Madagaskar - Im Winter

Reisebericht

Madagaskar - Im Winter

Reisebericht: Madagaskar - Im Winter

Wir lagen vor Madagaskar ....
Silberhochzeit - Frostbeulen - Nationalparks - sehr arme Bevölkerung - liebenswerte Menschen

Madagaskar - von der Hauptstadt in den Süden

Madagaskar ist die viertgrößte Insel der Welt (nach Grönland, Neuguinea und Borneo), 580 km breit in Ost-West-Richtung an ihrer breitesten Stelle und 1600 km lang in Nord-Süd-Richtung.

Madagaskar – auf madagassisch: Madagasikara - ist ein tropisches Naturparadies mit vielen Gesichtern. Urwälder, Steppen, Wüsten, Bergregionen, Hochebenen und 5000 km Küste mit Mangrovenwäldern und Palmenstränden alles ist in Madagaskar zu finden. Auch wird Madagaskar aufgrund der dicken roten Erdschicht auch die „Rote Insel“ genannt. Madagaskar liegt im Indischen Ozean, südlich des Äquators und ist durch den Kanal von Mosambique von Afrika (Ostafrika) getrennt. Sehr viele Nationalparks schützen die einmalige endemische Fauna und Flora. Die UNESCO hat einige Landschaftszonen wie die Tsingy von Bemaraha oder die Nationalparks des Ostens als Weltnaturerbe unter besonderen Schutz gestellt. Leider hat man wie fast überall an der Natur schon ordentlich Raubbau vollzogen. Primärwälder sind kaum noch vorhanden. Die Landessprache der 18 ethnischen Gruppen auf Madagaskar ist Malagassy. Die Infrastruktur in dem Land ist sehr mangelhaft, was auch den Tourismus in Madagaskar nicht recht vorantreibt. Der größte Teil der Bevölkerung lebt weit unterhalb der Armutsgrenze.

Do. 24.07.2014
Kaum geschlafen müssen wir schon wieder aufstehen. Wir werden wie immer von unserem Flughafentransfer zum Flughafen nach Frankfurt gebracht. Mitten in der Nacht, um 4:15 Uhr werden wir abgeholt. Wir fliegen mit Air France über Paris nach Antananarivo, der Hauptstadt Madagaskars. Der Flughafen Charles de Gaulle in Paris ist etwas chaotisch, das Personal unfreundlich. Nach einem kurzen Aufenthalt in Paris fliegen wir weiter nach Tana. Wir landen um 23:15 Uhr in Tana. Geschlagene 2 Stunden dauern die Einreiseformalitäten beim dortigen Zoll. Wir stellen uns erst in die Schlange wegen dem Visa. Visa brauchen wir nicht. Wir stellen uns in die nächste Schlange. Es bewegt sich überhaupt nichts. Es ist nach Mitternacht. Es tut sich nichts. In einem Kabuff sitzen 4 Zöllner, 2 Helfer reichen die Pässe. Der Erste schaut, ob die Immigration richtig ausgefüllt ist, der Zweite haut 4 Stempel in den Reisepass, der Dritte gibt die Pässe in den Computer ein und der Vierte unterschreibt die Immigration und händigt auf Zuruf den Pass aus. Nun denkst Du jetzt bist Du dran, wirst Du zum nächsten Schalter umgruppiert. Siehst Deinen Pass auf dem Stapel liegen und denkst, jetzt kommste dran. Nö, der Zöllner dreht öfter die Stapel einfach rum - eigentlich wärste doch jetzt dran gewesen. Es kommen blöderweise aber immer wieder neue oben drauf. Die Leute stehen kreuz und quer und die Namen werden aufgerufen und der Pass wird dann irgendwie in einer Menschenkette weitergereicht, mehr als chaotisch. Die Koffer drehen auf dem Band mehrfach schon Ehrenrunden. Die Trolleys stehen in Doppelreihen vor dem Band und die Passagiere press am Band. Es war Chaos hoch10. Bis wir endlich unsere Koffer hatten gingen 2,5 Stunden Zeit ins Land. Es ist mittlerweile nachts 1:45 Uhr. Unser Fahrer Orlando erwartete uns bereits. Nach einer herzlichen Begrüßung gingen wir zum Geldwechsel. 1 Euro = 3200 Ariary. Auf einen Schlag wird man zum Ariary-Millionär. Unser Fahrer machte sich auf den Weg die Parkgebühr zu bezahlen. Wir dachten schon er hätte sich aus dem Staub gemacht. Nach ca. 45 Minuten kam er wieder. Wir schauten uns zwischenzeitlich schon nach ihm um und sahen ihn in einer Schlange stehen, wo die Parkgebühr zu entrichten war und es ging nicht voran. Dafür war die Fahrt ins Hotel sehr kurz, dauerte nur ca. 10 Minuten. Wir hatten ein nettes ansprechendes Hotel etwas außerhalb der Stadt aber Flughafennähe. Gegen 2.45 Uhr in der Nacht fielen wir todmüde ins Bett.

Freitag 25.07.2014
Die Nacht war jedoch recht kurz, um 8:30 Uhr starteten wir schon unsere Tour in Richtung Andasibe. Wir schlängeln uns durch die Hauptstadt und können uns einen ersten Eindruck über das Leben dort verschaffen. Überall wird was verkauft - jeder hat etwas zu verkaufen. Die Stadt quirlt. Wir brauchen lange, um aus der Stadt rauszukommen. Kaum raus merkte man sofort, dass die Menschen dort ärmer sind. Häuser sind nicht mehr aus Stein sondern aus Lehm gebaut. Es werden Holzgestelle als „Rohbau“ errichtet, welche dann mit Lehm zugeschmiert werden. Entsprechend sieht es auch aus bei Regen.

Momentan ist Winter in Madagaskar, es ist kalt. Die Menschen laufen barfuß und sind teilweise schlecht gekleidet. Sie können sich keine Schuhe leisten, Essen ist wichtiger und die Schuhe halten meist nicht lange.

Auf unserer Fahrt in den Regenwald passieren wir viele Polizeikontrollen, meist werden LKW und die Public Busse angehalten. Einen Grund findet man immer, um Schmiergeld zu kassieren. So viele Polizeikontrollen habe ich noch nie gesehen. Die Polizisten stehen bewaffnet am Straßenrand, auf der gegenüberliegende Straßenseite liegt eine Nagelkette. Aber sollte jemand der Kontrolle davonfahren, hat man große Chancen davonzukommen, denn die Polizei hat keine Fahrzeuge um eine Verfolgung aufzunehmen.

Wir kommen im Regenwald an und machen unser erstes Trekking. Direkt mit Trekkingstart beginnt der Regen und dieser wird zum Dauerregen. Im angelegten Park geht es über Stock und Stein, Hängebrücken und glitschige Stufen. Es gibt es viele Krokodile, Schlangen, Chamäleons, Schleichkatzen und madagassische Enten. Wir sind die einzigen Touristen. Nach unserem Trekking geht die Fahrt weiter zu den Lemuren. Der Regen wird stärker, wir sind mittlerweile klitschnass. Wir fahren mit einem Boot eine Mini-Strecke, um auf die Insel zu den Lemuren zu kommen. Die Lemuren sind sehr wasserscheu. Gleich am Ufer werden wir von diesen niedlichen Äffchen empfangen. Ein paar wenige Touristen sind vorort. Die Affen werden den ganzen Tag nur mit Bananen gefüttert und sind richtige Nimmersatt. Sie springen kreuz und quer über uns und möchten gefüttert werden. Sachte und mit viel Gefühl holen sie sich die Bananen aus der Hand. Das Fell und die Pfoten sind samtig weich. Wir schauen uns deren Kunststücke an. Auch die kleinen niedlichen süßen Bambuslemuren sind dort anzutreffen.

Ankunft im Regenwaldhotel Feony Ala. Wir beziehen einen Bretterbungalow (angeblich einfach aber komfortabel – den Komfort suche ich noch heute). Nach dem Abendessen ziehen wir uns in unseren Bungalow zurück und frieren vor uns hin. Im Restaurant bedienen die Kellner mit dicken Daunenjacken, so kalt ist es dort. Es ist im Bungalow kalt. Fenster gehen nur zum Komplettöffnen, erst dann kann man rausschauen. Ich habe in der Nacht Schüttelfrost vor Kälte. Die Zimmer sind weder klimatisiert noch beheizt. Das Holz ist feucht und unsere Kleidung ist mehr als klamm. Wir fragen uns, ob das Urlaub ist. Haben wir dafür gearbeitet und gespart!!!!!

