KUBA – Eine etwas andere Tour ins Vinales-Tal

Reisebericht

KUBA – Eine etwas andere Tour ins Vinales-Tal

Reisebericht: KUBA – Eine etwas andere Tour ins Vinales-Tal

Jahre ist es schon her, daß ich im Dezember mit einem Spezl aus dem Fußballclub für drei Wochen nach Kuba gereist war.

Wir wohnten damals im Hotel „Riviera“ in Havanna und hatten bei der örtlichen Reiseleitung neben anderen Touren auch einen Tagesausflug zum Vinales-Tal gebucht. Bei dieser Bustour stand auch der Besuch einer Zigarrenfabrik in Pinar del Rio auf dem Programm.



Gegen 9:00 Uhr startete der Ausflug. Neben uns beiden nahmen noch fünf weitere Urlauber aus dem „Riviera“ an der Fahrt teil. Von anderen Hotels wurden nach und nach weitere Tourteilnehmer eingesammelt. Die Reisegruppe bestand schließlich aus etwa zwanzig Personen, Deutsche und paar Schweizer. Jaime, der kubanische Reiseleiter für diesen Ausflug, hatte sein Deutsch in der DDR gelernt. Der Bus war für landesübliche Verhältnisse sogar relativ modern.



Highway to......?!

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Die zweistündige Fahrt auf einer autobahnähnlichen Straße führte durch üppig grüne Vegetation, meist Tabak- und Zuckerrohrfelder. Es war kaum Verkehr auf dieser Straße, manchmal kamen wir an kleinen Dörfern vorbei und des Öfteren konnte man Arbeiter auf den Feldern sehen.



Landfahrt



Arbeit auf dem Tabakfeld

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Einmal wurde eine kurze Pause an einem Rastplatz eingelegt, da gab´s dann die Möglichkeit Fotos von der Erntearbeit zu machen. Die großen, hölzernen Schuppen, in denen die Tabakblätter getrocknet wurden und das Ochsengespann neben einem Tabakfeld machten auf mich einen recht gemütlichen und malerischen Eindruck, aber man konnte natürlich auch nicht übersehen wie rückständig und mühsam dort noch gearbeitet wurde.



Lagerschuppen



Rentnerband

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Am Stadtrand von Pinar del Rio hielt der Bus neben einem unauffälligen, zweistöckigen Gebäude. Das war die Zigarrenfabrik. Unsere Gruppe wurde dort vor dem Eingang zu einer kleinen Cafeteria von einer Rentnerband begrüßt mit typisch kubanischer Salsa-Musik, deren Rhythmus sofort zum Mitzappeln animierte. Zu dieser flotten Einlage konnte man sich in dem Lokal mit kostenlosen Mojitos bedienen, diesem hochprozentigen Drink, gemixt aus hellem Rum, Limettensaft, Minze, Rohrzucker und Sodawasser.



Qualitätskontrolle

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Nach einer Weile wurden wir dann ins obere Stockwerk geleitet. Dort befand sich die Zigarrenwerkstatt. Im Erdgeschoß war neben der Cafeteria das Vorrats- und Materiallager untergebracht. Die Einrichtung in dem Arbeitsraum war ähnlich wie in einem Klassenzimmer angeordnet. Etwa zwei Dutzend Arbeiter, Männer wie Frauen, saßen dort bei trübem Licht und laufenden Ventilatoren an der Decke bei der Arbeit. Nicht wenige hatten Zigarren zwischen den Lippen. Die Leute ließen sich von uns Touristen nicht bei der Arbeit stören. Jaime erklärte uns dann die einzelnen Arbeitsschritte, während er uns herumführte.



Am Anfang war das Deckblatt...

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„Die als Deckblatt verwendeten Tabakblätter werden mit Spezialklingen in bestimmte Formen geschnitten, dann werden andere Blätter mit erstaunlicher Fingerfertigkeit Schicht auf Schicht dazu gerollt. Etwa 100 Zigarren pro Tag kann so eine Fachkraft produzieren. Die gerollten Rohlinge werden dann in einer Presse in die endgültige Form gebracht, danach auf einheitliche Länge geschnitten und gebündelt. Diese Bündel werden dann drei Wochen lang in einem mit Zedernholz ausgekleideten Klimaraum gelagert. Schließlich werden die fertigen Zigarren, je nach Sorte, mit Banderolen versehen und in Kisten, ebenfalls aus Zedernholz, verpackt.“



Zigarrendreherin



Ich fand´s echt interessant. Ein paar Rheinländer zeigten dagegen mehr Interesse für die Getränke. Man konnte sich natürlich auch zum Vorzugspreis mit Zigarren eindecken, was die meisten auch taten.



Leider war uns dann für die Dauer des weiteren Ausfluges das Wetter nicht mehr hold. Schon während des Stopps in der Zigarrenfabrik waren dunkle Wolken aufgezogen, die sich dann auf der Weiterfahrt zum Valle de Vinales mit heftigen Regengüssen entleerten. So war leider von dieser einzigartigen Landschaft nicht allzu viel zu sehen und auch die im Programm vorgesehene Führung durch die Tropfsteinhöhle fiel buchstäblich ins Wasser.



"Play my guitar"

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Dafür wurden wir mit einem ausgezeichneten Mittagsbuffet im Hotel „Los Jazmines“ bei Laune gehalten. Eine etwas makabre Tischdekoration, ein ausgestopftes Krokodil mit Gitarre und Hut, sorgte bei manchem für Kopfschütteln, bei anderen für Heiterkeit. Die Heiterkeit nahm dann auch ständig zu, denn angesichts des Tropenregens wurde den alkoholhaltigen Getränken eifrig zugesprochen. Auf gut Deutsch, das Gros der Reisegruppe betrank sich deftig. Nun, nüchtern wollte ich die Rückfahrt dann auch nicht antreten.



Jaime, der mit der Entwicklung der Lage nicht gerade zufrieden war, drängte schließlich zum Aufbruch, da ein Ende des Regens an diesem Tag nicht mehr zu erwarten war. Während der Rückfahrt nach Havanna wurde im Bus kräftig weitergezecht, weil sich einige im Hotel mit Rum eingedeckt hatten. Deutsches Liedgut ließ leider auch nicht lange auf sich warten. Einmal musste sogar kurz angehalten werden. Eine Dame aus der Rheinländerfraktion musste sich übergeben. Besonders lustig war das Ganze eigentlich nicht mehr.



So endete dieser Ausflug in die westlichste Provinz Kuba´s ganz anders als vorgesehen. Der Fahrer und Jaime wurden zum Schluß wenigstens mit einem großzügigen Trinkgeld bedacht.


Copyright by: Text und Fotos: Josef Stadler


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