Erst die Arbeit, dann das Vergnügen: Wander- und Radreise in Vietnam mit Stranderholung

Reisebericht

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen: Wander- und Radreise in Vietnam mit Stranderholung

Reisebericht: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen: Wander- und Radreise in Vietnam mit Stranderholung

Im Sommer 2014 waren wir auf Familienurlaub in Vietnam. Doch bevor es an den Strand ging wurde sich erstmal schön verausgabt. Die Rast will wohl verdient sein!

van Long in der Provinz Ninh Binh

Keine Bildinformationen verfügbar

Wir waren schon immer eine eher aktive Familie und Urlaub ist für uns nicht ausschließlich Faulenzen. Auch zu Hause sind wir leidenschaftliche Wanderer und Radfahrer, aber leider fehlt uns dort häufig die Zeit, das holen wir dann im Urlaub ausgiebig nach. Liebend gerne entdecken wir neue Orte auf der ganzen Welt, und wie könnte man eine Landschaft besser erkunden als sich zu Fuß oder auf dem Velo hineinzustürzen? Dieses Jahr war Vietnam das Ziel unserer Reise. Wir waren schon einmal in diesem Land, damals aber für eine Rundreise, um die Highlights kennenzulernen. Dieses Mal wollten wir uns auf unsere Outdoor-Abenteuer konzentrieren. Wenn ich von „wir” spreche dann meine ich damit meine reizende Gattin, unsere zwei Söhne (19 und 16) und natürlich meine Wenigkeit. Der Älter begleitet uns normalerweise nicht mehr auf unseren Reisen, doch als er hörte, wo es dieses Jahr hingeht war es auf einmal garnicht mehr uncool, mit den Eltern in Urlaub zu fahren.
Mit Finnair ging es via Helsinki nach Hanoi, wo wir am frühen Morgen landeten. Hier hielten wir uns aber nicht auf, wir befanden uns ja schließlich nicht auf einer Städtereise. Vom Airport ging es direkt nach Ninh Binh, ein kurzer Stopp für Frühstück war allerdings drin. Am späten Vormittag kamen wir in Ninh Binh an und dank des freundlichen Personals im Legend Ninh Binh Hotel konnten wir auch direkt einchecken und unsere Zimmer beziehen. Nachdem wir uns ein wenig von den Reisestrapazen erholt hatten ging es am Nachmittag auf eine erste Erkundungstour. Uns wurde geraten, einen Ort namens Van Long aufzusuchen und wir taten gut daran, diesem Rat zu folgen. Hier findet man eine wunderschöne Landschaft mit Seen, Bergen und grünen Reisfeldern und Schilfflächen noch und nöcher. In Holzbooten wurden wir hinausgerudert und durchquerten sogar Höhlen in den Felsformationen. Wir genossen einen tollen Sonnenuntergang und kehrten zum Abendessen ins Hotel zurück, der Urlaub hatte gut begonnen.



Lotusblumen in Ninh Binh

Keine Bildinformationen verfügbar

Am zweiten Tag Stand dann die erste Radtour auf dem Programm. Ninh Binh ist hierfür wie geschaffen, obwohl es voller Berge ist sind alle Wege eben, da es sich bei den Bergen eher um gigantische Felsen handelt, vergleichbar mit denen in Halong Bay. Es war schön, durch die herrlich grüne Landschaft voller Seen und Felsformationen zu fahren, auch einige Pagoden lagen auf dem Weg. Bei einigen Tempeln, die ehemaligen Kaisern gewidmet und die Überreste einer ehemaligen Hauptstadt sind, kletterten wir einen der Felsen hinauf. Eine alte Frau führte un seine steile Treppe nach oben, sie war faszinierend, da sie meiner Meinung nach mindesten 80 gewesen sein muss und die steilen und scharfkantigen Stiegen ohne mit der Wimper zu zucken barfuß erklomm. Von oben hatten wir einen tollen Blick und fanden auch ein Kaisergrab. Nachdem wir wieder hinabgestiegen waren erfrischten wir uns mit leckerem Zuckerrohrsaft, dann setzten wir die Radtour fort und kehrten zum Hotel zurück.