Samstag 26.07.2014
Es regnet die ganze Nacht sehr stark. Unser Ganztages-Trekking zu den Indri Indri haben wir abgesagt. Auch sind die Affen ja wasserscheu und verstecken sich entsprechend vor dem Regen. Mittlerweile bin ich stark erkältet. Wir gehen um die Mittagszeit nach Andasibe auf den Wochenmarkt und suchen nach einer wärmeren Jacke für Frank. Kinder fragen uns nach Ballons. Wie immer haben wir welche dabei, sie müssen uns nur zum Auto begleiten. Treu folgen Sie uns zum Fahrzeug. Dort übergab ich ihnen Spielsachen und Ballons. Diese strahlenden Gesichter zu sehen, treibt mir immer wieder die Tränen in die Augen. Im nächsten Ort werden wir auf einem großen Wochenmarkt fündig und kaufen für 8 Euro eine neue mit Pelz gefütterte Jacke. Die Jacke schenken wir am Ende der Reise unserem Guide. Es regnet noch immer. Wir nehmen einen kleinen Lunch zu uns in einem Chinarestaurant mit free WIFI. Ich nutze gleich die Chance für die erste Kontaktaufnahme mit der Heimat. Auch heute haben wir wieder viele Polizeikontrollen passiert. Schmiergeldtag ist jeden Tag.

Am frühen Nachmittag sind wir schon wieder in unserem Bungalow zurück und frieren eine weitere erbärmliche Runde im klammen Bungalow. Wir ändern unsere Tour, müssen aber noch eine Nacht in dem feuchten Bungalow verbringen. Wir hoffen auf besseres Wetter.

Sonntag 27.07.2014
Am nächsten Morgen wie soll es anders sein – es regnet. Nach dem Frühstück nix wie weg. Wir sind sehr froh endlich diesen klammen Ort zu verlassen. Wir fahren wieder zurück in die Hauptstadt Tana. Ich habe einen Brummschädel und die Nase läuft. Mir geht es nicht besonders gut.

Das Wetter bessert sich kurz vor Tana. Unterwegs begegnen uns sehr viele Menschen, alle zu Fuß, hier ist kaum jemand motorisiert. Es ist Sonntag. Alle tragen ihre Sonntagskleidung und sind fein rausgeputzt für den Kirchgang. Sehr viele Menschen gehen hier sonntäglich zur Kirche. Wir fahren zu einem Aussichtspunkt über der Stadt. Wir dürfen die Fenster nicht öffnen, die Kriminalität im Zentrum der Stadt ist sehr hoch. Bewaffnete Banden ziehen durch die Stadt. Beim Aussichtspunkt laufen auch so windige Gestalten umher. Ich mache Fotos und verziehe mich auch schnell wieder in den Wagen. Wir fahren durch die Altstadt über einen Markt, auch hier dürfen wir die Fenster nicht öffnen, da uns evtl. die Kamera rausgerissen werden kann. Ich sehe zwei männliche Touristen über den Markt gehen mit Kameras bepackt und denke mir meinen Teil, doch nicht so gefährlich oder Leichtsinn! Wir nehmen die Warnungen ernst.

Heute Sonntag war der Tag der Kontrollen, heute wurden auch wir kontrolliert. Polizei braucht Sonntagsgeld. Der uns kontrollierende Polizist roch stark nach Alkohol und tat sich schwer sich auf den Beinen zu halten. Er sah Touristen im Fahrzeug, hat die Papiere kontrolliert und uns durchgewunken. Ich hatte das Gefühl er traut sich nicht im Beisein von Touristen Schmiergeld zu kassieren.

Wir kommen wieder in das Hotel, wo wir die erste Nacht verbracht haben. Es ist wärmer in der Stadt und es hat aufgehört zu regnen. Wir genießen eine Pizza und ein paar Cappuccinos und sind froh in etwas wärmeren und trockeneren Gefilden zu sein – hoffentlich. Morgen geht es Richtung Süden. Ich lade noch ein paar Bilder hoch und lasse den Abend mit lesen ausklingen.

Montag 28.07.2014
Um 9:00 Uhr geht es los, wir fahren Richtung Süden. Wir schlängeln uns wieder durch Tana hindurch bis zur RN 7. Nach der Stadt wird es angenehm ruhig vom Verkehr, kaum Fahrzeuge. Aber jede Menge Menschen unterwegs entweder zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit selbstgebauten Karren. Motorisierung kann sich kaum einer leisten. Die Gegend wird schöner, das Wetter wird wärmer, die Menschen freundlicher und offener, die Armut wird aber größer. Unterwegs schauen wir uns den Ananas-Anbau an. Bei einem Zwischenstopp zur Mittagspause beobachte ich die Menschen, welche an der Bushaltestelle auf den abfahrenden Bus warten. Sie kaufen sich noch auf die schnelle ein Heißgetränk und eine Kleinigkeit zu essen. Am Wegesrand sehen wir aus Bambus hergestellte LKWs, Musikinstrumente, Heiligenfiguren. Frauen stellen Hüte und Taschen her.

Wir besichtigen eine Topffabrik. Es werden Töpfe hergestellt und aus Alu gegossen. Die Menschen dort arbeiten unter erbärmlichen Arbeitsumständen ohne jegliche Arbeitsschutzvorkehrungen. Sie gießen barfuß das heiße flüssige Alu in eine Form. Spielende Kinder turnen in Feuernähe herum. Danach besichtigen wir noch eine Blechfabrik. Der Mann stellt 2CV, Roller, Fahrräder u.ä. aus Blech und Draht her. Anschließend schauen wir Frauen beim Besticken von Tischdecken zu. Tischdecke gehen bei mir immer. Ich kaufe mir einen Tischläufer bestickt mit Lemuren. Danach besichtigen wir noch eine Fabrik, welche aus dem Zebuhorn Gegenstände aller Art herstellt. Wie Tischdecke, Kette geht auch immer.

Wir kommen spät in unsere Unterkunft dem Couleur Cafe. Ein wunderschönes romantisches Hotel, neu renoviert. Die Unterkunft liegt in einer sehr armen Gegend, aber idyllisch gelegen. Ein schön angelegter Garten lädt uns zum Verweilen ein. Es wird kühl, wir ziehen uns ins Kaminzimmer ans Kaminfeuer zurück. Ich lade gemächlich, so das Internet will, meine Bilder hoch und Frank liest. Es ist wunderbar hier und wir fühlen uns sehr wohl. Wir müssen zum ersten Mal nicht frieren. Anschließend genießen wir am Kaminfeuer bei einer Flasche rotem Madagaskar-Wein ein vorzügliches 3-Gänge-Menü. Irgendwie schon grotesk, wir sitzen hier und genießen und draußen herrscht die große Armut. Nachdem Abendessen sitze ich noch eine Weile lesend am Kaminfeuer und versuche die heute gesehene große Armut zu verarbeiten. Ein schöner Tag neigt sich mit strömendem Regen dem Ende entgegen.

Dienstag 29.07.2014
Mit Wehmut verlassen wir das sehr gemütliche und warme Couleur Café. Heute geht unsere Fahrt weiter nach Ramofana – zum Nationalpark im Regenwald. Wie immer haben wir schlechtes Wetter. Wir verlassen gegen 8.45 Uhr das schöne Hotel und fahren auf der RN 7 weiter gen Süden. Die Gegend wird immer ärmer. Nebelschleier hängen zwischen den Bergen, ein sehr schöner Anblick. Unterwegs bei einem Stopp beobachten wir Zeburinder und die Hirten, welche ein Reisfeld umpflügen. Den Bauern geben wir ein T-Shirt und ein Hemd. Sie freuen sich sehr darüber und sagten, dass sie es für den sonntäglichen Gottesdienst anziehen werden. Wir waren gleich umringt von mehreren Bauern, aber wir hatten nicht mehr griffbereit, weiteres war in unserem Koffer verstaut. Einen weiteren Stopp machen wir, als wir einen Schweinemarkt am Wegesrand sehen. Fasziniert beobachten wir das Treiben auf dem Markt. Ein Tierarzt muss die Tiere begutachten, dafür werden die Schweine auf den Rücken gelegt und untersucht. Das Schreien der Schweine geht uns durch Mark und Bein. Wir beobachten und werden neugierig beobachtet. Mütter stillen beim Plausch ihre Kinder. Kleine Ferkelchen vergnügen sich nebenbei. Es macht Spaß dem Treiben zuzuschauen. Beim nächsten Stopp besuchen wir noch eine Holzschnitzerei. Die Holzschnitzer schaffen kleine Kunstwerke mit einfachen Mitteln. Unterwegs begegneten uns mehr als 1000 Zeburindern. Die Hirten waren in Tulear (ganz im Süden) vor ein paar Wochen losgezogen mit dem Ziel Tana die Hauptstadt. Als wir sie trafen, waren sie schon über einen Monat unterwegs und haben bestimmt noch einen Monat vor sich bis zur Hauptstadt. Die Hirten sind größtenteils barfuss, aber dick vermummelt. Wir plauschen mit Händen und Füßen, verteilen T-Shirts an die Hirten, welche erbärmlich angezogen sind. Unser Stopp dauert fast eine Stunde so viele Hirten mit Herden ziehen an uns vorüber. Die Herden wären alle bereits verkauft und müssen nur in die Hauptstadt gebracht werden. Es ergeben sich tolle Fotomotive.

