Island 2014 – mit dem Mietwagen vom Westen bis in den Südosten

Reisebericht

Island 2014 – mit dem Mietwagen vom Westen bis in den Südosten

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15.06.2014

Ankunft in Hafnarfjörður und Ausflug zur Blauen Lagune

Mit mehr als einer halben Stunde Verspätung landet unser Flugzeug auf dem internationalen Flughafen Keflavik. Das erste, was wir von Island sehen, sind Lavafelder mit blühenden Lupinen.
Trotz unserer späten Ankunftszeit gegen 0.30 Uhr (einschließlich Verspätung) wartet der Flughafenbus (auf isländisch: Flybus) noch auf die verspäteten Fahrgäste.
Die dreiviertelstündige Fahrt bis zum Reykjaviker Vorort Hafnarfjörður führt über eine Schnellstraße vorbei an Lavafeldern mit den schon erwähnten blühenden Lupinen. Es ist inzwischen schon nach 1.00 Uhr. Trotzdem ist es noch hell. Wir können den Sonnenuntergang vom Bus aus bewundern. Nach einer guten Stunde soll die Sonne bereits wieder aufgehen, ohne dass es wirklich dunkel wird.
Hafnarfjörður ist eine für isländische Verhältnisse große Stadt und nur ca. 15 Autominuten von der Hauptstadt Reykjavik entfernt. Es gibt einen Hafen, ein großes Aluminiumwerk (wegen der günstigen Strompreise in Island), 3 Schwimmbäder, mehrere Supermärkte und einige gute Restaurants.
Unser Gästehaus befindet sich nur ca. 10 Gehminuten von der Flybus-Bushaltestelle entfernt.
Wir sind froh, als wir in unserem neuen Zuhause im Bett liegen. Trotz der fehlenden Dunkelheit schlafen wir sofort ein.

Am nächsten Morgen fahre ich mich mit dem Taxi (die Stadtbusse fahren sonntags erst ab 11.00 Uhr) zum Inlandsflughafen im Zentrum von Reykjavik. Dort werde ich von meinem Autovermieter abgeholt. Am Hafen von Reykjavik nehme ich unseren Mietwagen in Empfang, einen Chevrolet mit Allradantrieb. Das Auto kommt mir am Anfang viel zu groß für unsere Bedürfnisse vor. Es soll sich aber später noch herausstellen, dass es gerade gross genug für die isländischen Straßenverhältnisse ist.

Nach dem Frühstück/Mittagessen in einem vegetarischen Rohkostrestaurant in der Innenstadt von Hafnarfjörður (siehe Rubrik „Essen“ am Ende dieses Kapitels) machen wir uns mit unserem Auto auf dem Weg zur „Blauen Lagune“. Für den ersten ganzen Urlaubstag in Island wollen wir uns zum Ankommen erstmal richtig ausruhen und entspannen.
Das Wetter ist nicht so besonders, wolkenverhangen, mit gelegentlichem Regen – aber für das Bad eigentlich ein ideales Wetter.

Die „Blaue Lagune“ (auf isländisch: Bláa Lónið – sprich: Blaua Lonith) ist Islands bekanntestes Thermalbad und befindet sich ca. 48 km von Reykjavik bzw. 23 km (20 Minuten) vom internationalen Flughafen Keflavik entfernt in der Nähe des Ortes Grindavik.
Das Thermalbad wird vom benachbarten Geothermalkraftwerk mit heißem Wasser versorgt. In einem ca. 5000 m² großen, blau schimmernden Milchsee kann man sich bei angenehmen Termperaturen von 37 bis 39°C entspannen und erholen. An einigen Stellen am Beckenrand gibt es Kieselschlamm, mit welchem man sich einschmieren kann.
Das Wasser ist nicht tief, man kann überall stehen.
Im Bad gibt es eine Dampf- und eine finnische Sauna, sowie Restaurant und Bars.
Die Tageskarte (Standard, ohne weitere Extras) kostet umgerechnet 35 Euro pro Person.
Von der Sauna sind wir allerdings etwas enttäuscht. Die finnische Sauna ist recht klein und einfach. Im Gegensatz zu Deutschland gehne alle Badegäste mit Badeanzug hinein.

