Botswana - Wild Stories

Reisebericht

Botswana - Wild Stories

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Matswere Gate



Auf dem Weg zur Morgentoilette treffen wir Paul und Diana. Was für ein Zufall – und noch besser, wir haben heute dasselbe Ziel: Central Kalahari - Deception Valley, Campsite No 4 und 6. Wir wollen die Straße über Rakops nehmen – sie fahren den Shortcut am Veterinärzaun entlang. Zunächst müssen noch die Einkäufe, Tankstelle und Postoffice in Rakops erledigt werden, dann biegen wir auf eine gefährlich tiefsandige Piste in Richtung Matswere Gate ab. Welcome to the Central Kalahari Game Reserve. Wer hier rein fährt, unterschreibt die Erklärung dies auf eigenes Risiko zu tun, entsprechend ausgerüstet und in der Lage zu sein, sich selbst zu helfen. Wir haben uns bestmöglich vorbereitet und auch wenn der Respekt groß ist, ja – dies ist das Ziel unseres Reisetraums.



Endlich drin!



Central Kalahari Game Reserve

Kein Duschzwang

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Die Landschaft überwältigt mit grenzenloser hitzeflirrender Weite und einem polfilterblauen Himmel darüber. Am Rande des Deception Valley ein Hinweis im Falle von Nässe langsam zu fahren und richtige Verkehrsschilder mit Entfernungsangaben. Xade Gate 170 km - wir haben 3 Tage Zeit bis dahin und die Übernachtungen sind schon monatelang reserviert. Die Campsites sind einfach ausgewiesene Plätze, die einen Sichtschutz um das zementierte Dusch- und Toilettenfundament besitzen. Verpflegung, Strom und Wasser bringt man selbst mit und am besten auch den nötigen Verstand damit man in der Wildnis nicht weggefressen wird.



Abend in Sunday Pan



Deception Valley

Paul und Diana haben es sich schon in No 4 gemütlich gemacht, das Thermometer zeigt 47 Grad. Am Spätnachmittag fahren wir gemeinsam zum Wasserloch an der Sunday Pan, wo sich Springböcke, Kudus und Oryx gemächlich satt trinken. Bei schwindendem Licht steigen wir an der Leopard Pan aus, genießen zu viert das Versinken dieser großartige Landschaft, begleitet vom Rufen unsichtbarer Barking Geckos – und sind glücklich.



Sunset in Leopard Pan



Beschließen, die Nacht gemeinsam in No 4 zu verbringen denn es gibt viel zu erzählen. Nach dem Abendessen, unser Lagerfeuer ist schon verglüht, läuft ein Honigdachs wie selbstverständlich durchs Camp und sucht nach Fressbarem. Wir sind so überrascht, dass kaum ein Foto gelingt, geschweige denn, dass Angst aufkommt. Immerhin nehmen es diese aggressiven Raubtiere sogar mit Löwen auf, sie haben wehrhafte Krallen und Zähne und ihre dicke Haut kann selbst von Schlangen und Stachelschweinen nicht durchdrungen werden. Ach ja, Stinkdrüsen haben sie auch noch – aber das alles kommt wohl nur im Verteidigungsfall zur Anwendung.



Später Besuch



Schreihals

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Am nächsten Morgen verabschieden wir uns - wieder einmal - und nehmen die Piste Richtung Norden über Sunday, Leopard und Passarge Pan. Die Landschaft ist überwältigend schön, Dornengestrüpp und Baumgruppen wechseln sich ab mit fast kahlen Arealen innerhalb der Pfannen. Im steinharten Boden graben Borstenhörnchen, den Schwanz zum Schutz vor der Sonne über das Köpfchen gelegt, Giraffen und Oryx tauchen unvermutet aus dem Gelb der Gräser und in der Luft erheben sich Singhabicht und lautstarke Gackeltrappen. An diesem Tag treffen wir genau 3 Autos. Unser Camp in der Phokoje Pan besteht aus einem einzelnen Baum, einer sehr rudimentären Toilette, Unmassen von Fliegen und einer Giraffe! Very special und wirklich sehr sehr einsam.