Heute werden wir wieder kontrolliert, aber wieder müssen wir kein Schmiergeld zahlen. Ich scherze mit den Polizisten und wir fahren ohne Probleme weiter. Das Gefühl verstärkt sich, wenn Touristen im Auto sind, wird kein Bakschisch kassiert. Über eine Abkürzung versuchen wir dem LKW-Verkehr zu entfliehen. Für die Abkürzung ist Allradantrieb unbedingt notwendig. Wir kommen im Hotel Cetrest an und sind überrascht. Wir ahnten schon das schlimmste, dass wir wieder so eine nasse Hütte bekommen, dem ist Gott sei Dank nicht so. Die Bungalows sind aus Stein gebaut, gefliest und sauber. Es ist aber kalt draußen. Bei einer Tasse Tee wärmen wir uns erstmal auf. Wir sind hungrig und müde. Wir sind über 7 Stunden mit dem Auto unterwegs gewesen. Es regnet. Morgen soll es wieder zu einem Trekking in den Nationalpark gehen. Es ist alles matschig, mir graut davor. Harren wir der Dinge die der morgige Tag mit sich bringt. Beim Abendessen mit viel heißem Tee und noch mehr heißem Tee und Three Horses Bier lassen wir nun den Abend ausklingen. Wir übernachten zwar in einem Bungalow aber frieren wieder in der Nacht. Bin nicht mehr gut auf unseren Reiseveranstalter Abendsonne Afrika zu sprechen. Habe es satt ständig nachts zu frieren. Die Nacht ist eigentlich zum Schlafen da, ich komme vor lauter Zähneklappern nicht dazu. Wieder fragen wir uns - ist das Urlaub?

Mittwoch 30.07.2014
Nach einem sehr einfachen Frühstück – Gefängniskost (Wasser, Kaffee und trockenes Brot) starten wir um 8:00 Uhr unser Regenwaldtrekking. In Madagaskar gibt es kaum Primärwälder, nur Sekundärwälder, alles wurde abgerodet. Es gibt sehr viele endemische Tier- und Pflanzenarten hier in Madagaskar. Unsere Regenwald-Guides stehen pünktlich auf der Matte. Einer geht vor und sucht die Lemuren, telefoniert wenn er Lemuren sichtet und der andere führt uns dorthin. Ständiger Handykontakt und das im Regenwald ist notwendig. Wir sehen einen Baumfrosch und viele Baumtermiten. Kurze Zeit später vermeldet der Guide schon Lemur in Sicht. Wir sind unweit der Stelle entfernt. Wir pirschen durch den Matsch und tatsächlich im Geäst sitzt ein Golden Bambuslemur. Er sitzt aber zu weit oben, ein Bild zu machen ist zwecklos. Wir gehen mura mura (langsam langsam) weiter. Frank und ich trennen uns. Frank geht mit dem anderen Guide einen schwierigeren Weg. Sie sehen den Großen Bambuslemur und den Rotbauchlemur. Edmond, mein Guide und ich, wir finden noch den großen Sifaka. Das ist der größte Lemur. Er sitzt aber wieder sehr ungünstig im Blattwerk. Wir beobachten ihn eine Weile und gehen dann gemächlich weiter. Es geht über hunderte von Treppen, alle Stufen unterschiedlich hoch, das zehrt an der Kraft. Der Weg ist auch teilweise sehr schmierig, jedoch ist mein Guide sehr aufmerksam. Sobald es rutscht, stellt er seinen Fuss als Bremse davor und an schwierigen Stellen hält er meine Hand. An der Brücke zur Flussüberquerung – raus aus dem Nationalpark - treffen wir Frank und den anderen Guide wieder. Timing - Wir sind zeitgleich dort. Wir gehen gemeinsam zum Auto zurück, dort kaufen wir Pfeffer und Muskatnuss. Geben unseren Guides Trinkgeld und beschenken sie mit Rucksäcken und T-Shirts. Auf unserer Fahrt zurück ins Dorf Ramofana nehmen wir unsere Guides mit. Wir besuchen noch den lokalen Markt bevor unsere Fahrt weiter geht. Im Dorf wollen wir hauptsächlich Geld umtauschen und gehen zur Post – nichts. Die Post hat kein Geld. Wir gehen in ein anderes Hotel. Auch hier hat man kein Geld. Ich kaufe mir einen landestypischen Hut, Madeleine-Kuchen, Bier, Pfeffer sowie Chili. Wir fahren weiter, vorbei an einem Wasserfall, der tosend in eine tiefe Schlucht stürzt. Unterwegs sehen wir viele Steinehersteller. Sie arbeiten mit dem Boden des Reisfeldes, da dieser am ergiebigsten ist. Sehr viel Kinderarbeit haben wir gesehen. Kinder schleppen Steine, müssen Wasser oder Holz holen und schieben es in selbstgebauten Karren den Berg hinaus ins Dorf. Überhaupt sieht man in ganz Madagaskar sehr viele selbstgebaute fahrbare Untersätze, teilweise mit Lenkrädern. Die Untersätze sehen nicht vertrauenserweckend aus und manche verlieren bei der Kurvenfahrt ein Rad.

In einem sehr sehr armen Dorf mit sehr sehr vielen Kinder halten wir an. Wir verteilen Luftballons. Die Kinder zerreißen uns bald wegen einem Luftballon. Frank blutet schon am Finger vor lauter nach ihm grapschenden Händen. Wasser haben die Kinder schon lange keines mehr auf der Haut gesehen. Die Lebensumstände dort sind erbärmlich. Es zerreißt einem das Herz, wenn man sieht wie die Menschen leben müssen, tagein tagaus. Sie leben teilweise in den Tag hinein. Die Männer sind teilweise betrunken oder bekifft. Kinder ohne Zukunft. Kinder Kinder Kinder, wie die Orgelpfeifen. Die meisten Kinder werden nicht einmal 5 Jahre alt und müssen sterben, da die medizinische Versorgung bzw. die Impfungen für die Kinder fehlen. Eine Schande, dass es sowas in unserer hochindustrialisierten Welt noch gibt. Und die Staatspräsidenten leben in Saus und Braus und das Volk … - die Welt ist ungerecht.

Wir kommen an unser Tagesziel Fianarantsoa. Wir besuchen mit einem lokalen Guide die Altstadt, welche unter dem Schutz der UNESCO steht. Fianarantsoa (auf deutsch „wo man das Gute lernt“) ist eine 1830 gegründete Stadt in Madagaskar mit ca. 170.000 Einwohnern. Fianarantsoa ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Fianarantsoa. In der Stadt befinden sich die Université de Fianarantsoa sowie eine Kathedrale.

Kaum angehalten werden wir von Kindern umringt, welche selbst gemalte Postkarten verkaufen möchten, damit sie sich ihre Schulhefte und Stifte für die Schule kaufen können. Momentan sind Ferien. Wir kaufen nichts, obwohl ich gerne überall kaufen würde, aber wo fängt man an und wo hört man auf? Fünf kleine Kinder kommen auf mich zu gerannt und wollen unbedingt haben, dass ich ein Foto von ihnen mache. Anschließend wollen sie sich auf dem Kameramonitor betrachten und freuen sich tierisch darüber, wenn sie sich auf dem Monitor sehen. Sie reißen mir fast die Kamera aus den Händen vor lauter Freude. Sie schauen auf den dunklen Monitor und freuen sich. Überall wenn wir halten und ich fotografiere die Menschen zeige ich ihnen das Bild und sie freuen sich darüber sehr. Ich solle doch die Bilder schicken oder nächstes Jahr mitbringen. Auch über kleine madagassische Worte welche wir uns angeeignet haben wie Danke, Auf Wiedersehen und langsam langsam freuen sie sich sehr. Im Postamt haben sich die Menschen amüsiert, weil ich mich in ihrer Landessprache bedankt habe und Auf Wiedersehen gewünscht habe.

