Von Perth nach Broome, Tipps für Westaustralien, Teil 1

Reisebericht

Von Perth nach Broome, Tipps für Westaustralien, Teil 1

Reisebericht: Von Perth nach Broome, Tipps für Westaustralien, Teil 1

Zum ersten Mal auf dem australischen Kontinent! Wir reisten mit dem Wohnmobil im australischen Winter, Juli und August, von Perth nach Darwin in den Northern Territories, 6500 km Wildnis, Einsamkeit, rote Erde, berauschend schöne Küste am Indischen Ozean, blauer Himmel, Hilfsbereitschaft und Gelassenheit der wenigen Einwohner. Von der ersten Etappe von Perth nach Broome will ich hier erzählen.

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Ankunft in "Down Under"

London Court

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Endlich in Australien, nach einem Flug von Frankfurt, Abflug 13 Uhr - Ankunft Perth, 13 Uhr, reicht die Kraft zum Einchecken im Hotel und einem kurzen Stadtbummel durch die Innenstadt.
Um 17:00 Uhr schließen die Geschäfte. Eine halbe Stunde später geht die Sonne unter und um 18:00 Uhr ist es dunkel. Das ist eine mächtige Umstellung nach Sommer in Deutschland. Die Jacke konnte nicht warm genug sein. Uns überraschten 8°, Wind und Regen und wir waren froh uns in Fußgängerpassagen und Kaufhäusern bewegen zu können.
Wir buchten unseren Flug mit Singapur Airlines etwa 11 Monate vorher zu sehr günstigen Konditionen, so dass wir keine Bonusmeilen erhielten. Der Zwischenaufenthalt in Singapur war 55 Minuten, der Weg im Terminal zum neuen Gate etwa 30 Minuten, die wieder wach machten nach einem 12-stündigen Nachtflug.
Wir übernachteten im Pan Pacific in der 23. Etage, weil es fußläufig sehr günstig zur Innenstadt von Perth und nahe am Svan River, nicht weit vom Kings Park entfernt liegt.



Bei diesem schlechten Wetter hielt uns Perth nicht lange. Eigentlich wollten wir am nächsten Vormittag noch den Baumwipfelpfad im Kings Park kennenlernen. Aber bei Regen und Sturm hätten wir nicht viel davon gehabt. So übernahmen wir unser Wohnmobil in der Mittagszeit und verließen nach etwa zweistündiger Einweisung die Stadt in Richtung Yanchep NP.
Das Wohnmobil mieteten wir in Deutschland an. Nach umfangreichen Recherchen im Netz erhielten wir von DER-Tours ein unschlagbar günstiges Angebot für 35 Tage Wohnmobilmiete. Nicht immer ist das eigene Buchen über Internet günstiger. Unser Reisebüro hatte großen Ehrgeiz, das beste Angebot zu machen.
Mit dem Einkauf von Lebensmitteln auf einem neuen Kontinent verbrachten wir ohne Orientierung beim ersten Mal relativ viel Zeit. Wir hatten Schwierigkeiten, den nur etwa 50 km entfernten Campground in Yanchep vor Einbruch der Dunkelheit zu erreichen.



Indian Ocean Drive

Guilderton - Westaustralia

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Eine schnurgerade Straße führt vorwiegend am Meer entlang von Yanchep nach Cervantes. Sie ist vollkommen neu gemacht und sehr gut zu befahren.
Man sollte sich nicht entgehen lassen, den kleinen Ort Guilderton an der Mündung des Moore zu besuchen. Nicht ganz einfach ist er zu finden, über schmalste Sträßchen geht es im "Moore Sanctuary Estate" in Richtung Meer. Guilderton ist ein herrlicher Ort zum Wandern und Rasten am Meer und im Mündungsbereich.



Weiße Dünen im Nambung NP

Weiße Dünen im Nambung NP

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In der Nähe von Lancellin beginnen die weißen Dünen des Nambung NP. Auch hier ist es ein absolutes Highlight durch die weißen Dünenberge zu stapfen, immer mit Blick auf den Indian Ocean Drive und das dahinter liegende Meer.