Nördliche Central Kalahari GR



Wild(wasser)hund

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Freitag ist Duschtag – endlich. Statt der installierten Eimerdusche benutzen wir den sparsameren Kaffeebecher und frisch gewaschen geht es weiter zum Letiahau Wasserloch, wo ein Rudel Wildhunde im Schatten der umliegenden Bäume herumlungert. Sie sehen nicht so gut genährt aus wie das Rudel in Moremi, machen aber einen ganz zufriedenen Eindruck. Natürlich haben alle anderen Tiere, die jetzt zum Wasser wollen, ein Problem.



Jäger mit viele Namen



Ein paar Oryx trauen sich schließlich doch zu trinken und die respektlosen Schildraben machen sich einen Spaß daraus, vor den Nasen der Wild oder Painted Dogs umher zu spazieren. Hoch oben in einem Ast hängt der Rest eines Springbocks – Leoparden gibt es also auch hier!



Frechheit siegt!


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Kommentare

  • charbonnier

    Superinteressant, superschön geschrieben, supertolle Bilder!
    Vieles kam mir bekannt vor, aber gegenüber unserer Tour 2007 habt Ihr noch eine ganze Portion draufgelegt. Kudu Island hatten wir gestrichen, es hatte schon geregnet und uns wurde dringend von der Fahrt durch die Salzpfanne abgeraten. Und im Mokoro entspannt zurücklehnen, geht das? Keine Lehne, und der Tagesrucksack hat es auch nicht gebracht. Ich denke heute noch mit Schrecken an die Rückenschmerzen!
    Ansonsten, wir haben damals die ganze Tour ohne Reservierungen gemacht, und es hat immer geklappt. Vielleicht hat sich da über die Jahre was geändert. Jedenfalls, Dein Bericht hat richtig Lust auf "nochmal" gemacht - Danke!
    Herzliche Grüße - Ulrich

  • Lapalala

    Wunderschöne Bilder und Beschreibung, macht Spaß beim Lesen und Anschauen.
    In Gedanken und Erinnerung sind wir noch einmal mitgefahren. Also Danke fürs mitnehmen
    Grüße Irmtraud & Fred

  • kaiser

    Klasse war bestimmt ein tolles Erlebnis.
    Gruß Günter

  • Blula

    Liebe Elke, sollte ich jemals nach Botswana reisen, dann werde ich diesen erstklassigen Bericht ganz sicher vorher nochmals genau studieren u n d im Handgepäck mit mir führen. Großartig.... und die Fotografien sowieso! Ich bin begeistert !!!
    Das Lesen war ein Erlebnis erster Klasse! Vielen Dank !!
    LG Ursula

  • doubleegg

    Ich danke an dieser Stelle schon einmal ganz herzlich für das große Interesse und die zahlreichen Bewertungen und Kommentare auch zu den Bildern! Freut mich, dass diese klassische und schon oft beschriebene Reiseroute so viel Anklang findet. Jeder Botswanareisende macht seine eigenen Erfahrungen, doch Vorsicht und gute Vorbereitung sind nie verkehrt. Die Reservierungsbestimmungen wurden 2009 im Zuge der Privatisierung von Campsites verschärft und scheinen sich wieder zu lockern. Man sollte sich aber aktuell informieren bevor man sich auf so einen weiten Weg macht. Einen schönen Abend und Gutes Reisen euch allen! Elke

  • astrid

    Vielen Dank für's Mitnehmen auf diese aufregende Reise mit ebenso spannenden, witzigen und eindrucksvollen Fotos! LG Astrid

  • Weina

    ganz klar 5*
    perfekter Reisebericht nicht zu kurz aber auch nicht zu ausufernd. Dazu tolle Bilder die Lust auf mehr machen... hat Spaß gemacht ihn zu lesen...
    lg Weina

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  • Schili

    Toller Trip, tolle Fotos, toll zu lesen. Fertig. ;-)
    Gruß aus Köln.

  • Wilfried_S.