Zu empfehlen ist auch unbedingt ein Rundgang vor oder nach dem Baden auf dem Spazierweg durch die Lagune (wo sich bis 1999 das alte, natürlichere Thermalbad befand). Vor der eindrucksvollen Kulisse des dampfenden Geothermalkraftwerks kann man hier die leuchten blaue Lagune, eingebettet in Lavafelder, und die Schlammgruben (aus welchen der Kieselschlamm für das Thermalbad gewonnen wird) bestaunen.

Am Abend erkunden wir noch ein wenig Hafnarfjörður. Im Wikingerdorf neben dem Viking-Hotel findet gerade das alljährliche Wikingerfest statt. Das ist so etwas ähnliches wie unsere Mittelaltermärkte, nur eben mit Wikingertrachten.
Das heisse Wasser beim Duschen in unserem Gästehaus riecht nach Schwefel. Schließlich wird der gesamte Großraum Reykjavik mit Heißwasser aus den umliegenden Geothermalfeldern versorgt.


Praktische Tipps für Hafnarfjörður (sprich „habnarfjörthür“):

Verbindungen:

Flughafenbus:

Vom internationalen Flughafen Keflavik fährt der Flughafenbus Flybus (https://www.re.is/flybus) im Halbstundentakt zum Busbahnhof Reykjavik und hält dabei (einziger Halt auf der Strecke) vor dem Viking-Hotel in Hafnarfjörður (nur wenige Gehminuten vom Stadtzentrum entfernt). Der Flybus verläßt den internationalen Flughafen ca. 35 bis 40 Minuten nach Ankunft der Flüge und wartet auch verspätete Flüge ab. Die Fahrtzeit nach Hafnarfirdi beträgt 25 bis 30 Minuten, nach Reykjavik 45 Minuten. Fahrkarten können über das Internet oder am Flughafen am Flybus-Schalter gebucht werden. Gegen einen Aufpreis fährt der Bus auch alle Hotels und Gästehäuser auf der Strecke an.

Stadtbus Reykjavik:

Die Stadtbusse der Linie S1 (Strætó) von Reykjavik (http://www.straeto.is) fahren vom Stadtbus-Bahnhof Hlemmur (Zentrum Reykjavik) tagsüber alle 15, abends und am Wochenende alle 30 Minuten bis zum Einkaufszentrum Fjörður (Stadtzentrum Hafnarfjörður), Fahrzeit ca. 40 Minuten, Fahrpreis ISK 350 (Stand 2014, Wechselkurs: 1 Euro = 156 ISK).

Auto:

Die Schnellstraße 41 von Reykjavik zum internationalen Flughafen Keflavik führt direkt an Hafnarfjörður vorbei, ca. 10 km (15 Minuten) von Reykjavik.

Unterkunft:

Arahus Guesthouse:

Direkt im Stadtzentrum, 4 Doppelzimmer und ein Einzelzimmer (Doppelzimmer für ISK 11.000 pro Nacht). Mit Küchenbenutzung, Waschmaschinenbenutzung, Duschen und Bad auf dem Flur nebenan.
Smári Brynjarsson, Strandgata 21, 220 Hafnarfjörður, Tel. 555-1770 oder 898-1771, E-Mail: arahus@arahus.is

Viking Hotel:

Direkt neben dem Wikingerdorf, mit Hot Pot (heisser Pool) und Sauna, 42 große Zimmer und zusätzlich 15 kleine Torfhäuser, ca. 10 Gehminuten vom Stadtzentrum entfernt, Flughafenbus (Flybus) hält direkt vor der Tür. www.vikingvillage.is, E-Mail: vikings@vikingvillage.is.


