Botswana - Wild Stories

Reisebericht

Botswana - Wild Stories

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Walk on the wild side



Walking on the wild side

Nächstes Ziel ist Kubu Island – eine winzige aber magische Erhebung in den Makgadikgadi Pans. Die beiden Hauptpfannen Sowa und Ntwetwe umfassen ein Gebiet von 12 000 km² - sie gelten als größte zusammenhängende Salzpfannen der Welt. Wir haben einen Community Zeltplatz für die kommende Nacht per E-Mail reserviert, müssen aber noch ein paar Besorgungen in Letlhakane machen und Genehmigungen, Infos für die nächsten Etappen einholen. Man sollte Schlafplätze und Permits für Parks so früh wie möglich reservieren – und wenn es nicht klappt braucht man Glück oder einen Plan B.



Langohrtransporter



Zunächst gilt es die einzig mögliche Zufahrtsstraße von Letlhakane ins Gelände zu finden - besser gesagt, die richtige Piste. Der entgegenkommende Eselkarrenkutscher meint, das sei schon ok – über kantige Felsen, ausgewaschene Rinnen und Tiefsandpassagen erreichen wir eine glühende Ebene mit Aussicht auf das absolute Nichts. Der Rand der Sowa Salzpfanne ist ein untrügliches Zeichen, das wir auf dem richtigen Weg sind.



Am Rande ...



Ebenso der im Reiseführer beschriebene Veterinärzaun. Sein Wächter, er wohnt in einer winzigen Wellblechhütte, von der ich mir nicht mal vorstellen möchte, wie heiß es darin sein könnte, kommt uns mit einem Sonnenschirm entgegen. Zur Zeit gibt es keine Tierseuchen im Land, aber die obligatorische Frage nach der Einfuhr von Fleisch und Milchprodukten muss er den Reisenden stellen. Job ist Job.



Hot Job



Botswana hat in der Vergangenheit immer wieder große Bestände an Nutztieren durch Seuchen verloren. Als Antwort darauf wurde das Land mit endlosen Zäunen in verschiedene Zonen gegliedert, die nur durch bewachte Tore passiert werden können. Leider schneiden diese die natürlichen Wanderrouten der Wildtiere und tausende Antilopen und Gnus verhungern und verdursten immer wieder an diesen unüberwindlichen Sperren.



Abendstimmung



Kubu

In der weißgrauen Salzebene taucht eine ca. 1.2 km lange und 30 bis 40 m hohe Erhebung auf, dann erkennen wir riesige Felsbrocken und mächtige Bäume die scheinbar unverdrossen diesen kargen Bedingungen trotzen. Kubu! Beim Aussteigen stellt sich uns die Hitze wie eine Wand entgegen (wir haben leider kein Thermometer aber es sind sicher Ü50 Grad im Schatten) – sofort überfallen uns Schwärme kleiner Fliegen, die sich schneller als jede Verdunstung über unseren Schweiß hermachen. Gegenwehr zwecklos. Müssen bis zum Spätnachmittag untätig ausharren und endlich können wir dieses unwirkliche Ensemble erkunden. Was für eine Kulisse – was für Bäume!



Die Geisterwesen von Kubu



Die San glauben dass Gott einst unter diesen Felsen gelebt hat, ein heiliger Ort, der heute als National Monument geschützt und verwaltet wird. Auch wir erliegen der Magie grandioser Unwirklichkeit und können uns nicht satt sehen an uralten Baobabs, afrikanischen Kastanien und Sterkulienbäumen. Hinter jedem Felsen eine neue skurrile Gesteinsgruppe, Bäume die sich umarmen, verbünden, auseinander streben oder einfach darnieder liegen – jede Pflanze ein Individuum und wunderschön. Leider haben wir nicht das Glück eine Sternennacht zu erleben und der nächste Morgen beginnt durch Wolken getrübt, aber unvergesslich.



Good morning Kubu!