Weg zum Wasserfall in Mai Chau

Keine Bildinformationen verfügbar

Nach unserer zweiten Nacht in Ninh Binh hieß es leider schon wieder Abschied nehmen von diesem bezaubernden Ort, aber wir hatten ja noch einiges vor. Es ging weiter nach Mai Chau, ein schönes Tal im Gebirge, südwestlich von Hanoi gelegen. Gegen Nachmittag kamen wir an unserem Homestay an, machten einen Spaziergang in der Umgebung und bekamen ein köstliches traditionelles Dinner serviert. Die Gemahlin und der Jüngere trauten sich nicht an die Schweineinnereien heran, sie blieben lieber bei den uns bekannten Stücken des Tieres, doch der Ältere und ich ließen uns alles schmecken, es war vorzüglich. Auch der hausgemachte Reisschnaps durfte nicht fehlen, äußerst interessant.
Tag zwei in Mai Chau war dann ganz dem Sport gewidmet: Nach dem Frühstück nahmen wir die Velos des Homestays und machten uns in Begleitung des Hausherren auf den Weg. Hoch und runter durch Dörfer, Gebirge und Natur führte die Tour, bis der Gastgeber uns sagte wir sollen die Räder abstellen. Wir setzten die Reise zu Fuß fort, durch weitere Dörfer, dichten Dschungel und den ein oder anderen kleinen Fluss ging es Bergauf, und bald sahen wir einen Wasserfall in der Ferne. Unser Hausherr erklärte uns, dass dies Ziel unserer Wanderung sei und auch der Grund dafür, warum er uns bei Aufbruch greaten habe, unsere Badesachen anzuziehen. Nach etwa einstündiger Wanderung erreichten wir den Wasserfall und die Söhne konnten garnicht schnell genug ins kühle Nass kommen. Auch meine Frau und ich gönnten un seine Abkühlung und duschten unter dem tosenden Wasserfall, ein tolles Erlebnis. Wir kletterten auch einige Kaskaden hinauf und entdeckten eine kleine höhle hinter dem Wasser, eine toller Anblick. Wir wollten das Wasser garnicht verlassen, doch irgendwann war die Badezeit dann doch vorbei. Durch den Dschungel ging es zurück zu den Rädern und weiter durch das grüne Tal. Kurz bevor wir den Homestay erreichten kamen wir noch an einem kleinen Fußballplatz vorbei, einheimische Kinder begrüßten uns mit freundlichen „Hellos!”. Als wir zurück waren ging die Gattin duschen, doch die Jungs und ich hatten noch nicht genug, gingen zurück zum Bolzplatz und kickten eine Runde mit den Einheimischen. Das war garnicht so einfach, da wir alle Barfuß auf dem sandigen und steinigen Platz spielen mussten und die kleinen Vietnamesen unheimlich schnell und wendig waren, außerdem verfügeten sie über eine gute Technik. Nach dem Match waren dann auch wir 3 platt und gingen zurück, ließen uns das Abendessen schmecken und gingen früh zu Bette, ein ereignisreicher Tag.



Traditionelles Dinner im...