Wir suchen eine Apotheke, da ich mittlerweile starke Halsschmerzen habe und meine ununterbrochen Nase läuft. Zwei Nächte in der klammen Bretterbude ich bin fertig. Mich hat`s ganz schön erwischt.

Ich wasche mir den Dschungeldreck vom Körper und fühle mich gleich wohler. Frank hätte gerne eine Massage, aber er kommt unverrichteter Dinge wieder zurück. Man muss die Massage und ein Zimmer bezahlen. Am offenen Kamin im Tsara Guesthouse trinke ich Tee und leere meine Speicherkarten. Das Tsara Guesthouse ist ein altes sehr ansprechendes kleines Hotel in Altstadtnähe. Unser Guide meint auch hier, wir sollen das Hotel am Abend nicht verlassen. Als Getränk trinke ich momentan nur heißen Tee, um mich aufzuwärmen. Eine Internetverbindung habe ich leider nicht. Wir nehmen im Restaurant ein gemütliches Abendessen ein und trinken eine Flasche madagassischen Weißwein, welcher sehr sauer ist und einem alles zusammenzieht. Wir freunden uns mit einer netten Frau und ihrer Tochter aus Kalifornien an. Leider habe ich etwas Verständigungsprobleme wegen dem Slang den sie sprechen und mein englisch eh nicht so besonders gut ist. Die Frau hat wie ich auch starken Muskelkater, hauptsächlich schmerzen ihr und mir die Knie vom Trekking. Die Kleine amüsiert sich darüber. Wir feuern uns gegenseitig beim Aufstehen an. Wir haben ziemlich die gleiche Wegstrecke vor uns.

Mittlerweile habe ich Muskelkater in Armen und Beinen. Ich schreibe noch meinen Reisebericht und lasse den Abend mit meinem Buch ausklingen. Frank schläft schon, wie immer im Urlaub sehr früh. Das Zimmer ist auch nicht das wärmste, aber es friert uns nicht so sehr wie zuvor.

Donnerstag 31.07.2014
Wie immer geht es am frühen Morgen weiter. Bevor es losgeht verschenke ich noch einen Kugelschreiber an einen Jungen, welcher mir einen Tag vorher schon auf die „Nerven“ ging. Er freute sich diebisch über diesen Kugelschreiber und war ganz aus dem Häuschen. Wir folgen weiter der RN 7, welche uns in den Süden bringt. Wir passieren mehrere Polizeikontrollen, das tägliche Bild. Wir sagen wir seien schon kontrolliert worden und man winkt uns weiter.

Wir sehen Kinder Steine schleppen und halten an. Man sieht überhaupt sehr viel Kinderarbeit. Die Kinder arbeiten sehr schwer. Selbst die Kleinsten müssen wieder Wasser holen und dafür müssen sie weite Wege gehen mit dem vollen Kanister. Wir verteilen Luftballons an die schwerstarbeitenden Kinder. Es tut weh das zu sehen, denn die Kinder sind teilweise noch nicht im Schulalter.

Die Landschaft verändert sich ständig. Es ist aber immer alles abgerodet. Noch nie zuvor haben wir soviel gerodete Landschaften gesehen.

Beim nächsten Stopp sehen wir wie aus Agaven Fäden hergestellt und Körbe, Taschen, Hüte u.ä. angefertigt werden. Wir kaufen eine Kleinigkeit für umgerechnet 0,80 € und die Menschen sind glücklich, Hauptsache was verkauft.

Wenn wir anhalten und nur die Landschaft fotografieren wollen sind wir sofort umringt, überall kommen sofort Kinder und Erwachsene daher, um uns zu begrüßen, hauptsächlich in der Hoffnung es fällt was von den Touristen ab. Anscheinend haben viele Touristen Bonbons dabei, welche diese an die Kinder verteilen, denn die meisten Kinder verlangen nach Bonbons. Wir verteilen Luftballons und Seife.

Wir besichtigen eine Seidenspinnerei. Man zeigt uns wie die Fäden hergestellt und gefärbt werden. Acht Menschen sitzen in einem engen Raum und verarbeiten Fäden für den Webstuhl. Anschließend besuchen wir die Papierherstellung. Hier werden kunstvolle, jedoch einfache Briefumschläge, Bilderrahmen etc. hergestellt und mit Blumen dekoriert. Im Ort gehen wir über den lokalen Markt auf der Suche nach großen Chillischoten, werden aber nicht so wirklich fündig. Auf dem Markt bestaunt man uns.
Unsere nächste Station ist der Anja-Park. Ein Privatpark mit vielen Katta-Lemuren. Wir gehen wieder auf Lemuren-Trekking. Ein einziges Chamäleon hat unser Guide entdeckt. Es war leider nicht besonders groß, dafür sahen wir aber viele Affen.

Wir fahren weiter zum Tsara-Camp, wo wir zwei Nächte verbringen werden. Das Camp ist mit großen geräumigen Zelten ausgestattet. Ein Deutscher ist der Besitzer. Wir bringen die Koffer ins Zelt und sortieren ein wenig unser Gepäck. Anschließend gehe ich mit der Kamera auf Tour und runter zum Fluss und beobachte die Menschen beim Bad und beim Wäsche waschen. Kurze Zeit später wird eine Zebuherde zum Fluss getrieben. Die Menschen kommen, um sich zu waschen. Frank gesellt sich dazu und wir beobachten eine ganze Weile das Treiben, ein ständiges Kommen und Gehen bis die Dunkelheit anbricht.

Mit unserem Lokalguide besprechen wir unsere Tour für den nächsten Tag. Es ist eine einfache Wanderung von 4–5 Stunden Dauer angesagt. Wir betonen, dass wir unbedingt Chamäleons sehen wollen. Der Guide verspricht es. Hoffentlich kann er es halten.

Wie üblich ziehen wir uns nach dem Abendessen früh zurück. Frank geht wieder sehr früh schlafen. Ich höre noch, dass eine Tanzveranstaltung mit Einheimischen im Restaurant stattfindet. Alleine möchte ich aber auch nicht hingehen. Ich lausche den Rhythmen, schone meine schmerzenden Glieder, schreibe meinen Reisebericht bei Kerzenschein, verjage große Käfer aus dem Zelt, leere die Speicherkarten und lade die Akkus neu für den morgigen Tag. Was soll ich sagen: Wir haben wieder gefroren. Ab 18:00 Uhr als die Sonne weg war, wird es schlagartig kalt. Wasser und Strom gibt es nur bis 21:00 Uhr.

Freitag 01.08.2014
Um 8:00 Uhr machen wir uns auf unsere Wanderung in der Umgebung. Wir machen von 8:00 Uhr bis 12:00 Uhr eine 5-stündige Wanderung (!??? – afrikanische Zeitrechnung). Es behauptete fest, dass es 5 Stunden sind von 8:00 – 12:00 Uhr. Die Wanderung geht über ausgetrocknete Maisfelder, durch kleine Dörfer, kleine Besteigung eines Berges östlich vom Camp. Wir wandern durch den heiligen Wald und beobachten das Treiben der Dörfer bzw. die Dorfbewohner beobachten uns. Es geht über Stock und viele Steine bis zu einem Naturschwimmbecken. Dort werden wir von vielen Kindern erwartet, welche gerne ihre selbstgebastelten Ketten verkaufen möchten. Wir machen dort eine Rast und ich versuche mit allen ins Gespräch zu kommen oder blödle mit ihnen herum. Unser Weg führt ähnlich holprig weiter. Wir sehen jedoch unterwegs viele frei lebenden Katta-Lemuren. Es macht Spaß den niedlichen Äffchen zuzusehen. Gleichzeitig halten unsere Guides die Augen bzgl. Chamäleons offen. Wir kommen in einem Dorf an und beobachten die Menschen oder sie uns. Ich soll in eine Küche kommen, als sich die Tür öffnet brennt mir der Rauch in den Augen und ich gehe ein paar Schritte zurück. Ich kann aber sehen, dass in dem Raum ohne Fenster mit dem beißenden Rauch zwei Frauen sitzen. An einer Lehmhütte beobachten wir wie ein Fenster eingebaut wird. Ein Mann karrt mit einem selbstgebauten Schubkarren den Lehm zum Haus. Immer wieder entsetzt es mich, wie einfach die Menschen doch leben und trotzdem freuen sie sich auf uns, besonders die Kinder. Sobald die Kinder den Fotoapparat sehen, freuen sie sich, setzen sich sofort in eine Reihe oder stellen sich auf, damit sie fotografiert werden. Sie schauen auf den Monitor, sehen noch nichts und amüsieren sich köstlich darüber. Es macht immer wieder Spaß den Kindern damit eine Freude zu bereiten. Unser Fahrer holt uns in dem Dorf ab und bringt uns zum Camp zurück. Am Camp-Eingang finden wir endlich ein Chamäleon, welches sich aber nicht so recht fotografieren lassen möchte. Es ist Mittagessenszeit. Die „5“ Stunden sind um. Ich spüre mal wieder meine Knie nicht mehr.