Essen:

Gló (www.glo.is):

Direkt im Stadtzentrum von Hafnarfjörður, im Kunstmuseum, befindet sich Islands bekanntestes „Healthy Food Restaurant“. Mindestens 50% der Gerichte sind nach Bio-Standard. Reichhaltiges Angebot an vegetarischen Gerichten, Rohkost. Es gibt hier (für isländische Verhältnisse) sehr preisgünstige Angebote, alles sehr lecker.
Hafnarborg, Strandgata 34, 220 Hafnarfjörður, Tel. 578-1111.


Praktische Tipps für die Blaue Lagune:

Internet: www.bluelagoon.com

Öffnungszeiten: Juni bis August 9.00 bis 21.00 Uhr (1. Juli bis 10 August: 9.00 bis 23.00 Uhr), sonst 10.00 bis 20.00 Uhr.

Verbindungen:

Von Grindavik gibt es einen Fußweg (ca. 3 km) zur Blauen Lagune.

Bus:

Reykjavik Excursions (www.re.is/) fährt im Sommer (Juni bis August) ungefähr stündlich (sonst seltener) von Reykjavik und vom internationalen Flughafen Keflavik zur Blauen Lagune. Fahrpläne sind auf der Website www.bluelagoon.com verfügbar.

Bustravel Iceland (www.bustravel.is) fährt fünfmal täglich von Reykjavik zur Blauen Lagune und viermal täglich zurück.

Auto:

Von der Schnellstraße 41 (Reykjavik – Keflavik) biegt man ca. 10 km vor Keflavik die Straße 43 nach Grindavik ab. Ca. 3 km vor Grindavik biegt man dann nach rechts zur Blauen Lagune ab.
Von Reykjavik sind es 48 km bis 40 Minuten.



Thermalbad Bláa Lónið (Blaue Lagune) in Island


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Kommentare

  • INTERTOURIST

    ...das lese ich Sonnabend.
    Island steht in Kürze irgendwann auch auf meinem Plan.

    Grüße Jörg

  • INTERTOURIST

    14 Seiten! Das der wohl detaillierteste Reisebericht den ich hier je gelesen habe. So reich an Details, dass man die Tor wohl mühelos nachfahren könnte.
    Mein Eindruck ist, dass es eine sehr entspannte Reise war. 14 Tage für die überschaubare Strecke ist sehr viel Zeit. Ich habe vor die ganze Insel in einer Woche zu umrunden. Vielleicht ein zu ambitioniertes Ziel - ich weiß es nicht. Allerdings lasse ich Städte, Ökodörfer und meist auch das Mittagessen aus;-)
    Was das Wetter angeht, bewundere ich deine Motivation. Das es im Juni dort so übel ist hätte ich nicht gedacht. Das sind wahrscheinlich auch schon Auswirkungen des Klimawandels. Bei uns war es im Juni ja auch nicht wirklich sommerlich.
    Danke für diesen informativen Bericht.
    Mehr davon und Reiseführer werden überflüssig.

    Grüße Jörg

  • frieden_schenker

    Hallo Jörg,

    in einer Woche um die ganze Insel erscheint mir in der Tat etwas zu ambitioniert. Vor allem, wenn es mal eingen ganzen Tag regnen sollte, hättest Du dann keine Zeit, an einen schönen Platz (wie z.B. Gullfoss oder Geysir) noch einmal zurückzukehren.

    Island ist, so viel ich gehört habe, generell nicht sehr dafür bekannt, dass da so oft die Sonne scheint. Ist halt Seeklima.

    Lg. Eckart

  • INTERTOURIST

    Es wird auf zwei Touren hinauslaufen.
    Eine im Sommer eher so zu scouten und eine im Winter.
    Um es ehrlich zu sagen ich fotografiere dann nur die fotogenen High Lights.
    Essen und schlafen sind sekundär ;-)

    Grüße Jörg

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