Pinnacles

Der Nambung NP liegt nur 220 km von Perth entfernt. Nach dem langen Flug und zu Anfang unseres Urlaubs gönnten wir uns 3 Übernachtungen im Pinnacles Caravan Park in Cervantes. Dieser nicht sonderlich schöne und sehr eng bestandene Platz ist die einzige Möglichkeit für Wohnmobilisten möglichst nah zum Eingang des NP zu stehen (15 km).
Am Eingang des Parks hat man während der Öffnungszeiten 8-16:00 Uhr die Möglichkeit das Ticket für unbegrenzten 4-wöchigen Zugang zu westaustralischen NPs zu kaufen (44 Aus$ pro Auto).
Das Visitor-Centre zu besuchen ist absolut lohnend. Aber zum Herumstreifen im Park lohnen sich die Zeiten nach 16:00 Uhr bis in die Dunkelheit und die Zeit vor Sonnenaufgang bis 9:00 Uhr kurz nach Öffnung. In der übrigen Zeit ist es voll, voll, voll und man hat die Kalksteinsäulen selten ohne Menschenmengen im Blick.
Wir durften mit unserem Wohnmobil, 7m lang, nicht in den Park fahren. Aber zu Fuß war es auch viel schöner und absolut überschaubar. Für Autofahrer gibt es eine 3,5 km lange Sandpiste, den Pinnacle Drive, der zu späterer Stunde für uns Fußgänger reserviert zu sein schien. So kann man mit Taschenlampe oder Kopflampe ausgestattet auch das letzte Ausglühen des Tages und den Mondschein genießen.
Um 20:00 Uhr war kein Auto mehr auf dem großen Parkplatz zu sehen. Wenn man warme Schlafsäcke mithat, könnte man sicher auch dort übernachten. Es wird sehr kalt in den Nächten. Erlaubt ist es nicht. Wir haben niemanden gesehen, der das kontrolliert hätte.



Pinnacles im letzten Sonnenlicht



Cervantes - Thirsty Point - Lake Thetis

In Cervantes gibt es einen herrlichen Parkplatz direkt am Meer. Dort haben wir nach einer Führung durch die Lobster Factory (jeden Mittag zwischen 11:30 und 13:30 Uhr) unseren Lobster als Take away mit herrlicher Sicht auf den Ozean genossen. Von dort geht ein Strandspaziergang an der Hansen Bay entlang bis zum Thetis Lake, einem kleinen See mit Stromatolithen. In der Wintersonne genossen wir den Gang auch über Mittag bei gut erträglichen Temperaturen. Auf Hinweistafeln erhielten wir zu jeder Strandpflanze ihren Namen und wozu die Aboriginals sie genutzt haben. Leider beginnt die Blüte Anfang Juli erst ganz sachte.



Indian Ocean Rock Lobster



Kontakt zur großen weiten Welt

In den unermesslichen, teils menschenleeren Weiten Westaustralien ist es nicht einfach, Kontakt in andere Teile der Welt herzustellen.
Telefonieren ist teuer. Wir haben zumindest keine preiswerte Möglichkeit gefunden.
Internetzugang bekommt man verlässlich zu kleinen Kosten (1 Aus$ für 30 Minuten) in den öffentlichen Büchereien auch kleiner Orte. Nicht alle Campingplätze verfügen über WLAN. Eine andere Möglichkeit besteht darin, sich ein zeitlich befristetes WLAN in Perth zu kaufen. So ist man auch im entlegendsten Outback in der Lage zu kommunizieren.



