Botswana - Wild Stories

Reisebericht

Botswana - Wild Stories

Seite 7 von 10

Cooler Typ



Vorsichtig erkunden wir am Nachmittag das herrliche Gelände am Kwai River mit all seinen Hippos, Elefanten, Lechwe Antilopen und Impalas. Abends gibt es Pasta mit Chakalaka aus der Dose, ein kleiner Perlkauz jagt Walzenspinnen (Camel Spider) an unserem Lagerfeuer und fast könnte man den Tag beruhigt ausklingen lassen, wenn wir nicht schon den nächsten Plattfuß bemerkt hätten. Es ist das am Morgen aufgezogene Reserverad. Haben noch eins, aber dann ist sozusagen Ende Gelände. Beim Aufpumpen am nächsten Morgen gibt der Kompressor seinen Geist auf – trotz Reparaturversuch – wir kriegen keine Luft mehr in die Reifen.



Spinnendieb



Nun könnte man sich fragen, warum gerade wir oder was alles noch kaputt gehen kann. Wir erfahren es umgehend von den hilfreichen Landsleuten, die uns Luft spenden und dafür breitwillig ihr halbes Autos ausräumen. Ihnen ist unterwegs die Kupplung ausgestiegen. Eine Nacht in freier Wildnis – ok, dann Abschleppen und Kupplung reparieren lassen und 2 unfreiwillige Nächte in einer Luxuslodge für 350 Euro. Pro Nacht und Person! Das sind dann schnell mal 4 - 5 Tausend – und nun verliert ihr Auto auch noch Sprit. Die Versicherung übrigens hatte den Kupplungsschaden vorsorglich aus der Police genommen.



Relaxte Schönheit



Moremi Wildlife Reserve, 4872 km² , gilt als eines der wildreichsten und landschaftlich schönsten Schutzgebiete Afrikas. Etwa ein Drittel davon umfasst das westliche Okawango Delta, im Norden liegen die Schwemmgebiete des Kwai River und nur der relativ trockene östliche Teil kann überhaupt befahren werden.



Reizvoll



Typisch

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Ganz behutsam folgen wir der Piste nach Süden zum Maqwee Gate und geben alle weiteren Pläne für das begehrte Gebiet auf. Die nächste Werkstatt ist in Maun und bis dahin wollen wir es auf jeden Fall selber schaffen. Schade! Einen halben Tag können wir noch an den Black Pools umherfahren, Pferdeantilopen und Elefantengruppen bewundern und die riesigen Termitenhügel, die so typisch für die Landschaft im Okawango Delta sind. Nachts im Camp lässt irgendjemand die Tür zur Damentoilette offen und 2 riesige Tüpfelhyänen versuchen sich unter lautem Kichern als Installateure. Morgens sind ihre Spuren auf allen Waschbecken und Kloschüsseln und das Spülwasser rinnt unaufhaltsam.



Die Damentoilette



Maun

Undurchsichtig

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

100 km Sandpiste bis Maun, mittendrin eine richtig schlimme Baustelle. Der Staub beschränkt die Sicht mitunter auf 50 m und überzieht die Landschaft fast wie Schnee. An die Kameras möchte ich in diesem Zusammenhang lieber nicht denken, Sensorflecken sind bereits auf jedem Foto zu sehen. Aber das Wichtigste ist, dass wir jetzt zu Toyota fahren und unser Auto kalaharifest bekommen. Der Service ist schnell, freundlich und kompetent. Innerhalb einer Stunde ist unser Blechschaden unter dem Motor gefixt, alles Wichtige überprüft und die Achsen neu gefettet. Leider verstehen wir die Zeichen der Werkstatt beim Rausfahren total falsch und bumm – ist das Rücklicht kaputt. Oh Sch … und keine Chance auf Ersatz. Mitleidig schaut mich der Monteur an. „Macht nichts meine Schwester, Gott beschützt euch und ich werde das Ding für euch tapen.“ Sprach’s und klaubte und klebte die Plastikteile mit viel Geduld wieder zusammen. Dann fahren wir zum Reifenflickservice, kaufen Lebensmittel und Getränke ein, heben Geld am Automaten ab und tanken.



Gib (mir) Gummi!



Die Island Safari Lodge liegt etwas außerhalb von Maun am Westufer des Thamalakene, besitzt schönen schattigen Campingplatz und organisiert alles, was der Reisende in dieser Gegend unternehmen möchte. Mokoro-Ausflüge ins Okawango Delta natürlich, aber auch ein ordentliches Abendessen und hervorragendes Bier vom Fass sind willkommen. Danach stört uns das vernachlässigte Sanitärgebäude und die unfähige Dame am Empfang auch nicht mehr, wohl aber die Disco auf der anderen Flussseite, die Kühe, Frösche, Esel und die Zweige, die nachts auf unser Zelt schlagen.