Unser Geländewagen verliert Luft. Wir begleiten unseren Fahrer beim Reifenwechsel. Frank hilft mit. Zum 1. Mal trinken wir am frühen Nachmittag ein Bier mit unserem Fahrer. Er bringt uns wieder zum Camp zurück und ich gehe in die nähere Umgebung auf Motivsuche. Wir sind alleine im Camp, keine weiteren Gäste. Wir nehmen unser Abendessen ein und ziehen uns zurück. Wie üblich lassen wir den Tag ausklingen. Ich bin froh, wenn die Nacht rum ist. Es ist wieder kalt im Zelt. Wir wollen weiter gen Süden. Meine Erkältung ist noch nicht wirklich besser geworden.

Samstag 02.08.2014
Am frühen Morgen man muss mir aus dem Bett helfen, da es so niedrig ist, ich komme vor Muskelkater nicht hoch. Ich bin froh, dass die letzte Nacht dort rum ist. Vor der Abfahrt verteilen wir vor dem Camp noch Kleidung, Mützen und Schuhe an die Menschen aus dem naheliegenden Dorf. Unterwegs begegnen uns sehr viele Menschen, welche ins nächste Dorf laufen, denn es ist Samstag und es ist Markttag. Wir können das Dorf nicht sehen. Es liegt noch ca. 16 km entfernt. Die Menschen laufen mit ihren Habseligkeiten dorthin, um diese evtl. zu verkaufen, damit sie Lebensmittel etc. einkaufen oder tauschen können. Der Marktbesuch steht auch unter dem Motto: Sehen und gesehen werden. Wir laufen über den Markt. Die Attraktion sind wir. Es gibt kaum Vazaha (Weiße). Man beobachtet und folgt uns. Auf dem Weg zur Landstraße begegnen wir vielen Kindern. Wir verteilen Luftballons und Spielsachen. So glückliche Kinder haben wir schon lange nicht mehr gesehen. Die Freude ist sehr groß. Ein Kind trägt einen Korb auf dem Kopf mit Mais und läßt fast alles fallen. Seine Schwester kommt ihm im letzten Moment zur Hilfe, da seine Freude überschwänglich war. Einer Frau fällt der Wassereimer fast vom Kopf und schüttet sich viel Wasser über, vor lauter Freude. Eine andere Frau flüchtete mit ihren beiden Kindern vor mir, als ich ihr was geben will. Es gibt eine Überlieferung, dass die Weißen kommen und die Kinder stehlen. Man merkt diese Überlieferung teilweise heute noch, denn es war nicht das erste Mal, dass jemand vor uns geflohen ist.

Wir fahren immer weiter in den Süden. Die Polizeikontrollen werden nicht mehr ganz so häufig. Im Dorf der Zebudiebe – Ihosy – sind wir auf der Suche nach einer Reifenwerkstatt. Unser Reifen muss geflickt werden. Wir beobachten die Monteure bei der Arbeit und amüsieren uns. Not macht erfinderisch. Mit welchen Mitteln Reifen repariert werden – unglaublich. Reifen werden verkauft ohne jegliches Profil. Wir hatten 2x eine Reifenpanne. Ein Ersatzrad hatten, aber dieses war defekt.

Immer wieder halten wir an, wenn Kinder zu sehen sind und beschenken diese mit Spielsachen oder Ballons. Die erste Reaktion ist meist verhalten, aber dann.

Die Landschaft verändert sich wieder extrem. Wir fahren durch eine Steppenlandschaft – endlose Weite umgibt uns. Es ist weit und breit nichts zu sehen, aber dennoch sieht man immer wieder Menschen. Man sieht ein verfallenes Hotel. Dies wurde nur für die Sonnenfinsternis im Jahr 2000 gebaut und wird nicht mehr genutzt. Es wurde ein Museum gebaut, anscheinend interessiert es keinen. Es wurde einiges hier speziell für den Sonnenfinsternis-Tourismus gebaut und ist jetzt dem Verfall preisgegeben. Damals kamen sehr viele Touristen nur wegen der Sonnenfinsternis nach Madagaskar.

Es ist heiß draußen. Wir kommen gegen 15:30 Uhr zu unserer Unterkunft, welche wiederum sehr einfach ist. Ich kann noch nicht mal die Akkus im Zimmer laden, muss alles an der Rezeption oder im Restaurant zum Laden abgeben.

Gegen 16.15 Uhr fahren wir ans „Fenster“ des Isalo-Gebirges und möchten uns den Sonnenuntergang anschauen. Noch sind wir die ersten, aber schnell füllt es sich dort. Jeder will den Sonnenuntergang durch das Fenster fotografieren, aber die Sonne macht uns alle einen Strich durch die Rechnung und geht hinter den Wolken unter und wir Fotografen haben nichts davon. Wir beeilen uns wieder ans Auto zu kommen und machen uns auf den Rückweg. Unser Fahrer meint, dass hier bei einbrechender Dunkelheit schon öfter Touristen überfallen und ausgeraubt wurden. Man hat ihnen die Kameras und Pässe abgenommen. Die Diebe waren mit Kalaschnikows bewaffnet. In der Nähe gäbe es eine Saphirmine und dort würden noch Mafiagesetze herrschen/gelten.

Wir kehren als erste ungeschoren ins Camp zurück. Wir genießen unser Abendessen mit einem madagassischen Rotwein und ziehen uns früh in unseren Bungalow zurück und frieren wieder. Morgen früh heißt es wieder früh aufstehen, es steht unsere letzte Trekkingtour auf dem Programm.

Sonntag 03.08.2014
Heute Morgen starten wir nach einem mehr als mageren Frühstück. Unser Fahrer erwartet uns, mir fällt auch er ist ohne Brille und ohne Mütze. Nach einem gestrigen Freundestreffen war er anscheinend betrunken und findet seither seine Brille und Mütze nicht mehr. Wir amüsieren uns köstlich darüber, da er Angst hat, dies seiner Frau zu beichten. Immer wieder wird er heute mit Späßen aufgezogen, da kennen wir nix, da muss er durch. Unsere Trekkingtour führt uns ins Isalo-Gebirge - eine canyonartige wunderschöne Landschaft. Unsere Wanderstrecke beträgt insgesamt 6 km und wir benötigen ca. 4,5 Stunden dafür. Unser Guide ist sehr aufmerksam, er sieht im Vorübergehen Stabheuschrecken, wir wissen wie diese aussehen und finden sie trotz langem Suchen nicht, er sieht diese im Vorübergehen. Er findet Chamäleons im Vorübergehen im Blattwerk eines Baumes ohne dass er suchen muss - unglaublich. Er ist auch so sehr aufmerksam und spricht ein gutes englisch. Er führt uns über Stock und Stein, hoch zum Aussichtspunkt und wir blicken dem Pfeil folgend nach Berlin. Weiter geht es zu einem Naturschwimmbecken. Der Guide und ich steigen hinab zu dem Becken, Frank bleibt oben. Ein schönes Fleckchen. Ein spanisches Pärchen hat sich dort bereits breit gemacht. Langsam – mura mura – machen wir wieder den Aufstieg und begeben uns auf den Rückweg. Unser Guide findet noch ein durchsichtiges Chamäleon. Ich bin mürbe und mag nicht mehr, es war sehr anstrengend für mich und mir schmerzen die Knie. Im Bungalow essen wir einen kleinen Lunch, gehen duschen, machen zum 1. Mal einen Mittagsschlaf. Es ist gleich 18:00 Uhr uns ist kalt, wir warten auf die Abendessenszeit. Im Restaurant kann man sich ein Handy oder sonst ein Elektroteil mit Stecker aussuchen, denn jeder legt sein Handy, seine Akkus oder sonst was ins Restaurant zum Aufladen. Wir gehen sehr früh schlafen, es ist nichts los, die Nacht wird unendlich lang. Morgen nimmt unsere Rundreise ein Ende und unserer Fahrer wird sich alleine in Richtung Tana sich auf den Weg machen.