Reisezeit und Notwendigkeit von Vorbuchung

Wir reisten im australischen Winter, Juli/August, in dem viele Rentner in Westaustralien und dem Northern Territory einen warmen Überwinterungsort suchen. Das heißt, dass die freien 24h- Campground an den Highways sehr stark belegt waren und leider auch oft zugemüllt.
Dazu kamen Anfang Juli zwei Wochen Winterschulferien in Australien. Wer irgendwie konnte, reiste Richtung Norden an der Küste hoch.
Wenn wir nicht Monate vorher online vorgebucht, reserviert und angezahlt hätten, hätten wir oft vor "fully booked "- Campgrounds gestanden.
In Kalbarri, Shark Bay, Coral Bay, Cape Range NP, Point Samson, Broome hättten wir keine Chance auf einen Stellplatz gehabt. Anfang August normalisiert sich die Lage wieder. Schulkinder und ihre Familien sind nicht mehr auf Reisen.
Empfehlenswert ist immer eine Voranfrage in dieser Zeit, die wir irrtümlicherweise anfangs bei unserer Reseplanung für Nebensaison gehalten haben.
Was uns auch sehr überraschte, Australien hat unglaublich viel leeren Raum, aber die Campground wurden dicht an dicht mit Mobilehomes und Caravans besetzt.
Der Vorteil daran war, dass wir trotz menschenleerer Weite viele Menschen und spannende Reisegeschichten kennenlernten.


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Kommentare

  • gtrasher

    Ein toller Bericht mit fantastischen Fotos! LG Gerd

  • Schalimara

    Nach diesem schönen Bericht und den tollen Fotos bin ich schon ganz gespannt auf Teil 2 :-))
    LG Schalimara

  • widix

    Wunderbarer und informativer Bericht. Deine Fotos sind großartig, da passt einfach alles! Ich freue mich auf die Fortsetzung.
    LG
    Sabine

  • u18y9s26

    Gerd, Schalimara und Sabine, ich freue mich sehr über eure Anerkennung.
    LG Ursula

  • Blula

    Liebe Ursula,
    ich war ja bereits fasziniert von Deinen erstklassigen Fotografien, die Du uns hier bisher von Eurer Australienreise präsentiert hattest.... und ich bin es jetzt noch einmal nachdem ich nun auch noch diesen so tollen Bericht lesen durfte. Ich kann Euch um diese Reise nur beneiden. Sie muss, wie man sieht und lesen kann, einfach traumhaft gewesen sein .... und sie geht ja noch weiter!
    Ich freue mich schon auf die Fortsetzung Deines Berichtes.
    LG Ursula

  • Zeitreisende

    ...soso, Eure Windschutzscheibe war also schon vor Karijini NP kaputt ;-( ! Unsere hatte sich zwischen Karijini NP und dem nächsten Roadhouse " verabschiedet ", so dass wir erst in Broome die australischen Glasreparaturen ausprobieren durften. Wir haben damals in dem Industriegebiet von Broome an irgendeiner Tankstelle ausgezeichnetes Chilihühnchen genossen, während unsere Windschutzscheibe ausgetauscht wurde. Seufz, beim Lesen Deines Berichts habe ich sehr großes Fernweh nach Australien bekommen! Freue mich schon auf die Fortsetzung ! LG Dani

  • u18y9s26

    Danke Ursula! Liebe Dani, ist das nicht ein Vergnügen ohne Frontscheibe ein kleines Mittagessen im Auto zu zaubern und mit einem Glas australischen Chardonnay, natürlich nur für den Beifahrer, auf dem Werkstatthof zu lunchen. Bei der zweiten Scheibe haben wir das durchaus genossen, besonders weil uns wegen des Notdienstes nur ca 5 Std. Reisezeit verlorengingen. Aber dafür hatten wir ein gutes Gespräch mit dem Maori-Einwanderer aus Neuseeland und seinem Kollegen, mindestes 3 Menschen im Roadhouse, die uns helfen wollten und schließlich auch konnten.
    LG Ursula

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  • mamaildi

    Liebe Ursula,
    die interessanten privaten Erlebnisse garnierst du mit handfesten Reiseinformationen, wie man sie in keinem gedruckten Guide findet - ich weiß schon, womit ich mich rüste, wenn Australien endlich mal auf der Agenda steht!
    Die wunderbaren Fotos habe ich ja schon immer mal wieder genossen, danke für die enorme Arbeit, die du nun auch noch in deinen Bericht investiert hast - das hat sich gelohnt :-))))
    LG Ildiko