Thamalakene River



7:00 Uhr stehen wir deutsch pünktlich wie verabredet am Bootsanleger – allein. An der Rezeption erfahren wir jetzt, dass die Touren immer erst zwischen 8 und 9 Uhr losgehen und sind ziemlich sauer, denn noch eine Stunde Schlaf hätten wir gut gebrauchen können. Doch Robert, unser Speedbootfahrer, ist flexibel und hilfreich. Wir kommen früher los und der Vorsprung verschafft uns einige relaxte Tiersichtungen unterwegs, bevor er uns nach ca. 1 Stunde Fahrt im Dorf Boro an der Mokorostation ablädt. Aber was ist das? Keines der Einbäume ist noch aus Holz, wie es der Name vermuten lässt. Mittlerweile gibt es nicht mehr genug Bäume um die Traditionsboote herzustellen sondern nur noch Plastekähne in angelehnter Optik. Gestakt wird allerdings wie früher mit langen hölzernen Stangen und es ist immer noch schwere körperliche Arbeit, die sowohl von Männern als auch von Frauen verrichtet wird.



Schwerstarbeit



Unser Mokoroführer heißt Trust, also vertrauen wir uns ihm und seinem Wissen über Wasserwege und Tiere am Okawango bedingungslos an. Aufmerksam und leise gleiten wir durch das Schilfmeer, an Seerosen und Wasserhühnchen vorbei, den sumpfliebenden Lechwe Antilopen, Reihern, Seeadlern und vielen Vogelarten, die wir noch nie gesehen haben.



Auf Riesenfüßen



Mittags steigen wir auf einer Insel aus um eine kleine Wanderung in der Höllenglut zu unternehmen. Das hatte ich befürchtet und wie schon bei meinem ersten Besuch des Deltas, nehmen die Tiere viel schneller Reißaus, wenn man sich ihnen zu Fuß statt im Auto nähert. Der Pirscherfolg hält sich also in Grenzen und ich bin wirklich froh, als endlich Lunchzeit ist und wir im Schatten pausieren. Dann geht es gemächlich zurück nach Boro und die einzige Aufregung des Tages ist ein alter Elefantenbulle, dem wir im Boot ziemlich nahe kommen. Trotzdem oder gerade wegen dieser relaxten und unaufgeregten Stunden gehört die Mokorofahrt unbedingt zum touristischen Programm am Okawango. Und wo sonst haben wir uns auf dieser Reise einfach mal entspannt zurückgelehnt und unseren Gedanken freien Lauf gelassen?



Schilf in Sicht!


Teilen auf

Mein Interessenprofil

Bitte melden Sie sich an, um Reiseziele zu Ihrem Interessenprofil hinzuzufügen.

Kommentare

  • charbonnier

    Superinteressant, superschön geschrieben, supertolle Bilder!
    Vieles kam mir bekannt vor, aber gegenüber unserer Tour 2007 habt Ihr noch eine ganze Portion draufgelegt. Kudu Island hatten wir gestrichen, es hatte schon geregnet und uns wurde dringend von der Fahrt durch die Salzpfanne abgeraten. Und im Mokoro entspannt zurücklehnen, geht das? Keine Lehne, und der Tagesrucksack hat es auch nicht gebracht. Ich denke heute noch mit Schrecken an die Rückenschmerzen!
    Ansonsten, wir haben damals die ganze Tour ohne Reservierungen gemacht, und es hat immer geklappt. Vielleicht hat sich da über die Jahre was geändert. Jedenfalls, Dein Bericht hat richtig Lust auf "nochmal" gemacht - Danke!
    Herzliche Grüße - Ulrich

  • Lapalala

    Wunderschöne Bilder und Beschreibung, macht Spaß beim Lesen und Anschauen.
    In Gedanken und Erinnerung sind wir noch einmal mitgefahren. Also Danke fürs mitnehmen
    Grüße Irmtraud & Fred

  • kaiser

    Klasse war bestimmt ein tolles Erlebnis.
    Gruß Günter

  • Blula

    Liebe Elke, sollte ich jemals nach Botswana reisen, dann werde ich diesen erstklassigen Bericht ganz sicher vorher nochmals genau studieren u n d im Handgepäck mit mir führen. Großartig.... und die Fotografien sowieso! Ich bin begeistert !!!
    Das Lesen war ein Erlebnis erster Klasse! Vielen Dank !!
    LG Ursula

  • doubleegg

    Ich danke an dieser Stelle schon einmal ganz herzlich für das große Interesse und die zahlreichen Bewertungen und Kommentare auch zu den Bildern! Freut mich, dass diese klassische und schon oft beschriebene Reiseroute so viel Anklang findet. Jeder Botswanareisende macht seine eigenen Erfahrungen, doch Vorsicht und gute Vorbereitung sind nie verkehrt. Die Reservierungsbestimmungen wurden 2009 im Zuge der Privatisierung von Campsites verschärft und scheinen sich wieder zu lockern. Man sollte sich aber aktuell informieren bevor man sich auf so einen weiten Weg macht. Einen schönen Abend und Gutes Reisen euch allen! Elke

  • astrid

    Vielen Dank für's Mitnehmen auf diese aufregende Reise mit ebenso spannenden, witzigen und eindrucksvollen Fotos! LG Astrid

  • Weina

    ganz klar 5*
    perfekter Reisebericht nicht zu kurz aber auch nicht zu ausufernd. Dazu tolle Bilder die Lust auf mehr machen... hat Spaß gemacht ihn zu lesen...
    lg Weina

  • nach oben nach oben scrollen
  • Schili

    Toller Trip, tolle Fotos, toll zu lesen. Fertig. ;-)
    Gruß aus Köln.

