Nepal: "Das Land, in dem die Götter wohnen"

Reisebericht

Nepal: "Das Land, in dem die Götter wohnen"

Reisebericht: Nepal: "Das Land, in dem die Götter wohnen"

Dieser Reisebericht schildert eine 14-tägige Reise durch Nepal, die Kultur mit Trekking verbindet. Kulturelle Highlights wechseln sich ab mit atemberaubenden Naturerlebnissen in einem sehr facettenreichen Land, dem Dach der Welt.

Nepal. Dach der Welt. Schon der Landeanflug mit Ziel Kathmandu lässt das Herz höher schlagen. Die Himalaya-Kette tritt über den Wolken in Erscheinung, erleuchtet von der strahlenden Sonne. Langsam kommt unter uns Boden in Sicht – alles grün. Dazwischen Hügel, vereinzelt Häuser, dann werden die Häuseransammlungen dichter, eine Großstadt kommt in Sicht. Und immer noch ist alles grün. Wir verlassen das Flugzeug, im Flughafengebäude läuft alles erstaunlich entspannt. Frei von Hektik, Holzschnitzereien sorgen für ein warmes Ambiente, alles klein und überschaubar. Nur an den Schaltern für die „Visumsbeantragung bei Einreise“ hat sich eine lange Schlange gebildet. Wir haben bereits unser Visum, zu viert gehen wir durch die Passkontrolle – und warten dann 2 Stunden auf die vier fehlenden Gruppenteilnehmer. Das Klima ist sehr angenehm, an einem Nachmittag Anfang Oktober.

„Lebe Deinen Traum“ verspricht der Reiseveranstalter World Insight, mit dem wir unterwegs sind, um uns tatsächlich einen Traum zu erfüllen. 6 Tage Kultur und 6 Tage Trekking im „Land, in dem die Götter wohnen“. 2 Tage müssen wir investieren für An- und Abreise.

Nach einer freundlichen Begrüßung durch den Reiseleiter Shyam mit einer Flasche Wasser und einer orangefarbenen, süß duftenden Blumenkette geht es schließlich in Richtung Hotel. Shyam erzählt uns am Abend bei einem Willkommensgetränk (wir entscheiden uns einstimmig für ein erstes einheimisches Bier, „Everest“), was genau uns in den nächsten Tagen erwartet. Volles Programm, um möglichst viel zu erleben.



Stupa in Bodnath

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In den folgenden Tagen erleben wir ein Weltkulturerbe nach dem anderen: Überwältigende Momente an dem weltgrößten Stupa (buddhistisches Bauwerk, Monument für Glück und Frieden in der Welt und Symbol für den Geist eines Buddhas), in Bodhanath, in einer der wichtigsten hinduistischen Tempelanlagen Pashupatinath mit Verbrennungsstätten sowie in der Stadt Bhaktapur. Orte voller Geschichte, geschmückt mit filigranen und detailreichen Holzverzierungen, untermalt von buddhistischer Mantra-Musik „Om Mani Padme Hum“, die einem fast überall entgegenschallt. Die Eindrücke werden verstärkt vom allgegenwärtigen Duft von Räucherstäbchen, die an den Tempeln und Heiligenstätten ihren Duft verströmen.



Von den regelmäßigen Stromausfällen bekommen wir kaum etwas mit, die vom Veranstalter gewählten 3-Sterne-Hotels (einfacher Standard, sauber, freundlicher Service) überbrücken diese Zeiten mit Generatoren. Trotzdem gehört die Taschenlampe zur Standardausrüstung der nächsten Tage. Wohingegen das Mückenspray zum Glück im Koffer bleiben kann. Im Oktober, nach der Monsunzeit, gibt es im Kathmandu-Tal nicht viele Moskitos und die Gegend ist mittlerweile so gut wie malariafrei.



Verkehr in Nepal

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Die lange Fahrt nach Pokhara wird unterbrochen durch eine herrlich abenteuerliche 2-stündige Rafting-Tour im Fluss Trishuli, die uns allen eine wunderbare Abkühlung bringt. Die Überlandfahrt im Bus wird nicht langweilig, unzählige Eindrücke: Linksverkehr, farbenfroh bemalte Lastwagen, waghalsige Überholmanöver, vorbei an knallig grün leuchtenden Reisfeldern, schwarze Wasserbüffel am Straßenrand, lachend schaukelnde Kinder in den tollsten Bambuskonstruktionen, Straßenverkaufsstände mit Bananen, Gemüse und Gerichten, zubereitet auf Feuerstellen. Und plötzlich ein erster Blick auf die Berge, weiß blitzt ein Gipfel zwischen den Bäumen hervor. Und noch einer. Der Macchappuchare, auch Fishtail genannt, gilt als Heiliger Berg Nepals.




Phewa-See Pokhara

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Bevor wir von Pokhara aus unser Trekking beginnen, genießen wir bei herrlichem Wetter noch eine Bilderbuch-Panorama-Bootsfahrt auf dem Phewa-See und besichtigen den Wasserfall „Devis Fall“, die Höhle „Gupteshower Cave“, den Bindhabasini Tempel und die Felsschlucht „Seti Gorge“. Erste Mitbringsel werden bereits eingekauft: Schals und Decken aus Yak-Wolle, Schmuck, Postkarten, Räucherstäbchen.



Auch die kulinarische Seite hat einiges zu bieten: Wir haben die Wahl zwischen nepalesischen Gerichten wie „Dal Bhat“ (Reis mit Linsen und Gemüse), vegetarischen Curries, gebratenen Nudeln oder gebratener Reis mit Gemüse und als Vorspeise immer wieder Papadam (knuspriger Fladen aus Linsenmehl). Und dazu Tee, Cola oder ein kühles „Everest“.