  • pixel

    Da wollte ich schon immer hin...
    LG pixel

  • u18y9s26

    Es lohnt sich! Du musst allerdings die Einsamkeit und teilweise endlose Straßen ohne bemerkenswertes mögen. Einfach drauf einlassen und genießen. Auf jeden Fall ohne Vergleich!
    LG Ursula

  • kaiser

    Hallo Ursula
    Du bringst viele Erinnerungen habe Australien schon 5 mal bereist ist ein intressantes und einmaliges Land .Habe alle deine beschriebene Plätze auchbereist.-Habe davon etliche kleine Filmclips bei YouTube eingestellt anbei mal der Link zu meinem Kanal.
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    https://www.youtube.com/user/sinachristian/videos?view=0&sort=dd&shelf_id=1
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    Gruß Günter

  • u18y9s26

    Danke Günter, ich habe deine Filmclips schon im vorigen Jahr häufiger angeschaut und mich wie du mit Freude erinnert.
    LG Ursula

  • RELDATS

    Auch wieder ein gelungener, interessanter Bericht.
    Ich war auf dieser Strecke schon1987 unterwegs, allerdings meist mit
    Überlandbussen.
    Nette Grüße von Josef

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  • INTERTOURIST

    Gute Tipps und detaillierte Beschreibungen.
    Mich hätte noch interessiert wie lohnend der Yanchep NP ist.

    Grüße Jörg

  • brandriba

    Sehr schöner Bericht mit vielen Infos, manchmal erkenne ich "mein" WA von 1998 noch, aber an vielen Stellen erscheinen mir Deine Eindrücke ganz fremd. Menschen Haufen, überfüllte Plätze, Monate vorher Buchungen starten usw. das brauchten wir damals überhaupt nicht. Ein Vorteil war sicherlich unser 4WD Toyota der es ermöglichte auch im Outback wunderschöne Plätzchen zu finden. Exmouth war ein verschlafenes Kaff mit den schönsten Tauchspots, Broome ein liebenswertes Örtchen usw. Tempi passati, der einmaligen Landschaft und den sehr netten Aussies tut das keinen Abbruch.
    LG von DAni der immer noch ein wenig "Heimweh" nach den acht Monaten Reisen in Down Under hat...

  • u18y9s26

    Danke für euer Interesse und die aufschlussreichen Zeilen zu 1998. Die Zeiten ändern sich! wenn man wie wir damals in der 'Peak-Season' sprich deutsche Sommerferien unterwegs sein musste, ist genaue Planung und Vorbereitung auch in diesem menschenleeren Landstrich unerlässlich. Wir waren im Yanchep NP bei Sonnenaufgang- und Sonnenuntergang, sowie Vollmondaufgang unterwegs. Ich könnte nicht genug bekommen von diesen eigenartigen Skulpturen und auch von den wirklich weißen Riesendünen, aber erst ,wenn die Touristenbusse abgefahren waren. Es lohnt sich wirklich!
    LG Ursula

  • u18y9s26

    Ich habe mich vertan,Jörg, Nambung NP ist unverzichtbar. Yanchep NP liegt nahe bei Perth, dort kann man sich langsam einrichten im zukünftigen Zuhause Campervan oder 4x4, einkaufen und den Jetlag endgültig überwinden.
    LG Ursula

  • kaiser

    Hallo melde mich auch noch einmal besuchte 1986 und 1994 die Pinnacle .Als wir dort hinfuhren sagte auf eimal meine Frau sind wir hier denn richtig uns ist schon 2 Stunden kein Auto mehr begegnet also konnten wir keine Uberfüllung feststellen. So ändern sich die Zeiten. Auch in dem Park kein einziger Mensch.
    Werde demnächst einen Bericht von 1997 von Broome den Bungle Bungles den Kimberley und Fahrt an die äußerste Nordwestliche Spitze nach Cape Leveque einstellen.
    Gruß an alle Aussi Fans würde sofort nochmals zum 7.ten mal hinfahren.
    Günter

  • ursuvo

    Dein spannender und informativer Bericht hat mir s e h r gut gefallen - und dazu die zahlreichen sehr guten Bilder..........einfach super!!!
    LG Ursula

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