  • Wilfried_S.

    Ich habe den Bericht samt den herrlichen Bildern in Etappen genossen und kann ihn ganz kurz und bündig beschreiben: BEEINDRUCKEND!
    lg Wilfried

  • Schalimara

    Ein wunderbarer und beeindruckender Reisebericht. Ich bewundere Euren Mut für diesen Alleingang.
    Danke fürs Mitnehmen :-)
    LG Schalimara

  • ursuvo

    Ein Reisebericht wie er sein soll - spannend, mitreissend und informativ! Habe ihn begeistert verschlungen!
    Viele Grüße - Ursula

  • trollbaby

    Was für eine abenteuerliche Reise! Und dann noch diese - wie immer - sensationellen Fotos! Liebe Elke, wie immer: ich bin begeistert!!!
    LG Susi

  • pleuro

    Liebe Elke,
    nicht nur die 5 Punkte verdient dieser Bericht, sondern auch die damit verbundene Wertung "großartig". Ich wollte ihn eigentlich in mehreren Etappen lesen, konnte aber irgendwann nicht mehr aufhören. Abenteuer und Spannung pur in einem hervorragenden Schreibstil, von den teilweise wunderschönen Fotos mal ganz abgesehen. Danke fürs Teilen!
    Liebe Grüße
    Anne

  • nach oben nach oben scrollen
  • frieden_schenker

    Hallo Elke,

    danke für den tollen Reisebericht und die schönen Bilder.
    Ihr seid ja kurz vor mir in Botswana gewesen. Vieles aus Deinem Reisebericht habe ich auch gesehen bzw. erlebt. In Nata Lodge waren wir auch. Einer aus unserer Reisegruppe hat sogar das (vermutlich) gleiche Chamäleon gesehen (ich habe mich geärgert, dass ich es nicht gesehen habe).
    Im Khma Rhino, Moremi und am Chobe und Vic Falls waren wir auch.
    Die Sache mit den vielen Veterinärzäunen hat mich auch gestört. Von der Vertreibung der San habe ich im Reiseführer gelesen.
    LG Eckart

  • Lana

    Hallo Elke, manchmal habe ich bei Deinem Reisebericht den Atem angehalten, so spannend hast Du geschrieben. Zusammen mit Deinen wunderbaren Bildern ist es ein erstklassiger Bericht geworden. Vielen Dank! LG Brigitta

  • Calao

    Wunderbar, spannend, fantastisch... nur schon das Lesen ist ein Genuss, danke!

  • brandriba

    Ciao Elke
    danke für den ausführlichen und tollen Reisebericht mit den schönen Bildern. Das südliche Afrika ist auch noch so ein Traumziel, bin auf Google Earth gleich Eure Route "nachgereist". Dein Schreibstil macht das Eintauchen in die mir unbekannte Welt so richtig "gsüffig"
    LG DAni

  • matulr

    Hallo Elke,
    durch Zufall stolperte ich erst heute über Deinen Bericht. Ich konnte nicht anders als ihn in einem Stück zu lesen. Mehr Kurzweil geht kaum noch in einem Reisebericht und die Bilder sind natürlich auch vom feinsten!
    Ich kenne grosse Teile der Gegend durch verschiedene Reisen in die Region. Als ich 1991 die Island Safari Lodge als "Basiscamp" für eine dreitägige Mokoro-Tour ins Delta nutzte, gab es noch (ausschliesslich!) traditionelle Mokoros. Zu traurig, dass auch hier nun das Plastikzeitalter anbrechen musste...
    LG ULI

  • Hatschpuppie

    Ein ganz toller Reisebericht, der meine Reise im Jahr 2005 wieder wachruft. Wunderbare Fotos, man kann gar nicht aufhören !!! Danke, Hatschpuppie

  • nach oben nach oben scrollen
  • doubleegg

    Ich sage noch einmal danke für euer Interesse und die wirklich netten Kommentare und Bewertungen! LG Elke

  • widix

    Was für ein spannender und toller Reisebericht, dazu diese fantastischen Bilder, vor allem die Tiere! Botswana steht schon lange auf meiner Wunschliste und jetzt habe ich, Dank Deines Berichts viel gesehen und erfahren. Danke schön fürs Mitreisen lassen.
    LG Sabine

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Botswana - Wild Stories 5.00 34

Beliebte Community-Inhalte: AustralienNorwegenThailandVietnamItalienBarcelonaIndien ReiseführerIndien Tipps