Montag 04.08.2014
Heute ist unser Hochzeitstag – wir sind 25 Jahre verheiratet – 25 Jahre – Mann o Mann wie die Zeit vergeht - 25 Jahre mit dem gleichen Mann. Wie viele muß ich noch? (lach)

Wir stehen früh auf und nehmen unser sehr einseitiges Frühstück ein. Wir zahlen unsere Rechnung und machen uns auf den Weg nach Tulear. Unterwegs kommen wir durch ein Saphirdorf. Hier wird noch heute nach Saphiren geschürft. Das Dorf ist reicher, man sieht es sofort. Die meisten Häuser sind aus Stein gebaut. Es gibt ein Casino und eine Diskothek im Ort. Doch Vorsicht beim Kauf von Saphiren. Bezahlte Saphire werden oftmals mit Waffengewalt wieder zurückgeholt.

Wir werden heute 4x bei Polizeikontrollen angehalten. Nur einmal werden die Papiere kontrolliert, eher aus Verlegenheit. Die Landschaft ändert sich ständig, wir fahren endlos durch Savannen, dann durch Buschland, Nationalparks. Teilweise wurden viele Flächen frisch durch die Bauern brandgerodet, damit die Zebus bessere Milch geben. Die Gegend wird ärmer. Wir sehen die ersten Baobabs, doch da es Winter ist, haben diese keine Blätter. Baobabs sind das Wahrzeichen von Madagaskar. Weltweit gibt es 8 verschiedene Arten, davon sieben in Madagaskar. Wir verteilen T-Shirts, manche sind damit unzufrieden und wollen Geld für Reis. Wir kommen nach Tulear, eine sehr dreckige Stadt. Wir fahren über zwei Märkte, steigen aber nicht aus, unser Fahrer läßt uns nicht. Die Stadt ist vermüllt.

Über eine Holperpiste und dann Sandpiste fahren wir 32 km bis nach Ifaty. Wir fahren an sehr armen Fischerdörfern vorbei. Irgendwo an einem einsamen Strand liegt unser Resort, ein Kilometer von einem Fischerdorf entfernt. Wir sind endlich ganz im Süden, das Wetter ist beständiger und abends warm. Wir betreten den ersten Luxus seit 10 Tagen. Legen uns etwas aufs Ohr und essen eine Kleinigkeit am Strand. Kaum sitzen wir, werden wir von Einheimischen belagert, welche Massage oder Holzschnitzereien anbieten. Sie sind mehr als penetrant. Es nervt. Eine Einheimische will 40.000 Ariary für eine einstündige Massage. Ich habe mich darüber amüsiert und sie hat den Preis auf 20.000 Ariary gesenkt. 40.000 Ariary sind 13 Euro. Das Monatseinkommen in Madagaskar beträgt ca. 25 Euro.

Wir sitzen in der Lobby und ich versuche krampfhaft meine Mails abzurufen. Internet für Lahme. Wir genießen den Sonnenuntergang und bereiten uns auf unser Candlelight-Strand-Dinner zum Silberhochzeitstag vor. Es gibt Lobster, Zebu, Mousse, Cafe, Rum, Madagaskar Wein. Es ist dunkel am Strand und unser Tisch nur mit Kerzen beleuchtet, einfach sehr romantisch. Leider ist mein Mann nicht der Romantiker. Ach bevor ich es vergesse: Wir sitzen erstmal abends im Freien und wir frieren nicht.

Dienstag 05.08.2014
Ich habe Durchfall, mir geht es sehr schlecht. Heute Nacht hatte ich eine 2-stündige Hustenattacke mit kleinen Erstickungsanfällen, keine Stimme mehr und nur noch gerasselt. Kalte Schweißausbrüche, mir ging es richtig dreckig. Den Grund dafür – ich weiß es nicht. Ich kann die Fenster nicht öffnen, um Luft einzulassen. Das Zimmer hat keine – nur Lamellen. Ich komme mir vor wie im Gefängnis. Nach dem Frühstück haben wir uns das Zimmer upgraden lassen und haben uns eine Villa gemietet. Unser Reiseveranstalter hatte uns immer Standardzimmer gebucht. Habe anschließend in der Villa mit Meerblick erstmal 3 Stunden geschlafen, mir ging es einfach nur elendig.

Als ich ausgeschlafen hatte sind wir 1,5 Stunden am Strand entlang gelaufen und wurden von den Verkäufern ständig bedrängt bzw. belästigt. Das macht keinen Spass und die lassen sich einfach nicht abwimmeln. Kaum an der Beachbar hingesetzt stehen sie an der Mauer und immer wieder die gleichen. Entnervt ziehe ich mich in die Villa zurück. Wir wollten doch einfach nur entspannen.

Eigentlich bringt mich so schnell nichts aus der Ruhe. Ich will nach Hause. Das gab es noch nie und das nach 12 Tagen. Bin genervt durch meine Erkältung und die aufdringlichen Mädels am Strand. Unser Hotel ist weit abseits jeglicher Zivilisation. Nur ein kleines sehr armes Fischerdorf ist in der Nähe.

Mittwoch 06.08.2014
Relax relax relax. Frank erkundete etwas die Anlage und begab sich einer 4-händigen Massage am Strand hin. Gegen 16:00 Uhr machten wir einen Strandspaziergang. Auf dieser Strandseite war absolut nichts los und man konnte ungestört laufen. Der Strandabschnitt ist zum Baden leider nicht geeignet, viele spitze Steine und Steine überhaupt. Wir lassen unseren letzten Abend noch gemütlich ausklingen, denn morgen geht es wieder in die Hauptstadt und dann Richtung Heimat.

Donnerstag 07.08.2014
Heute treten wir die Heimreise an zuvor ist jedoch noch Relaxing angesagt. Wir dürfen in unserer Villa bis zur Abholung um 15:00 Uhr bleiben. Von einem Fahrer werden wir kamikazemäßig nach Tulear zum Flughafen gebracht. Unterwegs wurde ein Huhn rücksichtslos von ihm überfahren. Fast hätte er noch ein kleines Kind erwischt. Er wollte uns unbedingt so schnell wie möglich loswerden, denn unter Zeitdruck standen wir nicht. Am Flughafen standen schon wieder helfende Hände parat, welche die Koffer ins Gebäude rollen möchten. Wir checken ein, bei der händischen Gepäckkontrolle sieht der Beamte die Luftballons, lacht und winkt mich weiter. Wir fliegen mit Air Madagascar zurück in die Hauptstadt. In Tana treffen wir Orlando wieder. Er bringt uns in ein Tageshotel in welchem wir ganze 20 Minuten verweilen können. Auch eine Fehlplanung unseres Reiseveranstalters.

Nach einem kurzen Abendessen fahren wir zurück zum Flughafen Tana. Wir stellen uns in die riesige Schlange zum Einchecken. Trickbetrüger versuchen sich an uns. Diesen Trick kannten wir schon von Vietnam. Er hatte 20 € in Kleingeld in der Hand und zählte mir dies vor. Er wollte dafür einen 20-€-Schein. Ich bat ihn mir das Geld in die Hand zu geben. Er gab mir ganze 3 €.

Wir kamen endlich an den Check-In und mussten dann ewig an der Passkontrolle anstehen. Die Passkontrolle dauerte pro Person ca. 10 Minuten, danach Sicherheitscheck. Wir waren 3,5 Stunden vor Abflug am Flughafen und wurden direkt nach dem Sicherheitscheck schon geboardet. Vor dem Flugzeug der nächste Sicherheitscheck. Die ganze Prozedur erneut.

Freitag 08.08.2014
Um die Mittagszeit landen wir in Paris und müssen zu unseren Anschlußflug rennen. Das Sicherheitspersonal macht Hektik und ist sehr unfreundlich. Auf einmal geht alles nicht schnell genug. Endlich sitzen wir in der Maschine nach Frankfurt, vier Reihen vor uns in der 1. Klasse sitzt unser Minister Herr de Maiziere.

Fazit unserer Reise:
Wir haben noch nie soviel Elend, Kinderarbeit, Dreck und Armut gesehen. Wir können die Welt nicht verbessern und nicht retten. Wir können den Kindern kein besseres Leben ermöglichen, aber eine kleine Freude konnten wir ihnen in ihrem harten Alltag schenken, welche wahrscheinlich nicht lange währt. Es stimmt uns sehr traurig. Wir überlegen was wir morgen anziehen, sie überlegen wie ernähren wir uns morgen, wie überleben wir morgen.