Auftakt zum Trekking

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An Tag 5 geht es nun endlich los mit dem Trekking. Die Habseligkeiten sind aufgeteilt in Tagesrucksack und Trekkingsack (max. 15 kg). Wir fahren nach Nayapul, unserem Startpunkt, wo wir unseren Trekkingguide und unsere Träger treffen. Die Trekkingsäcke werden verschnürt, die Träger gehen voraus. Wir hinterher, endlich dürfen wir losgehen. Wir freuen uns auf die Tage in der Natur, fernab von Verkehr, Lärm und mobiler Erreichbarkeit. In der Mittagshitze steigt die Temperatur schnell auf gefühlte 35 Grad – realistisch sind es wohl um die 28 Grad. Es geht stetig bergauf, immer an einem Fluss entlang. Erfrischende Mittagspause, liebevoll vor- und zubereitete Mahlzeit von unserer Entourage. Weiter geht’s – begleitet von den Glöckchen von Muli-Treks, die uns entweder überholen oder entgegenkommen und vom ohrenbetäubenden Gezirpe der Zikaden, die Musik der nächsten Tage. Abends kühlt es dennoch sehr stark ab und wir erfreuen uns an der kuscheligen Wärme unseres Schlafsacks.



Blick vom Poon Hill auf...

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In Tikhedhunga ist unsere erste Übernachtung geplant, es geht in unzähligen Stufen weiter und steil hoch nach Gorepani – gefolgt von meinem persönlichen Highlight: dem Sonnenaufgang am Poon Hill mit einem Blick auf die in Pastelltönen erleuchtete Bergkette mit den Gipfeln Dhaulagiri und Annapurna. Auch auf 3.200 m ist alles grün, die Blumen blühen, üppige Vegetation. Gebetsfahnen flattern im Wind. Und mit uns sind ca. 300 Trekker vom Naturschauspiel begeistert. Von mobiler Enthaltsamkeit keine Spur – selbst auf 2.850m werben die Guest Houses mit „Free Wifi“ und wir haben volles Netz.



Trekking von Gandrung nach Landruk

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Durch Rhododendronwälder weiter nach Tadapani, der Wald ist mystisch, als würde man sich am Drehort von „Der Hobbit“ befinden. Sogar Languren zeigen sich. Und immer wieder ein Wasserfall. Sherpas, deren Gepäck manchmal voluminöser ist als ihr Körperbau, überholen uns in Sandalen. Sie schleppen Cola-Flaschen, Gasflaschen und Lebensmittel in Tagesmärschen nach oben, damit wir Trekker so wenig Komfort wie möglich einbüßen müssen.

Am Abend ziehen sich die Wolken zurück und noch immer können wir uns nicht satt sehen am Anblick der Annapurna. Der Blickwinkel verändert sich von Etappe zu Etappe und mit ihm die Entfernung. Heute erscheint der Gipfel zum Greifen nah. Wir könnten stundenlang staunen. Die Sonne geht unter, die Sterne erstrahlen in vollem Glanz. Sogar die Milchstraße ist sichtbar. Und dann kommt auch noch der Vollmond hinter dem Annapurna South hervor. „Kitsch as kitsch can“. Ergreifend schön.



Postkartenpanorama in Bandipur

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Leise beschleicht uns schon jetzt die Wehmut. Wir fühlen uns hier in diesem Land unglaublich wohl. Das müssen die positiven Energien sein, die durch die Rituale und Mantren durch die Gegend schwingen. Wir haben noch 3 Tage, die gefüllt sind mit Sightseeing. Der Tag in Bandipur ist total verregnet und wir verbringen den Tag auf unseren Zimmern – wir sind dankbar für eine kurze Verschnaufpause, in der wir die Eindrücke sacken lassen können. Es gibt viel zu verarbeiten. Am Tag darauf ist der Spuk vorbei und wieder eröffnet sich uns ein unglaubliches Postkartenpanorama. Diesmal ist neben dem Dhaulagiri und dem Annapurna sogar noch der Manaslu dabei. 3 Achttausender auf einen Blick – unglaublich!



Durbar Square Kathmandu

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Wir erleben noch ein Weltkulturerbe, die Stadt Patan, ein Tempel reiht sich an den anderen. Unser Reiseleiter erklärt wie immer die Hintergründe zu Sehenswürdigkeiten, Religion, etc. Überhaupt ist unsere Gruppe in den letzten Tagen fast wie eine Familie zusammengewachsen.

Zurück in Kathmandu haben wir noch 2 Tage, in der wir mit der Stadt den krassen Gegensatz zu den Bergen erleben: der Straßenverkehr ist laut und verrückt, verschiedenste Gerüche wehen uns um die Nase, Waren werden feilgeboten, wir wandern durch die Altstadt, durch’s Touristenviertel Tamel und wissen gar nicht, wohin wir zuerst schauen sollen.

Eins der letzten Highlights bevor wir erfüllt nach Hause fliegen ist dann noch der Blick auf die lebende Göttin Kumari – dank Shyam sind wir rechtzeitig im Innenhof ihres Tempels in der Nähe des Durbar Square in Kathmandu, wo sie sich am Fenster kurz zeigt. Der Blick der Kumari soll Glück und Gesundheit bringen.

„Naturally Nepal – Once is not enough“ steht auf unserer Trekking Permit. Diese Aussage kann ich nach den 2 Wochen nur bestätigen. Es gibt noch viel zu sehen im „Land, in dem die Götter wohnen“.


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Kommentare

  • Lana

    Vor 5 Tagen bin ich aus Nepal zurückgekommen. Schön, Deinen lebendigen, anschaulichen Reisebericht zu lesen. LG Brigitta

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