    Ich habe den Bericht samt den herrlichen Bildern in Etappen genossen und kann ihn ganz kurz und bündig beschreiben: BEEINDRUCKEND!
    lg Wilfried

  • Schalimara

    Ein wunderbarer und beeindruckender Reisebericht. Ich bewundere Euren Mut für diesen Alleingang.
    Danke fürs Mitnehmen :-)
    LG Schalimara

  • ursuvo

    Ein Reisebericht wie er sein soll - spannend, mitreissend und informativ! Habe ihn begeistert verschlungen!
    Viele Grüße - Ursula

  • trollbaby

    Was für eine abenteuerliche Reise! Und dann noch diese - wie immer - sensationellen Fotos! Liebe Elke, wie immer: ich bin begeistert!!!
    LG Susi

  • pleuro

    Liebe Elke,
    nicht nur die 5 Punkte verdient dieser Bericht, sondern auch die damit verbundene Wertung "großartig". Ich wollte ihn eigentlich in mehreren Etappen lesen, konnte aber irgendwann nicht mehr aufhören. Abenteuer und Spannung pur in einem hervorragenden Schreibstil, von den teilweise wunderschönen Fotos mal ganz abgesehen. Danke fürs Teilen!
    Liebe Grüße
    Anne

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  • frieden_schenker

    Hallo Elke,

    danke für den tollen Reisebericht und die schönen Bilder.
    Ihr seid ja kurz vor mir in Botswana gewesen. Vieles aus Deinem Reisebericht habe ich auch gesehen bzw. erlebt. In Nata Lodge waren wir auch. Einer aus unserer Reisegruppe hat sogar das (vermutlich) gleiche Chamäleon gesehen (ich habe mich geärgert, dass ich es nicht gesehen habe).
    Im Khma Rhino, Moremi und am Chobe und Vic Falls waren wir auch.
    Die Sache mit den vielen Veterinärzäunen hat mich auch gestört. Von der Vertreibung der San habe ich im Reiseführer gelesen.
    LG Eckart

  • Lana

    Hallo Elke, manchmal habe ich bei Deinem Reisebericht den Atem angehalten, so spannend hast Du geschrieben. Zusammen mit Deinen wunderbaren Bildern ist es ein erstklassiger Bericht geworden. Vielen Dank! LG Brigitta

  • Calao

    Wunderbar, spannend, fantastisch... nur schon das Lesen ist ein Genuss, danke!

  • brandriba

    Ciao Elke
    danke für den ausführlichen und tollen Reisebericht mit den schönen Bildern. Das südliche Afrika ist auch noch so ein Traumziel, bin auf Google Earth gleich Eure Route "nachgereist". Dein Schreibstil macht das Eintauchen in die mir unbekannte Welt so richtig "gsüffig"
    LG DAni

  • matulr

    Hallo Elke,
    durch Zufall stolperte ich erst heute über Deinen Bericht. Ich konnte nicht anders als ihn in einem Stück zu lesen. Mehr Kurzweil geht kaum noch in einem Reisebericht und die Bilder sind natürlich auch vom feinsten!
    Ich kenne grosse Teile der Gegend durch verschiedene Reisen in die Region. Als ich 1991 die Island Safari Lodge als "Basiscamp" für eine dreitägige Mokoro-Tour ins Delta nutzte, gab es noch (ausschliesslich!) traditionelle Mokoros. Zu traurig, dass auch hier nun das Plastikzeitalter anbrechen musste...
    LG ULI

  • Hatschpuppie

    Ein ganz toller Reisebericht, der meine Reise im Jahr 2005 wieder wachruft. Wunderbare Fotos, man kann gar nicht aufhören !!! Danke, Hatschpuppie

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  • doubleegg

    Ich sage noch einmal danke für euer Interesse und die wirklich netten Kommentare und Bewertungen! LG Elke

  • widix

    Was für ein spannender und toller Reisebericht, dazu diese fantastischen Bilder, vor allem die Tiere! Botswana steht schon lange auf meiner Wunschliste und jetzt habe ich, Dank Deines Berichts viel gesehen und erfahren. Danke schön fürs Mitreisen lassen.
    LG Sabine

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