Eine Reise nach Madagaskar ist im madagassischen Winter nicht zu empfehlen. Die Natur ist teilweise kahl, Blumen waren keine zu sehen, Baobabs hatten keine Blätter. Tagsüber ist eine angenehme Temperatur, ab 18:00 Uhr wird es richtig kalt. In den Nächten kann es teilweise um die 5° C sein.

Weiteres Fazit – nie wieder mit dem Reiseveranstalter Abendsonne Afrika. Die Reise war sehr teuer und angeblich war laut Veranstalter unser Budget für bessere Unterkünfte nicht ausreichend. Wir haben 2 Drittel unseres Urlaubs in den Unterkünften nachts erbärmlich gefroren und hatten bis auf 2 Ausnahmen nur Billigunterkünfte, welche nicht wintertauglich waren. Diese Reise hatte zum Teil nichts mit Urlaub und Erholung zu tun. Viele lange Fahrstrecken, wir saßen teilweise 8 - 9 Stunden im Auto.




Sonnenuntergang Madagaskar

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Kommentare

  • reisefreudig

    Servus Geisslein,
    Möchte Dir zum vorliegenden Bericht mein Kompliment aussprechen. Ungeschminkte, ja fast dramatische Erlebnisse auf der Insel sind hier spannend gereiht und mutig dargestellt.
    Schade aber das ihr an so machen "Highlights" nur "vorbeigeschrammt" seid. Diese Reiseroute hätte ganz anders verlaufen können und wurde vieles vom Reiseveranstalter versäumt.
    So wie Du auch schreibt waren die Unterkünfte auch nicht entsprechend. Habt ihr Euch diese Tour selbst auserwählt, es gibt dort einige durchaus auch Quartiere nach "europäischer " Vorstellung.
    Um die "Einreise" zu beschleunigen hätte es eines kleinen "Geschenkes" ( in Papier) im Pass bedurft und dieser wäre "ganz oben" am Stapel gelegen. Ich bin mir sicher, Ihr habt trotzdem das beste daraus gemacht und die Insel teilweise "an der Bevölkerung" erlebt.
    Ich war auch im letzten Jahr auf der Insel und hatte dabei ein dramatisch/traumatisches Erlebnis. Bei Interesse seid Ihr zu meinem Reisebericht über Madagaskar gerne eingeladen. Madagaskar ist halt immer noch ein gewöhnungsbedürftiges, exotisches Ziel,
    lg Harald

  • weltreisen

    Ein sehr interessant und ehrlich geschriebener reisebericht, den du eigentlich unter "abenteuer-urlaub" hättest veröffentlichen müssen. aber die hauptsache ist sicherlich, dass ihr diese reise doch einigermassen unbeschadet überstanden habt. denn jetzt ist anscheinend die pest in madagaskar ausgebrochen.
    inge

  • shootingstar

    Dass Reisen anstrengend ist, empfinde ich schon fast als normal. Obwohl wir alles selber organisieren vor Ort, hört sich das hier fast noch anstrengender an. Wenigstens können wir immer machen was wir wollen und bleiben, so lange, wie es uns gefällt ; )) Wenn ein Reiseanbieter teures Geld für solch eine Reise bekommt, sollte er sich doch etwas mehr bemühen, speziell was die Unterkunft betrifft und das Frieren. Schade für euch und doch hört sich der Bericht interessant an und war auch bis zum Ende irgendwie spannend. Wenn das nicht tröstet ; ) auch vergisst man solch eine Reise lange nicht so schnell, wie z.B. einen stupiden Pauschurlaub.
    LG Claudia

  • Geisslein

    Danke Euch für die netten Kommentare.

    Die Reise war schon anstrengend, zumal wir nach der 2. Übernachtung gesundheitlich durch die Unterkünfte angeschlagen waren. Wir haben uns zwischendurch öfter gefragt, ob wir dafür so lange gearbeitet und gespart haben, dass wir in solch Billigunterkünften oder Zelt absteigen müssen.

    Dennoch haben wir schöne Erinnerungen mit nach Hause genommen und würden wieder nach Madagaskar reisen, aber nicht mehr mit einem bzw. dem Reiseveranstalter und nicht mehr im Winter. Die Reise hätte so nicht stattfinden dürfen in dieser Jahreszeit. Auch im nachhinein hat es den Reiseveranstalter nicht interessiert und sofort seine Versicherung eingeschaltet und sich auf unser Budget berufen. Wenn ich den Preis nenne für 2 Wochen Madagaskar, kann ich 2-3 Monate Luxusurlaub in Asien machen. Mein Mann hat mich leider ausgebremst, denn ich wollte den Veranstalter richtig in die Regresspflicht nehmen.

    Wir werden künftig alle unsere Unterkünfte selbst auswählen und buchen.

    Wir sind Asien-Erfahren und haben dort viele unserer Reisen selbst vorort organisiert. Bei Madagaskar wurde uns abgeraten.

    LG Heike

  • reisefreudig

    Heike, war auch sehr vernünftig, zu Madagaskar einen Veranstalter zu suchen, leider seid Ihr augenscheinlich, - Euren eigenen Aussagen nach - an den "Falschen" geraten. Einige, welche dieses Land auf "eigene Faust"
    er/be-reisen wollten sind "stecken" geblieben, wie und auf welche Art auch immer,
    lg Harald

  • matulr

    Ich machte 1990 und 2005 jeweils 4-wöchige Rundreisen auf Madagaskar und war im Jahr 2005 geschockt, wie sehr sich die Armuts- und Korruptionsspirale nach unten gedreht hat. Madagaskar ist ein absolut traumhaft schönes Land - noch schöner wäre es ohne Menschen...
    Liebe Heike, danke für Deinen eindrucksvollen Bericht, der mich (leider) bestärkt, nicht mehr dorthin zu reisen.
    LG ULI

  • Blula

    Ich sage auch herzlich DANKE für diesen beeindruckenden und informativen Tagebuchbericht, in dem ich so viel - Positives wie Negatives - über Madagaskar erfahren konnte wie wahrscheinlich sonst nirgendwo.
    LG Ursula

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  • grenzenlos1

    Prima :-)
    LG Wi

  • Charaxes

    Vielen Dank für den Reisebericht! Lebendig geschrieben man war richtig mit unterwegs! War vor langer Zeit sehr ausgiebig in Mad, da liesst man gerne einen neuen Reisebericht und erinnert sich. 2 Wochen für diesen fremden "Kontinent" ist natürlich heftig, aber wenn, dann gut mit Literatur vorbereiten und wenn französische Sprachkenntnisse vorhanden sind, auf jeden Fall auf eigene Faust! Erkältung und krank ist natürlich Mist. Aber spätestens nach Andasibe - habe richtig mit euch mitgefroren - hätte ich mein Zeug gepackt und wäre - wunderschönes aber nebliges Ranomafana hin oder her - schnurstracks in den Süden nach Fort Dauphin jetzt wohl Taomasina gefahren. Der Ort ist selbst vielleicht gar nicht so aufregend - habe eh meistens in Privatquartieren bei Einheimischen übernachtet - aber auf der Klimascheide gelegen (westlich trockener Dornwald östlich Regenwald oder was davon übrig blieb) ist die Gegend sehr abwechslungsreich und im Rücken gleich Berge - nicht so platt wie das sandige Tulear ...
    Vermutlich Geschmacksache aber die spartanischen Unterkünfte finde ich gar nicht so schlimm. In einem Land wie Mad passt Pool und Strandbar gar nicht so richtig - eigentlich viel zu schade. Die einmalige Natur ist was hier zählt. Ja, der Reisebericht hat Lust gemacht - jetzt im Dezember wäre gerade richtig!!!

  • Solange

    Sehr interessanter und informativer Bericht. Danke!
    Wir werden dieses Jahr im Sommer - also dort im Winter - Madagaskar bereisen. Eigentlich sollte doch im Juli/August Trockenzeit sein, deshalb wundert es mich, dass ihr so viel Regen aushalten musstet! Dass mit der Erkältung war natürlich Pech. Obwohl ich sonst nicht gern Medikamente nehme, habe ich mit Paracetamol in solchen Fällen sehr gute Erfahrungen gemacht.
    Ich bin ja, froh, dass wir nicht bei "Afrika Sonne" gebucht haben, sondern Madagaskar Travel. Bis jetzt gute Beratung und ein günstigeres Angebot als von Afrika Sonne.
    Was mich etwas irritiert, sind die Warnungen bzw. dass euer Fahrer euch abends nicht mehr rausgehen lassen wollte. Ist das wirklich so drastisch mit Überfällen in Madagaskar? Wir waren nämlich letztes Jahr in Brasilien und hatten auch Bedenken, in Rio mit unserer teuren Kamera rumzulaufen, aber das war wirklich kein Problem, wenn man gewisse Viertel meidet und nicht mit Goldketten behangen unterwegs ist.

