in den Nationalpark kein Nachteil. Mit dem Taxi kann man sich zum Mesa do Imperador fahren lassen und dann auf den ausgebauten Wegen und Straßen bergab zu einem der Ausgänge laufen, von wo man wieder ein Taxi bekommen könnte. Einen fantastischen Blick auf Corcovado, die Christus Statue und den Zuckerhut hat man vom 380 Meter hohen Aussichts-Pavillon Vista Chinesa. Ganz entgegen meiner Natur, haben wir einen betreuten Ausflug in den Park gebucht. Mit An- und Abreisezeit dauern diese Touren drei bis vier Stunden und kosten 60 Euro pro Person. Zumindest unsere Tour war eine lieblos und lustlos durchgeführte Tour auf der man mehr Dieselabgase als Waldluft schnüffeln konnte. Der Nationalpark kann jedoch nichts dafür und verdient das Prädikat „Des Sehens würdig“.



7. Altstadt

Confeitaria Colombo

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In der Altstadt sollte man sich das Kaffeehaus Confeitaria Colombo von 1894 wenigstens einmal anschauen. Vor dem, im europäischen Jugendstil errichteten Kaffeehaus, warten meist viele Touristen auf einen frei werdenden Tisch. Dass man in dem eng bestuhlten Kaffeehaus im Wiener Stil, das in jedem Reiseführer steht, keinerlei Atmosphäre mehr genießen kann, stört scheinbar niemanden. Es geht eben nur noch darum, einmal dort ein Stück Kuchen gegessen zu haben. Ist man jedoch schon mal im Zentrum von Rio, sollte man unbedingt das „Teatro Municipal“ anschauen. Dieser eindrucksvolle Prachtbau entschädigt für so manche Bausünden und verfallene Gebäude in der historischen Umgebung. Die drei ältesten Gassen der Stadt sind Travessa do Comércio, Rua do Ouvidor und Rua do Rosário.



8. Santa Teresa - und irgendwann auch wieder Bonde fahren

Escadaria Selarón

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Ein Besuch des Stadtteils Santa Teresa lässt sich gut mit der Treppe „Escadaria Selarón“ in Lapa verbinden. Seit einem Unfall im Jahr 2011 mit fünf Toten und mehreren Schwerverletzten wurde der Betrieb auf der letzten Straßenbahnlinie von Rio de Janeiro, von Lapa hoch nach Santa Teresa eingestellt. Die geplante Wiederinbetriebnahme Ende 2015 scheint unwahrscheinlich. Die Bahn für die sich bis 2011 nur wenige Touristen interessieren wird nun von allen betrauert. Aufkleber mit einer Bonde die eine Träne weint, ein Bonde-Museum, hölzerne Bondewagen als Souvenir, Bonde als Schlüsselanhänger Bonde auf Gemälden und Bonde als Graffitis auf Häuserwänden. Die Bonde ist allgegenwärtig! Derzeit gelangt man jedoch nur mit Bussen nach Santa Teresa. Wir laufen durch die Gluthitze ein Stück hoch durch Santa Teresa und kehren in das Café „Lago das Letras“ ein. Eine Buchhandlung mit Getränkeausschank und mit mehr als nur morbidem Charme. Eine weitere Szenekneipe in diesem historischen Villen- und Künstlerviertel ist die Bar do Gomez.



Silvester bei 30° Celsius

branco ano novo

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Der brasilianischen Tradition entsprechend ganz in weiß gekleidet, machen wir uns zweieinhalb Stunden vor Mitternacht auf den Weg zur Copacabana, wo sich das Epizentrum der Silvesterparty befindet. Entgegen unserer Erwartungen ist der Weg dorthin noch fast entspannt. Erst eine halbe Stunde vor Mitternacht strömen tausende Menschen aus den Seitenstraßen zur Copacabana. Alles sehr geordnet und gut organisiert. Polizei, Militär und Sicherheitskräfte stehen überall bereit, halten sich aber auffallend im Hintergrund. Auf der Uferstraße und an den Stränden, überall Partys, Musik und riesige Bühnen mit der brasilianischen Antwort auf Helene F. Die Presse wird morgen von zwei Millionen Besuchern berichten. Acht illuminierte Kreuzfahrtschiffe liegen in der Bucht von Copacabana. Vor den Kreuzfahrtschiffen die Kähne von denen das Feuerwerk genau zum Jahreswechsel in den Himmel schießt. Ganze fünfzehn Minuten erleuchtet ein unvergleichlich schönes Höhenfeuerwerk die Bucht von Copacabana. Singende und tanzende Coriocos um uns herum. Reiche und schöne Menschen auf den Balkonen der Apartmenthäuser. Es regnet Sekt und wahrscheinlich auch Champagner. Tausendfach reflektieren goldene Papierstreifen die von vom Himmel herunter tanzen die Lichter des Feuerwerks. Man könnte vor Glück fast heulen und das wird man sicher auch an dem Tag, an dem man sich daran zurückerinnert und einem bewusst wird, das man dies so nie wieder erleben wird. Als das Feuerwerk in einem furiosen Akkord endet, begeben sich die ersten wieder auf den Rückweg. Auch wir schlendern zurück Richtung Ipanema, gehen aber nicht in unser Hotel ohne vorher noch ein Glas Sekt den Wellen zu opfern und gemeinsam über sieben Wellen zu springen. Das ist hier der Brauch und wir selbst hoffen damit auch auf Glück für das neue Jahr.