Keine Bildinformationen verfügbar

Nach dem Frühstück, es gab traditionelle Nudelsuppe, Pfannekuchen und Bananen, mussten wir von unseren liebenswerten Gastgebern Abschied nehmen, es ging zurück nach Hanoi. Wir stärkten uns mit etwas Streetfood im Old Quarter, der Ältere erinnerte sich sogar noch an sein Lieblingsessen – Bun Bo Nam Bo -, obwohl das schon Jahre zurückliegt. Wir blieben eine Nacht in Hanoi, um nach all dem Rumreisen eine kleine Verschnaufpause einzulegen. Ursprünglich wollten wir direkt nach Sapa, doch unsere Reiseveranstalter riet uns dazu, eine Nacht in der Hauptstadt einzuschieben. Aktivreisen sind gut und schön, aber Hektik muss trotzdem nicht sein. Im Nachhinein ein sehr guter Tipp für den wir sehr dankbar sind.
Am nächsten Abend ging es mit dem Nachtzug nach Sapa. Wir waren überrascht wie komfortabel die Kabinen waren und schliefen sehr gut in dieser Nacht, erst der Schaffner weckte uns kurz vor der Ankunft in Lao Cai. Nach dem Frühstück ging es von hier mit dem Auto weiter nach Sapa, von wo wir unsere 3-Tägige Trekkingtour starteten.
Unser Gepäck wurde zu dem Homestay gebracht, in dem wir die erste nacht verbringen würden, wir hatten nur leichtes Gepäck mit Wasser, ein paar Snacks, Sonnencreme und anderen notwendigen Utensilien. Mit einem lokalen Guide begannen wir unsere Tour in Sapa town. Das erste Stück gefiel uns nicht wirklich, die Stadt Sapa und das nächste Dorf Cat Cat sind scheinbar nur auf den Tourismus ausgelegt und die Leute versuchen einem sehr aufdringlich ihre Waren zu verkaufen. Das legt sich aber zum glück nach den ersten 2 Kilometern, sobald man etwas Abseits der touristischen Wege ist, kann man die Ruhe und die Natur in vollen Zügen genießen. In meinem ganzen Leben habe ich noch nicht so ein intensives Grün gesehen wie das der Reisterrassen. In einer kleinen Hütte hatten wir eines leckeren Lunch, dann ging es weiter durch die Landschaft bis zu unserem Homestay. Es war sehr anstrengend, nicht aufgrund der Distanz oder der Wegbeschaffenheiten, sondern wegen der Temperaturen und der hohen Luftfeuchtigkeit, aber es war die Anstrengung wert. Im Homestay gab es wieder ein traditionelles Dinner, diesmal ein komplettes Huhn anstelle des Schweines. Wieder blieben meine Frau und der Jüngere eher bei der wohl bekannten Hühnerbrust, mein Ältester und ich versuchten mit vergnügen Füße und Kopf des Tieres, da dies hier offensichtlich den „Ehrengästen“, als die wir bezeichnet wurden, zusteht. Um ehrlich zu sein, es schmeckte nicht anders als der Rest des Tieres, ist nur etwas schwieriger zu essen. Und selbstverständlich gab es auch hier: Hausgemachten Reisschnaps.



Wackelige Brücke bei unserem...

Keine Bildinformationen verfügbar

Am nächsten Morgen ging es weiter, bergauf in einen Bambuswald hinein. Es war nicht leicht ihn zu durchqueren, da der Weg schräg und rutschig war, aber es klappte und war ein echtes Abenteuer. Am Ende des Waldes erwartete uns ein kleiner Wasserfall, an dem entlang wir hinutner zum nächsten Homestay kletterten. Am Nachmittag kamen wir an, hatten einen späten Lunch und vergnügten uns in der Umgebung. Beim Homestay befand sich eine alte Brücke, die offensichtlich nicht mehr benutzt wurde, aber noch vorhanden war. Nicht nur die einheimischen Kinder hatten ihren Spaß auf der hölzernen Hängebrücke, auch meine Söhne (zugegeben auch ich selbst) waren nicht zu alt für einige Albereien.



Unser kleiner geheimer...