    LG
    Solange

  • Geisslein

    Hallo Solange,

    ich weiß es nicht, ob es wirklich so gefährlich war. In Tana haben wir auch Touristen mit Kameras rumlaufen sehen und unserer Fahrer meinte dann nur, dass diese leichtsinnig wären. Entweder wollte er uns Angst machen oder er war nur übervorsichtig. Ich fand es sehr schade, wir wollten auch alleine durch die Gegend streifen. Meist waren wir auch soweit abseits untergebracht, dass wir eh net fortkonnten.

    Wir haben sehr wenig Tiere gesehen, blühende Pflanzen gab es auch net - Winter. Bedauerlich. Haben oft Chamäleons gesucht und ganz wenige gefunden, ein so schön farbenfrohes haben wir überhaupt nicht gesehen.

    Wir hatten richtig viel Regen und es war kalt. Hoffentlich habt ihr bessere Unterkünfte und müßt nicht frieren.

    Bin gespannt was Ihr berichten werdet.

    LG Heike

  • Solang

    Hallo Heike!

    Wir sind wieder aus Madagaskar zurück und hatten in jeder Hinsicht Glück. Sowohl in Andasibe als auch in Ranomafana strahlender Sonnenschein. Nachts ist es in der Tat sehr kalt, aber die Vakona Lodge hatte z.B. eine kleine Elektroheizung im Zimmer und im Restaurant sorgte ein großer Kamin für Wärme. Im Couleur Café übernachteten wir auch.
    Alles klappte großartig und die Unterkünfte waren alle prima und meistens sogar ausgesprochen komfortabel. Ich kann unsere Reiseagentur Madagaskar Travel nur weiter empfehlen, denn es war alles perfekt organisiert.
    Den super Guides ist es zu verdanken, dass wir sehr viele Tiere zu Gesicht bekamen: Sowohl jede Menge Lemuren als auch unterschiedliche Chamäleons.
    Auch der Norden ist sehr interessant - dort liegen die Temperaturen wesentlich höher. Zum Abschluss gönnten wir uns noch ein paar Tage Entspannung auf Nosy Be im "Chanty Beach" - das war einfach traumhaft. Eine sehr große Bungalowhälfte direkt am Strand und exzellentes Essen.

    Die Leute sind wirklich sehr arm und freuten sich über Kleidung, die wir hinterließen. Aber als dreckig empfand ich das Land ganz und gar nicht, im Gegenteil. Auch in kleineren Restaurants am Weg waren die Toiletten o.k. und es gab sogar meistens Klopapier.

    Ich würde gern gleich wieder hin, wenn da der lange, teure Flug über Paris nicht wäre. Der Service der Air France ließ diesmal sehr zu wünschen übrig und wir konnten nur froh sein, dass wir beim Rückflug unseren Anschluss in CDG nicht verpassten, weil die Flugzeiten einfach vorverlegt wurden.

    LG Solange



  • Geisslein

    Hallo Solange,

    das freut mich sehr, dass Ihr so Glück hattet. Neid kommt schon auf, da wir fast keine Tiere gesehen haben, außer jede Menge Lemuren. Kleidung hatten wir auch jede Menge dabei zum Verteilen. Dreckig können wir auch nicht sagen. Es gab Stellen ja, aber da habe ich schon schlimmeres gesehen, das ist für mich eigentlich nicht erwähnenswert.

    Ich würde auch wieder nach Madagaskar gehen, aber nur im Sommer. Mich stört auch nur der lange und teuere Flug. Wir haben den Service von Air France an Bord bemängelt, man bekam kaum Getränke. Die kamen auch nicht zwischendurch mal durch die Gänge. In der Küche stand auch nichts bereit. Von anderen Airlines kenne ich es, dass zumindest in der Küche immer Getränke stehen, wo man sich jederzeit bedienen kann.

    Mit meinen diesjährigen Reiseberichten Oman, Vietnam und Hongkong bin ich im Rückstand. Fliege nächste Woche nach Rhodos, vielleicht kann ich da was nachholen. Bereite gerade für Mitte Oktober einen Bildervortrag über Madagaskar vor, welchen ich an der Volkshochschule zeigen möchte.

    LG Heike

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  • tumtrah

    Liebe Heike,
    vielen Dank für deinen Hinweis auf diesen Bericht! Du glaubst gar nicht, wie ich bei der Lektüre mit dir mitgelitten habe! Zum einen weil du so eindrucksvoll rüberbringst, wie dir unter den klimatischen Verhältnissen die Reiselust ziemlich abhanden gekommen ist. Man konnte den Regen und die Kälte fast selbst spüren. Zum anderen aber habe ich mitgelitten im Sinne, dass du mir leid getan hast. Meine eigene Reiseroute deckte sich mit der deinigen weitgehend. (Da ich aber drei Wochen unterwegs war, kam natürlich noch einiges dazu: im Südwesten der Tsimanampetsotse National Park und dann vor allem die Ostküste inkl. der Ile Sainte Marie.) Wir waren im Oktober unterwegs und haben in den drei Wochen nur zweimal Regen erlebt! War das vielleicht auch der Grund, dass sich die unzähligen Tiere nicht vor uns versteckt haben?
    So kann ich dir eigentlich nur wünschen, dass du es noch einmal mit Madagaskar versuchst. Schau mal in das Programm von Chili-Reisen. Mit diesem kleinen Unternehmen war ich nicht nur auf Madagaskar unterwegs, sondern auch schon in anderen Regionen und ich war immer zufrieden. Die Teilnehmerzahlen schwankten zwischen 5 und 12 und das bei nicht zu hohen Preisen.
    LG Hartmut

  • INTERTOURIST

    So was passiert wenn man sich nicht vorbereitet! Ich investiere Minimum zwei volle Wochen intensiven Studiums "was, wann, wo", bevor ich mich für eine Zeit und ein Ziel entscheide. Den Reiseveranstalter für Wetter und Reisezeit in Regress zu nehmen scheitert juristisch betrachtet auf jeden Fall. Dein Mann ist da klug genug das zu erkennen. Mada ist touristisch betrachtet ein weißer Fleck. Hier gibt es für Reisende Herausforderungen aber auch Abenteuer zu bestehen. Es ist gut dass es diese Flecken noch gibt. Obwohl da Land, bzw. die Insel verhältnismäßig klein ist, reicht eine Reise dort nicht aus um alles zu sehen was wirklich interessant ist. Klimatisch sind die Unterschiede durch Trockengebiete, Gebirge und die Küste zu groß. Erschwerend kommt die bescheidene Infrastruktur hinzu.
    Gib der Insel und den Menschen dort noch eine Chance. Nimm dir mehr Zeit für weniger und du wirst es nicht bereuen.

    Grüße Jörg

  • Geisslein

    Hallo Jörg,

    wer sagt, dass ich mich nicht vorbereitet habe? Wer sagt, dass ich den Reiseveranstalter für das Wetter und die Reisezeit in Regress nehmen wollte?

    Trotz der Enttäuschung bin ich mittlerweile soweit, dass ich das Land wieder bereisen möchte, nur nicht mehr mit dem Veranstalter Abendsonne Afrika. Für den Preis den wir zahlten, waren die Unterkünfte eine Frechheit. Wir wussten dass es Winterzeit war. Abendsonne Afrika aber auch. Die Unterkünfte waren nicht beheizt. Wir haben für 2 Wochen > 8.000 Euro bezahlt und laut Abendsonne Afrika hätte unser Budget nicht für bessere Hotels ausgereicht.

    Viele Grüße
    Heike

  • INTERTOURIST

    Ich folgte nur Deinen Bericht und aus diesem ging das so hervor. Ich denke wir definieren Vorbereitung unterschiedlich. Wenn man für zwei Wochen Madagaskar 8 Kilo zahlt, hat man sich aus meiner Sicht schlecht vorbereitet. Das der Reiseveranstalter ein Abzocker ist, steht auf einem anderen Blatt. Wie sagen manche: " Jeden Tag steht ein Dummer auf".

    :-)

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