Ich wäre dankbar für Erfahrungen, die meine subjektive Sicht auf diese Stadt ergänzen oder korrigieren.

Kurz und knapp - der Rio Quicke vor dem Abendessen.
Ich habe mich entschlossen den Bericht zu kürzen. Wen es interessiert, die ungekürzte Fassung findet sich auf meiner INTERTOURIST Homepage.

Danke für Eure Zeit und ein tolles neues Jahr.


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Kommentare

  • widix

    Was für ein fantastischer Reisebericht - und erst die wunderschönen Bilder dazu! Vielen Dank fürs "Mitnehmen". Der Jahreswechsel in Rio scheint wirklich etwas ganz Besonderes zu sein.
    LG
    Sabine

  • weltreisen

    den jahreswechsel in rio würde ich auch gerne einmal erleben - wer weiss...
    dein interessanter reisebericht weckt erinnerungen an rio - es sind immerhin schon 10 jahre her, seit wir dort waren. aber wir hatten damals noch das "vergnügen" die abenteuerliche fahrt mit der strassenbahn nach santa teresa zu machen. favela-touren - für mich ein wenig "zweischneidig" - bin ich nicht doch ein "voyeur"? - wurden damals noch nicht angeboten.
    inge

  • INTERTOURIST

    Unser Anlauf zu einer Favela Tour 2006 scheiterte, da es dort an diesem Tag Schießereien gab.
    Voyeur? NEIN! Marcelo Armstrong macht Informationstouren in Vorzeigefavelas. Er weist sogar darauf hin, nicht die Leute als Hauptmotiv zu fotografieren. Man besucht auch einen Markt und wir haben dort ein wenig Artwork gekauft. Das hilft einigen Leuten und steigert die Akzeptanz der Bewohner gegenüber dieser Art des Tourismus. Es wird auch Werbung für die Hostels in den Favelas gemacht und ganz ehrlich, bei meinem nächsten Besuch in dieser Stadt möchte ich ein oder zwei Nächte dort übernachten. Favelas gehören zu Rio und zu Brasilien.
    Stelle Dir vor man sich nur Zuckerhut und Christus ansehen. So wie ein Keuzfahrer. Die behaupten doch hinterher glatt, wir waren in Rio, in Havanna, auf Mauritius, in Buenos Aires. Quatsch! Sie waren überall und doch nirgends.
    Reisen bedeutet für uns nicht nur im Licht zu wandeln sondern sich auch die Dinge im Schatten zu betrachten.

    Grüße Jörg

  • weltreisen

    es kommt sicherlich darauf an, wer und wie diese favela-touren organisiert werden. und natürlich hat sich inzwischen ja "einiges getan". das mit dem "voyeur" hatte ich im zusammenhang mit meiner reise vor 10 jahren gemeint.
    da bin ich auch deiner meinung, dass man nicht nur die bekannten sehenswürdigkeiten ansehen sollte. der reiz einer reise in ein fremdes land liegt bei mir auch in den begegnungen mit den bewohnern. aber die pauschaltouristen haben halt ihr festes programm, und bei individualtouristen spielt manchmal auch die sorge um die sicherheit eine rolle.
    einig sind wir uns aber sicherlich, dass brasilien ein interessantes und faszinierendes land ist, oder?
    inge

  • INTERTOURIST

    Wir sind doch auch einer sehr ähnlichen Meinung was den Rest angeht.
    Jeder hat so seine Fav´s. Meine Freundin war schon immer auf Afrika programmiert und ich schon immer auf Südamerika. Inzwischen vertrete ich die Meinung es gibt auf unserem Planeten (so unendlich viele schöne Flecken, dass drei Leben nicht ausreichen werden sie alle zu sehen. Die Menschheit arbeitet derzeit intensiv daran dieses Missverhältnis zu verändern.

    das war das Wort zum Sonntag

    :-)

  • Steffania

    Silvester in Rio - ein Traum... Danke für den interessanten Bericht.
    LG Steffi

  • Schalimara

    Hallo Jörg,
    danke für den Wink auf Deine Homepage :-) Nicht nur, daß ich Deinen sehr interessanten "Silvesterbericht" nun zweimal gelesen habe, sondern auch für den zusätzlichen Lesestoff an Schlechtwettertagen.
    LG Schalimara

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  • libera0660

    Da hätte ich doch schon mal was für den nächsten Jahreswechsel! Super Bericht
    lg
    Astrid

    www.rightbeyondthehorizon.com

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