Keine Bildinformationen verfügbar

Nach dem Frühstück, das wie meistens in den Homestays aus Pfannekuchen, Bananen und Nudelsuppe bestand (Ich denke die Pfannekuchen sind nur für Touristen) machten wir uns auf zum nächsten Etappenziel. Heute war die Route wieder etwas länger, wir stoppten unterwegs für das Mittagessen und erreichten unseren Homestay erst am späten Nachmittag. Unser Guide brachte uns von hier zu einem nur wenige Gehminuten entfernten versteckten Strand an einem kleinen Fluss und wir kühlten uns etwas ab und erholten uns von dem langen Tag.
Der nächste Tag war unser letzter in Sapa und er hatte es wahrhaftig in sich. Über abgeschiedene Pfade ging es über unwegsames Gelände und steile Hänge hinauf und hinab. Es war tierisch anstrengend, aber genau das was wir sehen wollten, dafür waren wir hier! Als wir auf etwa halber Strecke an einem Fluss vorbeikamen gab es kein Halten mehr und wir sprangen alle ins Wasser, eine Wohltat. Dann ging es weiter, durch Reisfelder, vorbei an einheimischen Bauern, die uns freundlich zuwinkten, bis zum Ziel unserer Wanderung. Hier erwartete uns ein Transfer zurück nach Lao Cai an den Bahnhof, es ging wieder nach Hanoi. Erschöpft schliefen wir die Nacht im Zug allesamt wie Steine.
Der Trekkingteil unserer Reise war vorrüber, doch ein weiteres Highlight sollte uns noch erwarten. In Hanoi verbrachten wir erneut eine Nacht, am Nächsten Morgen ging es mit dem Flugzeug nach Hue. An unserem Abend in Hanoi trafen wir uns mit Mai, unserer Expertin von unserem Reiseveranstalter Exotic Voyages, da es eine vietnamesische Firma mit Sitz in Hanoi ist. Sie hatte uns über das Hotel angerufen um zu fragen, ob soweit alles in Ordnung ist und ob wir unsere anstrengenden Tage gut überstanden haben. Wir haben uns sehr über diesen Anruf gefreut und sie spontan für den Abend zum Essen eingeladen, wir können sie nur empfehlen, denn sie hat uns in der Reiseplanung wirklich sehr geholfen.



Das Bike auf dem nassen Hai Van...

Keine Bildinformationen verfügbar

Auch in Hue, das wir noch von unserer letzten Reise kannten, verbrachten wir nur eine Nacht, am Morgen schwangen wir uns dann in aller Hergottsfrühe aufs Rad. Die Challenge war keine geringere als der Hai Van Pass, eine tolle Passstraße am Meer. Letztes Mal sind wir ihn auf unserer Vietnamreise mit dem Auto gefahren und haben uns fest vorgenommen, es diesmal mit dem Rad zu meistern. Es war ein hartes Stück Arbeit, doch es war die Strapazen wert. Sogar der erfrischende Regen zwischendurch war sehr willkommen. Wir hatten einen gigantischen Blick während der Tour und machten eine Kaffeepause auf dem höchsten Punkt, etwa 2/3 waren hier schon geschafft und es ging von nun an nurnoch bergab. Natürlich war die Abfahrt der tollste Teil und wie immer viel zu schnell vorüber. Von Danang, wo wir unsere Räder abgaben, ging es mit dem Auto ins 30 km entfernte Hoi An, wo wir die letzten 5 Nächste im Boutique Resort am Strand verbrachten. Das hatten wir uns auch wirklich verdient.



Hotel in Hoi An

Keine Bildinformationen verfügbar

Die meiste Zeit blieben wir natürlich am Strand, das Wetter gab es zum Glück her. Die Söhne nutzten die Gelegenheit sich jeweils einen Anzug und einige Hemden anfertigen zu lassen, wenn man schonmal in der Stadt der Seide und der Schneider ist.
Gänzlich erholt ging es dann von Danang über Hanoi und Helsinki zurück nach Zürich und in den Alltag, die knapp 3 Wochen gaben alles her, Anstrengung, Abenteuer, Erholung und viele neue Erfahrungen. Der Urlaub nächstes Jahr wird sich anstrengen müssen, dieser hier hat die Latte sehr hoch gelegt.


Teilen auf

Mein Interessenprofil

Bitte melden Sie sich an, um Reiseziele zu Ihrem Interessenprofil hinzuzufügen.

Kommentare

  • Reisefan123

    Ein wirklich toller und ausführlicher Bericht :-)
    Viele Grüße, Heinz

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen: Wander- und Radreise in Vietnam mit Stranderholung 5.00 4

Beliebte Community-Inhalte: AustralienNorwegenThailandVietnamItalienBarcelonaIndien ReiseführerIndien Tipps