Die Anfahrtsbeschreibung (Reise Know How, Christoph Lübbert, Botswana) nach Gweta liest sich folgendermaßen: „Von der Nordwestflanke der Insel fährt man über die nördliche Anfahrtsroute bis zur gut 14 km entfernten Siedlung Tswagong. Dort biegt man auf Höhe eines größeren Baobabs am Hinweisschild nach „Lekhubu“ rechts Richung Thabatshukudu Village ab. Nach gut 3 km erreicht man das Tswagong Veterinary Gate, an dem man über 8.5 km in westlicher Richtung dem Verlauf des Zaunes folgt, bis man an das Gumba Veterniary Gate gelangt, wo man den Zaun nach Norden quert. Von dort führt eine 79 km lange Piste nordwestwärts nach Gweta. Man passiert dabei mehrere größere Pfannenabschnitte der Ntwetwe Pan …. Die Landschaft beeindruckt vor allem durch ihre unendliche Weite. .. Vor Gweta gerät man in ein unübersichtliches Gewirr von grauen Sandpisten …. Ein GPS-Gerät kann dabei helfen, eine möglichst direkte Routenführung zu finden.“



Spurenelemente



Genau so isses. Als wir das Gewirr der Viehwege vor Gweta erreichen hilft uns nur noch die Anzeige der Nordrichtung. Irgendwie müssen wir auf die Straße Nata – Maun treffen und dann können wir weiter den Makgadikgadi Pans National Park fahren. Nach allem was wir bisher gesehen haben, ist das Land ungewöhnlich trocken und heiß und die Frühjahrsregenfälle lassen auf sich warten. Tiere werden sich nur dort finden lassen, wo es Wasser gibt, also in diesem Park nur am Boteti River. Die Übernachtung am Kumaga Gate Camp kostete allerdings 50 US$ - pro Person, plus Parkgebühr – Botswana ist auch für Selbstfahrer ein richtig teures Pflaster. Daneben gibt es nur noch Luxustourismus – da gibt man dann das 5 – 10 fache für eine schicke Lodge aus.



Immer gerade aus


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Kommentare

  • charbonnier

    Superinteressant, superschön geschrieben, supertolle Bilder!
    Vieles kam mir bekannt vor, aber gegenüber unserer Tour 2007 habt Ihr noch eine ganze Portion draufgelegt. Kudu Island hatten wir gestrichen, es hatte schon geregnet und uns wurde dringend von der Fahrt durch die Salzpfanne abgeraten. Und im Mokoro entspannt zurücklehnen, geht das? Keine Lehne, und der Tagesrucksack hat es auch nicht gebracht. Ich denke heute noch mit Schrecken an die Rückenschmerzen!
    Ansonsten, wir haben damals die ganze Tour ohne Reservierungen gemacht, und es hat immer geklappt. Vielleicht hat sich da über die Jahre was geändert. Jedenfalls, Dein Bericht hat richtig Lust auf "nochmal" gemacht - Danke!
    Herzliche Grüße - Ulrich

  • Lapalala

    Wunderschöne Bilder und Beschreibung, macht Spaß beim Lesen und Anschauen.
    In Gedanken und Erinnerung sind wir noch einmal mitgefahren. Also Danke fürs mitnehmen
    Grüße Irmtraud & Fred

  • kaiser

    Klasse war bestimmt ein tolles Erlebnis.
    Gruß Günter

  • Blula

    Liebe Elke, sollte ich jemals nach Botswana reisen, dann werde ich diesen erstklassigen Bericht ganz sicher vorher nochmals genau studieren u n d im Handgepäck mit mir führen. Großartig.... und die Fotografien sowieso! Ich bin begeistert !!!
    Das Lesen war ein Erlebnis erster Klasse! Vielen Dank !!
    LG Ursula

  • doubleegg

    Ich danke an dieser Stelle schon einmal ganz herzlich für das große Interesse und die zahlreichen Bewertungen und Kommentare auch zu den Bildern! Freut mich, dass diese klassische und schon oft beschriebene Reiseroute so viel Anklang findet. Jeder Botswanareisende macht seine eigenen Erfahrungen, doch Vorsicht und gute Vorbereitung sind nie verkehrt. Die Reservierungsbestimmungen wurden 2009 im Zuge der Privatisierung von Campsites verschärft und scheinen sich wieder zu lockern. Man sollte sich aber aktuell informieren bevor man sich auf so einen weiten Weg macht. Einen schönen Abend und Gutes Reisen euch allen! Elke

  • astrid

    Vielen Dank für's Mitnehmen auf diese aufregende Reise mit ebenso spannenden, witzigen und eindrucksvollen Fotos! LG Astrid

  • Weina

    ganz klar 5*
    perfekter Reisebericht nicht zu kurz aber auch nicht zu ausufernd. Dazu tolle Bilder die Lust auf mehr machen... hat Spaß gemacht ihn zu lesen...
    lg Weina

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  • Schili

    Toller Trip, tolle Fotos, toll zu lesen. Fertig. ;-)
    Gruß aus Köln.

  • Wilfried_S.

    Ich habe den Bericht samt den herrlichen Bildern in Etappen genossen und kann ihn ganz kurz und bündig beschreiben: BEEINDRUCKEND!
    lg Wilfried

  • Schalimara

    Ein wunderbarer und beeindruckender Reisebericht. Ich bewundere Euren Mut für diesen Alleingang.
    Danke fürs Mitnehmen :-)
    LG Schalimara

  • ursuvo

    Ein Reisebericht wie er sein soll - spannend, mitreissend und informativ! Habe ihn begeistert verschlungen!
    Viele Grüße - Ursula

  • trollbaby

    Was für eine abenteuerliche Reise! Und dann noch diese - wie immer - sensationellen Fotos! Liebe Elke, wie immer: ich bin begeistert!!!
    LG Susi

  • pleuro

    Liebe Elke,
    nicht nur die 5 Punkte verdient dieser Bericht, sondern auch die damit verbundene Wertung "großartig". Ich wollte ihn eigentlich in mehreren Etappen lesen, konnte aber irgendwann nicht mehr aufhören. Abenteuer und Spannung pur in einem hervorragenden Schreibstil, von den teilweise wunderschönen Fotos mal ganz abgesehen. Danke fürs Teilen!
    Liebe Grüße
    Anne

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  • frieden_schenker

    Hallo Elke,

    danke für den tollen Reisebericht und die schönen Bilder.
    Ihr seid ja kurz vor mir in Botswana gewesen. Vieles aus Deinem Reisebericht habe ich auch gesehen bzw. erlebt. In Nata Lodge waren wir auch. Einer aus unserer Reisegruppe hat sogar das (vermutlich) gleiche Chamäleon gesehen (ich habe mich geärgert, dass ich es nicht gesehen habe).
    Im Khma Rhino, Moremi und am Chobe und Vic Falls waren wir auch.
    Die Sache mit den vielen Veterinärzäunen hat mich auch gestört. Von der Vertreibung der San habe ich im Reiseführer gelesen.
    LG Eckart

  • Lana

    Hallo Elke, manchmal habe ich bei Deinem Reisebericht den Atem angehalten, so spannend hast Du geschrieben. Zusammen mit Deinen wunderbaren Bildern ist es ein erstklassiger Bericht geworden. Vielen Dank! LG Brigitta

  • Calao

    Wunderbar, spannend, fantastisch... nur schon das Lesen ist ein Genuss, danke!

  • brandriba

    Ciao Elke
    danke für den ausführlichen und tollen Reisebericht mit den schönen Bildern. Das südliche Afrika ist auch noch so ein Traumziel, bin auf Google Earth gleich Eure Route "nachgereist". Dein Schreibstil macht das Eintauchen in die mir unbekannte Welt so richtig "gsüffig"
    LG DAni

  • matulr

    Hallo Elke,
    durch Zufall stolperte ich erst heute über Deinen Bericht. Ich konnte nicht anders als ihn in einem Stück zu lesen. Mehr Kurzweil geht kaum noch in einem Reisebericht und die Bilder sind natürlich auch vom feinsten!
    Ich kenne grosse Teile der Gegend durch verschiedene Reisen in die Region. Als ich 1991 die Island Safari Lodge als "Basiscamp" für eine dreitägige Mokoro-Tour ins Delta nutzte, gab es noch (ausschliesslich!) traditionelle Mokoros. Zu traurig, dass auch hier nun das Plastikzeitalter anbrechen musste...
    LG ULI

  • Hatschpuppie

    Ein ganz toller Reisebericht, der meine Reise im Jahr 2005 wieder wachruft. Wunderbare Fotos, man kann gar nicht aufhören !!! Danke, Hatschpuppie

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  • doubleegg

    Ich sage noch einmal danke für euer Interesse und die wirklich netten Kommentare und Bewertungen! LG Elke

  • widix

    Was für ein spannender und toller Reisebericht, dazu diese fantastischen Bilder, vor allem die Tiere! Botswana steht schon lange auf meiner Wunschliste und jetzt habe ich, Dank Deines Berichts viel gesehen und erfahren. Danke schön fürs Mitreisen lassen.
    LG Sabine

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